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RENTENANGST

Archiv für Mai 20th, 2019

Happy Ibiza Day

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Mai 2019

Demo in Wien nach Strache-Video

Aus Wien Christina Schmidt

Österreich erfährt, dass Regierungsmitglieder ihr Land für Parteispenden an russische Oligarchen verscherbeln würden. Was macht man da – als Volk?

Was ist eigentlich diese Demokratie, diese Macht des Volkes? Ein Pappschild? „Kurz Schluss“ steht da so drauf, mit weißer Tusche auf Pappe gemalt. Doofer Witz. Wer sich daran vorbeidrängt, erfreut sich über den Witz mit dem Namen des österreichischen Kanzlers. Das passiert oft.

Die Macht des Volkes, sind das viele Pappschilder? „Wirkliche Patrioten verkaufen die Krone an österreichische Oligarchen“; „Glock you know?“; „Nein“

Das österreichische Volk ist an diesem Samstag auf den Wiener Ballhausplatz gezogen, um über Demokratie zu reden, vielleicht auch zu streiten, zu toben, so genau weiß das noch niemand. Es sind erst Stunden vergangen, seit dieses Video auftaucht, das den kleineren Koalitionspartner der Regierung diskreditiert. Hans-Christian Strache ist darauf zu sehen, der als junger Mann mal Neonazi war, zum Zeitpunkt der Videoaufnahme aber schon Politiker der Freiheitlichen Partei Österreichs, FPÖ. Mit ihm dabei: Johann Gudenus aus seiner Partei. Der wiederum nutzt auch schon mal nationalsozialistische Begriffe wie „Umvolkung“ und reist auf die Krim.

In dem Video sitzen die beiden Männer in einer Villa auf Ibiza und versprechen einer russischen Oligarchin Deals, mit denen sie sich in Österreich einkaufen kann, wenn sie nur ihrer Partei, der FPÖ, Geld spende. Infrastruktur, Medien, alles möglich. Das war 2017.

Eine „b’soffene Geschichte“

Heute stellt sich heraus: Die Frau war gar keine Oligarchin sondern ein Lockvogel. Dafür ist Strache heute Vize-Kanzler, Gudenus Klubobmann, also Fraktionsvorsitzender. Und weil sich das falsch anfühlt, stehen diese Menschen hier. Sie sind dem Kanzleramt zugewandt, würde Regierungschef Sebastian Kurz ans Fenster treten, könnte er zum Volk hinabschauen. Oder herüber zur Hofburg, zur alten Kaiserresidenz, die dem Volke im Rücken steht. Seine Vorhänge sind zugezogen.

Was bisher geschehen ist:

Freitag, 18 Uhr: Der Spiegel, Süddeutsche Zeitung und der Falter veröffentlichen das Video.

Samstag, 10.16 Uhr: Ein Sprecher des Kanzleramtes schickt eine SMS. Darin der Text einer Nachrichtenagentur, Strache werde 11 Uhr beim Kanzler eintreffen, der Kanzler sich später erklären. Aber das sagt die Nachrichtenagentur und nicht der Sprecher.

Samstag, Vormittag: Journalisten berichten aus Kreisen der Kanzler-Partei, es solle Neuwahlen geben. Oder doch nicht?

Samstag, 12.24 Uhr: Der Ballhausplatz ist gut gefüllt. Die Menschen stehen in Grüppchen, gebeugt, die Ohren einander zugewandt. Selten ist eine Menge so still. Nur einer murmelt. Hans-Christian Strache, aus den Lautsprechern der Telefone heraus. Er ist der erste Volksvertreter an diesem Tag, der sagt, dass er zurücktreten wird.

Er sagt: „Ja, es war eine b’soffene Geschichte.“

„Es war ein typisch alkoholbedingtes Macho-Gehabe.“

„Der einzige strafrechtliche Verstoß, der vorliegt, ist diese geheimdienstlich inszeniert Lockfalle mit illegalen Aufzeichnung.“

Quelle        :       TAZ        >>>>>        weiterlesen

Regierungskrise in Österreich

Ich, ich, ich

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Von Ralf Leonhard

Bundeskanzler Sebastian Kurz strickt weiter an seiner Legende als großer Modernisierer. Ausflüge nach Rechtsaußen gehören zu seinem Profil.

„Ich glaube fest daran, dass es in unserem Land, wenn es regierbar sein soll, klare Verhältnisse und somit auch einen klaren Wählerauftrag für eine Person geben sollte, die das Land führen möchte.“ In seiner knapp siebenminütigen Erklärung hat Bundeskanzler Sebastian Kurz Samstagabend nicht weniger als 32 Mal das Wörtchen „ich“ in den Mund genommen, nur etwa halb so oft sprach er von „wir“, und seine Partei, die ÖVP, erwähnte er überhaupt nur ein einziges Mal: „Nur wenn die Volkspartei, nur wenn wir nach der Wahl die Möglichkeit haben, auch wirklich eindeutig den Ton anzugeben, dann können wir die Veränderungen, die wir begonnen haben, auch zu Ende bringen.“

Sebastian Kurz hat die ÖVP, die vor zwei Jahren in den Umfragen unter 20 Prozent zu gleiten drohte, wieder zu einer politischen Kraft mit Führungsanspruch gemacht. 31,5 Prozent fuhr er bei den Nationalratswahlen 2017 ein, seine persönlichen Popularitätswerte liegen bei 40 Prozent. Die Partei liegt ihm deshalb zu Füßen und Kritik an seinen populistischen Wendungen kommt höchstens von Stimmen aus dem politischen Ausgedinge. Leute, wie der ehemalige EU-Agrarkommissar Franz Fischler oder der Ex-Vizekanzler Erhard Busek haben keine Posten mehr zu verteidigen und können sagen, was sie sich denken.

Quelle       :      TAZ        >>>>>          weiterlesen

„Zack, zack, die ‚Krone‘ verkaufen“

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Von Ralf Leonhard

Das Skandalvideo über Strache – was wir darüber wissen und wasnicht

Was ist das Ibiza-Video?

Eine fast siebenstündige Aufnahme in einer mit versteckten Kameras präparierten Villa auf Ibiza, wo Strache seine Ferien zu verbringen pflegt. Einige Minuten daraus wurden am Freitag von Spiegel und Süddeutscher Zeitung online gestellt. Gefilmt wurde im Juli 2017, drei Monate vor den Nationalratswahlen.

Wer hat das aufgenommen?

Spiegel und SZ versichern, die Autoren nicht zu kennen. Die Mittelsleute, über die ihnen das Material von etwa 100 Gigabyte zugespielt wurde, stehen unter Quellenschutz.

Was ist zu sehen?

Der bisherige FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache und der ebenfalls zurückgetretene Fraktionschef Johann Gudenus, die mit einer vermeintlichen lettisch-russischen Oligarchennichte Pläne für die Machtergreifung der FPÖ diskutieren. Gudenus, der gut Russisch spricht, fungiert als Dolmetscher. Die angebliche Oligarchin ist nicht im Bild.

Was ist daran skandalös?

Strache empfiehlt Wahlspenden über einen gemeinnützigen Verein, der die Gelder am Rechnungshof vorbeischleusen könne. Die Spenderin würde dann, wenn die FPÖ in der Regierung sitzt, mit öffentlichen Bauaufträgen belohnt. Strache werde dafür sorgen, dass die Strabag, ein großes Bauunternehmen, keine Aufträge mehr bekomme. Strabag-Chef Hanspeter Haselsteiner fördert die liberalen Neos und humanitäre Organisationen. Strache schlägt der vermeintlichen Milliardärin auch vor, einen Teil der Kronen Zeitung zu kaufen. Dann werde man „zack, zack, zack“ einige Leute in der Redaktion austauschen, und die FPÖ werde statt 27 locker 34 Prozent der Stimmen bekommen. Überhaupt wünscht sich Strache eine Medienpolitik „wie der Orbán“, also staatliche Kontrolle über Medien und Nachrichteninhalte.

Quelle    :     TAZ         >>>>>       weiterlesen   

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Grafikquellen      :

Oben      —      Demonstration auf dem Wiener Ballhausplatz am 18. Mai, auf der nach Bekanntwerden der Affäre der Rücktritt der Regierung gefordert wurde

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Polizei und Staatstrojaner

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Mai 2019

Polizei darf Staatstrojaner nutzen,
aber oft nicht installieren

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Auf den Staatstrojaner aber mit Gebrüll !!

Quelle       :      Netzpolitik ORG.

Von  , Benjamin Derin, Sebastian Golla

Benjamin Derin ist Rechtsanwalt in Berlin und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum. Dr. Sebastian J. Golla ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Dieser Beitrag erschien zunächst unter dem Titel Der Staat als Manipulant und Saboteur der IT-Sicherheit? in der „Neuen Juristischen Wochenschrift“ NJW 2019, Heft 16, S. 1111 ff. inklusive Fußnoten. Veröffentlichung der leicht überarbeiteten Version mit freundlicher Genehmigung von Autoren und Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Die Polizei darf Staatstrojaner einsetzen, doch das Aufspielen der Schadsoftware ist oft rechtswidrig. Beamte dürfen dafür keine Wohnung betreten und keine Nachrichten mit falschem Absender verschicken. Auch das Offenhalten und Ausnutzen von IT-Sicherheitslücken ist unzulässig.

Um „Online-Durchsuchungen“ und Quellen-Telekommunikationsüberwachungen durchzuführen, müssen die ins Visier genommenen IT-Systeme zunächst mit den entsprechenden Programmen infiziert werden. Weitgehend ungeklärt ist bislang, auf welchem Weg dies technisch erfolgt und inwieweit es rechtlich zulässig ist.

Der Beitrag untersucht Letzteres für die Bereiche der Strafverfolgung und der Gefahrenabwehr. Dabei betrachtet er speziell das Betreten von Wohnungen, die Manipulation von Nutzern und das Ausnutzen von IT-Sicherheitslücken.

Die behandelten Vorgehensweisen erweisen sich als rechtlich äußerst bedenklich und als de lege lata weitgehend unzulässig. Sie sind auch perspektivisch nur sehr eingeschränkt legitimierbar.

1. Infektion von IT-Systemen zur „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ

Die „Online-Durchsuchung“ und die Quellen-Telekommunikationsüberwachung (Quellen-TKÜ) gehören seit über zehn Jahren zu den meist diskutierten staatlichen Überwachungsmaßnahmen. Im Jahr 2008 leitete das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung zur „Online-Durchsuchung“ nach dem Verfassungsschutzgesetz NRW aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht das Recht auf die Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme her.

Mittlerweile finden sich Regelungen zu „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ in diversen Polizeigesetzen und seit August 2017 auch in der Strafprozessordnung. Beide Maßnahmen erfordern in ähnlicher Weise verdeckte Eingriffe in IT-Systeme.

Bei der „Online-Durchsuchung“ geht es darum, das System selbst zu überwachen und Daten aus diesem zu erheben. Da dies sich über einen längeren Zeitraum erstrecken kann und es nicht wie bei der klassischen Durchsuchung um eine punktuelle Maßnahme geht, ist der Begriff „Durchsuchung“ insofern irreführend.

Bei der Quellen-TKÜ geht es darum, die Überwachung der Telekommunikation, die von einem System ausgeht, zu ermöglichen. Dies gilt besonders, wenn die Telekommunikation verschlüsselt erfolgt – beispielsweise über Messenger oder Voice Over IP-Dienste.

Obwohl „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ bereits lange diskutiert werden, sind hinsichtlich ihrer Umsetzung viele Fragen offen. Technisch ist dies nicht trivial. Die verschiedenen Befugnisse im präventiven wie repressiven Bereich enthalten keine ausdrücklichen Vorgaben, wie die Eingriffe technisch zu realisieren sind.

Die Durchführung einer „Online-Durchsuchung“ oder einer Quellen-TKÜ erfordert eine vorherige Veränderung des Zielsystems. Auf dem System muss ein Programm vorhanden sein, das einmalige Zugriffe oder eine dauerhafte Überwachung ermöglicht.

Programme, die den Zugang zu dem Zielsystem eröffnen, werden umgangssprachlich „Staatstrojaner“ genannt. Programme, die die dauerhafte Überwachung eines Systems ermöglichen, werden als „Remote Forensic Software“ bezeichnet.

Dieser Beitrag befasst sich mit der Frage, wie ein solches Programm seinen Weg auf das Zielsystem finden kann und wie dieser Vorgang rechtlich zu bewerten ist.

Es sind viele Wege denkbar, IT-Systeme zur Durchführung von „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ zu infizieren. Systeme ließen sich bereits bei ihrer Anfertigung mit entsprechenden Funktionen oder Sicherheitslücken ausstatten. Der „Staatstrojaner“ würde dem Nutzer sozusagen mitgeliefert.

Dies dürfte allerdings ein Zusammenwirken der (internationalen) IT-Branche mit deutschen Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden erfordern, dessen Zustandekommen zumindest zweifelhaft ist. Verpflichtungen von Herstellern, in IT-Systemen Hintertüren für Sicherheitsbehörden vorzusehen, standen auch in Deutschland bereits zur Diskussion.

Dies bezog sich aber nicht auf Quellen-TKÜ und „Online-Durchsuchung“. Auch die Begründung der strafprozessualen Befugnisse hierzu legt nahe, dass diese nicht über solche Hintertüren erfolgen sollen.

Realistischer ist es, ein IT-System nachträglich mit einem entsprechenden Programm zu infizieren. Hier lassen sich grundsätzlich zwei Infektionswege unterscheiden: Der physische Zugriff und der Fernzugriff auf das System.

Ein physischer Zugriff kann etwa dadurch erfolgen, dass Ermittler heimlich eine Wohnung betreten und dort eine Spionagesoftware auf einem PC installieren. Eine Möglichkeit des physischen Zugriffs ist, dass sich ein verdeckter Ermittler (etwa als angeblicher Handwerker) Zugang zu Räumlichkeiten verschafft, in denen sich ein IT-System befindet.

Außerhalb von Wohnungen könnten Behörden zudem im Rahmen von Maßnahmen wie Zoll- oder Verkehrskontrollen vorübergehend die Sachherrschaft über mobile Endgeräte erlangen. Schließlich ist vorstellbar, dass ein Dritter als vorsatzlos handelndes Werkzeug die physische Infiltration vornimmt – so etwa, wenn der Mitarbeiter eines Unternehmens einen Rechner mit einem USB-Stick infiziert, den er als „Werbegeschenk“ erhalten hat.

Daneben sind verschiedene Varianten denkbar, „Staatstrojaner“ und „Remote Forensic Software“ im Fernzugriff aufzuspielen. Möglich ist zunächst das Ausnutzen von Sicherheitslücken eines IT-Systems. Des Weiteren ist denkbar, dass Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden Softwarehersteller oder Telekommunikationsanbieter dazu zwingen, ihnen Zugriffsmöglichkeiten auf IT-Systeme zu eröffnen – etwa durch die verdeckte Infektion im Rahmen eines planmäßigen Softwareupdates.

Schließlich bietet die Manipulation des Nutzers eines Systems verschiedene Optionen zur Herbeiführung einer Infektion. Die Installation eines Programmes kann etwa in „Phishing“-Manier erfolgen, indem einem Nutzer unter falschem Absender E-Mails mit infizierten Anhängen zugeschickt werden, die der Nutzer nur noch öffnen muss.

Bei einem solchen Vorgehen könnten Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden sich entweder als Privatpersonen (zB Familienangehörige) oder aber als andere staatliche Stellen (wie zB die Finanzverwaltung) ausgeben, um den Betroffenen zum Öffnen der E-Mail samt Anhang zu bewegen.

Dieser Beitrag untersucht anhand dreier Infektionswege, ob diese nach den Befugnissen zur „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ zulässig sind: Das Betreten einer Wohnung, die Manipulation des Nutzers und das Ausnutzen von IT-Sicherheitslücken.

2. Zugriff durch Betreten von Wohnungen

Literatur und Praxis haben die Zulässigkeit von Begleitmaßnahmen zu „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ bislang im Wesentlichen anhand physischer Zugriffe auf IT-Systeme thematisiert. Im Zentrum des Interesses steht dabei die Frage, inwiefern Ermittler heimlich Wohnungen betreten dürfen, um die erforderliche Software aufzuspielen.

Das Betreten einer Wohnung zur Infektion eines IT-Systems ist dogmatisch betrachtet eine klassische Begleitmaßnahme. Sie ist eindeutig nicht in den Befugnissen zur „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ vorgesehen, soll aber zu ihrer Vorbereitung dienen.

Entsprechende Begleitmaßnahmen sind zulässig, wenn sie für die Durchführung der Hauptmaßnahme erforderlich sind, mit dieser typischerweise verbunden sowie verhältnismäßig sind. Dieser Maßstab gilt für den repressiven ebenso wie für den präventiven Bereich. Die Zulässigkeit lässt sich entweder als Annexbefugnis zu der Hauptmaßnahme oder nach den Generalklauseln begründen.

Die Voraussetzungen der Verhältnismäßigkeit und der Typizität hängen dabei zusammen. Weniger typische Maßnahmen dürfen weniger intensiv sein, sollen sie den Anforderungen im Rahmen der Verhältnismäßigkeit noch genügen.

Auch werden im Rahmen der Verhältnismäßigkeit grundsätzlich nur geringfügige oder jedenfalls hinter der Hauptmaßnahme zurückbleibende Beeinträchtigungen als zulässig erachtet. So gilt beispielsweise für die Durchsuchung einer Wohnung das (gewaltsame) Öffnen von Türen und Schränken als zulässig, auch wenn dies nicht ausdrücklich in den entsprechenden Befugnissen vorgesehen ist.

Legt man diese Maßstäbe an „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ an, ist zunächst festzustellen, dass das Betreten von Wohnungen hierfür gerade nicht typisch ist. Wie bereits erörtert sind zahlreiche Wege vorstellbar, um das Zielsystem zu infizieren. Das Betreten einer Wohnung ist nur eine von vielen Möglichkeiten, um den Zugriff auf ein IT-System zu eröffnen.

Im Rahmen der Verhältnismäßigkeit ist zu berücksichtigen, dass die Wohnungsbetretung einen Eingriff in Artikel 13 Grundgesetz begründet, die Unverletzlichkeit der Wohnung. Dieser hat neben der Infektion des Systems selbst ein erhebliches eigenes Gewicht. Dies folgt schon aus der Bedeutung des Schutzes der räumlichen Privatsphäre.

Da weder ein typischer noch ein geringfügiger Eingriff vorliegt, ist das Betreten von Wohnungen nicht als ungeregelte Begleitmaßnahme zu „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ zulässig und kann auch nicht auf die polizei- und strafverfahrensrechtlichen Generalklauseln gestützt werden.

Im Übrigen darf auch eine Wohnungsdurchsuchung nicht zum Anlass genommen werden, Spähsoftware auf einem IT-System vor Ort zu installieren. Für offene Maßnahmen wie die Durchsuchung ist charakteristisch, dass der Betroffene von ihrem Grund und ihrer Durchführung Kenntnis erlangt. Eine gezielte Verknüpfung mit heimlichen Grundrechtseingriffen liefe dieser Maßgabe zuwider.

3. Zugriff durch Manipulation des Nutzers

Eine weitere Möglichkeit zur Infektion eines IT-Systems eröffnet die Manipulation seines Nutzers, etwa durch das oben näher geschilderte Versenden gefälschter E-Mails. Auch hierin ist eine Begleitmaßnahme zu sehen, die nicht in den Befugnissen zu „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ geregelt ist.

Dass Irreführungen bei Online-Ermittlungen praktisch nicht nur möglich, sondern ein naheliegendes Stilmittel sind, zeigte zuletzt die Überführung des Forenbetreibers „Lucky“ mithilfe eines als Ablenkungsmanöver lancierten Cyberangriffs.

3.1. Besondere Wertungen der Strafprozessordnung

Neben den geschilderten Voraussetzungen für Begleitmaßnahmen ist dabei zu beachten, dass im Strafverfahren besondere Maßstäbe für Täuschungen gelten. Zwar gibt es kein grundsätzliches Verbot der Irreführung von Beschuldigten, allerdings ist dessen Täuschung auch nicht grundsätzlich erlaubt.

Grenzen setzen der Ermittlungsarbeit das Täuschungsverbot des § 136 a Strafprozeßordnung, die Selbstbelastungsfreiheit des Beschuldigten und das Recht auf ein faires Verfahren.

3.1.1. Verbot der Täuschung

Das Verbot der Täuschung in § 136 a StPO gilt nach herrschender Meinung grundsätzlich nur für Vernehmungen, nicht für Beweiserhebungen im Ermittlungsverfahren allgemein. Die in diesem Rahmen entwickelte Abgrenzung der verbotenen Täuschung von der erlaubten „kriminalistischen List“ ermöglicht jedoch Rückschlüsse darauf, welche Kriterien bestimmen, wann eine Irreführung des Beschuldigten in einem rechtsstaatlichen Verfahren noch zulässig ist.

Auch die Gesetzesbegründung zur Umsetzung der strafprozessualen „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ greift diese Abgrenzung auf. Dort heißt es, der „Zugriff auf ein informationstechnisches System des Betroffenen zum Zweck der Aufbringung der Überwachungssoftware“ dürfe „mittels kriminalistischer List erfolgen“.

Im Rahmen von § 136 a StPO verstößt das Ausnutzen bestehender Irrtümer nicht ohne Weiteres gegen das Täuschungsverbot. Aktive und bewusste Fehlinformationen sind hingegen regelmäßig untersagt. Zulässig sein sollen Fangfragen oder die Konfrontation mit hypothetischen Fallkonstellationen, nicht aber das Vorspiegeln oder Entstellen von Tatsachen.

Diese Wertungen sprechen gegen die Zulässigkeit der Infiltration eines IT-Systems mithilfe zielgerichteter und aktiver Manipulation des Beschuldigten.

3.1.2. Grundsatz der Selbstbelastungsfreiheit

Auch der Grundsatz der Selbstbelastungsfreiheit setzt den Möglichkeiten zur Täuschung im Strafverfahren Grenzen. Der Beschuldigte darf demnach nicht zur Mitwirkung an seiner eigenen Verurteilung verpflichtet werden.

Der Grundsatz ist unter bestimmten Umständen auch verletzt, wenn der Beschuldigte durch Täuschung dazu gebracht wird, sich selbst zu belasten, etwa durch Verschleierung des Ermittlungscharakters oder bei verdeckten Ermittlungen in Haftanstalten. Dies gilt grundsätzlich auch außerhalb förmlicher Vernehmungen.

Nun sind heimliche Ermittlungsmaßnahmen gerade darauf angelegt, dass sich der Beschuldigte unbeobachtet fühlt und aus diesem Gefühl heraus selbst Beweise für seine Schuld liefert. Dabei handelt es sich jedoch regelmäßig um die bloße Ausnutzung eines bestehenden Irrtums des Überwachten darüber, ob er überwacht wird.

Die Grenze ist dort zu ziehen, wo die Ermittlungsbehörden gezielt eine Situation herbeiführen, in der sich der Betroffene im Glauben an eine suggerierte Vertraulichkeit selbst belastet, und diese dann überwachen.

Den Beschuldigten durch aktive Manipulation dazu zu bringen, sein eigenes IT-System mit einer die Überwachung ermöglichenden Software zu infizieren, um dann seine Unkenntnis hiervon zur Erlangung von Beweismitteln zu nutzen, die er dort gerade deshalb selbst generiert, weil er auf die grundgesetzlich garantierte Integrität vertraut, erscheint im Hinblick auf die Selbstbelastungsfreiheit bedenklich. Dies gilt umso mehr, je stärker die Ermittler auf die Illusion von Vertraulichkeit hinwirken.

3.1.3. Grundsatz des fairen Verfahrens

Schließlich beschränkt auch der Grundsatz des fairen Verfahrens die Zulässigkeit der Täuschung im Strafverfahren. Er verbietet nicht nur die Herbeiführung einer Selbstbelastung durch Zwang, sondern auch durch Instrumentalisierung des Beschuldigten als Werkzeug gegen sich selbst.

Durch Täuschungen, die den Beschuldigten zu einer Mitwirkung an der Beschaffung belastenden Materials veranlassen sollen, verringert sich dessen Fähigkeit zur freien Entscheidung über eine Selbstbelastung und zur effektiven Wahrnehmung einer Rolle als Subjekt und nicht als Objekt des Prozesses.

Damit ist die aktive Manipulation im Vorfeld von „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ auch nach dem Grundsatz des fairen Verfahrens zumindest bedenklich.

3.2. Allgemeine Wertungen

Auf den präventiven Bereich lassen sich diese Wertungen nicht uneingeschränkt übertragen. Es ist allerdings anerkannt, dass auch im polizeirechtlichen Verfahren ein Gebot der Fairness gilt, das die Möglichkeiten zur Täuschung beschränkt. Speziell für Befragungen, Vorladungen und Vernehmungen verweisen zudem einzelne Vorschriften der Polizeigesetze auf § 136 a StPO.

Im Einzelnen lassen sich weitere Wertungen für die Zulässigkeit von Täuschungen direkt aus den Grundrechten entwickeln. Kommunizieren staatliche Stellen unwahre Inhalte mit manipulativer Absicht, liegt eine aktive Desinformation vor, die zumindest in die allgemeine Handlungsfreiheit des Betroffenen eingreift.

Die behördliche Identitätstäuschung in der Kommunikation mit Grundrechtsträgern kann dazu einen Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung begründen, wenn dabei ein schutzwürdiges Vertrauen des Betroffenen in die Identität und die Motivation seines Kommunikationspartners ausgenutzt wird, um personenbezogene Daten zu erheben.

Die damit vorliegenden Grundrechtseingriffe sind von einer erhöhten Eingriffsintensität, wenn sie der Infiltration eines IT-Systems dienen sollen. Sie bereiten damit einen tiefgreifenden Grundrechtseingriff vor. Auch hier gilt zudem: Je stärker durch aktive Manipulation ein Vertrauen des Betroffenen aufgebaut wird, desto gravierender ist der Eingriff.

3.3. Gemeinsame Wertung

Im Ergebnis sind die Eingriffe in die Rechte von IT-Nutzern durch ihre zielgerichtete Manipulation sowohl nach den besonderen Wertungen im repressiven Bereich als auch nach den allgemeinen Wertungen mehr als nur geringfügig. Sie lassen sich damit weder als Annexbefugnisse zu „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ noch nach den polizeirechtlichen Generalklauseln rechtfertigen.

Allenfalls ließe sich noch vertreten, dass niederschwellige Irreführungen aus Annexkompetenzen oder nach den Generalklauseln der Strafprozessordnung und der Polizeigesetze zulässig sind.

Letztlich lässt sich aus den grundrechtlichen Wertungen auch ein gemeinsamer Maßstab für die Zulässigkeit von Manipulationen als Begleitmaßnahmen im Strafprozessrecht und Gefahrenabwehrrecht ableiten. Um die grundrechtlichen Grenzen des Zulässigen auch für den präventiven Bereich zu konkretisieren, können die Begriffe der Strafprozessordnung zumindest hilfsweise herangezogen werden.

Ein gemeinsamer Maßstab ist sinnvoll, weil die Polizei bei der Durchführung einer „Online-Durchsuchung“ oder Quellen-TKÜ oftmals faktisch die Wahl hat, ob sie diese auf eine präventive oder repressive Rechtsgrundlage stützt. Auch bei einem vorliegenden Anfangsverdacht wird sich eine präventive Zielrichtung begründen lassen, wenn zukünftige weitere Straftaten im Raum stehen.

Dem steht nach aktueller Rechtsprechung des Bundesgerichtshof auch kein Vorrang der Strafprozessordnung gegenüber dem Gefahrenabwehrrecht oder umgekehrt entgegen.

4. Das Ausnutzen von IT-Sicherheitslücken

Die Infiltration von Systemen ist eng mit der Ausnutzung von IT-Sicherheitslücken verbunden.

Die Befugnisse für „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ gestatten den Eingriff in Informationssysteme mit technischen Mitteln. Dies erfasst nach dem Sinn und Zweck der Normen sowie dem Willen des Gesetzgebers die Infiltration der Systeme mit der zur Durchführung der Maßnahmen erforderlichen Software.

Die Befugnisse treffen aber keine Aussage dazu, ob Ermittler in Systemen vorhandene Sicherheitslücken ausnutzen dürfen, um diese zu infiltrieren. Wenn eine Sicherheitslücke bereits besteht, verleitet dies zu der Argumentation, dass nur die Infiltration des Systems zu rechtfertigen und von den Befugnissen zu „Online-Durchsuchung“ und Quellen-Telekommunikationsüberwachung gedeckt sei.

So wird auch weithin angenommen, dass die Ausnutzung von Schwachstellen in IT-Systemen zur Durchführung der Maßnahmen zulässig sei. Auch die Bundesregierung hat diese Möglichkeit in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage zumindest nicht ausgeschlossen.

Dies vernachlässigt aber, dass das IT-Grundrecht nicht nur individuellen Schutz in Gestalt eines Abwehrrechts entfaltet, sondern auch eine objektiv-rechtliche Dimension hat. Dies folgt bereits aus der Formulierung „Gewährleistung“. Hieraus lässt sich eine staatliche Schutzpflicht für die IT-Sicherheit ableiten.

Es fragt sich, ob es mit dieser Schutzpflicht vereinbar ist, wenn Ermittlungsbehörden Lücken in der IT-Sicherheit offenhalten, um Überwachungsmaßnahmen durchzuführen.

Problematisch ist vor diesem Hintergrund vor allem der Fall, dass die Behörden Sicherheitslücken aufspüren und ausnutzen, die den Herstellern und Anwendern von IT-Systemen nicht bekannt sind. Weniger problematisch ist hingegen der Fall, dass eine bereits bekannte Sicherheitslücke, die etwa aus Nachlässigkeit nicht geschlossen wurde, ausgenutzt wird.

Den hier relevanten Zielkonflikt zwischen dem Interesse an dem Offenhalten von IT-Sicherheitslücken und dem Interesse an der allgemeinen IT-Sicherheit hat das BVerfG bereits in seinem Urteil zu „Online-Durchsuchungen“ im Jahre 2008 angesprochen.

Die Bundesregierung und verschiedene Behörden haben sich im Sinne der Schutzpflicht immer wieder dazu bekannt, die IT-Sicherheit zu fördern und zu schützen. Das Bundesinnenministerium veröffentlichte 2016 seine Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland, in der es heißt:

Die Gewährleistung von Freiheit und Sicherheit zählt zu den Kernaufgaben des Staates. Dies gilt auch im Cyber-Raum. Aufgabe des Staates ist es daher, die Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen in Deutschland gegen Bedrohungen aus dem Cyber-Raum zu schützen.

Mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik besteht seit 1991 eine Behörde, deren gesetzliche Aufgabe in der Förderung der Sicherheit in der Informationstechnik liegt. Daneben bestehen unzählige weitere Einrichtungen und Institutionen übergreifende Bemühungen, um von staatlicher Seite zur IT-Sicherheit beizutragen.

Mit dem Paris Call for Trust and Security in Cyberspace hat sich die Bundesrepublik zuletzt einer internationalen Übereinkunft angeschlossen, die die Bekanntmachung und Schließung von IT-Sicherheitslücken unterstützt, um Frieden und Sicherheit im Cyberspace zu gewährleisten.

Es würde diese Bemühungen um die IT-Sicherheit ad absurdum führen, wenn staatliche Stellen Sicherheitslücken weitreichend aufrechterhalten würden, um Maßnahmen wie die „Online-Durchsuchung“ oder Quellen-TKÜ zu ermöglichen. Dies würde eine allgemeine Gefährdung der IT-Sicherheit bedeuten.

Es gibt bei informationstechnischen Schwachstellen keine bekannte Möglichkeit zu kontrollieren, dass Dritte diese nicht ausnutzen. Ähnlich wie ein serienmäßig defektes Türschloss, das zum Anbringen von Abhörgeräten in einer Wohnung ausgenutzt wird, ermöglichen auch IT-Sicherheitslücken gewöhnlichen Kriminellen Zugriff auf Systeme.

Welche Schäden dadurch entstehen können, dass eine Lücke in der IT-Sicherheit bewusst offen gelassen wird, zeigte sich im Mai 2017: Das Schadprogramm „WannaCry“ verursachte weltweit in kürzester Zeit immense Schäden und traf auch kritische Infrastrukturen.

Später stellte sich heraus, dass der amerikanische Nachrichtendienst NSA jahrelang von der zugrunde liegenden Schwachstelle gewusst hatte, aber weder den Hersteller noch die Öffentlichkeit informierte und stattdessen eine darauf basierende Infiltrationssoftware entwickeln ließ.

Noch gravierender sind die Probleme beim staatlichen Ankauf von Informationen über Sicherheitslücken auf dem freien Markt. Kauft ein Staat IT-Sicherheitslücken ein, begibt er sich in die Gesellschaft von Kriminellen sowie menschenrechtsverletzenden Staaten, die für entsprechendes Wissen hohe Preise bezahlen.

Hierdurch entsteht ein Markt, der die Bemühungen untergräbt, Schwachstellen für das Gemeinwohl zu identifizieren und zu beheben. Das Argument, dass böswillige Akteure stets in der Lage seien, passende Schwachstellen zu finden, überzeugt dabei nicht. Aktuelle Forschung zur IT-Sicherheit zeigt, dass es durchaus möglich ist, Schwachstellen systematisch aufzuspüren und zu beseitigen.

Hinzu kommt, dass dem Staat eine Pflicht zur Optimierung der IT-Sicherheit zukommt, selbst wenn er nicht in der Lage ist, stets sämtliche Lücken zu schließen. Des Weiteren schafft der Staat ein zusätzliches Risiko, wenn er IT-Sicherheitslücken „hortet“, da auch die Informationsressourcen, in denen diese vermerkt sind, angreifbar sind und als lohnendes Ziel für Kriminelle erscheinen.

Mit der aus dem Recht auf die Gewährleistung und Integrität informationstechnischer Systeme folgenden Schutzpflicht sind die Beeinträchtigungen der IT-Sicherheit grundsätzlich nicht vereinbar, die entstehen, wenn der Staat Sicherheitslücken weitläufig offenhält und es unterlässt, diese zu melden und zu ihrer Schließung beizutragen.

Zwar sind durchaus Fälle denkbar, in denen Interessen an der IT-Sicherheit gegenüber anderen durch die Verfassung geschützten Rechten nach einer Abwägung zurücktreten müssten. Hierfür sind jedoch zumindest gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich.

Derzeit gibt es keinerlei bekannte überprüfbare Kriterien für den Umgang staatlicher Stellen mit bekannt gewordenen Sicherheitslücken, die regeln, unter welchen Umständen eine entdeckte Schwachstelle geheim gehalten werden darf und wann sie aufgedeckt werden muss.

Entsprechende Kriterien hätten sich grundsätzlich an dem Gewicht der Sicherheitslücke und der von ihr ausgehenden Gefahr einerseits und der Bedeutung der Lücke für die mit ihrer Ausnutzung staatlicherseits verfolgten Zwecke andererseits zu orientieren.

Eine pauschale Annahme, dass Interessen an der IT-Sicherheit in entsprechenden Konstellationen stets gegenüber anderen Sicherheitsinteressen zurücktreten müssten, ist nicht haltbar.

Dies ist schon deshalb der Fall, weil die IT-Sicherheit oftmals selbst mit dem Schutz anderer gewichtiger Rechtsgüter verknüpft ist. Die Gewährleistung der IT-Sicherheit für Kritische Infrastrukturen (wie z.B. Atomkraftwerke) ist beispielsweise notwendig für den Schutz von Leben und körperlicher Unversehrtheit.

Auch im Übrigen ist die IT-Sicherheit oft Bedingung für die Ausübung anderer Grundrechte wie etwa der Wissenschafts-, Meinungs- oder Berufsfreiheit. Die IT-Sicherheit wird daher zu Recht als „Querschnittsbedingung für die Grundrechtsausübung“ bezeichnet.

Nach der jetzigen Lage ist es damit mit der aus dem IT-Grundrecht folgenden Schutzpflicht grundsätzlich unvereinbar, IT-Sicherheitslücken zur Durchführung der „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ bewusst offenzuhalten. Dieser Aspekt wurde auch in Verfassungsbeschwerden gegen die entsprechenden Befugnisse angegriffen.

5. Fazit: Grenzen und Möglichkeiten der Regelung von Begleitmaßnahmen

Die Infektion von IT-Systemen mit den notwendigen Software-Werkzeugen für die späteren Ermittlungsmaßnahmen ist eine erhebliche praktische Hürde bei „Online-Durchsuchung“ und Quellen-Telekommunikationsüberwachung.

Die geschilderten Infektionswege durch Betreten der Wohnung, Manipulation von Nutzern und dem Offenlassen von IT-Sicherheitslücken erweisen sich als rechtswidrig oder begegnen zumindest erheblichen Bedenken.

Auch de lege ferenda (nach zu machendem Recht) sind die Möglichkeiten, diese Begleitmaßnahmen zu legitimieren, eingeschränkt.

Das Recht zum Betreten von Wohnungen zur Durchführung der Maßnahmen ist bereits auf politischer Ebene in der Diskussion. Im Bayerischen Polizeiaufgabengesetz war ein solches Wohnungsbetretungsrecht als notwendige Begleitmaßnahme sogar bis 2009 ausdrücklich geregelt.

Eine Befugnis hierzu würde sich vermutlich an bestehende Regelungen zur Betretung von Wohnungen anlehnen, müsste dabei aber die Wirkungen additiver Grundrechtseingriffe berücksichtigen und den hohen verfassungsrechtlichen Anforderungen insbesondere im Hinblick auf verfahrensrechtliche und organisatorische Sicherungsvorkehrungen genügen.

Noch schwieriger zu legitimieren erscheint die Vorbereitung des informationstechnischen Zugriffs durch aktive Manipulation und Irreführung des Betroffenen. Hierfür besteht kein taugliches Regelungsvorbild.

Die Schaffung von Rechtsgrundlagen zur Manipulation und Desinformation wäre geeignet, das Vertrauen in die informationellen Tätigkeiten des Staates generell zu erschüttern. Damit wäre eine Grundbedingung der staatlichen Ordnung in Gefahr.

Wäre hinter jeder E-Mail der Finanzverwaltung ein „Staatstrojaner“ zu befürchten, würde dies zudem speziell den Weg zu einer modernen behördlichen Arbeit nach dem Konzept eines E-Government erschweren.

Ein Trojanisches Pferd im Sinne der griechischen Mythologie, das der Adressat nach einer aktiven Täuschung über seinen Bestimmungszweck durch die Pforte seines Systems lässt, wird der Staat gegenüber seinen Bürgern damit grundsätzlich nie verwenden dürfen.

Ebenfalls schwer zu legitimieren ist das Offenlassen von IT-Sicherheitslücken. Hierfür bestehen ebenso wenig Regelungsvorbilder. Regelungen, die dies gestatten, wären wie ausgeführt nur innerhalb enger Grenzen mit dem IT-Grundrecht in seiner objektiv-rechtlichen Dimension vereinbar.

Es wären verbindliche Kriterien für Erwerb und Verwahrung sowie Geheimhaltung und Offenlegung von IT-Schwachstellen zu regeln. Praxistaugliche Kriterien hierfür könnten in einem Austausch der potenziell Betroffenen, IT-Herstellern und Nutzern sowie den Sicherheitsbehörden erarbeitet werden.

Konkrete Regelungen zum Umgang mit Sicherheitslücken könnten sich etwa explizit an die 2017 eingerichtete Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS) richten, die Sicherheitsbehörden im IT-Bereich unterstützt und berät. ZITiS agiert derzeit auf Grundlage eines Erlasses des Bundesministeriums des Innern, könnte aber perspektivisch auf eine gesetzliche Grundlage gestellt werden.

Die Perspektive konkreter Regelungen zum staatlichen Umgang mit IT-Sicherheitslücken ist auch im Zusammenhang mit weiteren Entwicklungen im IT-Sicherheitsrecht zu betrachten. So wird derzeit auf Bundesebene auf der nächsten Stufe der IT-Gesetzgebung eine allgemeine Meldepflicht für IT-Sicherheitslücken diskutiert.

Derzeit bestehende Meldepflichten in diesem Bereich beziehen sich grundsätzlich nur auf bereits erfolgte Störungen der IT-Sicherheit. Diese Meldepflicht könnte den Schutz der allgemeinen IT-Sicherheit in Verbindung mit Regelungen zum staatlichen Umgang mit diesen im Vergleich zur aktuellen Lage deutlich stärken.

Die Stärkung der gesetzlichen Grundlagen der IT-Sicherheit dürfte nach den im Dezember 2018 und Januar 2019 bekannt gewordenen unbefugten Veröffentlichungen persönlicher Daten zahlreicher Prominenter und Politikerinnen eine erhöhte Priorität erhalten. Zu hoffen ist, dass sich der Gesetzgeber hier für wirksame Maßnahmen und Regelungen einsetzt, die auch den Umgang mit Sicherheitslücken betreffen.

Der im April 2019 bekannt gewordene Referentenentwurf eines „IT-Sicherheitsgesetzes 2.0“ erscheint in dieser Hinsicht noch nicht sonderlich vielversprechend.

Er enthält mit dem Entwurf für einen § 163g StPO auch eine äußerst problematische rechtliche Grundlage für staatliche Täuschungen: Ermittler sollen demnach bei dem Verdacht bestimmter Straftaten die „virtuelle Identität“ (also etwa einen Social Media-Account) des Beschuldigten übernehmen und darüber mit Dritten in Kontakt treten dürfen. Die Behauptung der Entwurfsbegründung, dass die „Nutzung entsprechender übernommener Accounts […] gegenüber den Kommunikationspartnern keinen Eingriffscharakter“ habe, ist dabei nicht haltbar.

Im Ergebnis sind die aktive Manipulation von Bürgern und die Sabotage der allgemeinen IT-Sicherheit rote Linien, die bei der Umsetzung von „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ nicht überschritten werden dürfen.

Bis überzeugende Regelungsansätze für den Umgang mit IT-Sicherheitslücken entwickelt und umgesetzt werden, ist besonders das Offenhalten und Ausnutzen bestehender IT-Sicherheitslücken zur Durchführung der Maßnahmen unzulässig.

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Polizeibeamte bei einer Festnahme  Hamburg 28. Mai 2007

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Das „Primat der Politik“

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Mai 2019

Glanz und Elend des Politisierens

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Quelle          :    untergrund-blättle   CH.

Von Meinhard Creydt

Protestanten meinen, sie hätten jeweils als Individuum eine unmittelbare Beziehung zu Gott. Politisierende Menschen glauben, zur Gesellschaft so umstandslos Stellung nehmen zu können, als sei sie ihnen direkt zugänglich.

Der politisierende Verstand nimmt die Realität durch die Brille seiner Deutungen wahr. Im politischen Bild von der Gesellschaft geht es häufig um Prinzipien und Werte. „Mehr Gleichheit“ sagen die einen, „mehr Freiheit“ oder „mehr Nation“ die anderen. Und dann lässt sich gewichten wie bei den Zutaten einer Suppe. Ganz Schlaue meinen: „Bei dem, was wie ein Gegensatz aussieht, lassen sich dessen Pole in ein gedeihliches Verhältnis gegenseitiger Steigerung setzen.“

Ein Beispiel für die Prinzipien- und Werte-Rede bildet das Motto der „unteilbar“-Demonstration vom 13.10.2018 in Berlin mit 240.000 Teilnehmern: „Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung.“ Der Aufruf wendet sich gegen rechte Umtriebe, stellt dabei jedoch die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht ins Zentrum. Rechten Bewusstseinsformen und den Motiven, die sich in ihnen artikulieren, kommt niemand mit Werten wie „Freiheit“ und „Solidarität“ bei. Der „unteilbar“-Aufruf artikuliert das Selbstverständnis, man selbst hebe sich positiv von den rechten Unsympathen ab. Sich mit den Ursachen und Gründen für deren Position auseinanderzusetzen oder Vorschläge dafür zu liefern, wie man bei deren Anhängern diese Positionen verändern kann – das ist nicht das Anliegen. Man stellt sich selbst als Vertreter von Freiheit, Offenheit und Solidarität aus und wendet sich gegen Schmuddelkinder, die aus unerfindlichen Gründen diese vermeintlich selbstverständlichen Werte unserer Gesellschaft nicht zu teilen vermögen.

Unter Voraussetzung gesellschaftlicher Widersprüche, der Vereinseitigung der Individuen und der ungleichen Entwicklung ihrer „Anteile“ machen die politisierenden Deutungen zwei Angebote: Sie überwinden subjektiv die Intransparenz und Komplexität der Gesellschaft und suggerieren eine Pseudo-Souveränität der Politisierenden. Der „Deutungsfuror“ bleibt ein „Stigma der Entmächtigten“ (Anders 1993, 81). Die politische Zentralperspektive soll die „blinde enge Teilsicht des in der Schlacht verlorenen Soldaten“ (Bourdieu 1982, 699) vergessen lassen. „Die Ablenkung bezieht ihre Energie daraus, dass der Einzelne oder eine unmittelbar in einen kriegerischen Schritt verwickelte Gruppe niemals das Ganze des Krieges wahrnimmt, aber dennoch ein Bedürfnis nach Orientierung in die Produktion eines ganz willkürlichen Gesamtüberblicks eingeht. … Es wird so getan, als gäbe es eine Perspektive, die auf den Krieg als Ganzes. Genau diese gibt es im wirklichen Krieg nirgends.“ (Negt, Kluge 1981, 816, 818)

Das politisierende Bild von der Gesellschaft erleichtert es dem vereinzelten Einzelnen, sich trotz seiner Froschperspektive einen politischen Reim auf das gesellschaftliche Geschehen zu machen. Es soll kein Widerspruch zwischen dem Selbstbewusstsein und dem Bewusstsein geben. Zum Selbstbewusstsein des politisierenden Durchblicks gehört ein Bewusstsein, welches das, was es wahrnimmt, so auffasst, dass es sich in ihm wiederzuerkennen vermag. Die politisierenden Deutungen „streifen den rätselhaften Gestalten menschlicher Verhältnisse … den Schein der Fremdheit ab“ (MEW 23, 196). Der Schmerz infolge der wahrgenommenen Realität verliert an Bedeutung angesichts des Gefallens an der eigenen Urteilsmächtigkeit.

Politisieren als Bescheidwissen

Mitglieder der modernen bürgerlichen Gesellschaft stellen sich diese als zusammengesetzt vor aus wirtschaftlichen und technologischen „Sachzwängen“ einerseits, politischer „Gestaltung“ anderseits. Der normale Bürger zeigt sich eher skeptisch, ob die „politische Gestaltung“ viel Spielraum habe vor lauter „Sachzwängen“. Die Fans des Politisierens sehen überall Möglichkeiten, auf Grundlage des Bestehenden die Gesellschaft anders zu steuern. Nimmermüde Kommentatoren tadeln allerhand politische Handlungen als „suboptimal“ oder als „Fehlentscheidung“. Immer schon wusste Der Spiegel seine Leser mit Manöverkritiken zum laufenden Politikbetrieb zu versorgen.

Die entsprechende Lektüre verschafft dem Leser den Genuss, sich politisch auf der Höhe der Zeit zu dünken. Die wirkliche oder vermeintliche Kunde von allerhand Pleiten, Pech und Pannen stärkt das Selbstbild desjenigen, der, durch die Lektüre entsprechender Journale unterstützt, gern unausgeschöpfte Möglichkeiten, nicht genutzte Chancen und einzelne Fehleinschätzungen beanstandet. Die gemässigt-linke Variante findet sich in den Leitartikeln der Blätter für deutsche und internationale Politik. Albrecht Lucke hat immer einen guten Rat für SPD, Grüne und Linkspartei parat, wie sie es besser machen könnten. Die politische Wirklichkeit kommt dann allein als Abweichung zu den wohlmeinenden Vorstellungen vor, die man für sie hat. „Eigentlich“ könnten doch die Beteiligten anders, wenn sie nur richtig wollten und sich an die guten Ratschläge hielten. Wenn dies optimal geschehe, so die linke Variante des Politisierens, könne man auch die kapitalistische Ökonomie durch die Politik steuern, wie der Reiter das Pferd dirigiere.

Der politisierende Verstand kann ein grosses Feld von Kennerschaft und Beurteilungsvermögen kultivieren. Eines seiner Lieblingsthemen stellen Taktiken dar. Mit ihnen sollen bestehende politische Lager, Parteien und Organisationen umgruppiert, gespalten und neu zusammengesetzt werden. Die pragmatisch kontraproduktiven Effekte mancher Taktiken sind Thema im politizistischen Diskurs, nicht aber, dass es sich bei Taktiken um die Umverteilung der gegebenen Bestände handelt, die weit entfernt sind von deren substanzieller Veränderung. Auch die bei vielen Linken beliebten Wahlkämpfe „verschlingen viel Energien und bezeichnen eher einen Austausch von Legitimationen als einen politischen Produktionsprozess.“ (Negt 1980, 156)

In den Kommentaren vieler selbsternannter linker Oppositionsberater kommt die Gesellschaft allein in politisierender Perspektive vor. In ihr bilden häufig die Handlungen das Hauptthema – und zwar aus der Perspektive des Handelnden. Diese aber verhält sich notorisch ignorant gegenüber der Struktur der kapitalistischen Gesellschaft.

Gesellschaftsstruktur des Kapitalismus

Ich gehe im Telegrammstil vier für sie zentrale Momente durch.

  • Die kapitalismusspezifischen Trennungen betreffen z. B.
  • die Unabhängigkeit und Isolation der Marktakteure voneinander,
  • die Dominanz der Nachfrage der vereinzelten Einzelnen nach individuell erwerbbaren Gütern (z.B. Auto) zulasten der kollektiven Nachfrage nach Kollektivgütern (z.B. öffentlicher „Nah“verkehr),
  • den gegenseitigen Ausschluss durch Privateigentum,
  • die Interessengegensätze zwischen Produzenten und Konsumenten sowie zwischen diesen beiden (z.B. Autofabriken und Autofahrern) einerseits und mittelbar von den problematischen Folgen dieser Produktion und Konsumation Betroffenen andererseits,
  • die gegenseitige Verdrängung in der Konkurrenz,
  • die Trennung zwischen den Arbeitenden und den Produktionsmitteln.
  • Die kapitalismusspezifischen Verselbständigungen betreffen bspw.
  • die Verselbständigung des Geldes vor dem Hintergrund der Unabhängigkeit der Marktteilnehmer voneinander und ihres privatinteressiert-instrumentellen Bezugs zueinander sowie der Notwendigkeit, den abstrakten Reichtum nur durch Vermehrung erhalten zu können,
  • den Übergang vom Wettbewerb, in dem es um die effizienteste Bewerkstelligung eines bestimmten Arbeitsauftrags geht, zur Konkurrenz, in der die Arbeitsinhalte Mittel zum Erfolg in der Konkurrenz und ihm untergeordnet werden.
  • Die kapitalismusspezifischen Widersprüche, die Dynamiken in Gang setzen. Wachstum wird im Kapitalismus nötig, um den durch den geringeren Anteil von lebendiger Arbeit (an den Gesamtaufwendungen für die Produktion) verursachten Fall der Profitrate (als Verhältnis zwischen Mehrwert und insgesamt aufgewandtem Kapital) durch Zunahme der Profitmasse zu kompensieren. Die Nachfrage nach Arbeit muss absolut zunehmen, weil sie relativ (beim einzelnen Produkt) sinkt. Wachstum wird im Kapitalismus nötig als Bewegungsform für diese Widersprüche. Sie werden nicht gelöst, sondern reproduzieren sich auf höherer Stufenleiter. Die Kapital-Akkumulation ist nicht durch Motive der Kapitalisten (z.B. „Gier“) zu erklären.
  • Eigendynamische, selbstverstärkende Prozesse der Selbstreproduktion: „Teufelskreise“ bzw. die gegenseitige, positive Verstärkung zweier Momente finden wir im Kapitalismus bspw. Zwischen
  • der Fokussierung auf das Privateigentum und dem schlechten Zustand der Gemeingüter,
  • der Schwächung bestimmter sozialer Motive, Fähigkeiten und Zusammenhänge durch Märkte und der Legitimation von Märkten im Hinweis auf die Schwäche der Sozialität,
  • dem Druck der Konkurrenz auf die Konkurrenten und der Verstärkung dieses Drucks durch die Massnahmen jedes Konkurrenten, sich in der Konkurrenz durchzusetzen. Die Konkurrenten verhalten sich wie auf einer nach unten laufenden Rolltreppe. Sie strampeln, um nicht nach unten abgedrängt zu werden und fördern durch ihr Strampeln die Bewegung der Rolltreppe.

Missverständnisse in puncto Gesellschaftsstrukturen

Gesellschaftsstrukturen resultieren nicht aus der erweiterten Interaktion von Individuen, sondern geben den Rahmen für diese Interaktionen vor. „Die expansive Dynamik der kapitalistischen Produktionsweise kann nicht aus den Absichten ihrer ‚Träger‘ begriffen werden, vielmehr sind diese analytisch auf die strukturdeterminierten Handlungsmöglichkeiten und -imperative zu beziehen. Gesellschaftliche Prozesse vollziehen sich über das Handeln menschlicher Subjekte, gleichsam ‚durch ihr Bewusstsein hindurch‘, ohne deshalb auf Bewusstsein und Intentionalität zurückführbar zu sein.“ (Koczyba 1979, 184)

Adorno unterscheidet zu Recht Gesellschaftstheorie von einer Geisteswissenschaft. „Die Fragen, mit denen sie sich zu beschäftigen hat, sind nicht wesentlich und primär solche des Bewusstseins oder auch selbst Unbewusstseins des Menschen, aus denen die Gesellschaft sich zusammensetzt. Sie beziehen sich vorab auf die Auseinandersetzung zwischen Menschen und Natur und auf objektive Formen der Vergesellschaftung, die sich auf den Geist im Sinn einer inwendigen Verfassung des Menschen keineswegs zurückführen lassen.“ (Adorno 1979, 481f.)

Bei den Strukturen der Gesellschaftsformationen haben wir es mit bestimmten sozialen Sachverhalten zu tun, die sich zwar in sinnhafte Erwartungen und andere bedeutungsvolle Bewusstseinsinhalte umsetzen, selbst aber keine darstellen. Gesellschaftsformen sind nicht als Ausdruck von Weltanschauungen oder kollektiven Mentalitäten zu begreifen. „Der Kapitalismus z.B. ist nicht Unternehmensgeist + Profitgier + protestantische Ethik usw., sondern ein Ensemble von gesellschaftlichen Verhältnissen.“ (Sève 1973, 262) Eine „unmittelbar sichtbare und denkbare Übereinstimmung zwischen … dem konkreten Individuum und dem Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse“ (ebd.) fehlt. Gerade diese Übereinstimmung fingiert das Politisieren mit seinen Deutungen.

Gegenüber einer vorschnellen Feier der Kreativität des individuellen Handelns gilt es an den „stummen Zwang der Verhältnisse“ (MEW 23, 765) zu erinnern: „Erst müssen wir herausbekommen, über welche Zwänge und Vermittlungen der Einzelne sich als ‚soziales Geschöpf der Verhältnisse‘ reproduziert, erst dann wird die Art und Weise verständlich, in der ‚er sich auch subjektiv über sie erheben‘ (MEW 23, 16) kann.“ (Ottomeyer 1976, 337f.) Die subjektive Distanz des Individuums zu auszufüllenden Rollen ist nicht mit einer Distanz zu den Gesellschaftsstrukturen zu verwechseln.

Doppelcharakter und Widersprüche

Politisierende linke Oppositionsberater verbleiben oft bei ihrer Frage, was sich ändern kann, auf der Ebene der Auseinandersetzungen sowohl zwischen verschiedenen politischen Parteien und Gruppen als auch in ihnen. Etwas anderes ist die Frage nach dem grundlegenden Widerspruch der kapitalistischen Gesellschaft. Er verläuft zwischen der Verwertung des Kapitals und den dafür nötigen Fähigkeiten, Bedürfnissen, Kooperationszusammenhängen und (Er-)Kenntnissen. Zur Verwertung des Kapitals müssen (subjektive und objektive) Produktivkräfte entwickelt und genutzt werden. Sie beinhalten Potenzen, erfordern Vorleistungen und regen möglicherweise Nachverarbeitungen und Erfahrungen an, die in vielfältige Spannungen zum Verwertungskriterium geraten können.

Die gegenüber der politisierenden Perspektive betonte Aufmerksamkeit für die gesellschaftlichen Strukturen und Formen impliziert nicht die Position, die Strukturen seien ewig und widerspruchslos. Das Widerspruchspaar Produktivkräfte/Produktionsverhältnisse eignet sich als zusammenfassende Formel, wenn Produktivkräfte nicht eingeschränkt werden auf den „technischen Fortschritt“. Vielmehr umschliessen sie auch „die produktiven Energien, Qualifikationen und Betätigungsansprüche“ von relevanten Gruppen in der Gesellschaft (Fleischer 1987, 29). Ich habe in „Wie der Kapitalismus unnötig werden kann“ (Münster 2014, 35 ff.) materialiter ausgeführt, welche Gruppen und welche Widersprüche dies gegenwärtig sind bzw. sein können.

Das „Primat der Politik“

Nicht nur Konsumenten von Verschwörungstheorien sind auf der Suche nach Personengruppen, die sich als lenkendes Subjekt des Geschehens dingfest machen lassen. Auch Linke vertreten die These, „die Herrschenden“ könnten über die grundlegenden Gesellschaftsstrukturen bestimmen. „Wirtschaftliche Gesetzmässigkeiten“ stellen für Alex Demirovic (Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der Rosa-Luxemburg-Stiftung) „Freiheit dar, allerdings die Freiheit einer kleinen Zahl von Menschen, die diese Gesetzmässigkeiten massgeblich gestalten und davon profitieren. Wenn die wirtschaftlichen Prozesse Ergebnis von Entscheidungen sind, dann liegt es nahe, diese Entscheidungen zu demokratisieren.“ (Demirovic 2007, 256) „Wirtschaftliche Gesetzmässigkeiten“, so lesen wir, sind also keine Gesetzmässigkeiten, sondern … „Freiheit“.

In diesem voluntaristischen Horizont (die einen haben die „Freiheit“ schon, die anderen sollen sie sich einfach … nehmen) lautet dann die Perspektive: Lasst uns den autokratischen und unsolidarischen Willen einer kleinen Minderheit durch den Willen der Mehrheit ersetzen! Daniela Dahn formuliert das so: „Der Auftrag der Sammlungsbewegung (gemeint ist: „Aufstehen“ – Verf.) wäre, das Primat der Politik zurückzuerobern.“ (Neues Deutschland 18.8.2018) Das Wort „zurückerobern“ (Dahn) suggeriert die frühere Existenz des „Primats der Politik“. Gemeint ist wohl nicht die DDR, sondern eine Vergangenheit, als noch der vermeintlich gute Sozialstaat existierte. Vgl. dazu meinen Artikel „Die Idealisierung der Staatspolitik und des Sozialstaats in der Kritik am ‚Neoliberalismus‘“ (Telepolis 2017, www.meinhard-creydt.de/archives/704). „Primat der Politik“ heisst für Sahra Wagenknecht, einzutreten für „risikolose Geldanlagen“ mit einer „Rendite“, die dem Anleger erlaubt, ein „Vermögen anzusparen“ (Berliner Zeitung 4.8.2018), – als ob eine solche Anlageform im Kapitalismus existieren könnte. Da fehlt nur noch die Hoffnung auf Atomkraft ohne Radioaktivität.

Keine Gesellschaftsformation kann auf dem „Primat der Politik“ gründen. Das rechtliche, das politische und das moralische Bewusstsein lassen sich erst aus den ihnen zugrunde liegenden gesellschaftsformationsspezifischen Strukturen der Produktions- und Reproduktionsverhältnisse begreifen. Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft, denen Recht, Politik und Moral besonders am Herzen liegen, fühlen sich mit ihnen über die Ökonomie erhaben und nehmen diese als Mittel und äussere Bedingung für die höheren Zwecke wahr. Recht, Politik und Moral gelten dann als Ordnungen, die allem wirtschaftlichen Pragmatismus erst den höheren Sinn sowie Ziel und Form geben – wenn nicht faktisch, so doch „eigentlich“. Die Verhältnisse zwischen kapitalistischer Ökonomie und Recht, Politik, Moral und Kultur bilden jedoch die Aufbauordnung der modernen bürgerlichen Gesellschaft. (Für eine Skizze dieser Ordnung siehe www.meinhard-creydt.de/archives/87. Für Literaturhinweise zu vielen auch heute noch lesenswerten Analysen dazu vgl. www.meinhard-creydt.de/archives/75)

Viele Linke bewegen sich in den analysierten und kritisierten Mentalitätsformen ebenso naiv wie affirmativ. Die systematischen Verkehrungen, die den rechtlichen, politischen und moralischen Mentalitäten in der modernen bürgerlichen Gesellschaft eigen sind, immer wieder durchzuarbeiten, um ihnen nicht zu verfallen – das gilt vielen Linken nicht als Aufgabe. Dabei gilt die These, die Menschen können ihre „Lebenslage nur vollständig selbst erkennen, wenn sie die Dinge ohne juristisch gefärbte Brille … anschauen“ (MEW 21, 494), auch für den politisierenden und moralisierenden Verstand. Das Politisieren ist umso beliebter, je weniger der Betroffene ein reflexives Verhältnis zum Politizismus hat, also zum mystifizierten Schein des Politischen. „Der politische Verstand ist eben politischer Verstand, weil er innerhalb der Schranken der Politik denkt.“ (MEW 1, 402)

Viele Kommentatoren und Politikenthusiasten wie Albrecht Lucke schreiben sich selbst das Sorgerecht für den politischen Betrieb zu, der unter den Politikern der parlamentarisch dominierenden Parteien zu leiden habe und bei solch suboptimalem Personal nicht zu voller Form auflaufen könne. Sie sorgen sich um den politischen Betrieb, nicht wegen ihm. Statt einer Kritik am Politischen in der bürgerlichen Gesellschaft finden wir die Zuschreibung, selbst der bessere Politiker zu sein oder wenigstens der optimale Politikcoach.

Die frohe Botschaft vom Primat der Freiheit

Die politisierende Pseudosouveränität meint, in vermeintlicher Unabhängigkeit vom „stummen Zwang der Verhältnisse“ (MEW 23, 765) über die Entwicklung der Gesellschaft in aller „Freiheit” „entscheiden“ (Demirovic) zu können. Die Politik und die Demokratie der bürgerlichen Gesellschaft verhalten sich zu den mit der herrschenden Arbeitsteilung, der Konkurrenz und den Entwicklungsmassstäben des abstrakten Reichtums implizierten Spaltungen, Hierarchien und Bornierungen, indem sie „sich auf eine abstrakte und beschränkte, auf partielle Weise über diese Schranken erheben“ (MEW 1, 354) und sie für „unpolitisch“ bzw. die Demokratie nur äusserlich tangierend erklären.

Den der bürgerlichen Gesellschaft eigenen Formen des politischen Bewusstseins und der Politik sind Momente des Scheins eigen. „Schein“ heisst: Etwas real Unselbständiges wird von seinen konstitutiven und reproduktiven Zusammenhängen abgelöst, als unmittelbar und selbständig wahrgenommen. Das solcherart Erscheinende dreht sich in sich selbst ein. „Materialistische Kritik“ gilt der „Verblendung der Unmittelbarkeit“, die „ideologisch die eigenen Vermittlungen“ nicht wahrhaben wolle (Adorno 1970, 384). Politizismus ist der Blick auf die Politik, die ihrem Schein verhaftet bleibt. Ästheten betrachten vieles ästhetizistisch, Technikern gilt allerlei als technisches Problem und Politisierende kommen nicht über die Grenzen der politischen „Perspektive“ hinaus.

Handlungstheorie und Politik

Die erscheinende Unmittelbarkeit und Autonomie des Rechts, der Politik und der Moral in der bürgerlichen Gesellschaft gegenüber der für sie konstitutiven „weltlichen Grundlage“ resultiert aus deren „Selbstzerrissenheit“ (MEW 3, 6). Das Selbst- und Weltverständnis der Individuen ist aus den ihm zugrundeliegenden gesellschaftlichen Strukturen und Formen zu erklären – vgl. Marx’ Analyse der Bewusstseinsformen in seiner „Kritik der Politischen Ökonomie“. „Es ist … nicht der Mensch, der sich selbst über die Realität täuscht, es ist die Realität, die ihn dadurch täuscht, dass sie unvermeidlich in einer Form erscheint, die sich dem spontanen Bewusstsein der in der Geschäftswelt lebenden Menschen auf verdrehte Weise zeigt und verbirgt.“ (Godelier 1977, 170)

Die Auffassung des Individuums als Subjekt seiner Handlungen knüpft an der Praxis der Individuen an, die gesellschaftliche Realität und ihr eigenes Handeln in ihr im Horizont ihres Bewusstseins zu deuten. Dann gilt z.B. Lohnarbeit als „Mittel“ des Individuums. Die Teilnahme am Erwerbs- und Geschäftsleben erscheint als Gelegenheit, die eigenen „Chancen“ zu realisieren und zu zeigen, „was in einem steckt“. Die „Marktwirtschaft“ gilt als Ausdruck der Freiheitsidee bzw. als ihre Ermöglichung. Die Spekulation über „die Stellung der Einzelnen zu diesen gesellschaftlichen Verhältnissen, die Privat-Exploitation einer vorgefundenen Welt durch die einzelnen Individuen“ (MEW 3, 398) verstellt die Aufmerksamkeit für die Gesellschaftsstrukturen.

Zirkulär ist die populäre Auffassung, „dass unter den existierenden Bedingungen die jetzigen Verhältnisse der Menschen zueinander die vorteilhaftesten und gemeinnützlichsten seien“ (MEW 3, 399). Zum Privatinteresse der Teilnehmer am kapitalistischen Erwerbs- und Geschäftsleben gehört die Meinung, sich „der Verhältnisse“ zu „bedienen, in die sie als Dienende eintreten. Sie benutzen die Bedingungen, die ihnen fremd gegenübertreten. Ihre Anpassung ist hier eine Funktion ihres partikularen Interessenkalküls, … ihre Unterwerfung das Instrument zur Verwirklichung ihrer Souveränität als nutzenmaximierender Subjekte. In dieser Hinsicht synthetisiert die utilitaristische Praxis den Zwang zur Anpassung mit der Souveränität einer Funktionalisierung aller Umweltbezüge für privatisierte Interessen und markiert somit eine spezifische Form der Verschränkung von Heteronomie und Autonomie.“ (Prodoehl 1983, 131) Die Selbstauffassung der Individuen in der bürgerlichen Gesellschaft als ihr individuelles Leben führende Subjekte verdankt sich dieser Verdrehung des Bewusstseins.

Zur Subjektform trägt der Stellenwert bei, den der Wille durch die Verallgemeinerung von Vertragsverhältnissen in der kapitalistischen Gesellschaft gewinnt. Auch die Bewusstseinsformen des Rechts, der Politik und der Moral tragen zur Vorstellung bei, in der kapitalistischen Gesellschaft werde nicht nur mit, sondern aus Willen und Bewusstsein gehandelt. „Auf den verschiedenen Formen des Eigentums, auf den sozialen Existenzbedingungen erhebt sich ein ganzer Überbau verschiedener und eigentümlich gestalteter Empfindungen, Illusionen, Denkweisen und Lebensanschauungen. … Das einzelne Individuum, dem sie durch Tradition und Erziehung zufliessen, kann sich einbilden, dass sie die eigentlichen Bestimmungsgründe und den Ausgangspunkt seines Handelns bilden.“ (MEW 8, 139) Die Auffassungen, in denen sich das Individuum bewegt, nimmt es als durch ein wie auch immer geartetes „Denken erzeugt hin“ und „untersucht es nicht weiter auf seinen entfernteren, vom Denken unabhängigen Ursprung; und zwar ist ihm das selbstverständlich, da ihm alles Handeln, weil durch’s Denken vermittelt, auch in letzter Instanz im Denken begründet erscheint“ (MEW 37, 97).

In der scheinhaften Autonomie des Politischen ist „beides enthalten, die freie von allem abstrahierende Reflexion und die Abhängigkeit von dem innerlich oder äusserlich gegebenen Inhalte und Stoffe“ (Hegel Bd. 7, 66). Im Unterschied zur Ökonomie, welche die höchste Aktivität der Einzelhandlung, aber Passivität dem gesamtwirtschaftlichen Ablauf gegenüber erfordert, ist in der bürgerlichen Gesellschaft in der Politik die Regelung des Allgemeinen gefragt.

Der Politizismus überschätzt notorisch die Bedeutung der Subjekte und ihres Willens. „Bei der Untersuchung staatlicher Zustände ist man allzu leicht versucht, die … Verhältnisse zu übersehen, und alles aus dem Willen der handelnden Person zu erklären. … Stellt man sich von vornherein auf diesen sachlichen Standpunkt, so wird man den guten oder den bösen Willen weder auf der einen noch auf der anderen Seite ausnahmsweise voraussetzen, sondern Verhältnisse wirken sehen, wo auf den ersten Anblick nur Personen zu wirken scheinen.“ (MEW 1, 177)

Die Naturwüchsigkeit und Profitorientierung der kapitalistischen Ökonomie macht eine sekundäre politische Bearbeitung der in ihrer Substanzeigenständigen Ökonomie nötig. Die rechtlichen Rahmenbedingungen und das staatliche Gewaltmonopol sind zu sichern. Der Staat sorgt als Ausfallbürge idealiter für jene Teilmenge des nicht (oder nicht in ausreichendem Ausmass) kapitalistisch Bereitstellbaren (Infrastrukturen und Sozialleistungen i. w. S.), dessen Mangel die kapitalistischen Geschäfte selbst mittelbar negativ tangieren würde. In der staatlichen Politik geht es weiterhin um Integration und Kursbestimmung des Gemeinwesens. Freiheitsgrade weist das politische Handeln insofern auf, als es verschiedene Einschätzungen geben kann, was ökonomisch-politisch förderlich ist und was nicht. Nicht nur aufgrund der Prognoseprobleme, sondern weil auch „das“ einheitliche Verwertungsinteresse sozial nicht existiert, sondern nur als „in sich widersprüchliches Konglomerat von Einzelinteressen“ (Wirth 1973, 38). Guenther Sandleben (2011) arbeitet dies in seiner lesenswerten Studie an der deutschen Wirtschaftspolitik zur Bewältigung der Wirtschaftskrise 2007/2008 heraus.

Zudem sorgen die Widersprüche der kapitalistischen Akkumulation für Zielkonflikte. Der Dienst der Politik für die Funktionserfordernisse kapitalistischer Akkumulation ist nicht („funktionalistisch“) mit der Garantie verbunden, dass Politiker das Erforderliche treffsicher identifizieren und effizient in erfolgreiches Handeln umsetzen. Der Politizismus überschätzt die Unterschiede zwischen den verschiedenen politischen Optionen und Varianten – zulasten einer Vergegenwärtigung der übergreifenden und durch systemimmanentes politisches Handeln nicht erreichbaren Gesellschaftsstrukturen.

In Anlehnung an Laclau und Mouffe heisst es: „Die Ökonomie selbst ist … ein Kampffeld, das keine anderen ‚Bewegungsgesetze‘ kennt als die, welche einem Feld antagonistischer Kräfte entstammen. Auch der ökonomische Raum konstituiert sich ausgehend von einem politischen Kräfteverhältnis.“ (Sonja Buckel 2006, 35) Gewiss spricht nichts dagegen, Kräfteverhältnisse zu analysieren. Etwas ganz anderes ist jedoch die These, Gesellschaftsstrukturen und die ökonomische Gesetze des Kapitalismus seien auf „politische Kräfteverhältnisse“ zurückzuführen.

„Hauptsache Perspektive“

Der Politizismus ordnet sich als Wille und Vorstellung der Gesellschaft über. „Das Prinzip der Politik ist der Wille. Je einseitiger … der politische Verstand ist, um so mehr glaubt er an die Allmacht des Willens, … umso unfähiger ist er also, die Quellen sozialer Gebrechen zu entdecken.“ (MEW 1,402)

Ein Beispiel: Die grüne Parteistiftung lud Christian Felber letzten Oktober zu einer Veranstaltung nach Berlin ein. Felber vertritt ein „Gemeinwohlökonomie“-Konzept mit einerseits teilweise recht weit gesteckten Zielen und andererseits der Versicherung, überall seien heute schon Projekte in dieser Richtung erfolgreich unterwegs. Die „Gemeinwohlbilanz“ – das Kernstück des Konzepts – werde von immer mehr Firmen aufgestellt, so auch von der grossen Sparda-Bank. Felber bringt das seine Hoffnungen vermeintlich belegende Beispiel bei jedem Auftritt. Das Entscheidende verschweigt er. Der Sparda-Chef Helmut Lind kürzt aus der „Gemeinwohlbilanz“ die kapitalismuskritischen Momente heraus. „In letzter Konsequenz würden sie bedeuten, dass wir auf einen Sozialismus zusteuern sollten. Allen gehört alles. Das ist mir zu extrem, zu dogmatisch.“ (Lind, zit. n. Winkelmann 2016, 36f.) Der politizistische Projektemacher ist „so ausschliesslich mit seinen Hoffnungen beschäftigt, dass ihm nichts, was ihnen widerspricht, jemals wahr, eindeutig und spürbar genug erscheint“ (Ben Johnson).

Die grünen Funktionäre, die Felber in Berlin einluden, nehmen zwar die weitreichenden Vorstellungen von Felber nicht ernst, zeigten sich aber befriedigt, dass ein „Mann mit Visionen“ viel junges Volk in die Veranstaltung zieht. Was es mit der „Perspektive“ genauer auf sich hat, das ist dann nachrangig. Ähnlich wie bei vielen Christen handelt es sich um den „Sieg des Glaubens als seelischer Tätigkeit über den Glauben als inhaltliches Credo“ (Anders 1988, 371). Die visions and missions fungieren wie Sonntagsreden. Sie geben denjenigen am Werktag Trost und Sinn, die sich an mehr orientieren wollen als an pragmatischem Handeln.

Die hier skizzierten Elemente des Politizismus sind: Die Werte- und Prinzipienrede, die die Gesellschaftsstrukturen ausblendende Verengung der Aufmerksamkeit auf Handlungen, die Überschätzung politischer Autonomie gegenüber den Zugzwängen der kapitalistischen Ökonomie sowie die fiktive „Perspektive“. Der Politizismus praktiziert „eine fortwährende Ablenkung, die nicht einmal zur Besinnung kommen lässt, wovon sie ablenkt“ (Kafka).

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Author Frank Schwichtenberg      /       Source    :      Own work
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DAS War’s! War’s DAS?

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Mai 2019

Das Kreuz – brachten sie aus Bayern mit

Matthias Laurenz Gräff - "Liebende Eltern".jpg

Quelle:           Scharf  –  Links

Kommentar von Dieter Braeg

Die KRONEN ZEITUNG Österreichs größte Verdummbeutelungtageszeitung stellt auf der Titelseite ihrer Sonntagsausgabe vom 19.5.2019 fest: DAS War’s. Als Titelbild sieht man Kanzler Kurz und Vizekanzler Strache, die noch bis Freitagmittag, den 17.5.19, die „erfolgreichste“ Regierung Österreichs zu verantworten hatten – mit 60 Stundenwoche (fast ohne Protest der Sozialdemokratie und Gewerkschaften),Abschaffung der Notstandshilfe, Durchlöcherung der Arbeitslosenversicherung  und dem Zwang Arbeitslose jede erdenkliche Arbeit zu akzeptieren. Nach der alt bewährten Methode Alte gegen Junge, Alleinerziehende gegen Verheiratete, Menschen auf dem Land gegen Menschen in der Stadt, Menschen mit gegen jene ohne österreichischen Pass, Gesunde gegen Kranke, Raucherinnen und Raucher gegen Nichtraucherinnen und Nichtraucher;  wurden alle  gegeneinander ausgespielt. Die sowieso schon schwache gesellschaftliche Solidarität sollte komplett zerstört werden. Besonders ekelerregend war die rassistische Propaganda der ÖVP-FPÖ Regierung.

Auf der Tagesordnung der ÖVP-FPÖ Regierung standen weitere Vorhaben. Sie wollte die Wettbewerbsfähigkeit in die Verfassung schreiben und die Umweltgesetzgebung zahnlos machen. Arbeiterkammern zu politisch wirkungslosen Serviceorganisationen umbauen und die Gewerkschaften substanziell schwächen. Sie wollte die Kollektivverträge aushöhlen und ihre Reichweite einschränken. Sie wollte die Position der Mieterinnen und Mieter gegenüber den Immobilieneigentümern weiter schwächen. Die „Steuerreform“ schon beschlossen bevorzugt die Wohlhabenden und Reichen mit neuen Steuererlässen.

Plötzlich taucht aus den unergründlichen Welten des SPIEGEL und der Süddeutschen Zeitung ein Video auf. Gedreht in einer feinen Villa in Ibiza, wo in weiten Kreisen Ballermannverblödung herrscht, die Kevin Kühnert noch nicht vergesellschaften konnte, sondern BILD. Da hört man zwei feine FPÖ Männer, einer stammelt ein wenig Russisch, jene Pläne erörtern, die Adolf Hitler am 20.2.1933 nach der Machtergreifung mit 27 Industriellen, die schon vorher reichlich für Hitlers Wahlkampf spendeten, viel erfolgreicher umsetzte. Ohne Pseudooligarchin und viel Alkohol kam es zum Ermächtigungsgesetz.

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen verkündete sein Entsetzen und versprach, dass die „Exekutive raschest zu ermitteln“ habe. Nur – das dortige Personal ist längst stark FPÖ lastig und Strache und Gudenus, die wahrscheinlich in Anlehnung an die k&k Monarchie eine

Kurz/Strache/Orban Republik errichten wollten bekamen vom Bundeskanzler Kurz mitgeteilt: „Genug ist genug!“  Kurz brauchte bis Samstagabend, um zu dieser Erkenntnis zu kommen. Vorher ist wohl versucht worden die Koalition mit der FPÖ fortzusetzen. Der Innenminister Herbert Kikl sollte gehen. Das lehnte die FPÖ ab. Da Strache und Gudenus zurückgetreten waren, wollte sie die Sache so aussehen lassen, als habe eigentlich sie die Konsequenzen aus den Ibiza-Videos gezogen – und nicht der Bundeskanzler Kurz.

 Der Strache Nachfolger an der Spitze der FPÖ ist nun Norbert Hofer. Die Neuwahlen im Herbst werden sicher eine verkleinerte FPÖ zur Folge haben. Trotzdem hat Sebastian Kurz schon jetzt verkündet, er könne mit den „Roten“ nicht regieren und die „Kleinparteien“ würden kaum für eine Mehrheit reichen. Also ist abzusehen, dass das bisherige „Erfolgsregierungskonzept“ mit einigen „neuen alten“ FPÖ Figuren fortgesetzt wird. Denn ob die österreichische Sozialdemokratie mit den „kleinen“ Parteien zu einer Mehrheit kommt, scheint eher unwahrscheinlich.

 So bleibt es nur die Frage zu stellen: Was ist der Unterschied zwischen der SPÖÖVPGRÜNENNEOSJETZparteien dem Wiener Riesenrad?
Am Riesenrad sitzen die Nieten außen.

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Grafikquelle    :

Matthias Laurenz Gräff, „Liebende Eltern“, oil on canvas, 100x80cm, 2018. Das Gemälde symbolisiert die Kopftuchdebatte die seitens der österreichischen Bundesregierung geführt wird, und zeigt hierbei Kanzler Sebastian Kurz mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache die beide ein vehementes Burkaverbot einfordern. In der Mitte befindet sich ein sitzendes Kleinkind muslimischen Glaubens, dem die beiden Staatsmänner dessen Burka gewaltsam abziehen. Als Liebende Eltern halten sie aber erbauliche und erzieherische Maßnahmen in Form des christlichen Kreuzes und einem Deutsch-Wörterbuch in den Händen. Diese Gemälde ist weder als pro noch als kontra zu diesem Thema zu sehen, es zeigt vielmehr die aktuelle innerpolitische Debatte auf.

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DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Mai 2019

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1b/Die-Woche.png?uselang=de

Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Das Strache-Video, die Whistleblowerin und ein Wechsel der Kanzlerin zur UNO.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht in der vergangenen Woche?

Friedrich Küppersbusch: Madonnas Gesang.

Und was wird besser in dieser?

Sicherheitsvorkehrungen beim ESC.

Jenseits des politischen Erdbebens – was haben Sie aus dem Strache-Video über den Rechtspopulismus und über Österreich gelernt?

Bei aller Erleichterung über die Enttarnung – Österreich und der Welt hätten zwei Jahre Strache-&-FPÖ-Regentschaft erspart werden können, wenn es einen wirksamen Schutz für Whistle­blower gäbe. Das Video dokumentiert eine Reihe strafrechtlich relevanter Taten: Bruch der Privatsphäre, Bruch des Rechts am eigenen Bild, zivilrechtlich eine arglistige Täuschung und sehr wahrscheinlich in der Anbahnung und Ausleitung eine Rutsche Urkundenfälschungen. Gerichte müssten prüfen, ob diese Straftaten aufgewogen würden durch ein höheres Interesse an der Vermeidung oder Aufklärung der Straftaten, die im so zustande gekommenen Video offenbart werden: Nein. Strache und Gudenus reden sich um Kopf und Kragen, sie bieten allerhand Verbrechen an, doch sie kommen nicht dazu, eines zu begehen. Ergo: Wer das Video gemacht hat, wusste, dass er sich selbst erheblich belastet, wenn er es veröffentlicht. Das wirkt bizarr, gemessen an der moralischen Fallhöhe – doch juristisch musste, wer das Video produziert hat, diese Punkte durchdenken. Nun wird quer durch den Garten gerüchtelt – Zen­trum für politische Schönheit, Böhmermann, doch die Welt hat schon „russische Geheimdienstmethoden“ im Verdacht, und die NZZ weiß was über den israelischen SPÖ-Kampagnero Silberstein. In journalistischer Perspektive gehen zwei Jahre rechtsextremer Regierung in Österreich aufs Konto mangelnden Quellenschutzes.

Die US-Whistleblowerin Chel­sea Manning ist wieder in Beugehaft genommen worden. Würde es hierzulande anders laufen?

Manning verweigert die Aussage, worauf sie erneut in Beugehaft genommen wird, wo sie dann wiederum die Aussage verweigert. Ja, „Beugehaft“, weil der Mensch gebeugt werden soll dort. In Deutschland heißt es „Erzwingungshaft“, mal in der Geschmacksrichtung „mittelalterlicher Schuldturm“, wenn Zahlung erpresst werden soll. Oder auch – um eine Zeugenaussage zu erzwingen. Allerdings nur, solange das betroffene Strafverfahren läuft und maximal 6 Monate lang. Bei Manning geht es um ein geheimes Laiengericht, dass erst prüft, ob es zu einer Anklage – hier gegen Assange – überhaupt kommt. Da jedoch die Anklage gegen Assange bereits vorliegt, ist es bloße Repressalie.

Die Streikinitiative „Maria 2.0“ verlangt Reformen in der katholischen Kirche. Ist sie mutig genug in ihren Forderungen

Quelle       :     TAZ         >>>>>         weiterlesen

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DL – Tagesticker 20.05.19

Erstellt von DL-Redaktion am 20. Mai 2019

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Müsste Babyface Kurz jetzt nicht diesem Abgang voraus marschieren ? Statt dessen versteckt er sich hinter der Nationalflagge? Hatte er nicht diese Koalition gewollt, da er sonst auf der Hinterbank sitzen geblieben wäre?  Da reden die Idioten dann gerne von Staatsräson. Ein treffliches Ergebnis welches Christian Lindner im nach hinein recht gibt mit seinen Satz: „Es ist besser nicht zu regieren als schlecht“. An alle Experten: Es gibt keine Staats – Räson sonder nur ein – Versagen.

FPÖ-Affäre:

1.) Sebastian Kurz will Innenminister Herbert Kickl entlassen

Damit das Ibiza-Video innenpolitisch aufgearbeitet werden kann, soll wohl auch der Innenminister gehen. Die FPÖ droht: Dann würden alle Minister das Kabinett verlassen. Als Konsequenz auf die Erkenntnisse aus dem Ibiza-Video plant Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) offenbar die Entlassung von FPÖ-Innenminister Herbert Kickl. Das gab der Kanzleramtsminister Gernot Blümel (ÖVP) in den ORF-Nachrichten bekannt: „Ich gehe davon aus, dass der Bundeskanzler dem Bundespräsidenten auch vorschlagen wird, den Innenminister aus der Regierungsverantwortung zu entlassen“, sagte Blümel.

Zeit-online

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Selbstverständlich hat der Wähler jedes Recht über alle Verbrechen der von ihn Gewählten aufgeklärt zu werden, um diesen Dreck zur Rechenschafft zu ziehen. Wer anders, als die Öffentlichkeit macht es denn sonst, die Parteien vertuschen doch nur.

„Anne Will“ zu Strache-Video

2.) Streit über Rechte

Anne Will plante spontan um und diskutierte mit den deutschen Spitzenkandidaten für die Europawahl über die Ibiza-Affäre. Ein Gast riss den Talk mit kleinen Boshaftigkeiten an sich. Gegen Ende der Sendung schien Katarina Barley den Eindruck zu haben, dass die Diskussion nicht sonderlich günstig lief. Schon wieder wirke es, als gebe es auf der einen Seite mehrere Parteien, die alle gleich seien, sagte die SPD-Politikerin. Und auf der anderen Seite die AfD als einzige, die sich unterscheide. Ungut, fand Barley: „Es gibt gravierende Unterschiede zwischen den demokratischen Parteien“, etwa was „Regelungen für Steuergerechtigkeit in Europa“ betreffe. Das soziale Europa, das sich die SPD vorstelle, sei ein völlig anderes als das der Union.

Spiegel-online

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Im Verhältnis zu Trump ist der Iran ein Waisenknabe. Ich hoffe das auch die USA ihren Idioten alleine marschieren lässt !

Krieg am Golf?

3.) Die EU sollte weder Pest noch Cholera wählen

Die Politik des Iran ist gefährlich: Raketenrüstung, Syrienkrieg, Feindseligkeit gegen Israel, Terrorismus. Trump fügt diesen Problemen ein weiteres hinzu, das bereits gelöst war: die Nuklearfrage. Lässt sich die Eskalation stoppen? Déjà-vu-Erlebnisse gibt es auch in der Politik. Alles schon mal da gewesen, meint man, wenn man die Iran-Politik von US-Präsident Donald Trump verfolgt. Sie gleicht der amerikanischen Irak-Politik vor dem dritten Golfkrieg.

ntv

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Einen besseren Nachweis für das politische Versagen der Parteien  gibt es kaum. Das verstreute Saatgut geht langsam auf.

 Köthen

4.) Mindestens 70 Rechtsextreme versammeln sich am Tatort

Im September starb ein 22-Jähriger in Köthen. Das Urteil im Prozess um den Tod des jungen Mannes ist gefallen – und sorgt weiter für Unruhe. Auf einer rechtsgerichteten Spontandemonstration gingen 300 Menschen in Richtung des Tatorts.

Welt

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„Amore mio“ – auch in Schland will niemand einen Seehofer Schwimmuntericht erteilen. Anbei – Hohlkörper schwimmen immer oben, auch im Land der Alpenjodler.

Salvinis Notverordnung

5.) Italien will Häfen für Flüchtlingsorganisationen schließen

Italiens Innenminister will die Häfen des Landes per Dekret für Flüchtlingshilfsorganisationen schließen. Das Dekret sei „notwendig und dringend“, sagten Vertreter aus Matteo Salvinis Ministerium. Salvini plant dazu eine Notverordnung, die dem Kabinett womöglich bereits am Montag zur Abstimmung vorgelegt wird.
Welt
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Wo der so überall Austreten geht ? Ein Wunder wenn  dann die Flieger Pannen melden ? Nach Bulgarien ? Hat er denn kein Auto ? Notfalls geht das auch zu Fuß. So ist das eben – wenn die Chefin den Klimawandel nicht akzeptiert. Nur dafür haben die Experten die Staatsräson erfunden.

Antrittsbesuch in Bulgarien :

6.) Pechvogel Maas: Dritte Flugzeugpanne in drei Monaten

Grund war nach Angaben des Piloten, dass eine Hilfsturbine zu wenig Druckluft zum Starten der Triebwerke lieferte. Es musste deswegen eine externe Luftzufuhr als Starthilfe angefordert werden. Der Minister hatte aber noch Glück im Unglück: Termine platzten wegen der Panne nicht. Ein Treffen mit Ministerpräsident Boiko Borissow musste Maas aber um eine Stunde verschieben. Der bulgarische Regierungschef begrüßte seinen Gast aus Deutschland trotzdem ausgesprochen herzlich mit einer Umarmung. Am Montag will Maas in Sofia den Grundstein für den Neubau der deutschen Botschaft legen.

Saarbrücker-Zeitung

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Stars und Sternchen ohne Silwinger !!

Hätten Sie sie erkannt?

7.) So sehen Ihre Lieblingsstars ungeschminkt aus

Die Welt der Stars und Sternchen ist voller Glanz und Glamour. Doch hinter dem perlweißen Lächeln und den perfekten Wimpern stecken abseits vom roten Teppich ganz normale Menschen mit Fehlern und Makeln – oft erkennt man sie ohne Make-Up kaum wieder. Wir zeigen Ihnen Ihre Lieblingsstars – ganz ungeschminkt.

Postillon

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Hinweise und Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen:       DL / privat – Wikimedia  Commons – cc-by-sa-3-0 

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