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RENTENANGST

Archiv für März 22nd, 2020

Eine steile These

Erstellt von DL-Redaktion am 22. März 2020

Die Missachtung der Mathematik hat die Coronakrise verschärft

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Blick auf die Berliner Charité – Wenn nichts wissende Politiker Rat bei gut bezahlten Experten suchen ?

Von Gunnar Hinck

Christian Drosten, für die Medien der „Chefvirologe der Berliner Charité“, ist der Mann der Stunde. Die Zeit fragt: „Ist das unser neuer Kanzler?“. Das ist bemerkenswert, denn Kanzlerfähigkeit attestiert die Hamburger Wochenzeitung nur sehr selten. Schließlich ist für sie das Maß aller Dinge der Ex-Kanzler, Krisenmanager und Allesversteher Helmut Schmidt, der jahrzehntelang ihr Herausgeber war.

Die Christian Drostens der Republik sind gerade gefragt, ihre wissenschaftlichen Ratschläge begehrt. Die Öffentlichkeit hängt an ihren Lippen, weil sie erklären, wie das so funktioniert mit den Viren und wie schnell sich Covid-19 verbreitet.

Die derzeitige Bewunderung für die Wissenschaftler ist die Kehrseite von gesellschaftlicher Gleichgültigkeit in normalen Zeiten. Wenn nicht gerade eine Pandemie ausbricht, sind Virologen, Naturwissenschaftler generell sowie auch Mathematiker die Nerds, denen man nicht richtig zuhört. Wäre Deutschland ein Haus, würden die Christian Drostens im Keller leben. Abgeschieden forschen sie vor sich hin, während die Bewohner der oberen Etagen durchaus froh sind, dass sie da unten leben – man könnte sie ja mal brauchen.

Naturwissenschaftler sind in normalen Zeiten eine stille Provokation für die Mehrheitsgesellschaft, weil sie das tun, was viele wollen. Sie gehen einer sinnhaften Beschäftigung nach und pfeifen darauf, was in der gehobenen Berufswelt sonst zählt: oberflächliches Sozialprestige, Blenden, Bluffen, Geld. Sie könnten, wenn sie wollen, ihre Intelligenz problemlos in ein viel höheres Einkommen ummünzen. Die Unternehmensberatung McKinsey etwa, wo überzahlte Berater Unternehmen oder dem Staat das Geld aus der Tasche ziehen, versucht seit Jahren, gezielt Mathematiker und Physiker zu rekrutieren.

Christian Drosten, gelernter Arzt, entschied sich, im Labor zu verschwinden und zu forschen. Als Ober- oder Chefarzt im wehenden weißen Kittel hätte er bereits früher viel Anerkennung bekommen können.

Naturwissenschaftler konzentrieren sich auf einen so altmodischen Wert wie Erkenntnisinteresse. Sie wollen wissen, warum die Dinge so sind, wie sie sind, und nicht so, wie wir sie uns wünschen.

Mathe-Nerds sind schon in der Pubertät oft die Außenseiter. Nerds tanzen eher ungelenk und verbringen zu viel Zeit mit Science-Fiction-Lektüre. Sie sind eher unsportlich und tragen praktische Kleidung. Ihr Interessensgebiet ist für andere unsexy und schwer zu durchschauen. Natürlich trifft das nicht auf alle zu, sondern, wie Naturwissenschaftler sagen würden, auf eine Teilmenge. Allerdings eine relativ große.

Nerds werden erst mit Ende zwanzig außerhalb der eigenen Population sexuell und fortpflanzungstechnisch interessant, wenn sie einen Titel tragen und weiter gekommen sind als der hippe Hobby-DJ aus der gleichen Schulkasse, der immer noch irgendwelche Projekte macht.

Gerade Mathematik, die Grundlage der Naturwissenschaften, ist uncool – zumindest in Kreisen, die zwar nicht unbedingt an den Schalthebeln der Macht sitzen, aber den Zeitgeist und den gesellschaftlichen Geschmack entscheidend mitbestimmen.

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In den sogenannten klassisch gebildeten Milieus ist es sozial akzeptiert, wenn man damit kokettiert, schlecht in Mathe gewesen zu sein. Kein Mensch in diesen Milieus würde zum Beispiel auf einer Party beim Smalltalk zugeben, dass er noch nichts von Goethe gelesen hat; das würde den sozialen Tod bedeuten.

Diese Haltung zeigt sich auch bei vielen, die derzeit an den föderalen Hebeln sitzen. Sie mögen zwar Goethe kennen, konnten sich aber meist nicht vorstellen, dass bei einer Exponentialkurve eine anfangs scheinbar harmlose Zunahme der Infizierten plötzklich so durch die Decke schießt. Das hat Folgen, die derzeit Tote fordern.

Quelle      :            TAZ       >>>>>          weiterlesen

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Grafikquellen      :

Oben        —       Potsdamer Platz; Blick vom Hochhaus

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Unten        —      Alternativen zum Händegeben     —     Alternatives to handshakes

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Inder in Assam

Erstellt von DL-Redaktion am 22. März 2020

Wer darf Inder sein in Assam?

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von Pierre Daum

Zwei Millionen Menschen droht Lagerhaft und die Ausweisung nach Bangladesch

Man hatte uns gewarnt, der Ort sei nicht leicht zu finden. Bei Tagesanbruch waren wir in Assams Hauptstadt Guwahati aufgebrochen und zwei Stunden Richtung Westen am linken Ufer des Brahmaputras entlanggefahren. Nach etwa 100 Kilometern Fahrt durch eine chaotische, fast zubetonierte Landschaft erreichen wir das Dorf Matia.

Am Vorabend hatte der junge Ethnologe aus Guwahati, der unser Führer sein sollte, plötzlich kalte Füße bekommen. „Ich bin untröstlich, aber das ist zu gefährlich! Die Polizei ist überall. Wenn ich in der Nähe des Lagers in Begleitung eines Journalisten erwischt werde, kann ich ins Gefängnis kommen, und mein Leben ist ruiniert!“

In Matia holen wir Mahmudul ab, einen muslimischen Lehrer, dessen Nachnamen wir nicht nennen sollen. Wir gehen am Fluss entlang, bis wir mitten in einem Waldstück auf eine riesige Anlage von Rohbauten stoßen, umgeben von einer vielleicht 10 Meter hohen, roten Betonmauer. Einen zweiten Ring bildet eine niedrigere Mauer mit Eisenstangen, als Gerüst für einen Stacheldrahtverhau. Zwischen beiden Mauern stehen alle 100 Meter gelb gestrichene Wachtürme. Das gesamte Gelände ist so groß wie sieben Fußballfelder, erklärt der Lehrer. Hier entsteht ein Abschiebelager – für alle, die es nicht in Assams Staatsbürgerregister (National Register of Citizens for Assam, NRC) geschafft haben.

Am 31. August 2019 hat der oberste Gerichtshof Indiens die Namensliste veröffentlicht. Damit verloren 1,9 Mil­lio­nen der insgesamt 32,9 Millionen Einwohner von Assam über Nacht die indische Staatsbürgerschaft. Angeblich handelt es sich um „illegale Einwanderer“ aus dem benachbarten Bangladesch, die „natürlich“ zu deportieren seien. Die Regierung in Dakka hat allerdings schon erklärt, sie werde diese „Migranten“ nicht aufnehmen, sofern Delhi deren bangladeschische Staatsangehörigkeit nicht belegen könne.

Für die betroffenen Männer, Frauen und Kinder ist das Abschiebelager von Matia gedacht, das noch vor Beginn der Monsunzeit im Juni fertig werden soll. Zehn weitere Lager sind geplant. Da die erforderlichen Staatsbürgerschaftsnachweise tatsächlich nicht zu erbringen sind und die Betroffenen Indien gar nicht verlassen wollen, werden sie wohl den Rest ihres Lebens in solchen Lagern verbringen. Aber darüber scheint sich in Assam kaum jemand aufzuregen.

„Wenn Bangladesch sie nicht zurücknimmt, müssen sie eben in dieses Lager gehen“, erklärt ungerührt Pa­nin­dra, ein wohlhabender und sanftmütig wirkender Bauer aus dem nahe gelegenen Dorf Gopalpur. „Vor allem muss sich die Regierung darum kümmern, die Männer von den Frauen zu trennen“, meint der 60-jährige Hindu, „sonst kriegen sie Kinder und das Problem wird nur noch größer.“

Im benachbarten muslimischen Dorf hört man ähnliche Töne. „Die illegalen Einwanderer sind Menschen, wir können sie nicht töten“, sagt der Rikschabesitzer Jalbahar Ali. „Aber sie sind illegal, man muss sie also von der übrigen Bevölkerung trennen. Sie in ein Lager zu stecken, ist in Ordnung. Da müssen sie auch arbeiten, denn es ist nicht unsere Aufgabe, sie zu ernähren.“

Die Zentralregierung präsentiert das Lager Matia als ein nach „humanitären Prinzipien“ vorbildliches Haftzentrum, mit einem Krankenhaus, einer Schule und einem Kinderspielplatz. „Das stimmt, wir haben hier das schönste Lager Asiens!“, erklärt Pa­nin­dra stolz. Zahlreiche Dorfbewohner aus der Umgebung arbeiten auf der Baustelle, für 350 Rupien (3,75 Euro) pro Tag. Jalbahar verdient mit seiner Rikscha dagegen nur 200 Rupien (2,50 Euro).

Die Behörden von Assam geben keine Zahlen zur Religionszugehörigkeit der 1,9 Millionen „Staatenlosen“ heraus. Die gängige Schätzung lautet, dass zwei Drittel von ihnen Hindus und ein Drittel Muslime sind – wie in Assam insgesamt. In dem Bundesstaat sind 34 Prozent der Bevölkerung muslimisch: eine der höchsten Quoten in ganz Indien, wo die Muslime lediglich 14 Prozent ausmachen. Bei den Volkszählungen, die alle zehn Jahre stattfinden, müssen die Einwohner nur ihre Religionszugehörigkeit, nicht aber ihre Staatsangehörigkeit angeben.

Der hohe Anteil von Hindus unter den „Staatenlosen“ in Assam hat alle überrascht. Man hatte angenommen, dass die „illegalen Einwanderer“ vor allem aus Bangladesch stammen und daher selbstverständlich Muslime sind. In Bangladesch gehören 90 Prozent der Bevölkerung dem Islam an, der 1988 in der Verfassung zur Staatsreligion erklärt wurde.1

Verärgert über den hohen Anteil von Hindus, die ihre indische Staatsbürgerschaft in Assam nicht nachweisen konnten, zog die Regierung Modi, die seit sechs Jahren lang eine offen anti­muslimische Politik betreibt,2 schnell ein altes Gesetzesvorhaben zur Ergänzung des Staatsbürgerrechts aus der Schublade. Danach sollten sämtliche Hindus, die illegal nach Indien eingereist sind, weil sie in Pakistan, Afghanistan und Bangladesch religiöser Verfolgung ausgesetzt waren, die indische Staatsbürgerschaft erhalten.

Nach diesem Citizenship Amendment Act (CAA) sind alle Hindus vor Abschiebung geschützt; nur Muslime kommen in die Lager. Das CAA wurde am 11. Dezember 2019 verabschiedet und trat am 10. Januar 2020 in Kraft. Das löste im ganzen Land Proteste aus, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen (siehe nebenstehenden Text).

„Indien von heute ist wie Deutschland 1933“, sagt die muslimisch sozialisierte, atheistische Linksintellektuelle Huma Kidwai aus Hyderabad. „Man muss nur das Wort ‚Juden‘ durch ‚Muslime‘ ersetzen.“ Diese Besorgnis teilt auch der pensionierte höhere Beamte Harsh Mander, der sich heute in Delhi für die Menschenrechte engagiert.

„Unser Premierminister Narendra Modi kommt aus einer fast hundert Jahre alten radikalen Bewegung, dem RSS, dessen Gründer Adolf Hitler und den europäischen Faschismus offen bewundert haben. Gandhis Mörder war von dieser Ideologie durchdrungen. Während der Mahatma für ein weltliches Indien eintrat, in dem jede Religion gleichermaßen geschützt und respektiert werden sollte, war das Ziel des RSS von jeher ein hinduistisches Indien, in dem Muslime und Christen Bürger zweiter Klasse wären.“3

Um zu begreifen, warum die meisten Leute in Assam kein Problem darin sehen, hunderttausende Menschen in Lager einzusperren, muss man die Geschichte des Bundesstaats kennen. Das trotz fruchtbarer Böden lange Zeit nur spärlich bevölkerte Assam liegt in einer Art Exklave, die durch Bangladesch vom Rest des Landes getrennt ist (siehe Karte). Als Britisch-Indien 1947 seine Unabhängigkeit erlangte, wurde nicht nur der ganze Subkontinent, sondern auch das frühere Bengalen zweigeteilt: Der mehrheitlich von Hindus bewohnte Westen kam zu Indien (Bundesstaat Westbengalen), das überwiegend muslimische Ostbengalen zu Pakistan. Das noch weiter östlich gelegene Assam wurde hingegen Indien zugeschlagen.

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24 Jahre später erkämpften die ostpakistanischen Bengalen in einem extrem brutalen Krieg, der mindestens eine Million Tote forderte, ihre Unabhängigkeit von der pakistanischen Zentralregierung. Am 25. März 1971 wurde der neue Staat Bangladesch gegründet. „Wir befinden uns in einer sehr durchlässigen Region, die lange Zeit gar keine Grenzen kannte“, erläutert Mirza Zulfiqur Rahman, ein assamesischer Spezialist für grenzüberschreitende Mobilität und Gewalt. „Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts holten die britischen Kolonialherren bengalische Beamte und Arbeiter hierher – Hindus wie Muslime –, die für die Stämme, die im Brahmaputra-Tal lebten und Assamesisch sprachen, schon damals Ausländer waren.“

Der Krieg von 1971 führte zu einem Exodus von Millionen Menschen unterschiedlichen Glaubens, und niemand weiß, wie viele nach Kriegsende wieder nach Hause zurückkehrten. Auch in der Folgezeit wanderten noch viele Menschen aus Bangladesch über die grüne Grenze nach Assam aus, weil es hier mehr Land gab.

Quelle          :           Le Monde diplomatique  >>>>>          weiterlesen

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Grafikquellen        :

Oben     —      Location of Assam state in India

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2.) von Oben       —         Narendra Modi addressing the Dharmakul Vandana Mahotsav

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Unten       —     Montage of Assam state (clockwise from top): Academic complex IIT Guwahati, Ahom Raja’s Palace, Kamakhya Temple at Guwahati, Rang Ghar pavilions, Kolia Bhomora bridge over Brahmaputra river, one horned rhinoceros (Rhinoceros unicornis) at Kaziranga National Park, and Siva dol of Sivsagar.

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Tränen eines Hypochonders

Erstellt von DL-Redaktion am 22. März 2020

Hilft die rechtzeitige Panik?

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Von Gastautor Heinrich Steinfest

Hilft die rechtzeitige Panik, das Luftanhalten in der Badewanne oder vielleicht doch ein Hut, den sich alle aufsetzen und lüften, wenn man sich begrüßt? Wie früher. Ein exklusiver Beitrag in verstörenden Zeiten, die unserem Autor erscheinen, als müsste ihm gleich eine Träne aus den Augen quellen.

Wenn ich morgens sehr zeitig aufwache, schreckhaft, nassgeschwitzt, immer so, wie wenn man für einen Moment sich denkt, „Gott sei Dank, das habe ich nur geträumt“, um dann einsehen zu müssen, eben nicht geträumt zu haben, sondern dass der Alptraum tatsächlich stattfindet, dann greife ich nicht, wie ich es zuvor stets zu tun pflegte, als erstes nach meinem Smartphone, um mir die neuesten Nachrichten anzusehen. Nein, seit einigen Wochen flüchte ich mich zu einem Buch, Suchbild mit Katze des österreichischen Autors Peter Henisch, der darin die Jahre seiner Kindheit kurz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs beschreibt. Diese ungemeine Fülle des Kindseins. Jeden Tag einige Seiten. Eine klare, schöne Sprache. Und wie gut das tut, zu lesen, wie beruhigend, besänftigend, tröstend.

Ich will nicht dieses eine Buch bewerben, ich will nicht mal das Lesen bewerben, so sinnvoll das auch wäre, sondern nur diesen Moment der Realitätsflucht erklären. Das Bedürfnis, woanders zu sein, bevor ich dann gezwungen bin, aufzustehen und zu sein, wo ich bin. Mit den neuesten Nachrichten, der Angst, dem In-sich-Hineinhören, der Brustenge, dem Bedürfnis, auch nur das kleinste Räuspern zu unterdrücken, und auch dem Gefühl von Würdelosigkeit, die so oft Angst und Panik begleiten. Dabei ist die Panik absolut gerechtfertigt, die Panik hätte, global betrachtet, viel früher eintreten sollen.

In Sorge um das gottverdammte Klopapier

Bereits bei den ersten Meldungen aus Wuhan, als man sich doch denken konnte, dass auch das Virus ein „Reisender“ sein wird. Aber so läuft es immer, ist es immer gelaufen, nicht nur in zur Übertreibung neigenden Katastrophenfilmen. In jedem Krieg, vor jedem absehbaren Ernstfall, jedem Streit, jeder Verletzung. Es nützt nichts, dass sich das Gewitter ankündigt. Wir bleiben im Freien, bis es da ist. Und dann rennen wir. Die frühe Panik, die rechtzeitige Panik, sie könnte mit Würde gelingen. Die späte Panik ist oft würdelos. Ich sehe das an mir selbst.

Auch ich bin in Sorge ums gottverdammte Klopapier, worüber sich jetzt so viele lustig machen – mehrmals täglich kriege ich einen Klopapierwitz aufs Handy –, aber doch können die wenigsten davon lassen, ihre vorsorglich gehorteten Rollen zu zählen. Und dann lese ich, dass im Internet absurde Methoden zum Selbsttest kursieren, etwas mit Luftanhalten … Ich will diesen Unsinn gar nicht wissen, ertappe mich aber, wie ich Sekunden später die Luft anhalte. Und jetzt? Ist es besser, wenn ich es lange aushalten kann, wie damals als Kind, wenn ich in der Badewanne den Kopf unters Wasser hielt, oder ganz im Gegenteil? Es erinnert mich an einen Woody-Allen-Film, wo der Protagonist, ein Hypochonder, der wegen eines Schwindelanfalls und plötzlich auftretender Schwerhörigkeit – „diesmal habe ich wirklich etwas“ – zum Arzt geht, und der Arzt ihn nun fragt, ob er diese Klingelgeräusche nur in einem Ohr hat, und Woody Allen angstvoll fragt, ob es denn gesünder sei, Probleme mit beiden Ohren zu haben.

In den Schrecken mischt sich, sobald man einen Schritt zurücktritt, immer auch die Komik. Für einen Hypochonder – und ich bin selbst einer – wirkt das aktuelle Geschehen als ein Beweis dafür, dass sich sämtliche Befürchtungen bewahrheiten. Und sich dem kundigen Hypochonder längst angekündigt haben. Auch in der Fiktion.

Ist Corona ein Komet, den wir pulverisieren können?

Ich muss an das Ende des 2011 gedrehten Films Planet der Affen: Prevolution denken. Es geht dabei um ein Medikament gegen Alzheimer, das an Affen getestet wird, wobei letztlich aber eine Substanz entsteht, die für die Affen ungefährlich, für Menschen jedoch tödlich ist. Am Endes des Films überträgt der erste infizierte Mensch, ein Tierpfleger, den Virus auf einen Berufspiloten. Im Nachspann nun ist eine Grafik zu sehen, bei der ein leuchtender Streifen die Flugroute dieses Piloten beschreibt. Und wie dieser leuchtend-gelbe Streifen das Flugziel erreicht und sich von dort in viele weitere Streifen aufspaltet, sich diese Linien nach allen Richtungen bewegen und an ihren Endpunkten weitere Aufspaltungen erfolgen, immer weiter, immer dichter, bis letztlich der gesamten Globus von einem grellen Netz umfangen ist. Ich war damals, 2011, so erschrocken ob dieses Endes, weil in dieser gekonnten Fiktion eine ungemeine Logik der Verteilung lag.

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Kein Kunstwerk ist mir in diesen Tagen aber so ins Bewusstsein gerückt wie Jakob van Hoddis‘ expressionistisches Gedicht Weltende mit seiner zweiten Strophe: „Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen / An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken. / Die meisten Menschen haben einen Schnupfen. / Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.“

Zur Zeit, als Hoddis dies schrieb, war es die Vorstellung von einem auf die Erde fallenden Kometen, der die Menschen schreckte. Letztlich war es dann der Erste Weltkrieg, der so kometengleich über die Gesellschaften kam und an dessen Ende, gleich einem fürchterlichen Schweif, die Spanische Grippe tobte.

Quelle        :         Kontext – Wochenzeitung          >>>>>       weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben      —   

Source Own work (Original text: eigene Grafik)
Author Gerald Stiehler 01:14, 6. Dez 2004 (CET)

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Politik in der Pandemie

Erstellt von DL-Redaktion am 22. März 2020

Ausgangssperre? Keine gute Idee!

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Quelle       :       Scharf  —  Links

Von Kathrin Vogler

Eine Woche nach Beginn der massivsten Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland soll nun morgen in einer Telefonschalte der Bundes- und Landesregierungen über eine flächendeckende Ausgangssperre beraten werden. Würde man mich fragen, würde ich davon abraten.

Vorab sei gesagt, dass ich die Corona-Pandemie für eine große Gefahr für die öffentliche Gesundheit halte und die bisherigen Maßnahmen wie die weitgehenden Versammlungs- und Veranstaltungsverbote, die Schließung von Kneipen, Restaurants, Cafés und Bars, Schulen und Kindergärten, die Besuchsverbote in Pflegeeinrichtungen und die Verlagerung von Millionen Jobs ins heimische Wohnzimmer für sinnvoll halte, um die schnelle Verbreitung des Virus einzudämmen und eine Überforderung des Gesundheitswesens zu verhindern. Auch die Aufforderung an die Menschen, zuhause zu bleiben, finde ich richtig und habe sie ebenfalls geteilt. Wer es aushalten kann, für den ist das eine perfekte Möglichkeit, sich selbst, seine Kontaktpersonen und vor allem besonders gefährdete Menschen vor einer Ansteckung zu schützen.

Aber es gibt wichtige Argumente gegen weitergehende Beschränkungen der persönlichen Freiheit: soziale, gesundheitliche und menschenrechtliche.

Fangen wir mit den Menschenrechten an. Beschränkungen der Freizügigkeit müssen verhältnismäßig sein. Es gibt keinen vernünftigen Grund anzunehmen, dass Menschen, die sich allein oder in der Familie draußen bewegen, einen erheblichen Beitrag zur Verbreitung von SARS-CoV2, dem neuen Coronavirus, leisten. Die bisherigen Hauptherde der Verbreitung waren stets Menschen, die sich bei Veranstaltungen in Innenräumen, wo viele Personen auf engstem Raum zusammenkommen, infiziert haben, ob in der Karnevalsfeier im Kreis Heinsberg oder beim Après Ski in Ischgl. Deswegen halte ich eine umfassende Ausgangsbeschränkung in der Freizeit, die Menschen etwa vom Spazierengehen oder Joggen abhält, nicht für angemessen.
Nach den ersten Tagen lässt sich übrigens bereits beobachten, wie hier an einem Werktag um 16 Uhr in Emsdetten, dass sich die allermeisten Menschen verantwortungsbewusst und vernünftig verhalten. Sie alle für das Verhalten Weniger in Haftung zu nehmen, halte ich auch nicht für verhältnismäßig.

Eine solche Beschränkung würde zudem die erhebliche soziale Ungleichheit in unserem Land verstärken. Während jemand, der in einer Villa mit Garten am Chiemsee lebt, sicher ein paar Wochen aushalten kann, ohne vom Grundstück zu gehen, braucht eine Hartz-IV-Empfängerin in einer Einzimmerwohnung im Münchener Hasenbergl die Möglichkeit, ihr tristes Appartement zu verlassen, nicht nur um einzukaufen, sondern einfach um frische Luft zu schnappen und etwas mehr als ihre vier Wände zu sehen. Wenn sie dann auch noch wegen „unerlaubtem Verlassen der Wohnung“ ein Bußgeld auferlegt bekäme, hätte das auch gesundheitliche Folgen. Die ohnehin prekäre Ernährung der ärmeren Schichten ist schon jetzt im Zuge der Coronakrise noch weiter beeinträchtigt, sowohl durch die Hamsterkäufe vor allem von billigen Lebensmitteln als auch durch die Schließung der Tafeln und Suppenküchen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist bereits mit dem vollen Hartz-VI-Regelsatz nicht möglich, auch deswegen nutzen viele Menschen die Tafeln und ähnliche Angebote. All diese Angebote stehen nun nicht mehr zur Verfügung.

Wenn nur noch Arbeiten und Einkaufen erlaubte Gründe sind, die Wohnung zu verlassen, werden die Menschen dann eben nur noch wenige Teile auf einmal besorgen und somit öfter als nötig in die Supermärkte gehen, wo die Ansteckungsgefahr deutlich höher ist als beim Gang „um den Block“. Mäßige Bewegung an der frischen Luft ist zudem, wie Studien belegt haben, ein wirksames Antidepressivum. Eingesperrt sein in der eigenen Wohnung erhöht die Gefahr von psychischen Erkrankungen. Wenig Bewegung verstärkt zum Beispiel Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und des Bewegungsapparats, aber auch Diabetes und andere chronische Erkrankungen. Wir erkaufen also eine scheinbare Sicherheit vor COVID 19 mit anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

In gewalttätigen Beziehungen und Familien ist die Möglichkeit rauszugehen, vielleicht die Freundin zu besuchen und dort auch zu übernachten, ein einfaches Mittel, um Aggressionen ins Leere laufen zu lassen. Gerade für Kinder, die ja auch gerade nicht zur Schule dürfen, hätte das Eingesperrtsein mit den Eltern auf engstem Raum schlimme Auswirkungen, die möglicherweise noch Folgen hat, wenn die Virus-Pandemie längst überwunden ist. Man stelle sich nur vor, zwei Erwachsene und zwei pubertierende Jugendliche, die 7 Tage in der Woche 24 Stunden lang auf engstem Raum aufeinander hocken. Wollen wir das den Menschen wirklich zumuten?

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Noch ein Gedanke zum Schluss: Die Verteidigungsministerin hat bereits angekündigt, dass sich die Bundeswehr an der „Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung“ beteiligen könnte. Dieses Ansinnen kann man nur schärfstens zurückweisen. Militär, Polizei und Ordnungsbehörden sind aus guten Gründen in Deutschland strengstens getrennt. Die Bundeswehr hat hier nicht nur keine Aufgabe, sie wird auch nicht benötigt. Stattdessen sollte die Bundesregierung lieber schleunigst ihre Aufrüstungspläne korrigieren und das Geld stattdessen in den Ausbau des Gesundheitswesens, in die Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes, des Rettungswesens und der zivilen Institutionen des Katastrophenschutzes investieren.

Die Coronakrise zeigt uns nicht nur, welche Jobs wirklich systemrelevant sind, sondern legt auch einen anderen Sicherheitsbegriff nahe. Was die Menschen brauchen, ist eine umfassende, gute Daseinsvorsorge und ein soziales Netz, das auch in Krisen auffängt.

Katrin Vogler auf FB

https://www.facebook.com/kathrin.vogler/posts/2997358120286745?__tn__=K-R

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Grafikquellen      :

Oben      —        Kathrin Vogler. Foto: Niels Holger Schmidt

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Das Ende einer Theorie

Erstellt von DL-Redaktion am 22. März 2020

Corona-Dämmerung für Neoliberalismus

Thatcher Spitting Image puppet.jpg

Kommentar von Ulrike Herrmann

Die Pandemie zeigt: Den Neoliberalismus kann man getrost beerdigen. Nur der Staat kann den Kapitalismus retten.

Die Coronakrise hat auch ihre Vorteile. Sie dürfte die neoliberale Ideologie beerdigen, die die westliche Welt seit 1980 dominiert hat. Zwei Spitzenpolitiker brachten einst plastisch auf den Punkt, wie platt Marktradikale denken. Die britische Premierministerin Margaret Thatcher ließ wissen: „Es gibt keine Gesellschaft.“ In ihrem Weltbild existierten nur Individuen, die ausschließlich für sich selbst sorgen sollten.

Auch US-Präsident Ronald Reagan hinterließ einen Spruch, der das neoliberale Denken treffend zusammenfasst: „Die Regierung ist nicht die Lösung unseres Problems, die Regierung ist das Problem.“ Der Staat sollte schrumpfen, auf dass der freie Markt übernimmt. Also wurden die Rentenkassen privatisiert, die Finanzmärkte dereguliert, Staatsvermögen verkauft und die Steuern für die Reichen gesenkt. Auch in Deutschland wurden diese Konzepte kopiert.

Die Coronakrise zeigt nun, dass der „freie Markt“ eine Fiktion ist. Märkte können nur existieren, wenn der Staat sie stützt. Die Talfahrt des Aktienindex DAX ist ein Lehrstück: In knapp einem Monat fielen die deutschen Börsenkurse um fast 40 Prozent – noch nie war ein Absturz so dramatisch. Der Wertverlust wäre sogar noch drastischer ausgefallen, wenn der Staat nicht eingegriffen hätte

Der DAX hat sich nur deshalb auf niedrigem Niveau stabilisiert, weil die Europäische Zentralbank (EZB) Banken und Wirtschaft mit Milliarden Euro flutet und die deutsche Regierung flankierende Maßnahmen ergreift. Sie hat das Kurzarbeitergeld aufgestockt, wird die Solo-Selbstständigen unterstützen und sich an schlingernden Großkonzernen wie der Lufthansa beteiligen.

Die „Märkte“ versagen, weil sie nur funktionieren könnten, wenn sich die Zukunft verlässlich berechnen ließe. Aktienkurse preisen die Gewinne von morgen ein. Doch wie spätestens in Krisenzeiten auffällt, ist die Zukunft prinzipiell nicht planbar. Daher gibt es keine Alternative zur Solidarität. Also zum Staat.

Nur ein Beispiel: Private Altersvorsorge ist reiner Mumpitz. Riester- und Rürup-Renten wurden einst eingeführt, auf dass der Einzelne „individuell“ für sein Alter spare. Ganz staatsfern sollten diese Programme sein, was schon deshalb lachhaft war, weil der Staat Milliarden an Subventionen zahlte, damit die Renditen der Riester-Verträge überhaupt attraktiv aussahen. Wie die Coronakrise jetzt zeigt, hätten diese Aktiensparpläne sogar gänzlich an Wert verloren, wenn der Staat nicht „unbegrenzte“ Geldmengen in die Wirtschaft pumpen würde. Aktien haben ja keinen Wert „an sich“ – die Kurse sind nur leidlich stabil, wenn der Staat als Garant dahintersteht.

Quelle          :         TAZ        >>>>>       weiterlesen

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Grafikquellen     :

Oben        —     The Spitting Image Margaret Thatcher puppet, on display at the Imperial War Museum.

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Unten        —      Walter Riester (2009)

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DL – Tagesticker 22.03.2020

Erstellt von DL-Redaktion am 22. März 2020

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Wofür sponsern die Bürger-Innen in diesem Land Gremien wie Bundes-tag und -rat, wenn in einer „Werte Demokratie“ die größten Trolle einsame Entscheidungen treffen ? Wäre das keine Freiheitsberaubung ? In den USA bilden sich schon lange Schlangen vor den Geschäften des Waffenverkauf.

               Coronavirus:  Ausgangssperre in Deutschland?

1.) Angela Merkel muss Entscheidung treffen

Droht in ganz Deutschland eine Ausgangssperre? Wir zeigen, welche Regeln in welchem Bundesland gelten. Bayern preschte am Freitag vor. Diese Frage treibt momentan sehr viele um: Kommen auch in Deutschland flächendeckende Ausgangssperren? Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Sonntagabend über weitere Maßnahmen in der Corona-Krise. In einer Schaltkonferenz soll nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert eine „sehr ernste, schonungslose Analyse der Lageentwicklung“ der vergangenen Tage vorgenommen werden.

Berliner-Morgenpost

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Einen Kapitän auf hoher See hätten die Seeleute schon lange von der Brücke entfernt – da er das Schiff in Gefahr bringt? War es nicht das oberste  Ziel des Provinzling  – die Grenzen zu schließen um Flüchtlinge und Kinder draußen zu halten ?

Die Ministerpräsidenten und die Coronavirus-Krise

2.) Die Provinz stellt die Machtfrage

In der Corona-Krise ist der Eindruck entstanden, die Ministerpräsidenten der Länder übernähmen die Macht. Merkel muss sie sich zurückholen. Es ist schon erstaunlich. Eben noch wird Angela Merkel weithin gelobt für ihre besonnene Art in der Coronakrise – da wendet sich das Blatt. Zu wenig gesagt, zu wenig getan? Plötzlich sieht es ganz danach aus, jedenfalls im Blick auf die Aktivität der Ministerpräsidenten. Oder ist es Hyperaktivität? Die MPs, Regierungschefs wie die Kanzlerin, wollen einfach nicht warten, bis sie sich mit ihr beraten haben. Der Sonntagabend ist eine Frist, die von den Großen niemand einhalten will. Bayern und Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, sie verhängen schon „Ausgangsbeschränkungen“, damit ihnen nicht nachgesagt werden kann, sie hätten in der Krise nicht wirklich alles unternommen, um Menschenleben zu schützen.

Tagesspiegel

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Dort – wo taubstumme Blinde regieren, braucht es viele Experten um politische Abläufe für Jeder – man/frau erklärbar zu machen..

Insolvenzexperte zu Corona-Hilfe

3.) Die Pleitewelle kommt nach der Krise

Seit einer Woche gelten für das öffentliche Leben weitgehende Beschränkungen in Deutschland. Für den Fall, dass dieser sogenannte Lockdown anhält oder sogar noch verschärft wird, wird eine große Pleitewelle vorhergesagt. Im Gespräch mit ntv.de erzählt der Berliner Insolvenzverwalter Stefan Ludwig von der Kanzlei Schultze & Braun, vor welchen Problemen die Unternehmen trotz versprochener Milliardenhilfen stehen. Und warum die staatlichen Darlehen eigentlich Zuschüsse sind.

ntv.de: Haben sich die ersten im Zuge der Corona-Krise insolventen Firmen schon bei Ihnen gemeldet?

ntv

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Was macht eigentlich dieser „faulende Regierungszahn?“

Umstrittener Entwurf

4.) Spahn will geplantes Krankenhaus-Gesetz überarbeiten

Nach heftiger Kritik an einem geplanten Gesetz zur Entlastung von Kliniken in der Coronakrise will Gesundheitsminister Jens Spahn nachbessern. Es seien mehrere Änderungen vereinbart worden. Nach heftiger Kritik an einem Gesetz, das Krankenhäuser von den wirtschaftlichen Folgen der Coronaepidemie entlasten sollte, will Gesundheitsminister Jens Spahn nachbessern. Er habe in einer Schalte mit den Gesundheitsministern der Länder einmütig mehrere Änderungen vereinbart“, schrieb Spahn auf Twitter. Der aktualisierte Entwurf soll demnach am Sonntag vorgestellt werden.
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Ein Hoch auf die Panik welche von der Regierung gemacht: „War das Wasser nicht schon lange knapp?“

Wassermangel:

5.) Klimawandel lässt Trinkwasser weltweit knapper werden

Die Vereinten Nationen warnen vor einer drastischen Ausdehnung von Trockengebieten in der Welt. 2,2 Milliarden Menschen fehlt schon jetzt der Zugang zu sauberem Wasser. In der Welt wird das Trinkwasser knapper und Trockengebiete dürften sich noch beträchtlich ausdehnen, warnen die Vereinten Nationen in ihrem neuesten Weltwasserbericht. Der Klimawandel verschärfe die Situation und gefährde die Wasserversorgung von Milliarden von Menschen. Die Autoren des Unesco-Berichts sagen, Staaten müssten wesentlich klarer gegen die zunehmende Wasserknappheit und sinkende Trinkwasserqualität vorgehen. 
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Wann hat der Deutsche in der Geschichte denn auch andere Verhaltensweisen vorzeigen können : Die Politik weist auf die Fahne – eine Kapelle spielt den Marsch und schon rutscht bei den Bürger-Innen der Verstand in den Arsch!“ Oder wie anders konnte der Zweite Weltkrieg entstehen? Sie marschierten immer mit lauten Hurra und  für jeden ihrer Führer.

Ausbreitung des Coronavirus :

6.) NRW-Kabinett trifft sich am Sonntag

Wie geht es in der Corona-Krise in Nordrhein-Westfalen weiter? Am Sonntag kommen die Minister der Landesregierung zusammen. Es könnte um viel Geld gehen – und um weitere Maßnahmen, um die Ansteckung zu verlangsamen. Am Nachmittag telefoniert Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder über weitere Maßnahmen. Beobachter gehen davon aus, dass die Politik darauf reagieren wird, wie die Bevölkerung am Samstag und Sonntag auf die ersten Einschränkungen im öffentlichen Leben reagiert hat. Bayern hatte als erstes Bundesland ein Ausgangsverbot verhängt, das am Samstag in Kraft trat. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sieht solche Maßnahmen nur als «allerletztes Mittel». Eine Vorstufe zur Ausgangssperre sei ein Betretungsverbot auf öffentlichen Plätzen.

Welt  

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Die Wahrheit:

7.) Mei, Markus!

Lebenslänglich Bayer: Schon beim Arschkriechen in der Schule hat sich gezeigt, dass aus diesem Bub was Gescheites hat werden müssen. Der kleine Markus war ein süßes Kind. Auf den Fotos von seinerzeit kann man sehen, wie stolz er war bei seiner Einschulung, und auch das Bild, auf dem er neben seinem Vater am Abendbrottisch zu sehen ist, könnte goldiger kaum sein. Fleißig war er, und so gute Noten wie Markus hatte noch keiner vor ihm in der Familie. Seine Lehrerin in der Grundschule mochte ihn, und er ließ es sich gern gefallen, sich bei den Wandertagen von ihr an der Hand führen zu lassen. Da mochten die anderen sagen, was sie wollten, unter seinen Zeugnissen standen Bemerkungen, die sich wie Liebesbriefe lasen. Markus war Lehrerins Liebling.

TAZ

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