DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Archiv für März 18th, 2020

30 Jahre nach dem Mauerfall

Erstellt von DL-Redaktion am 18. März 2020

Echo an den Mauern in den Köpfen

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Von Gemma Pörzgen

Denkmuster des Kalten Krieges sind auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung noch weit verbreitet. Das fängt im Schulunterricht an.

Eigentlich war mit dem Fall der Mauer auch die Hoffnung verbunden, Gegensätze zwischen Ost und West fänden ein Ende. Zunächst schien die Freude groß über die Wiedervereinigung Deutschlands und das Zusammenwachsen Europas. Doch die Neugier auf den Osten hat sich vielerorts wieder verflüchtigt. Wem die Klischees und Vorurteile aus dem Kalten Krieg noch in den Ohren klingen, der glaubt heute ein zunehmend lautes Echo zu hören, als sei die Mauer in den Köpfen stehen geblieben.

Während in Gender- oder Migrationsfragen heute ganz selbstverständlich Debatten darüber geführt werden, welche Worte vielleicht angemessener sein könnten als die, die bislang benutzt werden, fehlt merkwürdigerweise eine Diskussion darüber, ob wir nicht mehr als 30 Jahre nach Ende des Kalten Krieges dessen Denkmuster endlich ablegen sollten.

Vor allem als moralische Kategorie sollte die Beschwörung des „Westens“ eigentlich längst ausgedient haben, spätestens seit dem Einzug von US-Präsident Donald Trump in das Weiße Haus. Das Wort „Osteuropa“ taugt nur noch wenig, zumal die meisten Staaten des ehemaligen Ostblocks seit 2004 Mitglied der Europäischen Union sind, aber keineswegs eine einheitliche Gruppe bilden.

Mit Blick auf das Gebiet der früheren DDR stellt sich längst die Frage, wen wir heute eigentlich meinen, wenn von „Ossis“ oder „Ostdeutschen“ die Rede ist. Sind es diejenigen, die nach dem Ende der DDR in ihrer Region geblieben sind? Ist damit nur die Generation gemeint, die 1990 volljährig war, oder auch deren Nachkommen? Was ist mit Menschen, die schon seit Jahrzehnten in den alten Bundesländern leben, aber davor in der DDR sozialisiert wurden? Wen zählen wir dazu und wen rechnen wir raus?

Die Zeit richtet es nicht

Leute aus dem Westen seien nie sehr vertraut mit der Geschichte der Menschen im Osten gewesen, sagt der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel. „Es hat einen gewissen ausgleichenden Fortschritt in den letzten 30 Jahren gegeben, aber der generelle Mangel, das Fehlen von Kenntnissen, der Mangel an Einfühlung ist geblieben.“ Um diese Asymmetrie zu überwinden, brauche es eben Zeit, meint Schlögel mit Blick auf die östliche Hälfte Europas.

Doch Zeit allein wird es nicht richten – im Gegenteil. Nach der Finanzkrise 2008 und der Flüchtlingskrise 2015 scheinen sich Gegensätze und Missverständnisse wieder zu vertiefen. Auch aktuelle Ereignisse, so jüngst in Thüringen, legen offen, wie gering das Verständnis für regionale Vorgänge ist, wenn sie sich im Osten Deutschlands ereignen. Da stilisieren zahlreiche Kommentatoren Thüringen – und damit verbunden oft gleich den ganzen deutschen „Osten“ – zur ständigen Pro­blemzone einer ansonsten funktionierenden Demokratie.

Dabei war es doch vor allem die Bundes-CDU in Berlin, die diese Krise entfachte und den Erfurter Parteifreunden verordnen wollte, wie sie sich zu verhalten hätten. Auch die AfD ist keinesfalls eine ostdeutsche Partei, zumal ihre Parteispitze und prominente Politiker wie Alexander Gauland und Björn Höcke überwiegend aus dem Westen kommen. Dennoch tragen die meist westdeutsch geprägten Journalisten und Medien dazu bei, ein Bild zu zeichnen, als liefe allein im Osten einiges schief. Den trauriger Höhepunkt lieferte das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel mit seinem provozierenden Titel „So isser, der Ossi“, der im Sommer 2019 vielleicht die Gefühlslage vieler kopfschüttelnder westdeutscher Leser traf, aber in Kauf zu nehmen zu schien, ostdeutsche Leser abzuschrecken.

Dabei wäre für das Zusammenwachsen der deutschen Gesellschaft genau das Gegenteil wichtig: Mehr Interesse und Neugier, aber auch Gesprächsbereitschaft und Verständnis für unterschiedliche Lebenswege und Befindlichkeiten – nicht nur für das Gebiet der früheren DDR, sondern der Blick sollte sich im gemeinsamen Europa auch in Richtung Ostmittel- und Südosteuropa viel stärker erweitern.

Doppelte Transformation

Gerade im Vergleich Ostdeutschlands mit anderen Teilen des früheren Ostblocks werden Unterschiede und Ähnlichkeiten der Erfahrungen oftmals deutlicher. Denn einerseits war die ostdeutsche Entwicklung kein Sonderfall, sondern ist in weiten Teilen vergleichbar mit dem, was auch Ungarn, Polen oder Tschechen und Slowaken nach den Wendezeiten durchgestanden haben. Auch dort erlebten die Menschen eine doppelte Transformation von der kommunistischen Diktatur zur parlamentarischen Demokratie und von der Plan- zur Marktwirtschaft. Für einige Menschen bedeutete das neue Chancen, für andere Orientierungslosigkeit und den Verlust des Arbeitsplatzes.

Ein gängiges Interpretationsmuster lautet, die DDR-Bürger hätten es im Vergleich zu den Menschen in Ostmitteleuropa sehr viel leichter gehabt, weil die Bundesrepublik mit ihrer D-Mark bereitstand und das Gebiet in ihr Wirtschaftssystem integrierte. Wahr ist aber auch, dass die als Vorzeigewirtschaft im Ostblock geltende DDR-Wirtschaft 1990 mit der Wirtschafts- und Währungsunion eine radikale Schocktherapie erlebte. Zwar ermöglichte der Umtausch in D-Mark ebenso wie die Übertragung der Renten eine gewisse Abfederung, aber das Ausmaß und die Schnelligkeit der Deindustrialisierung weiter Teile Ostdeutschlands und die Rolle der Treuhand stürzten viele Menschen ins Unglück.

Quelle       :       TAZ        >>>>>         weiterlesen

Grafikquellen       :

Oben           —       Berlinermauer-2

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Unten         —       Passing Checkpoint Charlie on the way to Berlin (West) 14 November 1989

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Strategiekonferenz in Kassel

Erstellt von DL-Redaktion am 18. März 2020

Mediale Kampagne gegen DIE LINKE

Parteitages der Partei DIE LINKE 2019, Bonn.2.jpg

Quelle      :        AKL

Von Sebastian Rave, Bremen

Am Ende Februar/Anfang März 2020 hielt DIE LINKE ihre Strategiekonferenz ab, die ursprünglich aufgrund der Wahlschlappen im Jahr 2019 einberufen wurde. Im Vorlauf der Konferenz zeigte sich das große Interesse an der Debatte. Fast 600 Seiten Diskussionsbeiträge von Gruppen von Genoss*innen und Einzelmitgliedern wurden eingereicht. Über 400 Mitglieder nahmen an der Konferenz teil, viele weitere standen auf der Warteliste und konnten aufgrund der räumlichen Kapazitäten nicht teilnehmen.

Die Konferenz schien also vielversprechend. Umso enttäuschender, dass vor allem die medienwirksamen Podien im Plenum so besetzt wurden, das Narrativ vom erfolgreichen linken Regieren weitererzählen zu können, das seit einiger Zeit durch die Partei geistert.

Regierungsdebatte von Oben

Schon im Vorfeld der Konferenz wurde in Interviews durch führende Parteivertreter*innen behauptet, es ginge nicht mehr um das “ob”, sondern nur noch um das “wie” bei der Frage der Regierungsbeteiligung der LINKEN mit bürgerlichen Parteien. Das war unisono die politische Linie, mit der Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler, Bundesschatzmeister Harald Wolf und die Landesvorsitzende Thüringens, Susanne Hennig-Wellsow, in das Auftaktpodium starteten. Beim Podium am Sonntag Nachmittag war neben der unkritischen Jubelei über rot-rot-grüne Regierungen auch die Form der „Debatte“ schwer zu ertragen. Es gab keinerlei Möglichkeit für Redebeiträge aus dem Plenum, die Fragen auf Fragekärtchen, die einzige Möglichkeit zur Interaktion, nutzte vor allem Bodo Ramelow zur weiteren Selbstdarstellung.

Antiregierungsdebatte von unten

Dass diese Positionen nicht von allen, vielleicht sogar von weniger Menschen als gedacht geteilt wurden, zeigte sich erfreulicherweise häufig während des Wochenendes. Vor allem in den Workshops gab es viel Zuspruch für linke, regierungskritische Positionen, die von Mitgliedern der AKL und anderen Genoss*innen  vorgetragen wurden. Im Workshop “Die Gretchenfrage nach dem Regieren: Wo entsteht linke Gegenmacht und wie? Wie und wo kämpfen wir um linke Mehrheiten?” machte Lucy Redler, Mitglied des Parteivorstands, des Bundessprecher*innenrats der AKL und aktiv in der SAV, den Aufschlag und erklärte, dass die Vorstellung einer linken Regierung mit SPD und Grünen eine Illusion sei. Es gebe zwar in Berlin auf Grundlage des Drucks von Bewegungen einzelne positive Maßnahmen wie den Mietendeckel, andererseits würden aber Verschlechterungen wie die mögliche Privatisierung und Zerschlagung der Berliner S-Bahn unter R2G betrieben.  Darüber hinaus sorgte in der Debatte vor allem, aber nicht nur, der Thüringer „Stabilitätspakt“ mit der CDU für viel Widerspruch, die ja gerade erst bewiesen hatte, dass sie keine Brandmauer gegen Rechts darstellt. Auch die informellen Diskussionen zwischen den Veranstaltungen zeigten die Offenheit für sozialistische Ideen.

Hetze von Rechts und Distanzierungen aus der eigenen Partei

Tatsächlich ist die Nachwirkung der Konferenz in der öffentlichen Debatte jedoch eine ganz andere: Rechte, vor allem auf Twitter, haben sich die Mühe gemacht, und aus dem Videomaterial der Konferenz aus ihrer Sicht verwertbare Aussagen zu verbreiten. Diese werden jetzt genutzt, um gegen DIE LINKE als Partei zu schießen und neue (alte) DDR-Debatten aufzumachen. Der Tiefpunkt war die Beantragung einer aktuellen Stunde zum Demokratieverständnis der LINKEN durch die FDP im Bundestag – der Partei, die kurz zuvor Kemmerich mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten gewählt hatte.

Teile der Parteispitze machte in dem Medienrummel keine gute Figur: Statt z.B. an den Zwangscharakter des Hartz-IV-Regimes zu erinnern, sprangen Bodo Ramelow, Dietmar Bartsch und andere aber über jedes Stöckchen und standen sofort bereit, sich von ihren Genoss*innen zu distanzieren oder sich für das Grenzregime der DDR zu entschuldigen, während gleichzeitig die griechische Polizei im Namen der EU auf Flüchtlinge schoss.

DIE LINKE Bundesparteitag 10-11 Mai 2014 -116.jpg

Die Debatten werden aber auch innerparteilich genutzt, um linke und sozialistische Positionen in der Partei anzugreifen: Bernd Riexingers Kandidatur für den Parteivorstand wurde in den Tagen nach dem Wochenende genauso in Frage gestellt wie die Integrität anderer Genoss*innen. Wir weisen diese Angriffe innerhalb und außerhalb der Partei zurück. Im Vergleich zur überbordenden Empörung über Riexinger ist es dagegen verhältnismäßig ruhig um den staatstragenden Sündenfall von Bodo Ramelow, der ein Mitglied der Höcke-AfD zum Vizepräsidenten des Landtags gewählt hat, ein Fall, der von der politisch-praktischen Relevanz eigentlich viel mehr Empörung hervorrufen müsste. Hier gibt es in der LINKEN große Empörung bis hin zu Austritten aus der Partei – die Medien von Springer bis Spiegel bleiben aber ruhig.

Angegriffen wird vorzugsweise der linke Parteiflügel. Solange die Partei brav im parlamentarischen Spiel mitmacht und sich dabei an die Regeln hält ist für das Bürgertum alles in Ordnung, auch wenn Bodo Ramelow in nicht einmal einer Woche vom umjubelten Antifa-Ministerpräsident und Handshake-Verweigerer zum AfD-Ermöglicher wurde. Hier muss es Konsequenzen geben. Die Stellungnahme des Geschäftsführenden Parteivorstands reicht nicht aus.  Die Anpassung an den Parlamentarismus überschreitet die Grenzen des guten Geschmacks, wenn es zur Wahl von AfD-Vertretern kommt. Auch gewählte Ministerpräsidenten sind rechenschaftspflichtig gegenüber der Partei. Die Beschlüsse der LINKEN gelten auch für einen Bodo Ramelow. Dieser muss begreifen, dass er in einer linken, antifaschistischen, sozialistischen Partei ist – und die Partei muss begreifen, dass uns kein höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Ministerpräsident rettet.

akl - Antikapitalistische Linke

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Oben        —     Parteitag der Linkspartei in Bonn. 2. Tagung des 6. Parteitages der Partei DIE LINKE, 22. und 23. Februar 2019, Bonn.

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Greta: „I want you to panic“

Erstellt von DL-Redaktion am 18. März 2020

Der böse Virus und die guten Krisenmanager

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Quelle      :         Scharf   —   Links

Von Klaus Hecker

Diese Ansage beinahe ein Hilferuf (weil es 5 nach 12 ist)von Greta vor etwa einem Jahr öffentlich geäußert, hat nicht nur nichts gebracht, sondern die Politiker haben darin eine Argumentationsfolie entdeckt, den naiven Schülern mal den Weg zu weisen.

Alles gut und schön oder besser schlecht mit dem Klimawandel, den Folgen daraus wie Tod und Elend und sonst noch alles Mögliche, aber  wie würde es dann, würde man den Schülern folgen, um die Realität stehen. Und was ist diese, die Realität, das sind die Unternehmen mit ihren Gewinnkalkulationen und die müssen sein, sonst ist alles aus. Übersetzt wird das in Arbeitsplätze.

Auffällig ist, dass, was eben noch völlig unmöglich war, mit erstaunlichem Tempo durchgeführt und die Wirtschaft quasi und fast lahm gelegt wird.

Schluss daraus: Die Sachzwänge der Wirtschaft, die den eifrigen Schülern immer entgegen gehalten wurden, sind ihrerseits einfach ein Mittel politischer Kalkulationen, die jetzt wie zu besichtigen auch mal rasch außer Kraft gesetzt werden.

Nun soll hier nicht der Corona Virus mit seinen möglichen Folgen kleingeredet werden, aber es gibt namhafte Stimmen, Forscher, Immunolgen mit Weltruf, die erschüttert sind und vieles von dem, was wir erleben – täglich steigernd – für eine sachfremde Panikmache halten.

Der St. Gallener Chefarzt für Immunolgie Pietro Vernazza:

„Dieses Virus ist auch nicht gefährlicher als herkömmliche Grippeviren“ (1)

Frage: Das heisst, dieses Coronavirus ist harmlos?
Vernazza:In den allermeisten Fällen verläuft die Infektion mild, die Erkrankten leiden an Schnupfen und/oder Husten. Eine Todesfolge ist genauso selten wie bei einer saisonalen Grippe – eine von tausend Personen stirbt, jährlich sind dies in der Schweiz 500 bis 1000 Todesfälle. 

Frage: Das Virus ist neu. Wie schwierig ist es, die Lage einzuschätzen?
Vernazza: Wir kennen das Coronavirus seit Jahren. Jetzt ist ein neues Coronavirus dazugekommen. Nach allem was wir bis jetzt wissen, handelt es sich um ein ganz normales Coronavirus, das sich wie eine saisonale Erkältung oder Grippe verhält. 

Panikartige Maßnahmen sind nach Ansicht von dem obigen folgend für Prof. Vernazza alles andere als angezeigt.

Die WHO übrigens empfiehlt gerade nicht die Schließung von Schulen und Kindergärten.

Die Virologin Melanie Brinkmann führt aus:

Brinkmann: Wir leben ja nicht auf einer Insel in Deutschland. Wir können uns hier nicht abschotten. Sprich, was passieren wird, ist theoretisch das, was in China jetzt passiert ist. Die haben alles dicht gemacht, das Leben sozusagen eingestellt, wirklich drastische Maßnahmen getroffen – und das hat ja auch tatsächlich Erfolg gezeigt. Das ist ja schon mal eine gute Nachricht. Aber wenn man jetzt die Maßnahmen dort wieder lockert, dann wird man beobachten, das würde ich jetzt mal spekulieren, dass auch da die Fallzahlen wieder hochgehen, denn das Virus ist ja nicht weg, das ist immer noch da. In Deutschland wird es immer wieder von draußen dann, selbst wenn wir es hier drinnen komplett unterbrechen können, es wird immer wieder reinkommen. Wir können ja nicht jetzt auf ewig unsere Grenzen schließen, das ist unmöglich.

Coronavirus an déi Jonk.jpg

„Flatting the curve“ und „Herdenimmunität“ sind die zentralen Fachbegriffe um die es momentan wohl geht. Brinkmann weist ja daraufhin, dass ohne Herdenimmunität und das heißt eine großflächige Verbreitung, die Sache nicht zu stoppen sei. Das Abflachen einer übergroßen Ansteckung gleichzeitig und auf der anderen Seite erst wenn die Herde zu 60% – 70 % mit dem Virus in Kontakt getreten ist, 98 % ohne Krankheitssymptome,  ist von einer nicht weiter Verbreitung auszugehen. Das heißt allerdings auch eben, dass 60 -70 % diesen Virus bekommen (müssen), was keineswegs zu einem Ausbruch der Krankheit führen muss.

Bemerkenswert ist also, dass im Vergleich zu anderen Bedrohungen mit potentieller Todesfolge, hier sehr radikal zu Werke gegangen wird.

Es wäre vermutlich durch diverse Maßnahmen möglich, die jährlich anfallenden 25000 Grippetoten, die jährlich anfallenden 80 000 Thrombosetoten (worüber die S 3 Richtlinie Auskunft gibt) mindestens um jeweils die Hälfte zu reduzieren.

Offenbar werden diese aber als Sockelzahlen behandelt, die halt so sind, auch nicht plötzlich ansteigen, also etwa wir ein unabänderbares Naturereignis verhandelt werden, was sie nicht sind.

Andere  Tote, die sich einstellen, durch Atomkraft, Umweltverseuchung, Dieselemissionen, Verkrebsung durch Glyphosat und ähnliche unschöne Fälle, sind gewissermaßen die Kollateralschäden einer Profitwirtschaft.

Was ist der Unterschied zur Bedrohung durch den  Corona Virus? Es sind deren zwei:

Es ist zum einen die Frage, in welchem Verhältnis stehen die Toten zum Geschäft. VW einzuschränken würde ggf deren Profit schmälern. So gesehen sind Tote zwar nicht gewünscht, aber ein Nebenfolge für die Priorität Gewinn. Das Gleiche gilt für die anderen, oben genannten Fälle.

Die Toten eines Krieges, welcher immer das auch sei , sind nun einmal die Begleitmusik des Kriegshandwerkes, das als unabdingbar gelegentlich gesetzt ist

Der Coronavirus kann nun aber keinen außer ihm liegenden Zweck aufweisen und bestellt wurde er auch nicht. Das ist mehr als ärgerlich – entzieht sich einer politischen oder wirtschaftlichen Kalkulation, zu der er ins Verhältnis gesetzt werden könnte.

Nun kommt zweitens verschärfend hinzu:
Während man die Grippetoten und andere als Sockel mit einkalkuliert hat, die halt so hoch sind, wie sie sind, weiß man bei den bisher noch im Verhältnis dazu noch relativ  geringen Corona Toten nicht, ob die sich nicht exponentiell nach oben bewegen und ungefragt und nicht mitbedacht und schon hat nicht bestellt fürchterliche Einschläge in die eigene Kalkulationsmasse Volk verursachen. Sozusagen als Eigenleben, als Konkurrenz Veranstaltung namens Corona des Volksfeindes Corona. Dieses wird jedenfalls vertreten, auch wenn einige Virologen wie Prof. Vernazza davon ausgehen, dass Corona parallel verläuft wie eine klassische Influenza.

Ebenso, wenn nicht sogar noch mehr befürchtet, ist der Gedanke, dass es zu einem unkontrollierten Absturz der Wirtschaft kommen könnte, aufgrund einer hohen Zahl Erkrankter.

Auf jeden Fall positioniert sich die Riege der Politiker als unerschütterliche Helfer, die all das machen, was angebliche Sachzwänge normalerweise strengstens verbieten – und alles zur Pflege und Rettung ihrer Bürger.

Es sind diejenigen, die die Festung Europa in grausamer Weise wahr werden lassen, wie man an den Bildern zur türkisch-griechischen Grenze sehen kann. Dass das erbärmliche Leben dieser armen Flüchtlinge ein Nährboden für die Verbreitung des Corona Virus darstellt, sei nur am Rande erwähnt.

Dass das Krankenhauspersonal und überhaupt die Ärzteschaft an dem Rande ihrer physischen und psychischen Leistungskraft gelangt, soll man laut Gesundheitsminister Spahn jetzt der Krise zuschreiben. Und er bittet um besonderen Einsatz in dieser besonderen Situation.

Dass die Privatisierung der Krankenhäuser in beachtlichen Umfang durch Rationaliserung , also Einsparung des Personals, die Gewinnmargen nach oben geschraubt hat, wird jetzt als Wirkung des altbösen Feindes Corona verkauft. Und  als Umgang damit werden soldatische Tugenden erbeten, wenn nicht gar eingefordert.

Greta Thunberg: „I want to bring you in panic“, ist gescheitert. Ihre Zwecke wurden für nicht Wert befunden.

Die Politiker nicht: Sie setzen die unabdingbaren Sachzwänge  von gestern radikal außer Kraft. In Namen des Corona Virus scheint die Ideologie von der Rettung von Leben und Mensch als oberste Maxime Plausibilität zu gewinnen.

Sekundärliteratur

1. 27.1.2020, FM1 Today, von Angela Müller

2. DEUTSCHLANDFUNK, 15.03.

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Oben           —        Alternativen zum Händegeben     —     Alternatives to handshakes

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DER ROTE FADEN

Erstellt von DL-Redaktion am 18. März 2020

Aus der Armbeuge hervorkrächzen

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Durch die Woche mit Ariane Lemme

Die mehr oder minder leise Freude über eine anstehende Zwangspause wegen Corona ist kein Wunder. Zynisch bleibt sie aber schon.

Zu Hause bleiben, auf alle „unnötigen“ Sozialkontakte verzichten – alles, was gerade dringend geboten und vernünftig ist, klingt für introvertierte Leute wie mich auch erst mal verlockend. Das meine ich ganz unzynisch und in vollem Bewusstsein des Ernsts der Lage. Da bin ich auch nicht allein, das haben in den letzten Tagen hinreichend viele beschrieben und gepriesen. Endlich Homeoffice und Netflix und sonst Ruhe. Durchgezogen hat es bislang – Die mehr oder minder leise Freude über eine anstehende Zwangspause ist da echt kein Wunderzumindest in Berlin – noch keiner so richtig, man könnte ja was verpassen. Fomo (für die Risikogruppen: Fear of missing out) schlägt unser Herz.

Die mehr oder minder leise Freude über eine anstehende Zwangspause ist da echt kein Wunder, so wie die meisten von uns sich ihre Tage zuballern mit allem, was man machen muss (arbeiten) und zu müssen glaubt (sinnlos lange im Büro Anwesenheit demonstrieren), und dem, was man eigentlich will (sich die Decke über den Kopf ziehen) und wollen zu müssen glaubt (fügen Sie hier bitte sozialen Druck Ihrer Wahl ein).

Liebe

Wenn Ihnen das misanthropisch vorkommt, irren Sie sich. Für mich wenigstens kann ich sagen: Ich kenne Momente, es sind nicht so wenige, in denen mich die Liebe zur Menschheit überwältigt, so richtig hardcore-hippiemäßig und ganz ohne MDMA. Manchmal reicht es, wenn ich Fremde in der S-Bahn halb verschämt, halb lustvoll ein Stück Kuchen verschlingen sehe, zack, schon möchte ich sie und alle anderen umarmen. Gerade deshalb braucht man aber auch – wie in jeder guten Beziehung, ab und an ein bisschen Distanz zu all diesen Menschen und Gefühlen. Weil aus der Liebe ja auch immer so viele Sorgen entstehen.

Aus der Distanz heraus mache ich mir dann aber auch wieder Sorgen. Um die, die jetzt ernsthaft krank werden und in Isolation krank sein müssen. Um die, die sich um die ernsthaft Kranken kümmern müssen. Um die, die bei der ganzen Panik vergessen werden. Gestrandete und Geflüchtete in Syrien, der Türkei und Griechenland, nur so zum Beispiel. Denen es nicht nur an medizinischer Versorgung mangelt, sondern am Geringsten, an dem, was jedem Menschen, vor allem anderen zusteht: ein bisschen Empathie seitens ihrer (europäischen) Mitmenschen. Gut, das Elend dieser Menschen war hier schon vor Corona leicht weit wegzuschieben, jetzt ist man sich eh – aus Notwendigkeit (!) selbst am nächsten.

Ruhe

Amiens. 10-07-15. Abattoir. Vaches malades - Fonds Berthelé - 49Fi80.jpg

Und wenn man mal fünf Minuten Ruhe hat vom Sichsorgen, etwa weil man beim Händewaschen konzentriert Happy Birthday singt (zweimal, das dauert), fallen einem die langfristigen Fragen ein, die sich mit der Corona-Quarantäne-Gesellschaft auftun. Was wird diese ganze Phobie mit der ohnehin schon an Phobien (Xeno,- Homo-, Klaustro-, you name it) nicht armen Gesellschaft machen.

Skepsis

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Oben       —             Roter Faden in Hannover mit beschriftetem Aufkleber als Test für einen möglichen Ersatz des auf das Pflaster gemalten roten Strichs

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DL – Tagesticker 18.03.2020

Erstellt von DL-Redaktion am 18. März 2020

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Wer nimmt denn den Clown aus den USA noch ernst? Genau so wenig wie die Witzfiguren Macron oder Merkel, um hier zwei für viele Andere zu nennen. Politiker – Innen passen sich den Religionen immer mehr an. Jeder hört was, liest hier etwas, in bebilderten Märchenbüchern, welche erst viele tausend Jahre später geschrieben, und weitere Äonen später gedruckt wurden, nach dem Irgendjemand glaubte etwas von Irgendjemanden gehört zu haben, was dann ein Anderer auch noch gesehen haben wollte ? Das können wir heute noch in vielen Ländern hören. Genau so arbeitet heute die Politik für welche der Satz „Alle Macht geht vom Volk aus“ nur noch als leere Hülle in einer „Scheindemokratie“ benutzt wird,   welche sich von senilen Experten, welche weder etwas wissen, noch gesehen haben, vollquatschen lassen, da sie selber zu faul zum denken sind.  Wenn ein Robert Koch heute hören könnte, was von seinen  späteren Angestellten, in seinen Namen gesabbert würde, drehte er sich Ruhelos im Grab um. Was bezweckt eine durch und durch korrupte Regierung damit ? Wird die Wahrheit auch für viele Jahre auf Eis gelegt – gleich der NSU Affäre?

„Es kam aus dem Nichts“  

1.) Nimmt Donald Trump das Coronavirus jetzt ernst?

In den USA mangelt es an flächendeckenden Corona-Tests, viele Menschen haben sich wohl unentdeckt angesteckt. Das Krisenmanagement scheint chaotisch. Werden die Staaten zum nächsten Epizentrum der Pandemie? Wie ein Krieg sei die Coronakrise für die USA, hat New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio kürzlich im US-Fernsehen gesagt. Kurz darauf verkündete er beispiellose Maßnahmen für die Millionenmetropole: Der berühmte Broadway, Museen, Restaurants, Bars, Kinos, Konzerthäuser, Fitnessstudios und das größte öffentliche Schulsystem der USA mit mehr als einer Million Kindern und Jugendlichen – alles muss weitgehend schließen. „Das hier ist eine Krise“, betonte de Blasio – und erntete dann einen Sturm an Kritik, weil er kurz vor der Schließung selbst schnell noch einmal in seinem Stamm-Fitnessstudio vorbeischaute.

T-online

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Wurde die neue, große Sphinx der EU von der Schland-Versagerin abgelöst? In einer Nacht und Nebel Aktion ? Jetzt wird die EU von Coruna regiert. Ein Virus welches lautstark seine Lautsprecher –  Innen aufgestellt hat. Von den  Flüchtlingen, welche vor den nun geschlossenen Grenzen stehen hört man kaum Lebenzeichen mehr – und die Kinder sind wohl lange verhungert. Eine wahre taktische Meisterleistung einer protestantischen Führerin, wobei wir den Kriegspfarrer Gauck nicht vergessen sollten.   

EU-Türkei-Deal:

2.) Merkel offen für stärkere humanitäre Hilfe für syrische Geflüchtete

Bundeskanzlerin Merkel hat sich nach eigenen Angaben bei einem Video-Gipfel mit dem türkischen Präsidenten zu einer Aufstockung der EU-Mittel für die Versorgung von syrischen Flüchtlinge in der Türkei bereiterklärt. Bei dem Gespräch, an dem auch der französische Präsident Macron und der britische Premierminister Johnson teilnahmen, habe man sich klar zu dem Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei bekannt. Frankreich, Großbritannien und Deutschland sind nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel bereit, der Türkei bei der Versorgung syrischer Geflüchteter zu helfen. „Wir haben die Bereitschaft gezeigt, mehr humanitäre Hilfe zu leisten, aber auch andere Punkte wie das Gespräch über die Zollunion nicht aus dem Auge zu verlieren“, sagte Merkel am Dienstagabend nach einer Videoschalte mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, an der auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Boris Johnson teilnahmen. Konkretere Angaben über die geplante Hilfe gab es nicht.

Sueddeutsche-Zeitung

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Wie wäre es, ließe die Bevölkerung ihre politischen Heilsversprecher ganz einfach alleine, in die Religionen wechseln, wo sie endlich auf die für sie reservierten Plätze sitzen können. –  Zwecks Erstellung von mehr Zivilcourage in der Gesellschaft sind sie ehe Unbrauchbar. „Friday for future  every day“ wäre hier  Zeitnah. Wer keinen Klimawandel versteht – erkennt mit Sicherheit auch keinen Virus!

Öffnungsverbot für Geschäfte und Bars

3.) Sind die neuen Pandemie-Regeln für die Berliner Polizei durchsetzbar?

Restaurants, Bars, Geschäfte geschlossen: Die Polizei muss die neuen Regeln nun durchsetzen – zusätzlich zum normalen Betrieb. Schafft sie das? Die Polizei muss Prioritäten setzen, um die Vorgaben zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie durchzusetzen. Nachdem der Senat am Sonnabend die Schließung von Clubs, Kneipen, Wettbüros und ähnlichen Etablissements verfügt hatte, ist die Polizei bereits unterwegs. Mit den Entscheidungen vom Dienstag gibt es noch mehr zu tun – denn bislang zeigen sich viele Lokalbetreiber unbeeindruckt von der Lage. Am Dienstagmorgen erklärte Innensenator Andreas Geisel (SPD) dem RBB, die Polizei sei handlungsfähig, auch wenn derzeit mehr als 300 Beamte in Quarantäne sind. Stand Dienstag waren sieben Beamte mit dem Coronavirus infiziert, 104 Beamte müssen als direkte Kontaktpersonen und weitere 208 auf Empfehlung des Amtsarztes zu Hause bleiben.

Tagespiegel

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Wie heißt dieser Fall in der Klassik : „Hier steht ich nun, ich armer Thor und bin genauso klug wie je zuvor. So wie sie aus der Wäsche schaut, hängt das Virus schon im Hirn. Niemand  glaubt hier das wegen einer verfehlten Finanzpolitik Hamsterkäufe getätigt werden.

Corona:

4.) „Es wird vor allem auf Angela Merkel ankommen“

Die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus könnten schlimmer ausfallen als die Finanzkrise, sagt der Ökonom Ashoka Mody. Womöglich müsse bald Italien gerettet werden. Überall auf der Welt wird die Wirtschaft heruntergefahren, das öffentliche Leben quasi stillgelegt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Die wirtschaftlichen Folgen sind jetzt schon enorm. Aber wie groß wird die Krise letztlich? Nach Ansicht von Ashoka Mody könnte es schlimmer kommen als in der Finanzkrise 2008. Mody ist Wirtschaftsprofessor an der Princeton-Universität in den USA und war lange Jahre beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in der Europaabteilung tätig.

Zeit

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Laschet fällt der Arsch weg ? Uns nicht – wir freuen uns nur über die politische Kopflosigkeit !

Virus in NRW: Wo das Leben stillsteht –

5.) Einschränkungen und Schließungen im Überblick

Verbotene Spielplätze, Restaurants im Kurzbetrieb, endgültig geschlossene Schulen – wegen der Corona-Pandemie müssen die Menschen im Westen ihren Alltag ab Mittwoch mit weiteren massiven Einschränkungen meistern.“Die Lage ist jetzt dramatisch“, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet in einer Videobotschaft. „Und deshalb mein Appell: Bleiben Sie zu Hause.“ Das Coronavirus breitet sich in NRW massiv aus – das Land schließt deshalb jetzt auch Spielplätze, schränkt den Betrieb von Restaurants stark ein und verbietet Touristen das Übernachten in Hotels und Pensionen. „Es geht um Leben und Tod – so einfach ist das“, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in Düsseldorf.

Focus

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Schon stehen die politischen Sprechblasen in zu kurzen Hemden und setzen sich indiskreten Blicken aus.

Weltärztepräsident

6.) Frank-Ulrich Montgomery lehnt Ausgangssperren ab

Der Präsident des Weltärzteverbandes, Frank Ulrich Montgomery, hält Ausgangssperren nicht für ein geeignetes Mittel im Kampf gegen das Coronavirus. „Ich bin kein Freund des Lockdown. Wer so etwas verhängt, muss auch sagen, wann und wie er es wieder aufhebt“, sagte Montgomery der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vom Mittwoch. Zudem habe sich in Italien gezeigt, dass dieses Mittel nicht funktioniere. Italien habe Ausgangssperren verhängt und damit einen gegenteiligen Effekt erzielt, gab der frühere Präsident der deutschen Ärztevereinigung Marburger Bund zu bedenken. „Die waren ganz schnell an ihren Kapazitätsgrenzen, haben aber die Virusausbreitung innerhalb des Lockdowns überhaupt nicht verlangsamt.“ Ausgangssperren, wie sie neben Italien auch mehrere weitere europäische Staaten verhängt haben, seien eher eine politische Verzweiflungsmaßnahme.

msn

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Mein Enkel ist ne alte Coronasau

Von  – Ikw

Mein Enkel macht im Hühnerstall ne Party, ne Party, ne Party.
Er teilt sich 100 Flaschen Bier mit Freunden, mit Freunden.
Mein Enkel ist ne alte Coronasau!

Mein Enkel sagt Corona ist voll cool, voll cool, voll cool.
Er knutscht jetzt noch mehr als sonst mit Jungs und Mädels, mit Mädels.
Mein Enkel ist ne alte Coronasau.

Mein Enkel fährt besoffen mit dem Scooter, dem Scooter, dem Scooter.
Er fährt dicht Slalom um zwei Omas mit Rollator, Rollator.
Mein Enkel ist ne alte Coronasau.

Mein Enkel reicht pro Stunde einen Joint rum, nen Joint rum, nen Joint rum.
Und freut sich, weil der Dealer weiter aufhat, noch aufhat.
Mein Enkel ist ne alte Coronasau.

Mein Enkel nimmt jetzt auch ein bisschen Rücksicht, nimmt Rücksicht, nimmt Rücksicht.
Er klaut nicht mehr bei Primark, und raucht nicht mehr im Schulhof, im Schulhof.
Dafür raucht er jetzt heimlich Klopapier.

TAZ       erste Seite -Heute

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquelle        :      DL / privat – Wikimedia  Commons – cc-by-sa-3-0.

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Welt der Scheinheiligen

Erstellt von DL-Redaktion am 18. März 2020

Wir leben in Zeiten des Geltungsdrangs und der Selbstüberschätzung.

Bildergebnis für Wikimedia Commons Bilder Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer

Der Wagen rollt – der Alte zählt, fünf Finger hab ich – SEHT !

Von Redaktion – DL.

Der Soziologe Thomas Druyen hat ein Buch darüber geschrieben – und es den „Treuen und Anständigen“ gewidmet. 

Thomas Druyen: Ich bin Wissenschaftler, kein Richter. Aber so viel sage ich schon: Wenn im Ruhrgebiet die Kirchen schließen, wenn das geistliche Leben verarmt und Seelsorge nicht mehr finanziert werden kann, dann sind solche Nachrichten wie aus Limburg schwer zu ertragen. Aber wir sollten uns nicht an einzelnen Beispielen festbeißen, denn die Scheinheiligkeit hat viel verheerendere Dimensionen.

ZEIT: Man hat den Eindruck, es herrsche Scheinheiligkeit, wohin man sieht. Seien es gedopte Sporthelden wie der siebenfache Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong , sei es der zurückgetretene Verteidigungsminister zu Guttenberg mit seiner erschlichenen Promotion, sei es der gestrauchelte Bundespräsident Christian Wulff mit seinen dubiosen Kontakten zu reichen Gönnern…

Druyen: Die Beispiele können wir endlos fortführen. Aber entscheidend sind die vielen Arten von Scheinheiligkeit. Da ist erstens die individuelle und manipulative Vortäuschung falscher Tatsachen, das reicht von der Hochstapelei über Plagiate bis hin zum Amtsmissbrauch . Die zweite Stufe betrifft das vorsätzliche Erwecken eines falschen Anscheins. Ob Sie den operettenhaften amerikanischen Wahlkampf betrachten oder die strukturelle Folgenlosigkeit von zwei Billionen Dollar Entwicklungshilfe. In allen Fällen handelt es sich um interessengebundene und kollektive Scheinheiligkeit. Die dritte Stufe hat systemischen Charakter: die Verschuldungs- und Entschuldungsakrobatik der Banken, die Tatsache, dass Nahrungsmittel zu Spekulationsobjekten verkommen, überhaupt die gemeinhin akzeptierte, salonfähige Ungerechtigkeit, dass die Welt in eine Handvoll Profiteure und ein unübersehbares Heer von Almosenempfängern aufgeteilt ist.

Quelle     :       Zeit-online          >>>>>          weiterlesen

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