DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Archiv für September 2nd, 2019

Die Aufsteher liegen flach

Erstellt von DL-Redaktion am 2. September 2019

Der vergeigte Aufbruch

Bunte Westen 03.jpg

Von Rainer Balcerowiak

Vor allem mangelte es aber an durchschaubaren demokratisch legitimierten Strukturen. Vielmehr gab es ein undurchsichtiges Geflecht aus Trägerverein, Vorstand und Arbeitsausschuss mit entsprechenden Grabenkämpfen. Diese führten im Dezember unter anderem zur Abschaltung der Webpräsenz auf Bundes- und Landesebene und erbitterten Streitereien um Geld. Zudem wurde offensichtlich, dass einige bei „Aufstehen“ aktive Funktionäre der Linken die Bewegung vor allem als Schwungmasse für ihre innerparteilichen Ambitionen nutzen wollten und keinerlei Interesse am Entstehen einer überparteilichen Basisbewegung hatten. Als Sahra Wagenknecht, die im Dezember 2018 bereits eine Art Burgfrieden im internen Streit vereinbart hatte, im März 2019 ihren Rückzug aus der „Aufstehen“-Führung verkündete, war das Ende der Bewegung faktisch besiegelt. Einige prominente Unterstützer zogen sich zurück, die meisten Ortsgruppen lösten sich auf. Wagenknecht meldet sich seitdem nur noch aus dem digitalen Off mit seltsam entrückt wirkenden Statements und Durchhalteappellen zu Wort.or einem Jahr, am 4. September 2018, verkündete Sahra Wagenknecht in Berlin, begleitet von großem Medieninteresse, den offiziellen Start der neuen Sammlungsbewegung „Aufstehen“. Für viele Menschen war dies ein Aufbruchssignal. Mit ursozialdemokratischen Forderungen nach mehr sozialer Gerechtigkeit sollte gesellschaftlicher Druck auf die drei bestehenden Parteien des „linken Lagers“ entwickelt werden, um diese zu entsprechenden Kurskorrekturen und zur Entwicklung einer gemeinsamen Machtperspektive für eine umfassende so­ziale Reformpolitik zu drängen. Gleichzeitig sollte „Aufstehen“ als linkspopulistische Bewegung ein Gegengewicht zum Vormarsch der Rechtspopulisten darstellen.

Eine wesentliche Triebkraft war der Flügelkampf innerhalb der Partei Die Linke, wo sich Wagenknecht und ihre Anhänger mit der unter anderen von der Vorsitzenden Katja Kipping repräsentierten „postmodernen“ Strömung, die sich vor allem an identitätspolitischen Themen der urbanen Mittelschichten orientiert, einen erbitterten Machtkampf lieferten. Besonders zugespitzt war diese Auseinandersetzung bei der Migrationspolitik, Wagenknecht lehnte die von Teilen der Partei vertretene Forderung nach „offenen Grenzen und Bleiberecht für alle“ strikt ab – und musste sich dafür als „Rassistin“ beschimpfen lassen.

Die neue Bewegung schien einen Nerv getroffen zu haben. Die Zahl der registrierten Unterstützer wuchs binnen kurzer Zeit auf mehr als 160.000, quer durch die Republik entstanden in kürzester zeit Orts- und Regionalgruppen, zeitweise waren es rund 200. Auch der Autor dieser Zeilen beteiligte sich in einer Berliner Bezirksgruppe. In repräsentativen Umfragen erklärten über 30 Prozent der Befragten, sich die Wahl einer „Aufstehen“-Partei vorstellen zu können.

Ein Jahr später ist „Aufstehen“ nahezu vollständig von der Bildfläche verschwunden. Die ausschlaggebenden Gründe können hier nur kurz skizziert werden. Statt die anfängliche Euphorie für eine identitätsstiftende, bundesweite Kampagne zu sozialen Kernthemen zu nutzen, verläpperten sich die meisten Ortsgruppen wochenlang in wenig beachteten „Friedensmanifestationen“, die den verblichenen Bewegungscharme des vergangenen Jahrhunderts versprühten und kaum geeignet waren, die anvisierten Zielgruppen zu erreichen. Kalt erwischt wurde „Aufstehen“ bereits wenige Wochen nach der Gründung von dem großen, moralisch geprägten Polithappening „Unteilbar“, zu dem man sich sehr widersprüchlich positionierte.

Quellbild anzeigen

Wir bleiben liegen

Vor allem mangelte es aber an durchschaubaren demokratisch legitimierten Strukturen. Vielmehr gab es ein undurchsichtiges Geflecht aus Trägerverein, Vorstand und Arbeitsausschuss mit entsprechenden Grabenkämpfen. Diese führten im Dezember unter anderem zur Abschaltung der Webpräsenz auf Bundes- und Landesebene und erbitterten Streitereien um Geld. Zudem wurde offensichtlich, dass einige bei „Aufstehen“ aktive Funktionäre der Linken die Bewegung vor allem als Schwungmasse für ihre innerparteilichen Ambitionen nutzen wollten und keinerlei Interesse am Entstehen einer überparteilichen Basisbewegung hatten. Als Sahra Wagenknecht, die im Dezember 2018 bereits eine Art Burgfrieden im internen Streit vereinbart hatte, im März 2019 ihren Rückzug aus der „Aufstehen“-Führung verkündete, war das Ende der Bewegung faktisch besiegelt. Einige prominente Unterstützer zogen sich zurück, die meisten Ortsgruppen lösten sich auf. Wagenknecht meldet sich seitdem nur noch aus dem digitalen Off mit seltsam entrückt wirkenden Statements und Durchhalteappellen zu Wort.

Quelle      :        TAZ        >>>>>          weiterlesen

——————————————————————-

Grafikquellen        :

Oben       —       „Bunte Westen“ protest in Hanover, 16th february 2019

Abgelegt unter P. DIE LINKE, Saarland, Schicksale, Überregional | 9 Kommentare »

Gegen die Zwangsräumung

Erstellt von DL-Redaktion am 2. September 2019

Rozbrat: Das anarchistische Herz Polens

File:Rozbrat rowerownia.jpg

Quelle      :         untergrund-blättle   ch.

Von Stanis Love / Marek Jakubowski  revoltmag.org

In der westeuropäischen Linken heute weitestgehend unbekannt, gab es in Polen bereits im 19. Jahrhundert starke sozialistische und anarchistische Bewegungen. Anknüpfend daran entwickelte sich das Rozbrat nicht nur als soziales und kulturelles Zentrum, sondern auch als wichtige politische Plattform.

Die allgemeine politische Entwicklung in Polen ist seit Jahren mehr als düster. Nicht nur ist derzeit rund um den polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki (PiS – Prawo i Sprawiedliwość, zu deutsch: Recht und Gerechtigkeit) eine nationalkonservative Regierung an der Macht, auch die neofaschistischen Gruppen agieren immer selbstbewusster und brutaler. Zuletzt zeigte sich dies in den gewalttätigen Übergriffen gegen LGBTI*-Aktivist*innen in der ostpolnischen Stadt Białystok, wo rechte Hooligans unter klatschendem Beifall einiger Bewohner die Pride Parade mit Steinen angegriffen haben.

Ein düsteres Szenario

Autoritäre Tendenzen innerhalb des Staates fordern indes den Ausbau polizeilicher Befugnisse und verteidigen brutale Repression, wie zum Beispiel gegen linke Klima-Aktivist*innen in Form von Einschüchterungsversuchen, Verhaftungen und Einreiseverboten bereits vor der UN- Klimakonferenz COP24 in Katowice und bei dem zweiten polnischen Klimacamp im Juli 2019. Diese staatlichen Dynamiken wirken weiter ermutigend auf neofaschistische Kräfte.

Gleichzeitig dominiert ökonomisch ein gnadenloser Turbokapitalismus. Auch in Polen haben in den vergangenen Jahren in zahlreichen Grossstädten Gentrifizierungsprozesse der Innenstadtbereiche stark zugenommen. Wer seine Wohnung nicht halten kann, wird auch hier hemmungslos zwangsgeräumt. In Polen wird dabei weniger von Gentrifizierung, sondern von einer sogenannten „Reprivatisierung“ gesprochen. 1948 verstaatlichte Immobilien und Grundstücke können auf gerichtlichem Wege zurückerlangt werden.

In einem Konglomerat aus Teilen der Justiz, der lokalen Verwaltung und kriminellen Banden, treten dubiose Geschäftsleute an Menschen heran, die im kommunistischen Polen enteignet wurden und noch rechtliche Ansprüche auf Grundstücke oder Gebäude in der Stadt haben. Diese kaufen sie ihnen schliesslich ab. Mieter*innen, die sich weigern ihr Haus zu verlassen, werden mit Hilfe sogenannter Säuberungsgruppen vertrieben. Der bekannteste und brutalste Fall ist der Mord an der Warschauer Mieter*innenaktivistin Jolanta Brzeska, die in einem Waldstück am Stadtrand verbrannt wurde.

Die Regierungspartei PiS versucht seit Jahren, nicht nur Medien und Justiz für sich zu vereinnahmen, sondern bekämpft auch aktiv die kritische Zivilgesellschaft in Polen. Unter der PiS-Herrschaft wurde ein umfassender autoritärer Umbau von Staat und Gesellschaft in Angriff genommen, von dem bereits vieles verwirklicht wurde. Die katholische Kirche erwies sich dabei als wichtiger Bündnispartner der Regierung: Denn es ist die Kirche, die vor allem in ländlichen Regionen in der Lage ist, das Wahlverhalten der Bevölkerung zugunsten der PiS zu beeinflussen.

Während der letzten vier Jahre konnte die PiS-Regierung ihre Macht ausbauen. Oppositionelle Kräfte sind, wie die Europawahlen in diesem Jahr gezeigt haben, derzeit nicht in der Lage, eine ernsthafte Alternative zu bieten. Zudem sind sie weitgehend zerstritten. Am 13. Oktober 2019 finden in Polen erneut Parlamentswahlen statt, bei denen im schlimmsten Fall die PiS die absolute Mehrheit im polnischen Parlament erringen könnte. Düstere Aussichten also. Allerdings: Trotz dieser Probleme, Widersprüche und reaktionärer Angriffe gab es in den letzten Jahren auch einige erfolgreich verlaufende soziale Kämpfe, allen voran der landesweite Frauenstreik gegen die Verschärfung des Abtreibungsverbots. Im Rahmen einer länderübergreifenden Zusammenarbeit wurden zudem gleichzeitig mehrere Amazon-Werke in Deutschland und Polen bestreikt.

Das Rozbrat als Ort des Widerstands

In der westeuropäischen Linken heute weitestgehend in Vergessenheit geraten, gab es in Polen in den 80er Jahren starke anarchistische Bewegungen. An diese Tradition anknüpfend hat sich das soziale und kulturelle Zentrum Rozbrat in den vergangenen Jahrzehnten als wichtige politische Plattform und Ausgangspunkt für Widerstand etabliert: Im Rozbrat wurden und werden unterschiedliche Kämpfe, ob Anti-Kriegs-Aktionen, Antifaarbeit, feministische oder ökologische Strukturen, Proteste der Mieter-Bewegung und Arbeiter*innenkämpfe vorbereitet, durchgeführt und zusammengeführt. Das Rozbrat ist damit auch weit über die Szene und über die Stadt Poznan hinaus als wichtige politische und kulturelle Institution bekannt.

Im Gegensatz zu anderen sozialen und kulturellen Einrichtungen ist das Rozbrat autonom, also unabhängig von staatlichen Institutionen. Weit über die Szene und über Poznan hinaus bekannt, ist es eine wichtige kulturelle und politische Institution in Polen. Das Rozbrat ist eines der wichtigsten, echten Alternativen in einer sonst staatlich alimentierten, mit patriotischen Kitsch überzogenen und von hoch kommerzialisierter Kultur ausgrenzenden Kulturlandschaft. Letzteres heisst in diesem Kontext Kultur ohne Zensur und für alle zugänglich.

Mit dieser Idee wurden in den vergangenen 25 Jahren hunderte Konzerte, Ausstellungen, Filmaufführungen, Debatten, Lesungen und Vorträge organisiert. Wie in vielen anderen Ländern ist auch in Polen zu beobachten, dass alternative Einrichtungen aus politischen und ökonomischen Gründen verdrängt werden sollen. Mehrere Generationen von Aktivist*innen, die bei vielen bedeutenden Mobilisierungen und Debatten über gesellschaftliche Themen eine entscheidende Rolle spielten, organisierten sich damals wie heute um das Rozbrat. In der Vergangenheit verteidigten und unterstützten Aktivist*innen aus dem Haus stets offensiv und in solidarisch die am meisten ausgegrenzten Bewohner*innen der Stadt. Gemeinsam stiessen sie Dutzende von Arbeits-, Mieter*innen- und Umwelt-Protesten an. Im Jahr 2004 wurde dort die anarchosyndikalistische Basisgewerkschaft Inicjatywa Pracowniza (IP) gegründet.

Aktuell umfasst die Basisgewerkschaft über 3000 Mitglieder, aufgeteilt in ca. 70 Sektionen. Bis heute ist die IP im Rozbrat verankert. Erfolgreich und organisiert begleitet wurden so auch Arbeiter*innenkämpfe bei Amazon und Volkswagen, aber auch in lokalen Kindergärten, Krankenhäusern und am städtischen Theater in Poznan. Die im Rozbrat vorherrschende feministische Perspektive ist sozial und nicht liberal geprägt, das heisst, stark in Arbeiter*innenkämpfe verankert. 2011 unterstützten Aktivist*innen um das soziale Zentrum zusammen mit der IP die Frauen der kommunalen Kindergärten, die sich aufgrund der enormen Belastung bei Lohnarbeit und Reproduktionsarbeit, sowie der vorherrschenden Geringschätzung ihrer Arbeit und der nicht ausreichende Löhne, gewerkschaftlich organisierten.

2012 wurde auf Initiative von Aktivist*innen aus dem Rozbrat und entschlossenen Mieter*innen, die Mieterhöhungen, Verdrängung und Zwangsräumungen nicht weiter hinnehmen wollten, schliesslich der Mieterverein „Wielkopolskie Stowarzyszenie Lokatorów“- [WSL] gegründet. Und auch angesichts der durch Braunkohletagebaue zerstörten Landschaften, Wasserknappheit und der enormen Luftverschmutzung in Polen, ist das Rozbrat eine*r der Initiator*innen des seit zwei Jahren stattfindenden Klima-Camps nahe der Stadt Konin.

Wer echte Opposition sucht und die konservativen, neoliberalen Arschlöcher in Polen genauso ablehnt wie die neofaschistische Rechte des Landes, findet im Rozbrat nicht nur das anarchistische Herz Polens, sondern auch eine wichtige politische Plattform und Basis revolutionärer Kämpfe in Form eines sozialen Zentrums. Und diese soll nun geräumt werden.

Solidarisch gegen die Zwangsräumung

Die Zwangsräumung hängt mit der Reprivatisierung des Geländes zusammen: Dieses wurde 1948 verstaatlicht, aber nach dem Ende der sowjetischen Ära durch ein privates Unternehmen übernommen. Dieses nahm hohe Kredite auf, doch ging schliesslich bankrott. Die Bank verkaufte das Darlehen an ein Immobilienunternehmen, welches nun den Verkauf des Grundstücks fordert. 1994 wurde das ehemalige Gelände der Farbenfabrik besetzt. Am 15. Mai 2019 wurde durch den Gerichtsvollzieher ein Schätzwert von 1,4 Millionen Euro für das besetzte Grundstück festgelegt. Die drohende Versteigerung und potentielle Zwangsräumung bedroht das Zentrum existenziell. Das Datum der Versteigerung ist noch unbekannt, doch kann sich das schnell ändern. Bereits vor Jahren reichte das Rozbrat eine Klage ein, wegen offensichtlicher Inbesitznahme die auch Rechte an dem Grundstück zu erhalten. Sie beziehen sich dabei auf eine heute noch gültige Regelung aus der polnischen Volksrepublik. Der Fall ist weiterhin offen.

Für den 14.09.2019 rufen die Aktivist*innen darum zu einer breiten Solidaritätsdemonstration in Poznan auf. Der soziale Rückhalt des Zentrums ist enorm. Eine Räumung ist keine Option, denn eine Stadt ohne Rozbrat ist eine Stadt ohne Zukunft.

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-ND 3.0) Lizenz.

—————————————————————

Grafikquelle      :       Velowerkstatt im autonomen Zentrum Rozbrat in Poznan. / kolektyw Rozbrat (CC BY-SA 3.0)

Abgelegt unter Europa, Kultur, Medien | Keine Kommentare »

Linke Wahlschlappe Osten

Erstellt von DL-Redaktion am 2. September 2019

Die Linke jetzt auch im Osten auf Westniveau

File:Hahn Wahlkampfauftakt, August 2009 - by Die Linke Sachsen.jpg

Das waren wohl Sätze mit XX

Von

Der große Verlierer bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg ist die Linke. Die Genossen sind im Osten nur noch eine Kleinpartei unter vielen – und damit mittendrin in der Identitätskrise.

Es ist ein großer Tag für die Genossen. Mehr als 23 Prozent in Sachsen, in Brandenburg sind es sogar 28 Prozent. Die Zahlen untermauern eindrucksvoll das Selbstverständnis. Im Osten wählt man links, im Osten ist man Volkspartei. Es ist der 19. September 2004.

In den 15 Jahren seither hat sich viel getan. Die Partei von damals heißt nicht mehr PDS, sondern Linke. Und von einem Sonderstatus in den neuen Bundesländern, das ist spätestens seit diesem Sonntag klar, kann kaum mehr eine Rede sein.

Die Linke ist im Osten abgestürzt. Schon bei der Bundestagswahl 2017 holten die Linken hier nur noch 17,3 Prozent – weit weniger als bei den vorangegangenen Abstimmungen. In Brandenburg und Sachsen kommen sie jetzt nur noch auf gut 10 Prozent. Die Genossen erreichen inzwischen Westniveau. Istzustand: eine kleine Partei von vielen. Eine Katastrophe für die Linken.

„Beispielloses Desaster“

Entsprechend groß ist der Schock. Dietmar Bartsch, Fraktionschef im Bundestag, meldet sich am Wahlabend via Twitter zu Wort. Seine Partei erlebe „ein beispielloses Desaster“. Außenpolitiker Stefan Liebich nennt das Ergebnis „eine schallende Ohrfeige“. Und die Parteilinke Sevim Dagdelen sieht die Genossen gar in einer „existenziellen Krise“.

Tatsächlich geht es längst um die Identität der Partei. Als Rechtsnachfolgerin der SED war es der PDS nach der Wende gelungen, enttäuschte Ostdeutsche hinter sich zu versammeln. In den neuen Bundesländern war die Partei bestens organisiert, hier traten die Genossen als Kümmerer auf und boten zugleich eine Projektionsfläche für Protest – egal ob man gerade selbst regierte oder nicht. Die Linke, das war eben die Partei des Ostens.

Doch diese Bindungskräfte sind schwach geworden. Stattdessen rächt sich nun offenbar, dass die Linken in den vergangenen Jahren eine Frage nie ausdiskutiert haben: Was ist die Partei eigentlich?

Anlaufstelle für die Wut der Abgehängten? Linksliberale Kraft? Pragmatische Regierungspartei? Sammelbecken für radikale Aktivisten? In der Partei tummeln sich inzwischen derart viele Grüppchen und Plattformen mit teilweise stark unterschiedlichen Kursvorstellungen zu Europa, in der Außenpolitik, in Demokratiefragen, dass man leicht den Überblick verlieren kann.

Quelle       :     Spiegel-online        >>>>>        weiterlesen

——————————————————————-

Grafikquelle      :      Dr. André Hahn bei Wahlkampfauftakt der sächsischen LINKEN

Author dielinke_sachsen

This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Checked copyright icon.svg This image, originally posted to Flickr, was reviewed on September 14, 2009 by the administrator or reviewer File Upload Bot (Magnus Manske), who confirmed that it was available on Flickr under the stated license on that date.

Abgelegt unter Brandenburg, P. DIE LINKE, Sachsen, Überregional | Keine Kommentare »

Urlaub im Paradies ?

Erstellt von DL-Redaktion am 2. September 2019

Sonnenbaden und Wellenspringen zwischen Plastikresten, Kippen und Muscheln am Mittelmeerstrand von Palavas-les-Flots / Südfrankreich

Palavas.jpg

So zeigen es die Werbefotos

Quelle       :        Scharf  —  Links

Von Dr. Nikolaus Götz

Die Luft flimmert vor Hitze am Mittelmeerstrand von Palavs-Les-Flots, und die zahllosen Touristen strömen ans Meeresufer, um sich genau dort niederzulassen, wo die Wellen im weißbraunen Sand versickern. Hier nämlich, direkt am Ufer des südfranzösischen Mittelmeeres, finden die großen und kleinen Urlauber endlich mit einem schnellen Sprung in die wiegenden Wellen die ersehnte Abkühlung. Das zischt nur so! Wirklich, es ist ein wunderbares, erfrischendes Erlebnis in den Wellen zu springen oder etwas weiter nach draußen zu schwimmen und so die salzige Frische und Schönheit dieser Naturlandschaft des Meeres live zu erleben. Der entdeckende Blick der Badegäste reicht vom sonnigen Strand hin zum blauen, weiten Meer, das sich endlos bis zum Horizont der zu sehenden Erdrundung erstreckt, bis dorthin, wo die bunten Segelboote kreuzen und die ewigen Wogen in der Weite verschwinden. Allein wegen dieses Anblickes schon, lohnt sich die Urlaubsreise an die französische Côte.

Jedoch kaum zurück an den Strand, dorthin wo der mitgebrachte Sonnenschirm im Sand steckt und das große Badetuch zwischen den übrigen Touristen ausgebreitet wurde, folgt „die Ernüchterung“, das große Erschrecken beim Anblick des Unrates, in dem man seinen Platz gefunden hat. Kippen und Plastikreste übersäen den Sandstrand, wobei das durchs Abtrocknen etwas feuchte Badetuch durch die Tabakreste schon gelb verschmutzt wurde. Ekel mit Wut packt den Nichtraucher an der Gurgel und reduziert sofort den individuellen Badegenuss. Wer will denn schon „im Kippenmüll“ liegen? Doch die Hinterlassenschaften der ’simplen’ Konsumenten der Wegwerfwohlstandsgesellschaft haben eher „in Ungedanken“ oder in „sturer Faulheit“ die Natur versaut! Und so liegen sie da, die Pepflaschen, die Eisstiele oder ’Stroh’halme, die Kronenkorken, die Papierfetzen einer ’Nusswaffel’ mit Alu, die Chio-Chips-Pastiktüte oder gar das vergessene Paar Plastiklatschen, gerade noch erworben für nur 1 Euro im Strandkiosk. Und das liegt alles direkt am Strand. Doch welch ein Glück! 2019 fehlen die berühmten Cola-Dosen und auch Glasscherben sind keine im Sand versteckt, die ansonsten den allzeit bereiten ’Sanitätern’ zu Arbeit verhalfen.

Volunteers cleans up Freedom Island coast.jpg

Das bleibt von der Natur  !

Hier am Meeresstrand ist jeder einzelne ’Tourist’ mit dem ’Umweltproblem’ direkt konfrontiert, denn die beauftragten Staatsverwalter habe ihren Teil der Arbeit soweit geleistet: „La plage commence ici!/Der Stand beginnt hier!“, steht auf dem großen Zugangsschild zum Stand, an dem alle Strandbesucher vorbei gehen müssen, bevor sie den Sandstrand des Meerbereiches betreten dürfen. An der betonbewehrten ’Durchgangsschleuse’ informiert ein mehrsprachiges Schild in großen Lettern mit Pics über das Verhalten, die Kleidung der Besucher am Strand. Weder Rauchen ist erlaubt noch sind die neuartigen elektronischen Zigaretten gestattet. Zudem ist der Strand für Hunde verboten! „Natürlich“ befinden sich an der Zutrittspassage zum Strandbereich gleich mehrere Abfalleimer und in den Strandbereich hinein wurden vorsorglich die für Frankreich typischen Müllcontainer aufgestellt. Im Bewusstsein, wie schwierig für Raucher eine einzulegende Raucherpause würde, wurden zu deren „Ermahnung“ sogar zusätzlich überall entlang der Standzugänge neuartige ’Aschenbecher’ aufgestellt. An diesen klebt als ökologischer Anreizt das Schild: „Objection zéro mégots/Ziel null Kippen!“, ein leider nur naiver Wunsch aller Umweltschützer wie der französischen Staatsverwaltung, wie der kritische Blick auf die Gesamtqualität des Strandes zeigt. Ja, ja, meinten schon entschuldigend die Religionsgründer: Der Geist ist willig, das Fleisch aber schwach! Und ich fand sie noch, diese eine kleine bunte Muschel, als Souvenir (dt.:Erinnerung) an einen einstmals natürlichen Sandstrand ohne Plastikmüll, ja – noch!

Urheberrecht
Die unter www.scharf-links.de angebotenen Inhalte und Informationen stehen unter einer deutschen Creative Commons Lizenz. Diese Lizenz gestattet es jedem, zu ausschließlich nicht-kommerziellen Zwecken die Inhalte und Informationen von www.scharf-links.de zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen. Hierbei müssen die Autoren und die Quelle genannt werden. Urhebervermerke dürfen nicht verändert werden.  Einzelheiten zur Lizenz in allgemeinverständlicher Form finden sich auf der Seite von Creative Commons http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/.

———————————————————————

Grafikquellen         :

Oben      —         Photographie de la plage principale de Palavas-les-Flots

———————————-

Unten        —     Residents of Freedom Island help Greenpeace and other NGO’s in the coastal clean-up.

Abgelegt unter International, Kultur, Mensch, Umwelt | Keine Kommentare »

DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am 2. September 2019

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1b/Die-Woche.png?uselang=de

Kolumne von Friedrich Küppersbusch

G7, Thunberg und der Regenwald. Während Greta den kategorischen Imperativ lebt, schlingert die SPD dem Ende der Groko entgegen. Der Regenwald brennt derweil weiter.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?

Friedrich Küppersbusch: Müssen für die vielen Berichte über den Wald eigentlich Wälder sterben?

Und was wird besser in dieser?

taz-online-Abo.

Der G7-Gipfel in Biarritz fand am vergangenen Montag seinen Abschluss mit dem traditionellen Gruppenfoto. Mit 23 zu 1 ist Angela Merkel als Frau in der klaren Unterzahl. Das traurige Ebenbild unserer globalen Gesellschaft?

Wenn sie irre wäre, ließe sich immerhin deuten „es braucht 23 Therapeuten, unsere Staatspeinlichkeit zu hätscheln“. Theresa May fehlt, Christine Lagarde war früher dabei, bald steht Ursula von der Leyen da mal herum. Und der Schwerpunkt „Neue Strategien für Afrika“ brachte eine Rutsche männlicher Nebendarsteller aufs Foto. Vom nächsten Gastgeber Donald Trump ist nicht zu erwarten, dass er Ihre Beobachtung umsetzt und einen Genderakzent setzt. Im Gegenteil, er lädt in seinen privaten locker room. Da stimmt dann aber die Auslegung mit dem Sonderling und seinem Pflegeteam.

Die ganze Welt sorgt sich um den brennenden Amazonas. Außer US-Präsident Donald Trump, der möchte stattdessen Teile des Tongass Nationalparks, eines der größten Regenwälder Nordamerikas, zur Abholzung freigeben. Was würden Sie dem Holzfäller am liebsten sagen?

„Irland ist genau so groß und sieht aus wie ein Vorher-nachher-Foto des abgeholzten Tongass-Parks.“ Wenn Sie vielleicht mal schauen wollen. Trump soll laut Washington Post seinem Landwirtschaftsminister zugeraunt haben, ein paar Clinton-Richtlinien mit der Motorsäge zu verschönern; Gott gab dem Mann den sprechenden Nachnamen perdu, George Sonny Perdue. Rodungen und Straßenbau würden die Holzindustrie fördern, die bedeutende Fischwirtschaft schädigen und den Tourismus – nun ja. Man kann dann überall hinfahren und gucken, was nicht mehr da ist. Für die Suche nach Öl, Fracking-Gas und Kohle hat Trump bereits mehrere Schutzgebiete aufheben lassen. Fossilien halten zusammen.

Nach zwei Wochen auf hoher See ist Greta Thunberg sicher in den Hafen von New York eingelaufen. Ihr Besuch, ein großer Schritt für die Klimabewegung in den USA oder eine überbewertete Geste – was meinen Sie?

Quelle       :        TAZ         >>>>>           weiterlesen

————————————————————

Grafikquelle  :    Bearbeitung durch User:Denis_Apel – Lizenz “Creative Commons“ „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen“

Urheber Unbekanntwikidata:Q4233718

Abgelegt unter Feuilleton, International, Medien | Keine Kommentare »

DL – Tagesticker 02.09.19

Erstellt von DL-Redaktion am 2. September 2019

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

********************************************************

Gewohnte-Rechte bringt immer nur das Schlechte ! Nein, wir berichten heute nicht über das Wetter ! Politik muss gleich Wechselhaft werden. Diese sich selbst als PolitierInnen ausgebenden Narren dürften sich nicht darauf verlassen können den Abend des Tages noch im Amt zu erleben. Menschen verarschen zu können ist ein hohes Gut, welches Clowns glaubhaft vorleben. Rente und Löhne dürften nicht höher liegen, als bei den einfachsten SchichtarbeiterInnen. Im Kanzleramt reicht ein gut dressierter Hund allemal aus. Wenn dieser gut gestreichelt und gefüttert wird beißt er auch nicht !

Landtagswahlen im Osten

1.) Gewohnheits-Rechte

Die Wahlerfolge der AfD – eine Zäsur für unser Land? Nein, die Zäsur liegt längst hinter uns: Der Triumph der Rechten wird im Osten zur Normalität. Ein Rezept dagegen haben die anderen noch immer nicht. Aus dem Stand fast 21 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern 2016, zweitstärkste Kraft. In Sachsen-Anhalt 2016 von null auf fast 25 Prozent, knapp hinter der CDU. Einzug in den Bundestag als stärkste Oppositionspartei 2017. Stärkste Kraft in Sachsen bei der Bundestagswahl. Und noch einmal bei der Europawahl im Mai dieses Jahres.

Spiergel-online

********************************************************

Nur die Parteigenossen Innen aus den hintersten Reihen müssen die gerösteten Kastanien mit bloßen Händen vom Rost holden. So wird dann Nachträglich der H..G. Maaßen zum Maß aller CDU Werteorientierten ?

 CDU nach Ost-Wahlen

2.) Kretschmers Sieg für Kramp-Karrenbauer und die große Koalition

Mit seinem Wahlsieg über die AfD steigt Michael Kretschmer zum wohl wichtigsten CDU-Regierungschef auf – und rettet die Bundesvorsitzende vor der nächsten Personaldebatte. Doch auch mit Blick auf die erzkonservative Werte-Union braucht ihn Kramp-Karrenbauer.  Ein wichtiger Ministerpräsident war Michael Kretschmer (CDU) schon seit dem 13. Dezember 2017. Da hatte er das Amt des sächsischen Regierungschefs angetreten. Er war für viele ein Unbekannter, selbst im eigenen Bundesland. Das hat er völlig geändert: Nach der Landtagswahl, bei der die CDU trotz hoher Verluste deutlich stärkste Kraft vor der AfD geworden ist, wird er wahrscheinlich von einem wichtigen Ministerpräsidenten zu einem sehr wichtigen. In der CDU zum womöglich wichtigsten.

Welt

********************************************************

Das was idiotische Politiker Innen  so eingerichtet haben, wird der Gesellschaft nun wie ein Mühlstein an den Hals gehangen ! Der Staatsfunk mit seinen Zwangsbeiträgen! Hat die DDR unter Frau? Merkel ihre glorreiche Auferstehung schon gefeiert ?

Wahlen im TV

3.) Moderatorin empört mit Live-Interviews zur AfD – und löst Zoff in der ARD aus

Diesen Arbeitstag wird MDR-Moderatorin Wiebke Binder so schnell nicht vergessen. Mit ihren Interview mit und über die AfD erzeugte sie jede Menge Aufsehen. Ein ARD-Kollege distanzierte sich sogar öffentlich. Wenn die ARD Manöverkritik zum Wahlsonntag abhält, dürfte der Auftritt der MDR-Moderatorin Wiebke Binder zu den großen Diskussionsthemen gehören. Die TV-Frau des Mitteldeutschen Rundfunks eckte mit gleich zwei Interviews zum Thema AfD derart an, dass sich ein ARD-Kollege sogar öffentlich distanzierte.

Stern

********************************************************

Sprechen und schreiben wir nicht immer von der politischen Bildung ? Der Umgang mit Giftschlangen müsste an und für sich  Ausbildungsfach in den Parteien werden ! Nirgendwo wird mehr Gift verspritzt als in der Politik.

Gift-Kobra in Herne gefangen:

4.) Dramatisches Video – Finder spricht von „Schock“

In Herne (NRW) ist eine giftige Kobra entwischt. Die Polizei ließ daraufhin Häuser evakuieren. Die entwischte Schlange ist nun geschnappt worden. Ein Video zeigt den Moment. Eine extrem giftige Kobra war aus einer Wohnung in Herne (NRW) ausgebüxt. Anwohner mussten ihre Häuser am Sonntag (25. August 2019) verlassen. Der Halter ist sich weiter keiner Schuld bewusst – in seiner Wohnung wurden weitere Exemplare gefunden. Eine Woche nach ihrem Verschwinden wurde die Schlange am Freitag entdeckt und eingefangen.

FR

********************************************************

Warum ist das eine Sensation ? Wer in seinen Leben noch keine Beine auf diese Erde gestellt hat, versucht dieses mit einen Panda ! Haben uns die Japaner doch vor einigen Wochen noch vorgemacht.

Erster Nachwuchs bundesweit

5.) Panda-Dame Meng Meng bringt Zwillinge zur Welt!

Es ist die Zoo-Sensation des Jahres! Panda-Weibchen Meng Meng (6) aus dem Zoo Berlin hat gleich doppelten Nachwuchs bekommen. Es ist der erste Panda-Nachwuchs in Deutschland überhaupt. Die Geschlechter sind noch unklar. Wie der Zoo mitteilte, kam das erste Jungtier am Samstagabend um 18.54 Uhr zur Welt. Das zweite folgte eine Stunde später.

BZ

********************************************************

Was Einer ihr Panda, reicht einem Anderen als Maus ! Ist das Feuer nicht schon lange aus?

Entscheidende Woche zum Brexit :

6.)   Showdown in Westminster

Im Parlament von Westminster bahnt sich in der neuen Woche ein Machtkampf zwischen dem von der Queen ernannten Premierminister Boris Johnson und der Mehrheit der Abgeordneten an, die gegen einen ungeregelten Brexit ist. Die Oppositionsparteien und moderate Konservative wollen per Eilgesetz verhindern, dass das Vereinigte Königreich am 31. Oktober die Europäische Union auch ohne Einigung über ein Rückzugsabkommen verlassen muss. Johnson wiederum will „alle notwendigen Mittel“ nutzen, um die EU-Mitgliedschaft des Landes zu diesem Termin zu beenden.

FAZ

********************************************************

Neue Zeitform Futur III eingeführt.

7.) Um Gespräche über Flughafen BER zu ermöglichen

 „Ich werde nächstes Jahr im Sommer nach Mallorca in den Urlaub geflogen wären gewesen“: Dieser zunächst ungewöhnlich klingende Satz wird schon bald grammatikalisch völlig korrekt sein, denn Sprachwissenschaftler planen die Einführung der neuen Zeitform Futur III. Sie soll ausschließlich dazu dienen, Gespräche über den geplanten Berliner Flughafen zu ermöglichen, dessen Fertigstellungstermin immer wieder verschoben wird.

Postillon

********************************************************

Hinweise und Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

——————————————————————————————————————

Grafikquellen      :     DL / privat – Wikimedia  Commons – cc-by-sa-3-0

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »