DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Archiv für Juni 4th, 2020

Stadtgespräch aus Berlin

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Juni 2020

Ein bisschen Spaß mit Corona

"Narrenschiff" by Thomas Bühler.jpg

Von Uli Hannemann

Die heilige Dreifaltigkeit aus Kirche, Clubs und Corona macht derzeit Schlagzeilen. Allen dreien steckt die Rücksichtslosigkeit tief in der DNA.

Es sind nicht nur die Schlachthöfe des Schweins, sondern auch die des Herrn, in denen sich ideale Bedingungen für ein gepflegtes Superspreading finden. So haben Gottesdienste in Frankfurt am Main und Bremerhaven für bislang über 250 Neuinfektionen an Covid-19 geführt. Zum Teil wurde die Maskenpflicht nicht eingehalten, und gesungen wurde ebenfalls.

Dabei weiß man doch nach diversen Vorfällen bei Chören, dass selbst unter gewissenhafter Einhaltung der Regeln, für das Singen in geschlossenen Räumen schlicht kein „plausibles Hygienekonzept“ zu existieren scheint, von dem der Bremerhavener Bürgermeister dennoch schwadroniert, nachdem das Kind schon längst in den aerosolgefüllten Brunnen gefallen ist. Gewiss dachten die Christen, dass der Herr Jesus sie beschützt. Dieser Professor Drosten macht zwar einen sympathischen Eindruck, aber alles kann der auch nicht wissen.

Apropos Jesus. Am Pfingstsonntag hätte der trockenen Fußes über den Berliner Landwehrkanal joggen können. Tausende Clubgänger fanden sich dort zu einer Schlauchbootdemo gegen das drohende Clubsterben. Dicht an dicht, keine Masken, wenig Klamotten, null Abstand zwischen den Booten, einer rauschenden Coronaparty unter dem inoffiziellen Motto: „Eure Gesundheit ist unser Tod!“

Diese Scheißegalmentalität kennt zur Genüge, wer am Schlesischen Tor wohnt und nachts schlafen möchte. Wo Leute unterwegs sind, deren empathischer Horizont zwar räumlich und intellektuell an den Grenzen der eigenen Person, aber zeitlich selten vor acht Uhr morgens endet, bleibt anderen Menschen nur noch die Wahl zwischen Flucht, Wahnsinn und Verzweiflung.

Gott oder Pillen

Zumindest erstere Möglichkeit ist den Patienten des Urban-Krankenhauses verwehrt, vor dem besagte Seuchensause ihren Abschluss feierte. Sie sind dort an ihre Betten gefesselt, während vor ihren Fenstern die Gottseibeiuns-Armada wummert. Party, party, party!! Ich mein, ey, warum sind die krank, ist doch schönes Wetter, lol, einfach mitfeiern!

Heiligste Dreifaltigkeit (Kronburg) 26.JPG

Die einen nehmen Pillen, die anderen nehmen Gott. Die einen sind jung, die anderen sind alt, zumindest im Kopf. Gemein scheint beiden Lagern das feste Wissen um die eigene Unverwundbarkeit und eine allem anderen übergeordnete Mission zu sein, die Rücksichtslosigkeit gegenüber Außenstehenden – man könnte auch sagen: gegenüber gemeinschaftlichen Belangen – geradezu zwingend erfordert. Denn es geht um Höheres. Was das Höhere ist, bestimmen natürlich immer sie. Dummheit und Selbstüberschätzung regieren hier wie dort.

Quelle         :         TAZ           >>>>>           weiterlesen

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Grafikquellen      :

Oben       —     Narrenschiff, Ölbild Thomas Bühler. Beschreibung des Bilds durch das Presse- und Informationsamt Osnabrück

Thomas BühlerArchiv des Künstlers

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Unten        —     Heiligste Dreifaltigkeit Kronburg, Landkreis Unterallgäu, Bayern

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Meinung aus der Schweiz

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Juni 2020

Statt Waffenembargo Geld für die Kriegsopfer

Andreas Zumach (Journalist).jpg

Quelle      :       INFOsperber CH.

Von Andreas Zumach

Die Rüstungsindustrie liefert die Waffen, die Länder ihrer Produktion «dürfen» aber für die Kriegsopfer-Hilfe zahlen. Zynismus pur.

Das Koordinationsbüro der UNO für humanitäre Hilfe (OCHA) veranstaltet gemeinsam mit Saudiarabien, einem Hauptakteur im Jemenkrieg, eine Geberkonferenz zur Finanzierung der Versorgung für die überlebenden Opfer dieses Krieges. Das unterstreicht die Ambiguität der vor 70 Jahren gegründeten Weltorganisation auf besonders zynische Weise.

«Wir, die Völker der Vereinten Nationen – fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geissel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat»: An diesem in ihrer Gründungscharta vom Juni 1945 formulierten politischen Kernauftrag ist die UNO gescheitert, weil viele ihrer Mitgliedsstaaten Krieg immer noch für ein legitimes Mittel zur Durchsetzung eigener Interessen halten. Die humanitäre Versorgung der Überlebenden dieser Kriege wurde daher zur zentralen Aufgabe, die inzwischen nicht nur die grössten personellen und logistischen Ressourcen des UNO-Systems beansprucht, sondern auch der benötigten finanziellen Mittel der Mitgliedsstaaten.

Im Fall Jemen aber fehlen diese Gelder, weil die USA, Frankreich, Grossbritannien und Deutschland überhaupt nichts oder nur viel zu wenig beitragen. Just jene vier Mitglieder der westlichen Wertegemeinschaft, die Saudiarabien , Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrein und andere Länder, die an der von Riad geführten Allianz im Jemenkrieg beteiligt sind, am stärksten mit Waffen und militärischer Ausbildung unterstützen. Mit einem Bruchteil der Summe, die das Regime in Riad in den letzten Jahren für Waffenkäufe im Westen ausgegeben hat, konnte es sich zumindest im letzten Jahr zum grössten Spender für die humanitäre Jemenhilfe profilieren, womit OCHA wiederum die gemeinsame Einladung für die gestrige Geberkonferenz zu rechtfertigen suchte. Zynischer und verlogener geht es kaum. Selbst wenn die von OCHA angestrebte Summe von 2,4 Milliarden US-Dollar zusammenkommen sollte: Viel wichtiger wäre ein striktes Waffenembargo gegen alle am Jemenkrieg beteiligten Akteure. Doch ein entsprechender Resolutionsantrag Russlands im UNO-Sicherheitsrat wurde von den Westmächten abgelehnt.

Warum wehren sich dagegen nicht auch die Bürgerinnen und Bürger? Auch sie hätten guten Grund: Die Gewinne der Rüstungsindustrie gehen in die Taschen der Aktionäre. Die Hilfe für die Kriegsopfer aber kommt aus den Staatskassen – letztlich also von den Steuerzahlern.

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Grafikquelle      :        Picture: <a href=“http://stephan-roehl.de/“ rel=“nofollow“>Stephan Röhl</a>

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Antwort auf Facebook-Post

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Juni 2020

Dokumentiert: Aus der Antikapitalistischen Linken

Bernd Riexinger bei der Bundestagswahl 2017 Wahlabend Die Linke (Martin Rulsch) 57.jpg

Quelle      :         AKL

Offener Brief von Sascha Staničić an Bernd Riexinger

Lieber Bernd,

ich habe mich über Deinen Facebook-Post vom 31.5. geärgert, in dem Du schreibst: „Der rassistische Mord an George Floyd ist Ergebnis jahrelanger, geistiger Hetze von Trump und anderen rechtsextremen und konservativen Republikanern. Ich kann den USA und der Welt nur wünschen, dass der Chefrassist im Weißen Haus im November abgewählt wird.“

Den Rassismus und den Mord an George Floyd ausschließlich auf Trump und die Republikaner zurückzuführen hat nichts, aber auch gar nichts, mit der Realität zu tun. George Floyd ist nur das jüngste von unsagbar vielen Opfern von rassistischem Polizei- und Staatsterror – Todesopfer, Opfer von Gewalt und ungerechtfertigten Verhaftungen und Verurteilungen. Sie waren und sind Opfer, egal ob der Präsident Trump oder anders heißt, egal ob er Republikaner oder Demokrat ist, egal ob die Stadt, der Bundesstaat oder die Polizeibehörden von Demokraten oder Republikanern geleitet werden.

Der Rassismus ist ein systemisches Problem. In den USA besonders ausgeprägt, aber nicht nur dort. Malcolm X sagte einmal „Es gibt keinen Kapitalismus ohne Rassismus“ und er war nicht einmal bewusster Sozialist.

Ich finde es falsch, dass Du angesichts einer Massenrevolte in den USA implizit Wahlunterstützung für die Demokraten zum Ausdruck bringst anstatt zu betonen, dass nur die gerade revoltierenden Arbeiter*innen und Jugendlichen wirkliche Veränderung werden erreichen können. Auch ich hoffe, dass Trump stürzt – jetzt könnte aber eine Bewegung entstehen, die dieses Ziel durch Massenmobilisierungen erreicht. Wenn diese Bewegung jedoch wieder in Unterstützung für die Demokraten kanalisiert wird, dann wird Trump erstens möglicherweise die Wahlen gewinnen und wenn nicht, wird sich trotzdem nichts grundlegendes ändern.

Du als Vorsitzender einer sozialistischen Partei könntest auf die Ursachen des Rassismus in den kapitalistischen Verhältnissen hinweisen. Du könntest Forderungen der Demonstrant*innen aufgreifen und unterstützen. Du könntest die Idee aufwerfen, eine neue, wirklich linke und die Arbeiter*innenklasse vertretende Partei zu schaffen. Du könntest darauf aufmerksam machen, dass es auch in Deutschland racial profiling und Polizeigewalt gegen Schwarze und Migrant*innen gibt. Du hättest auch einfach nur zur Solidarität mit der Bewegung in den USA aufrufen können. Alles wäre besser gewesen, als die Demokraten aus der Verantwortung zu entlassen.

Sozialistische Grüße

Sascha Staničić

Mitglied der Partei DIE LINKE, des AKL-Länderrats und Bundessprecher der Sozialistischen Organisation Solidarität (Sol)

akl - Antikapitalistische Linke

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Grafikquellen          :    Bernd Riexinger auf der Wahlparty der Linken zur Bundestagswahl 2017 in der Arena Berlin.

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Hongkong-China-London

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Juni 2020

„Der Wert der Leistung liegt im Geleisteten“

Hong Kong Island Skyline 201108.jpg

Quelle         :         Scharf  —  Links

Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

Besonders seit Corona aber auch schon vorher bahnt sich eine tiefgreifende Umwälzung in der Weltpolitik an. Ausgelöst durch die „America-First-Politik“ des US-Präsidenten tun sich tiefe Risse im globalen Verständnis für Kultur und Wirtschaft auf. China mutiert dabei vom Wunschpartner zum scheinbaren Bösewicht.

Dabei ist ein Vorurteil fatal: «Das freie Unternehmertum und die liberale Demokratie sind das Ergebnis einer Entwicklung, die den westlichen Nationen eigen ist. Wer glaubt, dass alle Gesellschaften notwendigerweise die gleichen Etappen einer linearen Evolution durchmachen müssen, deren Modell vom Westen ein für allemal vorgegeben worden sei, verkennt die Vielfalt der Zivilisationen und ihren spezifischen Charakter.» Darauf verwies der französische Sinologe Jacques Gernet in seinem Werk «Le Monde chinois» schon vor 50 Jahren.

Der letzte Volkskongress, das Parlament Chinas, ist ein eindringliches Beispiel für die einseitigen und voreingenommenen Beurteilungen in westlichen Nationen. Der Kongress behandelte im Wesentlichen zwei Themen: die volkswirtschaftlichen Probleme und Pläne in Verbindung mit dem Coronavirus und das Gesetz zur nationalen Sicherheit für Hongkong. Im Westen war das wirtschaftlich zentrale Thema des Volkskongresses keiner Erwähnung wert. Dabei kann China objektiv stolz darauf sein, was seit den 80-er Jahren in allen Bereichen erreicht worden ist. Und gerade Europa sollte sich besonders für die Wirtschaftspläne von China interessieren, denn an China kommt in Zukunft keiner vorbei, selbst wenn das den US-Trumpisten nicht passt. Und in den wirtschaftlichen Beschlüssen stehen bemerkenswerte Dinge: Gürtel enger schnallen, Vertrauen in die eigenen Entwicklungs-Fähigkeiten, Konzentration auf digitale Ökonomie, Sicherung der elementaren Lebensgrundlagen des Volkes, Ernährungs- und Energiesicherheit, Stabilität der Industrie und der Lieferketten sowie das Vertrauen in das eigene System, d. h. «die Vorteile des Sozialismus chinesischer Prägung». Und bei alledem spielen Ordnung und Harmonie seit Konfuzius eine entscheidende Rolle.

Kein Staat lässt zu, dass andere sich in innere Angelegenheiten einmischen. So sicher auch China nicht bei der Verabschiedung des Gesetzes zur nationalen Sicherheit für Hongkong. Hongkong ist ein Teil von China und von den Engländern in einem brutalen Krieg zur Durchsetzung eigener Handelsvorstellungen 1843 geraubt worden. Seit der Rückgabe an China 1997 fehlt in dem Honkong Basic Law eine Sicherheitsregelung. Das wurde jetzt nachgeholt. Die Behauptung des US-Außenministers Pompeo, dass damit das Prinzip «Ein Land – Zwei Systeme» sowie die «hohe Autonomie für Hongkong» ausgehebelt würde, ist schlichtweg falsch. Demonstrationen mit Plünderungen und Brandschatzung werden auf der ganzen Welt energisch bekämpft, wie man derzeit in den USA anschaulich beobachten kann.

Mit Albert Einstein sollten wir auf das (in China) Geleistete schauen, denn davon haben wir bisher gerne und gierig profitiert. Und nach Konfuzius sollten wir unseren eigenen Garten dreimal umgraben, bevor wir uns anheischig machen, einen Staat neu zu ordnen. Aber den Satz kennen wir aufgeklärten Menschen ja schon von Voltaire. Im Westen nichts Neues, ex oriente lux.

Urheberrecht
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Grafikquelle        :         Hong Kong Skyline

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DER ROTE FADEN

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Juni 2020

Es ist zum In-die-Tastatur-Beißen

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Durch die Woche mit Nina Apin

Hausunterricht, Milliardenfonds und Zoom-Konferenzen. In der Pandemiezeit gerät einiges durcheinander. Aber danach wird alles weitergehen. Fast alles.

Achtung, dieser Wochenrückblick könnte ein wenig konfus wirken: Nicht nur verschwimmen dieser Tage Raum und Zeit – manchmal weiß ich gerade nicht mehr, ob ich mit jemandem gerade in einem virtuellen Zoom-Raum gesprochen habe oder in echt oder was gerade Arbeit ist und was Hausunterricht: Letztens war ich kurz davor, einer Kollegin das Akkusativobjekt im Satzgefüge zu erklären, dabei wollte sie mit mir über den Seite-eins-Kommentar reden. Und während ich diesen Text schreibe, muss ein Zweitklässler hier am selben Küchentisch „Wortschlangen“ in Sätze zerlegen und die Nomen rot, die Adjektive grün … wo war ich?

Ach ja, auch politisch gerät einiges durcheinander: Dieser Tage schnurrte mir morgens in der Küche beim Kaffeemachen eine bekannte Stimme via Deutschlandfunk ins Ohr, er unterstütze „nach einigem Nachdenken“ Ursula von der Leyens ­Milliardenhilfen-Plan voll und ganz. Solidarität mit den besonders coronagebeutelten „Südländern“ sei jetzt wichtig, sonst könne Europa einpacken. Ich brauchte eine Weile, um zu kapieren, dass da Christian Lindner von der FDP sprach. Hat er wirklich das Wort Solidarität in den Mund genommen – oder war ich noch nicht ganz wach?

Ob ich eigentlich richtig höre, habe ich mich den Rest der Woche dann noch öfter gefragt: etwa, ob jetzt allen Ernstes Deutschlands stolze Kranich-Fluglinie mit Staatsgeld gerettet wird – und dafür nichts, aber auch gar nichts anders machen muss als bisher? Wo einem doch all die schönen wissenschaftlichen Vorher-nachher-Visualisierungen einer Welt mit viel und fast ohne Flugverkehr klar gemacht haben, dass verdammt noch mal weniger geflogen werden muss.

Nicht mal Inlandsflüge muss die staatsgerettete Lufthansa einschränken, so wie die französische Air France, die Präsident Macron dazu verpflichtet hat, alle Ziele, die innerhalb von 2,5 Stunden auch per Zug erreichbar sind, vom Flugplan zu streichen? Nein, im Industrieland Deutschland traut man sich solche Ansagen natürlich nicht. Da macht man allenfalls ein paar Pop-up-Radwege in den Großstädten (nur temporär, versteht sich) – und lässt weiter fliegen wie bisher. Hängen ja Arbeitsplätze dran.

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Das gleiche Trauerspiel mit dem Auto: Haben wir nicht alle gesehen, wie dramatisch die Stickstoffdioxid-Belastung zurückgeht, wenn weniger gefahren wird? Jetzt wo wir den Vorher-nachher-Vergleich haben: Könnten wir jetzt dann die Autoindustrie, die schon wieder nach Staatsknete schreit, bitte mal auch dazu zwingen, Alternativen zum Verbrennungsmotor zu entwickeln und zu verkaufen – und zwar pronto?

Quelle       :          TAZ       >>>>>          weiterlesen

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Grafikquellen      :

Oben      —       Roter Faden in Hannover mit beschriftetem Aufkleber als Test für einen möglichen Ersatz des auf das Pflaster gemalten roten Strichs

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DL – Tagesticker 04.06.2020

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Juni 2020

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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 Wem, sollte eine solche Aussage zum Nutzen dienen ? In einer Welt in der gut bezahlte Söldner aus Polizei und Militär als Mörderbanden durch die Städte patronieren ? Kennedy wurde vor vielen Jahren noch von einen Einzeltäter ermordet, heute lassen sich für solche Taten staatliche Täter anheuern?  Das ist die Paradoxie in dieser ,von der Politik wohl so gewünschten Situation !

Ex-US-Verteidigungsminister

1.) Mattis kritisiert Trump heftig

Der frühere US-Verteidigungsminister James Mattis hat sich hinter die friedlichen Proteste im Land gestellt und Präsident Donald Trump als Spalter kritisiert. Trump sei der erste Präsident, den er erlebe, der sich nicht darum bemühe, das Land zu einen, sondern seit drei Jahren versuche, das Land zu spalten, schrieb Mattis im US-Magazin «The Atlantic». «Wir sind Zeugen der Konsequenzen von drei Jahren ohne reife Führung», schrieb der pensionierte General. Die Ereignisse dieser Woche hätten ihn «wütend und entsetzt» zurückgelassen, erklärte der 69-Jährige. Mattis war wegen Meinungsverschiedenheiten mit Trump Anfang 2019 nach zwei Jahren als dessen Verteidigungsminister zurückgetreten, hatte den Präsidenten seither aber nicht öffentlich kritisiert. Mattis bezeichnete nun die von Trump gewünschte Militarisierung der Einsätze gegen die Proteste im ganzen Land nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz als unnötigen Fehler. «Zuhause sollten wir unser Militär nur sehr selten einsetzen, wenn es von Gouverneuren der Bundesstaaten angefordert wird», schrieb Mattis in der Erklärung. Ein Einsatz der Streitkräfte gegen zivile Proteste drohe, einen Konflikt zwischen Bevölkerung und Militär zu provozieren, warnte er.

Welt

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Na, wann kommt jetzt der Hofknicks der ehrfürchtigen Untertanen für ihre grün gemixten Raubritter ? Nicht einmal der im Volk berühmte „Dumme Hund“ würde sich so sehr drangsalieren lassen !

Überblick über aktuelle Maßnahmen

2.) Weitere Corona-Lockerungen für Baden-Württemberg angekündigt

Aktuell dürfen im privaten Raum bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten zusammenkommen. Die Beschränkung auf zehn Personen gilt weiterhin nicht für Verwandte und Angehörige des gleichen Haushalts sowie Partner. Die Zehn-Personen-Regel gilt auch für private Feiern in öffentlich mietbaren Räumen wie Restaurants oder anderen Veranstaltungsstätten. Ab dem 9. Juni sollen sich dann auch bis zu 20 Personen aus verschiedenen Haushalten in Privaträumen treffen dürfen. Bei privaten Feiern in öffentlich angemieteten Räumen sollen sich laut Staatsministerium sogar bis zu 99 Menschen treffen können – unter Einhaltung der Hygieneregelen. An den geltenden Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum ändert sich aber nichts.

SWR

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Das wäre auch als eine Sensation gefeiert worden, wenn sich die Büttel der Parteien nicht an „Kopf und Arsch“ zusammen gefunden hätten! Jetzt wird die Brust aber aufquellen. Schon mit Finden des ersten Öltropfen wusste ein Jeder, das dieser Reichtum sich einmal erschöpfen würde. – Es geschah nichts! –  Schon unsere Urahnen legten Zisternen an, da sie damit rechneten das die Erde austrocknen würde. Wissenschaft in Kennerhaft ?Aber richtig so: Die Natur braucht weniger Autos – dann kann auch wieder mit dem Virus gelebt werden, ohne  Schuldige beim Namen zu nennen ? 

Konjunkturpaket:

3.) Darauf haben sich Union und SPD geeinigt

Die Zahlen, die die Autobranche kurz vor dem Koalitionsgipfel veröffentlicht hatte, sollten die Zweifler doch noch auf Kurs bringen. Um 75 Prozent brachen die Neuzulassungen demnach in Europa zuletzt ein. Besonders betroffen: die stark von der Corona-Krise gebeutelten Länder wie Italien (minus 98 Prozent) und Spanien (minus 97 Prozent). Der Autolobbyverband rechnete nun vor, dass die Kosten des Stillstands der größten deutschen Industrie für die Gesellschaft riesig seien. Auf fünf Milliarden Euro pro Monat schätzt der VDA Belastungen durch entgangene Steuern, Sozialbeiträge oder Kurzarbeitergeld. Doch am Abend machte sich Ernüchterung in Deutschlands größter Branche breit. Denn das lange Werben der Autoindustrie um Kaufprämien für Benziner und Diesel war erfolglos. Der Bund will der Einigung zufolge lediglich den Kauf von Elektroautos fördern – das allerdings deutlich. Bis Ende des nächsten Jahres soll die bereits bestehende Kaufprämie des Bundes verdoppelt werden. Wer dann ein E-Auto zum Preis von bis zu 40 000 Euro kauft, kann weiter mit der bisherigen Förderung von 6000 Euro rechnen, die sich Bund und Konzerne teilen. Der Bund legt nun aber noch mal 3000 Euro drauf und rechnet dafür insgesamt mit einem Finanzbedarf von zwei Milliarden Euro.

Sueddeutsche-Zeitung

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Hat es – jemals zuvor ein solch niedriges Niveau unter den politisch-selbsternannten Führer-Innen auf dieser Erde gegeben?  Selbst unter den verstärkten  Einfluss der SED hat sich die Haselnuss noch mehr ins braune verfärbt !!

Volksaufstand in China 1989

4.) Der „Tank Man“ bleibt verschollen

In China demonstrieren im Frühling der Demokratie 1989 Hundertausende Bürger wochenlang für mehr gesellschaftliche und politische Freiheiten. Am 4. Juni 1989 schlägt das chinesische Militär die Proteste rund um den Platz des Himmlischen Friedens in Peking blutig nieder. Hunderte Menschen werden getötet, manche Quellen sprechen gar von Tausenden Toten. Das Foto vom Mann im weißen Hemd mit den zwei Einkaufstüten geht um die Welt und beschäftigt bis heute Schriftsteller, Filmemacher und Historiker. „Herr Wang, der Mann der vor den Panzern stand“ heißt auf Deutsch das aktuellste Buch des chinesischen Exil-Autors Liao Yiwu.

Tagesschau

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Aus  Europa kamen die braunen Strümpfe welche in den USA nur ihre Schuhe gewechselt haben und zu Trümpfen aufwuchsen! Wie die Mutti so ihr Söhnchen – Ein klares Spiegelbild der Clan-Wirtschaft.

Proteste gegen Rassismus in Frankreich:

5.) Kaltschnäuzige Regierung

Wie in Deutschland herrscht auch in Frankreich Korpsgeist in der Polizei. Dort ist er unnötig autoritär und oft brutal. Immer wieder ist es erstaunlich, wie dreist und kaltschnäuzig die aktuelle, angeblich so bürgerbewegte französische Regierung mit ihren Bürger*innen umspringt. Letztere treibt der mutmaßliche Mord von Minneapolis an dem Afroamerikaner George Floyd auf die Straßen der Republik. Doch nicht nur bleibt, trotz stark sinkender Infektionszahlen in Frankreich – auch in der am stärksten betroffenen Region rund um Paris – das Demonstrieren, selbst mit Abstand, weiterhin verboten. Nein, Protestierende wie am Dienstagabend in Paris und Lille, in Marseille und Lyon, werden pauschal als gewalttätig und asozial abgestempelt. So geschehen durch den französischen Innenminister Christophe Castaner von Macrons Regierungspartei En Marche. Castaner fiel zu rund 20.000 Menschen aus diversen gesellschaftlichen Gruppen, die sich etwa gegen Rassismus und Polizeigewalt in Paris erhoben, nichts anderes auf Twitter und in der momentanen Situation ein, als: „Gewalt hat in der Demokratie.

TAZ

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Von Sportlern, wie auch Politikern darf nicht viel anderes erwartet werden da sic ihr Leben, fast  ausschließlich auf die  Fahne ausgerichtet hatten ! Sie war und ist ihr Brot, ihr Trank – das Leben lang. Solche Typen wären jeder Fahne nachgelaufen – auch der mit dem Schwarz-Rot-Hellbraunen Abdruck des Gesäßstreifen. Loddar und Boris sind hier nur einige Beispiele.

Flagge wichtiger als Floyd?

6.) Die verwirrenden Sätze von Superstar Brees

Der Star-Quarterback der New Orleans Saints, Drew Brees, hat mitten in der aufgeheizten Stimmung in den USA mit irritierenden Kommentaren über protestierende Football-Spieler für Empörung gesorgt. In einem Interview wurde der 41 Jahre alte Spielmacher gefragt, was er davon halten würde, sollten in der kommenden Saison wieder Profis gegen Polizeigewalt protestieren, so wie es 2016 schon der inzwischen nicht mehr in der NFL beschäftigte Colin Kaepernick tat, als er während der Nationalhymne auf ein Knie ging. „Ich werde nie einer Meinung sein mit jemandem, der respektlos gegenüber der Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika oder unserem Land ist“, antwortete Brees. Seine Großväter hätten beide im Krieg gedient und die Flagge verteidigt, führte der Super-Bowl-Champion von 2009 aus. Auch die Bürgerrechtsbewegung in den 60ern führte Brees an. „Ist jetzt alles okay in unserem Land? Nein, ist es nicht. Wir haben noch einen langen Weg vor uns“, sagte er. „Aber ich denke, wenn du da stehst und der Flagge deinen Respekt erweist mit der Hand über dem Herzen, dann zeigt das Einigkeit. Es zeigt, das wir alle im selben Boot sitzen, dass wir es alle besser machen können und Teil der Lösung sind.“

ntv

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7.) „Eigenem Land den Krieg erklären“

laut Beipackzettel Nebenwirkung von Hydroxychloroquin

Wurde Donald Trump die eigene Corona-Wunderkur zum Verhängnis? Das scheint derzeit sehr wahrscheinlich, denn „Dem eigenen Land den Krieg erklären, nur um stark auszusehen“ ist laut Beipackzettel eine der Nebenwirkungen des umstrittenen Malaria-Medikaments Hydroxychloroquin, das der US-Präsident seit Wochen regelmäßig einnimmt und als Heilmittel gegen Corona anpreist. Im Weißen Haus reagierte man überrascht und zugleich erleichtert auf die Entdeckung.  „Puh! Einen Moment lang dachte ich schon, unser Präsident wäre ein durchgeknallter Möchtegern-Diktator“, erklärt Trumps Leibarzt Sean Conley. „Aber dann habe ich zufällig auf den Beipackzettel von Hydroxychloroquin geschaut und es traf mich wie der Blitz! Kein Wunder, dass er gerade so angespannt wirkt, der isst das Zeug ja wie Smarties.“

Postillon

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen        :

Oben     —    DL / privat – Wikimedia  Commons – cc-by-sa-3-0

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