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RENTENANGST

Archiv für Oktober 7th, 2018

Spiele unter Politiker ?

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Oktober 2018

Woher kommt die Lust auf Gewalt?

Von Jenni Zylka

Und was hat „Game of Thrones“ mit den Ausschreitungen in Chemnitz zu tun? Unsere Autorin hat darüber nachgedacht und Antworten in der Jungsteinzeit gefunden, der Filmwissenschaft und der Psychologie.

Während Königin Daenerys Targaryen auf ihrem Drachen über das Schlachtfeld braust, kämpfen unten die Lannister-Männer gegen das Reitervolk der Dothraki. Blut spritzt aus durchgeschnittenen Hälsen, Körper werden von Speeren durchbohrt, sichelförmige Schwerter hacken Arme ab.

Die Fantasy-Serie „Game of Thrones“ ist extrem erfolgreich, insgesamt hat sie in den vergangenen Jahren 255 unterschiedliche Fernsehpreise gewonnen. Einige Folgen habe ich mehr als einmal gesehen: Zunächst freiwillig, zu Hause, aus Interesse. Und dann im Rahmen von „Programmprüfungen“ bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), für die ich ein paar Wochen im Jahr Fernsehinhalte unter Jugendschutzkriterien evaluiere. Private Fernsehsender lassen bei der FSF die Filme und Serien, die sie zeigen, regelmäßig durch einen Ausschuss prüfen. Der Antrag auf Altersfreigabe entscheidet darüber, ob der Film im Tages-, Abend- oder Nachtprogramm läuft.

Bei einer solchen Prüfung sitzen wir PrüferInnen gemeinsam in den Räumen der FSF, gucken in die Röhre, die schon lange keine mehr ist, und bewerten die Filme nach so genannten „Wirkungsrisiken“: Kann ein Programm entwicklungsbeeinträchtigend sein, weil es zum Beispiel übermäßig ängstigend auf Kinder wirkt, es also zum Beispiel in ihrer direkten Lebenswelt spielt, in die eine Gefahr eindringt, die sich nicht überwältigen lässt? Oder weil es sozialethisch desorientierend für sie ist, wenn etwa riskantes, antisoziales, ungerechtes Verhalten positiv dargestellt wird?

Bei Szenen wie der oben beschriebenen aus „Game of Thrones“, in der Kampfszenen schick wie Ballettchoreos daherkommen, wird auch das Risiko der „Gewaltförderung“ beurteilt: Nutzen positiv charakterisierte ProtagonistInnen vor allem oder ausschließlich Gewalt, um das zu bekommen, was sie wollen? Ist diese Gewalt ästhetisiert – spritzt das Blut etwa in Slow-Motion aus den Hälsen, hat der Kampf etwas Stilisiertes, wirken die Geräusche von zersplitternden Knochen und Metallklingen im Fleisch besonders laut und vordergründig? Sieht man das Opfer aus der Täterperspektive?

Hat Gewalt ein Geschlecht?

Mit Gewalt habe ich nicht nur bei der Arbeit als FSF-Prüferin zu tun. Reelle, nicht-fiktionale, körperliche Gewalt erlebe ich, erleben wir alle täglich aus der Distanz. Über die Medien, etwa wenn Hunderte größtenteils männliche junge Menschen Böller gegen das Haus des „Drachenlords“ in Mittelfranken werfen, um ihren Hass gegen den Mann, der im Netz immer wieder durch misogyne und rassistische Kommentare aufgefallen ist, auch real auszuleben. Oder wenn Männer (und wenige Frauen) in Chemnitz oder anderen Städten nicht-weiße Menschen zusammenschlagen. Überhaupt bei jeder kriegerischen Auseinandersetzung, von der ich höre, bei jeder Schlägerei, die ich sehe, jedem Gewaltverbrechen, über das ich lese. Am eigenen Leib erlebe ich seltener Gewalt, eher ihre Vorstufe, die Aggression: Wenn mich ein Autofahrer mit rotem Gesicht aus dem Autofenster anbrüllt, weil er nicht gesehen hat, dass für mich als Radfahrerin noch die Grünphase gilt. Wenn ich bei überfüllten Konzerten versuche, mit dem Bierbecher in meine Reihe zurückzukehren, und Männer auch nach einem freundlichen „Entschuldigung?“ ihre Ellenbogen in meinen Körper drücken. Als Kind habe ich ebenfalls körperliche Gewalt erlebt, durch meine Familie.

File:Game of Thrones cast (14118396526).jpg

Seitdem frage ich mich, wie sie zustande kommt. Was sie ist und wofür sie gut ist: Ist sie nur „ein stummer Schrei nach Liebe“, wie die Ärzte singen? Hat sie ein Geschlecht? Entstammt sie der Angst? Oder der Gier? Oder den Hormonen? Kann sie ein Blitzableiter sein, noch Schlimmeres verhindern? Gehört sie zu einem „natürlichen“ Auf-und-Ab, wie die so genannten Kliodynamiker behaupten, die sich mit dem mathematischen Modellieren von historischen Entwicklungen beschäftigen?

Und wenn sie doch so schlimm ist, diese Gewalt – wieso feiern wir sie in der Fiktion derartig ab? Werden immer realistischer in unseren Gewaltdarstellungen, lassen neuerdings vermehrt Frauen zuschlagen, choreografieren die Kampfszenen elegant wie Tänze? Warum erregt uns Gewalt, fasst uns emotional an? Mein innerer Film- und Fernseh-Nerd fragt die Jugendschützerin in mir zudem regelmäßig voller Bammel: Stimmt es, was gewalthaltigen Formaten – und Video- und Computerspielen ohnehin – übel nachgesagt wird, dass diese sogar Gewalt triggern können?

Der 1980 verstorbene Psychoanalytiker und Sozialpsychologe Erich Fromm hat zu dem Thema 1973 ein Buch herausgebracht, das als Standardwerk der Gewaltforschung gilt. Es heißt „Anatomie der menschlichen Destruktivität“, und er definiert darin verschiedene Arten der Aggression, gutartige und bösartige. Eine „konformistische“, die aus Gehorsam passiert – der Pilot, der keinen wirklich aggressiven Akt vollbringt, wenn er in seinem Flugzeug den Knopf für die Bombenklappe drückt, dennoch ist seine Bombardierung der Stadt ein Akt der Gewalt. Und eine „instrumentelle“, die als Mittel zum Zweck gilt – man schadet jemandem, weil man etwas will, was er oder sie gerade hat.

Fromm kennt die „Pseudoaggression“, die Schaden anrichten kann, ohne dass eine Absicht dazu besteht – dazu zählt er die „spielerische Aggression“, und findet sie in Sportarten wie Fechten oder Schwertkampf. Die „Aggression als Selbstbehauptung“ gehört laut Fromm ebenfalls zur „Pseudoaggression“, und nur bei ihr besteht angeblich einen Zusammenhang zum Geschlecht.

Sind Männer gewalttätiger als Frauen? Bereits in den vierziger Jahren hat ein Forscher namens Edward A. Beeman Tierversuche durchgeführt, bei denen kastrierte Ratten, denen das Testosteron entzogen wurde, weniger Kampfeslust an den Tag legen.

Erich Fromm fragt in seinem Buch rhetorisch: „Welche biologische Funktion könnte ein feindseliges, den weiblichen Partner schädigendes Verhalten des männlichen Partners haben?“ Und antwortet, dass es sich bei der von ihm so genannten, vor allem männlich konnotierten „Aggression als Selbstbehauptung“ eben nicht „um ein an sich feindseliges oder angriffslustiges Verhalten“ handelt, sondern „um eine Aggression, die dazu dient, dass man sich durchsetzt“. Durchsetzen müsse sich der Mann unter anderem, weil „die anatomischen und physiologischen Bedingungen der Sexualfunktion des Mannes erfordern, dass der Mann fähig ist, das Hymen zu durchstoßen, und dass er nicht durch Angst, Zögern (…) davon abgehalten wird“.

File:Klis - Game of Thrones 1.jpg

Diese Worte enthalten fraglos ein Verständnis von „aktiver“ männlicher und „passiver“ weiblicher Sexualität, das nicht nur prinzipiell überholt ist, sondern das auch Gefahr läuft, von Männern ausgeübte, sexuelle Gewalt psychologisch und biologistisch zu entschuldigen. Als Feministin sträuben sich mir dabei sämtliche Achselhaare. Doch Fromm hatte das vorausgesehen. Er schreibt: „Da die zur Selbstbehauptung dienende Aggression die Fähigkeit des Menschen, seine Ziele zu erreichen, erhöht, vermindert sie beträchtlich das Bedürfnis, den anderen auf sadistische Weise zu beherrschen“. Mit anderen Worten neigt jemand, der zufrieden ist, weil er ein Ziel erreicht hat, etwa durch seine besonders starken „zur Selbstbehauptung dienenden“ Aggressionen, seltener dazu, anderen Schaden zuzufügen. Fromm trennte also schon damals die sexuelle Gewalt, die er dem „destruktiven, sadistischen Charakter“ zuordnet, von der Sexualität – genau wie wir nicht erst seit #metoo wissen, dass sexueller Missbrauch vor allem Machtverhältnisse wiedergibt. Auch wenn manche TäterInnen qua anatomischem Unterschied, etwa größerer Muskelmasse, öfter von ihr Gebrauch machen als andere, kennt Gewalt, so scheint es, vielleicht doch kein Geschlecht. Dass unterm Strich sowohl bei der sexualisierten als auch bei jeder anderen körperlichen Gewalt Männer den weitaus größeren Täteranteil stellen, liegt nach dieser Argumentation schlichtweg daran, dass sie es können. So banal das klingt.

Quelle     :        TAZ          >>>>>         weiterlesen

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Oben     —

2.) von Oben       —        Game of Thrones cast

Source Game of Thrones cast
Author Chris Favero from USA
w:en:Creative Commons
attribution share alike
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Unten     —        Game of Thrones set on Klis fortress

Quelle Eigenes Werk
Urheber Ballota
w:de:Creative Commons
Namensnennung Weitergabe unter gleichen Bedingungen
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Die Mitte zeigt Zähne

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Oktober 2018

„Das ist die Mitte der Gesellschaft“

 - Besichtigung neuer Rodungen im Hambacher Forst für den Braunkohletagebau Anfang 2017, in der vorletzten Rodungssaison

Eine Reportage von , Hambacher Forst

Zehntausende demonstrieren am Hambacher Forst – gegen die Rodung und eine Politik, die den Mehrheitswillen ignoriere. Sie feiern diesen Tag als Zäsur in der Klimapolitik.

Für die Großdemo am Hambacher Forst hat Bernd Jung sein bestes Hemd aus dem Schrank gekramt. Am frühen Samstagmorgen hat er sich aus dem Saarland auf den Weg ins Braunkohlerevier zwischen Köln und Aachen gemacht. „Auch im Büro trage ich immer Pullover, aber heute ist mir wichtig zu zeigen, dass hier nicht nur Ökos auf die Straße gehen, sondern ganz normale Menschen“, sagt Jung und zupft sich das weiß-blau gestreifte Textil zurecht.

Schon aus der Ferne sieht der 45 Jahre alte Bauingenieur die riesige Staubwolke, die sich am Rande des Hambacher Forsts über den vertrockneten Acker gelegt hat, den ein Landwirt den Veranstaltern zur Verfügung gestellt hat. Auf dem Platz herrscht Volksfeststimmung. „RWE verliert. Hambi bleibt“, ruft ein Redner von der aufgebauten Bühne. Die Demonstrantinnen und Demonstranten werfen die Arme in die Luft und jubeln.

An zahlreichen Ständen, die mit Holzlatten notdürftig zusammengenagelt wurden, verteilen Umweltschutzorganisationen Demo-Schilder mit Anti-Braunkohle-Slogans. Eine Samba-Truppe aus Koblenz trommelt Gute-Laune-Rhythmen, Krisen-Pianist Davide Martello spielt an seinem schwarzen Flügel Imagine von John Lennon. Der süddeutsche Straßenmusiker mit italienischen Wurzeln hat schon während der blutigen Proteste gegen den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan am Taksim-Platz in Istanbul und in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gespielt. Um auch aus der Luft gesehen zu werden, haben die Demonstranten eine riesige, kreisrunde Plane ausgerollt. „We will end coal“, steht darauf geschrieben.

Solidarität aus den Nachbarländern

Mehrere hundert Reisebusse aus dem gesamten Bundesgebiet, aber auch aus Polen, Tschechien, Holland und Frankreich säumen die Straßen. 25.000 Menschen haben die verantwortlichen Umweltverbände erwartet, etwa 50.000 Menschen sollen an diesem sonnengetränkten Herbsttag gekommen sein: Psychologinnen, Hausverwalter, Gastronomen, Arbeiter, Filmemacher, Studentinnen, Landwirte, Eltern mit ihren Kindern und auch solche, die einfach dabei sein wollen an diesem 6. Oktober 2018, den die Veranstalter als mögliche Zäsur in der Klimapolitik feiern. „Das hier ist die Mitte der Gesellschaft“, sagt Bauingenieur Jung. Er ist bewegt von den Massen, die über Stunden mit bunten Fahnen und selbst gebastelten Schildern von den Zufahrtsstraßen und den überlasteten Bahnhöfen zum Kundgebungsgelände laufen.

Dabei herrschte am Freitagmorgen noch Tristesse auf Seiten der Aktivisten. Die Polizei hatte die letzten Baumhäuser im umkämpften Waldgebiet geräumt. RWE hatte damit begonnen, den Forst mit Gräben und Mauern einzufrieden, um Mitte Oktober mit der geplanten Rodung zu beginnen. Obendrein hatte die Aachener Polizei die lange angekündigte Großdemo wegen eines fehlenden Sicherheitskonzepts verboten. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Am späten Freitagvormittag verschickte das Oberverwaltungsgericht Münster ein Urteil, das sowohl Braunkohlegegner als auch RWE überraschte. Die Richter verhängten nach Beschwerde des BUND per Eilbeschluss ein vorübergehendes Rodungsverbot, weil der Energiekonzern nicht überzeugend habe belegen können, dass die Abholzung für die Energieversorgung wirklich notwendig sei. Kurz darauf kippte auch noch das Verwaltungsgericht Aachen das Demonstrationsverbot.

Datei:Ende Gelände November 2017 - Activists at brim.jpg

Die Justiz hatte den Konzern in die Schranken gewiesen und die schwarz-gelbe Landesregierung blamiert, die mit einem für Nordrhein-Westfalen historischen Großaufgebot der Polizei ein paar Dutzend Baumbewohner vertreiben ließ. Die RWE-Aktie stürzte in der Spitze um 8,5 Prozent ab, das Unternehmen sah sich genötigt, eine Ad-hoc-Meldung an die Anleger zu verschicken. Der Rodungsstopp könne aufgrund der Rechtsunsicherheit noch bis 2020 andauern, warnte RWE, pro Jahr drohe ein wirtschaftlicher Schaden im dreistelligen Millionenbereich. Die Zukunft von 4.500 Mitarbeitern stehe auf dem Spiel. Bei den Braunkohlegegnern hingegen brach Partystimmung aus.

„Die Politik wird aufpassen müssen, wie sie in Zukunft handelt“

Quelle      :      Zeit-online              >>>>>            weiterlesen

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Gtafikquellen    :

Oben    —         Hambinfo – wikimedia commons (CC BY-SA 4.0)

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Unten    —       Ende Gelände 2017: Aktivistinnen und Aktivisten an einer Abbruchkante im Tagebau Hambach.

Quelle Eigenes Werk
Urheber Leonhard Lenz

Diese Datei wird unter der Creative-Commons-Lizenz „CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright“ zur Verfügung gestellt.

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Steine auf Wagentaine?

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Oktober 2018

Erklärung des BundessprecherInnenrats der AKL zur Frage der Kooperation mit Initiator*innen von „aufstehen“

Sahra Wagenknecht Parteitag der Linkspartei 2018. Leipzig.jpg

Auf jeden Topf –

Quelle    :  Scharf – Links

Vom BundessprecherInnenrats der AKL

Der AKL-Länderrat hat im September beschlossen, nicht gemeinsam mit Unterstützer*innen von „aufstehen“ zu einer Vorbereitung der Parteilinken zum Bundesparteitag 2019 einzuladen. Das hat unter Genoss*innen der KPF und anderen für Unverständnis gesorgt und wir möchten unsere Haltung hier kurz erklären.

1. Wir kooperieren in Sachfragen mit allen Genoss*innen der LINKEN, wenn wir dabei an einem Strang ziehen können. Das beinhaltet gemeinsame Aktionen, Kampagnen, Veranstaltungen, Anträge zu Parteitagen, ggf. sogar Personalentscheidungen etc.

2. Beratungen der so genannten Parteilinken haben eine über Einzelfragen hinausgehende Zielsetzung. Eine Parteilinke streitet innerhalb der Partei für Positionen, die im Koordinatensystem der Partei links zu finden sind. Sie will sozialistische, internationalistische, auf außerparlamentarische Kämpfe orientierte Positionen in der Partei stärken und die innerparteiliche Demokratie ausweiten.

3. Wir sind der Meinung, dass „aufstehen“ in einer Reihe von Fragen Positionen vertritt, die rechts von der derzeitigen Programmatik der Partei stehen. Insbesondere, aber nicht nur, in der Migrationsfrage halten wir die Positionen von „aufstehen“-Initiator*innen für eine gefährliche Abkehr von internationalistischen Grundpositionen. Nach eigener Aussage will „aufstehen“ die Parteien, also auch DIE LINKE, umkrempeln. Wer eins und eins zusammen zählen kann, muss den Schluss ziehen, dass „aufstehen“ die Partei nicht nach links verändern will.

4. Wir bewerten das Vorgehen der „aufstehen“-Initiator*innen innerhalb der Partei als wenig transparent und respektlos gegenüber den demokratischen Gremien der Partei. Das Projekt selbst scheint uns einen ausgeprägten Top-Down-Charakter zu haben. Wir können deshalb nicht erkennen, wie wir mit den „aufstehen“-Genoss*innen für eine Stärkung der innerparteilichen Demokratie eintreten können.

5. Das Ziel von „aufstehen“ eine Regierung mit SPD und Grünen unter bestimmten Bedingungen zu bilden, steht nicht unbedingt rechts von der LINKEN, die immer wieder eine solche Regierungsbeteiligung anstrebt. Aufgabe der Parteilinken ist es aus unserer Sicht jedoch, sich für eine starke LINKE in der Opposition einzusetzen und über den Charakter von SPD und Grünen aufzuklären anstatt Illusionen in deren Veränderbarkeit zu schüren.

6. Aus all dem ziehen wir den Schluss, dass sich die Genoss*innen, die „aufstehen“ unterstützen, von der Parteilinken, so wie wir sie verstehen, entfernt haben. Das bedauern wir, aber wir sind der Meinung, dass dies Folgen für die strategische Kooperation der Parteilinken haben muss. Das schließt eine mögliche Kooperation mit Aufstehen-Unterstützer*innen in einzelnen Fragen nicht aus.

gehört ein Deckel !

Das sind die Gründe, weshalb wir entschieden haben, nicht gemeinsam mit „aufstehen“-Unterstützer*innen zu einer Beratung einzuladen. Die Vortreffen beim Parteitag sollen natürlich weiterhin für alle Parteimitglieder offen sein.

7. Über die Frage der Vortreffen der Parteilinken zum Parteitag hinaus stellt sich die Frage, wie die Parteilinke in Zukunft zusammen arbeitet. Wir halten es für sinnvoll, eine solche Zusammenarbeit auf eine gemeinsame inhaltliche Basis aller linken Kräfte zu stellen. Wir würden uns freuen, mit anderen linken Kräften darüber in Diskussion zu kommen.

Urheberrecht
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Grafikquellen    :

Oben    —         Die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei Sahra Wagenknecht. Leipziger Parteitag der Linkspartei 2018. 1. Tagung des 6. Parteitages der Partei DIE LINKE. Vom 8. bis 10. Juni 2018. Tagungsort: Leipziger Messe, Congress Center Leipzig.

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Texte von Uri Avnery

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Oktober 2018

Ein Lied wird geboren

Autor :  Uri Avnery

Ein Friend aus Übersee sandte mir die Aufnahme eines Liedes. Ein arabisches Lied, mit einer sanften Melodie, von einem arabischen Mädchenchor gesungen und von einer Flöte begleitet.

Es geht, wie folgt:

Ahed /

Du bist das Versprechen und der Ruhm /

der so hoch wie ein Olivenbaum steht /

von der Wiege bis zur Gegenwart /

Deine Ehre wird nicht verletzt werden /

Palästina ist in uns gepflanzt worden/

wie ein Landungssteg für jedes Schiff /

Wir sind das Land und du bist das Wasser /

du bist mit blonden Haaren bedeckt /

du bist so rein wie Jerusalem /

Du lehrtest unsere Generation, wie das vergessene Volk sich wehren sollte /

Sie dachten, die Palästinenser fürchteten sie, weil sie eine Rüstung tragen und eine Waffe halten? /

Palästine ist in uns gepflanzt worden /

wie ein Landungssteg für jedes Schiff /

Unsere Nation muss vereint sein und sich widersetzen,

für die Freiheit Palästinas und der Gefangenen. /

Deine blauen Augen sind ein Leuchtturm /

für ein Land, das alle Religionen hat /

Du hast die Menschen vereint, fern und nah /

Du hast den Funken in all unseren Herzen entzündet/

Dein Kopf ist hoch erhoben und ermutigt uns /

Du hast das Licht in unserer Dunkelheit entzündet/

Trotz der Sanftheit deiner Hände /

haben deine Hände die Welt erschüttert /

Deine Hände gaben dem Besetzer den Schlag zurück /

und gaben der Nation die Wertschätzung zurück /

Palästina ist in uns gepflanzt worden/

wie ein Landungssteg für jedes Schiff /

Wir sind das Land und du bist das Wasser.

WENN ich ein Anhänger der Besetzung wäre, würde mich dieser Song zutiefst erschrecken, weil die Kraft von Liedern stärker ist als die von Waffen. Ein Gewehr nutzt sich ab, aber ein Lied bleibt für immer.

In den frühen Tagen der israelischen Armee gab es einen Slogan, der in unserer Kantine hing: „ Eine Armee, die singt, ist eine siegreiche Armee!“

Die heutige palästinensische Generation hat entschieden, ihren Kopf zu senken und zu warten, bis der Sturm vorüber ist. Die kommende palästinensische Generation könnte völlig anders handeln.

Am Vorabend meines 15. Geburtstags schloss ich mich einer Untergrund- (oder „Terroristen“-)gruppe an, die gegen das britische Kolonialregime kämpfte. Fast 80 Jahre danach erinnere ich mich immer noch an jedes Lied aus dieser Zeit, Wort für Wort. Lieder wie: „We are unknown soldiers without uniforms…“ (Wir sind unbekannte Soldaten ohne Uniform) und viele andere. Danach schrieb ich eine Hymne für meine Kompanie.

Ich bin kein Poet, weit davon entfernt. Aber ich habe einige Lieder in meiner Zeit geschrieben, darunter „Samsons Füchse“, eine Hymne für meine Kommandoeinheit der israelischen Armee. Daher kenne ich die Kraft eines Liedes, vor allem eines Liedes über die Heldentat eines 16jähriges Kind.

IN DEM AUGENBLICK, als ich das Szenario sah, in dem Ahed al Tamimi einem israelischen Captain der Armee ins Gesicht schlug, wusste ich, dass sich etwas Bedeutendes ereignet hatte.

Der britische Politiker, Lord Acton, schrieb bekanntermaßen: „Macht neigt dazu zu korrumpieren und absolute Macht korrumpiert absolut.“ Ich würde hinzufügen: „Ein anderes Volk zu besetzen, tendiert dazu, einen dumm zu machen und eine lange Besetzung macht einen vollkommen dumm.“

In meiner Jugend, als ich bereits Mitglied des anti-britischen Untergrunds war, arbeitete ich in dem Büro eines britischen Rechtsanwaltes. Viele seiner Klienten waren Beamte der britischen Regierung. Ich fragte mich oft selbst: „Wie kann es sein, dass so intelligente Menschen sich so dumm verhalten?“ Es waren sympathische Menschen, die sogar einen kleinen Büroangestellten wie mich höflich behandelten. Aber sie hatten keine Alternative: Die Besatzung zwingt den Besetzer, sich dumm zu verhalten.

Es funktioniert ,wie folgt: Um ein Besetzungsregime eine lange Zeit aufrechtzuerhalten, muss der Besetzer an die Überlegenheit seiner Rasse und an die Unterlegenheit seiner Untertanen glauben, die als primitive Kreaturen betrachtet werden. Andererseits, was gibt ihnen das Recht ein anderes Volk zu unterwerfen? Das ist genau das, was sich bei uns nun abspielt.

IM MOMENT, wo ich die Szene im TV sah, als sie ihm ins Gesicht boxte, wusste ich, etwas Großes war geschehen. Nun hat das palästinensische Volk eine Nationalheldin. Die palästinensische Jugend hat nun ein Vorbild zum Nacheifern.

Die israelische Öffentlichkeit hat sich an die Besetzung gewöhnt. Sie glauben, dass das eine ganz normale Situation ist, dass die Besetzung für immer weitergehen kann. Aber die Besetzung ist keine natürliche Situation und eines Tages wird sie beendet werden.

Zehntausend Briten beherrschten Hunderte von Millionen Inder, bis ein magerer Mann, der Gandhi genannt wurde, Salz an der Küste des Meeres gegen das Gesetz herstellte. Die indische Jugend erhob sich und die britische Herrschaft fiel weg, wie ein Blatt vom Baum fällt im Herbst.

Die gleiche Dummheit erfasste aller Vollstrecker der Besetzung im Umgang mit Ahed al-Tamimi: Armeeoffiziere, Staatsanwälte, Militär-Richter.

Wenn wir weise Besetzer wären – ein Oxymoron – hätten wir Ahed schon lange vorher nach Hause gesandt, sie mit Gewalt aus dem Gefängnis vertrieben. Aber wir halten sie immer noch hinter Schloss und Riegel, sie und ihre Mutter.

Es stimmt, einige Tage zuvor realisierte die Armee ihre eigene Dummheit. Mit Hilfe von Aheds ergebener (jüdischen) Rechtsanwältin, Gabi Lasky, wurde ein „Kompromiss“ erarbeitet. Mehrere Anklagen wurden fallen gelassen, und Ahed wurde zu „nur“ acht Monaten Gefängnis verurteilt.

Sie wird in drei Monaten entlassen. Aber das ist zu spät: das Bild von Ahed ist bereits im Gedächtnis von jedem palästinensischen Jungen oder Mädchen eingraviert. Ahed, das Mädel mit dem blonden Haar, ihre blauen Augen, die wie ein Leuchtturm leuchten. Ahed, die Heilige, Ahed die Retterin.

Die palästinensische Jeanne d’Arc, das Nationalsymbol.

DIE GESCHICHTE von Ahed al-Tamimi spielte sich in der Westbank ab. Aber sie hallte wider bis in den Gazastreifen.

Für die meisten Israelis ist der Gazastreifen etwas anderes. Er ist kein besetztes Gebiet. Er geht uns nichts an.

Aber die Situation im Gazastreifen ist sogar noch schlimmer als die direkte Besetzung. Der Streifen ist völlig eingeschlossen. Im Norden und Osten ist Israel, im Westen ist das Meer, wo die israelische Marine auf alles schießt, mit Ausnahme von Fischerbooten in der Nähe der Küste. Der Süden gehört Ägypten, das sich noch schlimmer verhält, als die Israelis und eng mit ihnen zusammenarbeitet.

Die Situation im Gazastreifen ist der einer Hölle so nahe, wie sie sein kann: Nahrung am Existenzminimum im Gazastreifen, Elektrizität für zwei bis vier Stunden pro Tag, das Wasser ist verschmutzt, Arbeit ist extrem knapp. Nur den Schwerstkranken wird die Ausreise erlaubt.

Weshalb? Es hat zu tun mit dem Dämon, der die israelische Regierung plagt: der demographische Teufel.

Im historischen Palästina, dem Land zwischen dem Mittelmeer und dem Jordanfluss, leben nun ungefähr 13 Millionen Menschen, schätzungsweise die Hälfte Juden und die andere Hälfte Araber, mit einem kleinen Vorsprung zugunsten der Araber. Die Zahlen sind nicht sicher, aber es gibt ungefähr drei Millionen Araber in der Westbank, zwei Millionen im Gazastreifen und 1,5 Millionen Bürger in Israel. Die arabische Geburtsrate ist höher als der jüdische Durchschnitt.

Diese Zahlen stören den Schlaf vieler israelischer Beamten, besondern Politiker. Sie suchen nach Mitteln, um das Gleichgewicht zu ändern. Sie hatten einst die Illusion, dass, wenn die Situation in Gaza unerträglich wird, die Menschen aus Gaza auswandern würden. Aber das geschah nicht. Die Palästinenser sind sehr zäh.

Dann kam eine neue Mode auf: Ignoriere einfach die Bastards. Stell dir einfach vor, der Gazastreifen sei ins Meer gesunken, wie ein israelischer Politiker einst betete. Kein Streifen, zwei Millionen Palästinenser weniger.

Aber der Streifen ist da. Es ist wahr, Gaza wird von der islamischen Hamas Partei beherrscht, wohingegen die Westbank von Abu Mazens PLO beherrscht wird, und die Feindschaft zwischen den beiden ist teuflisch. Aber das war bei fast allen Freiheitsbewegungen der Geschichte so. In unserem Fall spaltete der Untergrund sich zwischen Haganah („Verteidigung“), die zur offiziellen zionistischen Führerschaft gehörte, und Irgun („Organisation“, kurz, für Nationale Militärorganisation). Dann spaltete sich der Irgun und die sogar noch radikalere LEHI (Kämpfer für die Freiheit Israels“), von den Briten „Stern-Gang“ genannt, wurde geboren. Sie hassten sich alle gegenseitig.

Aber unter den Menschen gibt es keinen Unterschied. Sie alle sind Palästinenser. Ahed ist die Heldin von ihnen allen. Vielleicht hat ihr Vorbild eine Rolle bei dem, was letzte Woche geschah, gespielt.

Seit einiger Zeit herrschte Ruhe im Gazastreifen. Eine Art des Modus Vivendi war zwischen der Hamas-und der israelischen Regierung in Kraft. Die Israelis gratulierten sich für ihre Kleverness. Und dann geschah es, plötzlich, als ob die Bevölkerung von Gaza sich aus dem Nichts erhob. Hamas organisierte, dass sie sich unbewaffnet Freitag am Grenzzaun versammelten. Eine verlängerte Kampagne des passiven Widerstands sollte beginnen.

Als ich gefragt wurde, was sich ereignen würde, sagte ich, dass die israelische Armee schießen würde, um zu töten. Ganz einfach: Israelis wissen nicht, wie sie mit passivem Widerstand umgehen sollen. Sie schossen, um sie in eine gewalttägigen Widerstand umzuwandeln. Damit wissen Sie umzugehen – mit noch mehr Gewalt.

UND DAS ist genau das, was sich letzten Freitag, dem ersten Tag der Kampagne, ereignet hat: Scharfschützen wurden entlang der Grenze postiert, mit Befehlen, die „Anführer“ zu erschießen – jeden, der sich absetzte, 18 unbewaffnete Demonstranten wurden getötet, fast tausend wurden angeschossen, beziehungsweise verwundet.

Wenn jemand dachte, die demokratische Welt würde sich erheben und Israel verurteilen, dann hat er sich bedauernswerterweise getäuscht. Die Reaktionen waren meistens schwach. Was zum Vorschein kam, war der unfassbare Rückhalt, den die israelische Regierung und ihre Zionistenorganisation in den politischen und kommunikativen Einrichtungen weltweit haben. Mit wenigen Ausnahmen wurden die abscheulichen Nachrichten überhaupt nicht oder nur geringfügig veröffentlicht.

Aber das kann so nicht lange weitergehen. Die Proteste in Gaza werden anhalten, besonders freitags (dem muslimischen Feiertag), bis zum 15. Mai, der Tag der Nakba („Katastrophe“), der an die Massenflucht, Vertreibung der Hälfte des palästinensischen Volkes aus ihren Häusern erinnert. Palästinensische Flaggen werden die Bildschirme weltweit füllen.

Ahed wird immer noch im Gefängnis sein.

(Inga Gelsdorf)

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Ende mit Gemütlichkeit

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Oktober 2018

HistorikerInnen warnen vor Rechtspopulismus.

File:J’accuse.jpg

Was ist daran falsch?

Von Stefan Reinecke

Die Zeit, in der Geisteswissenschaftler der Gesellschaft den Weg wiesen, ist vorbei. Das machtkritische „J’accuse“ ist out. Für moralische Interventionen aller Art ist change.org zuständig, ein Unternehmen, das Geld damit verdient, dass andere die Welt verbessern wollen. Heutzutage protestieren Professoren (Professorinnen weniger) eher, wenn die Regierung es versäumt, Flüchtlinge an der Grenze zurückzuweisen. Es ist nicht klar, wann der Historikerverband zuletzt eine politische Warnung veröffentlicht hat. Es ist offenbar so lange her, dass sich auch HistorikerInnen, deren Metier das Gedenken ja ist, sich nicht mehr daran erinnern können. Insofern ist die „Resolution zu gegenwärtigen Gefährdungen der Demokratie“, die der Fachverband der Historikerinnen und Historiker kürzlich in Münster beschloss, ungewöhnlich (zu finden auf der Homepage des Verbands der Historiker und Historikerinnen unter „Verband“ und dann unter „Stellungnahmen“).

Es gebe „maßlose Angriffe“ auf die Demokratie, heißt es dort. „Heutige Beschimpfungen von Politikern als ,Volksverräter‘ oder der Medien als ,Lügenpresse‘ nehmen die antidemokratische Sprache der Zwischenkriegszeit wieder auf“, so die Resolution. Auch dass Parteien behaupten, „einen einheitlichen Volkswillen“ zu vertreten, erinnere bedenklich an die Weimarer Republik und den Aufstieg der Nazis, die das für sich reklamierten. Bei der NS-Zeit gelte es auf Quellen zu beharren und kritisch gegenüber „alternativen Fakten“ zu sein. Auch Migration wird erwähnt, die Gesellschaften historisch gesehen nützlich gewesen sei. Angesichts eines Bundesinnenministers, der Migration zur „Mutter aller Probleme“ erklärt, ist das ein fälliges Korrekturzeichen – auch von HistorikerInnen. Die AfD wird nicht namentlich erwähnt – aber es ist klar, dass die VerfasserInnen der Aufstieg des Rechtspopulismus umtreibt.

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Patrick Bahners ließ in der FAZ an dem Aufruf kein gutes Haar. Er sei oberlehrerhaft. Ein Text, der Migration, Kolonialismus und die Gefahr des Nationalismus erwähne, sei für einen Verband eine Art Amtsanmaßung. Bahners Kritik spiegelt konservative Einwände gegen Linksintellektuelle, die ohne Qualifikation einen Wahrheitsanspruch für alles beanspruchen würden. Petra Terhoeven, Zeithistorikerin aus Göttingen und eine Initiatorin der Resolution, beeindruckt diese Kritik nicht. „Wenn dieser Text als linksliberales, sogar parteipolitisches Papier gilt, zeigt das, wie weit sich der Diskurs nach rechts verschoben hat. Eigentlich erinnern wir doch nur an Selbstverständlichkeiten.“

Quelle      :     TAZ         >>>>>>        weiterlesen

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Grafikquellen  :

Oben    —         Titelseite der von Georges Clemenceau herausgegebenen Zeitung L’Aurore vom 13. Januar 1898 mit Émile Zolas J’accuse…! überschriebenem offenen Brief an Staatspräsident Faure zur Dreyfus-Affäre.

Quelle Scan of L’Aurore
Urheber Émile Zola
Genehmigung
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Dies gilt für das Herkunftsland des Werks und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 100 oder weniger Jahren nach dem Tod des Urhebers.

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Unten   —       political cartoon

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DL-Tagesticker 07.10.18

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Oktober 2018

Direkt eingeflogen mit unseren  Hubschrappschrap

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Ein Spiegelbild welches durch die Landschaften geistert. Überall hören wir das laute Grunzen der politischen Dreckschweine, sowohl  aus den Parteien als auch den Regierungen.

Brett Kavanaugh bestätigt

1.) Ein dreckiges Spiel

Im Nominierungsverfahren von Brett Kavanaugh gibt es keine Gewinner. Kavanaughs Ruf ist ruiniert, Demokraten und Republikaner haben das Land noch tiefer gespalten, als es Trump möglich wäre.

Sueddeutsche-Zeitung

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Ganz so dumm, wie es manchmal aussieht ist die Jugend auch nicht ! Sie wissen genau, dass ein Königsmörder in dieser Gesellschaft nicht ankommen kann. Insbesondere nicht der Dolchstoß gegen eine Königin. Aber wie sehr sich die Spielarten in den Parteien doch gleichen, sehen wir, wenn wir auf die Krönung von Schulz in der SPD zurück blicken !

Angela Merkel bei der Jungen Union

2.) Bis der Endboss kommt

Ihre Macht bröckelt, die Umfragen sind mies – doch Angela Merkel bekommt noch einmal die Rückendeckung der jungen Garde. Einer aber inszeniert sich bereits als Gegenmodell. Die jungen Leute haben der Frau Bundeskanzlerin höflichst gedankt für ihren Besuch und überhaupt für all ihre Jahre im Amt. Sie haben sich auch mit ein paar Fragen an sie gewandt an diesem Samstag in der Kieler Arena, wo sonst Handball gespielt wird und sich nun die Junge Union zum Parteitag versammelt hat, genannt „Deutschlandtag“.

Spiegel-online

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Und Merkel war beim Parteitag der Jungen-Union in Kiel. Liegt auch am Meer, aber so weit können selber die Deutschen nicht schwimmen.

Saudi-Arabien

3.) Journalist soll in Konsulat in der Türkei ermordet worden sein

Die türkische Polizei geht Ermittlerkreisen zufolge von der Ermordung eines saudi-arabischen Journalisten im Konsulat seines Landes in Istanbul aus. „Wir glauben, dass der Mord vorsätzlich geschehen ist und die Leiche anschließend aus dem Konsulat gebracht wurde“, sagte einer der beiden türkischen Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die „Washington Post“ berichtet darüber.

Die Welt

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Hört sich ein wenig  nach der Oper „Zar und Zimmerman“ an, welche um die 1700 Hundert spielt. „Ja ich bin Klug und Weise“ und trotz allen hat er  sich  die Kasse klauen lassen. Die alles entscheidende Frage ist doch letzlich nur, wer überlebt wen? Er die CDU oder umgekehrt ? Als letzte Arbeit für eine Partei.

Mögliches Scheitern der GroKo

4.) Schäuble hat keine Angst vor SPD-Austritt

Die Große Koalition war in dieser Legislaturperiode mehrmals dem Scheitern nahe. Doch das ist kein Grund für Bundestagspräsident Schäuble, ein Ende der Regierung zu fürchten. Ein Szenario für politische Kooperationen schließt der CDU-Politiker kategorisch aus.

n.-tv

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Widerstand gegen diese Machenschaften einer Bananenrepublik, welche sich auch noch höhnisch als Demokratie feiert, muss erste Bürgerpflicht werden.

Hambacher Forst:

5.) Zehntausende demonstrieren gegen Braunkohleabbau

Einen Tag nach dem gerichtlich verfügten vorläufigen Rodungsstopp demonstrieren am Hambacher Forst bei Köln Zehntausende für den Erhalt des Waldes und den Kohleausstieg. Die Gerichtsentscheidung sei „Rückenwind für die Arbeit in der Kohlekommission“, sagte der Greenpeace-Chef Martin Kaiser, der ebenfalls anwesend war. „Hier sind wirklich Tausende unterwegs, die noch einmal ein deutliches Zeichen setzen wollen.“ Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission berät derzeit über die Zukunft der Braunkohlenutzung in Deutschland.

Zeit-online

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Waren die Silwinger Sammler auch unter den Besuchern ?

Apolda in Thüringen

6.) Rechtsrockkonzert nach Gewalt gegen Polizei aufgelöst

Im thüringischen Apolda hat die Polizei am Samstagabend eine Versammlung von Hunderten Rechten aufgelöst. Teilnehmer hatten die Beamten mit Steinen und Flaschen attackiert. Nach Gewalt gegen Polizisten ist ein Rechtsrockkonzert im thüringischen Apolda am Samstagabend nach kurzer Zeit aufgelöst worden. Nach Polizeiangaben warfen Rechte Steine und Flaschen auf Beamte, auch von Dächern aus. Acht Polizisten seien leicht verletzt worden, sie seien aber weiter dienstfähig. Mehr als 700 Rechte hatten sich auf dem Marktplatz der Stadt versammelt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, Unterstützung erhielt sie von Kollegen aus Baden-Württemberg.

Der Tagesspiegel

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Fotostrecke:

7.) 13 Momente der letzten Jahre,
in denen Angela Merkel definitiv gefurzt hat

Deutschland kennt Angela Merkel vor allem als professionelle Politikerin mit Hang zum Taktieren. Doch wussten Sie, dass die Bundeskanzlerin oft ganz spontan wird, wenn sie das Falsche gegessen hat? Ahnungslose Beobachter bekommen natürlich selten etwas davon mit. Der Postillon gewährt Ihnen nun erstmals einen Blick hinter die Kulissen. Hier sind 13 Momente aus den letzten Jahren, in denen Angela Merkel definitiv gefurzt hat:

Der Postillon

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Hinweise und Anregungen nehmen wir gerne entgegen

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Grafikquelle:   Oben —  DL / privat – Wikimedia Commons – cc-by-sa-3.0

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