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RENTENANGST

Archiv für August 26th, 2019

Der lange kalte Krieg

Erstellt von DL-Redaktion am 26. August 2019

„Ossis“ und „Wessis“

File:Bundesarchiv Bild 183-1990-1003-400, Berlin, deutsche Vereinigung, vor dem Reichstag.jpg

Von Uta Karstein und Thomas Schmidt-Lux

„Ossis“ und „Wessis“ sind zu einem großen Teil soziale Imaginationen.Faktisch existierende Uneindeutigkeiten werden so in der Debatte überdeckt.

an wird sie irgendwie nicht los: die Debatte über den Osten. Nach zwischenzeitlichem Abflauen hat sie angesichts der anstehenden Wahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen wieder Hochkonjunktur. Jüngst attestierte Gunnar Hinck ihr an dieser Stelle den Charakter eines „geschlossenen Kreislaufs“, der immer weiterlaufe, um seine Existenz zu rechtfertigen, weil schlicht zu viele von der Ost-West-Dichotomie profitieren.

Schaut man hinter die Dichotomie, geht es oft um Relevantes: Chancenungleichheit, Einkommensunterschiede, Fragen nach Ursachen von und den Umgang mit Rechtsradikalität oder die möglicherweise erodierende Akzeptanz der Demokratie. All das gerät jedoch schnell aus dem Blick wenn es mal wieder um „Ossis“ und „Wessis“ und die Frage geht, ob und wie sie sich voneinander unterscheiden und wer woran gerade schuld sei.

Soziologisch betrachtet werden „Ossis“ und „Wessis“ dabei nach wie vor als etwas behandelt, was Benedict Anderson als Imagined Communities bezeichnete. Mit diesem Konzept wies Anderson darauf hin, dass jede Rede von einem Kollektiv als Akteur („die Deutschen“; „wir Franzosen“) zu einem Gutteil eine soziale Imagination darstellt. Die Idee von den Ostdeutschen als einem „Volk“, wie sie jüngst Jana Hensel vorgebracht hat, rekurriere daher nicht einfach auf eine natürlich vorhandene Formation, sondern produziere und reproduziere die Vorstellung davon permanent neu und lasse sie zu einer Realität werden, so Anderson. Faktisch existierende Uneindeutigkeiten – historische wie aktuelle – werden überdeckt.

Derart simplifizierend wird nicht mehr nur unter denjenigen diskutiert, die den Großteil ihres Lebens im geteilten Deutschland verbracht haben. Was sich in familienbiografischen Forschungen schon vor Jahren andeutete, ist offenbar eingetreten: Die Ost/West-Unterscheidung hat den Sprung in die Generation jener geschafft, die zur Wende jugendlich oder jünger waren. Diese jungen Ostdeutschen verhandeln dabei eigene Anliegen, machen sich aber darüber hinaus auch zum Anwalt ihrer (Groß-)Eltern und deren Schicksal. Was dabei herauskommt, ähnelt oft der Identitätspolitik, wie sie auch anderswo betrieben wird.

Jedem sein Zeichen – links fehlt die Banane !

Das erste gravierende Problem: Beobachtbare Unterschiede werden hoffnungslos vereinfacht. Natürlich gibt es Unterschiede, etwa was die Verteilung von Besitz oder gesellschaftlichen Positionen angeht. Natürlich wurde die kulturelle Wirkung dieser vierzig Jahre unterschätzt. Solche Unterschiede werden nun aber zu Identitäten aufgeblasen – auf beiden Seiten. Für die einen ist „der Osten“ schlichtweg rechts und demokratieunfähig, die anderen behaupten seine systematische Marginalisierung und fordern eine Ost-Quote.Welchen Unterschied würde es aber tatsächlich machen, wenn zwanzig Prozent in den Chefetagen aus dem Osten kämen? Ergäbe das per se bessere Unternehmen, Universitäten, Krankenhäuser oder Landesregierungen? Und bis wann müsste jemand im Osten gelebt haben, um die Herkunft geltend machen zu können? Erlischt die Ostherkunft nach Studium und Promotion in Frankfurt am Main?

Quelle        :       TAZ            >>>>>       weiterlesen

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Grafikquellen         :

Oben        —      Berlin, deutsche Vereinigung, vor dem Reichstag Info non-talk.svg

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Riegelsberger lechts-rinks

Erstellt von DL-Redaktion am 26. August 2019

Wer kann mit wem in Riegelsberg?

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Von Marco Reuther

Was ist Politik? Dass sie eine Gemengelage aus vielen Gesichtspunkten und auch persönlichen Befindlichkeiten sein kann, zeigt gerade das Beispiel Riegelsberg. Dort sorgen die Beigeordneten-Wahl, eine Linke-„Abweichlerin“ und ungewöhnliche Partner für politisches Zähnefletschen.

In Riegelsberg ist der wechselseitige Ärger in den Ratsfraktionen noch nicht so ganz verraucht. Vor der konstituierenden Gemeinderatssitzung hatten CDU und Linke vereinbart, sich mit ihren gemeinsamen Stimmen die Ehrenämter der Beigeordneten zu teilen. Was aber wiederum die für die Linke neu in den Rat eingezogene Petra Brück nicht unterstützen wollte, so dass sie wieder aus der dreiköpfigen Fraktion der Linken austrat – dennoch konnten CDU und Linke ihre Kandidaten durchbringen (wir berichteten).

Erster Beigeordneter ist nun Benjamin Schmidt (CDU), mit 17 Ja-, einer Nein-Stimme und 14 Enthaltungen gewählt. Zweiter Beigeordneter ist der Linken-Fraktionsvorsitzende Ludwig Dryander. Er gewann die geheime Wahl mit 17 zu 14 und einer ungültigen Stimme. Die Sitzverteilung im Riegelsberger Gemeinderat: CDU 13, SPD 10, Bündnis 90/Die Grünen 4, Die Linke 3, AFD 2, FDP 1. In der Sitzung fehlte die FDP-Vertreterin wegen Urlaubs.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Schmidt spricht nun davon, dass sich CDU und Linke die Beigeordneten-Ämter „geschnappt“ hätten, obwohl Ludwig Dryander zuvor kein Interesse an dem Amt gezeigt habe. Offenbar wolle die CDU lieber mit zwei „schwachen Linken“ zusammenarbeiten als mit der SPD. Man müsse nun schauen, wo man Mehrheiten herbekommt. Er hoffe, dass von CDU und Linken keine Blockaden kommen.

Es gibt sicher viele Linke deren Hände gerne in Taschen der Rechten enden ! Oder Umgekehrt

Dazu muss man auch wissen, dass das wechselseitige Verhältnis zwischen Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) und der bisherigen Linken-Fraktionsvorsitzenden Birgit Huonker, ehemalige Landtagsabgeordnete und hauptberuflich Referentin der Linken-Landtagsfraktion, bestenfalls unterkühlt war. Birgit Huonker war in der ersten Runde der Bürgermeisterwahl – angetreten als unabhängige Kandidatin – knapp auf Rang drei verwiesen worden und hatte, wie im Wahlkampf angekündigt, nicht mehr für den Gemeinderat kandidiert. Vor der Stichwahl sprach sie sich für den CDU-Kandidaten Benjamin Schmidt aus. Im Hintergrund ist sie weiterhin aktiv und ihr Mann Joachim Schild-Schröder ist für die Linken neu in den Gemeinderat eingezogen, wo er nun neben Dryander das zweite verbleibende Fraktionsmitglied der Linken ist.

Quelle     :         Saarbrücker-Zeitung         >>>>>          weiterlesen 

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Grafikquellen        :

Oben       —        Neujahrsempfang DIE LINKE. Birgit Huonker und Oskar Lafontaine

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Unten      —        Rechte Tasche – linke Tasche – übrig blieb die leere Flasche /  Screenshot  YOUTUBE

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Zur Gewalt von Rechts

Erstellt von DL-Redaktion am 26. August 2019

Liste der von Rechten getötete Menschen (1990 bis 2018) – chronologisch und nach Bun­deslän­dern ge­ordnet

Quelle         :         Scharf  —  Links

Von Harry Waibel

„Die Ermordeten sollen noch um das einzige betrogen werden, was unsere Ohn­macht ihnen schen­ken kann, das Gedächtnis.“[1]

Um diesen möglichen Betrug zu verhindern, habe ich mich auch speziell mit den von Rechten getö­teten Menschen befasst, die weder in offiziellen noch in inoffizielle Aufstellungen erschei­nen.  Am Beispiel der Fälle im Land Thüringen lässt sich die gegenwärtige Situation des Ge­denkens gut able­sen, wo seit 1990 zwölf politisch motivierte Morde von Rechten und zwei unaufgeklärte stattgefun­den haben. Die staatlichen Stellen anerkennen jedoch nur eine Tötung als politisch motivierte Tat eines Rechten an. Die Beratungsstelle für Betroffene rechter, ras­sis­tischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen (ezra), hat sieben weitere Tötungen ermittelt und fordert deshalb wissenschaftliche Überprüfungen.[2]

Im Bundesland Berlin ist die offizielle Anerkennung in einer grotesken Schieflage, da für die Zeit von 1990 bis 2018 staatliche Stellen nur neun von Rechten getötete Menschen anerkennen. Nach meinen Recherchen gab es in Berlin jedoch in diesem o. g. Zeitraum 28 Tötungen durch Rechte und eine Tötung ist nicht aufgeklärt.

Die Tageszeitungen Frankfurter Rundschau und Der Tagespiegel veröffentlichten am 14. Sep­tem­ber 2000 eine Chro­nik mit 93 Todesopfern, die aus rassistischen Motiven heraus geschahen. Die Schröder-Fischer-Regie­rung anerkannte nur 24 Tote, die aus politischen Gründen getötet worden wa­ren. Am 16. September 2010 schrieb Der Ta­gesspiegel, zusammen mit der Wochen­zeitung Die Zeit, diese Chronik fort und sie ka­men dabei nun auf 150 politische Todesfälle, die rechten Tätern zuzu­schreiben sind. Für den Zeitraum von 1990 bis 2010 do­kumentiert eine Wanderausstellung des Ver­eins Opferperspektive und der Fried­rich-Ebert-Stiftung (FES) 156 Todes­fälle. Die Antonio-Amadeu-Stiftung geht davon aus, dass in diesem Zeitraum 193 Men­schen von Rechten getötet wur­den. Das vom Bundesministerium des Innern (BMdI) ge­führte Bundeskri­minalamt (BKA) bewertete im Juni 2018 nur 83 Todesfälle durch rechte Täter.[3]

Nach meinen Recherchen sind 378 Kinder, Frauen und Männer von Oktober 1990 bis 2018 von Rech­ten getö­tet worden. Diese 378 Tötungen werden in der Weise bewertet, dass sich die po­li­ti­sche Dimension aus den politischen Implikationen des Täters oder der Täter ergibt. Das Kri­te­rium ob die Täter aus politischen, also rassistischen bzw. sozialdarwinistischen Motive heraus getötet haben, sind die Hinweise, die auf ihre politische, rechte Gesinnung zeigen. Dabei ist es uner­heblich, ob sie einer rechten Gruppe angehören oder nicht, zumal auch unter dem Aspekt, dass die neo-nationalsozialisti­sche Rechte durch die Direktiven des Neonazinetzwerks „Blood and Honour“ bzw. durch ihre rechts­terroristische Gruppe „Combat 18“, seit den Verboten meh­rere Neonnazi-Organisationen (FAB, NF, DA, NO) in den 1990er Jahren, zu offenen und un­tergrün­digen operierenden, rechtlich nichtrechtsfä­higen Grup­pen aufgerufen hat. Von daher ergibt sich für mich die politische Einstellung der Täter und die Wahl ihrer Opfer als die ent­scheidenden Kriterien für die Bestimmung einer Tat als politische Tat.

Von 1989 bis 2018 wurden 291 Wohnungslose von wohnungslosen Tätern und im glei­chen Zeitraum 237 Wohnungslose durch nicht-wohnungslose Täter getö­tet.[4] Dabei wird der neona­zistische bzw. sozialdarwinistische Hin­ter­grund von den Sicherheitsbehörden in den meisten Fällen geleugnet, be­sonders dann, wenn den Tä­tern keine Mitgliedschaft in einer rechtsextre­men Or­ganisationsstruktur nachgewiesen werden kann.

Bei meinen Recherchen wurden 83 Menschen durch Rechte getötet. Diese Opfer befanden sich am äußeren Rand der deutschen Gesellschaft, d. h. es geht hier um Wohnungs- und Arbeitslose, um Be­hinderte und Kranke usw., die aus sozialdarwinistischen Motiven als Opfer ausgesucht wurden.

Insgesamt befinden sich unter den Getöteten 116 Ausländer (Europäer, Afrikaner, Asiaten und Ame­rikaner) und 105 Kinder und Jugendliche (bis 25 Jahre).  Unter den restlichen Getöteten sind 74 Per­sonen mit ungeklärter Nationalität, fünf Antifaschisten/Innen, drei Roma, fünf Ho­mosexuelle, zwei Lesben und drei Juden.

Die nachfolgend aufgeführte Dokumentation mit den von mir recher­chierten Todes­fäl­len, die durch Täter mit rechten Tatmotiven begangen wurden, enthält An­gaben mit Vor- und Nachna­men, Alter, Ort und Umstände des Todes und Angaben zu den Tätern, soweit sie vorliegen, die chronologisch und nach Bundesländern geordnet sind:

Baden-Württemberg

In Ludwigsburg wurde am 21. Oktober 1990 Eberhard Arnold (23 Jahre) aus Neu-Ulm, er war An­hänger des Basketballclubs SSV Ulm, auf dem Bahnhof von Skinheads mit einem Brandsatz vor eine S-Bahn getrieben, wo er verstarb. Drei der Täter wurden wegen „gemeinschaftlichen Totschlags“ angeklagt.[5]

In Friedrichshafen (Bodenseekreis) wurde am 16. Juni 1991 der Angolaner Agostinho Comboio (34 Jahre) vom Rassisten Mario R. (19 Jahre) verprügelt und erstochen. Das Landgericht Ravensburg verurteilte den Tä­ter wegen Tot­schlags zu fünf Jahren Haft.[6]

In Kemnat-Ostfildern (Landkreis Esslingen) wurde am 8. Juli 1992 der Kosovare Sadri Berisha (56 Jahre) bei einem Überfall auf seine Unterkunft von sieben Rassisten verprügelt und mit einem Base­ball-Schläger ge­tötet. Das Ziel der An­greifer war „Polacken klatschen“, was einem Synonym ent­spricht, mit dem Osteuropäer gemeint sind. Ein Haupttäter erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe und sechs andere Skinheads wurden zu Freiheits­strafen zwischen sechs Monaten auf Bewährung und neun Jahren verurteilt.[7]

In Freiburg i. Brsg. wurde am 22. Januar 1993 die Antifaschistin Kerstin Winter durch eine Paket­bombe getötet, die ein Neonazi vor ihrer Wohnungseingangstüre abgelegt hatte.[8]

In Heppenheim (Kreis Bergstraße) wurden am 26. Mai 1993 durch einen Brand in einem Flüchtlings­heim drei Kinder getötet. Eine politische Dimension der Tat wurde negiert.[9]

In Stuttgart wurde am 16. März 1994 auf ein Wohnhaus in der Geißstraße durch ei­nen Rassisten (25 Jahre) aus Esslingen ein Brandanschlag verübt, bei dem sie­ben Menschen getötet und 16 Menschen wurden verletzt. Es war eine Deutsche (24 Jahre) und ihre Toch­ter (2 Jahre), eine Türkin (27 Jahre) und ihre Tochter (vier Jahre) sowie ein Ehe­paar (sie 55 und er 60 Jahre) aus Kroatien. Das siebte Opfer, eine Jugoslawin (57 Jahre), konnte nicht identi­fiziert werden. 16 Men­schen wurden zum Teil schwer verletzt. Der Täter war ein Deutscher (25 Jahre), er wurde festge­nommen und gab an, aus „Ausländerhass“ gehandelt zu haben. Ihm wur­den insge­samt 17 Brand­anschläge zur Last gelegt, je­doch wurde eine po­litische Dimension der Tat negiert, da der Täter ohne organisatorischen Zusam­menhang gewesen wäre.[10]

In Zell (Landkreis Lörrach) wurde am 4. Januar 1995 ein Wohnheim für Auslän­der in Brand gesetzt und dabei starben zwei kosovar-albanische Mädchen (2 bis 4 Jahre). Die Mutter wurde mit einem Schock und mit Brandverletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden. Eine poli­tische Dimension wurde ne­giert.[11]

In Ulm wurde am 29. August 1995 ein Wohnhaus mit Brandsätzen ange­griffen und dabei wur­den zwei Männer, aus dem Tschad und aus Ghana, getö­tet.[12]

In Karlsruhe wurden am 15. Oktober 1995 in der Markgrafenstraße bei ei­nem Brand in einem von türkischen Familien bewohnten Haus, zwei Männer und eine Frau ge­tötet.[13]

In Friedrichshafen wurde am 4. Juni 1996 bei einem Brandanschlag auf ein Wohn­heim für Auslän­der der Kurde Bektas Heval (26 Jahre) getötet. Insgesamt wur­den 53 Menschen verletzt. Eine politi­sche Dimension der Tat wurde ne­giert.[14]

In Eppingen am Bahnhof (Landkreis Heilbronn) wurde am 19. Juli 1996 der Elektriker Werner Weickum (44 Jahre) von Neonazis aus­ge­raubt und mit Fuß­tritten getötet. Die Täter waren seit längerem als Gewalttäter be­kannt. Das Land­gericht Heilbronn verurteilte im Juli 1997 zwei Neonazis (23 Jahre) zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Acht weitere Neonazis (16 bis 21 Jahre) erhielten Jugendstrafen bis zu achteinhalb Jahren, wegen Mordes, Beihilfe zum Mord und wegen unterlassener Hilfeleis­tung.[15]

In Bräunlingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) wurde am 9. September 2001 der Russland-Deut­sche Arthur Lampel (18 Jahre) von Patrick S., ein Skinhead, mit einem Bierglas an­gegriffen. Ein Splitter drang in seine Hals­schlagader, woraufhin er ver­blu­tete. Das Landgericht Konstanz verurteilte am 18. September 2002 den mehr­fach vorbestraften Patrick S. zu drei Jahren und neun Monaten Freiheits­entzug. Eine politische Dimension wurde negiert.[16]

In Heidenheim (Landkreis Heidenheim) wurde am 19. Dezember 2003 die Russ­land-Deut­schen Vik­tor Filimonov (15 Jahre), Waldemar Ickert (16 Jahre) und Aleksander Schleicher (17 Jahre) vor der Diskothek K2 vom Skinhead Leon­hard Schmidt (17 Jahre) getötet. Das Landgericht Ellwan­gen ver­urteilte im Juli 2004 den Täter wegen Todschlags zu einer Jugendstrafe von neun Jahren Frei­heits­entzug. Eine po­liti­sche Dimension der Tat wurde negiert.[17]

In Stuttgart wurde im Januar 2005 ein obdachloser und behinderter Mann von zwei Rassis­ten (16 Jahre) mit Tritten an den Kopf zu Tode getreten. Die Täter trafen ihr Opfer in der Straßen­bahn. An der Endhaltestelle stießen sie ihn mit ei­nem Tritt zu Boden und traten dann abwech­selnd mehrmals heftig gegen seinen Kopf. „So wie man Fußball spielen würde“, sagt später der Richter. Die beiden gestehen, können aber kein Motiv angeben.[18]

In Bad Buchau (Landkreis Biberach) wurde am 26. No­vem­ber 2005 Tim Maier (20 Jahre) von Achim M. (24 Jahre), ehemals Mitglied der NPD, mit einem Mes­ser getö­tet. 2006 wurde der Täter wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Die politische Di­mension der Tat wird negiert.[19]

In Heilbronn wurde am 25. April 2007 die Polizistin Michèle Kiesewetter (22 Jahre) von der Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) getötet. Über das Tat­motiv wird gemut­maßt.[20]

Ungeklärte Fälle in Baden-Württemberg

In Laichingen (Alb-Donau-Kreis) wurde am 4. Oktober 2011 der Blumenhändler Mühittin L. (44 Jahre) aus Mersingen bei Neu-Ulm mit sieben Schüssen getötet. Nach zwei Jah­ren Ermitt­lungen wurde dieser Fall ungelöst zu den Akten gelegt. Eine politische Dimension der Tat wurde negiert.[21]

Bayern

In Kempten (Allgäu) wurde am 17. November 1990 ein von Türken bewohntes Haus von Ras­sisten mit Brandsätzen angegriffen und ein Bewohner starb dadurch.[22]

In München wurde am 29. September 1991 ein Rumäne von 10 Neona­zis über­fallen und so brutal miss­handelt, dass er am 10. Dezember 1991 verstarb.[23]

In Augsburg wurde am 5. Januar 1992 ein Nigerianer vor einer Disko­thek getö­tet.[24]

In Coburg wurde am 20. Mai 1993 bei einem Brandanschlag auf ein Wohn­haus ein Mensch getö­tet und vier Menschen wurden verletzt. In dem Haus lebten zwei türkische Familien.[25]

In Amberg wurde am 7. September 1995 der homosexuelle Busfahrer Klaus-Pe­ter Beer (48 Jahre) von zwei Skinheads (19 und 22 Jahre) zusammen­geschlagen und da­nach in den nahe gelegen Fluss Vils geworfen, wo er ertrank. Die Täter erhielten Freiheitsstrafen von 12 und acht Jahren.[26]

In Kolbermoor (Landkreis Rosenheim) wurde am 15. August 1999 der Mosambi­kaner Carlos Fernando (35 Jahre) von Roman G. (31 Jahre), durch massive Schläge schwer verletzt und ver­starb am 30. September 1999 in ei­ner Klinik in Bad Aibling an seinen schweren Kopfver­let­zungen. Der Täter wurde verhaftet und sagte aus, Fernando habe ihn gereizt, weil er ein „Neger“ war. Das Land­ge­richt Traunstein verurteilte den Täter am 16. Mai 2000 wegen Körperverlet­zung mit Todesfolge zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren Freiheitsentzug. Das Ge­richt sah Auslän­derfeindlichkeit nicht als zentrales Motiv an – eine politische Di­mension der Tat wurde negiert.[27]

In Bad Reichenhall (Landkreis Bertchesgadener Land) wurde am 1. November 1999 Daniela Peyerl (18 Jahre), Karl-Heinz Lietz (54 Jahre), Ruth Zillenbiller (59 Jahre) und Horst Zil­lenbil­ler (60 Jahre) bei einem Amoklauf von Martin Peyerl (16 Jahre) er­schossen. Der Attentäter tötete sich am 1. No­vember und bei der Durchsuchung der elterlichen Wohnung wurden ein Hakenkreuz an der Wand überm Bett, Wehr­machtssymbole und entsprechende Musik-CDs ge­fun­den. Die Staatsanwalt­schaft Traunstein negierte eine politische Dimension der Taten.[28]

In Nürnberg wurde am 9. September 2000 der Türke Enver Simsek (38 Jahre) von Mitgliedern der ras­sistischen Gruppe „Nationalsozialistischer Unter­grund“ (NSU) angeschossen und ver­starb zwei Tage später im Krankenhaus.[29]

In Nürnberg-Steinbühl wurde am 13. Juni 2001 der Türke Abdurrahim Özüdo?ru (49 Jahre) mit drei Kopfschüssen von der rassistischen Gruppe „Na­tional­so­zialisti­scher Untergrund“ (NSU) getö­tet.[30]

In München-Ramersdorf wurde am 29. August 2001 der türkische Ge­müsehänd­ler Habil Kiliç (38 Jahre) von der Gruppe „Nationalsozialistischer Un­ter­grund“ mit Kopf­schüssen getötet.[31]

In Altdorf (Landkreis Nürnberger Land) wurde am 27. November 2002 der obdachlose Pole Zygmunt R. (53 Jahre) von vier Rassisten bei lebendigem Leib verbrannt und verstarb acht Tage später an den Verletzungen. Das Landgericht Nürnberg-Fürth verurteilte den Hauptange­klagten Hermann L. zu ei­ner lebenslangen Freiheitsstrafe und seine Komplizin Jana erhielt eine Freiheitsstrafe von sieben Jah­ren. Karsten Sch. erhielt wegen unterlassener Hilfeleistung ein Jahr Freiheitsstrafe. Roman (48 Jahre) wurde freigesprochen.[32]

In Nürnberg wurde am 9. Juni 2005 der Türke ?smail Ya?ar (50 Jahre) von Mit­gliedern der Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) mit fünf Schüs­sen getötet.[33]

In München-Westend wurde am 15. Juni 2005 der Grieche Theodorus Boulgarides (41 Jahre) von der Gruppe „Nationalsozialistischer Unter­grund“ (NSU) durch Schüsse getötet.[34]

In Plattling (Landkreis Deggendorf) wurde am 6. Mai 2006 der obdachlose Deutsch-Pole An­dreas Pi­etrzak (41 Jahre) von einem Rassisten (19 Jahre) ge­tötet. Er schlug mit einem Holz­pflock auf das Opfer ein und trat gegen den Kopf des Wehrlosen. An­schlie­ßend beraubte er ihn, übergoss ihn mit Spiritus und ver­brannte ihn. Das Landge­richt Deggendorf ver­urteilte den Täter im Mai 2007 we­gen Raubmord zu neun Jahren Frei­heitsstrafe. Eine rassistische Dimension der Tat wird ne­giert.[35]

In Memmingen wurde am 26. April 2008 Peter Siebert (40 Jahre) von Alexander B. (21 Jahre), ein neonazistischer Nachbar, mit einem Bajonett getötet. Das Opfer hatte sich über laute Nazi-Musik beschwert. Das Landgericht Mem­mingen verur­teilte im Dezember 2008 den Täter le­diglich wegen Totschlags zu acht Jahren und drei Monaten Freiheitsentzug. Eine politische Di­mension der Tat wird negiert.[36]

In Kaufbeuren wurden am 17. Juli 2013 drei Spätaussiedler von mindestens sie­ben Männern (22 bis 53 Jahren) rassistisch beleidigt und physisch angegriffen. Bei den sich entwickelnden Gewalttätig­keiten wurde Konstantin M. (34 Jahre) von einem Mann (36 Jahre) aus Thüringen niedergeschlagen und verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus. Das Landgericht Kempten verurteilte den Neonazi Falk H. zu elf Jahren Freiheitsentzug und die Einweisung in eine Ent­zugseinrich­tung. Das Verfahren gegen den ebenfalls verdächtigten Neffen Markus V. (22 Jahre) wurde eingestellt. Die Richter konn­ten keine Rechtsradikalität bei der Tat erkennen.[37]

Bei einem Amoklauf in München am 22. Juli 2016 erschoss der neonazistische Schü­ler Ali David S. (18 Jahre) am und im Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen: Dijamant Zabergia (20 Jahre), Armela Sehashi (14 Jahre), Sabina Sulaj (14 Jahre), Giuliano Josef Kollmann (19 Jahre), Sevda Dag (45 Jahre), Chousein Daitzik (17 Jahre), Can Leyla (15 Jahre), Janos Roberto Rafael (15 Jahre) und Selcuk Kilic (15 Jahre). Danach tötete sich Amokläufer selbst.[38]

Bei einer Durchsuchungsaktion am 20. Oktober 2016 in Georgensgmünd (Land­kreis Roth) wurde der Polizist Daniel Ernst (32 Jahre) von einem neonazisti­schen „Reichsbürger“ (49 Jahre) erschossen.[39]

Ungeklärte Fälle in Bayern

In Sengental-Reichertshofen (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) starben am 24. Dezember 1994 durch einen Brand in einem Wohnhaus ein Türke (38 Jahre) und sein Sohn (5 Jahre). Die Ehefrau (34 Jahre) und drei weitere Kinder überlebten leicht verletzt. Die Brandursache ist nicht aufgeklärt.[40]

In Gersthofen (Landkreis Augsburg) wurden im Dezember 2016 Beate N. (49 Jahre) und Elke W. (50 Jahre), lesbisches Paar, von Waldemar N., Sohn einer Nachbarin, brutal mit mehreren Messer­stichen niedergemetzelt. In seiner Freizeit soll sich der Täter mit Ideen der „Reichsbür­ger“ beschäftigt ha­ben.[41]

Berlin

In Berlin wurde am 7. Januar 1990 der pakistanische Doktorand Mahmud Azhar (40 Jahre) wurde von einem DDR-Bürger auf dem Gelände der Freien Universi­tät Berlin ras­sistisch be­schimpft und geschlagen. Als er telefonisch Hilfe rufen wollte, schlug ihn der Angreifer mit einem Feuerlöscherrohr auf den Kopf. Am 6. März 1990 erlag er seinen Verletzungen. Das Landgericht Berlin verurteilte den Schrei­ner Thomas F. (26 Jahre) zu einer Haftstrafe von ei­nem Jahr, die auf Bewäh­rung ausgesetzt wurde. Ein rassistisches Motiv sah das Gericht nicht.[42]

In Berlin-Lichtenberg wurde am 11. De­zem­ber 1990 Klaus-Dieter Reichert (24 Jahre) in sei­ner Woh­nung von drei Skinheads überfallen. In Panik sprang er aus dem Fenster, fiel zehn Stock­werke in die Tiefe und verstarb. Das Landge­richt Berlin verurteilte zwei Täter zu je vier Jahren Haft, der dritte Täter erhielt drei Jahre Haft.[43]

In Berlin-Neukölln wurde 1991 ein Jugoslawe durch einen Sprengsatz ge­tötet, den er vor einem vor­wiegend von Ausländern besuchten Freizeitheim ge­funden hatte.[44]

In Berlin-Charlottenburg wurde am 26./27. Oktober 1991 Mete Eksi (19 Jahre) von einem vor­be­straf­ten Rassisten (23 Jahre) mit einem Baseball-Schläger so schwer verletzt, dass er am 13. Novem­ber 1991nan seinen Verletzungen verstarb. Das Kriminalge­richt negierte 1994 bei der Verhandlung eine rassistische Dimen­sion der Tat.[45]

In Berlin-Marzahn wurde am 24. April 1992 Nguyen Van Tu (29 Jahre) aus Vietnam auf offe­ner Straße vor einem Einkaufszentrum vom Neonazi Mike Lillge (21 Jahre) mit einem Messer er­stochen. Um­stehende Passanten sahen tatenlos zu. Der Täter gab an, dass er sich der neonazis­tischen „Deut­schen Volksunion“ zuge­hörig fühlte. Das Landgericht Berlin verurteilte den Täter am 8. Oktober 1992 we­gen Körperverletzung mit Todesfolge zu viereinhalb Jahren Haft. Das Gericht attes­tierte dem Ange­klagten Selbstjustiz wegen fremdenfeindlicher Ressenti­ments.[46]

In Berlin-Charlottenburg wurden am 29. August 1992 der obdachlose Günter Schwannecke (58 Jahre) und ein weiterer Obdachloser von einem Anhänger des Ku-Klux-Klans mit einem Base­ball-Schläger Aluminium zusammen­geschlagen und verstarb am 5. September 1992 an einem Schädelbruch. Die offizielle Statistik ne­giert die rassistischen Motive der Täter.[47] Vom Land­gericht Berlin wurde Nor­man Z. wegen Körperverletzung mit To­des­folge zu sechs Jahren Frei­heitsstrafe verur­teilt, ne­gierte jedoch die politischen Motive des Täters.[48]

In Berlin wurde am 29. August 1992 ein Vietnamese (29 Jahre) gequält und er­stochen.[49]

In Berlin wurde am 19. Oktober 1992 ein Peruaner (37 Jahre) von mehre­ren Ras­sisten zusam­men­ge­schlagen und erstochen.[50]

In Berlin-Friedrichshain wurde am 21. November 1992 Silvio Meier (27 Jahre) beim U-Bahn­hof Sa­ma­riter­straße von Sandro S., einem Hooligan, ersto­chen. Zwei seiner Begleiter wurden durch Mes­serstiche schwer verletzt. Die Ju­gendstrafkammer verurteilte am 2. Oktober 1993 den Täter we­gen Totschlags zu viereinhalb Jahren Gefängnis. Sven M. (18 Jahre) und Alexan­der B. (17 Jahre) erhielten Freiheitsstrafen von dreieinhalb Jahren bzw. acht Monate auf Be­wäh­rung.[51]

In Berlin-Mitte wurde am 17. Dezember 1992 der Ägypter Gamal Hegab (31 Jahre) an seinem Ar­beitsplatz in einem Imbiß erschossen. Eine politische Dimension der Tat wird negiert.[52]

In Berlin wurde am 1. Mai 1993 der Leichnam des Äthiopiers Yilma Wondwossen B. (31 Jahre) gefun­den. Es wurde gemutmaßt er könnte sich selbst getötet haben, jedoch zeigten die Ergeb­nisse der Ob­duktion in eine andere Richtung, weil große Bluter­güsse und andere Indizien auf äußere Ge­walt­anwendung schließen lassen.[53]

In Berlin-Kreuzberg wurden am 19. Juni 1993 bei einem Brandanschlag auf ein Wohnhaus in dem sich ein kurdisches Restaurant befand, eine Frau (29 Jahre) und ihr Sohn (2 Jahre) getötet. Tage zuvor wurde auf dem Gehweg am Kellereingang ein Hakenkreuz geschmiert.[54]

In Berlin-Tempelhof wurde am 20. Juni 1993 Hung Va Quang (26 Jahre) mit Kopf­schüssen auf of­fener Straße getötet.[55]

In Berlin-Kreuzberg wurde am 03. Februar 1994 Horst Scharlach (60 Jahre) in einer Grün­an­lage tot aufgefunden. Sein Leichnam wies mehrere Stichverletzungen im Brust- und Kopfbe­reich auf. Die offizielle Sta­tistik negiert die mögliche rassistische Mo­tiva­tion der Täter.[56]

In Berlin-Weißensee wurde 1994 der „Stadtstreicher“ Wolfgang O. (46 Jahre) mit ei­nem Zie­gel­stein getötet. Zwei Rassisten (15 und 16 Jahre) haben den Mord ge­stan­den. Die offizielle Statistik negiert die rassistische Motivation der Täter.[57]

In Berlin-Reinickendorf wurde am 23. Juli 1994 die Prostituierte Beate Fischer (32 Jahre) von vier Skinheads vergewaltigt, misshandelt und anschlie­ßend er­mor­det. Ihr Leichnam wurde auf dem Hin­terhof neben den Mülltonnen aufgefun­den. Das Land­gericht verhängte im April 1995 für einen Täter (21 Jahre) eine lebens­lange Freiheits­strafe und zwei andere Täter erhielten je­weils 9 und 10 Jahre Freiheits­strafe.[58]

In Berlin wurde am 26. Juli 1994 der polnische Bauarbeiter Jan W. (45 Jahre) von meh­re­ren Ras­sisten mit „Scheiß-Pollacken angegriffen, in die Spree getrieben und gewaltsam daran ge­hindert ans Ufer zurück­zuschwimmen – er er­trank. Ein weiterer Pole wurde von zwei Zivilbe­amten völlig ent­kräftet an Land geholt. Das Gericht wollte eindeutig festgestellt haben, dass hier keine politischen Motive relevant gewesen wären.[59]

In Berlin hatten am 27. August 1994 drei Rassisten (18 bis 20 Jahre) einen Ob­dachlosen (43 Jahre) mit Knüppeln und Messerstichen gequält und schließlich er­mordet. Da­nach hatte sie ih­rem Opfer Ha­kenkreuze in den Rücken geritzt. Die offizielle Sta­tistik negiert die rassistische Motivation der Tä­ter.[60]

In Berlin-Treptow wurde am 17. April 1997 der Anführer der rassistischen Ka­meradschaft Wit­ten­berg und mutmaßlicher Informant des Landesamtes für Ver­fassungsschutz (LfV) von Sach­sen-Anhalt Olaf Schmidke (26 Jahre) und Chris Danneil (31 Jahre) von zwei organisierten Neonazis aus Ber­lin, Detlef N. (33 Jahre) und Lutz Sch. (27 Jahre), erstochen. Das Landgericht Berlin verurteilte Detlef N. zu 14 Jahren und seinen Komplizen zu zweieinhalb Jahren Gefäng­nis. Eine politische Dimension der Tat wurde negiert, da nur die rechtsext­reme Zuge­hörigkeit der Täter nicht zwangsläufig zu einer politischen Klassifizie­rung der Tat führte.[61]

In Berlin-Schöneberg verübten Rechtsextremisten am 3. Dezember 1998 einen Brandanschlag auf ein Obdachlosenheim in Berlin-Schöneberg. Dabei starb ein Heimbewohner, fünf Männer und zwei Frauen erlitten Rauchvergiftungen.[62]

In Berlin-Lichtenberg wurde am 6. Oktober 1999 der Sozialhilfe-Empfänger Kurt Schneider (38 Jahre) vier Skinheads in seiner Wohnung zu Tode gequält. Das Landgericht Berlin verur­teilte im April 2000 die beiden Täter (23 Jahre) zu lebenslangen Freiheitsstrafen. Ihre beiden Komplizen, 18 und 19 Jahre alt, wur­den nach Jugendrecht zu acht bzw. achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Ge­richt verwies auf die rechte Gesinnung der Täter, erkannte jedoch kein rechts­extremes Motiv. Nach Berlins Innensenator F. Henkel handelte es sich bei der Tat nicht um ein Tötungsdelikt des Phäno­menbereiches „PMK-rechts“, da es sich lediglich um eine „Verde­ckungstat“ gehandelt habe, um den zuvor begangenen Raub zu vertu­schen. Menschen, die keine Arbeit haben und Sozialhilfe empfan­gen, gelten bei Nazis und eben auch bei Neonazis als „aso­zial“ und „minderwertig“. Der ideolo­gische Kontext der Täter darf gerade bei einer tödlichen Attacke auf diese Opfer­gruppe nicht ignoriert wer­den. In ihren sozialdarwinistischen Einstel­lungen und Taten geht es um exzessive Gewalt, auch gegen sozial schwächer gestellte Men­schen. Kurt Schneider ist ein Todesopfer rechter Gewalt und deshalb in der offi­ziellen Statistik als Opfer politischer Gewalt genannt werden.[63]

In Berlin-Pankow wurde am 24. Mai 2000 der Sozialhilfeempfänger Dieter Eich (60 Jahre) in seiner Wohnung von vier Rassisten mit einem Messerstich ins Herz getötet. Der ras­sistische Hintergrund der Tat wurde von der Polizei wochenlang verschwiegen. Das Landgericht Berlin verurteilte die Täter we­gen Mordes zu Freiheitsstrafen zwischen fünf und 13 Jahren. Die offi­zielle Statistik negierte zuerst die ras­sistischen Mo­tive der Tä­ter, da es sich hier ebenfalls um eine „Deckungstat“ ge­handelt hätte.[64]

In Berlin wurde am 5. November 2001 der Herzkranke Ingo Binsch (36 Jahre) in einer Woh­nung von drei Neonazis getreten, geschlagen und gewürgt. Er verstarb daraufhin am 6. Novem­ber 2001 an ei­nem Herzschlag. Die Staatsanwaltschaft Berlin kam hier zu dem Schluss, es habe sich nicht um Rechtsextremismus gehan­delt. Das Landgericht Berlin verurteilte die Angeklag­ten wegen Körper­verletzung mit Todesfolge zu Gefängnis zwischen dreieinhalb und sechsein­halb Jahren. Eine politi­sche Dimen­sion der Tat wurde negiert.[65]

In Berlin wurde am 6. August 2008 der Vietnamese Nguyen Tan Dung (19 Jahre) von Rassisten erstochen.[66]

In Berlin-Buckow wurde am 5. April 2012 Burak Bektas (22 Jahre) bei einem Angriff erschos­sen. Zwei Begleiter Alex. A. und Jamal A. wurden ebenfalls an­geschossen, erlitten lebensge­fährliche Ver­letzungen und konnte medizinisch im Krankenhaus gerettet werden. Bisher konnte der Täter nicht ermittelt werden.[67]

In Berlin-Neukölln wurde am 20. September 2015 der Brite Luke Holland (31 Jahre) vor der Tür einer Bar vom Neonazi Rolf Z. (63 Jahre) mit einer Schrot­flinte erschossen. Das Landge­richt Berlin verurteilte den Täter zu elf Jahren und sieben Monaten Freiheitsentzug. Eine poli­tische Dimension der Tat wird ne­giert.[68]

In Berlin wurde am 1. Februar 2016 der Deutsch-Afrikaner Jim Reeves (47 Jahre) in seinem Zimmer in einem Hostel von zwei Polen (23 und 30 Jahre) so schwer gequält, dass er an den Verletzungen verstarb. Die Täter wurden in Polen und Spanien festgenommen.[69]

In Berlin-Lichtenberg wurde am 17. September 2016 der wohnungslose Eugeniu Botnari (34 Jahre) in einer Edeka-Filiale vom Geschäftsführer André S. bei ei­nem Ladendiebstahl entdeckt. André S. führte E. Botnari in einen verschlossenen Raum des Supermarktes, verprügelte den wehrlos am Bo­den Liegenden mit über­gestreiften Quarzsandhandschuhen und stieß ihn aus der Hintertüre. Wenige Tage nach dieser Gewalt verstarb E. Botnari an einer Hirnblutung. Das Gericht verur­teilte den Täter am 27. März 2017 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren und drei Monaten Frei­heitsentzug. Eine politische Dimension der Tat wird ne­giert.[70]

Ungeklärte Fälle in Berlin

In Berlin-Lichtenberg wurde am 20. Juli 1994 in einem Wohnheim für Ausländer ein Mann, vermut­lich ein Vietnamese ermordet. Die Tat ist nicht aufgeklärt.[71]

Brandenburg

In Lübbenau im Landkreis Oberspreewald-Lausitz wurde am 7. Okto­ber 1990 der Pole Andrzej Fratczak (37 Jahre) von drei Rassisten vor einer Diskothek verprü­gelt und erstochen. Poli­zei und Staatsanwalt­schaft konnten nicht er­mitteln wer von den drei Angreifern der Mör­der war. Das Be­zirksgericht Cott­bus ver­ur­teilte die drei Deutschen zu Freiheitsstrafen zwi­schen acht Monaten und 3 drei­viertel Jahren. Ent­gegen allen bisher verbreiteten Infor­mationen war A. Fratczak damit erste To­desopfer aus ras­sis­tischen Motiven.[72]

In Eberswalde im Landkreis Barnim plünderten am 24. November 1990 ca. 50 Rassisten (Skin­heads und Heavy Metals) einen Imbiss­wa­gen ei­nes türkischen Händlers. Danach überfielen sie unter der Parole „Ne­ger aufklatschen“ vier afri­kani­sche Arbeiter aus Angola und Mosam­bik. Mit Baseball-Schlägern schlugen sie so brutal auf Amadeu Antonio Kiowa (28 Jahre) aus An­gola ein, dass er am 6. Dezember 1990 verstarb. Im September 1992 verur­teilte das Be­zirksge­richt Frank­furt/O. vier der fünf Angeklagten zu Freiheitsstra­fen zwi­schen dreieinhalb und vier Jahren. Ein Ras­sist wurde zu zwei Jahren Frei­heits­strafe auf Bewährung verurteilt. Beim zwei­ten Prozess im Mai 1993 wurde ein Ras­sist (22 Jahre) zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Im No­vember er­hielt er Haftur­laub, aus dem er nicht in die Jugendstrafanstalt Schwarze Pumpe zurückge­kehrt war. Anfang Dezem­ber wurde er in Stuttgart von der Polizei fest­genommen. Er soll am 27. November zu­sammen mit anderen Tä­tern in Schwedt einen Raubüberfall begangen haben. Die bei­den Gerichtsverfah­ren konn­ten nicht klären, wer genau Amadeu Antonio getötet hatte.[73]

In Schwedt wurde auf einem „Spiel- und Tobeplatz“ am Abend des 16. Septem­ber 1991 der Arbeits­lose Wolfgang Auch (28 Jahre) von insgesamt acht Tätern über einen Zeitraum von zwei Stunden brutal zusammengeschlagen und –getreten und verstarb am 22. September 1991 im Klinikum Ucker­mark an den ihm zuge­fügten schweren Verletzungen. Er wurde von den Neo­nazis als psychisch Kran­ker sowie als Alkoholiker und „Assi“ wahrgenommen, verspottet, ge­demütigt und misshandelt. Im Laufe der Tat inszeniert die Gruppe ein Verhör, bei dem er ge­schlagen wird, wenn seine Antworten nicht den politischen Ansichten der Täter entsprechen. Die rechtsextreme Gesinnung der meisten Täter ist offenkundig, teil­weise bekennen sie sich selbst dazu. Der Tatort galt damals als ein Treff­punkt für rechte Jugendliche.[74]

In Hohenselchow-Groß Pinnow (Landkreis Uckermark) wurde am 1. Dezember 1991 Gerd Himmstädt (30 Jahre) von sieben Neonazis aus sei­nem PKW gezo­gen und mit einem Base­ball-Schlä­ger er­schlagen und verstarb am 3. Dezember 1991 an den Folgen der Verletzungen. Das Landge­richt Frankfurt (Oder) verurteilte den Hauptangeklagten Sven B. wegen Totschlags zu einer Frei­heits­strafe von sie­beneinhalb Jahren. Die anderen Angeklagten erhiel­ten Frei­heits­stra­fen lediglich zwischen sechs Monaten und einem Jahr und vier Mona­ten.[75]

In Schipkau-Meuro (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) wurde am 12. Dezember 1991 Timo Kählke (29 Jahre) von vier mit einer Maschinen­pistole und Ge­wehren bewaffneten Mitglie­dern (20 bis 29 Jahre) der neonazisti­schen „Werwolf-Jag­deinheit“ Senftenberg er­schossen. Die Täter wollten in Welzow ein Spielcasino überfallen und stoppten auf der Straße das nächste Auto in dem T. Kählke saß. Als der sich weigerte auszusteigen, wurde ihm von ei­nem der Täter (18 Jahre) in den Kopf ge­schossen. Später wurde seine Leiche mit sei­nem Auto in einem Wald­stück verbrannt. Die vier Täter waren bereits im Ok­tober 1992 verhaftet worden. Man fand bei ihnen ca. 150 Handgranaten, Maschi­nenpis­tolen und Kampfausrüs­tungen. Das Landgericht Cottbus verurteilte einen Täter wegen Mordes zu neun Jahren Jugendstrafe. Die Mittäter erhielten Frei­heitsstra­fen zwischen drei und 15 Jahren.[76]

In Zehdenick-Klein-Mutz (Landkreis Oberhavel) wurde am 5. Ja­nuar 1992 Ingo Ludwig (18 Jahre) nach dem Besuch in der Diskothek „Wolfshöhe“ von etwa 15 Ne­onazis tot ge­schla­gen bzw. getreten. Die offizielle Statistik ne­giert die rassistische Mo­tivation der Täter.[77]

In Schwedt (Landkreis Uckermark) wurde am 11. März 1992 Melanie Harke (13 Jahre) in ei­nem Keller eines Wohnhauses von vier Neonazis überfallen, gequält und brutal getötet. Das Bezirksgericht Frankfurt/O. verurteilte die vier Täter im Dezember 1992 des gemeinschaftli­chen Mordes schuldig. René St. Erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe, die anderen Täter er­hielten Freiheitsstrafen bis zu acht Jahren und sechs Monaten. In und an der Wohnung von René St. Fand die Polizei neonazistische Schmierereien.[78]

In Werder (Landkreis Potsdam-Mittelmark) wurde am 25. April 1992 Pe­ter Konrad (31 Jahre) auf dem Baumblütenfest von einem Mitglied der neonazistischen Gruppe „Wann­see­front“ tot­geschla­gen.[79]

In Neuruppin im Rosengarten (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) am 1. Juli 1992, wurde der ob­dachlose Emil Wendland (50 Jahre) von drei Skin­heads geschlagen und anschließend ersto­chen. Die Neona­zis hatten sich zum „Penner klatschen“ verabredet und fanden folgerichtig ihr Opfer. Im Oktober 1993 verurteilte das Landgericht Potsdam den Haupttäter Marko H. (20 Jahre) we­gen Totschlags zu sieben Jahren Jugendstrafe. H. hätte in E. Wendtland einen „Men­schen zwei­ter Klasse“ gesehen – diese Sichtweise ist ein Hauptinhalt nicht nur der Nazi-, son­dern auch der neonazistischen Ideolo­gie. Bis 1945 konn­ten Menschen, die die Nazis als nicht „lebens­wert“ klassifizierten hatten, durch das System der Eutha­nasie ermordet werden.[80]

In Frankfurt/O. wurde am 23. Oktober 1992 ein Mann aus Nigeria von Mike Danowski ersto­chen. Der Täter wurde des­wegen zu sieben Jahre Ju­gendhaft ver­urteilt.[81]

In Lehnin am Kölpinsee (Landkreis Potsdam-Mittelmark) wurde am 7. Novem­ber 1992 der obdach­lose Rolf Schulze (52 Jahre) von zwei Skinheads (17 und 18 Jahre) er­mor­det, in dem sie auf ihn einschlugen und ihn mehr­mals in den Köl­pin­see tauch­ten. Die Lei­che übergos­sen sie mit Ben­zin und zündeten sie an. Das Be­zirksge­richt Potsdam die Täter zu Freiheitsstrafen von sieben Jahren und neun Jahren wegen gemein­schaftlichen Mordes. Vor Gericht hatten sich die Angeklag­ten zu den neonazis­tischen Organisationen „Nationale Offensive“ und „Nationa­listi­sche Front“ bekannt.[82]

In Jänschwalde (Landkreis Spree-Neiße) wurde am 6. Dezember 1992 ein Brandanschlag auf ein Haus einer kroatischen Familie verübt. Ein Mann verstarb an den Folgen des Anschlages. Nach den kriminaltechni­schen Untersuchungen wurde ein Kabel­brand angegeben. Eine po­li­ti­sche Dimension der Tat wird negiert.[83]

In Oranienburg (Landkreis Oberhavel) wurde am 18. Dezember 1992 der Bauma­schinist Hans-Jo­chen Lom­matzsch (51 Jahre) von zwei Skin­heads angegriffen und mit Fußtritten und Faust­schlägen getötet. Im Oktober 1993 verurteilte das Bezirksgericht Potsdam Jens Sch. (26 Jahre) wegen Tot­schlags zu acht Jahren Haft.[84]

In Bad Belzig (Landkreis Potsdam-Mittelmark) wurde am 8. Mai 1993 der in Ma­rokko gebo­rene Belaid Baylal (42 Jahre) von zwei Rassisten in einer Gaststätte angegriffen und er musste wegen seiner Verletzungen im Dünn­darmbereich in ein Krankenhaus eingeliefert wer­den. Er über­lebte, hatte jedoch als Folge des Über­falls immer wie­der Darm­ver­schlüsse, die ope­rativ entfernt werden mussten. Er verstarb am 4. No­vember 2000 infolge der Spätfol­gen. Im März 1994 verurteilte das Amtsgericht Branden­burg/Havel einen Täter zu einer fünfmonatigen Be­wäh­rungsstrafe und ei­nen wei­teren Täter zu einer Geldbuße von 300 DM. Seit 2004 erinnert ein Ge­denkstein in Belzig an sei­nen Tod.[85]

In Königs Wusterhausen-Waldeck (Landkreis Dahme-Spreewald) wurde am 26. Mai 1993 der deutsch-ägyptische Schauspie­ler Jeff Dominiak (25 Jahre) von Daniel K. (17 Jahre) mit ei­nem ge­stohlen Auto über­fahren und getötet. Das Kreis­gericht Königs Wusterhau­sen ver­urteilte Da­niel K. im November 1993 wegen fahrläs­siger Tö­tung zu einer Jugend­strafe von zwei Jahren und neun Mona­ten.[86]

In Fürstenwalde (Landkreis Oder-Spree) wurde am 5. Juni 1993 der obdachlose Horst Hen­ners­dorf (37 Jahre) von zwei Skinheads zu Tode gequält. Mehrere Zeugen beo­bach­teten den Mord, griffen aber nicht ein. Das Landgericht Frank­furt/O. ver­urteilte die Täter wegen Körperverlet­zung mit To­desfolge zu acht bzw. fünf Jah­ren Freiheitsent­zug.[87]

Nahe Strausberg (Landkreis Märkisch-Oderland) wurde am 28. Juli 1993 der er­werbslose Hans-Georg Ja­kob­son (35 Jahre) von drei Skinheads in einer S-Bahn geschlagen, ge­treten und an­schlie­ßend aus der fah­renden S-Bahn geworfen und dabei getötet. Das Landgericht Frank­furt/O. verurteilte im Januar 1994 den vor­bestraften Rene B. zu acht Jahren Jugendhaft und die beiden anderen Täter Henry G. und Thomas D. jeweils zu sechs Jahren Jugendstrafe.[88]

In Werneuchen bei Bernau (Landkreis Barnim) wurde am 19. September 1993 Horst T. (51 Jahre) von fünf Neonazis zu­sammengeschlagen, in Brand gesetzt und in den O­der-Ha­vel-Kanal geworfen.[89]

In Velten (Landkreis Oberhavel) wurde am 6. August 1994 Gunter Marx (42 Jahre) von vier zum Teil einschlägig vorbestraften Tätern erschlagen. Das Land­ge­richt Neurup­pin verurteilte die vier Täter zu Freiheitsstrafen von 10 Jahren, zu sechs Jahren, zu vier Jahren und sechs Mo­naten und zu zwei­einhalb Jahren. Das Landgericht Neuruppin er­kannte keine ausländerfeindli­che Ge­sinnung bei den Tätern.[90]

In Hennigsdorf wurde am 23. Februar 1995 Guido Zeidler (20 Jahre) nachts von mindestens fünf rechtsextremen Jugendlichen erschlagen, zuvor werden ihm beide Kniescheiben zerschla­gen. Der Vater eines Kindes. der nachts alleine unterwegs gewesen war, wurde nach Informa­tionen von Anti­faschistinnen u.a. von dem Schüler Gordon Mathees und dem Lehrling Maik Kumotat getötet. Ma­thees wurde nach der Tat auf Kaution freigelassen. Auch Kumotat kam frei. weil er angeblich in Notwehr gehandelt hätte. Beide sind in Hennigsdorf als rechte Schlä­ger bekannt. Ein Freund des Opfers wurde nach der Tat ebenfalls von Neonazis bedroht.[91]

In Brandenburg an der Havel wurde am 15. Februar 1996 der Punk Sven Beuter (23 Jahre) von einem Skinhead (21 Jahre) überfallen und mit Schlägen und Tritten gegen den Kopf so verletzt, dass er am 20. Februar 1996 im Krankenhaus verstarb. Der Täter wurde vom Landgericht Pots­dam zu sieben­einhalb Jahren Freiheits­strafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft negierte eine po­litische Motiva­tion.[92]

In Eisenhüttenstadt (Landkreis Oder-Spree) wurde am 1. August 1996 Andreas Götz (34 Jahre) von sechs Neonazis überfallen, geschlagen und auf den Kopf getreten. Er starb an den Folgen seiner Ver­letzun­gen. Das Landgericht Frank­furt/O. verurteilte im April 1998 Rico B. zu sie­beneinhalb Jahren Jugendhaft. Seine Komplizen er­hielten Ju­gendstrafen zwischen drei und vier Jahren Freiheits­ent­zug.[93]

In Bad Belzig-Fredersdorf (Landkreis Potsdam-Mittelmark) wurde am 31. Januar 1997 der Vi­etna­mese Phan Van Toau (42 Jahre) von ei­nem Neonazi (30 Jahre) so schwer ver­letzt, dass er am 30. April 1997 an den Folgen des An­griffs verstarb. Er wurde vom Land­gericht Frankfurt/O. zu neunein­halb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Sein Komplize (37 Jahre) erhielt eine Geldbuße und eine Frei­heitsstrafe von ei­nem Jahr auf Bewährung. Das Gericht negierte eine rassistische Dimension: keine Ausländerfeindlichkeit.[94]

In Caputh bei Potsdam (Landkreis Potsdam-Mittelmark) wurde am 13. Februar 1997 der Itali­ener Antonio Melis (37 Jahre) von zwei Neonazis (18 und 25 Jahre) überfallen, miss­handelt und in der Havel ertränkt. Erst einen Monat nach der Tat wurde der Leich­nam gefunden. Das Landgericht Pots­dam konnte kein frem­den­feindliches Motiv erkennen und verurteilte den Ne­onazi Andreas M. (25 Jahre) zu 13 Jahren und seinen Komplizen Holger H. (18 Jahre) zu einer Jugendstrafe von acht Jahren Freiheitsent­zug. Eine politische Dimension der Tat wird ne­giert.[95]

In Königs Wusterhausen (Landkreis Dahme-Spreewald) wurde am 8. Mai 1997 der arbeitslose Au­gus­tin Blotzki (59 Jahre) von Neonazis überfallen. Das Opfer wurde inner­halb kur­zer Zeit zweimal in seiner Woh­nung überfal­len, verprü­gelt und als „Bulgarensau“ und „Aus­länder­schwein“ be­schimpft. Das Landgericht Potsdam verur­teilte drei Täter wegen Mordes zu acht­einhalb und 14 Jahren Frei­heitsentzug. We­gen Körperverletzung mit Todesfolge wurden zwei Täter zu vier bzw. sechsein­halb Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Das Gericht erkannte bei den Tätern Hass, Menschenverach­tung und diffuse Ausländerfeindlichkeit.[96]

In Angermünde (Landkreis Uckermark) wurde am 23. September 1997 der ob­dachlose Erich Fisk (39 Jahre) mit schweren Kopfverletzungen aufgefunden. Er verstarb am 30. August 1998 im Kran­ken­haus, ohne dass er das Bewusstsein wie­dererlangt hatte. Die Ermittlungen nach dem Täter wurden erfolglos beendet.[97]

In Cottbus wurden am 23. September 1997 Mathias Scheydt (39 Jahre) und am 27. September 1997 Georg Jürgen Uhl (46 Jahre) vom sel­ben Skin­head Reinhold K. (19 Jahre) ge­tötet. Das Landgericht Cottbus sah bei der Ver­urteilung von Rein­hold K. keinen rechtsradikalen Hinter­grund, obwohl ihn der Verfassungsschutz als Rechtsextremisten einstufte.  Er wurde am 24. März 1998 wegen zweifa­chen Mordes zu einer Jugendstrafe von acht Jahren Freiheitsentzug verurteilt.[98]

In Bestensee-Pätz (Landkreis Dahme-Spreewald) wurde im Februar 1999 ein Wohnheim von vier Neonazis mit Brandsätzen angegriffen. Dabei starben zwei Menschen.[99]

In Guben (Landkreis Spree-Neisse) wurde am 13. Februar 1999 der Algerier Fa­rid Guendoul (28 Jahre) (alias Omar Ben Noui) von Rassisten durch den Ort gehetzt und vor den Au­gen der Polizei in den Tod getrie­ben. Das Landgericht Cottbus verurteilte Nach einem 17-monatigen Prozess verurteilt das Landgericht Cottbus am 13. November 2000 elf Täter zu Jugendstrafen bis zu drei Jahren, wegen fahr­lässiger Tötung von F. Guendoul und gefährlicher Körperverlet­zung von Kha­led B. schuldig ge­sprochen. Drei Täter erhielten Haftstrafen von zwei Jahren, sechs wurden zu Bewährungsstrafen ver­urteilt und zwei weitere An­geklagte le­diglich verwarnt. Gegen das Urteil reichten Nebenkläger und einige Angeklagten Revision ein und am 9. Oktober 2002 änderte der Bundesgerichtshof die Schuldsprüche der Hauptangeklagten auf versuchte Körperverletzung mit To­des­folge. Der Haupttäter Alexander B. erhielt eine Jugendstrafe von zwei Jahren Frei­heitsentzug. Das Gericht stellte klar, alle Beteiligten hatten aktiv an der Ver­fol­gung teilgenommen und trügen das gleiche Maß an Verantwor­tung. Das Straf­maß wurde nicht geändert.[100]

In Eberswalde (Landkreis Barnim) wurde am 31. Mai 2000 der Punk Falko Lüdtke (22 Jahre) von ei­nem Neonazi vor ein Auto gestoßen, überfahren und dadurch getötet. Das Landgericht Frankfurt/O. verurteilte im Dezember 2000 Mike B. we­gen Körper­verletzung mit Todesfolge zu viereinhalb Jahren Freiheits­strafe.[101]

In Wittenberge (Landkreis Prignitz) wurde am 9. August 2001 der behinderte und al­kohol­kranke Klaus-Dieter Harms (61 Jahre) von den zwei Rassisten Christian Ko. und Nico Mi. in sei­ner Woh­nung getötet. Bei der Gerichts­verhandlung erklär­ten die beiden Täter in sozialdar­winistischer Manier, sie hätten das Opfer we­gen seiner Behinde­rung und seines Alkoholismus als „min­derwertig“ betrach­tet. Das Landgericht Neuruppin verurteilte im März 2002 die beiden Täter zu Jugendstra­fen wegen ver­suchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperver­letzung und wegen Mordes zu Frei­heits­strafen von 9 Jahren und 6 Monaten. Eine politi­sche Dimension der Tat wurde negiert.[102]

In Dahlewitz (Landkreis Teltow-Fläming) wurde am 9. August 2001 Dieter Manzke (61 Jahre) von fünf Rassisten (17 bis 22 Jahre) in sozialdarwinistischer Manier ge­quält und getötet. Die Täter wollten „Ordnung schaf­fen“. Das Landge­richt Pots­dam verurteilte im April 2002 vier der fünf Angeklagten wegen Mordes zu Haft- und Jugendstrafen zwischen sieben und dreizehn Jahren. Ein fünfter An­ge­klagter (17 Jahre) wurde wegen Totschlag zu fünf Jahren Haft verur­teilt. Eine rechte po­litische Di­mension der Tat wurde negiert.[103]

In Wittstock (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) wurde am 4. Mai 2002 der Russland-Deutsche Ka­jrat Ba­tesov (24 Jahre) von fünf Rassisten in einer Diskothek an­gegriffen und so schwer verletzt, dass er am 23. Mai 2002 im Krankenhaus ver­starb. Das Landgericht Neuruppin verur­teilte den Haupt­täter zu zehn Jahren Haft und die vier Mitangeklagten erhielten Freiheitsstrafen zwischen sieben Jah­ren und einem Jahr auf Bewährung. Eine politische Di­mension der Tat wurde negiert.[104]

Bei Lindendorf-Neu Mahlisch, (Landkreis Märkisch-Oderland) wurde am 1. Juni 2002 der Dachde­cker Ronald Masch (29 Jahre) von vier Neo­nazis überfallen. Sie ver­prügelten ihn und einer der Täter stach mit einem Messer ca. 40-mal in den Leib des Opfers. Sechs Wochen später wurde die Leiche bei der Rapsernte ent­deckt. Eine politische Dimension der Tat wurde ne­giert.[105]

In Oberuckersee-Potzlow (Landkreis Uckermark) wurde am 12. Juli 2002 Mari­nus Schöberl (17 Jahre) in seiner Wohnung von drei Rassisten (17 und 23 Jahre) getötet. Die Täter ver­langt, dass er sich als „Jude“ bezeichnen sollte. Der Leich­nam des Opfers wurde in einer Jauchegrube ver­senkt, wo sie im November 2002 von Kindern ent­deckt worden war. Im Oktober 2003 ver­urteilte das Landge­richt Neuruppin den Haupttäter zu einer Jugendstrafe von achteinhalb Jahren Freiheits­entzug. Sein erwachsener Bruder wurde wegen versuchten Mor­des zu einer Haft­strafe von 15 Jahren verurteilt. Der Bundesgerichtshof revidierte im Dezember 2004 das Urteil. Der nach dem ersten Urteil entlas­sene Täter erhielt eine Jugend­strafe von drei Jahren Haft. Der Haupttäter wurde bereits nach sechs Jahren Haft entlassen und die restlichen Jahre wurden zur Bewährung ausgesetzt. Die politi­sche Di­mension der Tat wurde anerkannt.[106]

In Frankfurt/Oder wurde am 29. März 2003 der ehemalige Punk En­rico Schrei­ber (25 Jahre) in einer Wohnung von drei einschlägig vorbestraften Rassisten (20, 21 und 26 Jahre) getötet. Das Land­gericht Frankfurt/O. verurteilte im De­zember 2003 Marco S. (26 Jahre) zu einer Freiheits­strafe von 12 Jahren, seinen Bruder Daniel (21 Jahre) zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren Haft und Ste­phan B. (20 Jahre) erhielt acht Jahre Freiheitsentzug. Eine politische Dimen­sion der Tat wurde negiert.[107]TSP

In Cottbus wurde am 10. Juli 2006 der obdachlose Jürgen G. (51 Jahre) von Steffen G. (19 Jahre) über Stunden gequält und totgetreten. Das Landgericht Cottbus verurteilte den Täter zu einer Frei­heitstrafe von neun Jahren Jugendhaft wegen Mordes aus niederen Beweggründen.[108]

In Frankfurt/Oder-Neuberesinchen wurde Anfang September 2006 der ob­dach­lose Hans-Jürgen Sch. (56 Jahre) von zwei Rassisten (16 und 17 Jahre) getö­tet.[109]

In Frankfurt/O. wurde am 6. Oktober 2007 der obdachlose Holger Urbaniak (49 Jahre) von zwei Jugendlichen (15 und 16 Jahre) geschlagen, gequält und ertränkt. Das Landgericht Frankfurt/O. ver­urteilte die Täter wegen Mordes, schwerem Raub und gefährlicher Körperverletzung zu je­weils acht Jahren Freiheitsstrafe.[110]

In Templin (Landkreis Uckermark) wurde am 22. Juli 2008 der arbeitslose und alkohol­kranke Tisch­ler und dreifa­che Vater Bernd Köhler (55 Jahre) in seiner Werkstatt in sozialdarwinisti­scher Manier durch Fuß­tritte an den Kopf von den beiden Ne­onazis Sven P. (18 Jahre) und Christian W. (21 Jahre), verletzt, an­ge­zündet und getötet. Die einschlägig vorbestraften Täter kamen in Untersu­chungs­haft. Im Mai 2009 verurteilte das Landgericht Neuruppin Sven P. we­gen Mordes zu einer Ju­gendstrafe von zehn Jahren Freiheitsentzug. Christian W. wurde wegen Beihilfe zum Mord zu neun Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die Täter hatten in sozi­aldarwinistischer Manier ihr Opfer als „asozial“ be­wertet. Nachdem der Bun­desgerichtshof das Strafmaß beanstandet hatte, reduzierte im Juli 2010 das Land­gericht die Haftstrafe für Sven P. auf neun Jahre. Die Bundesrichter wa­ren der Ansicht, dass der Tatbeitrag von Christian W. zu gering bewertet worden wäre. Eine po­litische Dimension der Tat wird negiert. Der Bürgermeis­ter von Templin gab zu Proto­koll, dass „er nichts wisse von Rechten in seiner Stadt“ und er be­zeichnete die Tat als das Werk von „Durch­geknallten“.[111]

Ungeklärte Fälle in Brandenburg

In Königs Wusterhausen (Landkreis Dahme-Spreewald) wurden im November 1992 Mario S. (16 Jahre) und Mario H. (16 Jahre), zwei Anti­fa­schisten, neben der S-Bahngleise der Strecke Wildau – Königs Wusterhausen tot ge­funden. Droh­briefe von Neona­zis waren den Morden vo­rausgegangen.[112]

An der Bahnstrecke zwischen Fürstenwalde und Erkner bei Hangelsberg (Land­kreis Oder-Spree) wurde am 22. Februar 1993 die Leiche von Mabiala Mavinga (30 Jahre) aus Zaire ge­funden. Ob der Tote aus dem Zug gestürzt wurde oder durch einen Unfall, ist ungeklärt.[113]

In Kyritz (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) wurde am 15. Juni 1994 ein Rumäne (19 Jahre) von einem Polizisten durch Kopfschuss getötet. Der Be­amte sprach von einem Unfall. Im rumäni­schen Konsulat war man von einem Mord ausgegan­gen und verurteilte die mangelnde Koope­ration deutscher Behör­den.[114]

In Cottbus wurde am 15. April 2017 die Studentin Shaden M. (22 Jahre) aus Ägypten von einem Pkw überfahren und starb drei Tage später an den Folgen der Verletzungen. Danach soll es gegen eine Gruppe Ägypter, zu denen Shaden M. gehörte, rassistische Pöbeleien gegeben ha­ben. Es gibt Zeugen die aussagten, dass der Fahrer des Pkw vor dem Aufprall das Tempo be­schleunigt hat.[115]

Bremen

Am 7. März 1996 wurde Reinhard Wojciechowski (47 Jahre) von den beiden Neonazis Till-Hauke Heldt und Tim Schüler mit zwei Kopfschüssen getötet. Sein Leichnam fand sich auf einem Park­platz.[116]

Ungeklärter Fall

In Bremen-Habenhausen wurde am 28. Dezember 1990 ein Übersiedlerheim mit 250 Aus- und Über­siedlern aus der ex-DDR, aus Polen und der Sowjetunion von drei ostdeutschen Übersied­lern mit einer Silvesterrakete in Brand gesteckt. Vier Erwachsene und vier Kinder ver­brannten in den Flam­men bzw. erstickten im Rauch. Ein Täter (37 Jahre) wurde wegen fahrlässiger Brandstiftung mit To­des­folge in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung von der Großen Straf­kam­mer V des Landgerichts Bremen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren Ge­fäng­nis verur­teilt.[117]

Hamburg

In Hamburg-Bahrenfeld wurde am 27. Juni 2001 der Türke Süleyman Ta?köprü (31 Jahre) von der rassistischen Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) mit drei Kopfschüssen getötet.[118]

Ungeklärter Fall in Hamburg

Am 11. Februar 1994 wurde in Hamburg in der Nähe des S-Bahnhofs Neugraben ein Obdach­loser ermordet. Offenbar war er zusammengetreten worden, sein Schä­del war zertrümmert.[119]

Hessen

In Lampertheim (Landkreis Bergstraße) wurde am 31. Januar 1992 bei einem Brandanschlag auf ein Wohnheim für Ausländer eine dreiköpfige Familie aus Sri Lanka getötet. Wegen fahr­lässi­ger Brand­stiftung waren drei Skinheads ver­haftet wor­den. 1994 verurteilte sie das Landge­richt Darmstadt we­gen besonders schwe­rer Brandstiftung zu viereinhalb bis fünfeinhalb Jahren Gefängnis und ne­gierte einen politischen bzw. rassistischen Hintergrund der Tat. Die offizielle Sta­tistik negiert die rassisti­sche Mo­tivation der Tä­ter.[120]

In Frankfurt am Main wurde am 23. Februar 1992 die Shoa-Überlebende Blanka Zmigrod (68 Jahre) von einem schwedischen Neonazi erschossen.[121]

In Gießen wurde am 15. Dezember 1992 ein behinderter Lagerarbei­ter von Skin­heads ermor­det.[122]

In Wetzlar (Lahn-Dill-Kreis) wurde am 7. Januar 1993 ein Obdachlo­ser von ei­nem Rassisten zu Tode getreten.[123]

In Babenhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg) wurde am 1. Januar 1994 ein Türke (24 Jahre) von einem Deutschen (30 Jahre) mit zwei Pistolenschüssen getötet.[124]

In Darmstadt wurde am 18. Februar 1994 der Unternehmer Ali Bayram (50 Jahre) von seinem neo­nazistischen Nachbarn erschossen. Seine Tochter wurde verletzt. Der Täter gab an, die Bay­rams wä­ren zu laut gewesen.[125]

In Rotenburg/Fulda (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) wurde am 6. No­vem­ber 1994 Piotr Kania (18 Jahre) aus Polen von einem neonazistischen Sol­daten (19 Jahre) der Bun­deswehr auf dem Bahnhofs­vor­platz mit einem Messerstich ins Herz ermordet. Der Täter wurde nicht festgenom­men. Eine Mahn­wache von Piotrs Freunden wurde von der Polizei aufgelöst, Blumen und Ker­zen wurden zertreten. Eine Trau­erdemonstra­tion wurde von Polizisten in Kampfanzügen eingezäunt und für kurze Zeit ge­stoppt. Eine politische Dimension der Tat wurde negiert.[126]

In Neu-Isenburg (Landkreis Offenbach) wurden am 8. Oktober 2000 in einem abgestellten Auto der tür­kische Schneider Seydi Vakkas Özer (47 Jahre) aus Dietzenbach und seine un­verheira­teten Tochter Aysel (22 Jahre) tot aufgefunden – sie waren durch Kopfschüsse getötet worden. Eine poli­tische Di­mension wurde negiert.[127]

In Fulda wurde am 17. August 2001 die Geschäftsführerin Doris Botts (54 Jahre) von einem Neonazi (19 Jahre) in ihrem Military-Geschäft erstochen. Der Mord sollte ein Aufnahmeritual für die neona­zistische Gruppe „Deutsche Hei­denfront“ in Thüringen sein. Das Landgericht Er­furt verurteilte im März 2002 den Täter wegen Mordes in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge zu neun Jahren und zwei Monaten Freiheitsentzug.[128]

In Wiesbaden, in einem Gewerbegebiet, wurde am 27. März 2003 der Brite Jere­miah Duggan (22 Jahre) tot aufgefunden. Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen Ende März 2018 erneut ein, obwohl es Hinweise gab, dass J. Duggan bis kurz davor mit Angehörigen der rechts­extremen und ver­schwörungsideologischen „LaRouche-Bewegung“ in Kontakt war. Dor hatte sich als Jude zu erkennen gegeben, woraufhin er als „Verräter“ bzw. „Spion“ be­schimpft und auch ge­schlagen worden war.[129]

In Kassel wurde am 6. April 2006 der Türke Halit Yozgat (21 Jahre) von der Gruppe „Natio­nalso­zi­alistischer Untergrund“ (NSU) durch zwei Kopf­schüsse ge­tötet.[130]

In Limburg (Landkreis Limburg-Weilburg) wurde in der Nacht vom 3./4. Oktober 2009 der obdach­lose Andy Schubert (45 Jahre) an einer Bushaltestelle, in einem Schlafsack einge­packt, mit 38 Mes­serstichen brutal ermordet. Der oder die Täter wurden nicht er­mittelt.[131]

In Wiesbaden wurde am 9. März 2011 der obdachlose Straßenmusiker Kestutis V. aus Litauen von drei Rassisten (16 bis 17 Jahre) zu Tode geprügelt. Er war von den Jugendlichen in der Parkanlage „Warmer Damm“ überfallen und attackiert worden. Als Motivation gaben die Täter später im Verhör an: „Lasst uns mal wie­der jemanden klatschen und abziehen.“ Das Opfer erlitt schwerste Kopf­verlet­zun­gen. Ein Passant fand den Schwerstverletzten. Er verstarb infolge der erlittenen schweren Verlet­zungen, trotz Reanimationsmaßnahmen.[132]

In Limburg (Landkreis Limburg-Weilburg) wurde am 22. Oktober 2014 in einer städ­ti­schen Unter­kunft Charles Werabe (55 Jahre) aus Ruanda von drei Rassisten (zwei 43 Jahre und 22 Jahre) an­ge­griffen, gequält und verstarb am 23. Oktober den Verletzungen. Ein Täter (43 Jahre) wurde im Juni 2015 vom Landgericht zu 12 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Sein Komplize (22 Jahre) wurde zu 10 Jahren Freiheitsentzug verurteilt und wegen seiner Alko­holerkrankung in eine Entzugsklinik ein­gewiesen.[133]

Ungeklärte Fälle in Hessen

In Gelnhausen, (Main-Kinzig-Kreis) wurde am 7. Juli 1991 Jonny Braun (54 Jahre), ein Sinto, von Ras­sisten erschos­sen. Eine aus 20 Personen bestehende Gruppe namens „Höchster Bürger“ überfiel seine Familie und schoss auf sie.[134]

In Bad Wildungen (Landkreis Waldeck-Frankenberg) wurden am 5. Ok­to­ber 1993 bei einem Brand­anschlag ein Mann aus Sri Lanka, seine deutsche Frau und ihre beiden Kinder getötet.[135]

Mecklenburg-Vorpommern

In Saal (Landkreis Vorpommern-Rügen) wurde am 15. März 1992 ein Wohnheim für Auslän­der von etwa 25 Rassisten überfallen. Dragomir Christinel (18 Jahre) aus Rumänien wurde da­bei mit Base­ball-Schlägern ver­prügelt und töd­lich am Hals und an der Schläfe getroffen. Er verstarb kurz danach an einer Ge­hirn­blu­tung. Drei Täter kamen in Untersuchungshaft. Die Tat wurde als Ra­che­akt für eine am Vortag voran­gegangene Schlägerei zwischen Deutschen und Rumä­nen eingeordnet. Das Bezirks­gericht Rostock verurteilte im Juni 1992 einen Täter (15 Jahre) wegen Körperverletzung mit Todes­folge und schwerem Land­friedens­bruch zu einer Ju­gendstrafe von zweieinhalb Jahren Haft. Die rassisti­sche Di­men­sion der Tat wurde negiert.[136]

In Schwerin wurde zwei Angehörige (22 und 33 Jahre) der GSSD angegriffen und einer von ihnen wurde erstochen. Eine politische Dimension der Tat wurde negiert.[137]

In Wolgast wurde am 11. Juli 1996 Boris Morawek (26 Jahre) auf dem Thäl­mannplatz von zwei Skin­heads (19 und 22 Jahre) mit Tritten und Schlägen trak­tiert. Das Opfer verstarb am 13. Juli 1996 an den schweren Verletzungen. Das Landgericht verurteilte im Januar 1998 Andreas J. (22 Jahre) wegen Tot­schlags zu achteinhalb Jahren und seinen Komplizen (19 Jahre) zu einer Jugend­strafe von fünf Jahren Freiheitsentzug.[138]

In Greifswald wurde am 1. Januar 1997 ein obdachloser Mann (57 Jahre) von vier Neonazis ge­tö­tet.[139]

In Sassnitz wurde am 22. April 1997 der arbeitslose Horst Gens (50 Jahre) von vier Rassisten zu­sam­mengeschlagen und im Stadtgraben liegengelas­sen. Später kehrten die Täter zurück und er­schlu­gen Gans mit einem 30-Kilo­gramm schweren Stein. Das Landgericht Stralsund verur­teilte die Täter we­gen Mordes zu Jugend­strafen zwischen sechs und zehn Jahren.[140]

In Greifswald (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wurde am 24. Juni 2000 der obdachlose Klaus-Dieter Ge­re­cke (47 Jahre) von einem Rassisten (20 Jahre) und zwei Frauen (18 Jahre) durch Fuß­tritte getötet. Eine Täterin hatte geschrien: „Da ist ein Assi, klatscht ihn tot“. Das Landge­richt Stralsund verurteilte sie im Dezember 2000 zu langjährigen Freiheitsstrafen. Eine politische Dimen­sion der Tat wurde negiert.[141]

In Wismar (Landkreis Nordwestmecklenburg) wurde am 9. Juli 2000 der obdach­lose Jürgen Seifert (52 Jahre) von fünf Neonazis mit Faustschlägen und Fußtrit­ten so gequält, dass er wenig später sei­nen Verletzungen erlag. Die Staatsanwaltschaft Schwerin ne­gierte eine politische Di­mension der Tat. Der Haupttäter wurde wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verur­teilt.[142]

In Ahlbeck (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wurde am 27. Juli 2000 der ob­dachlose Norbert Plath (51 Jahre) von vier einschlägig vorbestraften Rassisten (15 bis 24 Jahre) getötet. Die Täter meinten: „Asoziale und Landstreicher“ hätten im schö­nen Ahlbeck nichts zu suchen. Das Landgericht Stralsund verur­teilte Gunnar Doege (24 Jahre) zu einer le­benslange Freiheits­strafe. Die Komplizen er­hielten nach dem Jugendstrafrecht Frei­heitsstrafen zwischen drei und 12 Jahren. Dieser rassis­tische Mord wurde in die offi­zielle Statistik aufgenommen.[143]

In Greifswald (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wurde am 25. November 2000 der obdach­lose Eckardt Rütz (42 Jahre) von drei Rassisten (16 bis 20 Jahre) vor der Mensa der Univer­sität ange­grif­fen und mit Baumstützpfählen so schwer am Kopf ver­letzt, dass er einen Tag später ver­starb. Das Landgericht Stralsund verurteilte im Juni 2001 zwei Täter (jeweils 16 Jahre) we­gen Mordes zu Ju­gendstrafen von sieben und siebeneinhalb Jahren Freiheitsstrafen. Maik M. (21 Jahre) erhielt eine Freiheits­strafe von zehn Jahren. Eine politische Dimension der Tat wurde im Wesentlichen negiert.[144]

In Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen) wurde am 26. März 2001 der alko­holkranke Frührent­ner Fred Blank (51 Jahre) von zwei Neona­zis (17 und 21 Jahre) in seiner Wohnung angegriffen und mit Stuhlbeinen und Fäusten geschla­gen. Er verstarb an Gehirn­blutungen. Das Landgericht Stralsund verurteilte im November 2001 die beiden Täter wegen ver­suchter Er­pressung und Tot­schlags zu Frei­heitsstrafen zwischen vier und sieben Jahren. Eine politische Dimension der Tat wird negiert.[145]

In Jarmen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wurde am 22. April 2001 Mo­hammed Belhadj (31 Jahre) von vier Ras­sisten (18 bis 22 Jahre) aus Greifswald über­fallen, in ihr Auto gezerrt und zu einem Kiessee, wo sie ihm einen schweren Stein auf den Kopf warfen und ihn damit tödlich verletz­ten. Einer der Täter sagte: „Ist doch nur ein Scheiß-Auslän­der“. Das Landgericht Neubrandenburg verur­teilte im März 2002 drei Angeklagte wegen Mordes zu Jugendstrafen zwischen fünfeinhalb und neun Jahren Freiheits­entzug. Eine politische Dimension wurde ne­giert.[146]

In Walow-Strietfeld (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) wurde am 9. September 2001 die Pros­tituierte Yvonne Polzin (31 Jahre) von den Neonazis Till-Hauke Heldt und Tim Schüler getötet.[147]

In Neubrandenburg wurde am 15. Mai 2002 wurde der behinderte Klaus Dieter Lehmann (19 Jahre) von zwei Rassisten (17 und 20 Jahre) gequält und durch Stiefeltritte auf den Kopf getötet. Das Land­gericht Neubrandenburg einen Täter wegen Körperverletzung mit Todesfolg zu sechs Jahren und neun Monaten. Sein Komplize wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei­einhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Eine politische Dimension der Tat wurde ne­giert.[148]

In Rostock wurde am 25. Februar 2004 Mehmet Yunus Turgut (25 Jahre) von der rassistischen Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) getötet.[149]

In Wismar-Wendorf (Landkreis Nordwestmecklenburg) wurde am 1. Januar 2007 Andreas F. (30 Jahre) in einer Wohnung in der Lieselotte-Hermann-Straße von Neonazis ge­tötet. Eine po­litische Di­mension der Tat wurde negiert. Das Landgericht Schwerin verurteilte 2008 fünf Ne­onazis zu Haft­strafen. Der Haupttäter Hennig W. wurde wegen Mord zu acht Jahren und neun Monaten Freiheits­entzug verurteilt.[150]

In Butzow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wurde am 30. September 2012 Karl-Heinz L. (59 Jahre) in seiner Wohnung von Max L., ein Neonazi und Freund seiner Tochter Elise L. überfallen, gequält und mit einem Messer getötet. Am nächsten Tag fand eine Pflegedienstmit­arbeiterin die Lei­che von Karl-Heinz L. Das Landgericht Stralsund verurteilte am 8. November 2013 Max L. wegen Totschlags zu 11 Jah­ren Freiheitsentzug. Elise L. wurde wegen Beihilfe zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt. Eine politische Di­mension wurde er­kannt.[151]

Ungeklärte Fälle in Mecklenburg-Vorpommern

Bei Nadrensee (Kreis Pasewalk) wurden am 5. Juli 1992 Grigore Velcu und Eudace Calderar, zwei Rumänen, von zwei Jä­gern „irr­tümlich“ erschos­sen. Die Staatsanwaltschaft Stralsund er­ließ Haftbe­fehle wegen fahrlässiger Tötung. Das Amtsgericht Pasewalk sprach im Oktober 1999 die Jäger vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei. Im Januar 2002 bestätigte das Land­gericht Stralsund den Frei­spruch.[152]

In Oberuckersee-Potzlow (Landkreis Uckermark) wurde am 23. Au­gust 1997 ein Mann (45 Jahre) von Neonazis mit Baseball-Schläger niedergeschlagen und ließen ihn auf der Straße liegen ließen. Ein VW-Transporter überrollte den Mann.[153]

In Stralsund (Landkreis Vorpommern-Rügen) wurde am 7. Dezember 2002 der obdachlose Wolf­gang H. (35 Jahre) von zwei Polizisten (26 und 46 Jahre) am Stadtrand ausgesetzt, wo er an Unter­kühlung und Alkoholver­giftung verstarb.[154]

Niedersachsen

In Rosdorf (Landkreis Göttingen) wurde am 1. Januar 1991 Alexander Selchow (21 Jahre), wehr­pflichtiger Soldat der Bundeswehr, von Skinheads (18 Jahre) erstochen. Die Täter waren Mitglied der neonazistischen „Freiheitlichen Arbeiterpartei“ (FAP). Ein Täter erhielt wegen gefährlicher Körper­verletzung eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Der zweite Täter erhielt lediglich vier Wochen Arrest.[155]

In Gifhorn wurde am 8. Mai 1991 der Punk Matthias Knabe (23 Jahre) von 15 Skinheads an­gegrif­fen, auf die Bundesstraße 4 getrieben und dort wurde er von einem Auto angefahren. Er verstarb am 4. März 1992 an seinen schweren Hirn­verletzun­gen. Im November 1992 verurteilte das Landgericht Hildesheim Chris­tian B. (18 Jahre) wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren Freiheits­strafe.[156]

In Gifhorn-Kästorf wurde am 4. Juni 1991 der Obdachlose Helmut Leja (39 Jahre) in Waldstück von ei­nem Skin­head (17 Jahre) erstochen. Der Täter hatte das Opfer als „Abschaum“ bezeich­net. Am 23. Dezember 1991 verurteilte das Landgericht Hildesheim den Täter zu einer sechs­jährigen Jugend­strafe wegen Todschlags. Einen politischen Hintergrund konnte das Gericht nicht erkennen.[157]

In Hannover wurde am 11. Januar 1992 ein Mann aus einer Flücht­lingsunterkunft von einem Solda­ten der Bundeswehr so misshandelt, dass er ver­starb.[158]

In Buxtehude (Landkreis Stade) wurde am 18. März 1992 der Seemann Gustav Schneeclaus (53 Jahre) von zwei Rassisten auf dem Busbahnhof so schwer miss­han­delt, dass er an den Fol­gen seiner Verlet­zungen am 22. März 1992 verstarb. Das Landgericht Stade verurteilte die bei­den Täter Stefan S. (19 Jahre) und Stephan K. (26 Jahre) im September 1992 zu sechs und achteinhalb Jahren Frei­heits­strafe.[159]

Bei Uelzen wurde am 12. März 1993 der Skinhead Hans-Peter Zarse (18 Jahre) von einem Begleiter getötet. Die Beiden waren mit einem Mo­torrad un­terwegs, als ihr Gefährt versagt. Dar­aufhin gerieten sie in Streit, in des­sen Ver­lauf ihn sein Begleiter mit einem Messerstich tötete.[160]

In Göttingen wurde am 21. Mai 1993 ein Bundeswehrsoldat (20 Jahre) mit „südländischem Ausse­hen“ nach einem Frühlingsfest niedergeschlagen und verstarb an den Folgen der Verlet­zungen. Zeu­gen sagten aus, der Täter hätte wie ein Skinhead ausgesehen.[161]

In Uelzen wurde am 22. Juli 1993 ein Schüler (16 Jahre) aus Lüneburg von ei­nem Skin­head (17 Jahre) niedergeschlagen und anschließend an­gezündet. Auf Grund der schweren Verbren­nung ver­starb das Opfer am 1. August in einer Spe­zialklinik in Hannover. Der Täter hatte da­nach in Uelzen eine Unter­kunft für Aus­länder mit einem Brandsatz angegriffen.[162]

In einem Eilzug von Hamburg nach Buchholz wurde am 7. De­zem­ber 1993 Kolong Jamba (alias Bakary Singateh) (19 Jahre) von Wilfried S. (54 Jahre) mit einem Messerstich in den Bauch getötet. Das Landgericht Stade verurteilte ihn im März 1997 wegen Totschlags im min­derschweren Fall zu zwei Jahren Frei­heits­entzug, die zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt wur­den. Das Gericht schloss „Ausländerhass“ aus.[163]

In Göttingen wurde am 20. April [sic] 1994 bei einem Brandanschlag eine Türkin so schwer verletzt, dass sie am 29. April 1994 in der Universitätsklinik verstarb. Ihr zwei Jahre altes Kind wurde schwer verletzt.[164]

In Hannover wurde am 1. Juli 1994 der Asylbewerber Halim Dener (17 Jahre) beim Kleben von Plakaten der kurdischen PKK erwischt und von einem Polizei­beamten erschossen. Ein Gut­achten des Landeskriminalamtes ergab, daß sich H. Dener im Polizeigriff befunden haben muß, als ihn die töd­liche Kugel in den Rü­cken traf.[165]

In Paderborn legte ein Nachbar (60 Jahre) in einem Wohnhaus einen Brand, wobei eine Frau (62 Jahre) verstarb. Der Täter hatte zuvor mehrfach seine griechischen Nachbarn bedroht und den Brand angekündigt: „Ich zünde euch alle an!“.[166]

In Wedemark-Mellendorf (Landkreis Region Hannover) wurden am 8. Januar 1995 bei einem Brand­anschlag auf einen Wohncontai­ner eine Serbin und ihre drei Kinder getötet.[167]

In Eschede (Landkreis Celle) wurde am 9. August 1999 der obdachlose Peter Deutschmann (44 Jahre) von zwei Skinheads (17 und 18 Jahre) totgetreten. Das Landgericht Lüneburg verurteilte sie im Januar 2000 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu Jugendstrafen von fünf Jahren Freiheits­entzug. Das Gericht war der Meinung, die Tat sei nicht politisch motiviert gewesen. Marco S. wurde nach der Haftent­lassung Mitglied der neonazistischen Gruppe Nationale Of­fensive Schaumburg und wurde dann erneut wegen Delikten im Bereich der Körperver­letzung verur­teilt.[168]

In einer Obdachlosenunterkunft in Scharnebeck (Landkreis Lüneburg) wurde am 10. Juli 2003 Gerhard Fischhöder (49 Jahre) in seiner Woh­nung in einer Ob­dachlosenunterkunft von einem Ras­sisten (38 Jahre) zu Tode getreten. Der Täter hatte ihn bereits eine Woche lang eingeschüch­tert und tyranni­siert. Ein Gericht verurteilte den Täter wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu vier Jahren Frei­heitsentzug. Eine politische Dimension der Tat wurde negiert.[169]

In Hannover wurde am 31. Oktober 2012 die zerstückelte Leiche von Andrea B. (44 Jahre) aus dem Maschsee geborgen. Täter war der Rechtsextreme Alexander K. aus Minden, der Andrea B. in seine Wohnung gelockt hatte und sie dort er­stach. Der Täter wurde wegen seiner Persön­lichkeitsstörung und seiner Drogen- und Alkoholabhängigkeit nur vermindert schuldfähig ein­gestuft und zu 12 Jahren Freiheitsentzug verurteilt.[170]

Ungeklärte Fälle in Niedersachsen

In Gieboldehausen wurde am 20. April [sic] 1994 bei einem Brand in einer Flüchtlingsunter­kunft ein Mann getötet. Er soll den Brand selbst gelegt haben?[171]

Nordrhein-Westfalen

In Hörstel (Kreis Steinfurt) wurde am 4. April 1992 Erich Bosse (keine Altersangabe) bei einem Brand­anschlag auf ein Wohnheim für Ausländer getötet. Die Tat ist bis heute nicht auf­ge­klärt.[172]

In Wuppertal wurde am 13. November 1992 Karl-Heinz Rohn (53 Jahre) in ei­ner Gaststätte von zwei Rassisten getötet. Seine Leiche wurde im Kof­ferraum ei­nes Au­tos im niederländischen Venlo ge­fun­den. Die Täter betrachten das Opfer als „Jude“ und bedrohten ihn mit „Du kommst nach Auschwitz“ und „Juden müs­sen brennen“. Das Landgericht Wuppertal verurteilte die zwei Täter we­gen Mor­des zu 14 bzw. acht Jahren Freiheitsstrafe. Der Wirt der Gaststätte wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt.[173]

In Wülfrath (Kreis Mettmann) wurde 21. November 1992 der Rentner Alfred Sa­lomon (92 Jahre) von einem alten Nazi getötet. Er hatte als junger Mann den Nazi-Terror überlebt und lebte in einem Al­tenpflege­heim. Dort wurde der Über­lebende des Holocaust immer wieder von Heiminsassen als „Saujud“ be­schimpft und syste­ma­tisch ausgegrenzt worden. Mit einem ehe­maligen Ober­sturmführer der Nazi-Or­ganisation Todt hatte er eine Auseinandersetzung, weil der ihn anti-semitisch an­gegriffen und mehrmals auf ihn einge­schlagen hatte. A. Sa­lomon ver­starb dadurch an einem Herzinfarkt.[174]

In Siegen-Weidenau wurde am 15. Dezember 1992 der sehbehinderte La­gerarbei­ter Bruno Kappi (55 Jahre) von zwei Neonazis (17 und 21 Jahre) durch Fußtritte getötet. Einer der beiden Täter hatten Wochen zuvor in Hennef (NRW) einen Mann aus Sri Lanka zusammengeschlagen und er wurde auf eine vielbefah­rene Straße gelegt. Die vorbe­straften Täter wurden vom Land­gericht Siegen „we­gen mangelnder Beweise“ freige­sprochen. Die offizielle Statistik negiert die ras­sisti­sche Motivation der Täter.[175]

Bei Meerbusch (Rhein-Kreis Neuss) wurde am 27. Dezember 1992 auf der Autobahn 57 Sahin Calisir (20 Jahre) von einem Neonazi mit dem Auto verfolgt und gerammt. Als er aus Angst, mit zwei Be­gleitern, aus seinem Auto fliehen wollte, wurde er von einem vor­beifahrenden Auto erfasst und ge­tötet. Das Schöffengericht Neuss konnte dafür kein ausländerfeindliches Motiv erkennen. Klaus E. (23 Jahre), einer der Täter, wurde im Oktober 1993 wegen fahrlässiger Tö­tung und fahrlässiger Stra­ßenverkehrsgefährdung lediglich zu 15 Monaten Ge­fängnis verurteilt. Der Beifahrer von E. enga­gierte sich als Ordner für die neona­zistische Organisation „Deutsche Liga für Volk und Heimat“.[176]

In Mülheim/Ruhr wurde am 9. März 1993 der Türke Mustafa Demiral (56 Jahre) von zwei or­ga­ni­sierten Rassisten überfallen und mit einer Schreck­schuss-Pistole be­droht, die ihm einer der An­grei­fer an den Kopf hielt. Das herz­kranke Opfer erlitt dar­aufhin einen Herzinfarkt und verstarb an den Fol­gen. Beide Täter waren Mitglieder der neonazistischen Partei „Die Repub­likaner“. Sie wur­den we­gen Körperverletzung mit Todesfolge jeweils zu vier Jahren Gefängnis verur­teilt.[177]

In Solingen wurden am 29. Mai 1993 Gürsün Ince (27 Jahre), Hatice Genc (18 Jahre), Hülya Genc (9 Jahre), Saime Genc (4 Jahre) und Gülüstan Öztürk (12 Jahre) durch einen rassistischen Brand­an­schlag auf ihr Wohnhaus getötet. Ein Strafsenat des Düsseldorfer Oberlandesgerichts verur­teilte am 13. Ok­tober 1995 vier Neonazis (16, 17, 20 und 23 Jahre) wegen fünffachen Mordes, 14-fachen Mordversuches und besonders schwerer Brandstiftung zu einmal 15 Jah­ren und dreimal zehn Jahren Freiheitsstrafen.[178]

In Dülmen (Kreis Coesfeld) wurde am 17. Juni 1993 der Kurde Abdi Atalan (41 Jahre) von zwei deutschen Rassisten (20 Jahre) erschossen.[179]

In Marl (Kreis Recklinghausen) wurde am 16. Juli 1993 ein schlafender Obdachloser N. N. (33 Jahre) von einem einschlägig vorbestraften Rassisten (18 Jahre) als „Judensau“ ange­griffen und mit Faust­schlägen und Fußtritten bewusstlos geschlagen. Das Opfer starb im Oktober 1993, ohne das Be­wusst­sein wieder erlangt zu haben. Das Landgericht Essen verurteilte den Skinhead (18 Jahre) wegen gefährlicher Kör­perverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Das Gericht sah kei­nen di­rekten Zusammenhang zwischen dem Angriff des Skinheads und dem Tod des Opfers.[180]

In Köln-Humboldt-Gremberg wurde am 26. Januar 1994 ein Brandan­schlag auf eine bosnische Roma-Familie verübt. In der Folge dieses Angriffs ver­starben am 7. Februar 1995 Raina Jova­novic (61 Jahre) und am 12. März ihre Tochter Jas­minka (11 Jahre).[181]

In Herford wurde am 28. September 1994 ein Wohncontainer für Ausländer mit zwei 20-Liter gro­ßen Kanistern ange­griffen und dabei wurden die aus dem Ko­sovo stammenden Romni Bu­kurjie Haliti (23 Jahre) und ihr Bruder Navgim Haliti (11 Jahre) getötet. 74 Menschen konnten sich aus der Container-Wohnan­lage retten. In der Vergangenheit gab es bereits öf­ters Angriffe mit Brandsätzen, so z. B. 1992 als durch einen Brand eine Frau er­hebliche Verletzun­gen erlitt. Die­ser Angriff wurde nicht auf­geklärt. Rassisten griffen das völlig abseits gelegene Container­lager immer wieder an, war­fen Steine auf die Gebäude oder skan­dierten rassistische Parolen.[182]

In Velbert (Kreis Mettmann) im Stadtpark wurde am 5. Februar 1995 Horst Pulter (65 Jahre) von sie­ben Rassisten (16 bis 24 Jahre) überfallen. Sie beschimpfen ihn als „Juden“. Einer der Täter stach ihm mit einem Messer in die Lunge, woran H. Pulter verstarb. Die Täter ga­ben an, sie wollten „Penner klatschen“. Das Jugendschöf­fengericht Mettmann verurteilte im November 1995 sechs Angreifer we­gen Kör­perverlet­zung zu Freiheits- bzw. Bewährungsstrafen. Das Schwurgericht Wup­pertal verur­teilte den Haupttäter Peter D. im Dezember 1995 wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu zehn Jahren Haft. Eine politische Di­mension der Tat wurde ne­giert.[183]

In Beckum-Vellern wurde 1995 der aus Nepal geflüchtete Sanjib Kumar Shrestha (21 Jahre) von den beiden Neonazis Till-Hauke Heldt (32 Jahre) und Tim Schüler erwürgt.[184]

In Duisburg-Friemersheim wurde 1995 ein Afrikaner von Thomas Lemke (27 Jahre) erschos­sen. An­schließend warf er die Leiche in den Rhein.[185]

In Emmerich (Kreis Kleve) wurde 1995 vor einer Diskothek ein Afrikaner hinterrücks ersto­chen.[186]

In Bochum wurde am 22. Juni 1995 ein Haus mit Brandsätzen angegriffen und da­bei starb Eisam Chandin (9 Jahre).[187]

In Altena (Märkischer Kreis) wurde am 16. Juli 1995 Dagmar Kohl­mann (25 Jahre) vom Neo­nazi Thomas Lemke (27 Jahre) vergewaltigt und mit einem Klapp­spaten getötet. Ihr Leichnam lag acht Monate in einem Wald vergra­ben, ohne dass sie jemand als vermisst gemeldet hätte. Der Täter hatte seine Freundin in den Mord ver­wickelt, um sich vor belastenden Aussagen zu schüt­zen. Das Land­gericht Essen verurteilte Th. Lemke im März 1967 wegen dreifachen Mor­des zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherheitsver­wah­rung.[188]

In Bergkamen (Kreis Unna) wurde am 24. Dezember 1995 ein Wohn­heim für Ausländer mit Brands­ätzen angegriffen und dabei starben drei Kinder.[189]

In Bergisch-Gladbach (Rheinisch-Bergischer Kreis) wurde am 3. Februar 1996 Patricia Wright (23 Jahre) von Thomas Lemke (27 Jahre) vergewaltigt und mit 91 Messerstichen ge­tötet. Sie trug auf der Jacke einen Aufnäher: „Nazis raus“.[190]

In Menden-Lendrigsen (Märkischer Kreis) wurde 1996 ein Wohnheim für Aus­länder mit einem Brand­satz angegriffen. Dabei verstarb ein Ukrainer (36 Jahre). Sechs weitere Personen wurden ver­letzt.[191]

In Dorsten-Rhade (Kreis Recklinghausen) wurde am 15. März 1996 Martin Kemming (26 Jahre) von Thomas Lemke (27 Jahre) mit zwei Schüssen aus ei­nem Gewehr getötet, weil er aus der Neonazi-Szene aussteigen wollte.[192]

In Krefeld wurde in der Nacht zum 31. März 1997 die Wohnung einer türki­schen Familie mit einem Brandsatz angegriffen. In Panik sprangen Fadime Demir (41 Jahre) und ihre Tochter Serpil Demir (19 Jahre) aus dem dritten Stock und ver­starben auf dem Boden. Ein Jugendlicher (17 Jahre) er­stickte in den Flam­men.[193]

In Bochum wurde am 14. Oktober 1997 der homosexuelle Rentner Josef Anton Gera (59 Jahre) von zwei einschlägig bekannten Rassisten (26 und 35 Jahre) mit Fußtrit­ten und einem Eisenrohr so schwer verletzt, dass er am 17. Oktober 1997 im Krankenhaus verstarb. Im Frühjahr 1998 verurteilte das Landgericht Bochum die Täter zu fünf bzw. sechs Jahren Freiheitsentzug wegen Körperver­let­zung mit To­desfolge. Eine politische Dimension wurde negiert, mit dem Ver­weis auf schwere Alko­holab­hängigkeit der Täter.[194]

In Duisburg wurde am 17. März 1999 der Frührentner Egon Effertz (58 Jahre) von drei Skin­heads (17, 20 und 22 Jahre) „aus purer Lust auf Menschen­jagd“ tot­getreten. In einem Mordpro­zess verur­teilte das Landgericht Duisburg im Septem­ber 1999 Oliver P. (22 Jahre) wegen Mord zu einer lebens­langen Freiheits­strafe. Vor der Tat musste er wegen Rechtsextremismus aus der Bundeswehr ent­lassen. Seine Komplizen, Stefan E. (20 Jahre) und Gordon B. (17 Jahre) erhiel­ten Jugend­strafen und wurden zu zehn bzw. acht Jahren Freiheitsstrafen verurteilt. Eine po­liti­sche Di­mension der Tat wurde negiert.[195]

In Waltrop (Kreis Recklinghausen) wurden am 14. Juni 2000 bei einer Ver­kehrs­kontrolle die Polizis­ten Thomas Goretzky (35 Jahre), die Polizistin Yvonne Hachtkemper (34 Jahre) und der Polizist Matthias Larisch von Woitowitz (35 Jahre) von Michael Berger (31 Jahre), ein organi­sierter Neonazi, erschossen. Der Täter wurde tot in einem PKW aufgefunden – vermutlich hat er Selbstmord be­gan­gen. Eine politische Dimension der Tat wurde ne­giert.[196]

In Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis) wurde am 6. Juli 2001 Frank H. (33 Jahre), ein Arbeits­kollege von Daniel Ruda in die Wohnung des frisch vermähl­ten Ehepaares gelockt. Dort wurde das Opfer von Daniel und Manuela Ruda mit über 60 Mes­sersti­chen, Hammerschlägen und mit einer Machete ge­tötet und zer­stü­ckelt. Die beiden Täter flohen, konnten aber nach einer Woche von der Polizei in der Nähe von Jena fest­genommen werden. In der Wohnung der Beiden wur­den u. a. SS-Runen aufge­fun­den. 1998 war D. Ruda in Herten im Kreis Recklinghau­sen bei der Bundestags­wahl als Wahlhelfer des NPD-Vorsit­zenden W. Kevering no­mi­niert und bei der zent­ralen Wahlkampf-Demonstration am 19. September 1998 in Rostock war er anwe­send. Nach der Bundestagswahl zog er sich von der Neonazi-Szene zurück und ging auf die Gothic-Metal-Szene zu. Das Landge­richt Bo­chum verurteilte D. Duda für 15 Jahre Freiheitsstrafe und M. Duda erhielt 13 Jahre Freiheits­strafe. Aufgrund ihrer er­heb­lichen Persönlichkeitsstörung, ord­nete das Gericht zunächst einen unbe­fristeten Aufenthalt in einer ge­schlossenen Psychiat­rieanstalt an.[197]

In Overath (Rheinisch-Bergischer Kreis) wurde am 7. Oktober 2003 der gefesselte Rechtsan­walt Hart­mut Nickel (61 Jahre), seine Frau Mechthild Bucksteeg (53 Jahre) und seine gefesselte Toch­ter Alja Nickel (26 Jahre) von dem ehemaligen Fremdenlegionär, Informanten des Lan­desamtes für Ver­fas­sungsschutz in NRW und bekennenden Neonazi Thomas Adolf (46 Jahre) mit einem Gewehr durch Kopfschüsse getötet. In seiner Be­gleitung befand sich seine Freundin Jennifer D. (20 Jahre). Das Land­gericht Köln verurteilte den Täter im Dezember 2004 wegen Mordes zu lebens­langer Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Eine po­litische Di­men­sion der Tat wurde negiert.[198]

In Dortmund wurde am 28. März 2005 der dreifache Vater und Punk Thomas Schulz (32 Jahre) vom Neonazi Sven K. (17 Jahre) mit einem Messer ge­tötet. Das Landgericht Dortmund verur­teilte im November 2005 den Täter we­gen Tot­schlags zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jah­ren.[199]

In Essen, am Rheinischen Platz, wurde am 1. Juli 2005 ein Woh­nungsloser N. N. (44 Jahre) in einem Män­nerwohnheim von zwei einschlägig vorbe­straften neonazistischen Brüdern (15 und 17 Jahre) ge­treten und misshan­delt und schließlich getötet. In einem nicht-öffentlichen Prozess wurde den Tätern Körper­verletzung mit Todes­folge vorgeworfen, jedoch weigerte sich das Amtsgericht Es­sen, wegen des Ju­gendstrafrechtes, zu informieren mit welcher Begründung und welche Strafe die Täter erhalten hatten. Eine politische Dimension der Tat wird negiert.[200]

In Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) wurde am 1. März 2006 Fevzi Ufuk (68 Jahre) vor der Moschee des türkischen Kulturvereins mit einem gezielten Schuss in den Kopf getötet. Die Staatsan­waltschaft Bielefeld wollte Ende 2011 keinen Zusam­menhang zu den Morden der Gruppe NSU er­kennen, d. h. eine po­litische Dimen­sion der Tat wurde negiert.[201]

In Dortmund wurde am 4. April 2006 der Türke Mehmet Kuba?ik (39 Jahre) von der Gruppe „Na­ti­onalsozialistischer Untergrund“ (NSU) durch meh­rere Schüsse getötet.[202]

In Hemer (Märkischer Kreis) wurde am 14. Mai 2010 Sven M. (27 Jahre) in einem illegalen Klub der Neonazis von Alexander U., Besitzer der Bar, er­stochen. An­schlie­ßend wollte er zu­sammen mit drei an­deren Neonazis, den Leichnam in ei­nem Wald­stück bei Westig verscharren. Im Dezember 2012 verurteilte das Landgericht Ha­gen Alexander U. wegen Totschlags und Verstoßes gegen das Waffen­gesetz zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren und sechs Monaten. Eine po­litische Di­mension der Tat wurde ne­giert.[203]

In Kamp-Lintfort (Kreis Wesel) wurde am 22. Mai 2010 die Leiche des obdach­losen, sehbe­hin­derten Frührent­ners Klaus B. (51 Jahre) gefunden. Die Polizei nahm vier Ver­dächtige fest und schloss einen krimi­nellen Hintergrund nicht aus. Im Ge­richtsver­fahren wurde der Haupt­angeklagte (17 Jahre) teil­weise freigespro­chen, weil ihm anscheinend nicht nachzuweisen ge­wesen sei, dass er das Opfer auf den Kopf ge­schlagen hätte.[204]

In Neuss (Rhein Kreis Neuss) wurde am 27. März 2011 in einer Obdachlosen-Unterkunft Duy-Doan Pham (59 Jahre), obdachlo­ser Vietnamese und Vater von drei Kindern, von Sven K. (38 Jahre) und Dennis E. (18 Jahre) durch Schläge und Tritte und mit ei­ner Zaunlatte getötet. Das Landgericht Düs­seldorf Dennis E. we­gen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von neuneinhalb Jah­ren Jugendstrafe. Sven K., sein Kom­plize, erhielt wegen Totschlags neun Jahr Freiheitsentzug und eine Einweisung in eine Entziehungsanstalt. Für das Gericht war die Vertuschung des Raubüberfalls das Hauptmotiv für die Tat. Eine politische Dimension der Tat wird negiert.[205]

In Waldbröl (Oberbergischer Kreis) wurde am 1. September 2016 Klaus B. (40 Jahre) von vier Rech­ten (19 bis 35 Jahre) zusammengetreten und -geschlagen, so dass er am 10. September 2016 an den Folgen der Verletzungen verstarb. Die vier Täter waren zuvor, zum Teil mit Base­ballschlägern be­waffnet, in der Stadt unterwegs um Flüchtlinge zu „klatschen“ bzw. auf der „Jagd nach Arabern“.[206]

In Köln, am Hauptbahnhof, wurde in der Nacht vom 12. auf den 13. No­vember 2016 ein Ob­dachlo­ser (29 Jahre) verprügelt und angezündet. Er verstarb an den Brandverletzungen. Die Ermittler ver­muten, Unbekannte hätten den Mann ange­zündet haben, um die Spuren einer Ge­walttat zu verwischen.[207]

Ungeklärte Fälle in Nordrhein-Westfalen

In Gelsenkirchen wurde am 27. Juli 1990 ein obdachloser Mann getötet.[208]

In Siegburg wurde im Juni 1993 durch einen Brandanschlag ein Obdachlosen- bzw. Wohn­heim für Ausländer in Brand gesetzt. Dabei wurden sechs Personen (10 bis 55 Jahre) getö­tet und sieben weitere Heim­bewohner wurden verletzt. Ein Kind (12 Jahre) wurde vermisst. Auf der Haustüre war ein Ha­ken­kreuz aufgemalt, dass an­geblich schon län­ger dort angebracht worden sei.[209]

In Düsseldorf wurde am 10. Oktober 1993 ein obdachloser Türke durch Mes­sersti­che getötet.[210]

In Düsseldorf explodierte am 27. Juli 2000 bei einem Sprengstoffanschlag am Bahnhof Düs­seldorf-Wehrhahn eine Rohrbombe. Dabei wurden zehn Migran­ten, sie kamen vorwiegend aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion, auch le­bensge­fährlich verletzt. Eine Frau die im fünften Monat schwanger war, verlor dadurch ihr ungeborenes Kind. Der oder die Täter konnten bisher nicht ermittelt wer­den.[211]

Rheinland-Pfalz

In Hachenburg (Westerwaldkreis) wurde am 28. Dezember 1990 der Kurde Nihad Yusufoglu (17 Jahre) auf of­fener Straße von einem Mitglied (20 Jahre) der neo­nazisti­schen „Taunusfront“ mit ei­nem Messerstich durch den Rü­cken ins Herz ermordet. Nach der Tat wurde das Haus der Familie Yus­ufoglu mit Steinen be­worfen, Familienmitglieder bedroht, beleidigt und die Kinder wur­den ver­prü­gelt. Das Gericht in Koblenz verurteilte den Täter wegen Totschlags zu ei­ner Frei­heits­strafe von sechs Jahren. Eine rassistische Dimension der Tat wurde negiert.[212]

In Bad Breisig (Kreis Ahrweiler) wurde am 1. August 1992 der ob­dachlose Dieter Klaus Klein (49 Jahre) von zwei Skinheads (17 Jahre) im Park zusammenge­tre­ten und mit einem Kampf­messer ge­tö­tet. Wegen gemein­schaftlichen Mordes wur­den vom Landgericht Koblenz zu acht Jahren und drei Monaten beziehungsweise zu sechs Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafen ver­urteilt. Die offizielle Statis­tik negiert das rassistische Motiv der Täter.[213]

In Koblenz wurde am 24. August 1992 der obdachlose Frank Bönisch (35 Jahre) von einem Skin­head (23 Jahre) erschossen. Der Täter schoss die gesamte Muni­tion seines Revolvers auf eine Gruppe von Punks, Obdachlosen und Drogenab­hängigen, die sich auf dem Zentralplatz befan­den. Das Land­ge­richt Koblenz verurteilte den Skinhead Andy Johann H. wegen Mordes und we­gen sie­benfacher Mordversuche zu 15 Jahren Freiheitsstrafe. Die offizielle Statistik ne­giert die ras­sistischen Motive des Täters.[214]

In Kandel (Landkreis Germersheim) wurde am 6. Dezember 2003 bei einem Brandan­schlag eines Rassisten (22 Jahre) auf ein Wohnhaus für Ausländer die griechi­schen Wan­derarbeiter Petros C. (22 Jahre) und Stefanos C. (23 Jahre) getötet. Das Landgericht Landau verurteilte den Täter Phillip R. (22 Jahre) im No­vember 2008 zu drei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe. Eine politische Di­mension wurde negiert.[215]

Ungeklärter Fall in Rheinland-Pfalz

In Ludwigshafen am Rhein brannte am 3. Februar 2008 ein Wohnhaus, dass vor­wie­gend von türki­schen Familien bewohnt worden war. Dabei wur­den neun Men­schen getötet (fünf Kinder und vier Erwachsene): Ilyas Çalar (2 Jahre), Kennan Kaplan (2 Jahre), Karanfil Kaplan (4 Jahre) und Dilara Kaplan (11 Jahre); Hülya Kaplan (31 Jahre), Belma Özkapli (22 Jahre), Döne Kaplan (21 Jahre) und Medine Kaplan (48 Jahre). Im Erdgeschoss befand sich ein leer­ste­hendes Re­s­tau­rant, dass im August 2006 mit Brandsätzen an­gegrif­fen worden war. Der be­kannte Rassist und Neo­nazi Malte R. wurde verdächtigt, den Brand gelegt zu ha­ben. Er war Mitglied der ras­sistischen Gruppe „Ludwigs­hafe­ner Nationalisten und Ras­sisten“ (LuNaRa). Am 23. Juli 2008 gab die Staats­an­walt­schaft bekannt, dass die Ermittlun­gen ein­ge­stellt wurden – die Ursache für die Brandlegung bleibt ungeklärt. An den ers­ten Untersuchungen zur Brandursache waren unter anderem Sachverständige des Landeskriminalam­tes (LKA) und des Bundeskriminalamtes (BKA) beteiligt. Auch Spürhunde waren im Einsatz.

2011 kamen Informationen an die Öffentlichkeit, nach dem der Neonazi Malte R. verdächtigt wurde, an diesem Brandanschlag beteiligt gewesen zu sein und dass er Kontakte zum Neonazi R. Wohlleben hatte, der als mutmaßlicher Un­terstützer in München beim NSU-Pro­zess mitan­geklagt ist. Der Ver­dacht der Brand­stiftung beruhte auf den Aussagen von zwei Mädchen, die das Feuer überlebten. Ge­genüber den Ermitt­lern be­stätigten sie, dass sie einen Mann im Haus­eingang gesehen hatten, der in einem Kin­derwagen Feuer gelegt habe und danach weggelaufen sei. Von psychologischen Gutachtern wurden die beiden Kinder dazu gebracht, ihre Aus­sagen zurückzuziehen. Vor dem Brand war es zu rechtsradikalen Drohungen gegen die türkischen Hausbesitzer gekommen. Die Fami­lie sei nach ihrem Einzug in das Ludwigshafener Eckhaus von jungen deut­schen Rechtsradikalen bedroht worden, mel­dete die Zeitung „Zaman“ unter Be­rufung auf Angehörige der Opfer im südost­türkischen Gaziantep. Die Ludwigshafener Fa­milie habe die Drohungen aber nicht ernst genommen. Das weitgehend zer­störte Gebäude war vor dem Brand mit Nazi-Symbolen beschmiert worden: im Erdgeschoss des Ge­bäudes fand sich an der Außenwand zwei Mal die Aufschrift „Hass“, wobei die beiden letzten Buchstaben jeweils im Stil der SS-Runen geschrieben waren. Bevor der türkische Kul­turverein in das Erd­geschoss gezogen war, beherbergten die vom Kulturverein angemieteten Räum­lichkeiten einen Skinhead-Treffpunkt, später dann eine normale Gastwirtschaft. Mehrere türkische Zeitungen berich­teten, dass in der Nähe des Brandortes in Ludwigsha­fen ein türkenfeindlicher Spruch an eine Wand gesprüht worden war. Am 23. Juli 2008 gab die Staatsanwaltschaft die Einstellung der Ermittlungen bekannt – Die Ursache bleibt bis heute ungeklärt, aber vieles deutet auf einen Nazi-Brandan­schlag hin. Eine vorsätzliche Brandstiftung oder gar ein Brandanschlag sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen, erklärte die Staatsan­waltschaft und ging von Fahr­lässigkeit aus. Der Brand sei an der Holztreppe durch eine Wärmequelle ausge­brochen, die zu einem Schwelbrand geführt habe. Jedoch befanden sich am Brandherd keine Elektrokabel oder -geräte. Auf den türki­schen Kulturverein im Erdge­schoss dieses betroffenen Hauses, wurde bereits 2006 ein Brandanschlag verübt und es wurden Nazi-Schmierereien mit SS-Ru­nen an der Hauswand gefunden. Neonazis wohnten in der Nachbarschaft und wenige Monate vor dem 3. Februar 2008 gab es einen Naziauf­marsch unweit von Ludwigshafen.

Vor dem 3. Februar 2008 hatte Ministerpräsident Roland Koch (CDU), unterstützt von Bun­deskanz­lerin A. Merkel (CDU), im hessischen Wahlkampf mit rassisti­schen Äußerungen die Stimmung gegen türkisch-stäm­mige Jugendliche massiv aufgepeitscht.[216]

Bis einen Monat nach dem Brand, hatten Ermittler keine Erklärung für die Brand­ursache abge­geben. Kurt Beck jedoch, Ministerpräsident von Rheinland-Pfal­z und SPD-Vorsitzender, ori­entierte am Tag nach dem Brand sofort auf die ge­wünschte Richtung der Untersuchung der Brandursache hin, in­dem er erklärte, einen ausländerfeindlichen Hintergrund könne er nach dem Stand der Ermittlun­gen nicht erkennen. Diese Äußerungen gleichen der seines Parteifreun­des, BMdI Ot­to Schily, der am 10. Juni 2004, einen Tag nach dem ver­hee­renden Bombenatten­tat in der Keup­straße in Köln, öffent­lich er­klärte, eine ter­roristi­sche Dimension des An­schlags sei auszuschließen, weil es sich hier um eine Tat der allgemeinen Kriminalität handele. Damit gab Schily, ähnlich wie K. Beck, eine fal­sche Rich­tung vor und be­stätigte gleichzeitig die be­reits seit Jahr­en beste­hende fal­sche Ori­en­tie­rung der Sicherheits­behör­den.

Knapp zwei Wochen später nach dem Brand in Ludwigshafen, am 15. Februar 2008, brannte im badischen Aldingen (Landkreis Tuttlingen) erneut ein Haus nieder, in dem überwie­gend aus der Tür­kei stammende Immigranten wohnten. Die Poli­zei konnte sogleich kein fremden­feind­liches Motiv erkennen. Nahe Marburg in Hes­sen setzten Rassisten in der Nacht des 19. Februar 2008 ein Haus in Brand, schrien immigrantenfeindliche Losungen auf der Straße und be­schmierten ein Haus mit den­selben Parolen, wie sie in Ludwigshafen aufgefunden wurden. Glücklicherweise wurde das Feuer rechtzeitig bemerkt, so dass Verletzungen der Bewohner und größerer Schaden am Gebäude verhin­dert werden konnten.[217]

Saarland

In Saarlouis (Landkreis Saarlouis) wurde am 19. September 1991 bei einem Brandanschlag auf ein Wohnheim für Ausländer der Ghanaer Samuel Kofi Yeboah (27 Jahre) getötet. Zwei aus Nigeria Geflüchtete wurden verletzt. Der Brandanschlag ist bis heute nicht aufgeklärt.[218]

In Völklingen starben am 30. September 1994 durch einen Brand in einem Wohnhaus in zwei Men­schen. Nach Angaben der Polizei lebten in dem Hause auch Geflüchtete. Die Brandursache blieb unklar.[219]

In Sulzbach (Regionalverband Saarbrücken) wurde am 9. August 2002 der türkische Lehrling Ahmet Sarlak (19 Jahre) von zwei vorbestraften Rassisten geschlagen, getreten und schließ­lich ge­tötet. Die politische Dimension der Tat wurde aner­kannt. Die beiden Täter wur­den festge­nommen und das Landgericht Saarbrücken verurteilte den Haupttäter zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren.[220]

Ungeklärter Fall im Saarland

In Homburg-Schwarzenacker erschoss 7. Mai 2017 ein Neonazi (61 Jahre) seine Nachbarin Ramona S. in ihrem Pkw. Sie war mit ihrer Familie 1997 aus Rumänien nach Deutschland gekommen. Der Täter äußerte vor dem Mord häufig, dass die rumänische Familie „in der Straße nichts verloren“ habe. Nach der Tat flüchtete er mit seinem Pkw und tötete sich selbst.[221]

Sachsen

In Dresden starb am 23. Februar 1991 ein Afghane an den Folgen eines rassisti­schen Überfalls, we­gen nicht erhaltener medizinischer Hilfe.[222]

In Dresden wurde am 31. März 1991 Jorge Joao Gomondai (28 Jahre) aus Mosambik von Skin­heads aus einer fahrenden Straßenbahn der Linie 7 geworfen. Nach sechs Tagen, am 6. April, erlag Go­mondai seinen schweren Kopfverletzun­gen. Der Trau­ermarsch, über 3.000 Teilneh­mer, wurde ge­stört mit Rufen wie „Sieg Heil“ und „Ausländer raus“. Gomondai war 1981 aus Mo­sambik als „Ver­trags­arbeiter“ nach Dresden gekommen und arbeitete dort im Schlacht­hof. Das Landgericht Dresden ver­urteilte einen Täter am 29. Oktober 1993 wegen fahrläs­siger Tö­tung zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren ohne Bewäh­rung. Zwei weitere Täter wur­den zu Bewährungsstrafen von einein­halb Jahren verur­teilt.[223]

Am 1. Juni 1991 wurde Gerhard Sch. (43 Jahre) am Leipziger Hauptbahnhof (Sachsen) von zwei Neonazis verprügelt und aus der Straßenbahnlinie 17 gesto­ßen. Zuvor hatten die beiden Männer mit Springerstiefeln und einem T-Shirt mit Reichsadler andere Fahrgäste angepöbelt und angerempelt. Als Gerhard Sch. da­raufhin das Verhalten lautstark als protestierte, begannen die beiden Skinheads ihn zu treten und zu schlagen und warfen ihn aus der fahrenden Straßen­bahn. We­nige Tage später verstarb der 43-Jährige an seinen schweren Verletzungen. In der anschließenden Berichterstattung der Leipziger Volkszeitung heißt es, der Täter sei als „Skin­head“ beschrieben, identifiziert und zur Fahndung ausgeschrieben worden. Auf eine parlamen­tarische Anfrage im Jahr 2014 antwortet die Sächsi­sche Landesregierung, der Fall sei ihr unbekannt.[224]

In Elsterheide-Geierswalde (Landkreis Bautzen) wurde am 11. Oktober 1992 eine Dis­kothek von „Sieg-Heil“ brüllenden Neonazis überfallen. Dabei wurde die Aus­hilfskellnerin Wal­traud Scheffler (ohne Altersangabe) so schwer verletzt, daß sie am 23. Oktober an den Folgen ver­starb. Das Jugend­schöffengericht Baut­zen verur­teilte den Täter zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren. Eine politische Dimension der Tat wurde negiert.[225]

In Hoyerswerda (Landkreis Bautzen) wurde in der Nacht zum 19. Feb­ruar 1993, bei einem Überfall von mehreren Skinheads, Mike Zerna (22 Jahre) zu­sammen­geschlagen, wobei sie rie­fen „Schlagt die Zecken tot“. Danach kippten die An­greifer ein Auto auf den am Boden liegen­den M. Zerna, der sechs Tage später, am 25. Februar 1993, an seinen Verletzungen verstarb. Das Landgericht Bautzen verur­teilte im Juli 1994 zwölf Tatbeteiligte (19 bis 25 Jahre) zu Be­währungs- bzw. Haftstra­fen bis zu vier Jahren.[226]

In Dresden wurde bei einem Brand in einem Wohnheim für Ausländer am 10. Juni 1993 ein Mosam­bikaner getötet. Bei den Ermittlungen wurde ein Brandan­schlag ausgeschlossen.[227]

In Leipzig wurde am 28. Mai 1994 Klaus R. (43 Jahre) von sechs Jugendlichen zu Tode geprü­gelt, weil der gebeten hatte, die Musik leiser zu stel­len. Das Land­gericht Leipzig verurteilte den Haupttäter zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und die fünf Mittäter kamen mit niedrigen Haft- bzw. Bewäh­rungsstrafen da­von.[228]

In Leipzig wurde am 3. August 1994 ein Vietnamese (33 Jahre) erstochen. Eine politische Di­men­sion der Tat wurde negiert.[229]

In Zittau (Landkreis Görlitz) wurde am 20. November 1994 Michael Gäbler (18 Jahre) von einem Skinhead (17 Jahre) ersto­chen. Im Juni 1995 sprach das Landgericht Görlitz den Täter frei, weil der in „Notwehr“ gehandelt hätte.[230]

In Hohenstein-Ernstthal (Landkreis Zwickau) am Stausee Oberwald wurde am 28. Mai 1995 u. a. der Bundeswehrsoldat Peter T. (24 Jahre) von etwa 10 Skin­heads (21 bis 24 Jahre) angegrif­fen und ver­starb am 12. Juni 1995 an den Fol­gen dieser Tat. Das Opfer war angegriffenen Pa­kistani zu Hilfe gekommen. An­scheinend wurde die Polizei erst nach dem Tod von Peter T. von dem An­griff infor­miert. Das Landgericht Chemnitz verurteilte acht Angeklagte zu Strafen zwi­schen zehn Monaten auf Bewährung und drei Jahren und zehn Monaten Gefäng­nis. Das Ge­richt konnte nicht klären wer der Mörder war. Eine politische Dimen­sion der Tat wurde negiert.[231]

In Leipzig-Großzschocher wurde am 17. Dezember 1995 der homosexuelle Gerhard Helmut B. (19 Jahre) von drei gleichalterigen Jugendlichen gequält und ermordet. Sein Leichnam wurde erst im April 1996 entdeckt. Die drei Täter wurden vom Landgericht Leipzig zu Jugendstrafen zwischen dreieinhalb und acht Jahren Freiheitsentzug verurteilt.[232]

In Leipzig-Grünau trafen am 30. Dezember 1995 in der Straßenbahn Linie 15 Steffen S. (21) und Marlon S. (20) den schlafenden und betrunkenen Obdachlosen Horst K. (43 Jahre). Sie zündeten den Schla­fenden an und der Polyester seiner Jacke geriet sofort in Brand. Herbeiei­lende Fahrgäste ver­suchten das Opfer zu löschen, aber die Hilfe kam zu spät. Das Opfer starb wenig später an Verbren­nungen zwei­ten und dritten Grades, die er auf 40 Prozent seiner Kör­perfläche erlitten hatte. Die Täter stiegen un­mittelbar nach der Tat in den nächsten Straßen­bahnwagen und beobach­teten und kommen­tierten ihre Tat. Marlon S.: „Jetzt brennt er.“ Daraufhin Steffen S.: „It’s cool“. Laut Aussage im Pro­zess soll Steffen zu Marlon gesagt haben: „Zünd ihn doch einfach mal an“. Ein Gericht verurteilte Steffen S. wegen Mordes, den das Gericht als „vorsätz­lich heimtückisch und grausam“ einstufte, zu einer Frei­heitsstrafe von acht­einhalb Jahren. Mar­lon S. wurde wegen schlimmster Form unterlassener Hilfe­leistung zu einer einjährigen Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf Be­währung, verurteilt.[233]

In Leipzig-Wahren wurde am 8. Mai 1996 Bernd Grigol (43 Jahre) nach einer Sauf­tour von drei Skinheads zusammengeschlagen und erstochen. Die Täter ver­senkten den Leichnam im Ammelshainer See, wo sie eine Woche später gefunden worden war. Nach einem Revisions­verfah­ren vor dem Bundesgerichts­hof wurde Rainer S., er wurde als Haupttäter klassifiziert, wegen Mor­des zu vier­zehneinhalb Jahren Freiheitsstra­fe, seine Komplizen zu acht und zehn Jahren Frei­heitsentzug verur­teilt.[234]

In Leipzig-Lindau wurde am 23. Oktober 1996 der Syrer Achmed Bachir (30 Jahre) vor einem Ge­müseladen von zwei Neonazis (18 und 20 Jahre) durch einen Mess­erstich ins Herz getötet. Wegen Mordes erhielt der Haupttäter neuneinhalb Jahre Freiheitsstrafe. Eine politische Di­men­sion der Tat wurde ne­giert.[235]

In Leipzig wurde am 4. Juli 1998 der portugiesische Zimmermann Nuno Lourenco (49 Jahre) nie­der­ge­schlagen und verstarb am 29. Dezember 1998 in Por­tu­gal an den Folgen des Angriffs. Die acht An­greifer (15 bis 20 Jahre) wollten nach dem WM-Ausschei­den der deut­schen Fuß­ball-Elf „Auslän­der klat­schen“. Das Landgericht Leipzig verurteilte im September 1999 den Haupttäter, ein Elektro-Lehrling, zu vier Jahren Freiheits­strafe wegen Körperverletzung mit To­desfolge. Seine Komplizen erhielten Bewährungsstrafen.[236]

In Oberlungwitz (Landkreis Zwickau) wurde am 3. Oktober 1999 der Maler-Lehr­ling Patrick Thürmer (17 Jahre) nach einem Besuch eines Punk-Konzertes auf dem Heimweg von drei Ne­onazis über­fallen und mit Fußtritten, einer Axt und einem Billardqueue so schwer am Kopf verletzt das er am nächsten Tag im Kran­kenhaus verstarb. Das Landgericht Chemnitz verur­teilte den Haupt­täter (23 Jahre) wegen Todschlag zu elf Jahren Freiheitsentzug. Eine politische Dimension der Tat wurde ne­giert.[237]

In Weißwasser (Landkreis Görlitz) wurde am 28. Januar 2000 der obdachlose Glasdesigner Bernd Schmidt (52 Jahre) in seiner Baracke von drei Rassisten (15 bis 16 Jahre) über einen Zeitraum von drei Tagen zu Tode geprügelt und getreten. Zeit­weise waren zwei Mädchen Zeu­gen des Geschehens. B. Schmidt verstarb am 31. Januar 2000 an Hirn­blutungen und an einer Lungenentzündung als Folge der Miss­hand­lungen. Einer der Täter bezeichnete das Opfer bei seiner Vernehmung in der Ge­richts­ver­handlung als „menschlichen Schrott“. Er wurde zu sieben Jah­ren Frei­heitsentzug verurteilt. Der zweite Täter erhielt eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren. Der Dritte erhielt eine Freiheits­strafe von einem Jahr auf Be­währung. Die beiden Mäd­chen blieben ebenso straffrei, wie die beiden Poli­zisten, die keine Er­mittlungen zum Tod von B. Schmidt aufgenommen hatten. Ob­wohl die sozi­aldar­winisti­sche Motivation der Tat augen­scheinlich war, wurde die rassisti­sche Dimension der Tat negiert.[238]

Im Stadtpark von Freiberg (Landkreis Mittelsachsen) wurden am 5. Oktober 2000 zwei Ob­dach­lose von Ju­gendlichen brutal zusammengeschlagen. Ein Mann erlitt dabei tödliche Verlet­zungen. Er war schlafend mit einer Schnapsflasche erschla­gen worden.[239]

In Stauchitz (Landkreis Meißen) wurde am 20. April 2003 [sic] der arbeits­lose und al­kohol­kranke ehema­lige Stahlarbeiter Günter T. (35 Jahre) im Jugend­club „Gift­mische Stauchitz“ über zwei Stun­den misshandelt. Er verstarb zwei Tage später an seinen schweren Verletzungen. Vier Rassis­ten (29 bis 36 Jahre) hatten den be­wusstlosen und damit wehrlosen Mann nackt ausgezogen, mit Was­ser über­gossen und den Mund zu­gehalten. Das Landgericht Dresden ver­urteilte die Ange­klagten lediglich wegen Körperverlet­zung und un­terlassener Hilfe­leis­tung zu Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren zur Bewäh­rung.[240]

In Leipzig wurde am 4. Oktober 2003 Thomas K. (16 Jahre) von dem rechtsextremen Lehrling René M. mit einem Messer schwer verletzt, dass er kurze Zeit danach im Krankenhaus den Verletzungen erlag.[241]

In Leipzig wurde am 23. August 2008 der obdachlose Karl-Heinz Teichmann (59 Jahre) von Mi­chael H., einem Neonazi (18 Jahre) am Schwa­nenteich zwei­mal brutal ver­prü­gelt und zu­sammenge­treten. Zwischendurch ver­ließ der Mörder den Tatort um sich mit Freunden zu tref­fen. Das Opfer verstarb zwei Wochen später am 6. Sep­tember im Krankenhaus. Das Landgericht Leipzig verurteilte am 27. März 2009 Michael H. aus Delitzsch wegen heimtücki­schen Mordes zu acht Jahren und drei Monaten Frei­heitsstrafe. Ein Komplize (21 Jahre) von Michael H. blieb ohne Strafe. Eine politische Di­mension der Tat wird ne­giert.[242]

In Dresden wurde am 1. Juli 2009 die schwangere Apothekerin Marwa El-Sherbini (31 Jahre) in ei­nem Gerichtssaal des Landesgerichtes vom Neonazi Alex W. erstochen. Ihr Ehemann wurde eben­falls niedergestochen und von einem hinzuei­lenden Polizisten irrtüm­lich ange­schos­sen. Er überlebte schwer verletzt. Das Landgericht Dresden verurteilte Alex W. im November 2009 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.[243]

In Leipzig wurde in der Nähe des Hauptbahnhofes am 24. Oktober 2010 der Ira­ker Kamal Kilade (19 Jahre) von Daniel K. (29 Jahre) und Marcus E. (33 Jahre), zwei einschlägig vorbe­strafte Neona­zis, mit Mes­serstichen getötet. Das Landge­richt Leipzig verurteilte im Juli 2011 Marcus E. wegen aus­länderfeindli­che moti­vierten Mordes zu 13 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwah­rung. Sein Komplize erhielt drei Jahre Freiheitsentzug wegen gefährlicher Kör­perver­letzung und er wurde wegen seiner Alkoholprobleme in eine Entziehungs­anstalt ein­gewiesen.[244]

In Oschatz wurde am 27. Mai 2011 der obdachlose André Kleinau (50 Jahre) von sechs Ne­o­na­zis so sehr misshandelt, dass er am 1. Juni 2011 in einem Kran­kenhaus an sei­nen schweren Verletzungen ver­starb. Am 8. Juni wurden drei Täter (25 bis 36 Jahre) von der Polizei festge­nommen. Der Haupt­täter hatte vor der Tat in sozialdarwinistischer Manier bereits verkündet, „Pen­ner“ und „Kana­ken“ fertig machen zu wollen. Das Landgericht Leipzig verurteilte wegen Tot­schlags am 25. Januar 2013 Ronny S. zu zehn Jahren und Sebastian B. zu 13 Jah­ren Frei­heitsent­zug. Drei jugendliche Komplizen, zur Tatzeit 16 und 18 Jahre alt, wurden zu Frei­heits­strafen bis zu drei Jahren verurteilt. Silvio H. erhielt wegen unterlassener Hilfeleistung eine Bewährungsstrafe von zehn Monaten. Eine poli­tische Dimen­sion wird negiert.[245]

Ungeklärte Fälle in Sachsen

In Dresden machten 1991 Neonazis Jagd auf einen Ausländer, weil er „Glücks­spieler“ gewe­sen sei. Er brach mit einer Herzatta­cke zusammen.[246]

In Leisnig (Landkreis Mittelsachsen) wurde in der Nacht zum 24. Februar 1991 ein Wohnheim für Flüchtlinge von etwa 70 Neonazis, darunter die Gruppe „Jungsturm Leisnig“ (JSL), über­fallen, wobei es zahlreiche Verletzte, zum Teil Schwerverletzte gab. Da bei dem Überfall auch die gesamte Ein­richtung des Wohnheims demoliert wurde, flüchteten die Flüchtlinge, 60 Men­schen aus Af­gha­nistan, Iran und Pakistan, in panischer Angst nach Delitzsch und verbrachten eine kalte Nacht im Wald. Bei einem Zwischenhalt in Delitzsch starb ein Mann aus Afghanis­tan, woraufhin 40 Menschen weiter zur Zentralen Aufnahme­stelle für Asylbe­werber in Schwal­bach (Hessen) flüchteten.[247]

Sachsen-Anhalt

In Magdeburg wurde am 9. Mai 1992 ein Fest von Punks im Lokal „Elbterrassen von etwa 60 Neo­nazis überfallen. Der Punk Thorsten Lamprecht (23 Jahre) starb zwei Tage später an den Folgen einer Schädelfrak­tur. Ende Februar 1995 wurde Frank F. (23 Jahre) aus Wolfsburg, er war einer der Täter, vom Landgericht Magdeburg wegen gefährlicher Körperverletzung in Tat­einheit mit Landfrie­dens­bruch in einem beson­ders schweren Fall zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Obwohl meh­rere Zeugen ausgesagt hatten, dass er mit einem Baseball-Schläger das Opfer auf den Kopf geschlagen hatte, blieb das Ge­richt bei seiner Auffas­sung.[248]

In Staßfurt (Salzlandkreis) wurde am 22. Januar 1993, kurz nach Mit­ternacht, auf dem Hof des Poli­zei­reviers ein Rumäne (21 Jahre) von ei­nem Polizisten (53 Jahre) von hinten erschos­sen. Gegen den inzwischen vom Dienst suspendierten Beamten wurde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tö­tung er­mittelt. Die Tö­tung wurde mehr als zwei Wochen von den zuständigen Be­hörden der Öf­fentlich­keit ge­genüber verschwiegen. Ein Tag zuvor war in Bit­terfeld (Sach­sen-An­halt) ein junger Mann eben­falls von hinten von einem Poli­zisten er­schossen worden. Der Staßfurter Polizist wurde im Februar 1994 von ei­nem Schöffengericht am Amtsgericht Staßfurt wegen fahrläs­siger Tötung zu einer Geld­strafe von 13.500 DM verurteilt. Die Staats­anwalt­schaft hatte einen Be­trag von 7.500 DM gefor­dert.[249]

In Obhausen (Saalekreis) wurden am 24. April 1993, bei ei­nem Über­fall auf eine Dis­ko­thek durch etwa 50 vermummte und mit Baseball-Schlägern bewaff­neten Skinheads vier Personen verletzt und Matthias Lüders (23 Jahre) wurde durch einen Schädelbasisbruch schwer verletzt und er verstarb am 27. April 1993 an sei­nen Verletzungen. Gegen einen mutmaßlichen Täter war ein Haft­be­fehl erlas­sen worden. Von 15 namentlich bekann­ten Tatver­dächtigen wa­ren zu­erst sechs Skin­heads in Un­ter­su­chungshaft. Vier davon wurden im Mai vor dem Land­gericht Halle angeklagt. Sie bestritten die Tat – sie wären nur als „Mit­läufer“ da­bei ge­wesen. Im Feb­ruar 1994 verurteilte das Landgericht Halle einen Skinhead zu einer Jugendstrafe von drei­ein­halb Jah­ren.[250]

In Quedlinburg wurden am 5. Mai 1994 der obdachlose Eberhart Tennstedt (43 Jahre) und ein wei­te­rer Obdachloser von drei Rassisten geschla­gen und mit Schüssen aus einer Gaspistole in einen Fluss getrieben. Der Begleiter von Tennstedt konnte sich retten, Tennstedt ertrank. Die Täter gaben an, „Penner“ würden nicht ins Stadtbild passen. Das Landgericht Magdeburg ver­urteilte im De­zember 1994 einen Täter (21 Jahre) wegen Aussetzung einer hilflosen Person und Körperverletzung mit To­desfolge zu einer Jugendstrafe von drei Jahren. Ein Ki­oskbesitzer, er hatte die Täter aufgefordert E. Tennstedt zu vertreiben, und die Mittäter wurden zu Bewäh­rungsstrafen verurteilt.[251]

In Magdeburg starb am 27. September 1994 der Algerier Farid Boukhit (30 Jahre) an den Fol­gen der Verlet­zungen, die er sich bei einem Angriff von Neo­nazis am 12. Mai 1994 zuge­zogen hatte.[252]

In Magdeburg wurde am 23. Januar 1997 ein Obdachloser angegriffen, der am nächsten Tag an seinen Kopfverletzungen verstarb.[253]

In Magdeburg-Olvenstedt wurde am 8. Februar 1997 der Punk Frank Böttcher (17 Jahre), er wartete auf eine Straßenbahn, von einem Neonazi (17 Jahre) über­fallen, ge­treten und erstochen und verstarb am 9. Februar 1997 an seinen schwe­ren Verletzungen. Das Landgericht Magde­burg verurteilte den Täter im Juni 1997 zu Jugendstrafe von sieben Jahren Freiheitsentzug we­gen Tot­schlags.[254]

In Wettin-Löbejün-Schlettau (Saalekreis) wurde am 8. Oktober 1999 der be­hin­derte Hans-Wer­ner Gärtner (37 Jahre) von drei Rassisten (25 bis 27 Jahre) stundenlang zu Tode ge­quält. Ihr Opfer hätte wegen seiner geistigen Be­hinde­rung, so ihre sozialdarwinistischen Einstellungen, es „nicht ver­dient zu le­ben“. Im Ok­tober 2000 verurteilte das Landgericht Halle drei Täter we­gen Mordes zu lebens­lan­gen Freiheitsstra­fen.[255]

In Halle-Neustadt wurde am 29. Dezember 1999 der be­hinderte Jörg Danek (39 Jahre) von drei Ne­onazis (19, 22 und 32 Jahre) im unterirdi­schen S-Bahn­hof verprügelt. Ein Täter trat dem Wehrlosen mit Stiefeln gegen den Kopf. Er verstarb am nächsten Tag im Krankenhaus. Der Haupt­täter (32 Jahre) erhielt bei einer Revisionsverhandlung wegen Mordes eine lebens­lange Frei­heits­strafe. Ein Komplize wurde zu einer Freiheits­strafe von neuneinhalb Jahren verur­teilt.[256]

In Halber­stadt (Landkreis Harz) wurde am 29. April 2000 der Rentner Helmut Säckers (60 Jahre) von Andreas P. (29 Jahre), einem Skinhead, er war sein Nach­bar, mit vier Messerstichen getötet. Das Landgericht Magdeburg sprach im No­vember 2000 den Täter frei, weil er angeb­lich in Notwehr ge­han­delt habe Der Bundes­gerichtshof (BGJ) in Karlsruhe hob im Juli 2001 das Urteil auf und ver­wies es zur erneuten Ver­handlung nicht an das Landgericht Magdeburg, sondern an das Land­ge­richt Halle, wo Andreas P. im April 2005 nach acht Monaten Ver­hand­lung freigesprochen wurde. Die Staatsan­waltschaft hatte wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge sechseinhalb Jahre Freiheits­entzug gefordert.[257]

In Dessau wurde am 11. Juni 2000 Alberto Adriano (39 Jahre) aus Mo­sambik im Stadtpark von drei Skinheads (16, 16 und 24 Jahre) überfallen und misshan­delt. Ihm wurde die Kleidung vom Leib ge­ris­sen. Adriano verstarb im Kranken­haus, nach dem er drei Tage im Koma lag. Die Täter hatten ihn ange­brüllt: „Was willst du hier in Deutsch­land“. Sie wurden wegen gemein­schaftlich begangenen Mordes zu Freiheitsstrafen verurteilt. Adriano war 1980 als „Ver­trags­arbeiter“ in die DDR gekom­men und dort in einer Kunststoff-Fabrik tätig. In der Wende-Zeit verliebt er sich in eine Deutsche und sie heiraten 1992. Er fand Arbeit in Fleisch­zentrum und 1998 zogen sie nach Dessau. Sie haben drei Kinder. Das Oberlan­desgericht Naumburg verur­teilte am 30. September 2000 Enrico H. (24 Jahre) wegen Mordes zu lebenslanger Freiheits­strafe. Christian R. und Frank M. wurden jeweils zu neun Jahren Haft verurteilt. Der Vorsit­zende Richter erhielt einen Drohbrief: „Glauben Sie, wir hätten Magdeburg enttrümmert, um es ande­ren Menschen zu überlassen?“. Auch die Witwe von Alberto Adriano erhielt einen Drohbrief: „Wir werden Sie vernichten. Die drei Jungs haben das richtig ge­macht“.[258]

In Milzau (Saalekreis) wurde am 25. März 2001 Willi Worg (38 Jahre) von fünf Neonazis (14 und 19 Jahre) zusammengetreten und so schwer verletzt das er drei Tage später im Krankenhaus ver­starb. Die Täter wurden in Untersuchungs­haft ge­nommen. Die Jugendkammer des Landge­richts Halle ver­urteilte am 13. No­vember 2001 fünf Angeklagte wegen Mordes und Beihilfe zu Freiheitsstrafen zwi­schen vier und acht Jahren. Eine politische Dimension der Tat wurde ne­giert.[259]

In Naumburg (Burgenlandkreis) wurde am 20./21. März 2003 der homosexuelle Möbeltischler An­dreas Oertel (40 Jahre) in seiner Wohnung von mehreren Ne­onazis (15 bis 17 Jahre) in seiner Woh­nung über zwei Tage hinweg ausgeraubt, zusammengeschla­gen und gewürgt. Er verstarb am 21. März an seinen Verlet­zun­gen. Das Landgericht Halle verurteilte im August 2004 zwei vorbestrafte Brüder (26 und 29 Jahre) wegen Raubes mit Todesfolge zu Freiheitsstrafen von 15 bzw. 14 Jahren und sechs Monaten. Drei weitere Mittäter wurden in einem separaten Verfahren zu Jugendstrafen von achtein­halb bis neun Jahren Freiheitsentzug ver­urteilt.[260]

In Burg (Landkreis Jerichower Land) wurde am 30. Januar 2004 vor einer Disko­thek der Woh­nungs­lose Martin Görges (46 Jahre) von fünf Neonazis (16 bis 22 Jahre) überfallen und zusam­menge­schla­gen. Sie tö­teten ihn durch einen „Bord­stein­kick“. Das Landgericht Stendal verurteilte die Täter zu Jugendstrafen zwi­schen drei und sieben Jahren. Eine politische Dimen­sion der Tat wurde ne­giert.[261]

In Güsten (Salzlandkreis) wurde am 5. Juni 2004 der obdachlose Edgar R. (47 Jahre) von drei Män­nern (23 bis 29 Jahre) totgeschlagen und -getreten.[262]

In Dessau wurde am 7. Januar 2005 Oury Jalloh (36 Jahre), Asylbewerber aus Sierra Leone, in Poli­zeige­wahr­sam getötet. Der Landtag Sach­sen-Anhalt hat im Juni 2018 Jerzy Montag und Manfred Nötzel engagiert, die den Rechtsausschuss des Landtages bei der Aufarbeitung der Ermittlungen zum Tod von O. Jalloh beraten soll. In zwei großen Verfahren in Dessau und Magdeburg mussten sich Polizisten verantworten, jedoch blieben entscheidende Fragen offen. Die zustän­dige Staatsanwalt­schaft Halle hatte das Verfahren im Oktober 2017 eingestellt.[263]

In Dessau wurde 1. August 2008 der obdachlose und geistig behinderte Hans-Joachim Sbrzesny (50 Jahre) von den Neonazis Sebastian K. (23 Jahre) und Thomas F. (34 Jahre) in sozialdarwi­nistischer Manier in einem Park verprügelt und getötet, weil sie keine „Penner“ oder „Asozi­ale“ wollten. Das Landgericht Dessau verurteilte im April 2009 Sebastian K. zu einer lebenslangen Freiheits­strafe und Thomas F. erhielt, wegen seiner mutmaßlich hohen Alkoholi­sierung zur Tatzeit nur 12 Jahre Haft. Eine politische Di­mension der Tat wurde ne­giert.[264]TSP

In Magdeburg wurde am 17. August 2008 der Kunststudent Rick Lan­genstein (20 Jahre) von Bas­tian O. (19 Jahre), einem einschlägig vor­bestraften Neonazi, vor ei­ner Diskothek zu Tode ge­prügelt und getreten. Eine po­litische Di­mension der Tat wird negiert. Das Landgericht Mag­deburg verurteilte im Mai 2009 den Täter zu einer Jugendstrafe wegen Totschlags zu acht Jah­ren Freiheitsentzug.[265]TSP

In Bernburg (Salzlandkreis) wurde am 24. August 2008 Marcel W. (18 Jahre) vom Neonazi David B. (20 Jahre) getötet, nach dem er ihn mehrere Stunden miss­han­delt hatte. Das Landge­richt Magde­burg verurteilte David B. wegen Totschlags zu einer Frei­heitsstrafe von acht Jah­ren. Der Täter war bereits vorbestraft wegen ge­fährli­cher Körperverletzung, Bedrohung von Ausländern und wegen zei­gen des Hitler­grußes. Ein politischer Hintergrund der Tat wird ne­giert.[266]

Ungeklärter Fall in Sachsen-Anhalt

In Güsten (Salzlandkreis) wurde am 5. Juni 2004 der obdachlose Edgar R. (47 Jahre) von drei Ras­sisten (23 bis 29 Jahre) geschlagen und getreten. Das Op­fer verstarb an den Folgen seiner schweren Verlet­zungen.[267]

In Magdeburg (Sachsen-Anhalt) starb am 18. Februar 2005 ein alkoholisierter Obdachloser (51 Jahre) auf einer Po­lizei­wa­che vermutlich an Unterkühlung.[268]

Schleswig-Holstein

In Flensburg wurde am 31. Dezember 1990 ein unbekannter Obdachloser N. N. (31 Jahre) von einem Skinhead so zu­sammengetreten, dass er sechs Tage später, am 6. Januar 1991, an den Folgen des Überfalls verstarb. Da das Opfer entgegen des Rates der Ärzte das Krankenhaus vorzeitig verlässt, wurde der Täter (21 Jahre) am 20. April 1993 vom Landgericht Flensburg lediglich wegen gefährli­cher Körperverletzung zu drei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Dabei wurden klei­nere Delikte wie Dieb­stähle und Raub berücksichtigt.[269]

In Flensburg wurde am 19. März 1992 der obdachlose Ingo Finnern (31 Jahre), nachdem er sich als Sinto zu erkennen gegeben hatte, von einem Rassisten im Hafen ertränkt. Das Landgericht Flensburg verurteilte den Skinhead Sascha D. (21 Jahre) zu fünf Jahren Jugendhaft. Eine poli­tische also neona­zistische Dimen­sion der Tat und des Täters konnte das Gericht nicht erken­nen.[270]

In Mölln im Kreis Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein) wurden am 23. No­vember 1992 Yeliz Arslan (10 Jahre), Ayse Yil­maz (14 Jahre) und Bahide Arslan (51 Jahre), durch einen von Ras­sisten verübten Brandanschlag auf ihr Wohnhaus, getötet. Neun weitere Bewohner wurden schwer verletzt. Das Ober­landesgericht Schleswig verurteilte die beiden Neonazis M. Peters und L. Chris­ti­ansen (19 Jahre) wegen dreifachen Mordes in Tateinheit mit versuchtem Mord an sieben Menschen den Neo­nazi M. Peters (25 Jahre) zu einer lebenslangen Frei­heitsstrafe und den Neonazi L. Christia­nsen (19 Jahre) zu zehn Jahren Jugend­haft.[271]

Der Neonazi Bernd Tödter (21 Jahre) verprügelte 1993 in Bad Segeberg mit einem Komplizen einen Ob­dachlosen zu Tode. Dafür wurde er wegen Körper­ver­letzung mit Todesfolge 1993 in Kiel zu drei­einhalb Jahren Haft verurteilt, ein „unver­ständlich geringes Urteil für einen glatten Mord“, wie es in Sicherheitskrei­sen heißt. Noch in der Haftzeit in Neumünster soll sich T. über das „unwerte Le­ben“ geäußert haben, dass er mit seiner Tat beseitigte.[272]

In Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) wurde am 25. Dezember 1993 bei einem Brand­an­schlag auf ein Flüchtlingsheim ein Türke getötet.[273]

In Lübeck wurde 5. September 1995 ein Wohnhaus das von tür­ki­schen Familien bewohnt wurde durch Brandsätze angegriffen. Dabei wurden eine Türkin und ein Deutscher ge­tötet.[274]

In Lübeck (Schleswig-Holstein) wurde am 18. Januar 1996, durch einen rassisti­schen Brand­anschlag auf ein Wohnheim für Ausländer, 10 Personen getötet: Mo­nika Maiamba Bunga (27 Jahre), Nsuzana Bunga (7 Jahre), Francoise Makodila Landu (32 Jahre), Miya Makodila (14 Jahre), Christelle Mako­dila Nsimba (8 Jahre), Legrand Mako­dila Mbongo (5 Jahre), Jean-Da­niel Ma­ko­dila Kosi (3 Jahre), Rabia El O­mari (17 Jahre), Christine Makodila (17 Jahre) und Sylvio Bruno Comlan Amoussou (27 Jahre). 36 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Täter konnten unerkannt entkommen. Gegen vier Neonazis aus dem mecklenburgischen Gre­vesmühlen wurde so gut wie gar nicht ermittelt. Bei dem Prozess verschwanden Beweis­mittel, Geständnisse eines Neo­nazis wurden ignoriert und es wurde sogar gegen ein Opfer des Anschlages ermittelt.[275]

An der Raststätte Roseburg (Kreis Herzogtum Lauenburg) wurde am 23. Februar 1997 der Po­li­zist Stefan Grage (33 Jahre) vom flüchtenden Neonazi Kay Dies­ner (24 Jahre) erschos­sen. Ein Kollege von S. Grage wurde schwerverletzt. Das Landge­richt Lübeck verurteilte K. Diesner wegen Mordes zu lebenslanger Frei­heits­strafe.[276]

In Schleswig (Kreis Schleswig-Flensburg) wurde am 12. September 2000 der ob­dachlose Malte Lerch (45 Jahre) von zwei Skinheads (jeweils 23 Jahre) getötet. Das Landgericht Flensburg verur­teilte im Juli 2001 die beiden Täter zu jeweils sieben Jahren Freiheitsstrafen. Eine politi­sche Dimen­sion der Tat wurde ne­giert.[277]

In Brinjahe (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wurde am 14. Juli 2007 der Jugend­liche M. S. (17 Jahre) von einem einschlägig vorbestraften Neonazi und Soldaten der Bun­des­wehr mit ei­ner Eisen­stange erschlagen und dabei getötet. Das Opfer war als „Spit­zel“ beschimpft wor­den. Das Landgericht Kiel verurteilte den Täter wegen Totschlags zu einer Gefängnisstrafe von 12 Jah­ren und sechs Monaten. Eine po­litische Dimension der Tat wird negiert.[278]

Ungeklärter Fall in Schleswig-Holstein

In Lübeck-St. Jürgen wurde im Juni 1996 bei einem Brandanschlag auf ein Studentenwohnheim der Fachhochschule ein Student getötet. Die Namen aller nicht-deutschen Studenten an den Klingeln der Eingangstür waren durchgestrichen worden und es wurden Hakenkreuzschmiere­reien an Wänden festgestellt.[279]

Thüringen

In Erfurt-Stotternheim wurde am 3. August 1992 der polnische Sai­sonarbeiter I­reneusz Syz­derski (24 Jahre) von drei Rassisten in einem Discozelt so schwer verprü­gelt und an Kopf und Rücken verletzt, dass er an seinen Verlet­zungen ver­starb. Das Landgericht Erfurt verurteilte im November 1993 Rene K. (25 Jahre) wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zweieinhalb Jahren Ge­fängnis. Zwei Mit­täter (23 und 25 Jahre) wurden zu Geldstrafen von 760 DM bzw. 600 DM verurteilt. Die offizielle Statistik negiert die rassistische Motivation der Tä­ter.[280]

In Arnstadt (Ilm-Kreis) wurde am 18. Januar 1993 der städtische Parkwäch­ter Karl Sidon (45 Jahre) auf offener Straße von zwei Skinheads (14 und 16 Jahre) angegriffen. Sie ließen den Mann auf einer verkehrsreichen Straße liegen, wo er von einem Auto überfahren wurde. Die Staats­anwaltschaft er­mittelte wegen des Ver­dachts auf Totschlag. Das Bezirksgericht Erfurt verurteilte 1993 zwei Täter (15 und 16 Jahre) zu drei Jahren und neun Monaten Freiheitsent­zug.[281]

In Schlotheim (Unstrut-Hainich-Kreis) wurde am 24. Januar 1993 der Punk Ma­rio Jödecke (23 Jahre) vor einer Pizzeria von einem Neonazi mit einem Stich ins Herz getötet.[282]

In Arnstadt-Angelhausen (Ilm-Kreis) wurde am 23. Januar 1993 ein Heim für Ob­dach­lose ab­ge­brannt und zwei Personen wurden getötet. Ein Schwerverletzter schwebte noch in Lebensge­fahr. Die Staats­an­waltschaft teilte einen Tag nach dem Brand mit, dass sich der Verdacht auf Brandstiftung nicht bestätigt hätte.[283]

In Sondershausen (Kyffhäuserkreis) wurde am 29. April 1993 Sandro Beyer (15 Jahre) von drei Gym­nasiasten und Mitgliedern einer neona­zis­tischen Black-Me­tal-Band „Absurd“ ermordet. Am 9. Feb­ruar 1994 wurden zwei als Haupttäter identi­fizierte Angeklagte vom Landgericht Mühl­hausen zu acht Jahren Freiheits­entzug ver­urteilt. Der dritte Täter erhielt eine Freiheits­strafe von sechs Jahre und be­reits 1998 unter Bewährungsauflagen wieder entlassen. Einer der Tä­ter kam 2001 erneut ins Ge­fäng­nis wegen Verhöhnung seines Opfers und weil er in Ei­senach bei einem Black-Metal-Konzert auf die Bühne klomm und den Hitler-Gruß zeigte.[284]

In Saalfeld (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) wurde am 26. März 1998 Jana Ge­orgi (14 Jahre) von einem neonazistischen ehemaligen Schulka­meraden (15 Jahre) auf offener Straße ersto­chen. Das Landgericht Gera verurteilte ihn im Ok­tober 1998 wegen Todschlags zu einer Ju­gendstrafe von fünfeinhalb Jahren. Eine politische Dimension der Tat wurde ne­giert, da der Täter wohl gerne Mit­glied einer Neonazi-Gruppe gewesen wäre, jedoch von keiner Gruppe aufgenom­men war.[285]

In Bad Blankenburg (Landkreis Saalfeld-Rudolfstadt) wurde am 24. Mai 2001 Axel Obernitz (27 Jahre) vor einem Freibad vom Neonazi Steffen T. (24 Jahre) getreten und geschlagen, dass er an den Folgen der Verletzungen verstarb.[286]

In Erfurt wurde Hartmut Balzke (48 Jahre) am 25. Januar 2003 von zwei Neo­nazis getötet. Die Staats­anwaltschaft Erfurt ermittelte gegen einen Haupttä­ter (23 Jahre), der bereits wegen Kör­perver­let­zung und zeigen des Hitler­grußes unter Be­wäh­rung stand. Das Landgericht Erfurt (Thürin­gen) ver­urteilte am 19. Juni den Neonazi Dirk Q. (27 Jahre) zu zwei Jahren Frei­heits­entzug auf Be­wäh­rung und 200 Arbeits­stunden. Er hatte H. Balzke mit einem Faustschlag so verletzt, dass er tödlich stürzte und einem Punk zertrümmerte er mit Fußtritten das Ge­sicht. Gegen den Neonazi waren zwei Bewäh­rungs­strafen wegen Körper­verletzung und dem Zei­gen des Hitlergrußes an­hängig, die ihm trotz Er­mittlun­gen vom Landge­richt erlassen wurden (sic!). 2006 lehnte das Landgericht Erfurt eine Eröffnung der Hauptverhandlung ab. Durch eine Ent­scheidung des Oberlandes­gerichts Thü­ringen kam es am Land­gericht Erfurt 2008 zur Haupt­verhandlung. Dabei wurde der Täter (23 Jahre) wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu ei­ner Haftstrafe über zwei Jahre, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Eine poli­ti­sche Dimen­sion der Tat wurde negiert.[287]

In Gera-Bieblich (Thüringen) wurde am 20. Januar 2004 der Russland-Deutsche Oleg Val­gar (27 Jahre) von vier Rassisten (14 bis 19 Jahre) getötet. Sie hatten ihn ein Wäldchen gelockt und verletz­ten ihn brutal mit Fuß­tritten, Messerstichen und Hammerschlä­gen. Da­nach sagte einer der Täter: „We­nigstens eine Rus­sensau weniger“. Das Landge­richt Gera wollte keinen frem­denfeindlichen Hin­ter­grund erkennen. Im Juli 2004 wur­den die Haupttäter zu Jugendstrafen wegen Mordes zu Freiheits­strafen von neun und zehn Jahren verur­teilt.[288]

In Blankenburg (Landkreis Harz) wurde am 24. Juli 2007 ein Obdachloser (59 Jahre) von zwei Neo­nazis (20 und 17 Jahre) totgeschlagen und -getreten. Eine politische Dimension der Tat wurde ne­giert.[289]

In Suhl wurde am 16. Juni 2012 Klaus-Peter Kühn (59 Jahre) von Manuel K. (17 Jahre), seinem Bruder Christopher K. (23 Jahre) und einem Kom­plizen (19 Jahre) in seiner Wohnung in sozi­aldar­winistischer Manier überfallen und gequält. Er verstarb an den Verletzungen am 17. Juni 2012. Seine Leiche wurde erst vier Tag nach der Tat von einem Sozialarbeiter aufgefunden. Das Landgericht Meinigen verurteilte im Januar 2013 Chris­topher K. wegen Mordes in Tatein­heit mit versuchter be­sonders schwerere Erpressung zu einer Frei­heitsstrafe von 11 Jahren. Sein Bruder Manuel K. erhielt eine Jugendstrafe von neun Jahren Freiheitsentzug. Eine politische Dimension wird negiert.[290]

Ungeklärte Fälle in Thüringen

In Suhl wurde am 3. Februar 1993 Olaf H., Antifaschist und Mit­glied der SDAJ, in seiner Woh­nung erhängt aufgefun­den. Wegen häufiger Droh­brief von Neonazis wurde der Selbstmord von seinen Freunden bezweifelt.[291]

In Mühlhausen (Unstrut-Hainich-Kreis) wurde am 28. Juni 1993 ein Rumäne (26 Jahre) von einem Deut­schen (40 Jahre) getötet.[292]

Ungeklärter Fall

Auf einem deutschen Frachtschiff wurde am 1. Februar 1994 ein Zairer entdeckt, der als „blin­der Passa­gier“ gereist war. Er wurde von der Mannschaft über Bord ge­worfen und ertrank.[293]

Literatur:

Adorno, W. Theodor: Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit, in: Th. W. Adorno: Er­ziehung zur Mündigkeit, Frank­furt/M., 1981, S. 12.

Arntz, Jochen: Chronik rechtsextremer Gewalt seit der Wiedervereinigung. Eine Do­ku­menta­tion, in: Un-Heil über Deutschland – Fremdenhaß und Neofaschismus nach der Wie­der­vereini­gung, Stern-Buch, Hamburg, 1993.

Borchers, Andreas: Neue Nazis im Osten. Hintergründe und Fakten. Weinheim Ba­sel, 1992.

Hirsch, Kurt/Peter B. Heim: Von links nach rechts. Rechtsradikale Aktivitäten in den neuen Bun­des­ländern. München, 1. Auf­lage, 1991.

Madloch, Norbert: Rechtsextremismus in Deutschland nach dem Ende des Hitlerfa­schismus, in: Klaus Kinner und Rolf Richter (hgg.): Rechtsextremismus und Anti­faschismus. His­tori­sche und aktu­elle Dimensionen, Berlin, 2000.

Farin, Klaus/Eberhard Seidel-Pielen: Krieg in den Städten. Jugend­gangs in Deutsch­land. Ber­lin, 1992.

[1] Adorno (1981), S. 12.
[2] https://ezra.de/wissenschaftliche-ueberpruefung-zu-todesopfern-rechter-gewalt-in-thueringen-opferberatung-ezra-begruesst-die-initiative-von-fachpolitikerinnen-der-landesregierung/.
[3] http://www.opfer-rechter-gewalt.de/; https://www.tagesspiegel.de/politik/bundesregierung-korrigiert-zahlen-mehr-tote-durch-rechte-gewalt-seit-1990-als-bekannt/22700008.html; https://www.neues-deutsch­land.de/artikel/1087522.rechtsradikale-moerder-neun-statt-zwei.html.
[4] http://www.bagw.de/de/themen/gewalt/statistik_gewalt.html; Der Tagesspiegel, 18.6.2018.
[5] unvergessen.blogsport.de/arnold-eberhard/.
[6] service.tagesspiegel.de/opfer-rechter-gewalt/.
[7] die tageszeitung, 31.12.1992.
[8] https://www.badische-zeitung.de/freiburg/toedliche-paketbombe-der-fall-kerstin-winter-schockte-1993-frei­burg–41103988.html; http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/12/055/1205530.pdf; unverges­sen.blogsport.de/winter-kers­tin/.
[9] Frankfurter Allgemeine, 27.5.1993; Süddeutsche Zeitung, 27.5.1993; dipbt.bundes­tag.de/doc/btd/12/055/1205530.pdf.
[10] die tageszeitung, 17.3.1994, 5.1.1995, 18.7.1995, 19.7.1995; unvergessen.blogsport.de/page/2/.
[11] die tageszeitung, 5.1.1995.
[12] http://www.beepworld.de/members14/punkertimeii/liste-von-ss-ueberfae.htm.
[13] die tageszeitung, 17.10.1996, 12.11.1996.
[14] die tageszeitung, 7.6.1997.
[15] die tageszeitung, 17.8.1996.
[16] http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/september/arthur-lampel/; https://www.tages­spie­gel.de/politik/rechtsextremismus/hinweise-erbeten-13-verdachtsfa­elle/1933906.html
[17] die tageszeitung, 08.01.2004; https://www.schwaebische.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-suche-nach-%C3%BCbersehenen-neonazimorden-_arid,5553683.html.
[18] berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[19] http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/november/tim-maier/; https://www.schwaebi­sche.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-suche-nach-%C3%BCbersehenen-neonazimorden-_arid,5553683.html
[20] die tageszeitung, 27.12.2011.
[21] https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.blumenhaendler-44-erschossen-doener-killer-hat-er-das-10-opfer-getoetet.7b38bb38-1d4a-4637-b45b-21556d3edfb3.html.
[22] die tageszeitung, 2.1.1992.
[23] http://www.beepworld.de/members14/punkertimeii/liste-von-ss-ueberfae.htm; www.boa-muen­chen.org./boa-kuenst­ler­kooperative/anmerk1a.htm.
[24] http://www.beepworld.de/members14/punkertimeii/liste-von-ss-ueberfae.htm.
[25] Frankfurter Rundschau, 29.5.1993.
[26] die tageszeitung, 22.2.1997.
[27] die tageszeitung, 1.10.1999, 11.2.2000; https://opfer-rechter-gewalt.de/todesopfer/carlos-fernando/.
[28] die tageszeitung, 4.11.1999.
[29] die tageszeitung, 10.6.2006.
[30] die tageszeitung, 10.6.2006.
[31] die tageszeitung, 10.6.2006.
[32] www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/kriminalitaet-auf-der-parkbank-sass-ein-brennender-mensch-1177958.html.
[33] die tageszeitung, 10.6.2006.
[34] die tageszeitung, 10.6.2006.
[35] http://breakthesilence.blogsport.de/siempre-antifa/andreas-pietrzak/.
[36] http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/april/peter-siebert/; https://react.or.ke/news/Voll­kommen_sinnlose_Sauferei_und_Pruegelei/; https://www.schwaebi­sche.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-suche-nach-%C3%BCbersehenen-neonazimorden-_arid,5553683.html.
[37] http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/juli/konstantin-m/; https://react.or.ke/news/Vollkom­men_sinnlose_Sauferei_und_Pruegelei/.
[38] http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/juli/amoklauf-in-muen­chen/?WWESESS=9dbb272d3af3b7b3b81ca94fe0ed9088; http://www.taz.de/!5451396/; https://de.wikipe­dia.org/w/index.php?title=Anschlag_in_M%C3%BCnchen_2016&oldid=179542264; https://www.shz.de/deutschland-welt/politik/bericht-muenchner-attentaeter-war-rechtsextremer-hitler-fan-id14389071.html.
[39] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/oktober/daniel-e/.
[40] Konkret 4/1995.
[41] https://www.queer.de/detail.php?article_id=30177.
[42] http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/januar/mahmud-azhar/.
[43] service.tagesspiegel.de/opfer-rechter-gewalt/.
[44] Arntz, S. 249.
[45] die tageszeitung, 15.11.1991, 22.1.1994; http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/oktober/mete-eksiseitentitel/.
[46] die tageszeitung, 31.12.1992; antifa-nordost.org/3301/gedenken-rassistische-morde-in-marzahn/.
[47] die tageszeitung, 10.2.1993, 31.12.1992, 27.1.2012.
[48] die tageszeitung, 24.2.1993.
[49] www.opferperspektive.de/aktuelles/wanderausstellung-opfer-rechter-ge­walt-2.
[50] http://www.beepworld.de/members14/punkertimeii/liste-von-ss-ueberfae.htm.
[51] die tageszeitung, 31.12.1992.
[52] http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/12/044/1204442.pdf; Der Tagesspiegel v. 19.12.1992; Berliner Zeitung, 18.12.1992 und 19.12.1992.
[53] die tageszeitung, 10.8.1993.
[54] Berliner Zeitung, 21.6.1993; dipbt.bundestag.de/doc/btd/12/055/1205530.pdf.
[55] die tageszeitung, 21.6.1993.
[56] die tageszeitung, 4.2.1994.
[57] die tageszeitung, 4.2.1994.
[58] die tageszeitung, 13.4.1995, 27.4.1995.
[59] Konkret 9/1994.
[60] die tageszeitung, 2.3.1995.
[61] die tageszeitung, 19.4.1997.
[62] berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[63] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/oktober/kurt-schneider/.
[64] die tageszeitung, 01.09.2001, 29.09.2000; https://www.neues-deutschland.de/artikel/1087522.rechtsradikale-moer­der-neun-statt-zwei.html.
[65] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/november/ingo-b/.
[66] antifa-nordost.org/3301/gedenken-rassistische-morde-in-marzahn/.
[67] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/april/burak-bek­tash/.
[68] https://www.tagesspiegel.de/berlin/prozessauftakt-in-berlin-toedliche-schuesse-auf-briten-angeklagter-schweigt/13317280.html; www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/september/luke-holland/.
[69] https://de.wikipedia.org/wiki/Jim_Reeves_(S%C3%A4nger,_1968).
[70] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/september/eugeniu-bot­nari/.
[71] Konkret 9/1994.
[72] Hirsch/Heim, S. 131f.
[73] Madloch, S. 148; S. 125f; Farin/Seidel-Pielen, S. 59-66; Hirsch/Heim, S. 125f; Arntz, S. 247; die tageszei­tung, 19.8.1992, 15.9.1992, 4.5.1993, 2.12.1993, 3.12.1993.
[74] http://www.belltower.news/artikel/die-liste-184-todesopfer-rechtsextremer-und-rassisti­scher-gewalt-seit-1990-9143.
[75] die tageszeitung, 23.4.1992, 28.10.1992; Arntz, S. 255.
[76] die tageszeitung, 11.1.1994, 22.1.1994.
[77] die tageszeitung, 10.2.1993; https://www.moz.de/landkreise/oberhavel/gransee/gransee-arti­kel/dg/0/1/1417037/; www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/januar/ingo-ludwig/.
[78] http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/981336/; https://www.mmz-potsdam.de/files/MMZ-Potsdam/Bilder_Meldungen/2015/Forschungsbericht%2006_2015_Botsch.pdf.
[79] https://www.mmz-potsdam.de/files/MMZ-Potsdam/Bilder_Meldungen/2015/Forschungsbericht%2006_2015_Botsch.pdf
[80] die tageszeitung, 31.12.1992.
[81] apap.blogsport.eu/files/2014/01/hinter_den_kulissen_nummer_2_jahr_1999.pdf.
[82] die tageszeitung, 2,7.1993, 9.7.1993; http://berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachlo­ser-opfer/; https://opfer-rechter-gewalt.de/todesopfer/rolf-schulze/.
[83] https://pforzheimer-rundschau.de/redirect.php?Politik/60+Jahre+Grundgesetz+-+nicht+im­mer+ein+Grundzum+Jubeln%3A+Chronik+rassistischer+%C3%9Cbergriffe+; http://dipbt.bundes­tag.de/doc/btd/12/044/1204442.pdf; die tageszeitung, 10.2.1993; Berliner Zeitung, 7.12.1992.
[84] service.tagesspiegel.de/opfer-rechter-gewalt/.
[85] http://de.wikipedia.org/wiki/Todesopfer_rechtsextremer_Gewalt_in_Deutschland.
[86] http://www.trend.infopartisan.net/trd1000/t041000.htm; http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/mai/jeff-dominiak/; Antifa Infoblatt Nr. 24, Oktober/November 1993.
[87] service.tagesspiegel.de/opfer-rechter-gewalt/.
[88] berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[89] https://www.yumpu.com/de/document/fullscreen/47456314/hinter-den-kulissen-nr-2-1999-apap-antifaschisti­sches-/12
[90] die tageszeitung, 20.5.1995.
[91] https://issuu.com/antifa-pressearchiv-potsdam/docs/hinterdenkulissen_brb_1999/14.
[92] die tageszeitung, 8.11.1996, 12.11.1996.
[93] https://www.yumpu.com/de/document/fullscreen/47456314/hinter-den-kulissen-nr-2-1999-apap-antifaschisti­sches-/12
[94] die tageszeitung, 24.10.1997.
[95] http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/februar/antonio-melis/.
[96] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/mai/augustin-blotzki/.
[97] https://www.tagesspiegel.de/politik/rechtsextremismus/hinweise-erbeten-13-verdachtsfa­elle/1933906.html
[98] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/september/erich-fisk/.
[99] www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/halberstadt-nach-brandtragoedie-haftantrag-gegen-obdach­losen-abgelehnt-1294132.html.
[100] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/februar/farid-guendoul-alias-omar-ben-noui/
[101] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/mai/falko-luedtke/.
[102] www.todesopfer-rechter-gewalt-in-brandenburg.de/victims-klaus-dieter-harms.php.
[103] die tageszeitung, 26.3.2002.
[104] die tageszeitung, 4.3.2002.
[105] service.tagesspiegel.de/opfer-rechter-gewalt/.
[106] die tageszeitung, 25.10.2003; www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/juli/marinus-schoeberl/.
[107] die tageszeitung, 27.8.2003.
[108] https://www.tagesspiegel.de/themen/brandenburg/neun-jahre-jugendhaft-fuer-mord-nach-video­spiel/789360.html.
[109] die tageszeitung, 21.10.2006.
[110] https://www.mmz-potsdam.de/files/MMZ-Potsdam/Bilder_Meldungen/2015/Forschungsbericht%2006_2015_Botsch.pdf.
[111] die tageszeitung, 24.7.2008, 2.8.2008, 23.3.2009; berberin­fo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[112] https://inforiot.de/browntown-reloaded/; Berliner Zeitung, 9.11.1992; Antifa Infoblatt Nr. 22, Mai/Juni 1993.
[113] die tageszeitung, 2.3.1993; Berliner Zeitung, 24.2.1993; www.ari-ber­lin.org/doku/24.%20Auflage%20ARI-DOK.pdf.
[114] www.nadeshda.org/archiv/migration/folg94wo.pdf.
[115] https://www.tagesspiegel.de/berlin/toedlicher-autounfall-in-cottbus-studentin-aus-aegypten-erst-angefahren-und-dann-verhoehnt/19723060.html; https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2017/08/tod-aegyptische-stu­dentin-cottbus-auto-beschleunigung.html.
[116] www.hiergeblieben.de/pages/textanzeige.php.
[117] die tageszeitung, 2.1.1991; http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13490676.html.
[118] die tageszeitung, 10.6.2006.
[119] berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[120] die tageszeitung, 10.2.1993; dipbt.bundestag.de/doc/btd/12/044/1204442.pdf.
[121] https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/30433; www.taz.de/!5483874/.
[122] dipbt.bundestag.de/doc/btd/12/044/1204442.pdf.
[123] https://de.indymedia.org/2010/05/281729.shtml; niemandistvergessen.blogsport.eu.
[124] Konkret 3/1994.
[125] www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/chronik-der-gewalt/todesopfer-rechtsextre­mer-und-rassisti­scher-ge­walt-seit-1990/
[126] Konkret 1/1995; die tageszeitung, 21.11.1994; https://www.tagesspie­gel.de/politik/rechtsextremismus/hinweise-erbe­ten-13-verdachtsfaelle/1933906.html.

[127] https://rp-online.de/panorama/tatwaffe-nach-doppelmord-gefunden_aid-8238359; nsu-leaks.freefo­rums.net/thread/585/nermorde-ceska-schiessereien-sammelthread.

[128] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/august/dorit-botts/.

[129] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/maerz/jeremiah-duggan-2/.

[130] die tageszeitung, 10.6.2006.

[131] www.nnp.de/lokales/limburg_und_umgebung/Der-ungeklaerte-Mord­fall;art680,296509.

[132] berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.

[133] http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/oktober/charles-werabe/; file:///C:/Users/Harry/App­Da­ta/Lo­cal/Micro­soft/Windows/INetCache/IE/QZO4MRFZ/Zum_Gedenken_an_Charles_Werabe.pdf.

[134] http://home.arcor.de/punkedd/nazimorde.htm.

[135] http://www.beepworld.de/members14/punkertimeii/liste-von-ss-ueberfae.htm.

[136] die tageszeitung, 24.3.1993, 31.12.1992.

[137] die tageszeitung, 10.5.1993; Berliner Zeitung 10.5.1993.

[138] die tageszeitung, 24.7.1996.

[139] http://www.boa-muenchen.org/boa-kuenstlerkooperative/anmerk1a.htm.

[140] https://opfer-rechter-gewalt.de/todesopfer/horst-gens/.

[141] die tageszeitung, 19.12.2000, 1.9.2001.

[142] die tageszeitung, 1.9.2001; berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.

[143] die tageszeitung, 1.9.2001.

[144] die tageszeitung, 1.9.2001, 15.12.2000; berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachlo­ser-opfer/

[145] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/maerz/fred-blanke/.

[146] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/april/mohammed-belhadj/.

[147] www.hiergeblieben.de/pages/textanzeige.php.

[148] die tageszeitung, 14.6.2002; https://www.tagesspie­gel.de/politik/rechtsextremismus/hinweise-erbeten-13-verdachts­faelle/1933906.html

[149] die tageszeitung, 10.6.2006.

[150] die tageszeitung, 5.1.2007.

[151] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/september/karl-heinz-l/.

[152] die tageszeitung, 7.7.1992; https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-09/verdachtsfaelle-toe­tungsde­likt-rechter-hintergrund/seite-4.

[153] Berliner Morgenpost, 24.8.97.

[154] www.links-lang.de/0307/02.php.

[155] service.tagesspiegel.de/opfer-rechter-gewalt/.

[156] die tageszei­tung, 17.3.1992; dipbt.bundestag.de/doc/btd/12/044/1204442.pdf.

[157] service.tagesspiegel.de/opfer-rechter-gewalt/.

[158] http://www.beepworld.de/members14/punkertimeii/liste-von-ss-ueberfae.htm.

[159] die tageszeitung, 22.3.1993.

[160] http://de.wikipedia.org/wiki/Todesopfer_rechtsextremer_Gewalt_in_Deutschland.

[161] dipbt.bundestag.de/doc/btd/12/055/1205530.pdf.
[162] die tageszeitung, 18.8.1993.
[163] service.tagesspiegel.de/opfer-rechter-gewalt/.

[164] Konkret 6/1994.

[165] www.nadeshda.org/archiv/migration/folg94wo.pdf.

[166] Konkret 1/1995.
[167] http://www.beepworld.de/members14/punkertimeii/liste-von-ss-ueberfae.htm.

[168] die tageszeitung, 11.2.2000.

[169] die tageszeitung, 18.7.2003; www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/juli/gerhard-fischho­eder/

[170] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/oktober/andrea-b/.

[171] Konkret 6/1994.

[172] https://opfer-rechter-gewalt.de/todesopfer/erich-bosse/.

[173] die tageszeitung, 31.12.1992.

[174] www.mut-gegen-rechte-gewalt.de; www.belltower.news/artikel/die-liste-184-todesopfer-rechtsextre­mer-und-rassistischer-gewalt-seit-1990-9143.

[175] die tageszeitung, 26.1.1994, 12.2.1994; https://www.tagesspie­gel.de/politik/rechtsextremismus/hinweise-erbeten-13-verdachtsfaelle/1933906.html.

[176] https://pforzheimer-rundschau.de/redirect.php?Politik/60+Jahre+Grundgesetz+-+nicht+im­mer+ein+Grundzum+Jubeln%3A+Chronik+rassistischer+%C3%9Cbergriffe+.

[177] die tageszeitung, 23.7.1993: https://www.ka-news.de/region/karlsruhe/Dokumentation-des-Has­ses;art6066,98198.[178] service.tagesspiegel.de/opfer-rechter-gewalt/.
[179] die tageszeitung, 18.6.1993; http://www.beepworld.de/members14/punkertimeii/liste-von-ss-ueberfae.htm.
[180] service.tagesspiegel.de/opfer-rechter-gewalt/.
[181] https://www.opferberatung-rheinland.de/aktuelles/detail/news/betroffene-eines-rassistischen-brandanschlags-in-koeln-wenden-sich-nach-23-jahren-an-stadt-und-oeffe/.
[182] die tageszeitung, 29.9.1994; www.nadeshda.org/archiv/migration/folg94wo.pdf.
[183] die tageszeitung, 17.2.1995; berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[184] https://www.theage.com.au/world/murder-tale-of-the-gas-oven-beast-shocks-nation-20040322-gdxj9f.html; www.hiergeblieben.de/pages/textanzeige.php.
[185] die tageszeitung, 22.3.1996.
[186] http://www.beepworld.de/members14/punkertimeii/liste-von-ss-ueberfae.htm
[187] http://www.beepworld.de/members14/punkertimeii/liste-von-ss-ueberfae.htm;
[188] die tageszeitung, 22.3.1996.
[189] www.beepworld.de/members14/punkertimeii/liste-von-ss-ueberfae.htm
[190] die tageszeitung, 22.3.1996.
[191] Antirassistische Initiative e. V (hrsgg.): Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödli­chen Fol­gen. Doku­menta­tion 1993 bis 2002, Heft I, Berlin, o. J.
[192] die tageszeitung, 22.3.1996.
[193] die tageszeitung, 1.4.1997.
[194] die tageszeitung, 24.10.1997; berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[195] die tageszeitung, 4.9.1999; https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-09/todesopfer-rechte-ge­walt/seite-11.
[196] die tageszeitung, 15.6.2000.
[197] http://www.derwesten.de/staedte/witten/satanisten-moerder-daniel-ruda-bleibt-im-gefaeng­nis-id4844207.html; die ta­geszeitung, 14.7.2001; http://de.wikipe­dia.org/wiki/Mordfall_von_Witten.
[198] die tageszeitung, 17.10.2003; www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/oktober/hartmut-und-alja-nickel-sowie-mechthild-bucksteeg/
[199] die tageszeitung, 21.9.2005.
[200] die tageszeitung, 9.7.2005; http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/juli/mann/; https://www.tagesspie­gel.de/politik/rechtsextremismus/hinweise-erbeten-13-verdachtsfaelle/1933906.html; berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[201] http://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/kreisguetersloh/Routinemaessige-Ueberpruefung-im-Mordfall-Ufuk-02f6cf29-224c-4f65-ba29-dd5b99083076-ds; www.hiergeblie­ben.de/pages/textanzeige.php.
[202] die tageszeitung, 10.6.2006.
[203] http://tagesspiegel.de/politik/rechtsextremismus/hinweise-erbeten-14-verdachts­fa­elle/1933906.html: https://www.derwesten.de/staedte/hemer/14-jahre-haft-fuer-alexander-u-wegen-totschlags-id4080482.html.
[204] www.marler-zeitung.de/nachrichten/nordrhein-westfalen/51-jaehriger-Obdachloser…; berberin­fo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/
[205] http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/maerz/duy-doan-pham/; berberin­fo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/
[206] https://www.neues-deutschland.de/artikel/1049827.rassisten-pruegeln-familienvater-zu-tode.html.
[207] berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[208] niemandistvergessen.blogsport.eu.
[209] die tageszeitung, 16.6.1993.
[210] http://home.arcor.de/punkedd/nazimorde.htm; Ohne Beleg.
[211] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/juli/ungeborenes-kind/.
[212] Arntz, S. 247; https://de.wikipe­dia.org/wiki/Todesopfer_rechtsextremer_Gewalt_in_der_Bundesrepublik_Deutschland.
[213] die tageszeitung, 31.12.1992, 10.2.1993, 2.3.1993, 3.6.1993, 1.7.1993;
[214] die tageszeitung, 10.2.1993, 31.12.1992; dipbt.bundes­tag.de/doc/btd/12/044/1204442.pdf.
[215] http://jule.linxxnet.de/index.php/2011/11/dokumentiert-182-todesopfer-rechter-und-rassis­ti­scher-gewalt-seit-1990/; http://www.tagesspiegel.de/politik/rechtsextremismus/hinweise-erbe­ten-14-verdachtsfa­elle/1933906.html; www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/dezember/petros-c/.
[216] www.spiegel.de/politik/deutschland/auslaender-debatte-koch-keilt-zurueck-spd-empoert-a-525849.html.
[217] die tageszeitung, 25.2.2008; Frankfurter Rundschau, 25.12.2011; https://www.swr.de/swraktu­ell/rp/ludwigshafen/10-jahre-nach-wohnhausbrand-in-ludwigshafen-toedliche-brandkatastrophe-bleibt-un­verges­sen/-/id=1652/did=21084790/nid=1652/66qgv4/index.html; http://www.fr.de/politik/zwickauer-zelle-spur-der-zwickauer-terrorgruppe-fuehrt-an-den-rhein-a-890342; https://de.wikipe­dia.org/wiki/Wohnhausbrand_in_Ludwigshafen_am_Rhein; http://www.faz.net/aktu­ell/gesellschaft/kriminalitaet/brand-in-ludwigshafen-polizeischutz-fuer-feuerwehrleute-1515506.html; www.taz.de/!5168692/.
[218] http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/september/samuel-kofi-yeboah/
[219] Konkret 12/1994; www.nadeshda.org/archiv/migration/folg94wo.pdf.
[220] die tageszeitung, 19.8.2002.
[221] https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/homburg/homburg/schock-nach-bluttat-in-schwarzen­acker_aid-1924645; www.zeitbote-regional.de/nachbarschaftsstreit-endet-toedlich-in-homburg-schwar­zenacker/.
[222] http://www.beepworld.de/members14/punkertimeii/liste-von-ss-ueberfae.htm.
[223] Hirsch/Heim, S. 132 und S. 141f; Arntz, S. 248; die tageszeitung, 26.8.1992.
[224] Hirsch/Heim, S. 145; https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-09/verdachtsfa­elle-toetungsdelikt-rechter-hintergrund/komplettansicht.
[225] die tageszeitung, 28.12.2000; www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/oktober/waltraud-scheffler.
[226] service.tagesspiegel.de/opfer-rechter-gewalt/.
[227] die tageszeitung, 12.6.1993.
[228] die tageszeitung, 28.12.2000.
[229] Konkret 9/1994.
[230] die tageszeitung, 19.11.1994; https://www.tagesspiegel.de/politik/rechtsextremismus/hinweise-erbeten-13-verdachts­faelle/1933906.html
[231] die tageszeitung, 7.6.1995.
[232] https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-09/verdachtsfaelle-toetungsdelikt-rechter-hinter­grund/seite-9.
[233] berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[234] die tageszeitung, 28.12.2000.
[235] die tageszeitung, 29.10.1996, 28.12.2000.
[236] die tageszeitung, 28.12.2000.
[237] die tageszeitung, 7.10.1999.
[238] berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[239] berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[240] http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/april/guenter-t/; https://www.tagesspie­gel.de/politik/rechtsextremismus/hinweise-erbeten-13-verdachtsfa­elle/1933906.html
[241] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/oktober/thomas-k/.
[242] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/juli/karl-heinz-teichmann/.
[243] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/juli/marwa-el-sherbiny/.
[244] die tageszeitung, 16.6.2011; www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/oktober/kamal-kilade/
[245] http://chronik.blogsport.de/2011/06/14/27-mai-2011-oschatz/; http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/mai/andre-k/; berberin­fo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[246] Hirsch/Heim, S. 138.[247] Siegler, S. 42; Hirsch/Heim, S. 129; Borchers, S. 18; Arntz, S. 2
[248] die tageszeitung, 26.8.1992, 31.12.1992.
[249] Süddeutsche Zeitung, 10.2.1993; die tageszeitung, 10.2.1993, 12.2.1993, 26.1.1994, 17.2.1994.
[250] die tageszeitung, 28.4.1993, 21.5.1997; Der Tagesspiegel, 10.5.2012; ttp://de.wikipedia.org/wiki/Mordfall_von_Sondershausen.
[251] Konkret 6/1994.
[252] die tageszeitung, 26.8.1994.
[253] berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[254] die tageszeitung, 27.6.1997, 12.1.1998.
[255] Der Tagesspie­gel, 10.5.2012.
[256] Der Tagesspie­gel, 10.5.2012.
[257] die tageszeitung, 14.7.2001.
[258] die tageszeitung, 8.9.2000, 9.6.2001, 19.6.2000, 12.8.2006, 31.8.2000;
[259] die tageszeitung, 2.4.2001; http://de.wikipe­dia.org/wiki/Todesopfer_rechtsextremer_Gewalt_in_Deutschland.
[260] berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[261] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/januar/martin-goerges/.
[262] https://www.mz-web.de/mitteldeutschland/kriminalitaet-prozess-gegen-drei-junge-maenner-wegen-tot­schlags-be­gann-9824492.
[263] die tageszeitung, 8.1.2010; http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/januar/oury-jalloh/; https://www.neues-deutsch­land.de/artikel/1090986.oury-jalloh-ermittler-in-der-warteschlei­fe.html?pk_campaign=SocialMedia.
[264] die tageszeitung, 27.6.2009; http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/august/hans-joachim-sbrzesny/; berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[265] die tageszeitung, 27.6.2009; www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/august/rick-langen­stein/
[266] die tageszeitung, 8.1.2004, 27.6.2009; www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fak­ten/erinnerungen/august/marcel-w/
[267] https://www.mz-web.de/mitteldeutschland/kriminalitaet-prozess-gegen-drei-junge-maenner-wegen-tot­schlags-be­gann-9824492.
[268] berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[269] https://www.tagesspiegel.de/berlin/rechtsextremismus-in-berlin-die-liste-der-todesopfer-rechter-gewalt-wird-la­enger/21249856.html; berberinfo.blogsport.de/chronik-obdach­loser-opfer/.
[270] die tageszeitung, 31.12.1992; service.tagesspiegel.de/opfer-rechter-gewalt/.
[271] die tageszeitung, 31.12.1992.
[272] berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/.
[273] https://www.ari-dok.org/uploads/mini_cms/publications/1993_25.pdf.
[274] die tageszeitung, 6.9.1995.
[275] die tageszeitung, 23.11.2002; Lübecker Bündnis gegen Rassismus: Neonazistische Umtriebe in Lübeck von 1994 bis heute, – Ein Abriss -, 1. Auflage /// Mais 2009; file:///C:/Users/Harry/AppDa­ta/Lo­cal/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/62W9JZ0I/broschuere_letzter%20stand%20(003).pdf
[276] Lübecker Bündnis gegen Rassismus: Broschüre „Der Schoß ist fruchtbar noch …“ Neonazistische Umtriebe in Lübeck von 1994 bis heute. Ein Abriß. Mai 2009; Der Tagesspiegel.
[277] die tageszeitung, 18.9.2000, 01.09.2001.
[278] die tageszeitung, 30.8.2007; service.tagesspiegel.de/opfer-rechter-gewalt/.
[279] Lübecker Bündnis gegen Rassismus: Neonazistische Umtriebe in Lübeck von 1994 bis heute, – Ein Abriss -, 1. Auf­lage /// Mai 2009.
[280] die tageszeitung, 10.2.1993, 31.12.1992.
281] die tageszeitung, 19.1.1993.
[282] die tageszeitung, 13.2.1993.
[283] die tageszeitung, 25.1.1993
[284] www.taz.de/!1540488/.
[285] die tageszeitung, 30.3.1998; service.tagesspiegel.de/opfer-rechter-gewalt/.
[286] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/mai/axel-obernitz/.
[287] die tageszeitung, 20.6.2008.
[288] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/januar/oleg-valger/.
[289] https://www.mz-web.de/mitteldeutschland/blankenburg-jugendliche-erschlagen-obdachlosen-im-harz-8630258.
[290] www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/juni/klaus-peter-kuehn/.
[291] die tageszeitung, 13.02.1993.
[292] die tageszeitung, 30.06.1993.
[293] www.nadeshda.org/archiv/migration/folg94wo.pdf.

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Holocaust-Mahnmal in Berlin

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Berliner zu leistbaren Mieten

Erstellt von DL-Redaktion am 26. August 2019

Die Ziele stimmen – die Ergebnisse nicht

Von

Der Bestand der landeseigenen Wohnungsunternehmen wächst zu langsam. Klar auf Kurs ist der Senat dagegen bei der Neuausrichtung auf soziale Ziele.

Was leisten die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften in Berlin für den Bestand und Ausbau von Mietwohnungen für Haushalte mit niedrigen Einkommen? Am heutigen Montag stellt Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) ihren Bericht „Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung“ vor. Die Bilanz ist ernüchternd: Angesichts der politischen Vorgaben für dauerhaft niedrige Mieten sind die ehrgeizigen Ziele des Senats für den Wohnungsneubau kaum zu schaffen und bergen hohe wirtschaftliche Risiken für die städtischen Unternehmen.

Falls der Senat die sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen nicht mit Bauland versorgt, sind die politischen Ziele zur massiven Vergrößerung des Bestandes kommunaler Wohnungen unerreichbar. Dessen Wachstum verläuft ohnehin schon viel langsamer als im Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün erhofft: Ende vergangenen Jahres hatten die sechs Firmen zusammen gut 306.000 Wohnungen – in zwei Jahren sollen es 360.000 werden, was als unerreichbar gilt. Klar auf Kurs ist der Senat dagegen bei der Neuausrichtung der Unternehmen auf soziale Ziele. Dies geht aus dem Bericht „Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung“, das Senatorin Katrin Lompscher an diesem Montag vorstellen wird.

Die Senatorin selbst zieht „eine positive Bilanz“ in dem Bericht: Mehr als 60 Prozent der landeseigenen Wohnungen seien an Haushalte mit geringen Einkünften wiedervermietet worden. Es seien doppelt so viele Wohnungen wie im Vorjahr angekauft worden (3419) und 3279 neu gebaut worden. Gestartet sei der Bau von 5727 Wohnungen, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt planen die sechs Firmen die Errichtung von 49.000 Wohnungen verteilt auf 390 Projekte.

Wirkung zeigt die politische Steuerung der sechs Firmen auf Sozialkurs: Die Mieten der 306.000 Wohnungen stiegen im Durchschnitt um nur 1,3 Prozent, das ist sogar weniger als in der „Kooperationsvereinbarung“ mit dem Senat als Obergrenze vereinbart (zwei Prozent). Und die Durchschnittsmiete in den Landesfirmen liegt mit 6,09 Euro je Quadratmeter unter dem Berliner Mietspiegel (6,49 Euro). Kräftiger langen die Firmen zu, wenn eine Wohnung frei und neu vermietet wird: 4,8 Prozent schlagen sie dann im Durchschnitt auf – und trotzdem bieten die Firmen auch diese Wohnungen deutlich (minus 30 Prozent) unterhalb der Marktmiete an: für 7,43 Euro je Quadratmeter.

Die Reserve von unterbelegten Wohnungen bleibt

Allerdings wird auch das wirtschaftliche Dilemma der sechs Firmen in dem Bericht deutlich: Die politischen Vorgaben sind beim Neubau nicht oder nur unter Schmerzen zu erreichen und werden vermutlich deshalb verfehlt: Die von Lompscher festgelegte „Obergrenze“ von 10 Euro je Quadratmeter Miete für Neubauten ohne Sozialbindung werden „leicht oder deutlich überschritten (um bis zu knapp 1,90 Euro je Quadratmeter)“. Dazu passt, dass Neubauten nicht zu Kosten von weniger als 12 Euro je Quadratmeter gebaut werden können, wie es in der Branche heißt. Deshalb ist unklar, wie die Firmen die politischen Vorgaben erfüllen sollen, ohne systematisch unwirtschaftliche Bauvorhaben anzuhäufen.

Katrin Lompscher (Martin Rulsch) 1.jpg

Vergeblich war das Bestreben, die gewaltige Reserve von unterbelegten Wohnungen zu heben: Rein rechnerisch könnte auf den Bau zehntausender Wohnungen verzichtet werden, wenn beispielsweise alleinstehende Senioren ihre großen „Familienwohnungen“ mit jungen Familien tauschen würden, die ein Kind erwarten und sich vergrößern müssen. Nur 146 Umzüge fanden statt, obwohl der Senat eine Online-Börse eigens dafür eingerichtet hatte.

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Oben       —       El Gropiusstadt, distrito de Berlín diseñado por Walter Gropius

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DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am 26. August 2019

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1b/Die-Woche.png?uselang=de

Kolumne von Friedrich Küppersbusch

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?

Friedrich Küppersbusch: Eine US-Astronautin soll vom All aus auf das Konto ihrer Partnerin zugegriffen haben.

Was wird besser in dieser?

Ausschneiden und parat halten, wenn die Bank mal wieder über meine Überweisungszettel-Hieroglyphen jammert.

Einer Umfrage zufolge sind viele deutsche Touristen genervt von digitalen Urlaubsfotos. 22 Prozent nölen dabei wegen überfüllter Sehenswürdigkeiten, jeder Fünfte ärgerte sich darüber, dass er Bilder wieder löschen musste, weil der Handyspeicher voll war. Entsprechen diese Zahlen nicht auffällig dem AfD-Wähleranteil in Ostdeutschland?

51 Prozent gaben in der „Bitcom“-Umfrage an, genervt zu sein, 59 Prozent gestanden, selbst zu posten: Die Analogie mag eher darin liegen, dass Leute sich selbst auf die Nuss gehen. Oder darin, an „Meinungsmache“-Para­noi­ker gemahnend: Vielen wäre recht, wenn ausschließlich ihre eigenen Urlaubsfotos gepostet würden. Geschieht dem Internet recht, jetzt hat es den gefürchteten Zwangsdiaabend mit schnellvermürbenden Salzstangen an der Backe.

Am Wochenende fand in Biar­ritz der G7-Gipfel statt. Hat er die Welt besser gemacht?

„Die beiden blonden Männer verstanden sich prächtig“, meldet die „Tagesschau“ über das Treffen Trump/Johnson. Derselbe Satz über zwei Politkerinnen und Vorwarnung Hashtag-Alarm. Ansonsten gab’s Drohgebärden im Handelskrieg, „globale Ungleichheit“ und brennenden Regenwald als aktuellen Themenwunsch des Gastgebers. Und einen angewandten Merkelismus: Trump wollte die Russen wieder dabei haben, was die Kanzlerin ablehnte, um anschließend zu insistieren, es sei „besser, miteinander zu reden als übereinander“. Im Vorjahr gab Trump seinen Gesprächen „die Bestnote zehn“, dieses Jahr hingegen erlebte er „die besten Gespräche jemals“, und zwischendurch schoss er dem Abschlussdokument in den Rücken. Man sprach deshalb von „6+1“-Gesprächen. Mit Johnson liegen sie jetzt bei „5+2“.

Italien sozialdemokratischer Staatspräsident Sergio Mattarella hat den Parteien bis Dienstag Zeit gegeben, sich auf konkrete Koalitionsgespräche zu verständigen. Wird das was – oder fänden Sie ohnehin Neuwahlen für Italien besser?

Quelle        :           TAZ          >>>>>          weiterlesen

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Urheber Unbekanntwikidata:Q4233718

 

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DL – Tagesticker 26.08.19

Erstellt von DL-Redaktion am 26. August 2019

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Ali Baba der Inseldieb – sechs Räuber der Portokassen – und der Einschwebende, auf seinen fliegenden Teppich, bestückt mit rot flackernden Begrenzungsleuchten als der Weisheit letzter Schuss !

Zwischenbilanz zum G7-Gipfel in Frankreich

1.) Das Anfang vom Ende der großen Sieben?

Experten-Analyse: „Der G7-Gipfel symbolisiert den Zerfall der Einheit der westlichen Industrienationen“ – „Merkel zeigt würdige Einflusslosigkeit“ – also ca. 14 Jahre ihrer Politik ! Jeder scheint mit sich selbst beschäftigt: Gemeinsame große Erfolge hatten die G7 bisher nicht zu melden. Mit einem brisanten Überraschungscoup auf dem G7-Gipfel will Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (41) neue Bewegung in den gefährlichen Iran-Konflikt bringen.

Bild

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Wie überall auf dieser Unwirtlich gewordenen Erde. Die Gewalt in Uniform zeigt einmal mehr ihre Macht und die Schwächsten der Gesellschaft tragen das Leid ! Wenn Politiker regieren verschanzen sie sich hinter Uniformen mit Waffen. Wer sollte hier seinen, dafür bezahlten, Verstand zeigen ? Die Uniformierten – die Politiker, oder die Kinder ?

Gewalt in Hongkong

2.) Zwölfjähriger festgenommen, Polizei feuert Warnschuss

Es war ein Wochenende der Eskalation: In Hongkong ist die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten eingeschritten – mindestens ein scharfer Schuss fiel. Auch ein Kind kam in Haft. Bei den erneuten Ausschreitungen sind in Hongkong 65 Demonstranten festgenommen worden. Zu den Festnahmen kam es nach Protesten am Samstag und Sonntag, wie die Polizei mitteilte. Zudem wurden nach Angaben der Krankenhaus-Behörde 48 Menschen verletzt.

Spiegel-online

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Es gibt sie noch – die A.-Löcher. welche sich auch ganz ohne Uniform zu erkennen geben können !

„Für nicht nötig erachtet“

3.) Maaßen zieht sich aus CDU-Wahlkampf in Sachsen zurück

Nach Kritik durch den sächsischen Ministerpräsidenten Kretschmer beendet Ex-Verfassungsschutzchef Maaßen sein Wahlkampf-Engagement in dem Ost-Bundesland. Ein Vertrauter Maaßens wirft Kretschmer vor, das CDU-Wahlergebnis zu gefährden. Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen zieht sich aus dem Landtagswahlkampf der sächsischen CDU zurück. Er schrieb am Sonntagabend auf Twitter: „Ich wollte meiner Partei in Sachsen helfen. Da meine Unterstützung von Ministerpräsident (Michael) Kretschmer für nicht nötig erachtet wird, ziehe ich mich schweren Herzens zurück und wünsche der CDU Sachsen zugleich aus vollem Herzen viel Erfolg!“ Zugleich freue er sich aber auf seine Wahlkampfhilfe am Donnerstag in Brandenburg.

Welt

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Echte Hämmer hören wir auch ohne Werbung klopfen !

Kreditkarte von Apple

4.) Ein echter Hammer

Apple bietet Kund*innen eine eigene Kreditkarte an. Man darf sie nur mit Samthandschuhen anfassen, so empfindlich ist die. Als MC Hammer 1990 mit dem Song „U can’t touch this“ ­einen Welthit landete, da kämpfte Apple gerade ums wirtschaftliche Überleben. Bis dahin waren die Rechner, vor allem aber Betriebssystem und Benutzeroberfläche der Firma von nahezu unerreichbarer Fortschrittlichkeit gewesen. Das rechtfertigte astronomische Preise, die erhebliche Gewinnmargen sicherten.

TAZ

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Hat Merkel nicht immer fremde Eingebungen begrüßt ?

G7-Gipfel in Biarritz

5.) Macron trifft Irans Außenminister, Merkel begrüßt Frankreichs Initiative

Irans Außenminister Sarif landet überraschend in Biarritz und trifft sich mit dem französischen Außenminister und auch mit Macron. Kanzlerin Merkel begrüßt die überraschende Initiative.Erst landet ein iranisches Flugzeug unangekündigt in Biarritz, dem Austragungsort des G7-Gipfels.  An Bord befindet sich überraschend der iranische Außenminister Mohammmed Dschawad Sarif. Er sollte sich am Rande des G7-Gipfels mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian treffen. Angela Merkel wurde von der französischen Initiative überrascht, sie begrüßt sie jedoch. Später heißt es, auch Macron habe Sarif getroffen.

FR

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Reul – der am lautesten heult – anstatt seine Arbeit zu machen ? Wäre es nicht wichtiger an den Quellen der Gewalt anzupacken ? Bei einer schlafenden Politik? Wie oft darf er denn noch Heulen – dieser Reul ?

Mordkommission ermittelt:

6.) Toter am Ebertplatz – Reul will afrikanische Bar schließen

Nach dem Tod eines 25-Jährigen Somalis auf dem Kölner Ebertplatz sagt NRW-Innenminister Herbert Reul, man müsse sich fragen, ob die bisherigen Maßnahmen an dem Brennpunkt ausreichen würden. „Aus meiner Sicht müsste man zum Beispiel überlegen, ob der Weiterbetrieb der Kneipe auf der unteren Ebene, die ja ein Anziehungspunkt für eine bestimmte Klientel zu sein scheint, wirklich klug ist“, sagte er. Damit bezieht er sich auf  das Restaurant „African Drum“ , das sich  in der Passage  auf der westlichen  Platzseite befindet.

Kölner-Stadt Anzeiger

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7.) Wirtschaftskrise or not Wirtschaftskrise

Deutschland ist in der Wirtschaftskrise, Deutschland ist nicht in der Wirtschaftskrise  – die Experten sind sich uneinig. An diesen Merkmalen können Sie den ökonomischen Status der Bundesrepublik ganz einfach selbst ablesen:

  • Die Kleinsparer fallen von den Bäumen
  • Sie treffen immer mehr Banker in der U-Bahn oder im Bus
  • Die BWL-Studenten tragen ihre Poloshirts auf Halbmast
  • Alle Bubbletealäden sind verschwunden
  • Die Läden haben sonntags zu

Titanic

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Hinweise und Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen      :     DL / privat – Wikimedia  Commons – cc-by-sa-3-0

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