DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Archiv für März 25th, 2020

Nicht komplett im Arsch

Erstellt von DL-Redaktion am 25. März 2020

Klopapier-Mangel in Corona-Zeiten

Diese Männer hatten noch fünf gesunde Finger an jeder Hand und konnte kratzen, kratzen vor der Sichtkontrolle !!

Von Hengameh Yaghoobifarah

Nirgends mehr Toilettenpapier bekommen? Kein Problem. Ob mit Bidet oder Podusche – wir stellen Alternativen zum Papier vor.

Für Menschen mit chronischen Darmerkrankungen, Muslim_innen oder Menschen aus Ländern, in denen es ohnehin eine übliche Waschpraxis ist, gehört das Reinigen der Genitalien und des Anus mit Wasser nach jedem Toilettengang zum Tagesgeschäft. Doch es gibt auch Menschen ohne sauberen Hintergrund: Menschen, die sich auf dem Klo ausschließlich mit trockenem oder feuchten WC-Papier sauber machen. Und die sorgen sich derzeit um ihren Vorrat, denn Klopapier gehört zu den Produkten, die während der Coronakrise schon morgens weggehamstert werden. Endlich ein Problem, hinter dem sich wirklich eine dornige Chance verbirgt.

Kein Papier oder wenig davon zu verwenden ist nicht nur nachhaltiger, günstiger und effektiver, sondern auch viel angenehmer für den Po. Außerdem scheuert exzessives Reiben mit WC-Papier die empfindliche Haut am Anus auf.

Man muss nicht mal auf spontanes Rimming (sogenanntes Arschlecken) stehen, um sich für die Po-Dusche zu begeistern. Egal ob im Alltag unterwegs, bei einem Date oder zu Hause: Wer zwischendurch mal kacken muss, bleibt locker, denn der kühle Wasserstrahl wird den Po reinigen und man fühlt sich wie neugeboren. Bremsspuren in der Unterhose? I don’t know it! Bockt übrigens auch, wenn man seine Tage hat und Blutreste abwaschen will.

Wenn die Pandemie überstanden ist, erhoffe ich mir vieles: laute Arbeitskämpfe, erfolgreiche Mietstreiks, generell mehr Solidarität, eine kommunistische Gesellschaftsform, und dass alle, auch Sie, zu einem schambefreiten Verhältnis zu ihrem Hintern und ihrer Scheiße finden können.

Lieber Hämorrhoiden als Waschung

Hören Menschen ohne sauberen Hintergrund zum ersten Mal vom Konzept, reagieren sie häufig mit Abwehr und Ekel. „Meinen Arsch soll ich anfassen? Nachdem ich gekackt habe??“ Diese hygienischen Bedenken vermengen sich in manchen Fällen mit antimuslimischen Ressentiments: Lieber Volkskrankheit Hämorrhoiden als islamische Waschung.

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Wer Kinder oder Haustiere hat und sich um deren Körperausscheidungen kümmert, sagt ständig: Bei dem eigenen Baby/Hund/Katze/Chinchilla ist es nicht so schlimm, man liebt dieses Lebewesen ja und tut es gerne. Ich wünsche mir, dass Leute dies auch über sich selbst sagen und denken. Die Offenheit für die Podusche fehlt letztlich auch deshalb, weil man es nirgendwo richtig lernen kann. Klar, man könnte sich im Internet Anleitungen anschauen, aber was, wenn genau in dem Moment jemand ins Zimmer kommt? Die Scham sitzt zu tief.

Quelle       :    TAZ         >>>>>        weiterlesen 

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Grafikquellen     :

Oben     —    Die Fliegerabteilung 24 in Bielawa Ende 1917

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Unten      —       111-SC-26776 – NARA – 55213043

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Leben im Hygiene-Regime

Erstellt von DL-Redaktion am 25. März 2020

Zur symbolischen und praktischen Funktion der Ausgangssperre im autoritären Hygiene-Regime

2017-09-22 Angela Merkel (CDU) und Horst Seehofer (CSU) Wahlkampf 2017.jpg

Bitte nimm die Hand herunter – so hoch kann ich nicht springen – obwohl ich der Horst bin.

Quelle      :     untergrund-blättle CH.

Von Jonathan

Der Ausbruch einer Pandemie. Die Ausgangssperre[1] ist der feuchte Traum aller Minister für Innereien. Sie ermöglicht den Vertreter*innen der repressiven Staatsapparate endlich so aufzutreten, wie sie es generell gern tun würden.

Das einzige Gute an ihr ist, dass der Staat seine hässliche Fratze offenbart, die nicht allein einer Sachzwanglogik entspricht, sondern ebenso eine ideologische Komponente aufweist. Diese besteht darin, deutlich zu machen, wer Herr im Hause ist, wer regiert und wer regiert wird, wer befiehlt und wer zu gehorchen hat, wer im Rahmen der bestehenden Herrschaftsordnung die Bürger*innen „beschützt“ und wer gezwungen ist, sich Schutz zu suchen. Doch das Schutzgeld ist weit höher als die momentanen finanziellen Einbussen, die viele hinzunehmen haben. Indem sie auf Grundrechte, eigenes Denken und Widerstand verzichten, legitimieren und verstärken sie die Abhängigkeits- und Zwangsverhältnisse, in denen sie sich zuvor schon befunden haben und die den Namen „demokratischer Rechtsstaat“ tragen.

Am Samstag, den 21.3., zu Beginn des astronomischen Frühlings, wird von deutschen Beamt*innen und Politiker*innen über die generelle Verhängung von Ausgangssperren entschieden. Während es sie in China, Italien, Spanien, Frankreich, New York und Kalifornien bereits gibt, stellt sie für die BRD tatsächlich ein Novum dar. Der Akt, diese Linie zu übertreten, dieses autoritäre Anliegen durchzuboxen, steht damit symbolisch wie auch ganz praktisch für eine grundlegende Verschiebung des rechtsstaatlichen Rahmens, der Ausdehnung seiner repressiven Befugnisse.

Deswegen handelt es sich um einen historischen Schritt, der weitere staatliche Zugriffe ermöglicht und das Handeln von emanzipatorischen sozialen Bewegungen, wie auch die selbstbestimmte Lebensgestaltung für viele deutlich erschweren wird. Doch so war es zu vielen Zeiten schon: Wenn der Frühling beginnt, das Volk eingestimmt ist, das Heer versammelt und die Heerschau gehalten wurde, zieht die Armee ins Feld, um die Feinde zurück zu schlagen, sich neue Territorien und Beute anzueignen, um den Ruhm und den Reichtum der Herrschenden zu befestigen und zu mehren.

In postmodernen Gesellschaften meint der Kriegszug allerdings für viele ein Rückzug ins Private bei gleichzeitiger Verstärkung von affektiver, ideologischer und materieller Bindung an das Herrschaftsverhältnis Staat, als dessen Subjekte sie sich ein für allemal begreifen sollen. Um dies zu gewährleisten, inszeniert sich der Staat als Instanz, die letztendlich über Leben oder Tod entscheidet – So wie die Ärzt*innen, welche darüber zu befinden haben, wer an die Geräte zur künstlichen Beatmung angeschlossen wird und wem sie weggenommen werden.

Ein einziges Propagandafeuerwerk bekamen die deutschen Bürger*innen in den letzten Tagen in die Augen und Ohren gehämmert: „Seht euch diese Jugendlichen an, welche sich im Park treffen und das Wetter geniessen – Was für eine unglaubliche Unvernunft, was für ein asoziales Verhalten!“. Empörte Bürger*innen riefen die Polizei, damit diese die riskobehafteten Menschenansammlungen zerschlagen möge. Weg mit dem Viren-versuchten Pakt! Sie seien die eigentlichen „Superspreader“, wie es in einem Artikel hiess, mit dem – wie in so vielen Beiträgen derzeit – medizinische Kategorien völlig unzulässig auf soziale übertragen werden. In Interviews, welche die schreckliche Verantwortungslosigkeit einzufangen versuchen, sagen mehrere Jugendliche, sie träfen sich nun und feierten, weil die Ausgangssperre ohnehin verhängt werden würde. Womit die Journalist*innen ein abschreckendes Beispiel für Unvernunft und Gefährdung darstellen wollten, scheiden sie sich ins eigene Fleisch: Kaum habe ich eine rationalere Aussage gehört, in der so viel Wahrheit liegt.

Denn es ist vollkommen richtig: Die Ausgangssperre wird nicht aufgrund einiger Gruppen verhängt, die sich im Freien treffen und das Leben geniessen. Diese dienen lediglich als schlechtes Alibi, um durchzudrücken, was ohnehin schon lange das Anliegen der Innenministerien und anderer Sicherheitsapparate war. Dennoch soll an vielen Stellen weiter gearbeitet werden, obwohl Lohnarbeit in mehrfacher Hinsicht viele krank macht. Gleichwohl zeigt sich ebenfalls eine Tendenz zur Überwindung der Lohnarbeit in Gestalt der Refeudalisierung der Ausbeutungsverhältnisse.

Beispielsweise werden Vorschläge zum Einsatz von Arbeitslosen gemacht werden, welche die entlassenen polnischen, rumänischen usw. Fronarbeiter*innen ersetzen könnten. Noch wird dies als Angebot formuliert und nicht von Zwangsrekrutierung gesprochen, wie es etwa in der Gesetzesvorlage des neuen Infektionsschutzgesetzes in Bezug auf medizinisches Personal vorgesehen ist. Die Prekarisierten, die sich in keinem Homeoffice verschanzen, dürfen, müssen also raus, während den anderen Corona-Ferien verordnet werden.

Dabei ist die soziale Isolierung zugleich Voraussetzung und Folge der staatlich-kapitalistischen Vergesellschaftung. Diese „soziale Distanzierung“ nun explizit zu fordern, wie es in staatsfraulichem Akt dann noch einmal die Bundeskanzlerin mit vollstem Ernst am 19.3. tat („Es ist ernst. Bitte nehmen sie es ernst.“), ist ein Freud‘scher Versprecher ohnegleichen. Schliesslich werden die Menschen ja eigentlich zum „physischen“ Abstandhalten aufgefordert, um die Seuche zu bekämpfen.

Zumindest als wunderbarer Nebeneffekt, verursacht diese Massnahme die Erosion von der sozialen Bande des gesellschaftlichen Zusammenhalts – welche freilich auch vorher oft recht kläglichen ausgeprägt, grösstenteils entfremdetet, teils patriarchalen und gewaltsamen waren. Jene forcierte Entsolidarisierung geschieht wiederum mit einer ideologischen Verdrehung, nämlich dem Appell an die „Solidarität“ der Bürger*innen, womit die imaginäre und künstliche Gemeinschaft der Nation re-instituiiert wird.

File:Closed Bridge of the two riverbanks Kehl Strasbourg 2020-03-01 01.jpg

Durch die deutsche Polizei gesperrte Brücke der zwei Ufer zwischen Strassburg und Kehl

Durch die Ausgangssperre wird die soziale Distanzierung endlich durch die häusliche Isolierung ergänzt. Die bestehende Herrschaftsordnung zeigt, dass sie ihre Vorstellung von „Freiheit“ nur gewährt, wenn ihre Untertanen im Zweifelsfall bereit sind, sich selbst zu inhaftieren und gegenseitig zu überwachen. Die Zimmer, Mietskasernen und Wohnhäuser werden zu Gefängnissen, die zwar für viele recht komfortabel sind, dafür jedoch für alle gelten. – Wobei auch dies relativ zum sozialen Stand bemessen werden wird. Jene „Kernfamilien“, welche nun in reaktionärster konservativer Rhetorik wieder als Norm der gesellschaftlichen Basisgruppe dargestellt werden, werden sicherlich weniger beim „notwendigen“ Einkauf, beim Arztbesuch oder auf ihrem Arbeitsweg behelligt, als viele, die diesem komischen Ideal nicht entsprechen.

Ebenfalls wird die Kontrolle selektiv nach zugeschriebenen Herkunft und Äusserlichkeiten erfolgen. Übrigens geht es gar nicht darum, die Ausgangssperre flächendeckend und umfassend durchzusetzen. Selbst mit massiven Polizeikontrollen, dem Einsatz von Überwachungsdrohnen, der Internetüberwachung und dem tracking von smartphones wäre das bisher nicht zu realisieren. Da müsste schon das Militär ausrücken und einen Blutzoll fordern, was aber langfristig weder besonders effektiv, noch ökonomisch sinnvoll ist.

Den staatlichen Repressionsapparaten genügt es jedoch vollkommen, ihr Handlungsvermögen zu erweitern und einen bleibenden Eindruck im kollektiven Gedächtnis zu hinterlassen. Die autoritäre Transformation der Gesellschaft verlangt nach Massnahmen der Furcht und des Schreckens. Erstere liegen im Panik erzeugenden Mediendiskurs um die Gefährlichkeit von Corona und den Statements der Politiker*innen zu den tiefgreifenden „unvermeidlichen“ Einschnitten. Mit dieser Aussage geht es nicht darum, die Gefahr der Seuche zu relativieren, sondern das Framing ihrer diskursiven Inszenierung zu hinterfragen.

Der Schrecken hingegen lässt sich durch das Ziehen der repressiven Register verbreiten, damit es die letzten Leichtsinnigen verstehen, die sich in Gruppen zum Leben versammeln, sowie die ersten Rebellischen, welche Widerstand gegen die aufziehenden totalitären Elemente organisieren könnten. „Peur et terreur“ wird dieses herrschaftsstabilisierende Massnahmenpaket im Französischen fast noch zutreffender genannt: Angst und Staatsterror. Die Ankündigungen und die aufpeitschende Stimmungsmache sollen die angebliche „Alternativlosigkeit“ der Ausgangssperre rechtfertigen. Damit wird deutlich, dass sich die entscheidenden Fragen nicht darum drehen, ob, sondern nur in welcher Form sie eingeführt wird. Und vielleicht auch, ob ihr Widerstand entgegengesetzt werden könnte, oder ob dieser schon vollkommen aufgegeben wurde, im vorlaufendem Gehorsam, der staatsbürgerlichen Idiotie.

Dass die namhaften Virolog*innen, deren Aussagen auf allen Kanälen zitiert werden, sich kurz vor ihrer Einführung noch mal gegen die Ausgangssperren ausgesprochen haben, ist ein Hinweis darauf, wie die medizinisch-wissenschaftliche Rationalität zur Legitimierung des autoritären Vorhabens herangezogen wird. Allerdings spielen deren militaristische Metaphern in der biologischen Kriegsführung durchaus nicht ohne Zufall in die Hände der bewaffneten Militärs. Früher waren es die Priester, welche die Waffen gesegnet haben, heute sind es die Mediziner, die sie desinfizieren.

Doch die Geister, die sie riefen, werden sie nun nicht mehr los. Ob es aus Gründen der Seuchenprävention wirklich rational ist, eine generelle Ausgangssperre zu verhängen, spielt überhaupt keine Rolle für jene, in deren Interesse sie liegt. Es reicht, den Anschein zu wahren, sie wäre es. Denn nur damit kann die medizinisch-wissenschaftliche Kompetenz in Zeiten des (schon vor der Krise, die durch Corona möglich gemacht wurde) geschürten kollektiven Wahnsinns, zur Umgehung der demokratischen und rechtsstaatlichen politischen Aushandlungsprozesse dienen. Deswegen handelt es sich bei der Ausgangssperre um eine wesentlich diktatorische Massnahme – sowohl dem Inhalt ihrer gesellschaftlichen Effekte, als auch der Form ihres Zustandekommens nach. Die psychologische Kriegsführung gegen die Bevölkerung reicht eben allein nicht aus, auch wenn sie in diesen Zeiten schon dermassen ausgebaut ist und offensichtlich zu funktionieren scheint.

Je länger die Ausgangssperre aufrechterhalten wird, desto stärker wird die Militärmaschine, weil sie ihr repressives Vorgehen gegen soziale Bewegungen und prekarisierte Klassen durch den Ausnahmefall normalisieren kann. Und je länger sie verhängt bleibt, desto schwächer werden die Abwehrkräfte des freiheitlich und sozial gesinnten Lagers, dessen Aktive zensiert, ausgegrenzt, desorganisiert und eingesperrt werden. Aus diesem Grund ist von tendenziell totalitären Bestrebungen zur autoritären Transformation des in die Krisen geratenen liberalen Kapitalismus zu reden. Wenngleich die Staatsgläubigkeit, zumal in Deutschland, stets stark verankert und ausgeprägt war, brachte das kapitalistische Akkumulationsregime auch Tendenzen hervor, die an seiner Legitimation kratzten.

So kann der Individualismus sowohl funktional für die bestehende Ordnung sein, als ihr auch problematisch werden, weil die Wünsche nach einer individuellen Lebensgestaltung sich eben doch immer wieder mit der vorgesehenen Funktion von Staatsbürger*innen beissen. Auch ökonomische und soziale Ungleichheit lässt sich zwar zu einem grossen Umfang kompensieren und verleugnen, führt jedoch immer wieder zu Protesten – deren Wirkung allerdings in Abhängigkeit zur Organisationsfähigkeit emanzipatorischer sozialer Akteur*innen steht.

Im Zusammenhang mit den eklatanten ökonomischen Ungleichheitsverhältnissen stehen auch der 600-Milliarden-Euro-Fond für Grosskonzerne und die versprochenen Steuersenkungen etc., welche das Finanzministerium derzeit als nationalen Rettungsschirm aufspannt. Der Laie fragt sich: Wer soll das alles zahlen? Doch Moment, es war ja gerade die BRD mit ihrer rigorosen Finanzpolitik der schwarzen Null, welche durch die Aufrechterhaltung weltwirtschaftlicher Abhängigkeitsverhältnisse, die Sparmassnahmen, die vor allem die südeuropäischen Staaten betroffen hatten, die ausgesetzten Lohnsteigerungen und das Zusammensparren der öffentlichen Infrastruktur (inklusive der Krankenhäuser) eine gigantische Rücklage bilden konnte.

Insofern offensichtlich fast alle Nationalökonomien sich mit der rezessiven Seuche infizieren und sich die Defizite der Staatshaushalte ausweiten werden, gewinnen im makaberen Spiel der internationalen Staatenkonkurrenz nur jene, die umfangreiche Kompensationsleistungen aufbringen können – während alle anderen verlieren und ergo ökonomisch und politisch abhängiger von den kapitalistischen Zentren werden. Auch dies muss erst mal durchgesetzt werden.

Daher bestehen die wesentlichen Ziele der Ausgangssperre zum Einen in der Verschärfung harten Regierungshandelns. Diese gehen mit der Bündelung, d.h. Zentralisierung, von politisch-bürokratischen Kompetenzen und Ressourcen und somit mit einem Abbau demokratischer Elemente einher. Dahingehend spitzen sich im Regierungsapparat schon vorher vorhandene divergierende Interessen zu. Wenn Angela Merkel mit ernster Miene sagt, sie wisse und bedauere, wie schwer die kommenden Einschnitte werden, formuliert sie damit, dass sie die brutalen Kettenhunde lieber im Keller gelassen hätte, welche nunmehr das Heft des Handelns an sich reissen. Hier geht es nicht um irgendwas, sondern darum, zu welchem Grad sich Demokratie als Herrschaftsform noch als effektiv erweist.

Zum Anderen dient sie der ideologischen und affektiven Erneuerung der im Staat verdichteten politischen Herrschaft, die sich im ersten Gebot auf den Punkt bringen lässt: „Ich bin der Staat, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“. Jenen, die gegen diesen Allmachtsanspruch aufbegehren, kommt der Omnipräsente dann mit der Ausgangssperre und ruft: „Kniet nieder vor mir oder verreckt am Virus, dem Dämonen! Denn die Pforten der Hölle sind geöffnet und das besudelte Verdrängte bricht in die heilige Ordnung ein, damit diese der grossen Reinigung unterzogen werde!“ So wird mit dem Stahlbesen in den Schmutz vor die Tür gekehrt, wer sich nicht freiwillig dem Hygiene-Regime fügt…

– Aus der Perspektive des libertären Sozialismus stellt sich die spannende und unbeantwortete Frage, wie es anders und besser gehen soll im Ernstfall. Wie soll eine Pandemie eingedämmt, gesundheitlich und sozial verträglich behandelt werden, ohne das der Staat durchgreift und seine Legitimation durch seine Inszenierung als Wunderheiler und Tyrann erneuert? Hierauf braucht es meiner Ansicht nach Antworten. Für all diejenigen, die plötzlich nicht völlig überlastet sind und im gleichen oder gesteigerten Takt weiterarbeiten sollen, sondern – dank Ausgangssperre – unverhofft viel Zeit zu Hause verbringen dürfen, könnte das Nachdenken darüber eine sinnvolle Sache sein.

Im Vergleich zum nahezu obsessiven Konsum des medialen Propagandafeuerwerkes, welchen heute viele aus purer Angst, morbider Faszination und psychischen Verarbeitungsbedarf betreiben, scheint das Nachdenken über eine mögliche andere Gesellschaftsform tatsächlich eine lohnenswerte Alternative zu sein bzw. zu ihrer Realisierung beizutragen. Zumindest mir fiel im donnernden Kriegsgeschrei bisher kaum ein Beitrag auf, der mir aus der Seuchen-bedingten gesamtgesellschaftlichen Krise ein Fenster in Richtung der solidarischen Gesellschaft öffnete.

Ja, eine Kritik an den bestehenden Herrschaftsverhältnissen muss nicht notwendigerweise „konstruktiv“ sein und Vorschläge erarbeiten. Aus der blossen Kritik allein werden jedoch keine sozial-revolutionären Ansätze zur emanzipatorischen Erneuerung der Gesellschaft hervorgehen. Über die Kritik hinaus gilt es Ermächtigungs- und Organisierungsprozesse anzustossen, welche uns von Konkurrenz und Hierarchien genesen lassen. Dafür braucht es eine kollektive Entwicklung von Vorstellungen und Visionen zur Orientierung, wo es hingehen kann und wie wir dahin gelangen können. Aufgrund der verordneten Paralyse, der grossen Frühjahrsmüdigkeit, welche uns nun zu Teil wird, werden die ersten Versammlungen nach der Aufhebung der Ausgangssperre spontane Strassenfeste sein. Anschliessend wird es hoffentlich einige Antidepressionsdemos geben, um erst mal wieder in Bewegung zu kommen.

Veitshöchheim Haus der Fastnacht 06.jpg

Der Quarantänestall für Politiker – Innen ?

Trotzdem ist es nicht an mir, an dieser Stelle Entwürfe vorzulegen. Einer der wenigen guten Aspekte der Krisensituation, die kein direkte menschengemachte Ursache hat, ist, dass wir noch einmal grundsätzlich darüber nachdenken können, wie wir eigentlich miteinander leben wollen. Profite dürfen nicht im Zentrum eines Wirtschafts- und Gesellschaftssystems stehen – das ist unvermeidlich. Um eine hochkomplexe Gesellschaftsform zu organisieren, braucht es globale Netzwerke zur Koordination, welche sich insbesondere im Krisenfall bewähren müssen. Warum sollten sich Virolog*innen und andere Expert*innen nicht auch unabhängig von staatlichen Strukturen austauschen und organisieren können? Es braucht auch Instanzen, die entscheiden, wann beispielsweise eine Pandemie so verheerende Folgen hätte, dass Menschen aus gutem Grund für eine Weile Abstand voneinander halten sollten.

Wichtig hierbei ist, dass diesen Gremien nur im spezifischen, klar beschriebenen Fall und nur bis zu seiner Behebung eine derartige Kompetenz zugesprochen werden kann. Ohne eine Niederlegung aller im Seuchenfall nicht systemrelevanten Lohnarbeit, wird das Zuhausebleiben jedoch wenig nutzen. Die Unterbrechung der Kapitalakkumulation und das Hinterfragen der Staatsgläubigkeit wird weit mehr zu unserer Genesung und zum Schutz aller beitragen, als jede Ausgangssperre. Und abgesehen davon sind die meisten Menschen tatsächlich, selbst unter den heutigen, uns auferlegten Bedingungen, weit klüger und sozialer als sie durch das Propagandageschrei dargestellt werden, um die Ausgangssperre als Notwendigkeit zu rechtfertigen.

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[1] Dieser Text wurde grösstenteils am 20.3. geschrieben. Nach einer Diskussion darüber, dass der Begriff „Ausgangssperre“ negativ konnotiert sein könnte, führte sie das Bundesland Bayern am 21.3. unter der Bezeichnung „grundlegende Ausgangsbeschränkungen“ ein. Aus Rücksicht auf die Erfahrungen der Bevölkerung unter dem DDR-Regime, trat die Ausgangsspeere auch in Sachsen unter der Bezeichnung „strikte Ausgangsbeschränkungen“ am 23.3. in Kraft. Ihre Mindesthaltbarkeit beläuft sich auf zwei Wochen, dürfte jedoch anschliessend noch mehrfach verlängert werden, wie die Beispiele Italien und Spanien zeigen.

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Soweit nicht anders angegeben und keine Quellenangabe (Name einer Organisation oder Internet-Adresse) vorhanden ist, gilt für die Texte auf dieser Webseite eine Creative Commons Lizenz (CC).

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Grafikquellen        :

Oben     —      Angela Merkel, CDU, und Horst Seehofer, CSU, gemeinsam auf der Wahlkampfveranstaltung der CSU (und CDU) zur Bundestagswahl 2017 auf dem Marienplatz in München. Titel des Werks: „Wahlkampf 2017: Angela Merkel (CDU) mit Horst Seehofer (CSU)“

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Unten        —       Veitshöchheim, Haus der Fränkischen Fastnacht, Fassadenmalerei (2015) mit Motiven aus der Fernsehsendung „Fastnacht in Franken“: Links im Gefängnis Markus Söder, der sich 2014 für die Fernsehsitzung als Shrek verkleidet hatte.

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Krisen – Kontaktverbot:

Erstellt von DL-Redaktion am 25. März 2020

Die Regierung handelt – falsch und zu spät

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Quelle       :     AKL

Ein Beitrag von Sascha Staničić

Beschränkungen lenken von den eigentlich nötigen Maßnahmen ab.

Bundesregierung und die Ministerpräsident*innen der Länder haben sich auf ein Maßnahmenpaket zur Eindämmung der Corona-Infektionswelle geeinigt. Die weitestgehende Maßnahme ist das Verbot von Menschenansammlungen, die größer als zwei Personen sind. Davon ausgenommen sind nur Familien und Menschen, die in einem Haushalt zusammen leben. Und abhängig Beschäftigte in Fabriken und Betrieben!

Seit Tagen wird „social distancing“ als die wichtigste und wirkungsvollste Maßnahme gegen die weitere Ausbreitung des Corona-Virus propagiert. Einher ging das mit medialen Kampagnen gegen das angeblich unverantwortliche Verhalten von Vielen, die weiterhin in großen Gruppen in Parks zusammen saßen, Corona-Parties veranstalteten oder, so Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, angeblich absichtlich alte Menschen anhusteten und dabei „Corona“ riefen. Dass es immer einige Menschen gibt, die sich nicht an Empfehlungen halten, ist sicher der Fall. Es stellt sich aber die Frage, bo die vielzitierten Phänomene tatsächlich eine gefährliche Massenerscheinung sind bzw. waren, oder ob damit nicht viel eher von der Verantwortung der Herrschenden für die Krise abgelenkt werden soll. Eines haben sie damit jedenfalls geschafft: Sie haben breite Akzeptanz für eine weitere Einschränkung der Bewegungsfreiheit und damit eines unserer Grundrechte geschaffen.

Es ist keine Frage. Die sozialen Kontakte weitgehend zu reduzieren, ist in der jetzigen Situation eine sinnvolle und notwendige Maßnahme. Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung hält sich auch daran – wenn man sie lässt. Denn immer noch müssen Millionen täglich in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren, um dort dann mit dutzenden oder hunderten Kolleg*innen Dinge herzustellen, die zur Aufrechterhaltung der lebensnotwendigen Versorgung in dieser Krise nicht nötig sind. Waffen zum Beispiel oder Kühlschränke, Kleidung, Werbung und Möbel.

Die #stayathome-Kampagne lenkt somit auch davon ab, dass weitergehende, notwendige Maßnahmen nicht ergriffen werden, weil die Profitinteressen der Unternehmen auch in Zeiten der Pandemie im Zweifelsfall vorgehen. Sie individualisiert die Verantwortung für die Ausbreitung des Virus, wo es eigentlich angemessen wäre, die politische Verantwortung der Regierenden in den Fokus zu rücken. Italien hat nun beschlossen, alle Unternehmen zu schließen. Nachdem schon fünftausend Menschen an Covid-19 gestorben sind und in einer Reihe von Betrieben Streiks für die Einstellung der Produktion bzw. bessere Gesundheitsvorkehrungen stattgefunden hatten. Müssen in Deutschland erst italienische Verhältnisse herrschen, bevor diese sinnvolle und nötige Maßnahme endlich ergriffen wird?

Es wäre Aufgabe der Gewerkschaften, in dieser Situation keinen Burgfrieden mit Regierung und Kapital zu schließen, sondern die Interessen ihrer Mitglieder konsequent zu verteidigen. So wie in Italien, Spanien und selbst Österreich ist es überfällig, dass auch hier Beschäftigte die Arbeit niederlegen und die Einstellung der nicht versorgungsrelevanten Produktion und Dienstleistungen fordern. Es wäre die Aufgabe der Gewerkschaftsführungen, zu solchen Streiks aufzurufen. Genauso, wie sie jetzt alle Mittel einsetzen sollten, um eine Lohnfortzahlung bei Betriebsschließungen und für Beschäftigte, die ihre Kinder betreuen müssen durchzusetzen. Die Weigerung der Kapitalisten, das Kurzarbeiter*innengeld auf neunzig Prozent aufzustocken, zeigt, dass die Gewerkschaften mit einem sozialpartnerschaftlichen Ansatz nicht weit kommen werden.

Aber es geht nicht nur darum, dass durch eine Schließung von Produktionsstätten und Betrieben die Ausbreitung des Virus effektiver eingedämmt werden kann. Die permanenten Aufrufe, zu Hause zu bleiben, lenken auch davon ab, dass ein viel größeres Problem die viel zu geringe Zahl von Tests ist. Darauf haben Mediziner*innen im Zusammenhang mit den Regierungsmaßnahmen auch hingewiesen. Länder, die einen exponentiellen Anstieg der Infizierungsfälle verhindern konnten, haben deutlich mehr Tests durchgeführt und waren so in der Lage, die Infizierten zu identifizieren und zu isolieren. In Deutschland ist es vielerorts unmöglich, überhaupt einen Test zu machen, selbst wenn man über entsprechende Symptome klagt. Wenn man nicht in einem Risikogebiet war oder direkten Kontakt zu einem oder einer Infizierten hatte, werden einem Tests vielfach verweigert. Auf Testergebnisse wartet man tage- oder gar wochenlang. Es gibt Menschen, die zur freiwilligen Quarantäne aufgefordert wurden, aber nicht getestet werden. Dabei sind auch die Tests offenbar eine Klassenfrage: Kanzlerin Merkel wird nun in den nächsten Tagen „regelmäßig getestet“, weil sie Kontakt zu einem Infizierten hatte. Jetzt müssten massive Investitionen getätigt werden, um möglichst flächendeckende Tests zu ermöglichen und so die Ausbreitung des Virus effektiver eindämmen zu können.

In der Bevölkerung gibt es eine große Bereitschaft, die beschlossenen Regeln zum „social distancing“ zu befolgen. Keine Frage: die Angst geht um. Angst sollte es aber auch machen, dass mit einem Federstrich demokratische und soziale Rechte ausgehebelt werden. Da werden mal eben die Ladenöffnungszeiten verlängert, in Bayern das Arbeitszeitgesetz ausgesetzt und die Personaluntergrenzen in den Krankenhäusern aufgehoben. Diese Entscheidungen werden von genau den Politiker*innen gefällt, die dafür verantwortlich sind, dass das Gesundheitswesen über Jahre nicht nach Bedarf, sondern nach Gewinnmaximierung ausgerichtet wurde und die viel zu spät auf die sich anbahnende Corona-Pandemie reagiert haben. So sehr Merkel, Spahn und Co. jetzt auch den Eindruck erwecken, entschlossen und gleichzeitig besonnen zu handeln – es gibt keinen Grund dieser Regierung im Kampf gegen die Pandemie zu vertrauen. Nötig ist eine radikale Demokratisierung des Kampfes gegen das Virus – indem die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften, Ärzt*innenverbände und Wissenschaftler*innen alle Maßnahmen kontrollieren und Veto einlegen können bzw. selbst darüber entscheiden, welche Betriebe weiter laufen und wo die Produktion auf Beatmungsgeräte, Schutzkleidung und andere nötigen Güter umgestellt werden soll. Und: die Herrschenden nutzen die Corona-Krise auch dafür, demokratische Rechte weiter einzuschränken und Massenproteste zu verhindern. Keine Frage: Massenversammlungen bergen Gefahren, aber es dürfen nicht die Kapitalisten und deren willfährige Regierungen sein, die entscheiden, ob wir für unsere Rechte auf die Straße gehen oder streiken. Das ist ganz allein unsere Entscheidung, die wir demokratisch in den entsprechenden Gewerkschaften und Organisationen fällen müssen. Deshalb müssen politische und gewerkschaftliche Versammlungen von allen staatlichen Verboten ausgenommen und die Entscheidung über die Durchführung in die Hände der Arbeiter*innen- und sozialen Bewegungen gelegt werden.

Sascha Staničić ist Mitglied des AKL-Länderrats und Bundessprecher der Sozialistischen Organisation Solidarität (Sol)

akl - Antikapitalistische Linke

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Grafikquelle     :       Alternativen zum Händegeben     —     Alternatives to handshakes

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Corona-Krise/Zahlen, Daten,

Erstellt von DL-Redaktion am 25. März 2020

Fakten und Schlussfolgerungen zur Aufklärung.
Oder was man tun sollte – und was nicht

院長接受防護衣捐贈.jpg

Quelle      :          Scharf  —  Links

von Egbert Scheunemann     (Stand: 23. März 2020)

Wir leben in einer nahezu perversen Situation. Menschen sterben aufgrund einer Virusinfektion, die mit einfachsten Mitteln hätte verhindert werden können: in allen nur erdenklichen sozialen Bereichen mindestens 1,5 Meter Abstand halten zu allen Mitmenschen, intensive Hygiene (vor allem der Hände) und, im Falle auch nur eines ganz normalen Schnupfens oder grippalen Infektes, in der Öffentlichkeit aktiver (!) Nasen- und Mundschutz, um eigenen (!) Auswurf durch unverhofftes Husten oder Niesen zurückzuhalten – wozu schon ein über Mund und Nase gezogenes, doppelt gelegtes Halstuch viel beiträgt.[1]

     Wie pervers, ja zutiefst tragisch die Situation ist, zeigt sich derzeit vor allem in Italien. Die Italiener werden bestraft für zwei eigentlich zutiefst humane, zutiefst soziale nationaltypische Verhaltensweisen: ihre Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale mit engem Körperkontakt und die Umsorgung und (gegebenenfalls) Pflege ihrer Alten in den Familien und Großfamilien – in weit höherem Maße als etwa in Deutschland, wo der Anteil der Alten, die in Alten- und Pflegeheimen untergebracht sind, weit höher ist. Heimen, die natürlich weit besser und schneller von der sozialen Umwelt abgeschottet werden können als Familien und Großfamilien mit ihren vielfältigen sozialen Kontakten.

     Die jetzt in vielen Ländern beschlossenen radikalen, drastischen Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Corona-Virus (Ausgangssperren und Unter-Quarantäne-Stellung ganzer Städte, wenn nicht Länder, ja, im Falle der EU, fast eines Erdteils) sind Ausdruck der Tatsache, dass sich viel zu wenige Menschen rechtzeitig an die oben genannten einfachen, man könnte fast sagen: idioteneinfachen prophylaktischen Verhaltensregeln und -maßnahmen gehalten haben. Ich selbst, um ein demonstratives, äußerst erhellendes Beispiel aus dem eigenen Erfahrungs- bzw. sozialen Nahbereich zu nennen, fing mir noch vor wenigen Wochen, zu einem Zeitpunkt, als das Virus endgültig in Deutschland angekommen war (erste Infektionshotspots in NRW) neckische, um nicht zu sagen: blöde Kommentare ein, als ich vor dem Treffen eines Freundeskreises per E-Mail darum bat, aus gegebenem Anlass doch auf unsere üblichen Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale zu verzichten und einen gehörigen Sicherheitsabstand einzuhalten – wohlgemerkt: in einem Freundeskreis, der durch die Reihe aus Menschen mit Hochschulabschluss besteht!

     Viele dieser genannten radikalen, drastischen Maßnahmen sind sinnvoll, weil vernünftig begründbar, einige dieser Maßnahmen sind es jedoch nicht – sie bringen virusprophylaktisch wenig bis nichts, sind aber im Falle längeren Durchhaltens volkswirtschaftlich desaströs. Welche Maßnahmen das im Detail sind, werde ich im Folgenden aufzeigen und begründen. Dazu wird es notwendig sein, auch auf die Begründungen für diese Maßnahmen einzugehen: also auf die in Politik und Medien und in diesen Medien (und Fachzeitschriften) von Experten konstatierten Zahlen, Daten und Fakten in Sachen Corona-Virus sowie auf die (hochvariablen) Modelle, die seine Ausbreitungsformen (hochvariabel) voraussagen.

     Ich muss dazu eine letzte Vorbemerkung machen, die mir fast peinlich ist, aber aus bestimmten Gründen (davon gleich mehr) dringend erforderlich erscheint: Ich bin studierter Politikwissenschaftler (Schwerpunkt: Politische Ökonomie) und Philosoph. In der Philosophie ist mein Schwerpunkt die Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie und da speziell der Zusammenhang zwischen den Gesetzen des Denkens und der Grammatik (Logik, Mathematik, neurobiologische Grundlagen des Geistes etc.) auf der einen Seite und den Naturgesetzen auf der anderen Seite. Mein ‚Job‘ in diesem Bereich ist also seit über drei Jahrzehnten die Analyse und Erläuterung der Gründe und Kriterien, die (wissenschaftliche) Wahrheit zu (wissenschaftlicher) Wahrheit machen, Erkenntnis zu Erkenntnis, empirisch fundierte und logisch konsistente wissenschaftliche Theorien (Sätze, Hypothesen etc.) zu empirisch fundierten und logisch konsistenten wissenschaftlichen Theorien (Sätze, Hypothesen etc.) machen – oder eben nicht.[2] Bestimmte Gründe? Es gibt leider sehr viel Menschen, die, weil sie unfähig sind, inhaltlich zu argumentieren, unliebsame Wahrheiten samt ihrer Autoren unter gehäufter Verwendung von Begrifflichkeiten wie ‚Verschwörungstheorien‘, ‚Echo­kammern‘ oder auch ‚Filterblasen‘ zu denunzieren versuchen. Die also die Öffentlichkeit (speziell das Internet) zur Darstellung ihrer Charaktermängel missbrauchen statt zur nüchternen Klärung von Sachverhalten.

     Meine Daten- und Faktenquellen sind die öffentlich-rechtlichen Medien als quasi ‚offizielle‘ Verlautbarer der Ereignisse und der Statements der Experten (Virologen, Epidemiologen etc.), die etablierten Printmedien (Süddeutsche, Zeit, Spiegel etc.), vor allem aber Wissenschaftsseiten, etwa die des Robert-Koch-Instituts oder die von „Spektrum der Wissenschaft“, auf denen die Experten ihre Forschungsergebnisse auf wissenschaftlichem Niveau darstellen.

     Jetzt aber endlich zur Sache.

Die Darstellung und Interpretation der Fakten in Sachen CoViD19[3]

Die Entwicklung ist rasend schnell. Fast jeden Tag ist vieles schon veraltet oder relativiert, was gestern noch galt. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als am jeweiligen aktuellen Stand der Dinge anzusetzen. Der lautet für heute (23. März 2020) und für Deutschland: 22.672 bestätigte Infizierte[4] und 97 Tote. Bezogen auf die bestätigten Infizierten ergeben 97 Tote (was, dies vorab, 97 zu viel sind) eine Letalitätsrate von 0,4278, sagen wir also, damit lässt sich besser rechnen, rund 0,5 Prozent.

     Es wurde und wird von den Experten immer wieder gesagt, dass die Dunkelziffer der real, aber nicht in der offiziellen Statistik erfassten Infizierten wohl zehnmal höher ist als die der offiziell Infizierten. Das halte ich für realistisch. Real infiziert sind also, sind wir ‚großzügig‘, etwa 250.000 Menschen. Bezieht man die Zahl der bestätigten CoViD19-Toten auf diese 250.000 real infizierten Menschen, sinkt die Letalitätsrate auf 0,0388, also, sind wir wieder ‚großzügig‘, rund 0,05 Prozent. Würden sich ALLE 80 Millionen Menschen in Deutschland infizieren (was aus bestimmten, gleich zu nennenden systematischen Gründen völlig unmöglich ist), würden also etwa 40.000 Menschen sterben (und wieder gilt: 40.000 zu viel). Vergleichen Sie bitte diese Zahl mit manchen Horrorzahlen, die in den seriösen bis offiziellen öffentlich-rechtlichen Medien und in diesen leider auch von manchen Experten hier und da genannt werden aufgrund bestimmter ‚Modellrechnungen‘ (von denen gleich noch mehr) – auf deren Grundlage Politiker, sie haben als Nicht-Experten ja gar keine andere Wahl, entscheiden und entschieden. Und vergleichen Sie die oben (auf der Grundlage ausschließlich offizieller Zahlen!) errechnete Letalitätsrate mit den Letalitätsraten (0,5 bis 5,0 Prozent), die in den seriösen Medien und von einigen Experten immer wieder genannt wurden.

Coronavirus an déi Jonk.jpg

     Betrachten wir die Menschen, die sich in der Dunkelziffer ‚verbergen‘ etwas genauer. Die Experten sagen, dass sich in diesem durch die offizielle Statistik nicht erfassten Bereich jene Infizierten (wohlgemerkt: wir reden jetzt von Infizierten!) finden, die überhaupt nicht merken, dass sie das Virus eingefangen haben, die also überhaupt nicht erkranken, und auch jene, deren Erkrankung einen derart leichten (oder auch mittelschweren) Verlauf nimmt, dass sie weder zum Arzt gehen noch gar ins Krankenhaus und auch nicht zum Virustest – sonst würden sie ja wieder in der offiziellen Statistik erscheinen. Und das tun sie eben definitorisch wie faktisch nicht.

     Was heißt das aber, dass ein Mensch zwar vom Virus befallen wird, aber in keiner Weise erkrankt? Das heißt, nur in andere Worte gefasst, dass er von Natur aus immun ist gegen das Virus. Und das ist auch völlig normal und ganz leicht zu erklären. Es gibt nämlich zwei Arten der Immunität:

–       Die erworbene Immunität: Das ist jene, an die die meisten (medizinisch bzw. naturwissenschaftlich weniger bis nicht gebildeten) Menschen denken, wenn sie das Wort Immunität hören, und die auch von den Experten nahezu ausschließlich im Kontext von CoViD19 thematisiert wird: Nach Ausheilung einer Corona-Virus-Erkrankung sind die Geheilten, so zumindest der (vorläufige) Stand der Wissenschaft, immun gegen das Virus. Mit dem Wachstum der Zahl dieser kurierten immunen Menschen sinkt also die Zahl der Menschen, die das Virus überhaupt noch befallen kann. Das ist der immanente Grund, warum jede Virusinfektion einer Population irgendwann ganz einfach ‚von selbst‘ zum Erliegen kommt: Der Virus rottet sich quasi selbst aus, indem er nur noch Immune – oder Tote hinterlässt. Die Virologen und Epidemiologen sprechen hier von einer sogenannten ‚Herden­im­munität‘. Die Natur hier Natur sein zu lassen, würde aber, siehe oben, in Deutschland (rein theoretisch!) bis zu 40.000 Todesopfer bedeuten, was natürlich ganz und gar nicht akzeptiert werden kann und strikt zu verhindern ist.

–       Die angeborene Immunität: Das angeborene menschliche Immun- und Abwehrsystem ist hochkomplex. Tausende Faktoren spielen hier eine Rolle. Die in unserem Kontext allein relevante Rolle spielt seine ‚ursachenfreie‘ Adaptivität und Variabilität. Das ist die Abwehrstrategie gegen die genauso adaptiven und variablen, also permanent mutierenden Millionen von Viren, Bakterien und Keimen, die den menschlichen Körper tagtäglich angreifen. Fast immer funktioniert diese Abwehrstrategie (sonst würde es die Menschheit schon lange nicht mehr geben), aber ab und zu leider nicht. Dann gewinnt das Virus – wie bei vielen Menschen im Falle von CoViD19 derzeit. Aber eben nicht bei allen Menschen derzeit. Und zwar bei Weitem nicht!

Anders als durch diese angeborene Immunität kann nicht erklärt werden, warum, wie die Experten sagen, ein sehr hoher Prozentsatz der Infizierten überhaupt nicht erkrankt – über eine erworbene Immunität können sie ja nicht verfügen. Auch für sie ist das Corona-Virus neu.

     Was heißt das aber? Dass die Zahl der Menschen, die überhaupt am Corona-Virus erkranken können, viel kleiner ist als die Zahl der gesamten Population, der gesamten Bevölkerung. Wie hoch sie genau ist, weiß (noch) niemand. Wenn die Experten aber sagen, dass die Dunkelziffer der Infizierten, wie oben schon angeführt, zehn Mal größer ist als die Zahl jener Infizierten, die in der Statistik erscheinen, muss man annehmen, dass sie ziemlich hoch ist. Rechnen wir das Verhältnis von statistisch erfassten zu nicht erfassten Infizierten auf ALLE Menschen in Deutschland hoch, gehen wir also von dem (rein theoretischen!) Fall aus, dass sich ALLE Menschen in Deutschland mit dem Corona-Virus infizieren, ergäbe sich ein Verhältnis von 72 Millionen Infizierten, die nicht in der Statistik erscheinen, zu 8 Millionen Infizierten, die in der Statistik erscheinen. Wenn also, wie die Experten sagen, ein ‚großer Teil‘ der vom Virus Infizierten gar nicht erkrankt, also immun ist, muss man diesen ‚großen Teil‘ eben rausrechnen bei der rechnerischen Anwendung der Letalitätsrate. Sind wir konservativ und zurückhaltend und beziffern wir diesen ‚großen Teil‘ mit 20 Prozent der gesamten (im Modell inzwischen vollständig infizierten!) Bevölkerung in Deutschland: Das wären 64 Millionen Menschen. Wenn davon 0,05 Prozent sterben, wären es ‚nur‘ noch 32.000 – und wie immer gilt: 32.000 zu viel.

     Nochmals: Das wäre der (rein theoretisch mögliche) schlimmste Fall – jener, der eintreten würde, wenn sich ALLE Bewohner Deutschlands infizieren würden. Ein, wie gezeigt, aus systematischen Gründen völlig unmöglicher Zustand.

Vernünftiges Modellrechnen – und Modellplatonismus und stupides Extrapolieren

Wir kennen alle den blöden Spruch: Prognosen sind immer schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Bei JEDEM Modell kommt ‚hinten‘ heraus, was man vorne an Daten und Annahmen reinsteckt und entsprechend der im Modell kombinierten Algorithmen extrapoliert. JEDES Modell hat, mathematisch betrachtet, unendlich viele Lösungen, wenn in ihm auch nur zwei Unbekannte vorhanden sind – und schon die Gleichung y = xa kennt für y unendliche viele Lösungen, je nachdem welche Werte (Argumente) man für x und a einsetzt. Exponentielles Wachstum ist rein mathematisch schnell im Unendlichen. In der Realität (und speziell in kleinen irdischen Kontexten) ist nichts unendlich – wenn man mal vom Universum und der menschlichen Dummheit absieht.

     Die ebenso besten wie komplexesten Modelle, die wir kennen, sind die Klimamodelle, auf denen die Prognosen des IPCC beruhen.[5] Wenn man sich mit ihnen beschäftigt, und ich tue es seit langen Jahren immer wieder, ist man beeindruckt. So, und jetzt kommt eine extrem wichtige Aussage: Diese Modelle sind so gut, wie sie sind, nicht etwa, weil sie das mehr oder minder gut voraussagen, was in 50 Jahren sein wird – wir können nie genau wissen, wie etwas, was auch immer, in 50 Jahren aussehen wird. Diese Modelle sind vielmehr deswegen so gut, weil sie die Vergangenheit (je nach Modell: mehr oder minder) gut ‚voraussagen‘, weil sie vergangene Klimaereignisse, von denen man viele Daten kennt, (mehr oder minder) gut reproduzieren. Es ist deswegen anzunehmen, dass sie, gefüttert mit hinreichend vielen validen gegenwärtigen Daten, auch zukünftige Ereignisse (die einen gewissen Zeithorizont nicht überschreiten) mehr oder minder gut beschreiben.

     In den seriösen Medien und auch von vielen Experten werden verschiedene epidemiologische Modelle und Hochrechnungen vorgestellt, die teilweise dramatisch voneinander abweichen – je nach eingegebenen Daten. Und das ist völlig normal und, wie eben gezeigt, erst mal nichts Schlimmes. Es gibt im Netz inzwischen verschiedene interaktive Modelle, in denen Sie selbst Parameter (Infektiositätsrate, Letalitätsrate, Populationsgröße etc. pp.) variieren können – um zu sehen, wie sich der ‚Output‘ an Kranken, Toten, Genesenen oder der Zeitverlauf der Epidemie entwickeln.[6] Probieren Sie diese Modelle selbst aus! Sie werden schnell sehen, dass die Ergebnisse je nach Eingaben dramatisch variieren – salopp formuliert von ‚Da war nix!‘ bis hin zum Untergang der Menschheit.

     Um es nur an einem Parameter zu verdeutlichen, den ich oben selbst modelltheoretisch genutzt habe: die Letalitätsrate. Es macht erstens natürlich einen dramatischen Unterschied aus, von welcher Letalitätsrate ich ausgehe (5 Prozent oder 0,05 Prozent), und zweitens, auf welche Größe ich sie beziehe: auf die offiziell Infizierten, auf eine zehnmal höhere Dunkelziffer – oder gar die gesamte Bevölkerung, als vollständig infiziert unterstellt. Die Ergebnisse schwanken dann von wenigen Zehntausend bis zu mehreren Millionen!

     Was soll man also als kritischer, wahrheitsliebender Mensch tun? Vor allem: Kritisch sein! Den Verstand nutzen! Nicht alle Horrormeldungen glauben – und am allerwenigsten darauf beruhende politische Entscheidungen treffen, die 80.000.000 Menschen negativ betreffen –, die Millionen von Toten oder auch ‚nur‘ Hunderttausende an die Wand malen! Bleiben Sie am besten so nah wie möglich an der NACHGEWIESENEN Realität! Und die lautet für Deutschland, um daran zu erinnern, mit Stand des heutigen Tages: knapp 23.000 Infizierte und 97 Tote! Und um es auch hier zu sagen: 97 zu viel. Nach acht Wochen Infektionsverlauf (der erste in Deutschland nachgewiesene CoViD19-Fall wurde am 28. Januar 2020 gemeldet) und radikaleren Schutzmaßnahmen, die erst eine Woche gelten (das heißt, dass sich fast alle Infizierten und Toten in der Zeit davor infiziert haben).

     Und zudem: Ich sagte oben, dass die besten Zukunftsmodelle, die Klimamodelle, genau deswegen die besten sind, weil sie vergangene Ereignisse gut modelltheoretisch reproduzieren können. Orientieren also auch Sie sich auch an der Vergangenheit! An der Erfahrung! Wie sahen die schlimmsten Epidemien der jüngeren Vergangenheit aus? Wie sind sie verlaufen? Ich möchte zwei Beispiele anführen:

–       Die Entwicklung von CoViD19 in China ist die aktuellste dieser ‚vergangenen‘ Epidemie-Entwicklungen. China scheint den Zenit der Epidemie überschritten zu haben. China ist deswegen ein gutes Beispiel, weil es zeigt, wie schnell die Ausbreitung von CoViD19 erfolgreich unterbunden werden kann, obwohl die chinesischen Verantwortlichen in den ersten vier Wochen alles falsch gemacht haben, was man falsch machen konnte: nämlich zu vertuschen, zu verheimlichen und Kritiker und medizinisch ausgebildete ‚Whistleblower‘ sogar als ‚Verräter‘ ins Gefängnis zu stecken. Nach diesen vier Wochen kam dann der große Schwenk: China griff mit härtesten Maßnahmen durch (Ausgangssperren und Unter-Quarantäne-Stellung ganzer Millionenmetropolen). Weil es diese ersten, völlig vergeudeten vier Wochen in Mitteleuropa – zum Glück – nicht gab, ist also aufgrund der in der EU und Deutschland inzwischen durchgesetzten Maßnahmen, die in ihrer Radikalität den chinesischen Maßnahmen kaum nachstehen, anzunehmen, dass der Epidemieverlauf in Europa (und allen Ländern weltweit, die ähnlich Maßnahmen vollziehen) zeitlich sehr viel kürzer verlaufen wird als der in China. Dann wären wir also bei wenigen Wochen! Erfahrungsgemäß gibt es bei Epidemien ‚Nachbeben‘, also erneutes Aufflackern an vereinzelten Orten, die sich aber nicht mehr großräumig ausbreiten, weil der immune Teil der Bevölkerung inzwischen gewachsen ist (und auch, wie oben gezeigt, in hohem Maße schon immer da war) – und weil aufgrund der gewonnenen Erfahrungen alle Beteiligten viel schneller, viel effizienter und punktgenauer reagieren können und real auch reagieren.

–       Die Ebola-Epidemie, die 2014 in Westafrika ausbrach[7] – einem der am dichtesten besiedelten Gebiete in ganz Afrika mit vielen Millionenstädten. Das Ebola-Virus ist eines der mörderischsten, die die Menschheit je erlebt hat und erleiden musste. Seine Letalitätsrate liegt, je nach Virusvariante, bei verheerenden 25 bis 90 Prozent! Nicht bei 5 Prozent oder gar nur 0,05 Prozent! Es wird durch Körperflüssigkeiten (Hustenauswurf etc.), aber auch kontaminierte, gemeinsam genutzte Gegenstände oder auch den Verzehr bestimmter Tiere übertragen. Seine Infektiosität ist deswegen extrem hoch. Und nun beachte man: Dieses erstens extrem tödliche, zweitens extrem infektiöse Virus wütete in einem Gebiet, das drittens, wie schon gesagt, sehr dicht besiedelt ist, in dem viertens die Gesundheitsversorgung und fünftens auch die hygienischen Verhältnisse sowie sechstens der Bildungsstand (hohe Analphabetenquote) und siebtens der (damalige) Zustand der massenmedialen Möglichkeiten der Informierung der Bevölkerung (via TV und Internet) durch die Reihe dramatisch schlechter waren als im heutigen China oder gar Mitteleuropa! Und NICHTS von dem trat ein, was gewisse Horrorhochrechnungen, die sich im Falle von CoViD19 in den Medien finden, suggerieren: keine Millionen von Toten, keine Hunderttausenden – sondern, nach Angaben der WHO, 11.316 (mit – für afrikanische Verhältnisse – natürlich sehr hoher Dunkelziffer). Und auch hier sei wieder gesagt: 11.316 zu viel …

Sie werden bestimmt verstehen, wenn ich hier folgende kurze Zwischenbemerkung mache: Ich höre schon das Hufscharren einiger Denunzianten: Ich wolle relativieren und verharmlosen! Nein, ich alter Wahrheitsfanatiker und Aufklärer will aufklären und den vielen Modellen, nach denen ALLES möglich ist, die extrapoliert werden können bis ins Nirwana, die Realität gegenüberstellen, die REALITÄT, in der NICHT alles möglich ist – damit nicht Maßnahmen ergriffen werden, die womöglich mehr schaden, als sie nutzen. Oder die gar nur schaden. Und deswegen sei kategorisch gesagt: Es muss unbedingt verhindert werden, dass wir in wenigen Wochen nur noch die Wahl haben zwischen zwei unterschiedlichen Formen des, ich sage es mal drastisch: Verreckens. Jenem durch CoViD19 – oder jenem aufgrund eines wirtschaftlichen Totalzusammenbruchs, eines finalen ökonomischen Shutdowns, wie das neudeutsch und zeitgeistig euphemistisch genannt wird.

Vernünftige prophylaktische Maßnahmen – und nicht vernünftige prophylaktische Maßnahmen

Ich hatte eingangs schon kurz angesprochen, welche prophylaktischen Maßnahmen unbedingt durchgeführt werden müssen – die ja auch alle Experten fordern, wenn nicht seit langer Zeit predigen: die möglichst vollständige Unterbindung von körperlichen Kontakten und sozialen Kontakten unter der 1,5-Meter-Grenze, also die Meidung von Menschenansammlungen, in denen das nicht garantiert werden kann, und Hygiene und nochmals Hygiene (Händewaschen und Nasen- und Mundschutz zur Verhinderung aktiven Auswurfs). Diese höchstgradig wirksamen Mittel der Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Virus sind kleinräumige Mittel – im Gegensatz zu großräumigen Abschottungen ganzer Städte, Länder oder gar halber Erdteile (EU). Am Beispiel der EU exemplifiziert: Wenn die kleinräumige ‚Abschottung‘ der einzelnen Menschen, der engen Kontakte der 500 Millionen EU-Bürger untereinander nicht hinreichend gelingt, ist ihre großräumige Abschottung völlig sinnlos. DAS VIRUS IST SCHON DA!

     Vor dem Hintergrund der bisherigen Ausführungen erscheinen einige der bislang von den Verantwortlichen getroffenen prophylaktischen Maßnahmen als sehr sinnvoll, andere hingegen nicht. Ich will zunächst kurz sinnvolle Maßnahmen thematisieren und ebenso kurz erläutern, warum sie sinnvoll sind:

     Die Abschottung von Altentagesstätten und Pflegeheimen ist sehr sinnvoll im Sinne des Schutzes alter Menschen als jener Opfergruppe, die vom Corona-Virus am schlimmsten heimgesucht wird – siehe Italien. Der Schutz alter Menschen hätte viel früher auch auf jene ausgedehnt und intensiviert werden müssen, die – in Deutschland oft allein – in ihrem eigenen Heim leben: durch Aufklärung und nochmals Aufklärung über alle Kanäle, also TV, Radio, Internet, und auch ambulante Altenpfleger oder auch Amtspersonen, die Aufklärungsbroschüren verteilen und auch einfach an der Tür von Wohnungen klingeln, in denen Alte leben. Solche zielgenauen punktuellen Maßnahmen zum Schutze von Hochrisikogruppen hätten sehr viel mehr gebracht als die flächendeckenden, medienwirksamen Stilisierungen von Politikern à la Macron als ‚Macher‘ und Weltenretter, die gleich ein ganzes Land unter Quarantäne stellen, obwohl in der französischen Provinz und in vielen anderen ländlichen Gebieten noch auf hundert Kilometer kein Infizierter gesehen oder sonst wie entdeckt worden ist. Die hochwahrscheinlichen möglichen Opfer müssen an erster Stelle unter (hoffentlich freiwilliger) Quarantäne gestellt werden! Sie müssen geschützt und unterstützt werden – etwa was Einkauf oder andere notwendige Besorgungen betrifft. Sie müssen an allererster Stelle enge soziale Kontakte meiden! Wo auch immer! Aus Gründen des Selbstschutzes!

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     Auch die Schließung von Kitas und Schulen ist sehr sinnvoll. Kita-Kinder und Kinder und Jugendliche, die zur Schule gehen, sind Virenschleudern vor dem Herrn. Sie erkranken selbst – zum Glück – kaum oder gar nicht (ich habe bis heute keine Meldung gelesen, dass Kinder am Corona-Virus erkrankt sind), aber sie sind hocheffiziente Überträger des Virus. Sie tragen das Virus nach Hause, zu ihren Eltern, zu ihren Großeltern. Die Folgen sind in Italien zu beobachten (und auch in Spanien mit ähnlichen nationaltypischen Sozialstrukturen und Verhaltensformen). Und Kindern und Jugendlichen mit Regeln vernünftigen Verhaltens in Sachen CoViD19 zu kommen, ist ähnlich sinnvoll, wie selbiges in einem Kuhstall zu tun. Die Schließung von Kitas und Schulen über drei, vier Wochen (oder noch länger) hat zudem keinerlei negative volkswirtschaftliche Folgen – solange die Erzieher und Lehrerinnen ganz brav ihr Gehalt bekommen und noch braver konsumieren und einkaufen gehen wie gewohnt.

     Mit dem ‚wie gewohnt‘ und dem Übergang zur Welt der in der Arbeitswelt aktiven Erwachsenen also zu den wenig bis nicht sinnvollen Maßnahmen – jenen, die in Sachen Virus-Prophylaxe wenig bis nichts bringen, aber volkswirtschaftlich hochgradig schädlich sind, die Menschen also auf einer ganz anderen Ebene in hohem Maße bedrohen. Ein paar Beispiele, die Pars pro Toto für viele andere Bereiche stehen:

     Es gibt soziale Bereiche, die so durchorganisiert und durchkontrolliert sind wie keinerlei andere soziale Bereiche. Und zwar mit weitestem Abstand. Nein, ich rede nicht von Gefängnissen, sondern von unseren hochgradig automatisiert arbeitenden Fabriken: Sie sind räumlich wie zeitlich bis in den letzten Winkel und die letzte Sekunde des Tages durchorganisiert und durchkontrolliert. Nirgendwo können neue Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen (im Sinne des Schutzes vor einer Corona-Infektion) besser und systematischer eingeführt und vor allem rund um die Uhr kontrolliert werden als in unseren Fabriken. Nirgendwo! Warum es also ausgerechnet in diesem höchstgradig durchorganisierten und durchkontrollierten Bereich zu kompletten Shutdowns, also zu ganzen Werkschließungen (als Beispiel großräumiger Abschottung) kam oder kommen musste, etwa in der Autoindustrie, ist mir schleierhaft. Ich habe bis jetzt das Wort Hysterie nicht in den Mund genommen. Und ich tue es jetzt auch nicht. Aber erklären kann man diese Werkschließungen, die in Sachen Virusprophylaxe wenig bis nichts bringen, WENN entsprechende kleinräumige Prophylaxemaßnahmen systematisch eingeführt und kontrolliert werden, kaum anders als unter Zuhilfenahme, sagen wir mal: sozialpsychologischer Überlegungen erklären. Um das so nur mal anzudeuten. Diese Werkschließungen bringen bei der Bekämpfung der Ausbreitung des Virus wenig bis nichts – aber sie schaden volkswirtschaftlich ungemein. Vor allem dann, wenn sie länger dauern als übliche Werksferien.

     WENN entsprechende kleinräumige Schutzmaßnahmen durchgeführt werden, ist auch die Schließung fast aller mittelständischen Geschäfte, die nicht der Versorgung mit Lebensmitteln dienen, virusprophylaktisch nicht notwendig – aber volkswirtschaftlich hochgradig schädlich. Mein Supermarkt um die Ecke führt es vor: Es gibt inzwischen Einlasskontrollen, um die Zahl derer zu begrenzen, die gleichzeitig im Markt sind. Die Kassiererinnen sind durch Schutzkleidung (Masken, Gummihandschuhe etc.) und auch Abstandhalter geschützt – und inzwischen stehen alle in der Schlange vor der Kasse mit gehörigem Abstand. Diese grundlegenden Prinzipien der Verhinderung kleinräumiger, enger sozialer Kontakte sind grundsätzlich in allen Geschäften (ohne direkten Körperkontakt wie etwa bei Friseuren, Masseuren etc.) und auch Restaurants (nur jeder zweite Tisch wird besetzt etc.) durchführbar – und kontrollierbar durch Polizei und Gewerbeaufsicht und vor allem: durch UNS ALLE! Die Menschen, die einem seit Tagen auf den leeren Straßen und nicht ganz so leeren Supermärkten begegnen, sind wie ausgewechselt: Ich habe seit Tagen fast keinen erlebt, der sich nicht an die Regeln hält! Oder der durch grimmige Blicke den zu nahe aufrückenden Hintermann in der Schlange vor der Kasse auf Distanz bringt. WIR ALLE können die Einhaltung der Regeln kontrollieren und freundlich und sachlich intervenieren, wenn wenige sie übertreten. Und das am eigenen Leben und der eigenen Gesundheit nicht wenig interessierte Personal aller Geschäfte und Restaurants etc. wird das umso mehr tun!

Wirtschafts- und finanzpolitische Maßnahmen

Zu meiner grundsätzlichen Freude haben die politisch Verantwortlichen in Sachen Wirtschafts- und Finanzpolitik sehr schnell und im Prinzip richtig gehandelt – und noch mehr freut mich fast, dass diese staatlichen Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft den Ideologen des Neoliberalismus und den marktradikalen Kapitalknechten in Politik, Medien und sogenannter Wirtschaftswissenschaft mal wieder offen ins Gesicht, also auf den dummen Kopf schlagen. Die Märkte regeln mal wieder nichts, sondern reagieren hysterisch (Kursverfälle ins Bodenlose). Und der Staat muss es mal wieder richten.

     Er richtet es aber in einer Weise, die, zurückhaltend formuliert, verbesserungsfähig ist. Was jetzt geplant ist, ist die massive Erhöhung der Staatsverschuldung – was in Zeiten extrem niedriger Zinsen erst mal nichts Schlimmes ist. Aber Staatsschulden sind Schulden mit langen, oft sehr langen Tilgungsperioden. Und die Zinsen werden ganz bestimmt irgendwann wieder steigen. Und wer gibt dem Staat das Geld, wer kauft die Staatsanleihen? Die Reichen. Und wer bekommt die Zinsen? Die Reichen. Und wer zahlt die Steuern, die für die staatlichen Zinszahlungen verwendet werden? Auch die Armen. Staatsverschuldung ist also – in the long run – Umverteilung von unten nach oben, von den Armen zu den Reichen.

     Das muss nicht sein. Der Staat könnte das Geld bei den Reichen auch einfach direkt abholen – durch eine entsprechende Erhöhung der Spitzensteuersätze, der Wiedererhebung der Vermögenssteuer, durch die Erhöhung der Erbschaftssteuer auf größere Erbschaften und die Einführung einer saftigen Finanztransaktionssteuer (mit dem sehr großen Kollateralnutzen, Börsenhysterien zu unterbinden).

     Und ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen, um für eine Reform des Geldsystems zu werben, für die ich schon lange Jahre Werbung mache (und deren Durchsetzung, politischen Willen vorausgesetzt, von heute auf morgen erfolgen könnte): Derzeit wird neues Geld von den Zentralbanken aus dem ‚Nichts‘ geschaffen durch Geld-‚Schöpfung‘: Den Geschäftsbanken werden Kreditspielräume gewährt, die diese in Form von Krediten an die Wirtschaft und Konsumenten weitergeben. Neues Geld kommt im gegebenen System also als Kredit, als Schuld ins System. Auch das muss nicht sein: Vollgeld, ebenso aus dem Nichts durch die Zentralbank geschaffen, könnte einfach dem Staat überwiesen werden (und zwar in Mengen, die allein von der Zentralbank bestimmt werden, um Inflation zu vermeiden). Die Bundesregierung hat vor wenigen Tagen ein 150 Milliarden Euro schweres Stützungspaket beschlossen – auf Kreditbasis, also in einer Form, die langfristig die Reichen wieder nur reicher macht. In einem Vollgeldsystem würde die Zentralbank in Krisenzeiten wie diesen einfach 150 Milliarden ans Finanzministerium überweisen – und die Sache wäre geritzt. Würde das zu Inflation führen? Nein, dieses neue Geld würde nur die Nachfrage bzw. die Umsätze kompensieren, die aufgrund der Krisenmaßnahmen weggebrochen sind – und noch viel schlimmer wegbrechen werden, wenn der Shutdown ganzer Wirtschafsbereiche nicht so bald wie möglich rückgängig gemacht wird. Sonst droht eine Weltwirtschaftskrise – die die Welt noch nicht gesehen hat!

     Da leider nicht zu erwarten ist, dass die gegenwärtige Krise genutzt wird, um das kurz dargestellte Vollgeldsystem durchzusetzen, sei zumindest gesagt: Die Unterstützung vor allem des Mittelstandes, der kleinen Geschäftsinhaber und Soloselbstständigen sollte unbedingt als nicht rückzahlbarer Zuschuss erfolgen, mindestens aber als zinsfreier Kredit, der nur sehr langfristig, also in kleinsten Raten zurückgezahlt werden muss. Kleinen Gewerbetreibenden, die vor dem Ruin stehen, verzinsliche Kredite und damit eine mögliche Zinseszinsfalle und einen langfristig wachsenden Schuldenberg als ‚Hilfe‘ anzubieten, sollte strikt unterbleiben. Niemand greift nach einem Strohhalm so dick und groß wie ein Baumstamm, der einen erschlägt.

Wo bleibt das Positive?

Schon Erich Kästner antwortete auf diese Frage: Das weiß der Teufel! Okay, dann spiele ich mal kurz den Teufel:

     Positiv zurückbleiben könnte von der CoViD19-Krise, die, wenn ich alle Faktoren richtig einschätze, in wenigen Wochen grundsätzlich überwunden sein wird (ich rede also nicht von der anstehenden Wirtschaftskrise), Folgendes:

–       Schlauer gewordene Menschen. Menschen, die mehr Rücksicht aufeinander nehmen, die sozialer, hilfsbereiter geworden sind. Die gemerkt haben, dass man sehr schnell etwas sehr Großes schaffen kann, wenn alle bei einer richtigen Sache mitziehen. Die in den letzten Tagen zu beobachtende gewachsene Einsicht, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Solidarität und auch Dankbarkeit gegenüber Menschen, die etwa im Gesundheitssystem teilweise ihr Leben aufs Spiel setzen, um anderen zu helfen, ist beeindruckend. Vor allem in einem, Pardon: kapitalistischen Scheißsystem, das uns im Namen der Profitmaximierung in einen immer schärfer werdenden darwinistischen Konkurrenz- und Ellenbogenkampf hetzt, in einen sozial wie ökologisch zerstörerischen Wettlauf um das immer Mehr, immer Schneller, immer Höher, immer Weiter, in einen eigentlich nur spätpubertären Kampf darum treibt, wer der Schönste ist, wer die dicksten Muskeln hat, das dickste Auto und den längsten Schwanz, das größte Vermögen oder sonst einen größten Schwachsinn.

–       Schlauer gewordene Politiker: Parteien- und lagerübergreifend wurde sehr schnell sehr oft das Richtige und Notwendige gemacht. Nicht immer, wie gezeigt, aber sehr oft. Dass selbst die parlamentarische Vertretung des Kapitals im Parlament, die FDP, nach Staatsinterventionen rief, weil der Markt mal wieder völlig versagte und nur hysterisch reagierte, ging natürlich runter wie lecker Wein. Das wäre doch mal eine Blaupause für normale Zeiten![8]

–       Ich sehe den Föderalismus in einigen Aspekten grundsätzlich eher kritisch. Es hat sich mir noch nie erschlossen, warum (Stichwort Bildungsföderalismus) in Berlin eine andere Mathematik gelehrt werden sollte als in Bayern. Oder warum die Hamburger Polizisten (Stichwort Länderhoheit bei der inneren Sicherheit) in einem anderen Kostüm durch die Gegend laufen müssen als die Stuttgarter. In der CoViD19-Krise habe ich den Föderalismus, der reihum eher als Hindernis bei der schnellen Durchsetzung von Maßnahmen gesehen wurde, als Bollwerk gegen die autoritären Anmaßungen der Zentralisten erlebt. Differenziertes Reagieren auf differenzierte Problemlagen ist immer und ohne jede Ausnahme besser als zentralistisch für ganze Länder pauschal verhängte Zwangsmaßnahmen (à la, siehe oben, Macron), obwohl die Probleme eindeutig lokal und regional hochgradig differenziert auftauch(t)en.

–       Sehr schön war insofern auch mitanzusehen, wie sich eben diese Zentralisten, die einsamen ‚Macher‘ und ‚Führer‘ und vor allem die konservativen, rechtspopulistischen bis reaktionären Autokraten vom Schlage eines Donald Trump, Jair Bolsonaro oder auch Boris Johnson selbst als unfähige Trottel offenbarten, die zunächst alles leugneten und unter den Teppich kehrten. Inklusive des großen Diktators in China, unter dessen Fuchtel und Geheimhaltungspolitik die Bekämpfung des Virus vier wertvolle Wochen verlor.

–       Sehr schön zudem, die, wie schon angesprochen, erneute Selbstvorführung der Neoliberalen und kapitalhörigen Marktradikalen als tumbe Dumpfbacken, die in der Krise sofort nach dem Staat rufen. Die in der neoklassischen und neoliberalen Theorie alles mit unsichtbarer Hand regelnden Märkte regelten gar nichts. Überhaupt nichts. Sie reagierten vielmehr hysterisch, also hochgradig irrational und damit kontraproduktiv.

–       Und als eine der schönsten und – in Sachen Ökonomie und Ökologie – weitestreichenden positiven Folgen der Krise könnte sich die Entdeckung der Ausmaße erweisen, in denen sozialversichertes (!) Homeworking und Homeoffice (selbst für die G-7 Staatenlenker!) möglich sind und durchgesetzt werden können zugunsten des Einsparens von Arbeits- und Arbeitswegezeit, von Geld, Verkehr und natürlichen Ressourcen, also auch im Sinne von Umwelt- und Klimaschutz, und zugunsten des Gewinns an Lebenszeit (der Durchschnittsarbeitnehmer ist knappe eineinhalb Stunden pro Tag auf dem Weg zur oder von der Arbeit), autonomer zeitlicher Selbstbestimmung und der Vereinbarkeit von Familie, Leben und Beruf. Wie ich schon an anderen Stellen aufgezeigt habe:[9] Im Zeitalter von Internet, E-Mail und Videokonferenzen sind sämtliche Verwaltungsgebäude von Versicherungen oder Banken, aber auch die von Industrie- oder Handelskonzernen, völlig überflüssig, ist die Arbeitswegezeit, um zu ihnen oder zurück nach Hause zu gelangen, eine vollständige Vergeudung von Lebenszeit. Auch die körperliche Anwesenheit auf irgendwelchen Tagungen, inklusive der Weltklima-Konferenzen, zu denen Tausende per Flugzeug einfliegen und damit die Umwelt und das Klima belasten, nur um sich vor Ort auf einen Stuhl im Publikumsraum zu setzen und sich von einem Menschen auf der Bühne einen Text (eine Rede, einen Vortrag) vorlesen zu lassen, den man auch zu Hause hätte lesen können – und zwar viel schneller und mit der Möglichkeit, mal kurz innezuhalten, um nachzudenken oder etwas nachzuschlagen. Nachzudenken!

Wenn all diese positiven Entwicklungen anhalten würden, hätte dieser ganze CoViD19-Wahnsinn sogar noch einen Sinn und etwas Gutes gehabt – wären da nicht die vielen Toten. Und die bittere Einsicht, durch welche extrem einfachen, idioteneinfachen Maßnahmen, viel früher und konsequenter eingesetzt, sie in hohem Maße hätten verhindert werden können. Eine hinreichend große Zahl von Denkfähigen, Informierten und Verantwortungsvollen freilich vorausgesetzt.

[1] Eine sehr gute wissenschaftliche Darstellung der Eigenschaften des Corona-Virus und der notwendigen Maßnahmen gegen seine Ausbreitung findet sich hier: www.youtube.com/watch?v=F7hGW2-o5V4&feature=youtu.be Es handelt sich um einen Vortag des Leiters der Klinik für Infektions- und Tropenmedizin des Klinikums Chemnitz, Dr. med. Thomas Grünewald.

[2] Vgl. hierzu meine philosophischen Hauptwerke: Von der Natur des Denkens und der Sprache. Fragmente zur Sprachphilosophie, Erkenntnistheorie und physikalisch-biologischen Wirklichkeit, Frankfurt/a. M. 2003. Vom Denken der Natur. Natur und Gesellschaft bei Habermas. Vollständig überarbeitete und stark erweiterte Neuausgabe 2008, Hamburg-Norderstedt 2008.

[3] CoViD19 steht für corona virus disease 2019.

[4] Vgl. www.tagesschau.de/inland/coronavirus-karte-deutschland-101.html; Stand: 23     .03.2020, 00:00

[5] Dieser Artikel wurde übrigens von zwei guten Freunden inhaltlich Korrektur gelesen: Einer arbeitet in Hamburg in der Klimaforschung, er hat also mit diesen Klimamodellen tagtäglich hauptberuflich zu tun. Der zweite ist ein naturwissenschaftlich hoch gebildeter Arzt an einem Klinikum in Berlin.

[6] Vgl. etwa https://neherlab.org/covid19/ und gabgoh.github.io/COVID/index.html

[7] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Ebolafieber-Epidemie_2014_bis_2016 und https://de.wikipedia.org/wiki/Ebolafieber#%C3%9Cbertragung

[8] Vgl. hierzu auch meinen Artikel „Mehr radikale Demokratie wagen – jenseits der Parteizwänge!“, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Nr. 3/2020, S. 37 ff., oder auch hier als Download: www.egbert-scheunemann.de/Radikale-Demokratie-Scheunemann-Blaetter-03-2020.pdf

[9] Vgl. z. B. www.egbert-scheunemann.de/Das-gute-Leben-Scheunemann.pdf

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Grafikquellen         :

Oben       —             立法院院長王金平等接受SARS防護衣捐贈

2.) non Oben       —          Comic telling the youth in Luxembourgish to prevent the COVID-19 from spreading by washing their hands on a regular basis.

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Entmenschlichte CDU Zeiten

Erstellt von DL-Redaktion am 25. März 2020

Das Virus der Konformität

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Ach waren das Zeiten – als Politiker Menschlichkeit zeigten !

Ein Schlagloch von Charlotte Wiedemann

Der Ausnahmezustand ist von faktischer, sozialer und geistiger Art, doch kaum von juristischer. Über Sprache und Denken im Ausnahmezustand.

Wo kam sie ursprünglich her, die Metapher vom „Runterfahren“ der Gesellschaft, die damit zu einer Maschine wird, mit einem gedachten großen Hebel? Der Begriff ähnelt dem Patienten null der Epidemiologie, von dem eine Krankheit mutmaßlich ihren Ausgang nimmt. Worte sind nicht ansteckend, doch übertragen sie eine geistige Haltung, die sich schneller verbreiten kann, als man ihrer gewahr wird.

Beim Hinauf- und Herunterfahren einer Maschine darf nichts knirschen, kein Sand im Getriebe sein. Auf eine Gesellschaft bezogen, ist das ein totalitäres Bild. Aber darf man solche Überlegungen jetzt anstellen, Sprachkritik, Ideologiekritik? Man muss es sogar, zumal angesichts der zweitmeist verwandten Krisenvokabel: „den Laden am Laufen halten“. Der Begriff kommt jovial daher, doch teilt er auf in Unverzichtbare und Verzichtbare, in Front und Hinterland. Verzichtbar ein Großteil des geistigen und kulturellen Lebens; Zuhausebleiber – ob sie je wieder gebraucht werden?

Wer im Hinterland sitzt, denkt sich an die Front, sucht nach Rechtfertigung des eigenen Daseins, nach einem Platz in der großen Rettungsgemeinschaft. Es hat also Gründe, wenn im Hinterland nun ein Virus der Konformität auftritt, ein offensiv vorgetragener Wille, sich einzugliedern in einen Notstand härtester Art. So ist es gewiss nicht bei allen. Doch ist es zum Fürchten, wenn aus einer jungen, hochgebildeten, liberalen Mittelschicht der Ruf nach einer totalen Ausgangssperre ertönt, wie sie nicht einmal der Staat will.

Woher rührt diese vorauseilende Bereitschaft zur Unterwerfung, feierlich deklariert auf Instagram?

Achtsamkeit und Vernunft sind Schlüsselbegriffe. Wer diese beiden Tugenden für sich selbst in besonderem Maße in Anspruch nimmt, erschafft dieser Tage ein neues Milieu, eine Art Krisen-Biedermeier. Das eigene regelkonforme Verhalten wird mit detaillierten Selbstverpflichtungen öffentlich bezeugt und die verordnete Entschleunigung als ein Schonraum erlebt – so öko-sauber, mit stillen Straßen, die nicht gegen Automobil-Interessen erkämpft werden mussten.

Nestwärme in einer Utopie ohne Bürgerrechte.

Wer dieser Tage von Freiheitsrechten spricht, wird leicht der Verantwortungslosigkeit bezichtigt. Manche setzen intellektuelle Reflexion unumwunden mit der Bereitschaft gleich, andere fahrlässig zu infizieren. Und überhaupt: Kritik ist nicht an der Zeit! Erst „danach“ wieder zulässig! Aber das Danach, wann wird es sein? Niemand weiß es. Und werden Rechte, wenn sie jetzt allzu leichten Herzens aufgegeben werden, eines Tages zurückkommen, einfach so?

Bundeshauptstadt Bonn 04.jpg

Ich kam über Stock und Stein, trat dann die Mauer ein – und jetzt bleib ich hier und trink Euer Bier.

Auch die Medien stehen unter Konformitätsdruck, von innen wie von außen, und Abweichungen werden sanktioniert. Als Anne Will in ihrer jüngsten Sendung gegen Söder stichelt, im journalistischen Tonfall früherer Zeiten, zieht die Süddeutsche Zeitung die Rote Karte: „Eine Moderatorin will spalten.“ Spalten? Ein Vorwurf aus dem Vokabular autoritärer Gemeinschaften. Wie locker solche Begriffe jetzt sitzen. Wer ist sichtbar in der Krise, wer hat Stimme? Die Älteren, also etwa ein Fünftel der Bevölkerung, kommen fast nirgends zu Wort, sind nur Objekt der fürsorglichen Belagerung. Die vielen Vereinzelten, zur Einsamkeit verdammt, vielleicht schreien sie dagegen an, wir hören sie vorsichtshalber nicht. Denn es könnte demoralisierend wirken.

Weitgehend unsichtbar auch der migrantische Teil Deutschlands, obwohl dazu viele gehören, die den Laden zusammenhalten, unterbezahlt. Trotzdem sind Talk-Runden ausschließlich weiß, als könnten sich nur so Ernst und Verantwortung versammeln.

Quelle :         TAZ       >>>>>           weiterlesen

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Grafikquellen        :

Oben           —      Biergarten Viktualienmarkt

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Unten         —         Die Bundesumweltministerin Angela Merkel am Stresemannufer hinter dem Plenarsaal der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn beantwortet einem Fernsehteam deren Fragen. Im Hintergrund ist das Abgeordnetenhochhaus Langer Eugen zu sehen. Fotografische Impressionen von Andreas Bohnenstengel während der Parlamentarischen Woche im Juni 1995 in: Der Dreizehnte Deutsche Bundestag. Innenansichten unseres Parlaments. ISBN 3-87576-357-2

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DL – Tagesticker 25.03.2020

Erstellt von DL-Redaktion am 25. März 2020

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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So viel an Nationalismus hätten selbst Hitler und Adenauer – sowie Schröder, Merkel und Merz ihren Enkel – Innen nicht angeboten. Denn Diese waren und sind  eben nur Politiker – Innen und arbeite(n) ten nur für sich selbst!

Coronavirus Texas Vizegouverneur:

1.) Großeltern sind bereit, für ihre Enkel zu sterben

Alle müssten in der Coronakrise Opfer erbringen, sagte Vizegouverneur Dan Patrick. Aber die Wirtschaft müsse weiterlaufen. Er selbst sei bereit, dafür sein Leben zu geben. Wohl kaum eine andere Frage wird derzeit so stark debattiert: Wie lautet die richtige Strategie im Umgang mit der Coronakrise? Während Regierungen auf der ganzen Welt auf strikte Isolation von Infizierten und Ausgangssperren setzen, fordert der amerikanische Vizegouverneur Dan Patrick nun einen anderen Weg – und vertritt eine absurde These.

Spiegel-online

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Endlich bekommen die Söldner der Macht, Zeit sich einmal um „Lebensnotwendige“ Dinge zu kümmern und ihre Uniform zu zeigen.

 Bilanz in NRW

2.) Polizei in einem Jahr fast 500 Mal im Einsatz wegen Hochzeitskorso

Leere Straßen, eine seltsame Stille: Vor genau einem Jahr erlebte NRW das genaue Gegenteil von dem, was gerade ist. Eskalierende Hochzeits-Korsos sorgten damals für Aufruhr. Seit dem 1. April 2019 wurde das Phänomen sogar statistisch vom Innenministerium erfasst. Das Ergebnis: Bis zum 2. März dieses Jahres kam es zu 496 Polizeieinsätzen mit dem „Anlass Hochzeit“. Zuletzt gingen die Zahlen laut Innenministerium aber zurück. Erfasst werden die Einsätze weiter in einem sogenannten Lagebild. Und auch wenn das nach einem Jahr noch nicht repräsentativ sei, sind laut einem Sprecher des Innenministeriums „einige Tendenzen bereits jetzt aus den bisherigen Erfassungen erkennbar.“

Kölner Stadt-Anzeiger

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Entsprechende Quittungen werden erst nach der Bezahlung ausgestellt ! In der Politik: Nach den nächsten Wahlen ! Je gleicher die Parteien um so mehr Wähler bleiben zu Hause.

Berlin und das Coronavirus

3.) Justizsenator rechnet mit mehr häuslicher Gewalt in Berlin

Berlin will schwerkranke Patienten aus Italien aufnehmen + Dritter Toter ist ein 42-Jähriger Mann + Abiprüfungen könnten abgesagt werden + Der Virus-Blog für Berlin. Straftaten der häuslichen Gewalt werden stark zunehmen, befürchtet Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne).

Tagesspiegel

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Ist der Glaube an sich Selbst nicht der einzige Grund ihrer Daseins-Berechtigung für das Leien-Kabinett der Regierung ?

4.) Wirtschaftsweise glauben an optimistisches V-Szenario

Die sogenannten Wirtschaftsweisen verbreiten in der Corona-Krise vorsichtigen Optimismus. Die Ökonomen glauben nicht, dass es durch die massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens, dem sogenannten Shutdown, zu einem dauerhaften Einbruch der Wirtschaftsleistung kommen wird. „Für das wahrscheinlichste Szenario halten wir derzeit ein tiefes V, bei dem die Wirtschaftsleistung durch den Shutdown zunächst stark einbricht, dann aber auch relativ bald eine starke Wiederbelebung erfährt“, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Lars Feld, WELT. Die Ökonomen hatten zuvor mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) über die Folgen der Corona-Pandemie gesprochen.

Welt

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Bewegt sich das Land nicht schon seit wenigstens 14 Jahren – auch ohne Dow Jones – zurück in geglaubte, lange vergessen zu habende Zeiten? Endlich wurde ein Grund für die Quarantäne gefunden.  Stände kein Vorsatz dahinter – müsste alles erfunden werden !

Börse aktuell:

5.) Dow Jones macht den größten Kurssprung seit 1933

An der asiatischen Leitbörse in Tokio sind die Kurse im Vormittagshandel am Mittwoch erneut deutlich gestiegen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte kletterte um 1036,86 Punkte oder 5,7 Prozent auf den Zwischenstand von 19 129,21. Schon an den beiden vorangegangenen Tagen hatte das Börsenmeter deutlich im Plus gelegen. Auch der Leitindex Kospi an der Börse in Seoul sprang den zweiten Tag nacheinander deutlich nach oben. Die Kurse legten bis 11.20 Uhr (Ortszeit) um 4,4 Prozent auf 1680,32 zu.

Sueddeutsche-Zeitung

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Arbeiten die  Büttel des Staates nicht überall im gleichen Takt ? Zuviel Arsch zu sitzen – und zwei Linke – Hände für die Arbeit ?

Kampf für neue Verkehrspolitik:

6.) Zu viel Autofahrer-Perspektive

Ein Hamburger Vater bittet die Polizei, gefährliche Situationen auf dem Schulweg zu entschärfen. Weil nichts passiert, wendet er sich an die Politik. Tilo Schmidtsdorff kann es nicht mehr mit ansehen, dass der Schulweg seiner Kinder zugeparkt wird, dass ihnen Autos an Fußgängerüberwegen die Sicht verstellen und dass die Polizei sie dann auch noch ermahnt, Helme und Sicherheitswesten zu tragen. „Wie viele Sicherheitswesten und Fahrradhelme soll man als Fußgänger denn tragen, um vor einem auf dem Gehweg fahrenden Auto geschützt zu sein?“, fragt er.Schmidtsdorff betreibt einen Verkehrsblog. Er hat drei Kinder, möchte mit seiner Familie ohne Auto leben, und dürfte vielen Hamburgerinnen und Hamburgern, die Umfragen zufolge den Autoverkehr zurückdrängen wollen, aus der Seele sprechen.

TAZ

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Wegen Friseur-Verbot:

7.) So sehen unsere Politiker in vier Wochen aus

Nun mussten aufgrund des Coronavirus auch Friseur-Studios ihre Läden schließen – ein eher unspektakulärer Schritt, der bislang optisch kaum ins Gewicht fällt, mittelfristig aber drastische Folgen nach sich ziehen wird. Der Postillon hat mithilfe hochkomplexer Haarwuchsanalysetechnologie ermittelt, wie sich das Friseur-Verbot mittelfristig auf das äußere Erscheinungsbild prominenter Politiker auswirken dürfte:

Postillon

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen        :

Oben     —    DL / privat – Wikimedia  Commons – cc-by-sa-3-0.

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