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Archiv für März 9th, 2018

Sigmar muss gehen

Erstellt von DL-Redaktion am 9. März 2018

Sigmar Gabriel ist der größte Sozi aller Zeiten, weil …

Von Rüdiger Rossig und Gereon Asmuth

1.er der am längsten amtierende SPD-Vorsitzende seit diesem Willy Brandt war.

2.er nie als Kanzlerkandidat eine Wahl vergeigt hat.

3.er nie einer dieser aufmüpfigen Juso-Chefs war, die später dann ganz brav werden.

4.remember Salzgitter: die SPD keinen größeren Antifaschisten zu bieten hat.

5.er Nazis als „Pack“ bezeichnet …

6.…und ihnen den Mittelfinger zeigt.

7. er sehr gut mit Kindern kann.

8.er die kleine Marie jeden Mittwoch im Kindergarten abholt, ab jetzt sogar wirklich.

9.er keine Haare im Gesicht hat.

10. er Patenonkel vonKnut dem Eisbären war.

11.er David McAlister das Hündchen von Wulff genannt hat (und der ihn dafür zum Mops von Schröder erklärte).

12.er ein Mann der klaren Worte ist.

13.er seinen Vater öffentlich als Nazi bezeichnet hat.

14. er Israel in Palästina ein „Apartheid-Regime“ genannt hat …

15. … und dafür ordentlich eins auf die Rübe bekommen hat.

16.er schon in der Bibel als Engel des Volks Israel beschrieben wird, der gegen die Engel der anderen Völker kämpft: „Nun aber kehre ich zurück, um ­gegen den Fürsten von Persien zu kämpfen. Und wenn ich mit ihm fertig bin, siehe, dann wird der König von Griechenland kommen.“ (Daniel 10, 20)

17.er schon 2009 wusste, dass die SPD in katastrophalem Zustand ist.

18. er Olaf Scholz schon gemobbt hat, als der noch Schröders Generalsekretär war.

19. er schon früh dahin gehen wollte, „wo es stinkt und brodelt“.

20. er als Beauftragter unendlich viel für die deutsche Pop-Musik geleistet hat.

 

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Das dilettantischste Genie muss gehen

File:Sigmar Gabriel MSC 2017.png

Von Ulrich Schulte und Jörg Wimalasena

Heiko Maas soll neuer Außenminister werden, für Sigmar Gabriel ist kein Platz mehr. Eine bemerkenswerte Karriere neigt sich damit dem Ende zu. Für viele ist das eine Genugtuung.

Falls Sigmar Gabriel der Abschied aus dem Auswärtigen Amt schwerfällt – anmerken lässt er sich das nicht. „Mir geht’s gut“, antwortet der scheidende Außenminister lächelnd. An diesem Donnerstag absolviert der Ex-SPD-Chef seinen letzten diplomatischen Auftritt – ein Treffen mit dem Außenminister Bosnien und Herzegowinas, Igor Crnadak. Keine wehmütigen Grundsatzreden, kein Nachtreten gegen die eigene Parteiführung. Stattdessen spricht Gabriel souverän über die politischen Herausforderungen auf dem Westbalkan. Der einst so polarisierende Sozialdemokrat scheint seinen Frieden mit dem erzwungenen Abgang gemacht zu haben.

Am Morgen hatten SPD-Chef Olaf Scholz und Fraktionschefin Andrea Nahles dem Niedersachsen mitgeteilt, dass er dem neuen Kabinett nicht mehr angehören werde. Ein paar Stunden später, kurz vor Gabriels Pressekonferenz mit dem bosnischen Außenminister, meldeten mehrere Medien dann übereinstimmend, wer ihm im Amt nachfolgen soll: Heiko Maas. Ein Aufstieg für den 51-jährigen Saarländer, der nach mehreren Wahlniederlagen in der Landespolitik erst 2013 nach Berlin wechselte. Als Justizminister musste der Jurist in den folgenden vier Jahren einige Kontroversen aushalten, zuletzt die um sein Netzwerkdurchsetzungsgesetz für soziale Medien, für das er von allen Seiten Kritik erntete. Mit einem besonderen außenpolitischen Engagement fiel Maas bisher nicht auf.

Etwas verrückt ist es schon, dass Sigmar Gabriel für den Saarländer Platz machen muss. Da wird dieser Unwirschling von den Deutschen endlich mal geliebt. Da wollen drei von vier Bürgern, dass er Außenminister bleibt. Da gelingt ihm mit der Freilassung von Deniz Yücel ein Coup für die Geschichtsbücher. Da ist er also endlich in dem Amt angekommen, das er respektabel auszufüllen weiß.

Und ausgerechnet jetzt ist Schluss für ihn?

Dass Sigmar Gabriel, 58, bald nur noch als einfacher Abgeordneter im Parlament sitzen wird, ist ein Abschied, der auf den ersten Blick nicht einleuchtet. Auf den zweiten aber umso mehr. Gabriel darf nicht mehr Minister sein, weil er mit Nahles und Scholz überquer lag, den neuen Bestimmern in der SPD. Weil er es sich in seiner Partei auch sonst mit fast allen verscherzt hat. Weil ihm, anders gesagt, aus seiner Sicht nur einer das Wasser reichen kann: er selbst.

Selbst seine zahlreichen Gegner bestreiten seine Qualitäten nicht: den Instinkt, das Talent zur Zuspitzung, die Ausgebufftheit. In der SPD haben viele nicht vergessen, wie sehr sie unter ihm als Parteichef litten: an seinem Wankelmut, an seiner Dünnhäutigkeit.

Quelle    :      TAZ        >>>>>      weiterlesen

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Unten   —  Sigmar Gabriel während der Münchner Sicherheitskonferenz 2017

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Ein Fake namens Trump

Erstellt von DL-Redaktion am 9. März 2018

Aggressiv von Afghanistan bis Ukraine

File:Yokozuna Trump Towers Over His Challengers (23603329032).jpg

Rationalgalerie

Autor: U. Gellermann

Bis in die Köpfe friedensbewegter Leute hatte sich ein Fake namens Trump gebohrt: Ein paar nette Worte in Richtung Russland gaben der verzweifelten Hoffnung Nahrung, mit Trump würden die USA ihren aggressiven außenpolitischen Kurs ändern. Und Verzweiflung war angebracht. Hatten die USA doch mit ihrem Versuch, die Ukraine als xten Staat der NATO zu rekrutieren, beinahe einen Krieg in Europa losgetreten. Wohlgemerkt: Einen Verteidigungskrieg Russlands, das längst, gegen jede Absprache, von NATO-Staaten eingekreist war und dem man auch noch die Flottenbasis auf der Krim nehmen wollte und die Transportwege seiner Energie-Exporte bedrohte. Es gab jede Menge kluger Köpfe, die warnten: Noch ein Schritt weiter und die Russen würden militärisch antworten, um sich als souveräner Staat zu behaupten. Und eine solche Antwort hätte in Europa den atomaren Krieg bedeuten können.

Tatsächlich hatten die Hasardeure rund um den US-Senator McCain sogar einen Putsch in der Ukraine riskiert. Ein gefährliches Manöver, das die Rechte der Russisch sprechenden Ukrainer mit Füßen trat, fraglos antisemitische Züge trug und an die widerliche Kollaboration mancher Ukrainer mit den deutschen Nazis anknüpfte. Geschichtsblind folgte die deutsche Regierung diesem Kurs. Obwohl man die gespenstische Abenteuerlust der amerikanischen Imperial-Fraktion um Clinton und Obama schon in Libyen hätte beobachten können: Ungezählte Tote, noch mehr Flüchtlinge und ein total zerstörtes Land waren die Folgen der US-Intervention. Da schien Aufatmen durchaus angebracht, als man von Trump ein paar entspannende Töne hörte.

Aus der traditionell kniefälligen „Tagesschau“ war vor ein paar Tagen unter der Zwischen-Überschrift ‘Sicherheit in der Ukraine‘ zu erfahren, das US-Außenministerium wolle jede Menge Waffen an die ukrainischen Streitkräfte liefern. Aber, zitierte die Redaktion, ohne die Einblendung höhnischen Gelächters, „Die Waffenlieferung werde die militärische Balance in der Region nicht verändern.“ So geht Sicherheit, wie die „Tagesschau“ sie versteht: Denn mehr Waffen für gefährliche Verrückte wie die Poroschenko-Truppe ermuntern in dieser Region dazu, die Balance zu ändern. Vom Chef des Weißen Hauses gab es kein Veto.

Der nicht sehr begabte Hausherr wusste noch im Januar zum Thema Afghanistan zu sagen: „Wir wollen nicht mit den Taliban reden. Sie töten unschuldige Menschen.“ Auf solche Ideen kämen die US-Truppen natürlich nie. Die brechen lieber Rekorde: In der ersten Februar-Woche dieses Jahres hat ein B-52-Bomber der US Air Force 24 präzisionsgelenkte Sprengkörper in Afghanistan abgeworfen. Noch nie habe ein Langstreckenflieger so viele Bomben bei einem einzelnen Einsatz eingesetzt, meldete das Pentagon. Sicher immer um Menschen drumherum. Und wenn doch welche getroffen wurden, dann nur Schuldige, von der Trump-Administration ordentlich zum vorzeitigen Lebensende verurteilt.

Wie immer, wenn in Washington mit den Fingern geschnipst wird, springt man in Berlin: Frau von der Leyen warb zeitgleich für die geplante Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes mit diesem Satz: „Wir brauchen Geduld und einen langen Atem.“ Geduld bis ins nächste Jahrtausend? Beatmung bis zum Exitus von Arzt und Patient? – Als die „Tagesschau“ jüngst unter der Überschrift ‚Sechs Missionen werden verlängert‘ über die Missionierung diverser Eingeborener durch die Bundeswehr berichtete, musste sie ganz schnell diesen Satz auf ihrer Website nachschieben: „Liebe User, wegen der hohen Anzahl der Kommentare ist unsere Moderation derzeit überlastet. Deshalb kann diese Meldung im Moment nicht kommentiert werden.“ Offenkundig ist die Zahl der Medienkonsumenten, die nichts von der tödlichen Bekehrung Andersgläubiger hält, unverändert hoch.

Kaum jemand mag noch an das vorgeschobene Brunnenbohren oder die angeblich erkämpften Frauenrechte in Afghanistan glauben. Immer mehr Menschen wissen: Es geht um die Rohstoffe des Landes. Lithium, Gold, Niob, Kobalt, Molybdän und seltene Erden. Und natürlich um die exzellente militärstrategische Lage: Gleich nebenan liegt das atomar bewaffnete Pakistan. Im Westen findet sich der ölreiche Iran. Im Osten die konkurrierende Weltmacht China. Nördlich schließen sich die zentralasiatischen Republiken mit ihren gigantischen Gas- und Ölvorkommen an, die durch Afghanistan zum Indischen Ozean und zum Arabischen Meer geleitet werden könnten. Und während dem Geostrategen beim Nachdenken über die Ukraine das Wasser im Mund zusammenläuft, gerät er in heftiges Sabbern, wenn ihm Afghanistan in den Sinn kommt. Da muß „Amerika zuerst“ kommen.

Immerhin redet Donald Trump Klartext, wenn es um den Zusammenhang von Ökonomie und Krieg geht. Denn er bekennt, dass Handel und Militär „bis zu einem gewissen Grad Hand in Hand“ gehen. Deshalb jammert er auch darüber, dass die USA einen deutlich höheren Anteil ihres Bruttoinlandsprodukts für Rüstung ausgäben als Deutschland. Das sei „nicht fair“. Da muss er schon mit Strafzöllen winken. So rutscht dem Fake doch glatt die Friedensmaske vom Gesicht.

Zum Antisemitismus in Deutschland
Eine Dialog-Veranstaltung mit Wolfgang Gehrcke und Uli Gellermann

In den letzten Wochen und Monaten waren die deutschen Medien voll von Meldungen über „Antisemitismus in Deutschland“. Eine Reaktion im Bundestag konnte nicht ausbleiben:
Das Parlament beschloss, einen Antisemitismus-Beauftragten zu installieren.

Gab es in den letzten Jahren ausschließlich oder primär antisemitischen Rassismus in Deutschland? Welche Rolle spielt die Merkelsche „Staatsräson“, das besondere Verhältnis der Bundesrepublik zu Israel in dieser Debatte? Was kann, was soll der Antisemitismusbeauftragte für eine Rolle spielen?


Zu diesen Fragen wollen Wolfgang Gehrcke und Uli Gellermann ein öffentliches Gespräch führen.

Wolfgang Gehrcke, geboren 1943 in Reichau, aufgewachsen in Hamburg. Er war Mitbegründer und später Bundesvorsitzender der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ). Nach Beteiligung an den ersten Ostermärschen wurde er 1961 aus der SPD ausgeschlossen. Mitbegründer der DKP, der PDS, der Linken und der Europäischen Linkspartei. Von 1998 bis 2017 war er Mitglied des Bundestages und Stellvertretender Fraktionsvorsitzender mit Schwerpunkt Internationale Politik.

Uli Gellermann, geboren 1945, ist in Düsseldorf aufgewachsen. Der gelernte Industriekaufmann ist Journalist und Filmemacher. Er hat als Creative Director gearbeitet. Lange Zeit war er für die Bewerbung des Bauens in Berlin zuständig. Seit Jahren begleitet er die Berlinale als Filmkritiker. Er verantwortet die Website rationalgalerie.de

Am 20. März 2018 um 20.30 Uhr
Im Buchhändlerkeller-Berlin. Carmerstr. 1, 

10623 Berlin (nahe Savignyplatz)


Grafikquelle   :   The CNN/Salem Radio – Republican debate will be held December 15, 2015 in Las Vegas, Nevada.

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Der verführte Feminismus

Erstellt von DL-Redaktion am 9. März 2018

Feminismus und Kapitalismus – eine »unglückliche Ehe«?

von Nina Power

In Theorie und Praxis marxistischen und postmarxistischen Denkens ist etwas in Bewegung geraten: Ältere Auffassungen von Arbeit und Arbeitsorganisation werden zunehmend infrage gestellt, denn ein Großteil der verrichteten Arbeit besteht heute in Dienstleistungen, nicht zuletzt in Gestalt affektiver und emotionaler Arbeit, und auf dem Arbeitsmarkt überwiegen Frauen. Angesichts dessen stellt sich die Frage, wie der Arbeitsbegriff so erweitert werden kann, dass er diese Aspekte mit einbezieht. Um zu einer angemesseneren und fundamental feministischen Analyse der Arbeit zu gelangen, lohnt ein Blick auf die feministischen Debatten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die diese Themen lange und intensiv behandelt haben. Ein erweiterter Arbeitsbegriff, der Care – Sorgearbeit – angemessen berücksichtigt, ist überfällig.

Worum es hier geht, ist die Frage der Hege und Pflege im umfassenden Sinn: die Gesamtheit der Arbeit, die – bezahlt und unbezahlt – geleistet wird, um das Leben überhaupt zu ermöglichen. Die Unterminierung, ja Leugnung der Rolle, die Frauen dabei übernehmen, gehört zu den bestimmenden Eigenschaften des Kapitalismus. Der Philosophin Silvia Federici zufolge sollte Reproduktion als die „Gesamtheit der Tätigkeiten und Beziehungen verstanden werden, durch die unser Leben und unsere Arbeitskraft tagtäglich rekonstituiert werden“, will sagen: alles, was das Leben überhaupt erst möglich macht und alles, was seiner fortwährenden Erhaltung dient. Reproduktion ist in diesem weit gefassten Verständnis die Sphäre, in der die inhärenten Widersprüche der entfremdeten Arbeit am „explosivsten“ sind.

Für die feministische Analyse der sozialen Reproduktion ist „Sorge“ eine Zentralkategorie. Der Doppelcharakter der Reproduktionsarbeit, von dem Federici spricht, bedeutet, dass soziale Reproduktion nicht schlicht und einfach Arbeit im Dienste des Kapitals leistet, sondern manchmal auch im Widerspruch zu diesem steht. Erzwungene oder als Pflicht eingeforderte Sorge ist problematisch – also emotionale Arbeit unter Zwang: Tu dies, weil Du eine Frau bist und man erwartet, dass Du dich kümmerst. Aber Sorgegemeinschaften, die selbstständig arbeiten und sich des Drucks impliziter wie expliziter Reproduktionsanforderungen bewusst sind, sind per se widerständig, eben weil sie sich nicht der Logik erzwungener Vereinzelung und individueller Eigenpromotion unterwerfen, die ihnen Arbeitsmarkt und Konsumkultur ansonsten abverlangen.

Doch wie kann man Abhilfe schaffen, wenn es einen allgemeinen Mangel an Care, an Sorge gibt? Federicis jüngste Studien zur Altenbetreuung zeigen eine instabile Verlagerung der Sorgearbeit für ältere Menschen auf die Schultern von Frauen, auf Familienmitglieder wie auch auf schlecht bezahlte und schlecht behandelte Arbeitskräfte aus anderen Ländern. Die Tatsache, dass Fragen der Altenbetreuung international nicht gerade „oben auf der Agenda der Bewegungen für soziale Gerechtigkeit und der Arbeiterbewegungen stehen“,  ist ein ernstes Problem und bleibender Ausdruck einer Art Fetischisierung von Lohnarbeit und Lohnempfängern sowie der individuellen Erwerbsbiographie. Jenseits des Arbeitslebens, im Ruhestand, ist der Mensch sowohl für Regierungen wie für die marxistische Linke quasi nicht länger existent. Die menschliche Sorge durch Maschinen – in Gestalt von Robotern oder Bildschirmen – zu ersetzen, ist eindeutig keine Lösung: Reproduktionsarbeit lässt sich, allen futuristischen Phantasien zum Trotz, nicht automatisieren.

Das emanzipatorische Potential der Lohnarbeit

Auch deswegen finden heute zwei lange umkämpfte Positionen eine eigenartige Resonanz. Da ist erstens die Vorstellung „autonomer“ Marxisten, Hausarbeit schaffe Mehrwert – entweder „direkt oder indirekt“, wie Kathi Weeks sich ausdrückt. Damit einher geht die Forderung nach ökonomischer Anerkennung des Wertes, den diese Arbeit schafft. Das geschieht nicht etwa, um Hausarbeit als solche aufzuwerten, sondern um den Blick auf die Art und Weise zu richten, wie das Lohnarbeitsverhältnis im Rahmen des Kapitalismus funktioniert und wie dieser auf enorme Mengen unbezahlter  Frauenarbeit angewiesen ist. Federici formuliert den Sachverhalt so: Wir haben es mit einem gesellschaftlichen Produktionssystem zu tun, „das Produktion und Reproduktion des Arbeiters nicht als sozioökonomische Aktivität und als Quelle der Kapitalakkumulation anerkennt, sondern stattdessen als natürliche Ressource oder individuelle Zuwendung mystifiziert und zugleich von der kategorischen Nichtentlohnung solcher Arbeit profitiert.“

Die Grundsatzkritik am Zwang zu arbeiten,der „Kampf darum, nicht arbeiten zu müssen“ steht im Zentrum der aus dieser Sichtweise erwachsenden Kampagne: „Wenn Männer eine Arbeit verweigern, halten sie sich für militant, aber wenn wir unsere Arbeit verweigern, halten die selben Männer uns bloß für nörgelnde Ehefrauen.“ Das Spannungsverhältnis zwischen der Forderung nach Anerkennung und Wertschätzung nicht entlohnter Arbeit einerseits und der Forderung, häuslicher oder außerhäuslicher Arbeit unter kapitalistischen Bedingungen grundsätzlich ein Ende zu bereiten, andererseits besteht seit jeher. In „Wages against Housework“ schreibt Federici: „Die Entlohnung von Hausarbeit zu fordern bedeutet nicht, dass wir sie gegen Bezahlung weiterhin verrichten. Es bedeutet genau das Gegenteil.“

Dem entgegen steht, zweitens, die Vorstellung, dass Frauen um entlohnte Beschäftigung kämpfen sollten, und/oder der Hinweis, dass Frauen seit eh und je typische Hausarbeit gegen Bezahlung verrichten. So stellt etwa Angela Davis fest: „In den Vereinigten Staaten leisten farbige Frauen – und besonders schwarze Frauen – seit Jahrzehnten entlohnte Hausarbeit. […] Putzfrauen, Haushaltshilfen, Dienstmädchen – diese Frauen wissen besser als irgendwer sonst, was es heißt, für Hausarbeit bezahlt zu werden.“ Darüber hinaus betont Davis, dass der Kampf um gleichen Zugang zu bezahlter Beschäftigung ein revolutionäres Potential besitzt, weil es der Arbeitsplatz ist, an dem die Beschäftigten sich gemeinschaftlich organisieren können, um Ausbeutung zu bekämpfen. „Im Kapitalismus bergen Kampagnen für Jobs, in denen Frauen auf der gleichen Basis entlohnt werden wie Männer, in Verbindung mit Kampagnen für soziale Einrichtungen – wie subventionierte öffentliche Gesundheitsversorgung – ein explosives revolutionäres Potential.“

Das liberal-feministische Plädoyer für einen besseren Zugang zur Berufstätigkeit als Maßstab der Gleichberechtigung ähnelt oberflächlich der Position von Angela Davis: Beide betonen, bezahlte Arbeit sei der entscheidende Hebel zur Durchsetzung der definitiven Gleichstellung von Frauen und Männern. Allerdings tendiert die liberal-feministische Haltung zur Lohnarbeit dazu, diese als Selbstzweck und als individuelle Errungenschaft zu verstehen, ohne deren ausbeuterischen Charakter im Kapitalismus infrage zu stellen. Angela Davis hingegen sieht Lohnarbeit und die Organisierungsmöglichkeiten, die sie eröffnet, als den Schauplatz revolutionärer Selbstorganisation und Emanzipation der Arbeitenden.

Die Feminisierung der Arbeit: Das verborgene Terrain der Ausbeutung

Aber ist der Optimismus hinsichtlich des emanzipatorischen Potentials der (Lohn-)Arbeit wirklich begründet – sei es in der liberal-feministischen Variante (Befreiung durch Partizipation) oder in der marxistisch-feministischen, die den Arbeitsplatz als Dreh- und Angelpunkt für die Organisation der Arbeiterklasse sieht? Die Ausbeutung, die den Kern der kapitalistischen Lohnarbeit ausmacht, ist in den letzten Jahrzehnten ja nicht verschwunden, sondern hat im Gegenteil noch zugenommen. Gleichzeitig aber heißt es, die Arbeit als solche sei in vielen Teilen der Welt oder in bestimmten Sektoren weiblicher geworden. Doch worum handelt es sich bei dieser „Feminisierung“ der Arbeit? Oft heißt es, Arbeit habe zunehmend Eigenschaften angenommen, die traditionell mit Frauen assoziiert werden – Kommunikation, Service- und Sorgearbeit oder das, was Arlie Russell Hochschild „Emotionsarbeit“ nennt.

Die Theorien über die Feminisierung der Arbeit weisen Gemeinsamkeiten mit anderen aktuellen Arbeitstheorien auf: affektive Arbeit, kognitiver Kapitalismus etc., wie sie insbesondere Michael Hardt und Antonio Negri vertreten haben. Diese Beschreibungen versuchen, etwas vom postfordistischen Wesen zu erfassen, das Arbeit heute großenteils kennzeichnet. Die so verstandene Arbeit stellt unter anderem Anforderungen an Wissen, Sprachkenntnisse, emotionale Kompetenzen und die Bereitschaft, sich auf eine Verwischung der Grenze zwischen Leben und Arbeit einzulassen. Was einst ganz der Privatsphäre zugewiesen wurde – Liebe, Freizeitverhalten, Persönlichkeit –, zählt zunehmend als Ressource, die Arbeitgeber ausbeuten, um ihren Kunden den besten Service zu bieten. So wird nicht nur die Arbeitskraft, sondern auch die Seele gekauft. Gleichzeitig ist der Wunsch nach einer Life-Work-Balance (sofern man an der Illusion festhält, es handele sich da um voneinander getrennte Sphären) in flexible Arbeit umgemünzt worden, bei der besonders Frauen schlechter bezahlt und mit weniger Arbeitsstunden ausgestattet werden. Damit erweist sich das Verhältnis zwischen Feminismus und Lohnarbeit als „unglückliche Ehe“. Die großen Erwartungen, die letztere geweckt hatte, wurden nicht eingelöst: Statt eines erfüllteren Lebens ermöglicht die Lohnarbeit dessen verstärkte Ausbeutung.

 

Viele Debattenbeiträge behandeln Arbeit unter dem Aspekt ihrer Prekarität. Dieser Begriff soll vieles von dem erfassen, was in heutigen Beschäftigungsverhältnissen verloren geht oder zu gehen scheint – Jobsicherheit, Rente, Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und anderes mehr. Arbeit wird zunehmend als fragmentarisch betrachtet, als unsicher und auf Teilzeitarbeit reduziert.

Das zieht die Vorstellung nach sich, die Arbeiterklasse sei sozusagen umgesiedelt und geografisch erheblich mobiler geworden. Manche feministischen Stimmen stellen allerdings die Originalität der Prekaritätsthese und insbesondere deren Übernahme durch Theoretiker wie Hardt und Negri infrage. Letztere zählen zu den Vorkämpfern einer solchen Sichtweise, insbesondere durch die Einführung des Begriffs der Multitude. Dieser soll das amorphe Verhältnis zwischen Beschäftigung und Arbeitslosigkeit erfassen sowie die die konstitutive Qualität der Kompetenzen, die in heutigen Arbeitsverhältnissen ausgebeutet werden, nämlich die Netzwerkkompetenz und die Fähigkeit, mit Sprache und Information umzugehen. „Der Begriff der ‚Multitude‘“, konstatiert Federici, „suggeriert, dass alle Unterschiede, alle Spaltungen innerhalb der Arbeiterklasse verschwunden oder politisch nicht mehr relevant sind. Doch das ist offenkundig eine Illusion. Einige Feministinnen haben darauf hingewiesen, dass prekäre Beschäftigung kein neues Phänomen ist. Frauen hatten immer ein prekäres Verhältnis zur Lohnarbeit.“ Die zeitgenössische Theoriebildung in Sachen Arbeit scheint erst allmählich auf den Stand feministischer Erkenntnisse von vor vierzig Jahren zu kommen: Die Vorstellung von Prekarität ist etwas, das schon das Verständnis von weiblicher Arbeit in früherer Zeit bestimmte. Federici argumentiert, solange der feministische Arbeitsbegriff nicht ins Zentrum unseres allgemeinen Verständnisses davon rücke, was Arbeit sei, könne keine der eingetretenen Transformationen wirklich begriffen werden: „Die Negrische Theorie prekärer Arbeit ignoriert einen der wichtigsten Beiträge feministischer Theorie und Praxis oder weicht diesem aus, nämlich der Erkenntnis, dass die unbezahlte Reproduktionsarbeit der Frauen eine Schlüsselressource der kapitalistischen Akkumulation ist. Indem sie Hausarbeit als ARBEIT redefinierten, also nicht als Privatsache, sondern als die Arbeit, die Arbeitskraft überhaupt erst produziert und erhält, haben Feministinnen ein neues, entscheidend wichtiges Feld der Ausbeutung entdeckt, das von Marx und der marxistischen Theorie vollständig ignoriert worden ist.“

Federici hat Recht, wenn sie Frauenarbeit und insbesondere die Erwartung, dass Frauen enorme Mengen unbezahlter Arbeit verrichten, als das verborgene Terrain der Ausbeutung bezeichnet: Wer heutzutage über affektive und prekäre Arbeit schreibt, wäre gut beraten, genau hierauf zu achten. Ihre Analyse kann allenfalls um die Aussicht ergänzt werden, dass zukünftig von jedem Menschen erwartet werden wird, mehr unentgeltliche Arbeit zu verrichten – in der ganzen Bandbreite von Praktika bis zu unbezahlten Überstunden. Die Feminisierung der Arbeit geht überdies mit der Vorstellung einher, dass jegliche Arbeit schließlich an die – historisch gesehen – schlimmsten Aspekte der Frauenarbeit erinnern wird: also (wenn überhaupt) schlecht bezahlte Arbeit, schreckliche Arbeitsbedingungen, verklärt durch die Einbildung, all dies tue frau letztlich aus Herzensgüte heraus.

Quelle    :    Blätter        >>>>>       weiterlesen

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Grafikquellen     :

Oben    —   Art+Feminism 2017 im Smithsonian American Art Museum

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ein Groko Flyer der AKL

Erstellt von DL-Redaktion am 9. März 2018

Flyer zur ersten Auswertung der GroKo

Die AKL Mitglieder der BO Linden-Limmer der Hannoveraner Linkspartei haben einen Flyer zur ersten Auswertung der GroKo veröffentlicht. Dieser wird von der AKL Niedersachen unterstützt und ist hier zu finden.

Quelle    :   AKL

akl - Antikapitalistische Linke

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Grafikquelle   :    Unterernährte vom Hunger geschwächte Kinder

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Wagentains Helm-Dellen

Erstellt von DL-Redaktion am 9. März 2018

Reaktionen auf Wagenknecht-Interview

Sahra Wagenknecht Weltpremiere Der junge Karl Marx Berlinale 2017.jpg

Der Tanz um das goldene Kalb des Staates hat lange begonnen! Heute Links herum, Morgen Rechts herum – Sozialisten Gala und Revue-Girls  sabbern ihre Wähler dumm.

von Sebastian Kränzle

Im Gespräch mit der taz hat Sahra Wagenknecht Rot-Rot-Grün für tot erklärt. Doch das sehen Politiker der betroffenen Parteien anders.

BERLIN taz | „Rot-Rot-Grün ist tot!“ Zumindest kommt Sahra Wagenknecht im Interview mit der taz zu diesem Schluss. Die Aussagen der Linken-Politikerin haben zum Teil Zustimmung, jedoch vor allem großes Unverständnis bei Vertretern von SPD und Grünen, aber auch unter Parteifreunden ausgelöst.

Die pointierteste Replik kam über Twitter – vom Staatskanzlei-Chef in Thüringen, Benjamin Hoff: „Der Helm des demokratischen Sozialisten hat viele Dellen – die wenigsten kommen vom politischen Gegner“, schrieb der Linksparteiler.

Zustimmung erhielt Wagenknecht hingegen von Dietmar Bartsch, mit dem gemeinsam sie die Bundestagsfraktion der Linkspartei anführt: „Rot-Rot-Grün auf Bundesebene ist de facto tot“, sagte Bartsch dem RedaktionsNetzwerk Deutschland am Dienstag. Auch seien die Schnittmengen mit den beiden potenziellen Koalitionspartnern zu gering. „Das ist bitter und bedeutet: Wir müssen uns konsequent auf uns selbst besinnen.“

2017-08-30 Benjamin-Immanuel Hoff by Olaf Kosinsky-3.jpg

Marco Bülow, SPD-Bundestagsabgeordneter und Initiator der „Progressiven Sozialen Plattform“, teilt Wagenknechts Enttäuschung über fehlende Optionen für Rot-Rot-Grün. Gegenüber der taz plädierte er allerdings dafür, „die Perspektive nicht aufzugeben, sondern selbst auf den Wandel hinzuarbeiten“ – auch außerhalb der Parteien.

Im Interview mit der taz hatte Wagenknecht unter anderem argumentiert, eine rot-rot-grüne Koalition sei nicht mehr möglich, da die Grünen zu bürgerlich geworden wären und mit der Union regieren wollten. Die SPD hingegen befinde sich auf dem absteigenden Ast: Die Partei schaffe es nicht, mit der Agenda-Politik Gerhard Schröders zu brechen und die Wähler liefen ihr davon, diagnostizierte Wagenknecht. Daher sei es Zeit für eine linke Sammlungsbewegung jenseits der Parteigrenzen, um Druck aufzubauen für eine neue Sozialpolitik.

Arbeiten, statt für tot erklären

Quelle   :    TAZ      >>>>>     weiterlesen

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Grafikquellen   :

Oben   —  Sahra Wagenknecht bei der Weltpremiere von Der junge Karl Marx bei der Berlinale 2017

 

 

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DL – Tagesticker 09.03.18

Erstellt von DL-Redaktion am 9. März 2018

Direkt eingeflogen mit unseren  Hubschrappschrap

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Und Merkel sorgt mit Taschenspieler Tricks für die Knalleffekte?

Atomkonflikt mit Nordkorea

1.) Die Beiden mit der Bombe

Donald Trump und Kim Jong Un haben sich bislang nichts geschenkt. Der US-Präsident verspottete den nordkoreanischen Diktator als „kleinen Raketenmann“ und drohte ihm mit der „völligen Zerstörung“ seines Landes. Im Gegenzug nannte Kim den Amerikaner „senil“ und „geistesgestört“ . Die Beiden mit der Bombe haben die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel so rücksichtslos angeheizt, wie kaum jemand vor ihnen. Doch nun sorgen sie für die große Überraschung: Kim schlägt Trump einen Gipfel vor und Trump nimmt die Einladung an.

Spiegel-online

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Da steht der Landwirt kopfschüttelnd vor seinen Haus und fragt sich: „Wie kommt diese Kuh-scheiße auf mein Dach“ ?

Grünen-Attacke bei „Illner“

2.) JU-Chef Ziemiak sieht Mittelfinger

Sie sind alt, arm, arbeitslos, alleinerziehend, Asylbewerber und manchmal alles auf einmal: Der Andrang wird immer größer, der Verteilungsstress auch. Maybrit Illner sorgt sich: „Streit um die Tafeln – wenn die Hilfe nicht für alle reicht“.

Bild

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Große Reden nützen wenig, solange man den geistigen Müll mit sich herumträgt!

Scharfe Kritik von der Linken :

3. )Bundesregierung erlaubt abermals mehr Kleinwaffenexporte

Deutschland hat im zweiten Jahr in Folge mehr Kleinwaffenexporte genehmigt. Das geht nach einem Bericht der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe) aus vorläufigen Zahlen des Wirtschaftsministeriums auf Anfrage der Linken hervor. Danach stieg der Umfang im letzten Jahr von 46,89 auf 47,81 Millionen Euro, nachdem er 2015 noch 32,43 Millionen betragen hatte.

FAZ

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Eine Regierung welche ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt hat, ist nicht besser !

Dieselverbrecher

4.) Schlimmer als die Atomindustrie

Wahrscheinlich hätte die Stadt Kiel sich aus freien Stücken für die PTV-Group entschieden, als sie ein Verkehrsgutachten brauchte. Wahrscheinlich ist PTV ein total honoriges Unternehmen, mit geballter Fachkompetenz und allein den Interessen seiner Auftraggeber verpflichtet. Das einzige Problem ist allerdings ein doppelt- bis dreifaches: dass PTV zum VW-Konzern gehört – und von eben diesem beauftragt und bezahlt wird.

TAZ

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Ja, so könnte es gehen! – Aber Deutschland war immer nur beim Rum-tata Vorreiter.

Wilders gegen Migrantenparteien

5.) In den Niederlanden hat der Kampf um Nationalsymbole begonnen

Die Niederlande gelten als Vorreiter für politische Entwicklungen in Europa. Vor den Kommunalwahlen zeigt sich dort ein neues Phänomen.  Geert Wilders kam zu spät. Als der niederländische Rechtspopulist zuletzt in Rotterdam aufschlug, um im Multi-Kulti-Kiez Feijenoord vor dem großen Neubau der Essalam-Moschee zu protestieren, wurde er schon erwartet. Ein paar Gegendemonstranten um den Parlamentsabgeordneten Tunahan Kuzu waren erschienen und begrüßten Wilders, die Gegendemonstranten schwenkten Fahnen mit der niederländischen Trikolore. Wilders war verdutzt, Kuzu war zufrieden und genoss den Erfolg.

Der Tagesspiegel

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Nun auch in England: „Es ist alles in Ordnung“.

Mordanschlag auf Ex-Spion in Großbritannien

6.) Theresa May und die 14 mysteriösen Todesfälle

Mitten in England wird ein russischer Ex-Spion vergiftet, verdächtigt wird Russland. Die Opposition verweist auf ein Dossier, demzufolge Moskau schon früher in Großbritannien töten ließ – und britische Politiker jahrelang untätig blieben. Die Innenministerin hat zwei Botschaften, die sie loswerden will. Der Polizist, der sich nach der Attacke auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia um die beiden Opfer kümmerte, habe die Intensivstation verlassen und könne sprechen, sagt die britische Innenministerin Amber Rudd. Und dann versichert sie den Zuschauern von „Good Morning Britain“: Natürlich ist die öffentliche Sicherheit garantiert, es gibt keinen Grund zur Sorge.

Sueddeutsche-Zeitung

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7.) TITANIC investigativ: Im Autohaus zum Dieselkauf

Redakteur Moritz Hürtgen über schmutzige Tricks

Die kommenden Fahrverbote für Diesel-Pkw hängen wie ein Damoklesschwert über den Schiebedächern unzähliger Pendler. Wer sich 2018 noch einen Diesel andrehen läßt – sei es aus Unwissenheit, aus Versehen oder als ganz besonderer sexueller Kink –, steht da wie ein Ochse: auf der Weide, aber nicht mehr im Stau der Großstadt. Auch ich pendle mit dem Auto ins Büro, fahre täglich gut 40 Kilometer in die TITANIC-Redaktion, machmal auch 90 oder 780, weil ich als Humorist große Zahlen lustig finde. Jedenfalls brauche ich aktuell einen neuen Wagen, der alte, ein BMW X6, hat abgefahrene Reifen und „bockt“ mir mit seiner Zäpfchenform irgendwie halt einfach auch nicht mehr. Ich verdiene mein eigenes Geld, urteilen Sie nicht, wofür ich es ausgebe!

Titanic

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Hinweise und Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquelle: DL / privat – Wikimedia Commons – cc-by-sa-3.0

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