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Archiv für Juli 9th, 2017

Ein Meer aus Plastik

Erstellt von DL-Redaktion am 9. Juli 2017

Die Vermüllung unserer Ozeane

File:Dominican Republic - trashed beach.JPG

von Nadja Ziebarth

Ein Leben ohne Plastik scheint heutzutage kaum mehr vorstellbar. Von der Zahnbürste über den Computer bis zur Folienverpackung der Biogurke im Supermarkt sind wir von Plastik umgeben. Der überwiegend aus Erdöl hergestellte Kunststoff ist so selbstverständlich in unserem Leben, dass wir meist nicht darüber nachdenken, wo wir ihn überall benutzen – und welche Folgen das hat. Kein Wunder – Produkte und Verpackungen aus Plastik sind langlebig, billig und leicht. Doch die extreme Haltbarkeit erweist sich am Ende als Fluch: Denn landen Plastikteile nicht in der Gelben Tonne, sondern auf der Straße oder im Meer, braucht es mehrere hundert Jahre, bis sich das Material zersetzt hat. Bis dahin bleiben sie in der Umwelt und richten Schaden an. Dennoch wächst die Produktion Jahr für Jahr: Bis 2020 gehen Schätzungen von jährlich 500 Mio. Tonnen neuer Plastikprodukte aus; das entspricht im Vergleich zu den 1980er Jahren einem Anstieg um 900 Prozent.  Ironischerweise wuchs damit parallel zum Anstieg des ökologischen Bewusstseins ausgerechnet der Einsatz von Kunststoffen.

Diese enormen Mengen an Plastik werden jedoch nur in den wenigsten Teilen der Welt ordentlich entsorgt und recycelt: Viel öfter gelangen die Abfälle über die Küstenregionen, Flüsse, durch Überschwemmungen oder direkt auf See in die Meere. Zwar gibt es in Deutschland keine offenen Mülldeponien mehr, aber in vielen anderen Meeresanrainerstaaten sind sie noch weit verbreitet. So weht der Wind Müllreste bis in die Flüsse und Meere. Auch Folien, die in der Landwirtschaft verwendet werden, finden den Weg ins Meer – durch Stürme oder unsachgemäße Entsorgung. Ein 2013 im Mittelmeer geborgener toter Pottwal enthielt in seinem Magen ganze 17 Kilo Plastik in 59 verschiedenen Plastikteilen, darunter insgesamt 30 Quadratmeter dicke Plastikfolie. Teile davon stammen mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Landwirtschaft, wo die Folie dazu führt, dass Insekten und Wildpflanzen weniger Lebensraum zur Verfügung steht.

Aber auch Alltagsgegenstände und -verpackungen gelangen vielfach in die Meere: die nach kurzem Gebrauch weggeschmissene Plastiktüte, am Strand liegengelassene Plastikflaschen oder der Coffee-to-go-Becher aus dem übervollen Mülleimer am Flussufer. Achtlosigkeit, Abfallbehälter, die nicht vor Tieren geschützt sind, oder auch zerrissene Gelbe Säcke sorgen selbst in Ländern mit einer funktionierenden Müllentsorgung dafür, dass Müll in der Umwelt landet. Jede Ware, die in Kunststoffen verpackt ist, birgt somit die Gefahr, dass alltägliche Materialien in die Umwelt und letztlich ins Meer gelangen.

So finden sich am Strand häufig auch Reste von Luftballons. Nach einer Bewertung der Organisation Ocean Conservancy, die Müllsammelaktionen am International Coastal Cleanup Day auswertete, nehmen diese den dritten Platz des an Stränden angespülten Meeresmülls ein, getoppt nur von Plastiktüten und Fischernetzen.

Die Fischerei und Handelsschifffahrt, Freizeitschiffe, Offshore-Anlagen und Aquakulturen für Zuchtfische sorgen ihrerseits für Müll in den Meeren. Zwar ist es nach den internationalen Regularien der Internationalen Maritimen Organisation (IMO) verboten, Abfälle über Bord zu werfen. Allerdings können einige Fundstücke bei Strandräumungsaktionen eindeutig auf die Schifffahrt zurückgeführt werden. Dazu kommen die zahlreichen Netzteile, die beispielsweise an den Nordseeküsten gefunden werden. Sie deuten darauf hin, dass die Fischerei einen erheblichen Anteil des Plastikmülls in den Meeren verursacht. Bis die Netze am Strand gefunden werden, sind sie meist schon über längere Zeiträume als sogenannte Geisternetze durchs Wasser getrieben.

Müll gelangt auch dadurch in die Meeresumwelt, dass Container auf See oder beim Verladen über Bord gehen: Auf den Weltmeeren sind im Durchschnitt 40 000 Handelsschiffe unterwegs, die meisten davon sind Frachtcontainer, die 90 Prozent des weltweiten Warenverkehrs transportieren. Pro Tag befinden sich auf den Gewässern rund um den Globus fünf bis sechs Mio. Container. Davon gehen jährlich geschätzte 1600 Container samt Inhalt bei Schiffshavarien oder Sturm über Bord. Beispielsweise spülte die Nordsee nach den diesjährigen Winterstürmen im Januar massenhaft Überraschungseierkapseln und Legoteile auf der niedersächsischen Insel Langeoog an. Tagelang waren zahlreiche Helferinnen und Helfer damit beschäftigt, den Strand zu säubern. Darüber hinaus fanden sich Räder, Möbelteile und Star-Wars-Figuren, Kabel, Plastikstreifen und sogar Gestelle von Kinderwagen.

Mehr Müll als Plankton

Insgesamt wird der jährlich in die Weltmeere gelangende Müll auf zehn Millionen Tonnen geschätzt – das entspricht durchschnittlich einer LKW-Ladung pro Minute. Drei Viertel des Mülls, der am Strand gefunden wird, besteht aus Plastik in allen Größen, von Mikroplastik bis zu langen Fischernetzen. Weil Plastik enorm langlebig ist und 300 bis 450 Jahre braucht, um zu verrotten, ist er zu einer kumulativen Bedrohung für die Meeresumwelt geworden. Schätzungen gehen davon aus, dass 70 Prozent des Mülls auf den Meeresboden sinken, verteilt von den Polarregionen bis zur Tiefsee. Weitere 15 Prozent befinden sich in Bewegung in der Wassersäule, also allen Wasserschichten, und ein weiterer Anteil von 15 Prozent an den Stränden. Eine Ausnahme von dieser Verteilung bilden riesige Müllstrudel, bei denen Abfälle durch Strömungen zusammengetrieben werden. Dort schwimmen laut Hochrechnungen sechsmal mehr Plastikteile als Planktonorganismen. Sie bedecken riesige Flächen im Meer und sind mittlerweile schon vom Weltraum aus zu erkennen.

Die Auswirkungen des Plastikmülls auf die Ökosysteme des offenen Meeres und des Meeresbodens sind immens. Mehr als 663 Tierarten sind von der Verschmutzung betroffen; weltweit sterben jährlich eine Million Vögel und 100 000 Meeressäuger daran. Die Tiere verheddern sich im Plastikmüll oder verwechseln Plastikteile im Meer mit Nahrung. Die Folgen sind Verletzungen, Strangulationen und plastikgefüllte Mägen, aufgrund derer die Tiere verhungern, weil sie keine weitere Nahrung mehr aufnehmen können. 94 Prozent der Eissturmvögel in der Nordsee hatten laut einer Studie verschluckten Meeresmüll in ihren Mägen, im Durchschnitt waren es 27 Partikel pro Vogel.  Da der Eissturmvogel auf See lebt und somit seine Nahrung ausschließlich aus dem Meer stammt, dienen die Totfunde der Vögel als Indikator für die Müllbelastung der Nordsee und des Nordostatlantiks.

Neben dem offensichtlichen Plastikmüll, den wir an unseren Küsten, Flussufern und in den Meeren finden, belasten mikroskopisch kleine Kunststoffteile die Gewässer, das sogenannte Mikroplastik. Darunter werden feste, unlösliche und nicht biologisch abbaubare synthetische Polymere (Kunststoffe) verstanden, die kleiner als fünf Millimeter sind. Sogenanntes sekundäres Mikroplastik entsteht beim Zerfall größerer Kunststoffteile durch Wellenbewegung und Sonneneinstrahlung. Das im Verwitterungsprozess immer kleiner werdende Plastik bleibt so über Jahrhunderte in den Meeren und wird mit den Strömungen verbreitet.

Vom Badezimmer ins Meer: Mikroplastik in Kosmetika

Quelle  :   Blätter >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle   :

Oben   —  Plastikmüll am Strand der Dominikanischen Republik

Author Piotrus  /  own work

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Unten  —  Plastikmüll an der Mündung des Mandovi River in den Indischen Ozean (Indien, Goa)

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Ja, wir können

Erstellt von DL-Redaktion am 9. Juli 2017

Ja, wir können

Autor Uri Avnery

WÄHREND DES 2. WELTKRIEGES, als deutsche Bomber England terrorisierten, stand eine kleine Gruppe britischer tapferer Flieger ihnen gegenüber. Ihre Lebenserwartung wurde nach Tagen gezählt.

Ein findiger Geist im Propagandaministerium gestaltete ein Poster: „Wer fürchtet sich vor der deutschen Luftwaffe?“

Als dieses an einer der Königlichen Luftwaffenbasen angebracht wurde, hat eine anonyme Hand darunter geschrieben: „Unterschreibe hier“!.

Innerhalb von Stunden hatten alle Flieger unterschrieben.

Es waren die Männer, über die Winston Churchill folgendes sagte: „Niemals haben so Viele so Vieles so wenigen geschuldigt!“

Wenn heute jemand ein Poster erfinden würde, das fragt: Wer fürchtet sich vor den Siedlern, würde ich der erste sein, der es unterzeichnet.

Ich habe Angst. Nicht um mich. Um den Staat Israel. Um Alles, was wir in den letzten 120 Jahren aufgebaut haben.

IN LETZTER ZEIT sagen immer mehr Leute in Israel und in der Welt, dass die „Zwei-Staaten-Lösung“ tot ist.

Finito. Kaput. Die Siedler haben sie schließlich umgebracht.

Der Frieden ist am Ende. Da gibt es nichts, das wir tun könnten. Wir können nur in unserm bequemen Sessel vor dem Fernseher sitzen, tief seufzen, eine Tasse Kaffee trinken und zu uns selbst sagen: „Die Siedlungen sind unumkehrbar“

Wann hab ich das zum ersten Mal gehört?

Vor etwa 40 Jahren – oder war es vor 50 Jahren — verwendete der renommierte israelische Historiker Meron Benvenisti – dies das erste Mal. Die Siedlungen, proklamierte er, haben eine „Irreversible“ Situation geschaffen. Keine Zwei-Staaten-Lösung, wie meine Freunde und ich es verlangten. Sorry, irreversible. In jener Zeit gab es weniger als hunderttausend Siedler in der Westbank und einige sogar im Sinai.

Jetzt kann dieser Slogan überall gehört werden. Unumkehrbar, irreversible. Die bloße Menge der Siedler hat die Zwei-Staaten-Lösung zu einem Hirngespinst gemacht.

Es wird gesagt, dass es jetzt 450 Tausend Siedler in der Westbank gibt und zusätzlich noch 150 Tausend im besetzen Ost-Jerusalem. Sie können nicht ohne einen Bürgerkrieg umgesiedelt werden.

Also hören wir auf, über eine Zwei-Staaten-Lösung zu sprechen. Lasst und über etwas anderes nachdenken. Eine Ein-Staat-Lösung? einen Apartheid-Staat? Überhaupt keine Lösung? Ein ewiger Konflikt?

ICH GLAUBE nicht, dass es ein menschliches Problem gibt, das keine Lösung hat.

Ich glaube nicht, dass Verzweiflung ein guter Berater sei, obwohl es ein bequemer ist.

Ich glaube nicht, dass im Leben etwas „irreversible“ ist. Natürlich abgesehen vom Tod.

Wenn sich jemand einem Problem gegenüber sieht, das irreversibel ist, muss man dieses Problem näher ansehen, dies analysieren und die möglichen Wege da heraus bedenken.

Es wird erzählt dass General Bernard Montgomery, der britische Kommandeur in Nordafrika, ein Bild von seinem Feind, dem legendären deutschen General Erwin Rommel auf seinem Schreibtisch in seinen Hauptquartieren, stehen hatte. Als er von seinen erstaunten Besuchern gefragt wurde, erklärte er: „Ich möchte mich selbst jeden Moment fragen: Was denkt er jetzt?“

Falls wir versuchen über die Siedler nachdenken, sehen wir vor uns eine Masse von 650 Tausend Fanatikern, die jeden Tag mehr werden. Das ist wirklich erschreckend.

Aber es existiert keine Masse von Siedlern. Es gibt verschiedene Arten von Siedlern. Wenn wir Mittel erfinden wollen, um mit diesem Problem fertig zu werden, müssen wir es als erstes auseinandernehmen.

Lasst uns auf die verschiedenen Gruppen, eine nach der anderen, schauen.

ALS ERSTES sind da die „ Siedler für Lebensqualität“ . Sie gehen auf die Westbank, finden dort eine Stelle, die von malerischen arabischen Dörfern umgeben sind und siedeln auf Land, das höchst wahrscheinlich einigen arabischen Dorfbewohnern gehört. Sie schauen aus ihrem Fenster auf wunderschöne Minaretts und Olivenbäume, hören den Ruf zum Gebet und sind glücklich. Sie bekamen das Land für nichts oder fast für nichts.

Nennen wir sie Gruppe 1.

Da sie keine Fanatiker sind, wird es nicht so schwer sein, sie ins eigentliche Israel umzusiedeln. Findet man für sie einen netten Platz, gibt man ihnen eine Menge Geld, werden sie ohne zu viel Ärger sich umsiedeln. Lassen.

DANN GIBT es die „Grenz-Siedlungen“. Dort leben die Siedler in Städten und Dörfern, die sehr nah an der alten Grünen Linie leben – die Grenze, die vor 1967 bestand und die noch immer als legale Grenze des Staates Israel gilt. Dort lebt der Großteil der Siedler.

Es besteht zwischen Israel und den Palästinensern eine schweigende Übereinkunft, dass diese Siedlungen in den „Austausch von Gebieten“ eingeschlossen sind, die praktisch von jedem ins Auge gefasst werden, der sich mit der Zwei-Staaten-Lösung befasst.

Die Grundlage ist ein Austausch von 1 zu 1 von gleichem Wert. Zum Beispiel: zum Ausgleich für die „Siedlungsblöcke“ könnte Israel Gebiete entlang des Gazastreifens abgeben. Die Söhne und Töchter der Familien innerhalb des Streifens, das übervölkertste Gebiet auf der Erde, würden diese Gelegenheit willkommen heißen, um dort ihre Wohnstätte in der Nähe ihrer Familien zu bauen.

Nennen wir diese Art von Siedlern „Gruppe 2“.

Zu dieser Gruppe gehören viele der ultra-orthodoxen Siedler, die sich wirklich nicht um die Lokalität kümmern. Sie haben sehr große Familien, womit sie Gottes Willen erfüllen. Sie müssen auch in bedrängten Gemeinden zusammen leben, da viele Gebote ihres Glaubens gemeinsame Institutionen verlangen.

Die ultra-orthodoxen („Haredim“ auf Hebräisch, bedeutet jene vor Gott Zitternden) leben in schrecklich übervölkerten Städten in Israel – West- Jerusalem, Bnei-Brak etc. Sie benötigen mehr Land und die Regierung ist glücklich, ihnen beim Umsiedeln zu verhelfen – aber jenseits der Grünen Linie. Einer dieser Orte ist Modiin Illith, gegenüber dem arabischen Dorf Bilin, wo seit vielen Jahren jetzt die Dorfbewohner jeden Freitag gegen den Landraub demonstriert haben.

LAST BUT not least gibt es noch die ideologischen Siedler, die Fanatiker, diejenigen, die von Gott selbst dahin geschickt wurden. Nennen wir sie Gruppe 3.

Sie sind der Kern des Problems. Diesen harten Kern umzusiedeln, ist ein schwieriger und gefährlicher Job. Wie schwierig, hängt von mehreren Faktoren ab.

Als erstes: die öffentliche Meinung. So lange wie diese Siedler fühlen, dass der Großteil der israelischen allgemeinen Öffentlichkeit sie unterstützt, können sie nur mit brutaler Gewalt umgesiedelt werden. Aber die meisten Soldaten und Polizisten gehören genau derselben allgemeinen Öffentlichkeit an.

Diese Schlacht kann nur dann gewonnen werden, wenn sich vorher die allgemeine Meinung geändert hat. Um dies zu bewirken, ist eine Menge politischer Arbeit nötig. Internationale Unterstützung mag helfen. Aber ich glaube nicht, dass internationale Unterstützung von – UN, den US und so weiter – erscheinen wird, wenn die Israelis selbst keinen Wechsel bewirken.

Am Ende kann eine Umsiedlung des harten Kerns der Siedler mit Gewalt nötig sein. Es ist nicht etwas, was man sich wünscht, aber es ist etwas, was unvermeidlich sein kann.

DIE SIEDLER der Gruppe 3 sind sich dieser Faktoren voll bewusst, viel mehr als ihre Feinde. Seit Jahren sind sie jetzt mit einem systematischen Aufwand engagiert, in die Armee, die Regierung , in den zivilen Dienst und besonders in die Medien einzudringen.

Diese Anstrengung ist äußerst erfolgreich gewesen, wenn auch nicht entscheidend. Das Friedenslagers muss ähnliche Anstrengungen machen.

Ein Hauptfaktor, der alles andere in den Schatten stellt, ist die Schlacht des Willens. Die Siedler kämpfen für ihre Ideologie als auch um ihren Lebensstandard.

Dies reflektiert übrigens ein historisches und weltweites Phänomen: Die Menschen an der Grenze sind härter und mehr motiviert als Menschen die im geographischen Zentrum leben.

Ein typisches Beispiel ist Preußen. Anfangs war dies eine deutsche Grenz-Provinz mit sehr armem Land und wenig Kultur. Jahrhundertelang wurde deutsche Kultur in den wohl situierten Städten im Landesinneren konzentriert. Aber durch reine Beharrlichkeit und Willenskraft wurde Preußen zur dominanten Region Deutschlands. Als das vereinigte (zweite) deutsche Reich gegründet wurde, war Preußen die entscheidende Macht.

Ziemlich dasselbe geschah im Süden. Österreich, eine kleine südliche Grenzprovinz, hat im Herzen Europas ein großes Reich errichtet, das viele verschiedene Nationalitäten einschloss..

DIESE NOTWENDIGE kurze Skizze möglicher Lösungen bemüht sich nur darum, aufzuzeigen, dass nichts unwiderruflich ist.

Am Ende hängt alles von uns ab.

Wenn wir Israel genug lieben, um für seine Existenz als Staat aufzustehen, einem Staat in dem wir gerne leben und mit dem wir uns identifizieren können, sollten wir rechtzeitig handeln.

Würde es nicht schade sein, wenn alle Bemühungen und Hoffnungen von 120 Jahren im Morast eines elendigen, hässlichen kleinen Apartheit-Staates versinken würde?,

(dt. Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)

 

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Die Zeichen der Zeit

Erstellt von DL-Redaktion am 9. Juli 2017

Und jeder ging über den Regenbogen

File:Karlsruhe Regenbogen.jpg

Von Volker Surmann

Aus Solidarität mit sämtlichen Minderheiten dieser Welt soll die berühmte farbige Flagge verändert werden.

Linke LGBT*-Kreise diskutieren zurzeit die Erweiterung der Regenbogenflagge um mindestens zwei neue Streifen: braun und schwarz als Ausdruck von Solidarität mit farbigen queeren Menschen. Die Diskussion wird engagiert geführt, wie ein Plenumsprotokoll aus einer westdeutschen queeren Hochschulgruppe belegt, das der Wahrheit zugespielt wurde.

Zunächst wird klargestellt, dass mittels der neuen Streifen Solidarität mit PoC (People of Color) symbolisiert werden soll. Das Grundsatzziel wird von allen Anwesend*en unterstützt. Ausgiebig diskutiert wird hingegen, ob Braun als Farbe in Deutschland nicht anders belegt sei. Folgender Konsens wird daraufhin erzielt: Um Verwechselungen auszuschließen und queeren Nazis die Identifikation zu verunmöglichen, sollen in den braunen Streifen AnfiFa-Symbole eingestickt werden.

Streifen für alle

Gerrits Einwand, ob es nicht pietätlos sei, ausgerechnet im Todesjahr des Rainbowflag-Erfinders Gilbert Baker die Flagge zu ändern, wird begegnet, dass Baker als schwuler weißer Cis-Mann eine Gruppe repräsentiere, die die LGBT*-Szene weltweit schon viel zu lange dominiert habe. Als Gerrit (Masterstudium Design mit Nebenfach Gender Studies) insistiert, dass Bakers Streifen immaterielle Werte repräsentierten (Liebe, Gesundheit, Natur, Sonnenlicht usw.) und nicht Hautfarben, wird folgende Mehrheitsmeinung gefasst: Schwarz und Braun stehen nicht für Hautfarben, sondern für Solidarität mit allen PoC.

Anschließend angeregte Debatte, ob nun nicht asiatische und nordamerikanische indigene Queers doppelt repräsentiert seien, durch Inklusion im braunen PoC-Solidaritätsstreifen sowie die Streifen Gelb und Rot. Kim gibt zu bedenken, dass, wenn man Gelb und Rot mische, doch Braun rauskomme. Orange, korrigiert Gerrit. Zahlreiche Individuen in der Gruppe empfinden Gerrits Beharren auf Fakten als verbale Gewalt. Sein*ihr Einwurf, ob Grün dann für Aliens und Blau für queere Schlümpfe oder LGBT-Alkoholiker*innen stehe, wird als unqualifiziert verworfen. Niemand lacht.

Ausgiebig diskutiert wird Kays „theoretischer Einwand“, ob die Repräsentanz für PoC durch monochrome Farbstreifen nicht eine Simplifizierung und Reduktion auf bloße Äußerlichkeiten darstelle, also nichts weiter als eine weitere Ausdrucksform des gesellschaftlich weit verbreiteten Lookism. Nach etwa einstündiger Debatte besteht Konsens, dass Kay als weißer Cis-Person es nicht zusteht, diese Zweifel zu äußern. Der braune Streifen soll dafür aber in verschiedenen Brauntönen changieren.

Jules bringt folgenden Aspekt ein: Schwarz und Braun seien in Fetischzusammenhängen farbsymbolisch anders belegt (sexuelle Vorlieben für Lack/Leder bzw. Exkremente). In der Diskussion vertritt er*sie dann die Minderheitsmeinung, die Farbsymbolik inklusiv zu interpretieren. Sie*er habe einen Mitbewohner, und auch, wenn der manchmal rieche wie eine mittelalterliche Burglatrine, solle er sich doch durchaus in der Flagge wiederfinden können, wenn er es denn wolle. Mika wirft daraufhin ein, dann sollten halt die Exkrement-Liebhaber*innen ganz viel Milch trinken, dann repräsentiere sie der grüne Streifen, der stehe für Natur, also auch Stoffwechsel. Anschließend massiver Widerspruch gegen Milch von allen Veganer*innen.

Sascha wirft später folgende Frage auf: Wenn die Farben für Hautfarben stünden, wo seien dann eigentlich weiße LGBT* in der Flagge repräsentiert? Es bilden sich zwei Lager: Das eine argumentiert, sie bräuchten nicht in die Flagge mit rein, die Welt um die Flagge rum sei ja weiß dominiert genug. Das zweite Lager besteht aus René (Bachelor Physik), die*der ausführt, dass lichtsphysikalisch gesehen, in der Optik Weiß entstehe, wenn man alle Farben zusammenmische: Weiß sei quasi die „Meta-Farbe“ der Rainbowflag. Daraufhin wird René von einem Karton CSD-Flyer am Kopf getroffen. Sitzungsunterbrechung, um ihre*seine blutende Platzwunde zu versorgen.

Quelle:  TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :   Regenbogen über Karlsruhe während Das Fest (Karlsruhe)

Source Own work (Original text: eigene Aufnahme)
Author de:Benutzer:AlterVista

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DL-Tagesticker 09.07.17

Erstellt von DL-Redaktion am 9. Juli 2017

Direkt eingeflogen mit unserem Hubschrappschrap

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Wenn uns als Kinder oder Jugendlichen früher etwas verboten wurde, haben wir diese Verbote bewusst unterlaufen. In Gewalt ist dieses nie ausgeartet, da unsere Eltern immer zu Gesprächen bereit waren. Ich hatte aber auch keine Eltern welche eine Auseinandersetzung provozierten. Der grosse Teil der heutigen Politiker reagieren so Arrogant und Idiontisch womit sie diese Gewalt regelrecht herausfordern. Die Polizei wird vorgeschickt um die Unfähigkeit der Schuldigen zu kaschieren. Dass sie von der Bevölkerung lange nicht mehr respektiert werden wollen sie nicht wahrhaben. Menscheführung Null ! Stattdessen wird versucht das Volk mit Kaperle Theater zu beruhigen

Angespannte Lage im Schanzenviertel

1.) Wieder Wasserwerfer in Hamburgs Schanzenviertel

Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Pfefferspray ein, um Sitzblockaden aufzulösen und gewaltbereite Aktivisten zu vertreiben. Zuvor waren Beamte nach eigenen Angaben mit zahlreichen Flaschen und anderen Gegenständen beworfen worden. Umstehende beleidigten Polizisten. Auch mehrere Böller wurden geschleudert. In der Schanze hatten sich am Sonntagabend wieder mehrere hundert Menschen versammelt. Die Polizei sprach von etwa 600 Personen, die sich in den Straßen Pferdemarkt und Schulterblatt aufhielten, wo in der vergangenen Nacht über drei Stunden lang ein Mob tobte.

DW

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Früher war er ein Schuputzer von Gerhard Schröder, heute von Merkel, ein williger Lakai.
Typischer SPD-ler = für Geld verkaufen  wir alles !

Bürgermeister nach G20-Gipfel in der Kritik

2.) Viele Hamburger sind wütend auf Olaf Scholz

Als Cord Wöhlke nach dem Gewaltexzess im Hamburger Schanzenviertel vor seinem verwüsteten und geplünderten Laden steht, ist er den Tränen nah: „Uns geht es schrecklich“, sagt der Mitbegründer der Drogeriemarktkette Budnikowsky am Samstagmorgen über sich und seine Mitarbeiter.

RP.Online

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Also doch  – bei manchen fällt der Groschen etwas langsamer
Daimler Benz setzt auch nicht eine Putzfrau auf den Chefsessel des Aufsichtsrat,
das ist nur in einer politischen Partei möglich. Kevin hat recht genau das ist Sache !

Merkels G20-

3.) Gipfel und ein Trümmerfeld

Militante Aktivisten verbarrikadieren sich in Häusern, die Polizei versucht über Stunden erfolglos, mit Wasserwerfern und Spezialkräften das Gewaltmonopol des Staates zu verteidigen. Nach beängstigenden Szenen, die in diesem Fokus wie Bürgerkrieg wirken, gewinnen die vielen Polizisten doch die Oberhand. Zurück bleiben Trümmer. Auf der Straße und politisch. Wird das Konsequenzen haben? Die G20-Gipfel-Gastgeberin Angela Merkel wird darauf antworten müssen.

Saarbrücker-Zeitung

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Kommentar Schuld der Linken

4.) Die Stunde der Vereinfacher

Die Autowracks in Hamburgs Straßen rauchen noch, schon schlägt die Stunde der Vereinfacher. Manche geben sich große Mühe, der deutschen Linken – wer immer das auch sein möge – die Schuld an den brutalen Krawallen zuzuschieben. Klar habe die Randale mit Politik zu tun, twitterte zum Beispiel Jens Spahn, die konservative Nachwuchshoffnung der CDU. Schließlich hätten Teile der SPD linke Gewalt systematisch verharmlost.

TAZ

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Jetzt versuchen menschliche Nullen ihr Versagen als Erfolge zu verkaufen
Mit Merkel fängt die Zählung bei Null und nicht bei  Eins an
fakt – der Esel nennt sich immer zuerst – oder sagt ich – wir und meint uns ?

5.) G20-Gipfel endet mit klaren Dissens

Auch am letzten Tag des G20-Gipfels der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Hamburg gelang es den Teilnehmern am Samstag nicht, den US-Präsidenten beim Kampf gegen die Erderwärmung wieder ins Boot zu holen. Die Amerikaner bleiben dabei, das Pariser Welt-Klimaabkommen verlassen zu wollen.

FR

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6.) Naivität und falsche Solidarität führen zum Debakel

Straßenschlachten, Gewaltexzesse, marodierende Banden in schmucken Wohnvierteln – die Bilder entgrenzter Gewalt aus Hamburg sind dramatisch, erschreckend, verstörend gewesen. Sie sind schlimmer und verheerender ausgefallen, als sich das alle an der Organisation Beteiligten je vorstellen konnten. Wäre es also an der Zeit, solche Gipfeltreffen aufzugeben? Schluss zu rufen und Adieu zu sagen, weil die schiere Größe eine umfassende Kontrolle unmöglich macht, siehe Hamburg? Man könnte ja aufs Telefon verweisen, auf die Vereinten Nationen, auf bilaterale, trilaterale oder noch etwas größere Treffen, um die Kontakte weiter zu pflegen. Und doch: ein solcher Reflex wäre die falsche Antwort auf den G-20-Gipfel von Hamburg. Es wäre grundfalsch, den Gewalttätern und Chaoten diesen Erfolg zu schenken.

Sueddeutsch-Zeitung

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7.) Zur Deeskalation: Hamburger Polizei fährt Atomrakete auf

Hamburg (dpo) – Wird es doch noch ein ruhiges Gipfelwochenende? Nach ersten Krawallen hat die Hamburger Polizei am Rande des G20-Gipfels eine Atomrakete aufgefahren, um die angespannte Lage zu deeskalieren. Die Einsatzleitung behält sich vor, von der Bombe mit einer Sprengkraft von 1,3 Megatonnen Gebrauch zu machen, falls die Stimmung erneut kippen sollte.

Der Postillon

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Nachtrag

Mitternachtsspitzen Satire von gestern Abend

Thema G 20 – Empfehlung = Spitze

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Hinweise und Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquelle: DL / privat – Wikimedia Commons – cc-by-sa-3.0

 

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