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Archiv für Dezember 15th, 2011

Vom Präsident des Schein

Erstellt von IE am 15. Dezember 2011

zu den Bürgern des Sein

Wer kennt ihn nicht, den wohl bekanntesten Werbespruch der letzten Jahre: „Geiz ist Geil“. Wurde einem dieser doch eingehämmert wenn man auch nur irgendwann das Fernsehgerät einschaltete. Auch auf den Litfaßsäulen oder  Werbeplakaten war dieser Spruch allseits präsent.

Einen jeden Bürger ist aber auch die dauerhafte Gegenberieselung in Erinnerung mit denen der Verbraucher aufgefordert wurde einfach mehr auf Qualität zu achten. Ob nun gutes Gemüse oder auch gutes Fleisch um hier nur einmal zwei gängige Beispiele zu nennen, alles hat seinen Preis und für Gutes muss auch mehr bezahlt werden.

Diese Gegenberieselung ging überwiegend von den Lobbyisten Verbänden der ÖKO Bauern, oder auch den Fleischproduzenten aus. Wortführer hier auch unter anderen die Politiker der Konservativen Parteien und ihre gehobene Einkommensschicht. Das vielen Bürgern gar keine Alternative zu ihren Einkäufen bei Aldi oder anderen Discountern blieb und auch heute noch bleibt, wird wohlweislich verschwiegen.

Wie geil Geiz wirklich ist zeigt uns zur Zeit wieder einmal der Bundespräsident Christian Wulff in einem ganz großen, Präsidialen  Stil. Dieses mal geht es um einen privaten Kredit welchen er in seiner Zeit als Ministerpräsident von Niedersachsen im Jahre 2008 von der Ehefrau eines befreundeten Unternehmers erhielt. 500.000 Euro zu einem Zinssatz welcher günstiger als bei den Banken ist, bekommt auch nicht jeder.

Ist es doch nicht das erste mal das Wulff durch fragwürdige Freundschaften auffällig wird. Bekannt wurden bereits zuvor die Verbindungen zum „dubiosen Finanzjongleur“ Carsten Maschmeyer, Ex- Air-Berlin-Chef Joachim Hunold und jetzt eben zu Egon Geerkens. Seine Nähe zu dem gehobenen Geldadel ist schon mehr als merkwürdig, wandelt er doch in den Spuren seines Amtsvorgängers in Niedersachen, Gerhard Schröder.

Beide stammen aus elterlich eher einfachen Verhältnissen. Schröder ließ sich von VW Chef Piech zum Opernball einladen und flog gleich mit Piech im Lear-Jet nach Wien. Von Charsten  Maschmeyer erhielt er nach seinen Ausscheiden aus dem Kanzleramt eine Millionen Euro Vorschuss für das Schreiben seiner Memoiren. Seinen ersten Sommerurlaub als Bundespräsident verbrachte Wulff in der Villa seines Freundes Maschmeyer auf Mallorca.

Selbstverständlich durfte Egon Geerkens den Bundespräsidenten mehr fach auf seinen Dienstreisen begleiten und die private wurde damit auch zu einer beruflichen Verbindung. Laut allgemeinen Presseberichten ist Egon Geerkens, genannt »Bubi«, gelernter Elektriker und lebt heute in der Schweiz.  Früher hat er mal mit Schrottautos und Immobilien gehandelt und war Besitzer eines Juweliergeschäfts in Osnabrück, Wulffs Heimatstadt. Wulff bezeichnet Geerkens als väterlichen Freund, der 68-Jährige war Trauzeuge bei seiner ersten Hochzeit.

Die allgemein geäußerte Ausrede Unternehmer würden aus den Verbindungen zu Politikern keine Vorteile ziehen ist so unglaubwürdig wie sonst nichts. Es gibt auf dieser Welt keine Geschenke, da eine jede Gabe mit einer Gegenleistung verbunden ist. Ohne diese enge Beziehung des Kapital zu der Politik blieben den Bürgern manche Drangsalierungen erspart.

Hier Schröder, da Wulff!  Parallelen über verschiedene Parteien hinweg. Die Habgier ist nach Wikipedia ein „übersteigertes Streben nach materiellen Besitz, unabhängig von dessen Nutzen. Der Volksmund drückt das mit einem schlichten Satz aus. „Je mehr er hat – je mehr er will“.

Den Schaden welche Politiker in ihrer nicht endenden Gier nach persönlicher Vorteilnahme an der Demokratie anrichten wird von diesen scheinbar nicht mehr wahrgenommen. Im Fernsehen gab es früher eine Sendung mit dem Titel „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“ von dem Journalisten Zimmermann. Dieses Sendung sollte heute wieder aufgenommen werden und sich nur mit der Mitnahmementalität der politischen Kaste befassen. Eine bis zwei Stunden jede Woche wären bestimmt mit immer neuen Skandalen zu füllen.

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Grafikquelle    :     Bettina und Christian Wulff (2010)

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Merkels Theaterensemble

Erstellt von IE am 15. Dezember 2011

Die Stimme der Kohlsuppe

File:Angela Merkel 2008 Rust.JPG

Einen Vergleich zwischen den täglich im Fernsehen gezeigten Casting- oder Soap- Shows und den Nachrichten Sendungen versucht der folgende Kommentar aufzuzeigen. An einigen aktuellen Beispielen macht die Schriftstellerin Hilal Sezgin darauf aufmerksam das dort von der gezeigten Qualität her kaum noch Unterschiede auszumachen sind. Die Schauspieler/innen der verschiedensten Sendungen sind beliebig austauschbar geworden.

Die indirekte Regisseurin der politischen Szene Angela Merkel, hat sich schon die zu ihr passende Besetzung ausgesucht welche in den Kommentar noch nicht einmal vollständig erwähnt wird, da ansonsten das Schreiben eines Buches kaum ausgereicht hätte. Ausgelassen hat sie auch die Erwähnung der Schauspieler aus den Oppositonsparteien. Denn wie heißt es folgerichtig: Eine schwache Regierung ist immer ein Hinweis auf eine noch schwächere  Opposition.

Die Stimme der Kohlsuppe

Ein Geständnis vorab: Auch ich schaue neuerdings gern „Voice of Germany“. Jenen Liederwettbewerb also, in dem die Jury den Sängern zunächst den Rücken zudreht, sodass auch die zeitlos Gekleideten und Dicken eine Chance haben. Die Hauptattraktion der Sendung besteht allerdings darin, dass die hier wetteifernden Menschen allesamt singen können, in dieser Show mithin Leute nicht präsentiert werden, damit sie auf die Nase fallen, sondern damit sie tatsächlich vorhandene Fähigkeiten einsetzen, zum Wohl und zur Freude der Allgemeinheit.

Seelsorge für Fremdscham

Das ist ein unbezahlbares Alleinstellungsmerkmal in einer Zeit, in der die Fernsehsender nicht nur überquellen vor „Formaten“, in der verwirrte Seelen animiert werden, vor einem Millionenpublikum die Hosen runterzulassen. Sondern auch die Übergänge zwischen diesen Blamiershows und den Nachrichtensendungen sind ja längst gleitend geworden. Ich sage nur: unsere regierenden Minister! Als hätte irgendwer einen Wettbewerb im Fettnapfrutschen und Porzellanzerschmeißen ausgelobt, bieten unsere Jungs und Mädels gegen Jahresende noch mal geballte politische Instinktlosigkeit in einem solchen Maße auf, dass die Menge an Fremdscham, die sich während einer durchschnittlichen „Tagesschau“ über das Wahlvolk senkt, ohne professionelle Seelsorge gar nicht mehr zu bewältigen ist.

Inkompetenz, Einfallslosigkeit und Peinlichkeit

Gern möchte ich an dieser Stelle jenen Exminister übergehen, der allen Ernstes hofft, sich gleichsam trotz Fälschens seiner Abgangszeugnisse nach einem Dreivierteljahr Schmollen („Okay, ich hab mich erwischen lassen, aber beweist das nicht, dass ich nichts Böses im Sinn hatte?“) wieder in die Herzen der Wähler pomadisieren zu können. Ich spreche auch weder von unserem Außenminister, den seine eigene Partei als Anführer abgesetzt hat und der seither gerade noch gut genug ist, unser Land mit exzellenten Fremdsprachenkenntnissen als Woiss off Dschömenie in aller Welt zu vertreten, noch von seinem Parteierben, einem chronisch unrasierten Gesundheitsminister, von dem es dank seiner beratungsresistenten Mimik mehr peinliche Videoclips auf Youtube gibt als von jedem Möchtegern-Topmodel mit angeklebten falschen Haaren.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :

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Author Jacques Grießmayer

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