Die Rede ist hier von Schirmen die dem Schutz gelten. Für gewöhnlich vor Regen oder auch vor der Sonne. Da gibt es aber auch PolitikerInnen welchen die Sonne bereits das Hirn ausgetrocknet hat und deren Rufe zu spät kommen. Rudolf Walther macht sich in seinem Kommentar so seine eigenen Gedanken über die Kultur von Schirmen und der diese benutzenden PolitikerInnen.
Rettung mit Schirmen
Die Krise gebiert auch laufend neue Wörter: Rettungsmilliarden, Rettungsschirm, Rettungspaket, Rettungsgipfel, Bankenrettung, Staatsrettung. Diesen Wörtern ist zweierlei gemeinsam - sie beziehen sich irgendwie auf die Krise des Kapitalismus, und sie haben einen theologischen Hintergrund. Für die ultimative Rettung war im christlich-jüdisch geprägten Weltbild bisher Gott zuständig.
Sein Jüngstes Gericht hatte das letzte Wort, jetzt soll es die Europäische Zentralbank (EZB) richten und zwar als “Lender of last resort” - der Kreditgeber in letzter Instanz druckt Geld, kauft den überschuldeten Staaten ihre Schuldtitel ab, um Banken und Anleger zu retten. Aus dem Jüngsten Gericht wird ein Endspiel um “alles oder nichts” im Kasino. Dass der Kapitalismus mit Schuld und Schulden und Religion zu tun hat, ist seit Max Weber und Walter Benjamin ein Gemeinplatz. Benjamin nannte den Kapitalismus einen sich “verschuldenden Kultus”.
Insbesondere die alles beherrschende Metapher “Rettung” hat religiöse Bezüge, “Schirm” dagegen weltliche. Im Mittelalter gewährte der Grundherr seinen Untertanen “Schutz und Schirm”. Deren Gegenleistung war “Treue und Hilfe”. Vom modernen Verhältnis zwischen Schuldner und Gläubiger unterscheidet sich das feudale Untertanenverhältnis fundamental: Dort stehen sich zwei Freie gegenüber, deren Beziehung auf dem Vertrauen beruht, dass der Schuldner seine Schulden bezahlt, der mittelalterliche Untertan dagegen war ein vom Grundherrn restlos Abhängiger und dessen Zwangsgewalt unterworfen.
Nach den Anti-Kapitalisten jetzt auch die Jahresmitgliederversammlung der (AK-)Sozialistischen-Linke. Am 10. und 11. Dezember 2011 (Heute und Morgen) treffen sich diese Ideologen laut vorliegender Einladung in einen Frankfurter Jugendhaus unter folgenden Leitgedanken:
Ein neuer Aufbruch für DIE LINKE – Partei der 99 Prozent
Resolution der Jahresmitgliederversammlung der Sozialistischen Linken
Erstaunlich hier die Aussage einen neuen Aufbruch anzukündigen, da damit das erste mal aus der Partei heraus der Beginn eines Abbruch eingestanden wird, da ansonsten nicht neu Aufgebrochen werden muss. Nachdenklich muss auch die Zahl 99 machen, denn diese wirft sehr viele Fragen auf. Da diese aber mit dem Wort „Prozent“ geschmückt wird vermuten wir hinter dieser Zahl die Zielsetzung der Partei für die nächsten Bundestagswahlen. Und da können wir dann nur sagen: „Hut ab, wie Phönix aus der Asche“. Sollen wir schon einmal das Requiem für die anderen Parteien bestellen? Wir würden die Zahl aber als realistisch ansehen. 99% der Bürger wählen so etwas nicht.
Überhaupt, und wir zitieren aus der Einladung: „Wir haben uns zu einer zweitägigen Veranstaltung entschlossen, um nach der erfolgreichen Programmdebatte und einem schwierigen Jahr unsere politische Arbeit auszuwerten, die Herausforderungen in der Parteientwicklung zu diskutieren und uns über die Ausrichtung des Bundestagswahlkampfes auszutauschen.“ Das debattieren untereinander wird hier schon als ein Erfolg gewertet und so getan als wenn dieses in einer demokratischen Partei nicht die Normalität wäre.
Es wird eine Resolution gebraucht, hört sich an wie ein Vier-Jahresplan und bei normalen Mitgliedern sollte an und für sich davon ausgegangen werden, dass diese bereits wissen worüber LINKE debattieren? Über sieben Seiten wird informiert worüber geredet werden darf? Wäre es nicht wichtiger die Bürger, sprich Wähler von den Plänen zu überzeugen?
Ein jeder beschäftigt sich einmal mehr mit sich selbst, wie in solchen Gruppierungen der Partei üblich. Dass dem Wähler und Bürger solcherart Hinterzimmerdebatten aber vollkommen gleichgültig lassen, interessiert den „Spitzen“ dieser innerparteilichen Randgruppen nicht. Denen geht es nur darum einfache Mitglieder für ihre Wiederwahl zu Instrumentalisieren.
So wird denn auch sehr viel über Länder geschrieben und gesprochen, welche den meisten aufgrund der Entfernung unbekannt sind. Es lebe die heile Welt in Kuba und in Mittel- und Südamerika. Diese Länder liegen fernab des normalen Beurteilungsvermögen der meisten Anwesenden. Verschwiegen wird geflissentlich das fast nirgendwo auf diesem Globus die Blüten der Korruption schöner und bunter sind. So lesen wir dann in dieser Hauspostille folgendes:
Südamerika – Sozialismus des 21. Jahrhunderts und regionale Kooperation
Das politische Klima in Lateinamerika und der Karibik begünstigt linke Regierungen bzw. eine volksnahe Politik zu Gunsten der Bevölkerungsmehrheit. Diese umfasst Umverteilung und erfolgreiche Armutsbekämpfung, Demokratisierung der Wirtschaft, Stärkung des Mittelstandssektors, Entfaltung des Genossenschaftswesens und die Kontrolle von Schlüsselbereichen der Wirtschaft sowie die Stärkung der partizipativen Demokratie. Gleichwohl existieren Risiken hinsichtlich des neoliberalen und kolonialen Erbes unzureichend diversifizierter Wirtschaftssysteme, der Rentenökonomie und korrupten öffentlichen Verwaltung sowie (militärischer) Interventionen des Westens – insbesondere mit Blick auf die Wahlen 2012 in Venezuela. Hierbei spielen auch deutsche Parteien und Stiftungen eine unrühmliche Rolle. DIE LINKE sollte die Linksregierungen in Lateinamerika und fortschrittliche regionale Integrationsbemühungen im Rahmen von ALBA, Unasur bzw. der Bank des Südens unterstützen und antidemokratischen Interventionen von westlichen Regierungen, NGO’s und Stiftungen entgegentreten.
Es ist schon interessant zu beobachten wie viel an Gläubigkeit dem normalen Durchschnittswähler zugemutet wird. Jeder Bürger, der auch nur einmal außerhalb der dort angebotenen luxuriösen Hotelanlagen selbstständig unterwegs war, weiß über die Verhältnisse außerhalb Europas besser zu berichten.
Sagt euren Mitgliedern doch einmal das zur Durchführung solcher Reisen auch Geld also Kapital benötigt wird. Für Individualreisende welche wirklich Land und Leute kennen lernen wollen gewöhnlich viel mehr Geld als für Pauschalreisende. Also Kapital für Antikapitalisten ? Was hier geschieht ist Volksverdummung und nichts anderes. Da empfehlen Millionäre auf der Bühne den Antikapitalismus, verfluchen ihre eigenen Bankkonten. Dabei erwartet mit Sicherheit keiner in Sack und Asche zu laufen. Aber auf dem Teppich zu bleiben das ist zumindest das was zu erwarten ist. Hochmut kommt immer vor den Fall!! Eine Linke Partei welche die Zustände in diesem Land wirklich verändern möchte wird sich solche Verrücktheiten nicht leisten können da ideologische Träumereien dort bleiben sollten wo sie herkommen. In den Religionen.
Da vorliegendes Papier über die normalen Beschimpfungen von anderen politischen Mitbewerbern nicht hinausgeht und reale Lösungsvorschläge kaum angeboten werden, bekommen Außen stehende mehr und mehr den Eindruck einer der Scientology ähnlichen Sekte aufgesessen zu sein, welche ja auch das Ziel hat die Welt nach ihren Vorstellungen zu verändern.
Als Abschluss des Traktats wird auf Otto Bauer hingewiesen welcher wie folgt zitiert wird: „Hoffen wir nicht auf große Männer! Große Männer können nur an Energie umsetzen, was an Energie schon da war. Glauben wir auch nicht, es genüge, untätig zu zuschauen, bis wieder ein großer Tag kommt, da man große Entscheidungsschlachten schlagen kann…… usw., usw, „
So tauchen dann auch die altbekannten Namen wieder auf denen man weiterhin in verklärender Unterwürdigkeit und mit verdrehten Augen bei ihren stundenlangen Ausführungen zuhören soll. Oskar Lafontaine, Klaus Ernst und Sahra Wagenknecht. Und wieder regnet es Hirn von Oben, die Faust erhebt sich und alle sprechen im Chor: „Oskar ist groß, Oskar ist Mächtig, wenn er auf den Stuhl steht einen Meter und sechzig. Halleluja, Halleluja.
Zum Schluss bemühen wir den obligatorischen Klingelbeutel und bitten Mandatsträger/innen und Besserverdiener um Spenden, um für Härtefälle Übernachtungs- und Fahrtkosten bezuschussen zu können. Spenden bitte richten an DIE LINKE, Konto 13225731, Berliner Sparkasse, BLZ 10050000, Stichwort Sozialistische Linke.
Ein aufmerksamer Leser aus der ehemaligen DDR äußerte die Bitte das folgende Video zu verlinken. Es wäre eine gute Erinnerung an erlebte Rotlichtbestrahlungen.