DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Archiv für Oktober 18th, 2019

Hessen droht U-Ausschuss

Erstellt von DL-Redaktion am 18. Oktober 2019

Verbindungen des Lübcke-Mörders

Wolfhagen, KS - Bründersen v W.jpg

Von Konrad Litschko

Der Ex-Verfassungsschützer Andreas Temme soll mit dem mutmaßlichen Lübcke-Mörder „dienstlich befasst“ gewesen sein. Ein U-Ausschuss könnte folgen.

Hessen steuert auf einen neuen Untersuchungsausschuss zu – und zwar zum Mordfall Lübcke. Nachdem am Donnerstag Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) einräumte, dass es einen dienstlichen Bezug des früheren Verfassungsschützers Andreas Temme, der am Tatort des NSU-Mordes in Kassel war, mit dem mutmaßlichen Lübcke-Mörder Stephan Ernst gibt, stellte die Opposition einen U-Ausschuss in Aussicht.

Auf Nachfrage der SPD hatte Beuth im Innenausschuss erklärt, Temme – ein einst langjähriger V-Mann-Führer – sei mit Ernst „dienstlich befasst“ gewesen. Näheres wollte er dazu nicht sagen. Ein Sprecher des Verfassungsschutz teilte aber der taz mit, es gehe um zwei Vermerke in Ernsts Personenakte aus dem Jahr 2000, die Temme unterzeichnet habe. Ernst war damals in der Kasseler Neonazi-Szene aktiv und galt als gewalttätig. Dienstliche Treffen zwischen Ernst und Temme seien nicht bekannt, sagte der Sprecher. Auch eine Zusammenarbeit von Ernst mit dem Landesamt habe es „zu keiner Zeit“ gegeben, ebenso wenig sei dieser V-Mann gewesen.

Die Rolle von Andreas Temme ist bis heute dubios. Der Verfassungsschützer war am Tatort, als der NSU im April 2006 in Kassel Halit Yozgat in seinem Internetcafé erschoss. Nur zufällig sei er dort gewesen, von dem Mord habe er nichts mitbekommen, beteuert Temme bis heute. Er wurde 2007 schließlich versetzt – und arbeitete zuletzt im Regierungspräsidium, das der im Juni erschossene Walter Lübcke (CDU) leitete. Zu dieser Tat bekannte sich Stephan Ernst: Er habe Lübcke wegen dessen Kritik an Geflüchtetengegner auf einer Bürgerversammlung 2015 getötet. Später widerrief er sein Geständnis.

Nach dem jetzigen Hinweis auf Temme halte er „einen Untersuchungsausschuss zum Mord an Walter Lübcke für nahezu unausweichlich“, erklärte der SPD-Parlamentsgeschäftsführer Günter Rudolph. Auch der FDP-Innenpolitiker Stefan Müller nannte es „erstaunlich“, dass die Information erst auf Nachfrage ans Licht komme. „Diese Informationspolitik ist ein weiteres Mal aufs Schärfste zu kritisieren. Der Innenminister bettelt um einen Untersuchungsausschuss.“ Der Linken-Innenexperte Hermann Schaus sagte ebenso: „Der Innenminister, CDU und Grüne legen ein Verhalten an den Tag, dass einen neuen Untersuchungsausschuss nahezu unumgänglich macht.“

Frühzeitige Löschung der Akte

Innenminister Beuth appellierte dagegen, sich „an die Fakten zu halten, anstatt durch haltlose Thesen Verschwörungstheorien zu bedienen“. Dass sich Temme, beim Verfassungsschutz zuständig für den Bereich Rechtsextremismus, auch mit dem damaligen Szeneangehörigen Ernst befasst habe, sei „nicht überraschend“. Beuth warnte die Opposition, „Sachverhalte unnötig zu skandalisieren“.

Quelle       :          TAZ         >>>>>             weiterlesen

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Grafikquellen      :

Oben        —          Bründersen, Wolfhagen, von Westen

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Unten          —         Peter Beuth auf dem 29. Parteitag der CDU Deutschlands am 6. Dezember 2016 in Essen

  • CC BY-SA 3.0Hinweise zur Weiternutzung
  • File:2016-12-06 Peter Beuth CDU Parteitag by Olaf Kosinsky-8.jpg
  • Erstellt: 2016-12-06 17:57:26

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Terroranschlag von Halle

Erstellt von DL-Redaktion am 18. Oktober 2019

Wie das Netz den Faschismus befeuert

Datei:Skulptur Juedische Opfer des Faschismus (Foto 2008).jpg

Eine Kolumne von

Das Internet ist gefährlich. Dann, wenn es als Radikalisierungmaschine wirkt. Das Fundament dafür liefert die Gesellschaft – im Fall Halle durch die Allgegenwart des Antisemitismus, rechts wie links.

Der antisemitische, rassistische Terroranschlag in Halle ist der jüngste Spross eines so furchtbaren wie fruchtbaren Paares. Zusammengekommen sind eine faschistische Ideologie und das Internet.

Zu den absurden deutschen Ritualen gehört es, in nicht mehr ignorier- oder leugbaren Fällen von Antisemitismus laut „Nie wieder!“ zu rufen, eine der folgenlosesten Äußerungen des Universums. Und zu den gefährlichsten deutschen Ritualen gehört es, die Gründe für alles Schlimme dort zu suchen, wo es einem am besten in den Kram passt. Manchmal geschieht aber noch nicht einmal das.

Der Grund, warum Deutschland über Gaming diskutiert: Das ist für alle Beteiligten die angenehmste Debatte. Gamer können mit großer Geste jede Verbindung zwischen Gaming und menschenfeindlichen Ideologien als absurd abtun. Die restliche Gesellschaft kann empört sein über irgendwas, was sie nicht versteht und das sie deshalb selbst von jeder Reflexion freispricht. Und Horst Seehofer kann sich stellvertretend für die Regierung zerknirscht bis überrascht geben. Oh, radikalisierte Gamer, hatte man wohl nicht auf dem Schirm, ärgerlich!

Der Autor Max Czollek hat es präzise formuliert: „Das hier ist der Sturm, vor dem wir euch gewarnt haben„.

  • Wer diese Warnungen nicht hören wollte, bestand – wie die halbe Union – noch stets darauf, in der Sekunde der Erwähnung von Rechtsextremismus auch Linksextremismus zu sagen. Als sei nicht der Unterschied im 21. Jahrhundert in Deutschland, dass Linksextreme Autos anzünden und Rechtsextreme Menschen.
  • Wer diese Warnungen nicht hören wollte, erklärte – wie Peter Sloterdijk – im Juni 2019, dass „das derzeit in Deutschland beklagte Ansteigen des Antisemitismus“ purer Alarmismus sei und damit „Emotionen, die mit dem eigentlichen Risikopotenzial nichts zu tun“ hätten. Sloterdijk glaube „an diese ganzen Bedrohungen“ nicht. Wörtliche Zitate, das denke ich mir nicht aus.
  • Wer diese Warnungen nicht hören wollte, der ließ – wie Frank Plasberg – einfach einen zutiefst antisemitischen Zuschauerkommentar stehen, als handele es sich um eine ganz normale Meinung: Das „Judenthema“ solle man doch allmählich „zurücknehmen“, es schüre Hass.

Verharmlosung und Beschwichtigung gehört zum Judenhass

Der Attentäter selbst sagte, er habe eine „judenkritische Einstellung“, und wirft damit das Echo einer Gesellschaft zurück, in der Rechtsextreme von Qualitätsmedien als „Flüchtlingskritiker“ bezeichnet worden sind. Verharmlosung und Beschwichtigung gehört schon immer zum Judenhass. In spöttischem Sinne hat der Philosoph Isaiah Berlin das Leitmotiv vorgetragen: „Ein Antisemit ist jemand, der die Juden noch mehr hasst, als es unbedingt notwendig ist.“

Ein junger Piraten-Funktionär hat 2012 ebenso wie viele vor und nach ihm eine ernstgemeinte Variation eines bitteren Klassikers von sich gegeben: „Ich bin also Antisemit, weil ich die israelische Kackpolitik und den Juden an sich unsympatisch finde“. Nun: Ja.

Die Mutter des Attentäters hat erklärt, warum ihr Sohn Juden ermorden wollte. „Er hat nichts gegen Juden in dem Sinne. Er hat was gegen die Leute, die hinter der finanziellen Macht stehen – wer hat das nicht?“

Auf eine verquere Art muss man dieser Frau dankbar sein: Sie entlarvt unwillentlich die Allgegenwart des Antisemitismus in Deutschland. Auf der rechten Seite des politischen Spektrums führt das dazu, dass die AfD grotesk und irreal behaupten kann, sie sei eine „durch und durch pro-israelische und pro-jüdische Partei“, während maßgebliche Mitglieder vor sich hin antisemitieren. Links ist die Konsequenz, dass man – in Deutschland! – gleichzeitig gegen Antisemitismus schwafeln kann und Israel als „Apartheid-Staat“ bezeichnen. Was in jedem Fall absurd ist, aus deutschen Mündern aber eine Ungeheuerlichkeit mit extra judenfeindlichem Käse plus sehr scharfer Soße.

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Auf einem solchen gesellschaftlichen Fundament des Judenhasses und der Menschenfeindlichkeit wirkt das Netz. Denn eine seiner vielen, komplexen Funktionen ist die, dass es als Radikalisierungmaschine wirken kann. Hier ist nach meiner Einschätzung im Jahr 2019 eine neue Dimension eröffnet worden. Im März ermordete ein Rechtsterrorist in Christchurch über 50 Menschen, seitdem haben sich die Attentäter in El Paso, in Poway, im norwegischen Bærum und jetzt in Halle auf ihn bezogen. Mit 25 weiteren Ermordeten.

Quelle         :          Spiegel-online         >>>>>          weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben           —          Skulptur „Jüdische Opfer des Faschismus“ (1957) von Will Lammert in der Großen Hamburger Straße, Berlin. Sie steht vor dem Jüdischen Friedhof Berlin-Mitte.

Denkmalplakette Deutschland.svg
Dies ist ein Foto des Berliner Kulturdenkmals mit der Nummer

09035233

Urheber Jochen Teufel

Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.

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Unten         —          Sascha Lobo; 10 Jahre Wikipedia; Party am 15.01.2011 in Berlin.

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Sayın Başkan Erdogan –

Erstellt von DL-Redaktion am 18. Oktober 2019

Erdogan – bir işten vazgeçmek kürtlerin – dur!
FINGER WEG VON DEN KURDEN !

Crocodile tears for Syria.png

Sehr geehrter Herr Präsident Recep Erdogan,

bitte lassen Sie die Finger von den Kurden in Nordsyrien. Sie beschwören damit einen unberechenbaren Konflikt herauf. Die kurdische Selbstverwaltung in dieser Region hat sich zu einer echten Demokratie entwickelt und somit man kann also nicht von ihnen als Terroristen reden. Bir işten vazgeçmek kürtlerin, lüften! Teşekkür ederim!

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– Völkerrechtswidriger –

Erstellt von DL-Redaktion am 18. Oktober 2019

Überfall auf Nord-Ost-Syrien durch das NATO-Mitglied Türkei

Erdogan Cencorship-Press.jpg

Quelle      :     Scharf  —  Links

Von Wolfgang Gerecht

Die „Krim- und Ukraine-Großmäuler“ der EU und der NATO gegenüber Erdogan ganz kleinlaut.

Heuchlerische Bundesregierung aus CDU-CSU und SPD

Heuchlerische Europäische Union (EU) aus Christ- und Sozialdemokraten.

Heuchlerische NATO und deren „Generalsekretär“ Herr Stoltenberg

Die „Mächtigste Frau der Welt“ (Pressebezeichnung der Frau Merkel) mit ihren 27 EU-Genossen hat gerade mal ein paar lahme in der politischen Realität unwirksame Sprüche für das Fernseh-Publikum (formell Wahlberechtigte in einer Parlaments-Demokratie), der EU-Länder übrig.

Diese  28 EU-Politik-Darsteller kriegen doch überhaupt nichts auf die Reihe. Drei Jahre lang wird dem Fernseh-Publikum, ein politisches Possen-Spiel namens „Brexit“ geboten, was aktuell schon für eine Satire-Show nicht mehr geeignet ist. Hat so etwas noch mit „Demokratie“ zu tun? Vor solchen Politiker Innen kann doch kein vernünftiger Mensch mehr eine Spur von Respekt haben. Diese praktizieren doch auch öffentlich und dauerhaft eine volle Verachtung Ihrer Wähler und Wählerinnen.

Jetzt die EU- und NATO-Show mit der Türkei.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht mit drei bis vier Sätzen eindeutig und unmissverständlich aus, was er will und was er tun wird:

„Hey, EU, wach auf! Ich sage erneut: Wenn ihr unsere Operation als Invasion darzustellen versucht, ist unsere Aufgabe einfach: Wir werden die Tore öffnen, und 3,6 Millionen Menschen werden zu euch kommen“, sagte Erdo?an.

Die   „Mächtigste Frau der Welt“ hat verstanden und  freute sich dennoch über die politisch wirkungs- und kostenlose Verurteilung der Offensive durch die Vertreter Innen aller  28 EU-Staaten beim Ministertreffen der EU. Sie hat Erdogan verstanden und das Wort „Invasion“ kommt nicht aus Ihrem Mund. Auf Offensive hat sich der EU-Klüngel um Frau Merkel (CDU) geeinigt.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavasoglu setzt noch einen drauf und forderte sogar die NATO zu einem »klaren und deutlichen« Bekenntnis auf. Es reiche nicht aus zu sagen, »›wir verstehen die legitimen Sorgen der Türkei‹. Wir wollen diese Solidarität klar und deutlich sehen.«

Der nominelle NATO- „Generalsekretär“ Herr Stoltenberg stammelt den Satz heraus:

„Ich zähle darauf, dass die Türkei zurückhaltend handelt“

Die deutsche Militär-Ministerin, Frau Kramp-Karrenbauer und die „Mächtigste Frau der Welt“ haben m.W. (zum Glück) noch keine Stellung genommen. Da kommt eh nur ein „Polit-Geschwurbel“ aus deren Munde, welches vielen Mit-Bürger Innen sicherlich „zum Halse heraus hängt“.

Einzige klare Aussage zum Thema NATO (Beistands-Klausel) hörte ich im Radio:

https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/Tagesgespraech-TG-Harald-Kujat-Ex-Bundeswehr-Generalinspekteur-NATO-Buendnisfall-in-Syrien-ist-ausgeschlossen,1162187-100.html

Der deutsche Ex-Bundeswehr-Generalinspekteur, Harald Kujat, erklärte heute im Rundfunk, dass der NATO-Bündnisfall in Syrien (Anm. von WG: aufgrund der gegebenen Sachlage) ausgeschlossen ist.

Die Außenminister der EU-Staaten (für die BRD, Herr Maas, SPD)

hatten keine Einigung auf ein Waffenembargo oder Sanktionsdrohungen erzielt.

Deutschland hat bisher als Sanktion die Rüstungsexporte an die Türke im allerletzten Moment teilweise gestoppt. Es werden zwar weiterhin Waffenlieferungen durch den geheimen Bundessicherheitsrat genehmigt, aber angeblich nicht mehr solche die in dem Konflikt genutzt werden können. Welche das sein sollen bleibt das Geheimnis des geheimen Bundessicherheitsrates.

Catrinas - Day of the Dead Ladies.jpg

 Nicht umgefallen für Volk und Vaterland!

https://de.wikipedia.org/wiki/Bundessicherheitsrat

Was der türkische Staatspräsident Erdogan von dem SPDler Maas persönlich hält, hat er so umschrieben: „Maas sei arrogant und habe keine Ahnung von Politik; er sei ein Dilettant.

„Wenn du etwas von Politik verstehen würdest, würdest du nicht so sprechen“.

Wo die Befürwortung von völkerrechtswidrigen Kriegen beginnt und stattfindet

darf die Sozial-Demokratie natürlich nicht fehlen.

So erklärte sowohl der Vorsitzende der sozialdemokratischen CHP, Kemal Kilicdaroglu, als auch der zum Stadtoberhaupt von Istanbul gewählte und als »demokratischer Hoffnungsträger« gehandelte Ekrem Imamoglu seine Unterstützung für den Krieg.

https://de.wikipedia.org/wiki/Cumhuriyet_Halk_Partisi

Schlechte Zukunftsaussichten für die meisten Menschen innerhalb der Europäischen Union (EU).

Mittlerweile hat es die Politik der EU und der BRD soweit gebracht, dass EU-Bürger Innen nicht einmal mehr ihre Meinung über internationale Konflikte – hier Türkei-Syrien – öffentlich äußern können, ohne daran zu denken, ob sie noch einmal einen Urlaub in der Türkei unbehelligt und gefahrlos machen können.

Urheberrecht
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Grafikquellen          :

Oben       —         Erdoğan‚ı sansürcü olarak figür eden Carlos Latuff karikatürü, 2016.

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Linke in der Bundeswehr

Erstellt von DL-Redaktion am 18. Oktober 2019

Kritischen Soldaten gehen die Rekruten aus

Bildergebnis für Wikimedia Commons Bilder Bundeswehr in Schulen Lupus in Saxonia / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Wer sich heute als Freiwilliger dem Staatsmob (immer die sich selbst zur Führung eines Staates für fähig gehaltenen Politiker – Innen) unterwirft, ganz egal ob beim Militär, Polizei oder auch Auftrags – Erfüllungsgehilfe einer Behörde, sollte sich ob der zu erfüllenden Aufgaben hin, nicht beschweren. Jeder macht sich selber einer fehlende Zivilcourage schuldig oder nicht.  Red. DL – IE –

Von Tobias Schulze

Im „Darmstädter Signal“ engagieren sich Soldaten gegen Atomwaffen und Auslandseinsätze. Am Freitag könnte sich der Arbeitskreis auflösen.

Gäbe es einen Preis für die unbequemste Soldatenvereinigung, mit denen sich deutsche Verteidigungsminister je herumschlagen mussten, dann wäre das Darmstädter Signal (DS) ein heißer Kandidat. Ein Mitglied weigerte sich einst, den Tornado-Einsatz in Afghanistan zu unterstützen und wurde versetzt. Ein anderes Mitglied ignorierte in Kabul völkerrechtswidrige Befehle und bekam eine Disziplinarstrafe. Und ein drittes Mitglied stellte seine Mitarbeit an einer Logistik-Software der Bundeswehr ein, weil deutsche Soldaten US-Kasernen bewachten, während die Amerikaner im Irak einfielen. Den Major schickten die Vorgesetzten für eine Woche in die Psychiatrie.

Als Arbeitskreis kritischer Soldaten versteht sich das DS, das zu den interessantesten Gruppierungen der Friedensbewegung gehört: Eine Handvoll Offiziere gründeten das Forum 1983, als die Nato gerade neue Atomraketen in Deutschland stationierte. Seitdem engagiert sich das DS gegen Atomwaffen, Rüstungsexporte und Auslands­einsätze, zeitweise mit über hundert aktiven Bundeswehrangehörigen. Am Freitag könnte damit aber Schluss sein – und das gegen den Willen einiger altgedienter Mitglieder.

Das Problem: Dem Arbeitskreis fehlt, genau wie vielen Gruppen der herkömmlichen Friedensbewegung, der Nachwuchs. „Der Großteil der Mitglieder ist überaltert und beteiligt sich nicht an der Arbeit. Im Vorstand sind keine aktiven Soldaten mehr vertreten“, sagt Vorstandssprecher Florian Kling. „Die Kernidee eines Forums für kritische Staatsbürger in Uniform erfüllen wir nicht mehr.“ Kling selbst, Sozialdemokrat, 32 Jahre alt und ehemaliger Jugendoffizier, war der letzte aktive Soldat im Vorstand. Er schied im vergangenen Jahr aus der Armee aus.

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Die Nachwuchssorgen sind lange bekannt. Schon 2018 warnte Kling intern, dass es so wie bisher nicht weitergehen könne. Weil sich die Situation trotzdem nicht geändert hat, wird er der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises an diesem Freitag einen Vorschlag unterbreiten: Das DS selbst soll sich auflösen. Der dazugehörige Förderverein, der bislang die Aktivitäten finanzierte, soll neue Aufgaben bekommen. Er soll die Geschichte des DS dokumentieren und als Förderer bereitstehen, falls sich irgendwann doch wieder aktive Soldaten zusammenschließen.

Ein Generationenkonflikt?

Warum es so weit kommen musste? Die Gründe für die Nachwuchsprobleme sieht Kling unter anderem in der Aussetzung der Wehrpflicht. Wer heute zur Bundeswehr gehe, wolle dort Karriere machen und das nicht gefährden, indem er einem kritischen Arbeitskreis beitrete. Dieser Logik zufolge hat die Wehrpflicht früher mehr kritische Geister in die Bundeswehr gespült, die zum Teil über ihren Wehrdienst hinaus hängenblieben.

Quelle        :     TAZ          >>>>>         weiterlesen

Tobias Schulze über die Auflösung des „Darmstädter Signals“

Schade um das Korrektiv

Am Heldenplatz (30540737616).jpg

36 Jahre lang haben sich im „Darmstädter Signal“ kritische Bundeswehrangehörige vernetzt. Vor allem Offiziere aus dem grünen und sozialdemokratischen Milieu haben den Arbeitskreis im Dunstkreis der Friedensbewegung geprägt. Dass sich das Forum am Freitag voraussichtlich wegen Nachwuchsmangel auflösen wird, ist doppelt schmerzlich.

Das „Darmstädter Signal“ ist im sicherheitspolitischen Diskurs zwar nicht immer durchgedrungen, es konnte punktuell aber trotzdem Akzente setzen – vor allem durch Mitglieder, die das Mitwirken an Kriegseinsätzen verweigerten. Zweitens ist das Ende des Arbeitskreises Symptom einer weitreichenderen Entwicklung: Die Zusammensetzung der Bundeswehr hat sich durch die Aufhebung der Wehrpflicht verändert. Staatsbürger, die links der Mitte stehen, sind heute offenbar noch spärlicher vertreten als früher.

Dabei wären sie als Korrektiv gerade heute nötig: Die Bundeswehr mag vielleicht kein generelles Haltungsproblem haben, zumindest Teile der Armee sind aber blind für rechtsextreme Vorfälle.

Quelle         :          TAZ          >>>>>         weiterlesen

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Grafikquellen        :

Oben      —       Autor   Lupus in Saxonia / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

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2.) von Oben       —          Capricorn 2016 (27053491923)

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Unten      —        Rund 1.200 Rekruten werden am Heldenplatz angelobt.

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DL – Tagesticker 18.10.2019

Erstellt von DL-Redaktion am 18. Oktober 2019

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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An welch einen politischen Torso klebt keine dem Blut ähnelnde Masse ? Vielleicht an denen, welche aus Gründen der Verwesung bereits mit ihren Geruch auf sich aufmerksam machen ? So genannte Zombies ? Jetzt möchten alle gerne Namen lesen ?

Presseschau zum Johnson-Deal

1.) Der blutige Torso Brexit wirft sich in die Folterkammer des Unterhauses“

„Dramatischer Showdown“, „Brexit-Gift“, „War of Westminster“: Boris Johnson und die EU haben sich auf einen Brexit-Deal geeinigt, doch im Parlament könnte eine Niederlage drohen. Die Medienreaktionen im Überblick. Zwei Wochen vor dem Brexit-Termin haben sich die Europäische Union und Großbritannien doch noch auf einen Deal geeinigt, die 27 verbleibenden Staaten billigten das neue Abkommen am Donnerstag beim EU-Gipfel. Eine wichtige Hürde bleibt allerdings: Das britische Unterhaus muss am Samstag ebenfalls noch zustimmen – und dort gibt es Widerstand.

Spiegel-online

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Bleiben wir bei den Kindern – macht er nun den Hampelmann !! Erdogan ist der Gewinner, da – gefühlt – alleine seine Rechnung aufgegangen ist. Er hat Dinge erreicht welche die Deutsche Matrone mit der Französischen Marone in allen Jahren nicht durchbekommen hat. Nennt man in solchen Kreisen auch Diplomatie.

 Wahlkampfauftritt in Dallas

2.) Trump vergleicht Nordsyrien-Konflikt mit Gerangel unter Kindern

Für US-Präsident Trump sind die Kämpfe zwischen Türken und Kurden in Nordsyrien mit dem Gerangel zweier Kinder vergleichbar. Manchmal müsse man sie ein bisschen kämpfen lassen, bevor man sie auseinanderziehe, sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt.  US-Präsident Donald Trump hat die militärische Auseinandersetzung zwischen der Türkei und Kurdenmilizen in Nordsyrien mit einem Gerangel zwischen zwei Kindern verglichen. „Manchmal muss man sie ein bisschen kämpfen lassen“, sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) bei einem Wahlkampfauftritt in Dallas im US-Bundesstaat Texas mit Blick auf den Konflikt. „Wie zwei Kinder (…), und dann zieht man sie auseinander.“

Welt

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In der Politik sind die, ihren Vorgesetzten  Zuhörenden, immer die größeren Idioten. Zwecks Aufwertung werden sie darum auch gerne Experten genannt.

Ukraine-Affäre:

3.) Stabschef bringt Donald Trump in Erklärungsnot

Mick Mulvaney hat vor Reportern eingeräumt, dass Donald Trump bewusst Militärhilfen für die Ukraine zurückgehalten hat. Inzwischen will er falsch verstanden worden sein. US-Präsident Donald Trump hat millionenschwere Militärhilfen an die Ukraine nach Angaben des Stabschefs im Weißen Haus als politisches Druckmittel zurückgehalten. Mick Mulvaney sagte, Trump habe sein Vorgehen unter anderem mit der Forderung verknüpft, dass die Regierung in Kiew den Dachverband der US-Demokraten und die Präsidentschaftswahl 2016 untersuche. Allerdings habe der Präsident nichts falsch gemacht, weil er um Hilfe bei Ermittlungen zu einer früheren Wahl gebeten habe, nicht aber zur anstehenden Wahl 2020.

Zeit-online

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Es gab keine Toten unter den „Deutschen Tretern ?“

Extinction Rebellion blockieren Londoner U-Bahn :

4.) Pendler treten auf am Boden liegenden Aktivisten ein

Klimaaktivisten blockieren U-Bahnen in London. Verärgerte Reisende ziehen einen vom Dach. Mitarbeiter der „Tube“ müssen ihn vor der Menge schützen. Die Klimaaktivisten von Extinction Rebellion (XR) sind für Aktionen bekannt, die sich gegen besonders umweltfeindliche Fortbewegungsmittel richten. In Berlin blockierten sie zuletzt wichtige Verkehrsknotenpunkte – und legten den Autoverkehr etwa am Potsdamer Platz lahm. In London richtete sich ihr Protest jetzt allerdings gegen das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel der britischen Hauptstadt: die „Tube“. Sie zogen damit den Zorn von Pendlern auf sich.

Tagesspiegel

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Zu mehr taugen die Verweser der SPD doch auch nicht. Scholz als Veteranen Vertreter des Undertaker Gerhard. ?

Neuer ARD-„Deutschlandtrend“  

5.) Grüne sacken etwas ab – SPD gleichauf mit AfD

Im ARD-„Deutschlandtrend“ verbuchen die Grünen zwar Verluste – bleiben aber dennoch klar zweitstärkste Kraft. Die Union liegt an erster Stelle. Eine Mehrheit der Befragten denkt, dass sich der Antisemitismus in Deutschland ausbreitet. Die Grünen sind im ARD-„Deutschlandtrend“ etwas abgesackt. Sie verloren der am Donnerstagabend veröffentlichten bundesweiten Umfrage des Instituts Infratest dimap für das ARD-„Morgenmagazin“ zufolge zwei Prozentpunkte auf nun 22 Prozent, bleiben damit aber klar zweitstärkste Kraft. An erster Stelle liegt weiterhin die CDU/CSU mit unverändert 28 Prozent.

T-online

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In einen Drecksstaat braucht man nur die richtige Formulierung zu finden. „Natürlicher Tod steht nun für „Herzversagen durch Zukunftsängste“. Ähnlich wie Leiharbeiter für Seelenverkäufer. Passt alles zum Drecksstaat perfekt.

Obduktion ergibt

6.) Hermes-Mitarbeiter starben natürlichen Todes

Die Obduktion der beiden Mitarbeiter eines Paketdienstes in Haldensleben hat ergeben, dass die Männer eines natürlichen Todes gestorben sind. Die Untersuchungen in der Rechtsmedizin hätten keine Hinweise auf Vergiftungen ergeben, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Auf dem Gelände des Versandzentrums war in der Nacht zum Dienstag zunächst ein Toter entdeckt worden. Der 58-Jährige soll zusammengebrochen und vor Ort gestorben sein. Am Nachmittag wurde dann in Haldensleben in einem Transportfahrzeug von Hermes ein weiterer Mitarbeiter tot gefunden. Der 45-Jährige saß leblos auf dem Fahrersitz.

Focus

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Studie zeigt:

7.) Jugendliche glauben alles

Viele Jugendliche im Alter zwischen 12 und 27 glauben einer neuen Studie zufolge an Verschwörungstheorien und Mythen, die von einschlägigen Populisten in die Welt gesetzt wurden. So glauben die naiven Grünschnäbel beispielsweise, dass:

  • der Markt alles regle
  • es sich bei Jazz um Musik handle
  • Handball als Sport ernst genommen werden müsse
  • es einen Unterschied zwischen CSU und AfD gebe

Titanic

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Hinweise und Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen      :     DL / privat – Wikimedia  Commons – cc-by-sa-3-0

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