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RENTENANGST

Archiv für Dezember 26th, 2011

Die – Woche

Erstellt von IE am 26. Dezember 2011

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Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

Im Rückblick auf das Jahr 2011 lesen wir über Laberwurst, einen schönen Arsch welcher vorne stehen sollte, einen lumpenreiner Demokrat und eine gelernte Kommunistin mit Namen Merkel.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht in diesem Jahr?

Friedrich Küppersbusch: Das war Nachrichtenbulimie! Die Breaking-News-Kammer ist leergemampft und man hätte im Februar Jahresrückblicke senden können.

Was wird besser im nächsten?

Weltuntergang erst gegen Ende, im Dezember sind einfach auch die Werbeeinnahmen höher.

2011 wollte irgendwie jeder Revolution machen – die Menschen in der arabischen Welt demonstrierten gegen ihre Herrscher, die Occupierer der Wall Street gegen den Finanzkapitalismus. Gehört den Che Guevaras die Zukunft?

Nee, nach der spontanen Empörung kommt der lange Marsch durch die Instanzen.
Friedrich Küppersbusch

Im Februar musste unser aller Karl-Theodor zu Guttenberg zurücktreten wegen einer Doktorarbeit, die keine war. Er verschwand kurzzeitig und ist nun schon wieder EU-Berater. Warum wird man diesen Typen nicht los ?

Hat irgendjemand außerhalb der Medien Aufhebens um ihn gemacht? Das ist ein adliger Schill, der Ausbruch der Scripted Reality aus dem Fernsehen.

Nach dem Tod von Osama Bin Laden starrte alle Welt auf ein Foto aus dem Situation Room und fragte sich: Hatte die Clinton denn nun bloß Heuschnupfen oder tat ihr der Osama leid. Die alles entscheidende Frage?

Eine Hinrichtung ohne Verteidigung, Gericht, Urteil und Berufung nennt man gemeinhin Mord. Die „alles entscheidende Frage“ wäre: War dies ein letztlich moralisch hinnehmbarer „Tyrannenmord“? Stattdessen starrt man auf die illustre „Wir warten aufs Christkind“-Runde. Das Bild gehört in eine Reihe mit denen des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses, und dazwischen liegt ein katastrophaler moralischer Abstieg der USA.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Eine raffinierte Erfindung

Erstellt von IE am 26. Dezember 2011

Eine überaus raffinierte Erfindung

Das Bankgeschäfte schon immer anrüchig waren und die Gefahren der Manipulationen schon um das Jahr 1300 erahnt wurden zeigt dieser Artikel. Zu jener Zeit gab es aber noch Menschen welche entsprechende Vorsorge erließen, im Gegensatz zu heute. Ein Artikel welcher sehr lesenswert ist.

Die Kunst der Renaissance und die Ursprünge des Bankwesens

Die Stadt Florenz gründete im Jahr 1237 eine Münzanstalt und ließ die ersten Silber-Florin (fiorino d’argento) prägen. Bis dahin war die gängige Münze der Denaro gewesen, doch der hatte mit dem Niedergang des Heiligen Römischen Reichs so stark an Wert eingebüßt, dass zusätzlich höherwertige Münzen aus den damals noch größeren Städten Siena und Lucca in Umlauf kamen.

In dieser Zeit wurde es immer wichtiger, geschäftliche Transaktionen mittels Geld abzuwickeln – wer seine Besitztümer in Geld umgewandelt hatte, konnte dieses dann nach Belieben ausgeben oder investieren. Der Wert des Silber-Florins entsprach einem Soldo oder 12 Denari, war also eher bescheiden: Er reichte gerade für ein paar Eier oder einen Laib Brot oder einen Liter Wein. Deshalb legte die Florentiner Münzanstalt ab 1252 den Gold-Florin auf: eine 3,53 Gramm schwere Münze aus 24-karätigem Gold, die heute etwa 120 Euro kosten würde.

Der Gold-Florin war für die großen Handelsgeschäfte gedacht. Florenz trug Sorge dafür, dass sein Gewicht und Feingehalt während der knapp 300 Jahre, in denen er in Umlauf war, absolut unverändert blieben. Jede Änderung seines Äußeren wurde genauestens protokolliert, ein System der Qualitätskontrolle wurde eingeführt. Die obersten Aufseher durften ihr Amt nicht länger als sechs Monate wahrnehmen, um Korruption zu verhindern. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts war der Florin bei geschäftlichen Transaktionen in ganz Westeuropa im Gebrauch; und selbst in Regionen, wo er nicht physisch gehandelt wurde, diente er als bevorzugte Verrechnungseinheit. Das war für ein kleines Handelszentrum wie das damalige Florenz eine wichtige Errungenschaft.

Der Florin trug nicht etwa den Kopf eines Königs oder eines Fürsten. In Florenz war es dem Adel seit Langem untersagt, sich in die Regierungsgeschäfte einzumischen. Die Stadt war eine Republik, deren Exekutive sich aus dem Kollegium der Patrizier rekrutierte. Die neun Mitglieder wurden alle zwei Monate durch Los bestimmt, damit keiner von ihnen zu mächtig werden konnte; politische Parteien waren verboten. Die eine Seite der Münze zeigte das Wahrzeichen der Stadt, eine Lilie, die andere das Porträt Johannes des Täufers, ihres Schutzpatrons. In dem Geldstück waren also bürgerliche Pflichten und religiöse Traditionen auf elegante Weise verschmolzen – und das in Gold.

Quelle: le Monde diplomatique >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :    Aureus des Septimius Severus (um 200 n. Chr.)

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