DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Archiv für März 16th, 2020

Der Minority Report

Erstellt von DL-Redaktion am 16. März 2020

Europa steckt in der Krise, endlich kann es was lernen

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Für allzu viele Politiker – Innen sind Worte leider nur Schall und Rauch

Von Fatma Aydemir

Vor fünf Wochen saß ich im Zug nach Süddeutschland. Zwei Asia­t_innen stiegen ein. Ich sah sie viermal an mir vorbeiziehen. Es gab hier und da freie Plätze, vorsichtig bewegten sie sich auf sie zu, doch jedes Mal wurden sie abgeschreckt von dem kollektiven Starren des halben Waggons. Sie beschlossen, es woanders zu probieren. Am Ende standen sie auf einer dieser wackligen Metallplatten, die zwei Waggons verbinden, mit größtmöglichem Abstand zu allen anderen, die inzwischen passiv-aggressiv zu tuscheln begannen.

Was Asiat_innen wegen Corona erlebten, als sein Ausbruch sich noch weitgehend auf China und dessen Nachbarländer beschränkte, ist dasselbe, was muslimisch markierten Personen mit 9/11 passiert war: Schuldzuweisung für eine globale Krise, aufgrund von phänotypischen Merkmalen. Es gibt einen Ausdruck dafür: gruppenbezogener Rassismus.

Natürlich hat es Rassismus schon vor Corona gegeben, doch er wurde mit dem Ausbruch des Virus besonders greifbar, besonders spürbar. Dass heute Europa zum Corona-Epizentrum geworden ist und Europäer_innen in viele Länder nicht mehr einreisen dürfen, ist insofern vielleicht gar nicht mal so schlecht.

Ich meine das nicht zynisch. Auch ich sorge mich um meine Mitmenschen. Auch ich nehme die Pandemie ernst. Aber ich denke, es geht beides zusammen: sich des Ernsts der Lage bewusst sein und die Chancen in ihr erkennen.

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Sogar in Polen liest sich manches besser!

Denn mit Corona sind wir dieselbe Gesellschaft wie vorher, nur dürfen wir uns jetzt quasi durchs Mikroskop betrachten. „Unsere Solidarität, unsere Vernunft, unser Herz füreinander sind auf eine Probe gestellt“, fasste es Bundeskanzlerin Merkel am Donnerstag zusammen, als sie uns alle darum bat, in Selbstisolation zu gehen. Diese schönen Worte hätten auch als Kommentar nach dem rechtsextremen Anschlag in Hanau gepasst oder als Reaktion auf die desaströse Lage für Geflüchtete an der türkisch-griechischen Grenze. Nur hätten sie sich weniger Menschen zu Herzen genommen. Das Virus aber kann jeden von uns treffen. Er macht keine Unterschiede. Die Gesellschaft schon.

Quelle     :     TAZ        >>>>>        weiterlesen 

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Grafikquellen        :

Oben     —        Watch our Top Story collection about the Brexit here:< a href=“https://www.europarl.europa.eu/news/en/headlines/priorities/brexit“ rel=“noreferrer nofollow“>www.europarl.europa.eu/news/en/headlines/priorities/brexit</a> These photos are free to use under Creative Commons license CC-BY-4.0 and must be credited: „CC-BY-4.0: © European Union 2020 – Source: EP“. (<a href=“https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/“ rel=“noreferrer nofollow“>creativecommons.org/licenses/by/4.0/</a>) No model release form if applicable. For bigger HR files please contact: photobookings(AT)europarl.europa.eu

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Unten      —        Shut Down FRONTEX demonstration 2008 in Warsaw

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Coronavirus in der Schweiz

Erstellt von DL-Redaktion am 16. März 2020

Das «Spitalbataillon» ist da –
das Militärspital ist längst weg

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Quelle        :     INFOsperber CH.

Von Niklaus Ramseyer 

Jetzt werden Spitalbataillone mobilisiert. Aber Armeeplaner und Bundespolitiker haben die Armeespitäler längst weg-reformiert.

Bis zu 800 Sanitätssoldaten hat der Bundesrat in der nun herrschenden ausserordentlichen Bedrohungslage durch das Corona-19-Virus ab heute Montag aufgeboten und mobilisiert. Konkret rückt vorerst das «Spitalbataillon 5» in den Aktivdienst ein. Der Sanitätsdienst der Schweizer Armee verfügt in der Logistikbrigade 1 noch über drei weitere solche Bataillone mit den Nummern 2, 66 und 75. Hinzu kommen das Sanitätslogistikbataillon 81 und das Sanitätssupportbataillon 9.

«Mobile Desinfektionsmodule betreiben»

Das sind insgesamt wohl über 3000 speziell ausgebildete Soldaten, die schon seit dem 1. Januar 2018 als «Miliz mit hoher Bereitschaft» innert 48 Stunden für genau solche Gesundheitskrisen mobil gemacht und operationell werden können. Das Spital Bat 75 zum Beispiel schreibt auf seiner Homepage:

«Wir setzen uns ein, um Menschen zu helfen. Die Spitalbataillone, und mit ihnen der gesamte Sanitätsdienst der Armee, halten sich bereit, um im Ernstfall das zivile Gesundheitswesen zu unterstützen. Das Spit Bat 75 ist dabei für die Gesundheitseinrichtungen der Kantone Graubünden, Glarus, Thurgau, St. Gallen, sowie beider Appenzell zuständig. Das Spitalbataillon 75 kann folgende Hauptleistungen erbringen:

  • Ein Zivilspital mit zusätzlichem Personal oder Material unterstützen.
  • In einem Zivilspital die Grundpflege (Low Level Care) unterirdisch oder oberirdisch von bis zu 200 Patienten übernehmen.
  • Ein Militärspital betreiben und für bis zu 200 Patienten die Grundpflege (Low Level Care) übernehmen.
  • Einen oder mehrere improvisierte Standorte (Pflege/Isolation/Impfen) einrichten und betreiben.
  • Sekundäre, qualifizierte Sanitätsdienst-Transporte ausführen.

Mobile Desinfektionsmodule betreiben.»

Militärspitäler verlottern lassen und «weg-reformiert»

«Mobile Desinfektionsmodule»? Hat irgend jemand in den Wochen, seit die Virus-Krise nun rasant schlimmer wird und die Hände der gesamten Bevölkerung (weil häufiger Virus-Überträger) oft und gut desinfiziert werden sollten, irgendwann irgendwo ein solches «Modul» gesehen? Und überhaupt: Wieso sind diese Truppen mit ihrem massgeschneidert auf die momentane Lage passenden Auftrag nicht seit Wochen schon mobilisiert und an der Corona-Front im Einsatz? Etwa darum, weil die Armee zwar noch 4 Spitalbataillone hat, jetzt aber, nach zahlreichen, teils arg missratenen «Armee-Reformen» nur noch über ein einziges ausgerüstetes Militärspital in Luzern verfügt (wie die Plattform Inside Paradeplatz gerade enthüllt hat)?

Die Situation ist effektiv absurd: Die neuste dieser «Reformen» heisst «WEA» (Weiter-Entwicklung der Armee). Und das Departement Amherd (VBS) definiert sie so: «Die WEA dient dazu, die Bereitschaft der Armee zu erhöhen, die Ausbildung und Ausrüstung zu verbessern sowie die regionale Verankerung der Streitkräfte zu stärken. Die WEA wird die Armee in die Lage versetzen, die Schweiz und ihre Bevölkerung auch in Zukunft wirksam gegen moderne Bedrohungen und Gefahren zu verteidigen und zu schützen, die zivilen Behörden bei Bedarf optimal zu unterstützen und einen Beitrag zur internationalen Friedensförderung zu leisten.» In einer Studie zur «Zukunft der Bodentruppen» werden als Bedrohungsmöglichkeiten explizit auch «chemische oder bakterielle» Gefahren erwähnt.

Doch jetzt, wo diese Gefahr da ist, haben wir zwar noch über 3000 Mann Sanitätstruppen – aber fast keine militärischen Spital- Einrichtungen mehr. Der Grund für diese Misere: Frühere, milliardenteure Reformen, die nicht einmal mehr «Schweizer Armee» hiessen, sondern nur noch «Armee 95» oder «Armee irgendetwas», hatten sich unter dem Schlagwort «Sicherheit durch Kooperation» halt einseitig an weltweiten «Trends» fragwürdiger Interventions- und Besatzungstruppen orientiert – statt an den speziellen Bedürfnissen der defensiven Armee in unserem neutralen Land. Da wurden erfahrene, im eigenen Raum und starkem Gelände eingeübte Territorialtruppen zerschlagen – und dafür «mobile und modulare» Truppenkörper erfunden, welche «Nato-interoperabel» irgendwo (und mit eigenen Transportflugzeugen gar über die Landesgrenze hinaus) unter irgend welchem Kommando für irgendwas eingesetzt werden sollten.

Die solide und eingespielte Verteidigungs- und Mobilmachungsinfrastruktur der Schweiz liessen die Armee(ver)planer derweil verlottern, haben sie teils abgebaut und «abgewickelt» – sogar eben auch 7 der ursprünglich 8 bestens ausgerüsteten Militärspitäler. Die Rolle der Armee zur Verteidigung und in Katastrophenfällen im Inland wurde gleichzeitig permanent kleingeredet und vernachlässigt. Die Räte nickten derlei fragwürdige Reformschritte meist ab. Und vieles musste nach Milliardenverlusten dann wieder korrigiert werden. Die Armee (Gesamtkosten per 2018: gut 7 Milliarden Franken) heisst jetzt auch wieder «Schweizer Armee».

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«Sicherheit durch Kooperation» als Chimäre entlarvt

Doch die jahrelangen Fehlentwicklungen rächen sich nun. Immerhin habe die Schweiz insgesamt noch bis zu 850 zivile Spitalbetten mit Beatmungsgeräten in Intensivstationen, vermelden Agenturen. Und die Armee verfüge auch über 204 Beatmungsgeräte. Das wären dann insgesamt etwa 1000 solche Apparate. Gemessen an der Bevölkerungszahl von fast 8 Millionen Menschen und an dem, was nun drohen könnte, ist das eher wenig (1 solches Gerät für 8000 Leute?).

Da ging wohl ob all der wilden, international orientierten «Armeereformiererei» einer der wichtigsten militärischen Führungsgrundsätze vergessen: «Man hat nur, was man hat» (zum Beispiel nur noch ein einziges Militärspital). Oder: Man muss mit den Steinen bauen, die da sind. Konkret: Wenn es ernst gilt (und zum Beispiel die ersten Toten zu beklagen sind), hilft dir keiner mehr. So war es denn auch mit «Kooperation» und mit transnationaler «Interoperabilität» sehr schnell vorbei, als das Corona-19-Virus kam und Schutzmasken und Desinfektionsmittel sofort knapp wurden: Die deutsche Bundesregierung stoppte kurzerhand den Export solcher Mittel. Es wurden vorübergehend gar Container mit Schutzmaterial für die Schweiz in deutschen Häfen blockiert. Landesgrenzen gingen, Schlag auf Schlag, eine nach der anderen und quer durch Europa zu. «Sicherheit durch Kooperation»? Als Sonntags-Übung am Nato-Sandkasten vielleicht. Im Ernstfall jedoch eine klare Fehlanzeige. Wenn die Gefahr real wird, ist jeder halt doch sich selbst der Nächste.

FREIE NUTZUNGSRECHTE

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Grafikquellen         :

Oben       —     Zentralbibliothek Solothurn Ernst Klöti 2326

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Unten       —      Collectie / Archief : Fotocollectie Anefo Reportage / Serie : [ onbekend ] Beschrijving : Start 61e vierdaagse van Nijmegen; militairen wandelend Datum : 19 juli 1977 Locatie : Nijmegen Trefwoorden : MILITAIREN, VIERDAAGSE Fotograaf : Suyk, Koen / Anefo Auteursrechthebbende : Nationaal Archief Materiaalsoort : Negatief (zwart/wit) Nummer archiefinventaris : bekijk toegang 2.24.01.05 Bestanddeelnummer : 929-2743

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Corona – Etwas mehr Nähe

Erstellt von DL-Redaktion am 16. März 2020

 Bei allem körperlichen Abstand

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Eine Kolumne von Sibylle Berg

Corona macht uns Angst – aber Vereinsamung ist keine Lösung. Immer wieder hat sich gezeigt: Nicht der Brutalste überlebt, sondern die Gemeinschaft, deren Mitglieder sich helfen.

Jetzt haben wir sie fast alle: die Angst, die noch vor kurzem als vorherrschendes Gefühl weißer Männer untersucht worden war. Und nun ein umarmendes Weltgefühl zu werden droht. Jetzt sind es nicht Flüchtende, die Gesellschaften ins Chaos stürzen, sondern ein Virus, das aussieht wie ein mäßig interessantes Stoffdesign.

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Übers Ziel hinausgeschossen

Erstellt von DL-Redaktion am 16. März 2020

Gesetzentwurf gegen Hasskriminalität

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Quelle      :    Netzpolitik ORG.

Von    

Der Bundestag debattiert über eine Änderung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes. Doch was beim Kampf gegen Rechtsextremismus und Online-Hetze helfen soll, hat viele unerwünschte Nebenwirkungen. Diese sollten die Abgeordneten bedenken, wenn sie den Gesetzesvorschlag diskutieren.

Die Bundesregierung will das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) nachbessern. Am heutigen Donnerstag debattiert der Bundestag über die erste von zwei geplanten Novellen. Sie richtet sich erklärtermaßen gegen den wiedererstarkten Rechtsextremismus, dessen Gefahr die Regierung lange Zeit nicht ausreichend Ernst genommen hatte.

Obwohl kaum jemand dieses Ziel in Frage stellt, hagelt es seit der Vorstellung des „Entwurfs eines Gesetzes zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität“ Kritik von allen Seiten. Und die Kritik hat es in sich.

So gibt Ulrich Kelber, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, in einer Stellungnahme zu bedenken, dass nur mit Bedacht erlassene und zielgerichtet ausgestaltet Sicherheitsgesetze helfen würden.

Entwurf schießt übers Ziel hinaus

Dies sei bei dem Vorschlag aber nicht der Fall: „Der vorliegende Entwurf enthält zahlreiche Vorschläge, die deutlich über den Bereich von Hasskriminalität und Rechtsextremismus hinausgehen“, schreibt Kelber. Ob der Entwurf seine verfolgten Ziele erreicht, erscheine ihm deshalb „mehr als fraglich“.

Gleichzeitig enthalte der Entwurf jedoch „erhebliche Eingriffe in Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger“. Darunter fällt etwa die geplante Meldepflicht. Demnach müssten Betreiber sozialer Netzwerke, die über zwei Millionen aktive Nutzer haben und in den Geltungsbereich des NetzDG fallen, ihnen gemeldete Hasspostings gegebenenfalls an das Bundeskriminalamt (BKA) weiterreichen.

Dort soll eine zentrale Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet errichtet werden. Mit rund 250.000 gemeldeten Inhalten im Jahr rechnet die Regierung, übermittelt werden sollen neben den beanstandeten Inhalten auch weitere Daten wie IP-Adressen und Portnummern. Das Problem dabei ist, dass Daten erhoben und gespeichert werden sollen, obwohl noch keine Ermittlungsbehörde einen Anfangsverdacht geprüft hat.

Quick Freeze statt Datenhortung

Kelber schlägt hier einen grundrechtsfreundlichen Kompromiss vor. So wäre eine Regelung zu bevorzugen, nach der die Plattformbetreiber zunächst nur den Inhalt eines Postings übermitteln. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass tatsächlich Gesetze gebrochen worden sind, dann könnten die zwischenzeitlich im „Quick Freeze“-Verfahren gesicherten, weiteren Daten nachgereicht werden.

Ebenfalls fragwürdig ist die vorgesehene Pflicht für Betreiber, auf Anfrage Passwörter oder sonstige Zugangsdaten von Nutzenden herauszugeben. Zwar ist das Justizministerium im Vergleich zum ersten Gesetzentwurf leicht zurückgerudert und hat die Übermittlungsschwellen erhöht.

Dennoch handelt es sich um einen brandgefährlichen Vorschlag: Betroffen wären nicht nur soziale Netzwerke, sondern auch E-Mailanbieter, Online-Händler oder Online-Banking-Anbieter. Zwar betont die Regierung, Verschlüsselung an sich „unberührt“ zu lassen. Dann stellt sich aber die Frage, welchen Sinn die Herausgabe der Zugangsdaten hat.

Allein bei den Zugangsdaten dürfte es jedoch nicht bleiben, denn Betreiber müssten bei der Ausleitung „sämtliche unternehmensinternen Datenquellen“ berücksichtigen. Das könnte laut Kelber darauf hinauslaufen, dass gegebenenfalls alle technischen Daten mit herausgegeben werden müssten, mit denen die Kundenschlüssel generiert werden.

Online-Durchsuchung durch die Seitentür

Das würde freilich nicht nur die Zielperson des Verfahrens, sondern die Datensicherheit aller Nutzer betreffen. Vom einst ausgegebenen Ziel, Deutschland zum „Verschlüsselungsstandort Nr. 1“ zu machen, würde man sich weiter entfernen.

Ganz abgesehen davon, dass sich Hacker nicht an Stopp-Schilder halten, bleibt immer noch die Frage, was sich mit erfolgreich geknackten Passwörtern alles anstellen lässt. Denn praktisch kommt ein geheim übernommener Account beinahe einer Online-Durchsuchung gleich, die eine besonders hohe Eingriffsintensität aufweist.

Doch deren Schutzmechanismen wie eine Protokollierung der Datenzugriffe würden an dieser Stelle nicht greifen. Ohne diese Anforderungen sei es nicht möglich auszuschließen, ob eine Polizeibehörde „Beweise verändert oder Daten ‚im Namen‘ des Beschuldigten gespeichert oder irgendwohin weitergeleitet hat“, warnt Kelber.

Wenn zudem mehr als eine Person das abgegriffene Passwort kennen würde, kämen all diese Personen in Betracht, sobald danach Straftaten mit dem betreffenden Account begangen werden. In Anbetracht regelmäßiger Daten-Missbrauchskandale durch die Polizei wären das keine gute Aussichten.

Die ausführliche Kritik von Kelber hat deshalb besonderes Gewicht, weil er für die Beratung und Kontrolle der öffentlichen Stellen des Bundes im Datenschutzbereich zuständig ist. Bislang ließ sich die Regierung jedoch nicht beirren – und segnete den Entwurf im Kabinett ab. Ob sich die Bundestagsabgeordneten die eine Woche später veröffentlichte Stellungnahme Kelbers zu Herzen genommen haben, wird sich in der heutigen Debatte zeigen.

Lizenz: Die von uns verfassten Inhalte stehen, soweit nicht anders vermerkt, unter der Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

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Grafikquelle          :     Women’s March demonstrators arriving at Union Station in NE Washington DC on Saturday morning, 21 January 2017 by Elvert Barnes Photography PROTEST SIGNS @ J21 WOMEN’S MARCH 2017 Project Follow Women’s March at www.facebook.com/womensmarchonwash/ BEFORE J21 WOMEN’S MARCH 2017 Project: Union Station Series Elvert Barnes Saturday, 21 January 2017 WOMEN’S MARCH DC docu-project at elvertbarnes.com/WomensMarch2017

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DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am 16. März 2020

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1b/Die-Woche.png?uselang=de

Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Corona, „Flügel“ – und ein Handy leyen: Der große Virus-Digi-Schub. E-Learning wird dank Corona wieder Trend und der Wunsch nach einer autoritären Kanzlerin. Offene Blinddärme im Kühlregal, die kommende Öde des Ausnahmezustands und die magischen Handydaten von Andreas Scheuer.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?

Friedrich Küppersbusch: Leute, die im Supermarkt Mundschutz und Handschuhe tragen. Hatte Angst, im Kühlregal liegt ein offener Blinddarm.

Und was wird besser in dieser?

Zwangsurlaub.

Als Corona noch nicht überall war, hörte man von Hamsterkäufen, Mundschutz-Klau und allgemeinem Egoismus. Jetzt, da wir Pandemie haben, keimen zarte Pflänzchen von Hilfsbereitschaft und Altruismus auf. Obsiegen am Ende vielleicht doch Menschlichkeit und Vernunft?

Für die Nachbarsoma einkaufen gehen, einfach mal eine Rolle Klopapier im Regal liegen lassen: ja. Das Risiko liegt eher in der Gewöhnung; irgendwann wird der Ausnahmezustand öde und für viele auch: finanziell unmöglich.

Schulen und Kitas schließen auf unbestimmte Zeit, und schlimmer noch: Die Kinder bei Oma vorbeibringen fällt auch aus. Wohin mit den Kids?

Wird sich zeigen, was wir Weltmeister im Getrenntsortieren hier abliefern. In Deutschland leben 11,3 Millionen Kinder, 8,3 Millionen davon gehen zur Schule – jetzt sind sehr große Ferien. Kinder beschäftigen sich am liebsten mit Kindern, man kann die „nachweislich coronafrei getesteten Kinder-Gruppen“ in Elterninitiativen bereits ahnen. Hey, was machen eigentlich unsere Impfgegner gerade so? Es dürfte ein Digitalisierungsschub werden, Handyverbot und Rechner-Prohibition verkehren sich. ARD und ZDF, die Großeltern unter den Medienangeboten, rammen Maus und Elternberatung ins Programm. Wenn die Freunde von E-Learning sich eine Kampagne hätten ausdenken wollen, müssten Sie mit Corona zufrieden sein – langfristig.

Seit Wochen tröpfeln die Bundesländer widersprüchliche Corona-Strategien über die Landkarte. Viele stöhnen über den deutschen Flickenteppich und wünschen sich eine Manager-Merkel. Föderalismus gut oder Föderalismus blöd?

Es ist ein Déjà-vu des allgemein grassierenden gesellschaftlichen Trends: Autorität oder Pluralismus? Medizinisch ist der Fall klar: Isolation, Quarantäne, allgemeiner Hausarrest, je schneller, desto besser. Das ist logisch – so logisch, wie andere morgen früh alle CO2-Schleudern abschalten wollen und wieder andere gestern alle Ausländer rausschmeißen. Die Kritik am deutschen Gezaudere und der Jubel zu drastischem Durchgreifen anderswo offenbart auch unsere Liebe zur Autorität. Bisschen Demokratie ist bei guter Gesundheit ganz nett, doch tief drinnen wollen wir jemanden, der auf den Tisch haut, wenn’s ernst wird. Dumm nur: Der Tisch sind wir. Politische Entscheider bewegen sich zwischen dem fachlich Notwendigen und der Bereitschaft der Menschen, es mitzutragen. Deutschland geht etwas skrupulöser an die Einschränkung von Freiheitsrechten, ich hätte nicht erwartet, dass mich das jemals aufregen würde.

Der DAX stürzte gegen Ende der Woche massiv ab. Aber geh, die Wirtschaft erholt sich schon wieder. Oder? Oder??

Quelle        :         TAZ        >>>>>         weiterlesen

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Grafikquelle       :        Bearbeitung durch User:Denis_Apel – Lizenz “Creative Commons“ „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen“

Urheber Unbekanntwikidata:Q4233718

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DL – Tagesticker 16.03.2020

Erstellt von DL-Redaktion am 16. März 2020

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Selbst wenn auf der Welt, alle den Verstand verlieren, wird irgend Jemand die Kontrolle über alle Idioten in Händen behalten. Wie zu Adolfs-Zeiten! Wo politische Schreihälse, welche selber nichts wissen und für ihr Unwissen viel Geld bezahlen um ihre Bürger – Innen mittels Quarantäne kontrollieren zu versuchen, (über vier Wochen, Monate – oder auch Jahre ?), rastet der gesunde Menschenverstand aus und das Volk beginnt erneut gleich Lemminge zu marschieren !

Politik

1.) Europas Corona-Verweigerer

Der britische Premier lehnt Schutzmaßnahmen gegen das Virus in größerem Maße bislang ab. Die Kritik an seinem Vorgehen wächst. So wie die Zahl der Erkrankten wächst, so nimmt mit jedem Tag der Druck auf die britische Regierung zu, härtere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus durchzusetzen. Großbritannien geht im Vergleich zu den anderen großen Staaten Europas noch relativ gelassen mit der Pandemie um. Schulen und Universitäten sind weiter offen, das Arbeits- und Geschäftsleben läuft weiter, es gibt keinerlei Bewegungs- oder Veranstaltungsverbote.

Welt

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Erwacht so der politische Widerstand in der Jugend ? Lasst der Unfähigkeit selber die Suppe auslöffeln – welche sie sich gekocht hat. Das Ferkel sagte: „Stellt die sozialen Bindungen zurück – keine Berührungen mit den Alten – Atemmasken (Vermummungsverbot aufgehoben) und sterile Handschuhe“  gelten wieder als Zeichen für den „Deutschen – Gruß“ !

Von JU bis Linksjugend:

2.) Corona-Hilfe von Parteiennachwuchs

Die Nachwuchsorganisationen von fünf normalerweise konkurrierenden Parteien wollen im hessischen Werra-Meißner-Kreis in der Coronakrise Erkrankten und Menschen in häuslicher Quarantäne gemeinsam unter die Arme greifen. Unter dem Motto „Wir gegen Corona“ wollen die jungen Leute eine Telefon-Hotline einrichten und Einkäufe erledigen. Besonders Menschen aus Risikogruppen bedürften Hilfe aus der Mitte der Gesellschaft, heißt es einem gemeinsamen Aufruf der Jungen Union, der Jusos, der Jungen Liberalen, der Grünen Jugend und der Linksjugend.

T-online

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Sieht so das Ende von einen freien Europa aus ? Wird hier nicht Rechtes – Gedankengut produziert: „Wir haben wieder einen Grund die Flüchtlinge außer Landes zu halten“? Niemand sieht seine Säue, aber jeder hört ihr Grunzen! So wird die einstige Rolle der Juden weiter gereicht und Eigentore für die AfD produziert.

Coronavirus in Deutschland:

3.) Deutschland startet Einreiseverbote und strenge Grenzkontrollen

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus will Deutschland von diesem Montagmorgen um 8.00 Uhr an mit Einreiseverboten und strengen Grenzkontrollen starten. Betroffen sind die Übergänge zur Schweiz, zu Frankreich, Österreich, Dänemark und auch Luxemburg, wie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Sonntag angekündigte. „Für Reisende ohne triftigen Reisegrund gilt, dass sie nicht mehr einreisen können“, sagte er. Ausnahmen gibt es etwa für den Warenverkehr und für Pendler.

Sueddeutsche-Zeitung

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So geht Politik Heute. Eine Selbständigkeit gibt es nicht mehr. Jeder folgt seinen geistigen Führern. Merkel ihren Ärisch, der Merz seinen Wetterregeln und die Krampe wird Morgen den legendären Satz rufen: „Seit 5 Uhr 45  wird zurück geschossen.“

4.) Zippert zappt

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ist anscheinend zu allem bereit. Als oberste Bestimmerin hat sie zugesichert, dass „die Bundeswehr das Gesundheitsministerium bei der Beschaffung von Medikamenten und Schutzkleidung unterstützen wird“. Was heißt das? Überlässt sie den Krankenhausärzten die Gasmaskenbestände der Armee? Oder plant sie etwa den Einmarsch in Länder, die noch über Schutzkleidung und Medikamente verfügen? Wird es Krieg um Desinfektionsmittel geben

Welt

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Das haben wir Älteren immer schon gesagt: Mit den Kindern beginnen die Sorgen und mit den Politikern startet  das Pack Volk. Die Wiener zogen früher in ihren Prater um Tauben zu vergiften.  Was macht der Dummdeutsche ? Er füttert – besonders die Politiker ! Die Wiener hätten lange ein paar schlechte Körner untergemischt.

VIRUS

5.) Schul- und Kitaschließungen bereiten Eltern und Firmen Probleme

Die wochenlange Schließung der Schulen und Kitas in Deutschland stellt Millionen Eltern und ihre Arbeitgeber vor beispiellose Probleme. Arbeitsminister Hubertus Heil verteidigte die radikale Maßnahme am Sonntag als notwendig im Kampf gegen das Coronavirus. Zugleich appellierte der SPD-Politiker an Firmenchefs und Behördenleiter, zusammen mit ihren Mitarbeitern unbürokratische und einvernehmliche Lösungen für die Kinderbetreuung zu finden, so dass den Eltern keine Lohneinbußen drohen. „Ich bitte Sie, die Möglichkeiten der Lohnfortzahlung im Betreuungsfall großzügig auszugestalten“, bat er die Arbeitgeber.

Focus

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Nur Merkels „Weiße Taube“ bekommt einen Freiflug von der Wallstreet“! Wir hören schon Ihre Werbegesänge: „Seit dem ich den Mann in Omo bade – ist er so griffig“.

Steinmeier

6.)  „Wir werden das Virus besiegen“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in der Coronavirus-Krise einen Appell an die deutsche Bevölkerung gerichtet. „Wir werden das Virus besiegen. Aber in was für einer Gesellschaft wir danach leben werden, und in was für einer Welt, das hängt davon ab, wie wir heute handeln“, sagte das Staatsoberhaupt dem Nachrichtenportal T-Online. Steinmeier nannte drei Aufgaben für Deutschland. Die erste und wichtigste sei es, „die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit unser Gesundheitssystem die rasch steigende Last der Neuansteckungen bewältigen kann. Damit wir so viele Leben retten wie irgend möglich. Drastische und sofortige Einschnitte in unser tägliches Leben, unseren Berufsalltag sind dafür notwendig, auf alte Gewohnheiten wie Umarmungen, den Begrüßungskuss, das Händeschütteln müssen wir eine Zeitlang verzichten.“ Unsere Selbstbeschränkung heute könne morgen Leben retten, so Steinmeier. Bundes- und Landesregierungen handelten entschlossen und gezielt, um die Ausbreitung zu verlangsamen und Vorbereitungen voranzutreiben. „Alles, was diesen Zielen dient, muss ernsthaft und ohne Denkverbote geprüft und dann rasch und konsequent umgesetzt werden“, so Steinmeier. Die zweite Aufgabe sei es, „unsere Wirtschaft über diesen dramatischen Einschnitt hinwegzubringen“. Die dritte, „Europa zusammenzuhalten“. Die Corona-Krise fordere uns heraus. „Wir haben es in der Hand, ob die Solidarität nach innen und außen die Oberhand gewinnt – oder der Egoismus des Jeder für sich. Die Welt wird danach eine andere sein. In welche Richtung es geht, das hängt von uns ab.“

Wallstreet-online

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7.) Flirtsprüche in Zeiten von Corona

  • „Hey, kommst du noch mit hoch auf zwei Wochen Quarantäne?“
  • „Darf ich in deine Armbeuge husten?“
  • „Desinfizier mich mit deiner Liebe, Baby!“
  • „Dir möcht‘ ich ins Gesicht fassen!“
  • „Ich hab noch Nudeln übrig …“
  • „Klopapier wirst du bei mir nicht brauchen“
  • „In meinem Schlafzimmer steht ein Intensivbett … naja, zumindest wirst du nach zehn Minuten denken, ich sei ins Koma gefallen.“
  • „Ledermasken sollen ja viel sicherer sein.“
  • „Ich lebe noch bei Mutter und habe das Haus seit zwei Jahren nicht verlassen.“
  • „Ich lass‘ dich auch an meinen Beatmungsschlauch!“

Titanic

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquelle        :      DL / privat – Wikimedia  Commons – cc-by-sa-3-0.

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