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RENTENANGST

Archiv für April 29th, 2020

Virus frisst Ideologie

Erstellt von DL-Redaktion am 29. April 2020

Was wir aus der Corona-Krise lernen müssen

Bochum - Alleestraße144 14 ies.jpg

Graffiti „Destroy(zerstöre) Capitalism!“ auf einer Fabrikmauer

Ein Schlagloch von Ilija Trojanow

Wer die aktuellen Zumutungen nicht für Änderungen nutzt, wird umsonst gelitten haben. Ein Rückfall wäre gefährlich.

Wer heute über die Zukunft spricht, tut dies aufgrund zweier stark divergierender Annahmen: Wir lebten vor Ausbruch der Pandemie entweder in einer funktionierenden, zufriedenstellenden Normalität oder in zerrütteten Verhältnissen. Von dieser grundsätzlichen Haltung hängt die Reaktion auf die brüchige Gegenwart ab. Entweder erwarten wir das Schlimmste oder wir schöpfen neue Hoffnung. Selten waren Dystopie und Utopie so nahe beieinander, genau gesagt 1,5 Meter voneinander entfernt.

Krise, gewiss das Wort des Jahres 2020, bedeutet in der griechischen Urform krísis laut Duden „Entscheidung, entscheidende Wendung“. Eine Chance somit: Wer die jetzigen Zumutungen und Herausforderungen nicht für grundsätzliche Verbesserungen nutzt, der wird umsonst gelitten haben. Ein Rückfall in den alten Status quo wäre die gefährliche Folge einer rückwärtsgewandten Lethargie. Denn ein Land, ein Weltsystem, das von einem Virus so schnell in die Knie gezwungen werden kann, war schon davor krank.

Diese Diagnose ist nicht einmal gewagt oder umstritten. Das, was sich Wohlstand nennt, basiert auf einer noch nie dagewesenen Ausbeutung von Natur und Mensch. Sowohl die ökologischen Zerstörungen als auch das extreme Anwachsen der Ungleichheit, vielfach dokumentiert und analysiert, sind allgemein anerkannt, nur nicht in Kreisen von Realitätsleugnern und systemrelevanten Ideologen.

Letzteren macht die Krise nun den Garaus. Viel ist geschrieben worden über die Einschränkung der Grundrechte im Hauruckverfahren, weniger darüber, dass fast alle neoliberalen Prinzipien über Nacht über Bord geworfen wurden: der vielgerühmte freie Markt, das oft beschworene Prinzip gesellschaftlicher Freiwilligkeit (bei Produktion und Konsum wohlgemerkt) und das ewige Heil im Wirtschaftswachstum.

Die Apologeten des freien Markts sind verstummt, denn wir haben im Belastungstest sein Versagen erlebt. Länder oder Regionen, die ihr Gesundheitssystem nach profitorientierten Kategorien umgebaut haben (Beispiel Lombardei), haben sich tödlich umstrukturiert. Und obwohl Pandemien regelmäßig auftreten, haben sie für diesen Fall nicht angemessen vorgesorgt, weil Gemeinwohl nicht profitabel ist. Dem freien Markt gelingt es nicht einmal, selbst Monate nach dem Ausbruch, Masken in ausreichender Zahl zu produzieren.

Ilija Trojanow.JPG

Schon wenige Tage nachdem das Virus Teile der Wirtschaft unvermeidlich zum Erliegen gebracht hat, ertönten Kassandrarufe, weil eine Rezession von 3 Prozent (neuerlich korrigiert auf 6 Prozent) abzusehen ist. Wie soll man einen Organismus bezeichnen, der in seiner Existenz bedroht ist, weil er um 3 oder 6 Prozent schrumpft?

Als Lösung wird mit nicht existierendem Geld gegossen, keineswegs nach dem Gießkannenprinzip – weltweit geben die Staaten Milliarden aus zur „Rettung“ jener Wirtschaftsteilnehmer, in deren Händen Vermögen ohnehin bereits stark konzentriert ist. Die folgende Verschuldung wird nur durch starkes Wirtschaftswachstum zu überwinden sein, was wiederum zu weiterer Umweltzerstörung und Ungerechtigkeit führen wird.

Quelle       :            TAZ        >>>>>          weiterlesen

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Grafikquellen       :

Oben            —       Graffiti „Destroy Capitalism!“ auf einer Fabrikmauer

Unten      —      Ilija Trojanow während einer Podiumsdiskussion mit Bürgermeister Olaf Scholz am 19. März 2014 im Thalia Theater in Hamburg

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Tracing-Technologien Apps

Erstellt von DL-Redaktion am 29. April 2020

Die Corona-App Ihres Vertrauens

Quelle        :   Netzpolitik ORG.

 Gastbeitrag von : Samuel Brack, Jeanette Hofmann, Leonie Reichert, Björn Scheuermann – in Technologie

Ob Corona-Tracing-Apps mit zentralem oder dezentralem Prinzip arbeiten sollen, ist keine rein technische Frage. Es ist auch eine Frage von Vertrauen. Politisch verantwortungsvolles Handeln heißt, die Unterschiede zu verstehen und ernst zunehmen.

Samuel Brack und Leonie Reichert sind wissenschaftliche MitarbeiterInnen am Institut für Informatik der Humboldt-Universität zu Berlin. Jeanette Hofmann ist Forschungsdirektorin am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG), Professorin für Internetpolitik an der Freien Universität Berlin und leitet die Forschungsgruppe Politik der Digitalisierung am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Björn Scheuermann ist Forschungsdirektor am HIIG und Professor für Technische Informatik an der Humboldt-Universität zu Berlin. AutorInnen in alphabetischer Reihenfolge.

Es passiert eher selten, dass die Spezifikation einer Smartphone-App über mehrere Tage einen solch zentralen Platz in den Nachrichten einnimmt: Die Kontaktverfolgung ist zwar ein bewährtes Mittel in der Infektionsbekämpfung, aber ihre Digitalisierung ist in den letzten Wochen zum Politikum geworden. Von „religiösen“ Auseinandersetzungen ist da die Rede, und von der Gefahr, dass der Streit ums Technische die Existenz des gesamten Projekts verschleppe.

Die in solchen Äußerungen mitschwingende Unterscheidung zwischen dem eigentlich Relevanten – nämlich dem Ziel, Infektionsketten effektiver aufspüren zu können – und dem zu vernachlässigenden Modus seiner Umsetzung ist nicht nur falsch, sondern auch gefährlich. Wie so oft heiligt der Zweck eben nicht die Mittel; und dies gilt erst recht, wenn mehrere Möglichkeiten zur Wahl stehen.

Statt die technischen Details als Lappalie abzutun, sollten wir die Möglichkeit bedenken, dass Tracing-Apps womöglich keine temporäre Erscheinung sind, die wieder verschwindet, sobald die Pandemie unter Kontrolle gebracht ist. Tracing-Apps könnten sich als bewährtes Instrument der Gesundheitspolitik oder in anderen Bereichen verstetigen, und deshalb ist es so wichtig, dass sie unsere Freiheitsrechte respektieren und nicht unterlaufen. Politisch verantwortliches Handeln in Zeiten von Corona verlangt deshalb, die grundlegenden Unterschiede zwischen den Tracing-Apps zu verstehen und ernst zu nehmen.

Während Pionierländer wie China, Israel und Südkorea erste Tracing-Apps per Beschluss von oben eingeführt haben, wählte Europa den umgekehrten Weg: Eine paneuropäische Initiative von WissenschaftlerInnen und Unternehmen begann im März an einer gemeinsamen Plattform zu arbeiten, die es jedem Land ermöglichen sollte, eine nationale, aber grenzüberschreitend kompatible App zu entwickeln. Im Unterschied zu den Vorläufermodellen aus Asien hat sich das europäische Graswurzelprojekt den Datenschutz ausdrücklich auf die Fahnen geschrieben. Epidemiekontrolle und Privatsphäre sollten, ganz im Einklang mit den europäischen Grundrechten, nicht gegeneinander ausgespielt, sondern technisch miteinander kombiniert werden.

Aus dieser Initiative sind nun zwei Lösungswege hervorgegangen, deren friedliches Nebeneinander leider nur von sehr kurzer Dauer war. Beide streiten augenblicklich darum, die Rolle des europäischen Standards einzunehmen. Einige Länder wie die Estland, Spanien, Schweiz, Österreich, und jetzt auch Deutschland, haben sich für das dezentrale Modell entschieden. Andere wie zum Beispiel Frankreich und Italien halten momentan noch an einer zentralisierten Lösung fest. Auch wenn das Ringen um die beiden Modelle auf den ersten Blick als rein technische Frage erscheinen mag, sind die politischen Implikationen doch nicht zu unterschätzen.

Zwei Vertrauensmodelle

Vorbild für beide Lösungen ist TraceTogether, ein zunächst von Singapur entwickeltes Verfahren zur Kontaktverfolgung, das auf die Funktechnik Bluetooth Low Energy setzt. Sie ermöglicht Geräten, zum Beispiel Smartphones, sich wechselseitig zu registrieren, indem sie untereinander eine Kennung oder ID austauschen. Dabei kann zugleich, mehr oder weniger genau, der räumliche Abstand zwischen ihnen abgeschätzt werden. Auf diese Weise kann ein Telefon bemerken, wenn mit einem anderen ein längerer Kontakt im Zug, im Supermarkt oder beim Schlangestehen bestand. Das legt die Grundlage für eine Information und Reaktion, wenn sich später herausstellt, dass einer der Beteiligten infiziert ist.

Solche Informationen sind allerdings hochsensibel sowie fehler- und missbrauchsanfällig. Nicht nur individuelle Bewegungsprofile, sondern auch sondern auch soziale Kontakte lassen sich mithilfe der Tracing-Daten potenziell rekonstruieren. Hinzu kommt die Gefahr von Fehlalarmen, die sich von den Nutzenden der Tracing-Apps nicht immer beurteilen lassen.

Beide Ansätze unterscheiden sich nun grundsätzlich darin, wie sie die allgemein bekannten Risiken gewichten und zu minimieren versuchen. Im Ergebnis entstehen zwei verschiedene Vertrauensmodelle, deren technische Umsetzungen in beiden Fällen spezifische Stärken und Schwächen aufweisen.

Ein erster Ansatz der Kontaktverfolgung, PEPP-PT genannt, welcher lange Zeit als Favorit für eine deutsche Lösung galt, legt vor allem Wert darauf, dass Informationen über Kontakte mit Infizierten gezielt versendet werden. Aus diesem Grund sieht PEPP-PT ein zentrales, von einer Gesundheitsbehörde wie dem Robert-Koch-Institut betriebenes System der Kontaktverfolgung vor. Dieses generiert für alle Menschen, die die Corona-App installiert haben, zunächst eine anonyme Kennung oder ID, die zentral gespeichert wird.

Für alle registrierten Nutzenden erstellt das System dann sogenannte Pseudonyme, die man sich in etwa wie ständig wechselnde Autokennzeichen vorstellen kann. Diese wechselnden Pseudonyme senden sich die Endgeräte über Bluetooth Low Energy zu, wenn sie sich in räumlicher Nähe zueinander bewegen, und speichern sie auf ihrem Telefon ab. Wenn eine Person amtlich als infiziert gemeldet wird, werden die Pseudonyme, die das eigene Telefon in der Vergangenheit empfangen hat, nach Bestätigung durch die betreffende Person automatisch zur Gesundheitsbehörde hochgeladen.

Dieses Modell der Kontaktverfolgung beruht folglich auf einer zentralen Informationsverwaltung, die in der Lage ist, alle relevanten Personen per App darüber zu benachrichtigen, dass sie sich möglicherweise infiziert haben. Auch wenn die Behörde nicht über Klarnamen, sondern nur über die Kennung der App verfügt, lassen sich die Individuen dahinter doch recht leicht ermitteln – nicht zuletzt, weil Covid-19 laut Infektionsschutzgesetz meldepflichtig ist. PEPP-PT informiert die App-Nutzenden zwar über das Risiko einer Ansteckung, nicht aber darüber, wer sie infiziert haben könnte. Auch wenn dies aus Datenschutzgründen durchaus sinnvoll ist, bleibt das Problem, dass die Betroffenen die Plausibilität von Infektionswarnungen, die sie erhalten, nicht selbst überprüfen können.

Das zweite Modell betrachtet die große Informationskonzentration bei den Gesundheitsbehörden, die PEPP-PT mit sich bringen würde, selbst als Risiko. Statt darauf zu vertrauen, dass der Staat mit diesem Wissen und diesem Informationszugang dauerhaft verantwortungsvoll umgeht, setzt der im europäischen Kontext vor allem von einem Konsortium namens DP-3T vorangetriebene Ansatz auf Informationsvermeidung.

Anders als im zentralen Ansatz wird das Risiko einer Infektion nicht von den Gesundheitsbehörden bestimmt, sondern diese betreibt lediglich eine Art “Schwarzes Brett”, das veröffentlicht, welche Pseudonyme in der Vergangenheit von infizierten Personen verwendet wurden. Die Gesundheitsbehörden geben bei diesem Verfahren auch keine Pseudonyme aus, sondern die App erzeugt diese selbst: Niemand, auch nicht eine Gesundheitsbehörde, kann somit über einen längeren Zeitraum zuordnen, welche der wechselnden Pseudonyme zu derselben Person gehören.

Die Apps aller Nutzenden überprüfen regelmäßig selbst, gewissermaßen mit einem Blick an dieses Schwarze Brett, ob sie einem dieser Pseudonyme in der Vergangenheit begegnet sind. Die Benachrichtigung über eine mögliche Infektion wird also nicht zentral gesteuert, sondern wird dezentral mit Hilfe der öffentlich verfügbaren Daten auf jedem Handy einzeln generiert. Um gezielte Falschmeldungen zu verhindern, können nur positiv auf das Virus getestete Nutzenden entsprechende Informationen am “Schwarzen Brett” anbringen. Die Autorisierung solcher Meldungen, dass man erkrankt ist, obliegt weiterhin der Gesundheitsbehörde, die zum Beispiel einen TAN-Code zum Hochladen der in den letzten Tagen genutzten eigenen Pseudonyme an Infizierte ausgibt.

Im Unterschied zum zentralen Modell erfahren gefährdete Nutzende im Falle eines positiven Abgleichs mit den als infiziert veröffentlichten Pseudonymen zumindest die ungefähre Uhrzeit, zu der gemäß der im eigenen Smartphone aufgezeichneten Historie ein Kontakt bestand. Damit ist einerseits eine erste Plausibilitätsprüfung möglich – War ich zu besagter Zeit in der U-Bahn oder allein in meiner Küche? -, andererseits lässt sich der Personenkreis eingrenzen, der als mögliche Ansteckungsquelle in Frage kommen könnte.

Diese Variante des Entwurfs einer Tracing-App bedeutet also: Informationen über riskante Kontakte erreichen nie das Informationssystem der Gesundheitsbehörde, sondern werden ausschließlich dezentral auf den individuellen Telefonen der Nutzenden berechnet. Zwar wissen die zentralen Stellen, welche Pseudonyme die Infizierten in der Vergangenheit verwendet haben, sie können jedoch die individuellen Kontaktnetzwerke nicht rekonstruieren. Es entstehen also keine zentral gespeicherten Informationen über das soziale Umfeld der App-Nutzenden. Allerdings sind Datenspenden im Rahmen des dezentralen Ansatzes durchaus möglich. App-Nutzende können die Gesundheitsämter mit personenbezogenen Informationen unterstützen, wenn sie dies wollen. Skeptische Stimmen empfehlen aber, Datenspenden strikt von Corona-Apps zu trennen, um das Vertrauen der Bevölkerung nicht zu verspielen.

Vertrauen hin, Vertrauen her

Die beiden Modelle zur digitalen Kontaktverfolgung unterscheiden sich also sehr grundsätzlich im Hinblick auf die Kontrolle über die anfallenden Daten, den Datenschutz und nicht zuletzt hinsichtlich der Missbrauchsmöglichkeiten.

Bei PEPP-PT liegt die Kontrolle über die Daten ausschließlich bei einer zentralen staatlichen Stelle, die allein die Infektionsketten nachvollziehen kann und auch die Risikokalkulation als Grundlage für die Warnung von möglicherweise Infizierten vornimmt. Einerseits ermöglicht dieses Modell, gefährdete Personen schnell zu kontaktieren. Andererseits aber entstehen so detaillierte Abbilder des sozialen Umfelds der Nutzenden. Diese sogenannten sozialen Graphen sind zwar hilfreich für die Risikobewertung von Kontakten über die kurze Lebensdauer eines Pseudonyms hinaus. Zudem können neue epidemiologische Erkenntnisse zu Risikofaktoren leichter in der Risikoberechnung berücksichtigt werden.

Diese Flexibilität im Warnsystem wird allerdings durch Missbrauchsmöglichkeiten wie etwa Angriffe auf die Server durch Hacker erkauft. Auch Polizeibehörden oder Geheimdienste könnten an einer Herausgabe der Daten Interesse zeigen. Genau diese Eigenschaft erleichtert es aber andererseits wiederum, die Metriken für eine Risikobewertung bei Bedarf flächendeckend zu aktualisieren. Bei neuen Erkenntnissen aus der Epidemiologie zu Risikofaktoren müsste bei einer dezentralen Lösung ein Update an alle Endgeräte verteilt werden anstatt dieses beim PEPP-PT-Modell nur auf dem zentralen Server zu installieren.

Dass einmal gesammelte Daten Begehrlichkeiten über den ursprünglichen Erhebungszweck hinaus wecken, konnte man schon oft beobachten. Ein aktuelles Beispiel ist die immer wieder aufflammende Diskussion über die Nutzung von LKW-Mautdaten für die Strafverfolgung. Auch die Vorratsdatenspeicherung stellt eine solche Zweckentfremdung dar: Daten über Telekommunikationsverbindungen, die zunächst für Abrechnungszwecke erhobenen wurden, sollen längerfristig von den Telekommunikationsfirmen für den Zugriff durch Sicherheitsbehörden vorgehalten werden.

Informationen über das eigene Kontaktnetz und Zufallsbegegnungen, wie sie bei PEPP-PT entstehen würden, existieren bislang in diesem Umfang noch nicht. Sie haben aber durchaus das Potential neuer Nutzungsszenarien, die die momentan versprochene Löschung der Daten nach dem Ende der Inkubationszeit zukünftig in Frage stellen könnten. Für eine Löschung der Daten gibt es keine technischen Garantien. Außerdem lässt sich von außen nicht zuverlässig nachvollziehen, ob sie wirklich vollständig und dauerhaft erfolgt ist. Die Gesellschaft wäre darauf angewiesen, dass alle Beteiligten sich an die Regeln halten – obgleich die Vergangenheit lehrt, dass Rufe nach Aufweichung schnell laut werden können, und dass auch bestehenden Löschungsverpflichtungen nicht immer Folge geleistet wird.

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Dezentrale Ansätze wie DP-3T belassen die Verantwortung für die Meldung eines Infektionsverdachts dagegen bei den Bürgern. Der Server der Gesundheitsbehörden kann keine Abbildung des sozialen Umfelds ableiten und lernt von Verdachtsfällen nur, wenn die Nutzenden sich nach einer Aufforderung der App beim Gesundheitsamt beziehungsweise einem Arzt melden. Verglichen mit dem zentralen Ansatz bewahren die Nutzenden der App ein erhebliches Maß an Privatsphäre und Autonomie gegenüber staatlichen Stellen und deren Infrastruktur: Es ist dann Aufgabe wie auch rechtliche Pflicht der Infizierten, die Gesundheitsämter zu informieren.

Der Unterschied zwischen beiden Modellen ist auch unter demokratischen Gesichtspunkten relevant: Vertraut der Staat seinen Bürgern genug, um sich darauf zu verlassen, dass sie sich im Verdachtsfall in Quarantäne begeben und testen lassen? Oder überwiegt das Interesse an einer effizienten Pandemiebekämpfung, die dann eine amtliche Überwachung begründen hilft?

…Vertrauen everywhere?

Google und Apple haben angekündigt, das dezentrale Modell der Kontaktverfolgung zu unterstützen, indem sie entsprechende Funktionen in den nächsten Wochen in ihre Smartphone-Betriebssysteme einbauen. Auf diese Weise kann die ständige Suche nach neuen Kontakten kontinuierlich im Hintergrund der Smartphones ablaufen, ohne den Akku zu sehr zu strapazieren. Weil dies mit Apple-Geräten bislang überhaupt nicht möglich war, führte die Tracing-App in Singapur zu Problemen bei der täglichen Nutzung.

Anders als vielfach öffentlich kommuniziert, sind beide Ansätze auf eine Unterstützung durch die Betriebssysteme von Google und Apple angewiesen. Beide Unternehmen haben im übrigen versichert, dass sie keine eigene Infrastruktur betreiben wollen, sondern diese Aufgabe den Gesundheitsbehörden überlassen werden, die an der digitalen Kontaktverfolgung mitwirken möchten. Die Schnittstelle im Betriebssystem der Smartphones soll dazu dienen, die notwendigen Daten lokal zu erheben und diese dann mit dem Server der Gesundheitsbehörden auszutauschen.

Offen bleibt freilich die Frage, wie die geplanten Erweiterungen der Smartphone-Betriebssystem genau umgesetzt werden; insbesondere, ob diese nicht vielleicht doch heimlich Informationen an die Konzerne zurücksenden könnten. Es ist daher essentiell, dass Google und Apple den Quellcode für ihre Erweiterungen offenlegen und damit unabhängigen Sicherheitsforschern die Möglichkeit einräumen zu überprüfen, dass keine zusätzlichen Funktionen eingebaut wurden.

Und bei aller Unterschiedlichkeit gibt es auch Risiken, die beide Ansätze teilen. Dazu gehören etwa die Gefahren, die von dauerhaft aktivierten Bluetooth-Schnittstellen ausgehen. Angreifer können versuchen, den ständigen Austausch von IDs zwischen Telefonen zu manipulieren, um etwa Nachrichten, die in einem Krankenhaus mit Covid-19 Verdachtsfällen aufgenommen wurden, nochmals an einem anderen Ort auszusenden solange sie noch gültig sind. Auf diese Weise können gezielt Personengruppen dazu gebracht werden zu glauben, sie seien infiziert. Auch sind auf Mobiltelefonen eine Vielzahl von Apps installiert, die nicht immer alle das tun, was sie vorgeben. Solche Apps könnten etwa versuchen, den Gesundheitsstatus der App-Nutzenden mitzulesen.

Schließlich wäre denkbar, dass Menschen versuchen, Pseudonyme realen Personen zuzuordnen. Das wäre zum Beispiel dann möglich, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt nur eine Person in der Nähe und nur ein Pseudonym sichtbar waren. Solche Angriffe ließen sich unter Umständen sogar automatisieren: Man denke beispielsweise an Smart-City-Anwendungen wie Überwachungskameras oder Zugangskontrollsysteme, die mit einem Empfänger für Bluetooth Low Energy ausgestattet sind. Zwar können beide Kontaktverfolgungsmodelle solche Angriffsszenarien technisch erschweren, aber kaum vollständig ausschließen.

Und nun? Wider das Modell Singapur

Ist denn nun offensichtlich, welches das überlegene Modell ist oder lässt sich auf eine Entscheidung zwischen beiden Ansätzen womöglich verzichten? Eine Koexistenz beider Lösungen ist derzeit nicht vorstellbar, denn selbst im Falle mehrerer Tracing-Apps müssten sie sich dennoch auf eine gemeinsame Architektur einigen, damit der Informationsaustausch zwischen allen Nutzenden, beziehungsweise Telefonen möglich ist und alle Kontakte auch tatsächlich erkannt werden können. Abzuwägen waren bei der Wahl zwischen den Ansätzen daher die unterschiedlichen Risikofaktoren, aber auch die denkbaren politischen Folgen beider Systeme.

Befürchtet wurde, dass sich aus dem zentralen Modell institutionelle Pfadabhängigkeiten ergeben, die einen Rückbau der entstandenen Kontrollinfrastruktur unwahrscheinlich machen. Wenn einmal ein großer Teil der Smartphone-Nutzenden eine solche App installiert hat und ihr Betrieb zum Normalfall geworden ist, ergeben sich womöglich weitere Anwendungsmöglichkeiten, die jetzt noch jenseits des Vorstellbaren liegen. Das Verfolgen der jährlichen Influenzawelle wäre nur ein erster Schritt.

Wichtiger aber ist vielleicht noch eine politische Bewertung der sehr gegensätzlichen Vertrauensmodelle, für die die beiden Systeme stehen. Während PEPP-PT auf ein hierarchisches, obrigkeitsstaatliches Überwachungssystem setzt, das die Sozialbeziehungen der Bürger digital erfasst und lesbar macht, vertraut DP-3T auf das verantwortliche Handeln der Beteiligten in der Annahme, dass individuelle und kollektive Freiheiten gegenwärtig noch enger als sonst voneinander abhängen. Beiden Modellen ist gemein, dass sie auf die freiwillige Kooperation der BürgerInnen angewiesen sind. Sie sind es schließlich, die ihr Smartphone mit der aktiven App im Alltag bei sich tragen müssen, um einen wirksamen Effekt gegen die Ausbreitung des Virus zu erreichen.

Lizenz: Die von uns verfassten Inhalte stehen, soweit nicht anders vermerkt, unter der Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

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Grafikquellen           :

Oben         —       Äußerlich sichtbare Teile eines menschlichen Auges

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2.von Oben        —           Flyer

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Unten      —            Maulkorb, der Hecheln erlaubt

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Im April einer Corona-Panik

Erstellt von DL-Redaktion am 29. April 2020

Zwischen Untergang und Orgie

Eine Kolumne von Thomas Fischer

Deutschland im Frühling: Wechselspiel von Strategien und Befürchtungen, Urlaubssehnsucht und Laptopfieber. Immer die Frage: Was ist verhältnismäßig?

Statistik

Die sechste Woche hintereinander eine Corona-Kolumne? Ist das nicht zu viel? Was soll man schreiben über das Thema, über das alle immerzu schreiben? Und doch: Vom Völkermordprozess in Koblenz bis zum traurigen Tod Norbert Blüms, vom iranischen Satellitenstart bis zu Kim Jong Uns traumhafter „nice note“ an den Meister des starken Lichts in Washington steht alles im Schatten der Pandemie und der Furcht vor der Zukunft. Altvertraute Begriffe erschließen sich vielen in neuem Licht.

Wussten Sie, dass eine Covid-19-Erkrankung ungefähr so ist wie eine schwere Grippe? Damit meine ich nicht das, was Sie früher zwei- bis dreimal im Jahr dazu brachte, Donnerstag morgens um 7.30 Uhr Ihrem Arbeitgeber mitzuteilen, dass Sie „die Grippe“ haben und bis Montag „auszukurieren“ beabsichtigen. Nein, ich meine die „richtige“, virusgestützte Influenza. Wir haben über sie Widersprüchliches gelernt: Einerseits, dass es sich um eine Seuche handele, die gesellschaftlich integriert und eingearbeitet ist in die wirtschaftlichen, emotionalen und familiären Abläufe des Standorts Deutschland, sodass ambitionierte Prävention (Impfpflicht, Maskenpflicht, Isolation)  vermieden werden kann. Im mittleren Management war in der hochinfektiösen ersten Phase der Influenza seit jeher statt der Abstandspflicht eine Arbeitsplatz-Anwesenheitspflicht vorherrschend, wodurch Pflichtgefühl und Opferbereitschaft der Betroffenen bezeugt wurden.

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Unten         —           Thomas Fischer auf der re:publica 2016

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Maskenpflicht auf deutsch

Erstellt von DL-Redaktion am 29. April 2020

Reinheitsgebot: Wie wäscht man ’coronarein’?

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Quelle       :      Scharf  —  Links

Von Dr. Nikolaus Götz

’Die Araber’ waren, so erscheint es im Jahr 2020, schon immer schlauer als ’die Europäer’, denn der „Mundschutz“ war stets Teil ihrer ’outdoor’ (dt.: „außerhalb der Wohnung“) Bekleidungstradition! Doch besonders die Frauenbewegung hat in den letzten Jahren den ’Schleier’ bei Frauen als anti-emanzipatorisch bekämpft, ohne dessen wahre Bestimmung nämlich ’Schutz vor Viren’ zu erkennen! In der aktuellen Coronakrise gehört nun auch in Deutschland „die Schutzmaske“ bei Frau wie Mann, bei Kind und Kegel wieder vors Gesicht – so wie früher eingeübt schon beim Faschingsball auch in Venedig oder beim ’anonymen’ Gruppensex. Seit dem 27. 4. 2020 gilt nun endlich auch im Saarland für alle Bürger wieder die Regel : „In Bus, Bahn und beim Einkauf, Maske auf!“ (1). Hurra! Der Coronaschutz ist da!

Alle immer schon mit schwarzer ’Virenschutzmaske’ demonstrierenden ’Anarchos’ sind hoch erfreut über die urplötzliche Aufhebung des bisher staatlich geforderten ’Vermummungsverbotes’, verbunden nun mit dieser totalen Kehrtwende bei den konservativen Methoden der Politikbekämpfung, besonders bei dem landesweit bekannten Wendehals aus Bayern. Ab sofort gilt Maskenpflicht und zu deren Einhaltung ist auch die alte Blockwartmentalität gewisser deutscher Volksgenossen wieder zurück! Nach ’Anonymus’ bricht nun wohl nicht nur bei der politisch vordenkenden anarchischen Politikschicht eine Superkonjunktur kreativer MNS (professioneller Mundschutz) an, sondern auch viele noch des Denkens fähige Bürger werden sich ihre selbstgestalteten Masken basteln. So boomen die individuelle Maskenlösungen und machen dabei allein schon die Fahrt mit Bus und Bahn oder das Einkaufen zum AHA-Erlebnis. Von den wohlbekannten deutschen Masken wie den „bösen Buben“ ’Max und Moritz’ reicht jetzt die Spannbreite der Motivpalette hin zu beliebten Gesichtern wie ’Mutti Angy’, dem Toupetkopf Trumpy oder der Charaktermine Putin, wobei das vornehmlich bei Kindern angehimmelte Konterfei der Micky Maus nicht vergessen werden soll. Die breite Frontpartie der Schutzmaske bietet sich förmlich als Werbeträger für flotte Sprüche an. Für „Dauerprotestler“ reichen beispielsweise schon die zwei Worte aus: „Nein Danke!“ In diesen harten Zeiten der Krise wäre ein Renner bestimmt das Motto: „No sex, no Corona!“ Und für die gestressten „Arbeitnehmer im Kriegseinsatz“ wäre der Spruch durchaus denkbar:„Lieber Geld, als ein Held!“

Ein wichtiges Problem beim Tragen der notwendigen Gesichtsmasken wurde bisher noch nicht angesprochen! „Wie lange schützt die Maske?“ Die eilfertigen Staatsstellen des sogenannten „Verfassungsschutzes“ haben die bisher stets abgestrittene Information durchsickern lassen, dass das Tragen solch einer Schutz-Maske trotzdem zur individuellen Personenerkennung führt! Halt, Staatsstellen! Es geht hier doch thematisch nur um den Schutz der Bürger vor Ansteckung durch den „bösen“ Coronavirus. Hier gibt uns Konsumenten der schon seit der Pubertät bekannte Virologe Dr. Sommer den mehr als hilfreichen Tipp: „Ist die Maske feucht, umgehend eine frische Maske verwenden!“(1). Die sich im ’Krieg gegen Corona’ befindlichen Massenmedien empfehlen auch das Waschen der Maske mit den handelsüblichen Waschmitteln, wobei diese ewig neutral-objektiv berichtenden Infosender allen Bürgern ein ’coronarein’ anraten. Obgleich Viren erst ab 100° C absterben und dabei auch nur etwa geschätzte 70-90% der Gesamtanzahl (2) reicht es dennoch nach Ansicht dieser „Meinungsmacher“ für den „Otto Normalverbraucher“ aus, die Maske heiß zu bügeln, im Backofen bei 80° zu „backen“ oder mit der Waschmaschine im üblichen Gang bei 60-95 °C zu killen (1). Das sind wirklich weise Vorschläge, zumal ja auch bei den handelsüblichen Waschmaschinen ein Waschen über 101°C und 30 Minuten lang erst gar nicht möglich ist! Deshalb unser Rat an die sich sorgenden Deutschen: „Bitte den Weichspüler nicht vergessen!“ Und stets die Kehle mit einem doppelten ’Asbach’(3) feucht halten. Das hebt nämlich die Moral. So schaffen wir das!

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1 Flugblatt der Landeshauptstadt Saarbrücken, Untere Katastrophenschutzbehörde im Regionalverband Saarbrücken; (Saarbrücken. Gemeinsam. Stark.) Ein kritischer Leser entschlüsselt sofort die unterschwellige Botschaft dieses Merkblattes: „Wir. Dienen. Deutschland.“

2: Vgl.: WIKIPEDIA, Artikel: Viren/ siehe auch die entsprechenden Ausführungen des Robert Koch Instituts oder die der John Hopkins Universität.

3 Ein ’Wunder’ bewirkt sofort auch ein dreifacher Mirabelle! Dieser senkt sofort die Infektionsangst vor einem Angriff der Killerviren!

Urheberrecht
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Grafikquellen    :

Oben      —         hypnotoad

Unten     –       Flyer

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DER ROTE FADEN

Erstellt von DL-Redaktion am 29. April 2020

Bleichmittelgurgeln und Rauchen gegen das Coronavirus

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Durch die Woche mit Nina Apin

Die einen setzen ihre Hoffnung ins Rauchen und gurgeln mit Bleiche. Andere versuchen, den Datenschutz und die Grundrente auszuhebeln.

Kann es sein, dass Corona blöd macht? Auch diese Woche hat wieder die wundersamsten Theorien und Heilungsvorschläge gesehen: Am besten war eine französische Studie, die ein (natürlich rauchender Kollege) irgendwo hervorzog, die besagt, dass Nikotin möglicherweise vor einer Corona-Infektion schützen könnte. Der Studienleiter ist Arzt am Pariser Krankenhaus La Pitié-Salpêtrière – zwar nicht für Lungenheilkunde und erst recht nicht für Virologie, sondern für innere Medizin. Doch er hat wohl festgestellt, dass unter den Covidpatienten unterdurchschnittlich viele RaucherInnen seien. Man erforsche jetzt eine Behandlung mit Nikotinpflastern, heißt es aus Paris. Eine Atemwegserkrankung mit Nikotin zu heilen, coole Idee. Schon meldeten sich die Kiffer und die Craftbeer-TrinkerInnen zu Wort, ob für sie nicht auch eine Studie …?

Als ich das am Telefon meinem Cousin zum Besten geben will, der Arzt ist und Ex-Raucher, kommt er mir mit einer Anekdote zuvor, die so skurril ist, dass ich die Raucherstudie sofort vergesse: Eine seiner Sprechstundenhilfen sei überzeugt davon, dass das Coronavirus aus Bill Gates’ Labor stamme – er habe Mikrochips in die Viren gebastelt und durch die weltweite Weitergabe habe er uns bald alle in der Hand.

Ich staune: Wie soll ein Mikrochip in ein Virus passen – ist Silicon Valley technisch womöglich noch viel weiter voraus, als wir es ahnen? Und warum sollte Bill Gates das überhaupt tun? Auch darauf habe die Mitarbeiterin, wie jede gute Anhängerin einer Verschwörungstheorie eine Antwort, ließ mich mein Cousin wissen: Bill Gates wolle, jetzt wo der Absatz seiner Microsoft-Produkte global stagniere, wenigstens sichergehen, dass er am Impfstoff verdiene, den der Milliardär und Philanthrop bereits für „Ende nächsten Jahres“ in Aussicht gestellt habe.

Spahn bevorzugt eine zentrale Speicherung

Zeichnung: Jens Spahn sagt "Hartz 4 bedeutet nicht Armut"; in seiner Hand ein Bündel Scheine (Monatsgehalt), im Hintergrund sind Dienstwagen und freies Zugfahren angedeutet.

In der Politik trifft es meistens auf den Punkt: „Dummheit siegt“ !

Man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Auch über Trump, der jetzt den AmerikanerInnen empfiehlt, Desinfektionsmittel zu spritzen und sich helles Licht „in den Körper zu führen“ – derweil ist sein ExpertInnenstab panisch darum bemüht, Trumps WählerInnen davon abzuhalten, sich tatsächlich Sagrotan in die Venen zu jagen, mit Bleichmittel zu gurgeln und sich unter hochdosiertem UV-Licht zu verbrutzeln. Andererseits ist es auch verständlich, dass in einer Situation, über die keiner wirklich etwas weiß, unter der aber alle leiden, sich die wildesten Hoffnungen verbreiten.

Quelle           :       TAZ          >>>>>        weiterlesen

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Grafikquellen    :

Oben       —             Roter Faden in Hannover mit beschriftetem Aufkleber als Test für einen möglichen Ersatz des auf das Pflaster gemalten roten Strichs

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DL – Tagesticker 29.04.2020

Erstellt von DL-Redaktion am 29. April 2020

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Nach Mutti und Vati gilt er als dritter Despot des „Demokratie“ Staates: Der kleine Wolfgang. Jemand welcher im Spielzeugauto – immer der Macht hinterher fuhr. Ein typischer Politikkeiler welcher im trägen  Alter plötzlich den Mut aufbringt Familien – Interne – Weisheiten zu verraten, wie schon Viele vorher  ! 

Schäubles Einlassungen zu Corona

1.) Einer muss es mal sagen

Der Bundestagspräsident sieht die Lockerungsdebatte auf dem Weg in die Correctness-Falle. Deshalb provoziert er – mit Recht. Wolfgang Schäuble hat dem Tagesspiegel ein weithin beachtetes Interview gegeben, in dem er eine verfassungsrechtliche Betrachtung der Corona-Politik mit einer sehr persönlichen Sicht verbindet. Für seine Worte bekommt er Lob und viel Widerspruch. Das zeigt, er hat einen Punkt getroffen. Der Bundestagspräsident äußert sich kritisch dazu, dass manche meinten, angesichts der Pandemie habe hinter dem Schutz des Lebens alles andere zurückzutreten. Anders als die Menschenwürde sei das Grundrecht auf Leben kein absoluter Wert, sondern durch andere Grundrechte einschränkbar, findet er.

Tagesspiegel

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Die Maske auf und wieder ab, über politische Dummys lacht sich jeder schlapp.

Das Saarland muss Ausgangsbeschränkung „ab sofort“ lockern

2.) Coronavirus: Hammer-Urteil

Im Saarland müssen die im Zuge der Corona-Pandemie verfügten Ausgangsbeschränkungen nach einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs sofort gelockert werden. Es gebe„aktuell keine belastbaren Gründe für die uneingeschränkte Fortdauer der strengen saarländischen Regelung des Verbots des Verlassens der Wohnung“ mehr, entschieden die Verfassungsrichter am Dienstag. Das heißt: Begegnungen in Familien sowie das Verweilen im Freien unter Wahrung der notwendigen Abstände und Kontaktbeschränkungen seien ab sofort wieder möglich. Wenige Stunden zuvor hatte die saarländische Landesregierung angekündigt, die Ausgangsbeschränkung solle vom 4. Mai an gelockert werden. Eine Sprecherin des Gerichtes sagte am Abend, der Beschluss der Verfassungsrichter gelte ab sofort. Der Verfassungsgerichtshof erklärte, er wisse sich „in Übereinstimmung mit dem Vorhaben der Landesregierung“, die Ausgangsbeschränkungen zu lockern.

Merkur

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Jeder Kleine will im Leben einmal Großes nachweisen : Darum: – „Laschet Gedächtnis-Brücke“ ! Nur Vergleichbar mit den Kack-Stuhl des hl. Kaiser in Aachen!

Baudebakel Leverkusener Rheinbrücke:

3.) Opposition will Antwort

Der Neubau der Leverkusener Rheinbrücke droht zum Desaster zu werden. Der Stahl aus China war laut Landesbetrieb mangelhaft, der Vertrag mit der Baufirma wurde gekündigt. Wie konnte es dazu kommen und was sind die Folgen? Das will die Opposition im Landtag von der Regierung wissen.  Leverkusen (dpa/lnw) – Die gesammelte Opposition im Landtag verlangt von der CDU/FDP-Landesregierung Aufklärung darüber, welche Folgen das Baudesaster um die marode Leverkusener Rheinbrücke für Verkehr und Finanzen hat. In einer Aktuellen Stunde wollen SPD, Grüne und AfD heute im Landtag die Konsequenzen aus der Kündigung des Vertrags mit dem Baukonzern Porr diskutieren. Hauptgrund für die Kündigung waren laut dem Landesbetrieb Straßen.NRW mangelhafte Stahlbauteile, die in China hergestellt worden waren. Der österreichische Konzern Porr wies die Vorwürfe zurück. Zu erwarten sind langwierige Rechtsstreitigkeiten. Zudem muss eine andere Firma die Baustelle übernehmen.

Welt

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Und Mutti trägt den ganzen Tag „Weiss“ ? Als Zeichen keiner Militärischen Ehren.

Zustand des Diktators ungeklärt

4.) Untrügliches Zeichen: Wenn Nachrichtensprecherin Ri schwarz trägt, ist Kim Jong Un tot

Die Welt spekuliert über den Gesundheitszustand von Kim Jong Un, der sich vor rund zwei Wochen einer Herz-Operation unterzogen haben soll. Doch was passiert in Nordkorea, sollte der Diktator wirklich gestorben sein oder sein Amt vorerst nicht mehr ausführen können? Seine Schwester Kim Yo Jong gilt als die Top-Anwärterin auf die Nachfolge Kim Jong Uns. In Nordkorea gilt Kim Yo Jong als die „Nummer 2“ im Land. Ihre Chance, im Falle des Todes von Kim Jong Un dessen Nachfolgerin zu werden, ist hoch. Denn schon jetzt soll die einflussreiche 32-Jährige eine zentrale Autoritätsperson in Nordkorea sein. Erst vor zwei Wochen hatte Kim Jong Un seine jüngere Schwester auf eine höhere Position im Führungskreis der Organisations- und Führungsabteilung (OGD) der regierenden Arbeiterpartei befördert.

Focus

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Was für Gründe könnten von politischen Idioten vorgelegt werden, um den oder die Bürger-innen ihre Spionagearbeit zwecks Freiheitseinschränkung zu erleichtern ? Warum ein Handy samt App mit sich umher schleppen ? Für wie Dämlich wird eine Gesellschaft gehalten welche ihr Hany nicht zu Hause liegen lassen kann?

Kampf gegen Pandemie

5.) Daran hakt es bei der Corona-App

Nach der technischen Kehrtwende der Bundesregierung wird es noch Wochen dauern, bis eine deutsche Corona-App auf den Markt kommt. Warum kann man nicht Apps anderer Länder übernehmen? Ein Überblick. Ursprünglich wollte die Bundesregierung bereits Mitte April eine solche Contact-Tracing-App auf den Markt bringen, um die Kontakte von Infizierten schnell nachverfolgen zu können. Ein Streit über die Art und Weise der Speicherung, der letztlich die Abkehr vom zunächst favorisierten zentralen Ansatz zur Folge hatte, sowie Unklarheiten bei den Zuständigkeiten führten jedoch zu Verzögerungen.

Tagesschau

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Wir müssen die Wirtschaft retten sagen die Politiker, damit wir weiter unsere hohen Renten-Diäten bezahlen können. Also – es bleibt alles wie es ist und immer war: “ WIR“ – Ach ja – der Esel blökt sein I zuerst um ein a folgen zu lassen:“ ICH auch“ !

Lufthansa in der Corona-Krise:

6.) Den Staat draußen halten

Um zu großen Einfluß des Bundes zu verhindern, denkt die Lufthansa über ein Schutzschirmverfahren nach. Dann könnten leichter Jobs abgebaut werden. Die Rettung der von der Coronakrise gebeutelten Lufthansa entwickelt sich zum Poker. Um zu großen staatlichen Einfluss zu vermeiden, wenn Deutschlands größte Airline von öffentlichen Geldern gestützt wird, bringt der Konzern mit 130.000 Mitarbeitern nun offenbar eine andere Sanierung ins Spiel: Die Lufthansa erwäge auch, sich über ein Schutzschirmverfahren zu sanieren, wenn die Gespräche mit dem Bund scheitern. Dies meldeten am Dienstag unter anderem die Agentur Reuters und die Süddeutsche Zeitung. Verhandlungen auf Staatssekretärsebene mit den Lufthansa-Bossen hatten laut SZ am Montag massive Differenzen aufgezeigt, hieß es. Demnach wolle der Bund Beihilfen in Höhe von bis zu etwa 9 Milliarden Euro in Form einer Kapitalerhöhung und von Krediten gewähren, forderte dafür aber einen Anteil von mindestens 25 Prozent an der Airline und zwei Posten im Aufsichtsrat. Damit hätte er eine sogenannte Sperrminorität, also weitgehende Eingriffsmöglichkeiten. Die Regierung habe zudem einen relativ üppigen Zinssatz von 9 Prozent gefordert.

TAZ

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Entwarnung: Hygiene in deutschen Schulen so katastrophal,

7.) dass Coronaviren von alleine sterben

Kommt doch alles viel weniger schlimm als befürchtet? Einer neuen Studie zufolge sind die Hygienebedingungen an deutschen Schulen so katastrophal, dass das Coronavirus dort kaum Überlebenschancen hat. „Alle, die befürchteten, die Öffnung der Schulen würde zu einer zweiten Infektionswelle beitragen, können beruhigt sein“, erklärt die Mikrobiologin Marie Schwöbel von der Universität Osnabrück. „Offenbar sind auch Viren nicht unverwundbar.“ Tatsächlich herrscht laut der Studie, für die mehr als 300 Schulen im gesamten Bundesgebiet untersucht wurden, besonders auf Schultoiletten ein lebensfeindliches Milieu, wie man es sonst nur im Weltall oder an Schauplätzen von Chemie- oder Nuklearkatastrophen antrifft.

Postillon

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

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