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Archiv für Februar 21st, 2020

Linker-Politiker zu Cum-Ex-

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Februar 2020

„43 Millionen sind keine Peanuts“

Norbert Hackbusch 2018 by Jenny Paul – (02).jpg

Norbert Hackbusch

Interview von Kaija Kutter

Der Linke Norbert Hackbusch fordert einen Untersuchungsausschuss zur Frage, warum Hamburg so lax mit Cum-Ex-Schulden der Warburg-Bank umging.

taz: Herr Hackbusch, hat der Hamburger Senat Sie belogen?

Norbert Hackbusch: Es scheint so. Der Senat hat mir als Abgeordnetem im vorigen November auf eine Kleine Anfrage geantwortet, dass es in den Jahren 2016, 2017 und 2018 kein Treffen zwischen dem Senat und der Warburg-Bank im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften gab. Inzwischen hat Bankinhaber Christian Olearius selbst ein Tagebucheintrag-Faksimile veröffentlicht, in dem er von einem Treffen mit dem damaligen Bürgermeister Olaf Scholz im November 2017 berichtet. Dort wird dargestellt, dass man auch über die Belange der Warburg-Bank im Kontext mit Cum-Ex geredet hat.

Nun kontert die Finanzbehörde, sie habe nicht gelogen. Denn Ihre Frage habe sich auf das Steuerverfahren bezogen, nicht auf allgemeine Treffen mit Scholz.

Wir haben keine Information von Herrn Scholz oder von der Senatsverwaltung, sondern nur von Herrn Olearius. Und der schrieb: „Dann berichte ich vom Sachstand bei Finanzbehörde, Staatsanwaltschaft. Ich meine sein zurückhaltendes Verhalten so auslegen zu können, dass wir uns keine Sorgen zu machen brauchen.“ Da geht es eindeutig um Cum-Ex. Und dann geht es weiter: „Die Deutsche Bank wurde nicht geschont. Meine Interpretation, auf uns abzulenken, sei wahrscheinlich.“ Und dann kommt sogar der Satz: „Das Spiegel-Gespräch sollte ich führen, mich aber maßvoll äußern.“ Das sind lauter Zitate und lauter Hinweise auf das Cum-Ex-Geschäft.

Was heißt Spiegel-Gespräch?

Das wollen wir auch wissen. Das zweite ist: In dieser Zeit ging es um die nächste Tranche, um die nächsten 43 Millionen, die als Rückforderung an die Warburg-Bank aus den Cum-Ex-Geschäften zu stellen wären und zu verjähren drohten. Da treffen sich Herr Scholz und Herr Olearius. 43 Millionen sind sowohl für die Stadt wichtig als auch für Warburg keine Peanuts.

Nun berichten einige Zeitungen, die Vorwürfe seien aufgebauscht und fielen immer mehr in sich zusammen. Das Abendblatt fragt, wie denn ein Treffen von 2017 Einfluss auf eine Entscheidung von 2016 gehabt haben soll. Das Jahr, in dem die Rückforderung der Stadt von 47 Millionen Euro verjährte.

Mein Vorwurf ist ja eben, dass 2017 die zweite Tranche zum Ende des Jahres zu verjähren drohte, nachdem 47 Millionen 2016 verjährt waren. Die 43 Millionen Euro sind nur deshalb nicht verjährt, weil das Finanzministerium in Berlin Hamburg anwies, sie von Warburg einzufordern.

Aber auch das ist strittig. Es heißt, auch die Hamburger Finanzverwaltung selbst hätte entschieden, das nicht verjähren zu lassen.

Das schreibt die Zeit, dass sie dafür Unterlagen hat, dass Berlin das angewiesen hat. Das Bonner Gerichtsverfahren zu Cum-Ex untersucht ja unter anderem diese Fragen. Dem entsprechend gehe ich davon aus, dass es stimmt.

Quelle       :      TAZ         >>>>>        weiterlesen

Linken-Abgeordneter Liebich hört auf

Der Einzelkämpfer geht

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Stefan Liebich

Von Stefan Reinecke

Stefan Liebich, Außenpolitiker der Linkspartei, verlässt die Politik. Der Reformer-Flügel wird damit geschwächt, Grün-Rot-Rot noch unwahrscheinlicher.

Stefan Liebich, Linkspartei-Realo und Außenpolitik-Experte wird nach 25 Jahren mit der Politik aufhören. 1995 wurde er Parlamentarier im Berliner Abgeordnetenhaus. Er hat den ersten rot-roten Senat mit ins Amt gehoben. Im Bundestag versuchte er erfolglos, eine rot-rot-grüne Regierung zu zimmern. Liebich, der dreimal den Wahlkreis Berlin-Pankow direkt für die Linkspartei gewann, ist das, was man ein political animal nennt: zäh, hart im Nehmen und ganz und gar mit dem politischen Betrieb verschmolzen. Warum hört er auf? Ausgerechnet er?

Wegen seiner Krankenkasse, sagt Liebich. Er war neulich dort und ein Mitarbeiter ließ die Bemerkung fallen, dass Liebich jetzt ja schon mehr als die Hälfte seines Berufslebens hinter sich habe. Der 47-jährige kam ins Grübeln. Im Bundestag sehe er manchmal „Kollegen, deren Batterie halb leer ist“. So tauchte die Frage auf: „Will ich auch so enden?“ Die hat er nun beantwortet.

Die Entscheidung fiel, so Liebich, schon bevor Andrej Hunko vor einer Woche zum Vize-Chef der Linksfraktion gewählt wurde. Hunko steht auf dem entgegengesetzten außenpolitischen Flügel der Linkspartei, der extrem USA-kritisch ist und bei Putin und Venezuela ein weites Herz hat. Liebich betont, dass der Abtritt vor allem eine persönliche Entscheidung ist, keine aus Resignation oder Frustration. „Ich knalle nicht mit der Tür“, so Liebich, der Fraktion und Partei meist offener und schonungsloser kritisiert hatte als seine Realo-Kollegen.

Allerdings: Dass Liebich, der die Linkspartei außenpolitisch anschlussfähig machen wollte, geht und Hunko in der Fraktion Karriere macht, zeigt, dass es in der Linksfraktion unübersehbar regressive Neigungen gibt.

Freunde reagierten zerknirscht

Seine politischen Freunde wie Matthias Höhn und Jan Korte, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion, hätten, so Liebich, zerknirscht auf seinen Entschluss reagiert. Der sei persönlich verständlich, aber politisch ein Rückschlag. Fixe Pläne hat Liebich nach eigenem Bekunden für die Zukunft noch nicht, aber Ideen. Der Bruch mit der politischen Karriere werde jedenfalls komplett ausfallen.

Quelle       :        TAZ         >>>>>>         weiterlesen

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Grafikquellen      :

Oben       —          Norbert Hackbusch (Die Linke)

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Von Palme-Barschel zu Colby

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Februar 2020

Politische Morde in der alten und neuen Bundesrepublik Deutschland

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Quelle      :        untergrund-blättle   CH. 

Wilma Ruth Albrecht

Politische Morde erklären sich nicht einfach aus Motiven von Tätern. Sondern aus deren unbewusstem und bewusstem Wirken innerhalb von politischen und kriminellen Strukturen, die sowohl Öffentlich wie auch verborgen wirkten und nachwirken.

„Ein politischer Mord ist die vorsätzliche, ungesetzliche oder illegale Tötung einer Person aus politischen Motiven. Das Opfer hat in der Regel einen aus Sicht des Urhebers der Tat unerwünschten politischen Einfluss, oder der Urheber erwartet sich von der Ermordung eine für ihn vorteilhafte politische Entwicklung“. Soweit und personalistisch arg verengt das deutschsprachige Netzlexikon Wikipedia.

Täter und Nutzniesser eines politischen Mordes müssen nicht identische Ziele verfolgen und auch nicht einzelne Individuen sein. Vielmehr ist es gerade ein Kennzeichen des politischen Mordes der Neuzeit, dass Täter (als Auftragsmörder) sich nicht aus sozialen und/oder ökonomischen Interessengruppen, die Profiteure der Tat sind, rekrutieren. Auch sind politische Morde nicht an ein bestimmtes formales Herrschaftssystem gebunden. Sie ziehen sich vom Alterum bis zur Gegenwart, so der Untertitel des 2005 vom Althistoriker Michael Sommer herausgegebenen Sammelbands Politische Morde, in dem an Klassiker wie den Mord an Julius Caesar 44 vor Christus, Thomas Becket 1170 nach Christus oder Wallenstein 1634 nach Christus erinnert werden. Auch können politische Morde als Anzeichen für bevorstehende oder unterdrückte Bürgerkriege gedeutet werden – weshalb sie zu Beginn der Weimarer Republik so einseitig juristisch geahndet wurden, wie von Emil Julius Gumbel: Vier Jahre politischer Mord (1922) eindrucksvoll nachgewisen.

Im bürgerlichen Deutschland der neusten Zeit blieben politische Morde nicht auf die Weimarer Republik (mit den an Morden Kurt Eisner [1867-1919], Matthias Erzberger [1875-1921] und Walter Rathenau [1867-1922]) oder den Nationalsozialismus beschränkt. Auch in der alten und neuen Bundesrepublik Deutchland (BRD) gab und gibt es politische Morde – wenn auch offiziell nicht als solche öffentlich zugegeben oder/und als Selbstmorde oder Suizide bezeichnet (wie etwa in den Fällen Barschel 1987, Kelly/Bastian 1992, Möllemann 2003). Seit einigen Jahren freilich wird die Selbstmordthese immer stärker in Zweifel gezogen, besonders die des Uwe Barschel.

Barschel

Dass der Tod des am 11. 10. 1987 im Genfer Hotel „Beau Rivage“ aufgefundenen ehemaligen Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, des CDU-Spitzenpolitikers Dr. Uwe Barschel, ein Selbstmord gewesen sein sollte, hatte schon zu dieser Zeit kaum ein politisch interessierter Bundesbürger geglaubt. Die obzöne Präsentation eines völlig bekleideten, sogar noch Kravatte tragenden Leichnams, in der Hotelbadewanne erhöhte auch nicht die Glaubewürdigkeit der Selbstmordthese. Sie wirkte wie die damit zusammenhängende „Barschel-Pfeiffer-Engholm-Schmierenkomödie“ politiköffentlich und politikmoralisch so abstossend wie ekelig und beschädigte nicht nur das Ansehen der Herrschaftsform Demokratie sondern auch das der Justiz. Und nicht nur der schweizerischen.

Vielleicht könnte darin der Grund gelegen haben, dass und warum sich Heinrich Wille ab 1992 als Leiter der Lübecker Staatsanwaltschaft mehrere Jahre bis 1998 trotzig engagiert der Aufklärung des Barschel-Todes widmete, die Ergebnisse seiner Tätigkeit publizistisch aufarbeitete und 2011 nach seiner Pensionierung als subjektiven Kommentar auf Dokumentenbasis 2011 vorlegte:

Heinrich Wille

Ein Mord, der keiner sein durfte. Der Fall Barschel und die Grenzen des Rechtsstaates. Vorwort Stefan Aust. Zürich (Rotepunktverlag) 2011 (3. Auflage), 382 Seiten, 18 €

Bevor Wille über eigene Ermittlungstätigkeit im Fall Barschel und die damit einhergehenden Unstimmigkeiten mit Vorgesetzten berichtet, stellt er erstmals die Ausgangslage am Fundort der Leiche Barschels am 10./11. 10. 1987, die Ergebnisse der vorgenommenen Befragungen und Bewertungen durch die Genfer Behörden vor (17-58). Danach erinnert er seine und Barschels politische Sozialisation im Nachkriegsdeutschland der BRD (59-80). Beide, Barschel, Jahrgang 1944, und Wille, Jahrgang 1945, sind in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, waren aber strebsam und ehrgeizig, weshalb sie auch das Gymnasium besuchen durften, Abitur ablegen und das Jurastudium in Kiel beginnen konnten. Politisch engagierten sie sich jedoch in gegensätzlichen Lagern: Barschel seit 1960 in der Jungen Union (JU), dann 1962 in RCDS (Ring christlich-demokratischer Studenten) und CDU. Dort macht er bald Karrriere. Und wird 1967-1971 Landesvorsitzender der JU Schleswig-Holstein, 1971 Landtagsabgeordneter, 1973 Fraktionsvoritzender der CDU im Landtag, 1979 Finanzminister und 1982 Ministerpräsident.

Wille erwähnt, dass er selbst 1971 in die SPD eingetreten sei, sich im Ortsverein in Luik engagierte habe und 1977 als Landesvorsitzender des Arbeitskreises sozialdemokratischer Juristen gewählt wurde. Seit 1975 arbeitete er als Staatsanwalt zuerst in Itzehoe, dann in Kiel. Nach einer Episode als Referent in der Rechtsabteilung im Justizministerium unter der Regierung Engholm (ab 1988) wechselte er im Mai 1992 als Oberstaatsanwalt zur Staatsanwaltschaft in Kiel, wo er sich seitdem auch und vor allem um den „Barschelfall“ kümmerte. Dabei verfolgte er hinsichtlich des Ermittlungsverdachtes Mord an Barschel verschiedene Spuren, die vor allem ins Geheimdienstmilieu von BND, Bundesamt für Verfassungsschutz, Bundeskriminalamt, DDR-Staatssicherheit, US-Central Intelligence Agency CIA sowie zu ihren tatsächlichen oder vermeintlichen Informanten und Geheimnisträgern und auch in die spätere sogenannte Gauck-Behörde für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratichen Republik führten.

Es ergibt sich: Barschel sei jahrelang direkt und indirekt in sogenannte „Embargo-Geschäfte“ der BRD mit der DDR, Südafrika und dem Iran verwickelt und dafür tätig gewesen.

Oft werden dubiose Zeugnisse angeführt, etwa von der Agentin und Journalistin Frau Wilkening. So hätten „die Firma Wild-Leitz Vertrieb Deutschland GmbH in Frankfurt/Main (ehemaliges Vorstandsmitglied unter anderem Dr. Eike Barschel) und die Firma Telemit Elektronik GmbH in München geschäftliche Kontakte zu der AHS IMES Import/Export GmbH“ (97) der DDR unterhalten. Beide Firmen hätten im Zusammenhang mit optischer Elektronik für militärische Zwecke eng zusammen gearbeitet und Verbindungen mit dem VEB Carl Zeiss Jena gehabt. Auch US-Firmen seien in Dreiecks-Geschäfte involviert gewesen wie die US-Firma DEC [Digital Equiment Company], die zusammen mit TELEMIT „Hochleistungsrechner Typ VAX 8600 für den Militäreinsatz an die NVA nach Ludwigsfelde geliefert haben“ (97). Diese und ähnliche Geschäfte seien im „Warnemünder Kreis“ abgewickelt worden, an denen auch Uwe Barschel mitwirkte und dafür seinen in Jena wohnenden Cousin Bernd Barschel ge- oder benutzte (98).

Deshalb sei Uwe Barschel auch mehrmals nach Warnemünde ins Hotel Neptun gefahren und habe Kontakte eines Kuraufenthaltes in der CSSR für Geheimdienst- und Geschäftsverbindungen genutzt. Bei Willes Versuch, diese Angaben anhand von Archivmaterial der Gauck-Behörde zu verifizieren, zeigte sich diese Behörde wie auch der BND wenig kooperativ: mögliche Unterlagen konnten nicht eigenständig ausgewertet werden. Und auch die Jornalistin Wilkering soll eine Spur Barschel zum UdSSR-Verteidigungsministerium und damit zusammenhängende Rüstungsgeschäfte über die DDR aufgefunden haben (wie die ARD-Sendung „Monitor“ berichtete: 137f.).

Ferner habe – nach Angaben des Waffenhändlers Josef Messerer – am 10./11. Oktober 1987 in Genf ein Treffen von Waffenhändlern stattgefunden. (Am Tag zuvor, den 9.10.1987 habe sich auch der Waffenhändler Werner Mauss in Genf aufgehalten.) Nach Vermerken in Messerers Terminkalender habe sich dort auch der Name Barschel gefunden. Im „Schubladenuntersuchungsbericht“ vom 25. 9. 1995 wird daraus gefolgert: „Es gibt Erkenntnisse, dass am 9.10.1987 in Genf eine Gesprächsrunde zusammengetreten sei, bei der es um Waffenhandel gegangen sei; es hätten fünf oder sechs Personen teilgenommen, darunter der Sohn Khomeini und Dr. Barschel. Barschel habe sich mit irgendeiner Sache nicht einverstanden erklärt. Daraufhin sei erklärt worden, er müsse ausgeschaltet werden.“ (170) Der BND freilich demientierte solche Erkenntnisse.

Zum guten Schluss geht Wille auch noch einer Spur im Falle Barschel nach, die zum US-amerikanischen Geheimdienst Central Intelligence Agency (CIA) führt, nämlich zum und über den südafrikanischen Waffenhändler Dirk Stoffberg. Im Gesamtbericht der Lübecker Staatsanwaltschaft, also von Wille, wird 1998 ausgeführt, dass Stoffberg erklärt habe, „dass Barschel von Robert Gates, dem späteren CIA-Direktor, nach Genf bestellt worden sei. Barschel hätte mit Enthüllungen gedroht, durch die Regierungen und an Waffengeschäften beteiligte Geschäftsleute in grosse Verlegenheit gebracht worden wären. Von J. sei auch die Person genannt worden, die mit der Ermordung von Dr. Uwe Barschel beauftragt worden sei.“ (188)

Weiter habe der öffentlich nur als Informant J. Genannte mitgeteilt, dass Barschel „als Vermittler von Nukleartechnologien für den Iran und den Irak tätig war“ (188f.) und gedroht habe, die Verwicklungen von Regierungen offen zu legen. Diese Informationen habe Stoffberg 1992 auch dem Journalisten Peter F. Müller gegeben (189f.). Weiterhin habe er ausgeführt, dass es Robert Gates gewesen sei, der Barschel nach Genf beordert habe, denn Barschel „wollte umfangreiche Fälle von Korrumption in der deutschen Regierung aufdecken, die von den Amerikanern kontrolliert wurden … Barschel war in verschiedene Waffengeschäfte verwickelt, sogar in unserem Land [gemeint: Südafrika, WRA] hier.“ (190)

Wille resumiert, dass „das Motiv für einen Mord an Uwe Barschel im Bereich des internationalen Waffenhandels, konkret im „Handel mit Embargogütern“ (199) lag.

Diese These oder Feststellung wird in den nachfolgenden Kapiteln „Barschels Reisen in die DDR“ (201-224) und zur „Iran-Contra-Affaire“ (225-238) weiter begründet. Hinsichtlich der Barschel-Reisen in die DDR gelten die Zeugnisse der Fahrer Barschels – Rissmann und Posch – sowie Aufzeichnungen der DDR-Staatssicherheit in der Gauck-Behörde. Demnach habe Barschel nachweislich zwischen 18.10.-1.12.1982 eine Reise nach Rostock und von 8.9.-9.9.1983 nach Rostock, Schwerin, Potsdam und (Ost-) Berlin unternommen. Diese Fahrten gingen über die Grenze Schlutup, die vormals auch der damalige Ministerpräsident Schlesdwig-Holteins, Gerhard Stoltenberg, benutzt habe. Auf einer dieser Reisen seien auch militärische Einrichtungen der damaligen DDR in der Nähe von Bad Doberan besucht worden. Ausser Zeugenaussagen und Unterlagen der Gauck-Behörde gebe es keine weiteren Dokumente darüber.

Auch in die „Iran-Contra-Affaire“, einem Dreiecksgeschäft mit israelischen Lieferungen von Waffen (über verschiedene europäische Länder) an den Iran, der Geld an die USA zahlte, die dieses an die Gegner der Revolutionsregierung in Nicaragua zu deren Sturz übergaben, sei Barschel verwickelt gewesen, zumal er schon 1976 als Notar gute Kontakte in den Nahen Osten gehabt hätte. Zeugen wollen Barschel mit Oliver North, US-Marineoffizier, CIA-Agent und militärischer Berater der US-Sicherheitsbehörde National Security Agency (NSA) im September 1987 in Hamburg im Hotel Atlantik gesehen haben; auch hätten sich beide gleichzeitig in Frankfurt/Main aufgehalten.

Dass diese Spuren nicht weiter verfolgt wurden, lag daran, dass Wille erheblichen Repressionen von Seiten seiner Vorgesetzen ausgesetzt war und der Weisung, dass das gesamte Ermittlungsverfahren 1977 einzustellen sei, was wiederum angefochten und zurück genommen wurde.

Erfolgreicher war die Wiederaufnahme toxikologischer Spuren, die zu Barschels Tod führen sollten. Durch eine erneute Untersuchung konnten Spuren von Diphenhydramin sowie auf der Badematte das chemische Lösungsmittel, das hochflüchtige Dimethylsulfoxid und das letztlich tödlich wirkende Cyclobarbital, nachgewiesen werden.

Zuletzt verfolgte Wille noch Spuren im Zusammenhang mit Barschels Tod, die zur Mafia, ja selbst noch zum Kanzler Kohl führten (269-272). Auch Dokumente des Blaupausen-Skandal um technische Zeichnungen für den U-Bootbau durch die HDW-Werft für Südafrika wollte die Lübecker Staatsanwaltschaft einsehen. Doch Gerhard Stoltenberg (Bundesfinanzminister von 1982-1989) lehnte das Ansinnen ab. Und die Landesregierung von Schleswig-Holstein drängte auf eine Einstellung des Verfahrens.

Schlussendlich wurden am 13. Oktober 1997 das Ermittlungsverfahren zum Tode Barschels eingestellt und am 15. Juni 1998 die Akten geschlossen. Die Staatsanwaltschaft Lübeck mit Oberstaatsanwalt Wille jedoch blieb der Überzeugung, „dass Uwe Barschel durch einen professionellen Mörder zu Tode gekommen sein musste“ (341).

Kritisch zu Willes Ausführungen: Mit den individualisierenden Methoden einer Strafjustiz lässt sich der Fall Barschel nicht klären. Hinzu kommt, dass zu viele dubiose Zeugen aus den Geheimdiensten BND, STASI, Verfassungsschutz, CIA, dem israelischen Mossad und aus Waffenhändlermilieus mit geringen Glaubhaftig- und Glaubwürdigkeiten auftreten. Und dünn ist auch die Indizienkette mit vielen Schwachstellen, vor allem verursacht durch gravierende Mängel bei der zeitnahen Spurensicherung des tatsächlichen oder angeblichen Tatortes in der Schweiz. Hinzu kommen willkürliche Interpretationen von Spuren, besonders von schriftlichen Aufzeichnungen, nebst Rivalitäten und Eifersüchteleien unter Sachverständigen wie Platzhirschgebaren beteiligter Juristen und Behördenleiter.

Alle bekanntgewordenen wirtschaftlichen und politischen Erkenntnisse verweisen darauf: Uwe Barschels Tod war ein politischer Mord mit politischen Hintergründen. Es ging um durch internationales Recht verbotene oder politisch nicht zu rechtfertigende Waffengeschäfte mit Südafrika (U-Boote), der Islamischen Republik Iran und Nicaragua unter Beteiligung der USA, Israel, der BRD und der DDR (darüber auch vermittelt mit der UdSSR). An diesen Geschäften beteiligt waren Firmen für das U-Boot-Geschäft, vor allem die HDW (Howaltswerke-Deutsche Werft AG), die zur Salzgitter AG gehörte, und das IKL (Ingenieurkonto Lübeck) sowie die Bundesregierung und Landesregierung Schleswig-Holsteins als Miteigentümer dieser schwerindustriellen Unternehmen.

Über das U-Boot-Geschäft unterrichtet waren nachweislich auch die damaligen Spitzenpolitiker Bundeskanzler Kohl, Bundesaussenminister Genscher, der bayerische Ministerpräident Strauss, Bundeswirtschaftsminister Bangemann, Bundesfinanzminister Stoltenberg (bis 1982 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein), Finanzstaatssekretär von Schleswig-Holstein Carl-Hermann Schleifer (später in der Versicherungswirtschaft tätig) (66-69). Auch die DDR-Industrie war in Embargo-Geschäft, speziell mit dem Iran, vor allem über das DDR-Unternehmen Motoren- und Turbinenunion (MTU) einbezogen: der Staat benötigte westliche Devisen. Ferner mischten im Embargo-Handel unter anderem auch Schweden, Dänemark, Israel und die USA mit. Inwieweit Uwe Barschel als Ministerpräsident in Kiel in diese Geschäfte direkt einbezogen war, ob er sie förderte oder ablehnte (und möglicherweise, wie von Wolfram Baentsch in seinem Buch: Der Doppelmord an Uwe Barschel. Die Fakten und Hintergründe. München 2006, argumentiert) Opfer von Intrigen des internationalen Waffenhandels um BND und Verfassungsschutz wurde, lässt sich mit vorwiegend dubiosen Zeugen und den benutzten Quellen und Methoden nicht aufklären.

Von Palme über Barschel zu Colby

Damit stellt sich erneut die nun erweiterte Frage: Warum und vom wem wurden Olof Palme, Uwe Barschel und William Colby ermordet? Gibt es einen Zusammenhang zwischen diesen politischen Morden?

Dies untersuchen im 2017 in erster Auflage erschienen Buch:

Parik Baab, Robert E. Harkavy Im Spinnennetz der Geheimdienste. Warum wurden Olof Palme, Uwe Barschel und William Colby ermordet? Frankfurt/Main (Westend-Verlag) 2019, 413 Seiten, 20.00 €

Im Vorwort findet sich als klare Antwort: „Nicht nur im Fall Palme, sondern auch beim Tod von Uwe Barschel und William Colby handelt es sich um Mord. In allen drei Fällen waren keine Einzeltäter unterwegs, sondern Killerteams. Es handelt sich also um organisierte Kriminalität. In alle drei Fällen sind Geheimdienste verwickelt. Die Befehlsketten enden jeweils in der Politik. Es handelt sich also nicht nur um organisierte Kriminalität, sondern um politische Verbrechen – um Staatskriminalität. Alle drei Fälle hängen miteinander zusammen, sind eingebettet in denselben historischen Kontext – die Iran-Contra-Affaire. In allen drei Fällen haben wir es mit der Folge weniger mit einer Ermittlung als vielmehr mit einer Vertuschung zu tun.“ (7f.)

Der Fall Palme bezieht sich auf die am 28. 2. 1986 erfolgte Ermordung von Sven Olof Joachim Palme (1927-1986), der nach einer ersten Amtszeit (1969-1976) 1982 erneut zum schwedischen Ministerpräsidenten gewählt worden war und damals durch seine Initiativen für Abrüstungspolitik in Europa bekannt wurde. Uwe Barschel (1944-1987), der junge erfolgversprechende CDU-Politiker aus Schleswig-Holstein, seit 1979 Landesminister und 1982 Ministerpräsident, am 2. 10. 1987 wegen einer dubiosen Verleumdungskampagne gegen Björn Engholm im Wahlkampf zurückgetreten, wurde am 11. 10. 1987 im Hotel Beau Rivage in Genf tot aufgefunden. Der dritte Tote, William Colby (1920-1996), war ein hoher US-amerikanischer Regierungsbeamter, 1973-1976 CIA-Direktor, zuvor aktiv beim Aufbau des NATO-Stay-behind-Netzwerkes und dessen diverser subversiver politischer und militärischer Einsätze, wurde am 27. 4. 1996 angeblich infolge eines Bootsunfalls am Strand tot aufgefunden.

Bei der „Iran-Contra-Affaire“ handelt es sich um einen politischen Skandal während der Amtszeit des republiknischen US-Präsidenten Ronald Reagan 1981-1989; hier ging es um geheime internationale Waffengeschäfte mit dem boykottierten Iran zur Finanzierung von von Rauschgiftgeschäften der rechtsgerichteten Untergrundkämpfer der Contras in Nicaragua. In dieses Waffengeschäftnetzwerk waren auch europäische Staaten, diverse Behörden, Persönlichkeiten, Unternehmen, Geheimdienste, Waffenhändler etc. beteiligt.

In Kapitel 1: Olaf Palme (23-110) wird versucht nachzuweisen, dass der chilenisch-amerikanische Auftragsmörder Michael Townley oder der Kurde Hamid Dadashnijad (des damaligen iranischen Geheimdienstes SAVAK) im Auftrag von Leitungsgremien der NATO-Geheimarmee SOPS (Secret Operations Planning Staff) den Auftrag zur Erordung Olof Palmes erhalten habe. Dies sei im SOPS-Abstimmungsprotokoll vom 15. 12. 1985 (abgedruckt 396-401) verdeckt unter einem Code festgehalten, wie der ehemalige CIA-Agent Oswald LeWinter offenbart habe (87f.): „Das SOPS-Protokoll nennt zwei Motive für die Tat. Zum einen … hatte ein schwedisches Schiff angereichertes Uran 235 via Kiel nach Neu-Delhi transport. Palme hatte … bei seinem Besuch in Indien Rajiv Gandhi Plutonium für den Bau einer indischen Atombombe im Gegenzug für den Kauf von Bofors-Geschützen versprochen – ein Milliardendeal.“ Zweitens „ging es um den geplanten Besuch Olof Palmes in Moskau und seine Idee einer atomwaffenfreien Zone in Mitteleuropa sowie eines neutralen Skandinavien.“(88)

Ein weiterer Grund für den Palme-Mord läge in der Iran-Contra-Affaire und Palmes Ablehnung von Waffen-Transitlieferungen über Schweden. Dabei ist Informant LeWinter eine zwielichtige Figur und das NATO-Dokument nicht eindeutig autentifiziert. Insofern heisst es spekulativ: „Wenn das Abstimmungsprotokoll vom 15. Dezember 1985 aber echt ist, dann ist dies der Beleg, dass der Mord an Olof Palme von westlichen Geheimdiensten unter der Führung der CIA und des MIG über die Gladio-Kommandozentrale ACC/SOPS von ´Stay-behind´ geplant und organisiert wurde. Führt man die Angaben in diesem Dokument zusammen mit jenem von Gene Tatum und den Recherchen von Ole Dammegard, dann ergibt sich eine Befehlskette, die von George H. W. Bush über die Enterprise-Gruppe zu ACC und SOPS auf NATO-Ebene führte und von dort zu einem Team professsioneller Hitmen, bestehend aus Logistikern des südafrikanischen Geheimdienstes und einer Gruppe rechtsextremer schwedischer Polizisten bis hin zum ausführenden Täter im juristischen Sinne. Ein Auftragsmörder mit nahöstlichem Hintergrund macht vor diesem Hintergrund durchaus Sinn.“(101)

Mit der Interpretation von Zeugenaussagen, Täterspuren und Ereignisse der Tatnacht nach dem vorgegebenen Schema endet das erste Kapitel des Buches.

Das mehr als 200 Seiten umfassende Kapitel 2: Uwe Barschel (111-303) zeichnet die Vorgänge des bis heute immer noch offiziell als Selbstmord deklarierten Todes des ehemaligen CDU-Ministerpräsidenten sowie die Hintergründe nach. Bei der Beurteilung des Tatortes und der gefundenen Spuren und Indizien schliessen sich die Autoren Baab/Harkavy der Meinung Willes an, nämlich dass diese „mehr auf Mord“ (139) hindeuten. Dabei müssten der oder die Täter im Zusammenhang mit den Machenschaften, die Uwe Barschels „Doppelleben“ betreffen, zu suchen sein. Dieses Doppelleben führe „ins Zentrum eines Netzwerks von Waffenschiebern und Embargohändlern“, das unter anderem „die Bundesrepublik Deutschland und die DDR, Schweden, verschiedene arabische Staaten, Iran und Südafrika umfasste und das ein grosses Munitionskartell aus Rüstungsschmieden, zahlreichen diskreten Bankkonten in der Schweiz sowie die mysteriöse Nugan Hand Bank in Australien einschloss.“(176) Dabei mischten auch diverse östliche, westliche, nahöstliche Geheimdienste wie MfS, MIG, CIA, BND, Mossad mit. Barschel habe in seiner Eigenschaft als Notar und Politiker in diesem Netzwerk als Vermittler von Waffengeschäften zwischen BRD, DDR, Südafrika und dem Iran gewirkt. Für wahrscheinlich halten die Buchautoren, dass sowohl Barschel als auch Palme Opfer einer verordneten Operation der Geheimdienstarmee Stay-behind geworden seien: „Vieles spricht dafür, dass [die NATO-Geheimarmee] SOPS den Mord an Barschel organisiert hat, um die konzentrierte Staatskriminalität des illegalen Waffenhandels zu kaschieren. Als ausführende Subunternehmer kommen dann die CIA-Tarnfirma Adler Research in Boston – oder ein anderer Geheimdienst in Frage.“(300) Der Tatort sei auch nicht das Hotel Beau-Rivage gewesen, sondern das angrenzende Hotel Noga-Hilton in Genf (301f.) – und so erkläre sich auch die gesamte Tatortinszenierung.

In Kapitel 3: William Colby (303-324) wird eine Verbindung zu den Morden an Palme und Barschel gezogen. Colby leitete nicht nur während des Zweiten Weltkrieges paramilitärische Einsätze des OSS (Office of Strategic Services), sondern baute in den 50er Jahren in Schweden und Italien für die NATO Stay-behind-Organisationen auf. Ausserdem war er führendes CIA-Mitglied, wirkte von 1959 bis 1962 in der CIA-Centrale in Saigon als stellvertretender Leiter, war ab 1962 in der CIA-Planungsabteilung in Washington verantwortlich für Indonesien, Japan und Vietnam, stieg 1971 zum geschäftsführenden Direktor der CIA auf und wurde 1973-1975 ihr Leiter. Danach trat Colby aus dem Staatsdienst aus und wirkte als Rechtsberater in der Privatwirtschaft, unter anderem für die australische Nygan Hand Bank (wahrscheinlich eine Tarnorganisation der CIA). Im April 1996 wurde Colby tot aufgefunden.

Die Autoren vermuten, dass Colby nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst, als Ruheständler getarnt, verdeckte Aktionen der CIA steuerte. Darüber hinaus hätte er Kenntnisse über ein pädophiles Netzwerk, das in höchste Regierungskreise reichte, und über den Kokainhandel im Zusammenhang mit der Iran-Contra-Affaire gehabt, die er einem Untersuchungsausschuss des Kongresses hätte preisgeben können. Ausserdem kannte Colby die verdeckten Operationen und ihre Befehlskette. „Deshalb liegt es nahe, dass die CIA … hinter dem Mord an William Colby steht.“(324)

Im „Ausblick: Ein amerikanischer Schattenkrieg“ (325-335) werden alle drei Morde gekennzeichnet „als gezielte Tötungen, deren Motiv aus den verdeckten Operationen der CIA in der Endphase des Kalten Krieges erwächst“(326), wobei es auch und gerade um Millionen schwere Geschäfte im Waffenhandel ging.

Auch für die Ausführungen von Baab/Harkavy gilt, was quellenkritisch zu Wille angemerkt wurde: Geheimdienste wirken im Geheimen, verwirren, fälschen, lügen, vertuschen, morden und vieles andere mehr. Das führte den ehemalig prominenten SPD-Politiker Andreas von Bülow sogar dazu, in seinem 1998 veröffentlichten Buch „Im Namen des Staaates. CIA, BND und die kriminelen Machenschaften der Geheimdienste“, ein „erschreckendes Gemälde der systematischen operativen Verschränkung geheimdienstlicher verdeckter Operationen mit der weltweiten organisierten Kriminalität, dem Drogenhandel, aber auch dem Terrorismus“(12) zu zeichnen, in dem auch der Mord an Barschel und Palme (135-141) aquftacht. Deshalb sind schriftliche und mündliche Zeugnisse von Geheimdiensten nicht besonders aussagekräftig. Damit wird nicht bezweifelt, dass hier politische Morde vorlagen, zumal diese in neuster Zeit auch von Regierungskreisen der USA nicht mehr vertuscht, sondern offen zugegeben und auch moralisch gerechtfertigt werden wie die Ermordung von Osama bin Laden im Mai 2001, Muammar al-Gaddafi im Oktober 2011 und Qasem Soleimani im Januar 2020.

Schliesslich veranschaulichen Ausführungen von Wille, dass offizielle Erklärungen deutscher Staatsanwaltschaften (wie im Fall Uwe Barschel) nicht notwendigerweise Ergebnis von Wahrheitssuche sind. Sondern oft politischen Vorgaben folgen.

Anis Amri

Die Dreistigkeit, mit der die Öffentlichkeit in Deutschland belogen und hinters Licht geführt wird, zeigt der Terroranschlag vom 19. 12. 2016 durch den sogenannten Islamisten Anis Amri auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin-Mitte mit zwölf Toten und siebzig Verletzten. Denn dies war keineswegs die Tat eines kleinkriminellen Einzeltäters, wie offizielle Verlautbarungen und Medien verkündeten. Sondern dieser terroristische Anschlag wurde orchestriert als „eine internationale Geheimdienstaktion“, um mit den Erkenntnissen aus und um den Anschlag die lybischen IS-Camps militärisch durch die USA auszuschalten. Diese begründete These breitet der Journalist und ehemalige Polizist Stefan Schubert aus in zehn Kapiteln seines Buches:

Stefan Schubert: Anis Amri und die Bundesregierung. Was Insider über den Terroranschlag auf den Breitscheidplatz wissen. Rottenburg (Kopp-Verlag) 2019, 240 Seiten, 19.99 €

Das 1. Kapitel „Der Anschlag“ (14-23) erinnert an die tragischen Ereignisse am 19. 12. 2016. Bevor Anis Amri den Schwerlaster um 20.02 Uhr in den Weihnachtsmarkt steuerte, hatte er den polnischen Fahrer Lukacs Urban ermordet, um das Fahrzeug stehlen zu können, stand in telefonischem Kontakt mit seinem islamistischen Instrukteur Mahir D., versandte Nachrichten an IS-Gesinnungsgenossen in Berlin und ins Ruhrgebiet, besuchte die Fussilet-Moschee [vielleicht um sich den Segen für sein Vorhaben abzuholen], und hielt sich Tage zuvor in islamistischen Kreisen in Berlin auf.

Im 2. Kapitel geht es um „Die Flucht“ des terroristischen Attentäters (24-50). Obwohl Anis Amri sogleich – spätestens mit dem Fund der Geldbörse am nächsten Tag – als Täter identifiziert worden war, erfolgte erst 52 Stunden später am 22. 12. 2016 die bundesweite Fahndung. So dass der Täter leicht entkommen konnte. Dabei hatten schon vor dem Terroranschlag alle Voraussetzungen zur polizeilichen Ermittlung bestanden, den 2015 illegal eingereisten Tunesier aus Deutschland abzuschieben. Und sogar noch nach dem Anschlag selbst gab es vielfältige geheimdienstliche Möglichkeiten, Anis Amri gefangen zu nehmen.

In Kapitel 3 „Die `falschen´ Toten vom Breitscheidplatz“ (52-72) gedenkt Stefan Schubert der Opfer: der zwölf namentlich genannten Toten und der siebzig Verletzten, die würdelos von der Bundesregierung und weiteren Behörden behandelt wurden und werden. Dies wird auch deutlich mit dem sog. Denkmal, des 17 Meter langen Bronze-Risses, erdacht von Pablo von Frankenberg aus dem alerten Berliner Architektenbüro Merz Merz (mm+).

Die These „Anis Amri war ein Teil einer CIA-Geheimdienstoperation“ wird im Kapitel 4 des Buches ausgebreitet (74-95). Materialgrundlage sind Berichte von „Geheimnisträgern in den Sicherheitsbehörden, die den Mut hatten, sich dem Autor anzuvertrauen“(76). Demnach war Amri vor seiner illegalen Einreise nach Deutschland in Italien wegen krimineller Delikte inhaftiert (2011-2015), reiste nach seiner Entlassung über die Schweiz am 6. 7. 2015 in Freiburg nach Deutschland ein, geriet in NRW ins Visier polizeilicher Ermittlungen, die angesichts der Beurteilung seiner Gefährlichkeit (unter anderem Kontakt zum Islamischen Staat [IS bzw. ISS] in Lybien, Anschluss an den Kreis um den „Hassprediger“ Abu Walaa) im Juni 2016 dazu führten, beim Generalbundesanwalt einen Haftbefehl zu beantragen. Doch Anis Amri muss schützenden Hände gehabt haben: so wurde er aus der Abschiebehaft in Regensburg entlassen und auch nicht bei der Aushebung der IS-Zelle um Walaa im November 2016 festgenommen. Dabei waren relevante Regierungsvertreter wie die Bundesminister Dr. Thomas de Maiziere, Heiko Maas, Peter Altmeier und auch der damalige nordrhein -westfälische Innenminister Ralf Jäger über Anis Amri informiert: „Bei all diesen Ministern und ihren untergeordneten Behörden fiel auf, dass sie alles daransetzten, dass Anis Amri weder festgenommen noch abgeschoben wurde, damit die CIA und das Bundesamt für Verfassungsschutz ihre Abschöpfungsaktion beim IS-Lockvogel Amri in Deutschland fortführen konnten.“(86)

In Kapitel 5 setzt sich der Autor mit der regierungsamtlichen Version der Einzeltäterschaft unter der Überschrift „Das deutsche und internationale IS-Netzwerk um Anis Amri“(96-130) auseinander. Er verweist dabei speziell auf die IS-Zelle um Abu Walaa und seine Stützpunkte in Hildesheim, Duisburg, Berlin. Aus diesen islamistischen Kreisen solle sich auch die Unterstützerszene für Amri (bestehend aus Abed El-Rahman, Walid S., Sadik I, Hasan Celenk, Ahmet Y. und anderen) zusammengesetzt haben. Personelle Verbindungen gab es auch nach Marsaille in Südfrankreich, nach Norditalien und nach Tunesien (Fouchana und Queslatia). Ferner gab es einen engen Austausch übers Internet (Chatprogramm Telegram) besonders mit dem Instrukteur Mahir D. bzw. Moadh (120).

Die Terrorzelle um Anis Amri dürfte jedoch nur eine von vielen (gewesen) sein, die sich nach der Grenzöffnung von 2015 bildeten. Dafür spreche auch die zunehmende Zahl an islamistischen Ermittlungsverfahren mit etwa tausend im Jahr 2017.

In dem Zusammenhang kommen nun auch Staatsschutzbehörden, vor allem Bundesnachrichtendienst (BND) und Verfassungsschutzämter (des Bundes und der Länder), ins Spiel. Das wird in Kapitel 6 „Die V-Männer“(132-155) angesprochen. Nachweislich stand der deutsch-türkische V-Mann aus NRW Murat (Akronym VPO1) in Kontakt mit der IS-Zelle um Abu Walhaa und mit Anis Amri, der ihn in seine Terrorpläne einweihte. Dieser Murat könnte aber auch als Agent Provokateur aufgetreten sein und Amri gezielt zu Terrorplänen angetrieben haben. Hinzu kam, dass mindestens ein weiterer V-Mann im IS-Hauptquartier, der Fussilet-Moschee, die übrigens mit Überwachungskameras beobachtet wurde, zur Zeit der Vorbereitung des Anschlags aktiv war. Damit reicht die Mitverantwortung für den Terroranschlag von den diversen deutschen Geheimdiensten bis in die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung.

Dieser Zusammenhang ergibt sich aus dem öffentlich zugänglichen Abschlussbericht des Parlamentarischen Kontrollgemiums des Bundes zum Komplex Anis Amri vom 31. 5. 2017 (BT-Drucksache 18/12585). Auf diesen geht Schubert kommentierend und interpretierend in Kapitel 7 „Anis Amri und die deutschen Geheimdienste“(156-175) ausführlich ein. Demnach kannten die Behörden unter anderem durch Spiegelung der SIM-Karte Amris Handys bei seiner kurzfristigen Festnahme am 18. 2. 2016 sowie durch dringliche Warnungen der tunesischen und marokkanischen Geheimdienste an den BND dessen terroristische Vorhaben. Doch das Bundesamt für Verfassungsschutz zentralisierte alle Erkenntnisse in ihrer obersten Leitungszentrale in Berlin (H. G. Maassen) und entschied, „Anis Amri auf freiem Fuss zu belassen, um die Netzwerke und Daten von Amris IS-Kontaktleuten und IS-Hintermänner weiterhin abschöpfen zu können – und zwar für die CIA“(162), damit die USA libysche IS-Camps – wie am 19.1.2017 geschehen – bombardieren konnten.

In den nachfolgenden drei Kapiteln: „Kapitel 8: Vertuschungsmanöver der Bundesregierung“(176-198), „Kapitel 9: Das Parlament wird belogen“(200-209) und „Kapitel 10: Die internationale Geheimdienstoperation um Anis Amri“(210-227) sind hauptsächlich folgende Fakten interessant: erstens, dass der 26jährige Tunesier Bilal Ben Ammar am 1. 2. 2017 – trotz schwerwiegender Hinweise, vorbereitend und direkt am Terroranschlag Breitscheidplatz beteiligt gewesen zu sein – heimlich nach Tunesien abgeschoben wurde (wo er untertauchte); zweitens; dass durch Verschweigen, Lügen und „Maulkorberlasse“ parlamentarische Aufklärung verhindert wurde (und wird); und drittens dass es im Fall Amri um eine „von der Bundesregierung unterstützte CIA-Aktion“ ging – nämlich mittels der abgehörten Handy- und Chatkommunikation von Anis Amri Megadaten zu erhalten, um die libyschen IS-Camps zu orten und zu zerstören. Diese vom damaligen US-Präsidenten Obama autorisierte Aktion erfolgte am 19. 10. 2017 mit zwei Tarnkappenbombern vom Typ B2, die ausgerüstet mit satellitengelenkten Präzisionsbomben waren(213).

Stefan Schubert argumentiert weitgehend überprüfbar, sachlich und überzeugend. Der Autor weist nach, dass die Toten und Verletzten des meist Attentat am Breitscheidplatz genannten politischen Mordes vom 19. 12. 2016 Opfer bewusster politischer Entscheidungen höchster Entscheidungsträger der deutschen Geheim.

Facit

Die hier ausführlich vorgestellten Veröffentlichungen zu politischen Morden zeigen: (1) nicht selten verbergen sich hinter offiziell verkündeten Selbstmorden von unter seltsamen Umständen verstorbenen Politikern oder öffentlich einflussreichen Persönlichkeiten politische Morde;

(2) politische Morde erklären sich nicht einfach aus Motiven von Tätern. Sondern aus deren unbewusstem und bewusstem Wirken innerhalb von politischen (insbesondere geheimen) und kriminellen Strukturen, die sowohl öffentlich wie auch verborgen wirkten und nachwirken.

Und das bedeutet: Es besteht nach wie vor und immer noch erheblicher Aufklärungsbedarf.

Dr. Wilma Ruth Albrecht ist Sprach- und Sozialwissenschaftlerin mit Arbeitschwerpunkten aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Sie veröffentlichte die Bücher Bildungsgeschichte/n (Shaker Verlag, 2006), Harry Heine (Shaker 2007), Nachkriegsgeschichte(n) (Shaker 2008), Max Slevogt 1868-1932 (Hintergrund Verlag 2014), PFALZ & PFÄLZER. LeseBuch Pfälzer Volksaufstand 1849 (Verlag freiheitsbaum 2014) sowie zuletzt ihr vierbändiges Werk ÜBER LEBEN. Roman des Kurzen Jahrhunderts (Verlag freiheitsbaum: Edition Spinoza 2016-2019). © Autorin (2020)

Soweit nicht anders angegeben und keine Quellenangabe (Name einer Organisation oder Internet-Adresse) vorhanden ist, gilt für die Texte auf dieser Webseite eine Creative Commons Lizenz (CC). dienste und der deutschen Regierung waren

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Grafikquelle       :            Besuch von Bundespräsident Karl Carstens (Bildmitte) und seiner Ehefrau Veronika. Im Vordergrund links Ministerpräsident Uwe Barschel.

Source
Author Gasch, Georg (1928-)
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Der CDU Politpatriarch

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Februar 2020

Das große Merzverständnis

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Eine Kolumne von Sascha Lobo

Friedrich Merz bedient die Hoffnung mancher nach einem Politpatriarchen, einem harten Hund, der mit harter Hand alles wieder in Ordnung bringt. Doch das ist heute nur noch konservative Männeresoterik.

In der Nacht nach dem Thüringer Höcke-Debakel von CDU und FDP schoss Friedrich Merz vier Tweets zur politischen Situation raus. Drei davon beginnen mit dem Wort „ich“. Der letzte erreichte eine gewisse Berühmtheit: „Ich werde mich in den nächsten Wochen und Monaten noch stärker für dieses Land engagieren.“ Jeder dritte Tweet von Merz beginnt derzeit mit diesem Wort. Ich, ich, ich. Man kann das für symptomatisch halten. Merz‘ gesamte Kommunikation, insbesondere im und mit dem Netz, erscheint verräterisch. Sie drückt das politische Missverständnis aus, das Friedrich Merz verkörpert: das große Merzverständnis.

Das große Merzverständnis ist, dass man im Rückwärtsgang ein Rennen gewinnt, wenn man zum Ausgleich besonders knorzig losröhrt. Als Merz sozialisiert wurde, mag das noch funktioniert haben. Inzwischen handelt es sich um konservative Männeresoterik: die Hoffnung, dass nach Merkel ein potenter Politpatriarch, ein harter Hund mit harter Hand alles wieder in Ordnung bringe. Merz‘ Herrensprüche bedienen die Männersehnsucht nach Abschätzigkeit: „Reiner Zufall, dass die Tiefs gerade Frauennamen haben“, sagte er spöttisch zum Wetter, und es ist unwichtig, ob das auf AKK und Merkel gemünzt war. So klingen die Gags eines Mannes, der das Geschlecht – und alles, was für ihn dranhängt – womöglich als relevantesten Unterschied sieht. Konservative im Selbstähnlichkeitsfuror feiern Merz, weil sie sich endlich wieder selbst feiern möchten. Merz ist altes, weißes Männerkonzentrat. Aufgetragen auf die wunden Seelen der selbsterklärten Leistungsträger.

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Rechte Gewalt: Hanau

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Februar 2020

Evident perpetuierendes Staatsversagen

Datei:Justitia Justizpalast Muenchen.jpg

Quelle        :      Scharf  —  Links

Von Jimmy Bulanik

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es mindestens mit seit 1959 Kapitalverbrechen von Rechtsterroristen welche nicht aufgeklärt worden sind. Der Mordanschlag unter Anwendung von Sprengstoff zum Zeitpunkt des Oktoberfest in München im Jahr 1980 ist einer dieser davon. Dies zieht sich über die Kapitalverbrechen, Progrome mittels Brände in den 90 er Jahren in allen Bundesländern, dem rechtsterroristischen Netzwerkgeflechtes des „NSU“ bis hin zu Morden in der Gegenwart hinaus.

Die Öffentlichkeit sprach von Staatsversagen. In Anbetracht der Quantität, Dauer kann nicht glaubwürdig von einem Einzelfall gesprochen werden. Die gesamte Zivilgesellschaft zahlt ihre Steuermittel damit die Justiz aus Polizei in sechzehn Bundesländern, ein Bundeskriminalamt, eine Bundespolizei, Staatsanwaltschaften, Richterinnen und Richter als unabhängige Organe in der Rechtspflege die Gefahrenabwehr betreiben, nach dem Prinzip der Legalität der Allgemeinheit dienen sollen.

Ferner zahlt der Souverän mittels Steuermittel für sechzehn Landesämter für Verfassungsschutz, zwei Nachrichtendienste des Bundes wie das Bundesamt für Verfassungsschutz und den Militärischen Abschirmdienst. Beide Nachrichtendienste des Bundes haben ihren Hauptsitz in Köln. Im Bundesland Nordrhein-Westfalen gibt es mit einem Landesamt für Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen, ein Bundesamt für Verfassungsschutz und den Militärischen Abschirmdienst gleich drei eigenständige Nachrichtendienstbehörden im Rheinland.

Soviel Dichte an Nachrichtendienste gibt es nirgends in der Bundesrepublik Deutschland. Auch der Bundesnachrichtendienst als Auslandsnachrichtendienst hat die Aufgabe Rechtsextremisten, potentielle Rechtsterroristen außerhalb der Bundesrepublik Deutschland fest im Blick zu haben. Oftmals haben Rechtsextremisten, Rechtsterroristen in der Europäischen Union und darüber hinaus konkret lebensgefährliche Kontakte und Verflechtungen in die Bundesrepublik Deutschland hinein.

Die Justiz und die Nachrichtendienste sollen über die parlamentarische Verfassungsorgane der Landtage, dem Bundestag in den Ausschüssen für Justiz und Inneres kontrolliert werden. Es stellt sich in der Form dar das die Gesellschaft für viel Steuermittel sich Beamtinnen, Beamte und Parlamentarierinnen und Parlamentarier unterhält welchen ihren öffentlichen Auftrag zur öffentlicher Sicherheit nicht gerecht werden können oder wollen. Daher ist der Öffentlichkeit in Sachen öffentlicher Sicherheit zu misstrauen.

Die hiesigen Kapitalverbrechen des Rechtsterrorismus werden außerhalb der Bundesrepublik Deutschland zeitnah und präzise verfolgt.

Wo die Öffentlichkeit andauernd scheitert, muss die gesamte  Gesellschaft aktiv werden und einspringen. Eigene zivile legale Strukturen bilden und vernetzen. Dabei geht es um nichts minder als die hohen Rechtsgüter Leben und Gesundheit jener Menschen welche einem am Herzen liegen und das persönliche obendrein. Die Finanzierung dessen muss mittels der Zivilgesellschaft wie Gewerkschaften, Kirchen, Vereinen, eigene Betriebe, natürlichen Personen gemeinsam gestellt werden.

Es gibt keinen Platz für falsche Scheu jene zu Fragen welche über monetäre Kapazitäten verfügen. Von Angestellten bis hin zu Vorstandsgremien in Konzernen. Sie teilen sich mit uns, der Mehrheit der Zivilgesellschaft einen Lebensraum. Daher betrifft es auch sie.

Den Angehörigen der Ermordeten von Hanau muss öffentlich das herzliche Beileid ausgesprochen werden. Sie sollen ebenfalls öffentlich mit Tafeln, Plätzen, Bäume Gedacht und unterstützt werden. Besser als es mit den Opferangehörigen des „NSU“ der Fall gewesen ist. In jedem Fall braucht es in den Parlamenten der Länder und des Bundes öffentliche Untersuchungsausschüsse zur Aufdeckung des Rechtsextremismus, Rechtsterrorismus und deren Netzwerk Strukturen im Inland und aus dem Ausland in die Bundesrepublik Deutschland hinein wirkend.

Was alle bewerkstelligen können ist über die Vernetzung hinaus bundesweite Versammlungen abhalten, mittels dem Internet eigene Öffentlichkeit zu schaffen. Rechtsterrorismus kann willkürlich alle, überall und jederzeit final betreffen. Es ist niemand zu kritisieren wenn eine natürliche Person nach eigenem Ermessen präventiv ein legales Abwehrspray verdeckt am Körper mit sich trägt oder bei der Polizei, Ordnungsbehörde sich einen kleinen Waffenschein beantragt. Zur Notwehr oder Nothilfe.

In der Hoffnung das eine natürliche Person nicht von einem Kapitalverbrechen betroffen werden wird.

Politikerinnen und Politiker wie des Bundestages wollen mittels Wahlstimmen legitimiert werden. Um den Rechtsterrorismus zu bekämpfen bedarf es politische Antworten. Dazu wird zugeordnet eine ausgeglichene Waage zwischen den Einkommensverhältnisse und Preisen.

Schloss Philippsruhe 2004.jpg

Das Staatsbürgerschaftsrecht der Bundesrepublik Deutschland muss nach der bevorstehenden Bundestagswahl ungeachtet der zukünftigen Regierungskoalition zeitgemäß liberalisiert werden. Das kostet die Öffentlichkeit kein Geld. Sich zu seinen Menschen im Inland öffentlich zu bekennen und den sozialen Aufstieg für alle deutlich bemerkbar zu erleichtern.

Was alle Menschen unserer demokratischen Zivilgesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland unilateral bewerkstelligen können ist, Freundlichkeit ohne Anlass gegenüber bekannten und unbekannten Menschen. Das gewinnen von persönlich zwischenmenschlichen Bezug. Freundschaften stabilisieren die Gesamtgesellschaft.

Jimmy Bulanik

Quellen:

Peter Alexander – Hier ist ein Menschen

https://www.youtube.com/watch?v=Pa2KaIepgqg

Urheberrecht
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Grafikquellen      :

Oben       —         Statuengruppe „Gerechtigkeit“ von Balthasar Schmitt, bestehend aus Justitia mit Waage und Schwert, sowie Unschuld (links) und Laster (rechts), auf dem Südgiebel des Justizpalastes in München. Architekt: Friedrich von Thiersch. Fertiggestellt: 1897

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Unten           —       Schloss Philippsruhe, Hanau am Main

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Rechter Anschlag in Hanau

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Februar 2020

„Wir haben Angst gehabt“

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Aus Hanau und Berlin Christian Jakob und Christoph Schmidt-Lunau

Die Stadt Hanau ist im Schockzustand: Viele BewohnerInnen haben die Opfer des Terroranschlags gekannt. Eindrücke am Tag eins nach der Tat.

Die Shishabar Midnight ist auch am Donnerstagvormittag weiträumig mit Flatterband abgesperrt. Dutzende Polizeibeamte und die Spurensicherung sind vor Ort, viele Einsatz- und Rettungsfahrzeuge.

Am Heumarkt, einer kleinen Nebenstraße in der Hanauer Innenstadt, reihen sich Sportbars, Wettbüros und Spielhallen aneinander. Kadir Köse, 38 Jahre alt, betreibt hier die Rabbit Bar, keine hundert Meter vom Tatort entfernt. Er hat die tödlichen Schüsse in der Nacht gehört.

„Ich bin raus, um nachzusehen, was los ist, dann bin ich zurück, um meine Kunden zu warnen.“ Weg von den Fenstern, habe er gerufen und die Tür abgeschlossen. Seine Bar war zu diesem Zeitpunkt voll, es lief das Champions-League-Achtelfinale Leipzig gegen Tottenham. Auf der Straße gegenüber liegt eine reglose Gestalt.

Gegen 22 Uhr hat hier der 43-jährige deutsche Hanauer Tobias R. in der Shishabar Midnight auf Menschen geschossen. Dann fährt er weiter zum Kurt-Schumacher-Platz im Hanauer Stadtteil Kesselstadt, wo er erneut mehrere Menschen angreift. Insgesamt ermordet er neun Menschen, später wohl noch seine Mutter.

„Gogo hat Pech gehabt“

„Wir haben Angst gehabt“, sagt Köse. „Gott sei Dank ist er nicht zu mir gekommen.“ Er zeigt WhatsApp-Fotos von Opfern, kennt deren Namen. „Der ist tot, der ist schwer verletzt“, sagt er. Die jungen Männer blicken fröhlich und selbstbewusst in die Kamera. Einer der Toten war Köses Kumpel. Der Wirt zeigt dessen Bild. „Gogo hat viel Pech gehabt. Er ist von einem Bus schon mal überfahren worden. Er ist bei einer Messerstecherei verletzt worden. Er hat alles überlebt. Wir haben schon immer Witze gemacht…“, sagt er und ringt um Fassung.

Der Spuk am Mittwochabend sei vorbeigewesen, als ein Mann mit schwarzem Pulli und Kapuze die Bar verlassen habe, erzählt Köse. Da ist der Täter wohl zum nächsten Tatort gefahren. Auf den rassistischen Hintergrund der Tat angesprochen, wird er laut und beklagt die Parolen der AfD. „Da werden solche Sprüche gemacht, dann kocht es so hoch! Und die AfD kommt trotzdem auf 16 Prozent.“ Das mache ihn „fassungslos“.

Bilar Yıldız steht am Rand des Heumarkts. Er hätte eigentlich in dieser Nacht in der Arena Bar arbeiten sollen, die das zweite Ziel des Attentäters war. Wegen einer Schulterverletzung habe er sich krankmelden müssen. Ein Kumpel sei eingesprungen. Yıldız zeigt dessen Anruf auf seinem Handy. Kurz vor Mitternacht sei der eingegangen. „Er hat sich unter den Tischen versteckt, aber trotzdem einen Schuss abbekommen und musste ins Krankenhaus“, berichtet Yıldız.

Vor drei Jahren haben migrantische Gruppen in Hanau das Bündnis „Solidarität statt Spaltung“ gegründet. Zuletzt trafen sie sich am vergangenen Mittwochnachmittag um 17 Uhr im DGB-Haus am Freiheitsplatz. „Wir haben die Newroz-Feier und die Wochen gegen Rassismus im März vorbereitet“, sagt Newroz Duman vom kurdischen Verein in Hanau. Es zog sich bis in den Abend, dann gingen sie gemeinsam etwas essen, im Argana, einem marokkanischen Restaurant am Heumarkt, direkt neben der Rabbit Bar.

E wie Einzeltäter

Einige, die in der Runde saßen, hätten noch Witze aus der letzten Folge der ZDF-Sendung „Die Anstalt“ über rechte Netzwerke erzählt: „Stefan E. – E. wie Einzeltäter.“ E. ist der mutmaßliche Mörder des CDU-Politikers Walter Lübcke aus Kassel.

„45 Minuten später ist es passiert, genau auf der anderen Straßenseite“, sagt Duman. „Es“ – das ist der rechtsextreme Anschlag mit der zweithöchsten Opferzahl in der Geschichte der Bundesrepublik. Am Donnerstag meldete sich das Internationale Auschwitz Komitee zu Wort. Auschwitz-Überlebende in aller Welt würden in den mutmaßlichen Morden eine neue Demonstration der Macht rechtsextremen Hasses sehen, „der immer alltäglicher wird und überall auftreten kann“, so Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Komitees.

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„Jeder kann Auschwitz heute in seine eigenen Hände nehmen.“ Terroristische Einzeltäter seien in der „virtuellen Welt des rechten Hasses bestens vernetzt“ und sähen sich von Parteien wie der AfD „getragen“. Sie würden zeigen, „wie einfach es mittlerweile geworden ist, Andersdenkende und Anderslebende hinzurichten“. Der Staat scheine hierfür nicht gewappnet zu sein.

Das sieht Newroz Duman genauso. Am nächsten Vormittag steht sie in den Räumen des kurdischen Vereins in der Aschaffenburger Straße in Hanau. 200 Menschen sind gekommen, es ist eine improvisierte Trauerfeier und gleichzeitig der Versuch, überhaupt zu verstehen, was passiert ist. „Einige von uns sind zur Polizei gegangen, aber die geben uns keine Informationen. Es ist das totale Chaos“, sagt Duman. Bei einigen der Opfer soll es sich laut Informationen der taz um folgende Personen handeln: Ferhat U., 17 Jahre, Gökhan G., Ende 30, beide mit kurdischen Wurzeln, ein weiterer junger Kurde, Serhat, 28 Jahre, mit türkischen Wurzeln, sowie eine junge, in Deutschland geborene Romni namens Mercedes. „Über den Rest wissen wir noch nichts“, sagt Duman. Am Abend soll es eine Trauerfeier geben.

Unter den Opfern: ein Nachbar

Auch Eren Okcu vom Internationalen Kulturzentrum Hanau e. V. war am Mittwochabend beim „Solidarität statt Spaltung“-Treffen und später im Argana. Einer der Toten ist sein Nachbar, mit zwei weiteren war er persönlich bekannt. Noch in der Nacht hat ihn der Mitarbeiter eines Dönergrills angerufen. Der liegt genau gegenüber der Shishabar Midnight, dem ersten Tatort. Der Mann hatte den Anschlag beobachtet. Am Vormittag ist Okcu am Tatort. Er ist aufgebracht.

„Es sind Leute von AKP-nahen türkischen Zeitungen gekommen, die haben die Menschen gefragt: ‚Hier werden Muslime angegriffen, wie finden Sie das?‘ “ Okcu ärgert das. „Ich hab denen gesagt, sie sollen aufhören, zu spalten. Es waren auch Nichtmuslime dabei.“

Auch Hagen Kopp hatte am Abend mit in der Runde gesessen. Es war „kein Zufall“, dass der Anschlag in Hanau stattfand. „Das ist der ärmste und migrantischste Teil vom Rhein-Main-Gebiet“, sagt er. Seit vielen Jahren lebt Kopp in Hanau, ist hier politisch aktiv. Eine auffällige Naziszene gebe es aktuell hier nicht, sagt er. 2018/19 hatte ein 46-jähriger Frankfurter jedoch versucht, Brände in verschiedenen linken Orten in der Region zu legen.

Zuletzt traf es am 21. Dezember 2019 das autonome Kulturzentrum Metzgerstraße in Hanau, das Kopp mitaufgebaut hat. Der Täter war unmittelbar nach der Tat von Besuchern gestellt und der Polizei übergeben worden. „Die haben den einfach wieder laufen gelassen“, erinnert sich Kopp. „Die Polizei hat da eine unfassbare Rolle gespielt.“

Leiche im Mercedes

Der zweite Tatort liegt an einem tristen Parkplatz im Stadtteil Kesselstadt, fünf Autominuten entfernt. Auch hier, rund um die Arena-Bar, ist am Donnerstagvormittag alles weiträumig abgesperrt. Unter einem Zelt der Feuerwehr steht ein Mercedes mit einer Leiche auf den Sitzen. Am Rand steht eine Gruppe junger Männer. Zwei von ihnen kämpfen mit den Tränen. Einer will reden.

„Wir haben Angehörige und engste Freunde verloren, alles ganz gute Jungs“, sagt er. Nur zehn Minuten vor den tödlichen Schüssen habe er selbst den Kiosk verlassen. Die ersten Meldungen über den Täter verwirren ihn. „Er ist Rechtsextremist, heißt es, aber in seinem Video redet er dauernd von Amerika. Das verstehe ich nicht. Irgendwann werden wir die Wahrheit erfahren“, sagt er noch und wendet sich wieder seinen Freunden zu.

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Rechtsextremistischer Terror in Hanau

Riss im Selbstbild

Hanau (V-1004-2017).jpg

Schland –
in dem sich Politiker – Innen gegenseitig die Stiefel rein lecken ?

Kommentar von Stefan Reinecke

Deutschland war nie so freundlich und liberal, wie es gerne glaubt. Im Angesicht des Rechts-Terrors aber wird klar: Alle Bekundungen sind zu wenig.

Die Bundesrepublik hat ein freundliches Bild von sich selbst entworfen. Sie ist aus der Geschichte der NS-Gewalt klug geworden, fest im Westen vertäut und weitgehend gewappnet gegen die autoritäre Verführung, die derzeit global an Boden gewinnen. Wir hingegen sind fast streberhaft bemüht, einen liberalen, weltoffenen Eindruck zu machen.

Diese Erzählung war schon immer zu glatt, zu nett, zu sehr von Selbstlob getränkt. Jetzt ist sie ein Grund, warum es so schwierig ist zu begreifen, was offenkundig ist: Es gibt einen rechtsterroristischen Angriff auf die Republik, eine blutige Spur, die von den Morden des NSU über den Mord an Walter Lübcke und den Anschlag auf die Synagoge in Halle bis zu den Toten in Hanau reicht. Dieser rechte Terror ist ein tiefer Kratzer im netten Bild der Bundesrepublik als Hort von Vernunft und Zivilität. Weil die rechten Morde dazu nicht passen, fällt es enorm schwer, die Angriffe so ernst zu nehmen, wie sie sind.

Mag sein, dass diese Schwerfälligkeit durch die Art des Terrors begünstigt wird. Die Angriffe gelten, anders als die der RAF, nicht den Spitzen des Staates, und es gibt auch keine Kommandozentrale, die die Taten plant. Der rechte Terror ist diffuser, unberechenbarer. Beim NSU waren überzeugte Nazis am Werk. In Hanau mordete ein Rechtsextremist, der mannigfache paranoide Vorstellungen hatte. Doch so diffus und spontan ist die rechtsterroristische Gewalt gar nicht. Sie zielt auf ein Feindbild: alle, die nicht deutsch aussehen.

Quelle         :      TAZ         >>>>>         weiterlesen

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Grafikquellen        :

Oben     —       City sign HANAU am Main

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2.) von Oben       —      Hanau –     Freiheitsplatz

Author Schildkröte92
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Unten         —      Ханау – родина сказочников братьев Гримм.

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DL – Tagesticker 21.02.2020

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Februar 2020

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Ist die Nicht – Aufklärung von Verbrechen wie NSU, Lübcke oder auch  der Synagogenanschlag von Halle kein Verbrechen? Sind es nicht  Zeichen der Unfähig –  oder Unwillig – keit einer Regierung,  welche sich in „tiefer Trauer“ als Scharlatane zeigt? Wem nutzt das Nachher wenn zuvor die Zeit verschlafen wurde ? Wenn nun rote Frauen neben schwefelgelb eingefärbten Männer ihre Betroffenheit aufzeigen ?  Liegt die Katze bereits auf den Friedhof, tanzen die Mäuse auf den Tisch ?

Merkel zum Anschlag von Hanau

1.) „Rassismus ist ein Gift, Hass ist ein Gift“

Kanzlerin Merkel hat die Bluttat von Hanau als Hassverbrechen verurteilt. Sie stellte die tödlichen Schüsse in eine Reihe mit den rechtsextremen NSU-Attentaten, dem Lübcke-Mord und dem Synagogenanschlag von Halle.  Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Mordanschlag von Hanau mit zehn Opfern verurteilt und die Wehrhaftigkeit der Bundesregierung betont. Es gebe nach dem Anschlag in der hessischen Stadt bereits Hinweise, dass der Täter aus rechtsextremen, rassistischen Motiven gehandelt habe, sagte die Bundeskanzlerin.

Spiegel-online

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Wer solche Vorfälle nicht im Focus hatte, wird die letzten Jahre falsch gewertet haben, denn wer will das Ende erahnen  wenn der Beginn schon weit über seinen Horizont hinausgeht ? Konnten wir nicht alle die politischen Schweinereien aus allen Parteien tagtäglich live miterleben ? Wo Wirtschaft, Finanzen, sowie die Gesellschaft nur noch dem Selbstzweck dient wird jegliche Mühe vergebens sein. So  ist anzuraten Mensch zu bleiben und sich von diesen kriminellen Banden fernzuhalten. Das allein ist schon schwer genug !!

F.A.Z.-Newsletter :

2.) Eine unbegreifliche Tat

Der rechtsextreme Mordanschlag in Hanau hat das Land in Schock versetzt. Die AfD versucht, die rassistischen Motive des Täters zu relativieren. Ob diese Taktik aufgeht, wird die Hamburg-Wahl zeigen. Alles Wichtige im F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.  Der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der gescheiterte Versuch in der Synagoge in Halle Juden umzubringen und jetzt der Mord an zehn Menschen in Hanaues ist der dritte rechtsextreme Mordanschlag in Deutschland in einem Jahr. Dass der Bankkaufmann Tobias R. psychische Störungen hatte, spielt sicher auch eine Rolle. Doch wird in seinem Bekennerschreiben seine rechtsextreme Haltung überdeutlich. Ganze Völker müssten vernichtet werden, schreibt er. Außerdem sei nicht „jeder, der einen deutschen Pass besitzt, reinrassig und wertvoll“. In Hanau stürmte er gezielt in Shisha-Bars, um Menschen mit Migrationshintergrund zu töten. Im F.A.Z. Podcast für Deutschland versucht der Kriminologe Christian Pfeiffer, die Ursachen für den Hass des Täters zu analysieren.

FAZ

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Haben die Braunen Horden ihre Aufgaben erledigt, ziehen nun die Schwarzen Armeen  durch das Land. Auf die Suche nach ?? Angreifern welche sich hier verstecken konnten? Der freie Bürger, die freie Bürgerin hat also die Wahl ob sie vor den Braunen oder Schwarzen fliehen soll ? Wird dem Volk bald keine andere Wahl bleiben, als sich selber zu wappnen ? 

Nato-Manöver Defender 2020 startet

3.) Über diese Routen ziehen jetzt 40.000 Soldaten durch Deutschland

Das Manöver „Defender 2020“ rollt auf Deutschland zu – erste US-Panzer sind da. Bald ist mit Behinderungen zu rechnen. Wie wird Russland reagieren? Lange Güterzüge. Nächtliche Transportkolonnen auf den Autobahnen. Panzer auf Binnenschiffen im Ruhrgebiet. So beschreibt die Bundeswehr selbst die sichtbarsten Auswirkungen des Manövers „Defender Europe 2020“ auf Deutschland, der größten Truppenverlegung der USA nach Europa seit 25 Jahren. Denn Deutschland wird als „Drehscheibe“ im Zentrum der Übung stehen.

Tagesspiegel

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Ob braune Kacke, Pestizide – die Arbeit Klöckners bleibt perfide!

Agrarministerin zu Essen mit Pestiziden

4.) Klöckners giftige Verteidigung

Die Politikerin dementiert, dass sie für Lebensmittelimporte mit gefährlichen Pestiziden kämpfe. Nach taz-Recherchen macht sie einen Rückzieher. Kämpft Bundesernährungsministerin Julia Klöckner dafür, dass Lebensmittelimporte besonders gesundheitsschädliche Pestizide enthalten dürfen, die in der EU verboten sind? Die CDU-Politikerin hat entsprechende Berichte dementiert. Nach weiteren Recherchen der taz zog ihr Ministerium jedoch den wichtigsten Beleg für ihr Dementi zurück. „Deutschland und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft haben sich zu keiner Zeit – wie es heute in der Presseberichterstattung heißt – dafür eingesetzt, Einfuhren mit solchen Pestiziden zu ermöglichen“, teilte Klöckner auf Twitter zunächst mit. Sie warf Renate Künast, ernährungspolitischer Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, vor, Nährboden für „Hate Speech“ zu bereiten, weil sie einen taz-Artikel mit den Vorwürfen verbreitet hatte. Den Autor beschuldigte die Ministerin, ihr etwas zu unterstellen, „ohne je mit mir darüber gesprochen zu haben“.

TAZ

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Alles hat nun einmal ein Ende – nur die Deutsche Wurst hat zwei !

Schwierige Regierungsbildung

5.) Irischer Premier Varadkar bietet Rücktritt an

Bei den Wahlen in Irland wird die Partei von Premier Leo Varadkar vom Thron gestoßen. Eine Zusammenarbeit mit Wahlsieger Sinn Fein schlägt er aus. Entsprechend bietet er seinen Rücktritt an. Der irische Premierminister Leo Varadkar wird offiziell seinen Rücktritt anbieten. Das kündigte er in Dublin an. Zuvor war es erwartungsgemäß keiner der drei großen irischen Parteien gelungen, bei der Wahl des Regierungschefs ausreichend Stimmen zu bekommen. Bei den Wahlen vor knapp zwei Wochen hatte die linksgerichtete Partei Sinn Fein überraschend die beiden etablierten, bürgerlichen Parteien – Varadkars Fine Gael sowie Fianna Fail – vom Thron gestoßen. Damit wurde ein politischer Umbruch in der Republik Irland eingeleitet. Sinn-Fein-Chefin Mary Lou McDonald hatte zwar nun am Donnerstag die meisten Stimmen bekommen – aber war mit 45 immer noch weit von den erforderlichen 80 Stimmen entfernt.

ntv

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Wer – und wo, sich  immer an einer Wahl beteiligt, hat für gewöhnlich keine Auswahl – da die wesentlichen Posten zuvor verteilt wurden.

Interview am Morgen: Wahl in Iran:

6.) „Der Druck auf Präsident Rohani wird steigen“

Am Wochenende wählen die Iraner ein neues Parlament. Journalist Abas Aslani erläutert, warum die Konservativen gute Chancen haben und warum ein Regimewechsel bedrohlich sein könnte. Abas Aslani arbeitet als Wissenschaftler am Thinktank Center for Middle East Strategic Studies (CMESS) in Tehran und zugleich als Journalist. Er ist Chefredakteur des englischsprachigen Portals Iran Front Page und hat die jahrelangen Verhandlungen über das iranische Nuklearprogramm begleitet.

Sueddeutsche-Zeitung

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7.) Ja, aber die Linken…!!!

Ja, aber die Linken…! Die sind doch auch schlimm! Man muss jede Art von Gewalt verurteilen. Man denke nur mal an Stalin, Pol Pot, Willy Brandt. Gewalt von links darf man nicht einfach so links liegen lassen, nur weil gerade ständig schlimme Morde durch Rechtsextremisten verübt werden. Die sind falsch, aber man muss eben auch an den G20-Gipfel in Hamburg denken. Da haben Autos gebrannt! Autos! Immer wird in den Mainstream-Medien nur auf Rechts draufgehauen, aber der ganze Antifa-Terror, da wird mal wieder nichts dazu gesagt! Und nach so einer Einzeltat von einem Geisteskranken wie jetzt oder neulich oder vor ein paar Wochen oder das andere davor wollen natürlich alle mal wieder der AfD die Schuld in die Schuhe schieben, obwohl sie überhaupt nichts damit zu tun hat. Links hocken doch die eigentlichen Brandstifter!

Postillon

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

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