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Archiv für Oktober 7th, 2011

Das Methusalem-Problem

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Oktober 2011

Von einen aufmerksamen Leser auf die folgende Glosse hingewiesen, übernehmen wir gerne diesen Artikel, welcher für uns unter einer Creative Commons Lizenz 2.0 Non-Commercial frei Verfügbar ist. Unser Dank geht an die SOS sowie der Schreiberin Yvonne Chantré.

Die Linke und das Methusalem-Problem

Schock für die Linke. Nach neuesten Umfragen wurde die Partei bei der Beliebtheitregatta von der Jolle der Piraten abgehängt. Die roten Leichtmatrosen steuern derzeit ziel- und planlos durch die politische See. Die neuen Decksoffiziere sind nicht in der Lage, mit Karte und Kompass umzugehen, und das hoffnungsfroh begonnene Projekt eines gemeinsamen Linkskurses droht an den Klippen des Alltags zu zerschellen. Was fehlt, ist ein roter Leuchtturm im Bundestag. Gemeint ist Oskar Lafontaine. Vom Oberlimberg im Saarland soll er erneut ins Tal der Wellen herniedersteigen und das Schiff der Linken wieder auf Erfolgskurs bringen.

In der Linkspartei hält die Debatte über eine mögliche Rückkehr von Oskar Lafontaine in den Bundestag an. Der Parteischatzmeister Raju Scharma sprach sich gar für eine Mitgliederbefragung zur Rückkehr des größten Saarländers aller Zeiten in den Bundestag aus. Scharma und seine MitstreiterInnen, darunter auch die bayerische Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter und der NRW-Landtagsabgeordnete Ralf Michalowsky, sollen sich nach Angaben einer gewöhnlich undichten Stelle von der Mitgliederbefragung ein sogenanntes SED-Ergebnis erhoffen und gehen derzeit davon aus, dass Lafontaine sich der Diktatur des Proletariats beugen wird.

Nach einer neuen Studie des pseudowissenschaftlischen Instituts für europäische Parteien (PIEP) in Frankfurt/Main wird die Linke noch in 50 Jahren auf Oskar Lafontaine angewiesen sein. Professor Elmar Fiesling sprach in diesem Zusammenhang von einem chronischen Methusalem-Problem der Linken. Lafontaine selbst hält sich zu den erneuten Avancen seiner lieben Genossinnen und Genossen noch bedeckt. Die Chance zum roten Jopie (Johan Marius Nicolaas Heesters) zu werden, wird er wohl kaum ergreifen. Wer aber bringt den Linken endlich das Laufen bei?

Quelle: Saarländische Online-Zeitung

IE

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Linke Richtungsstreitereien

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Oktober 2011

Unter den Titel „Rot-grünes Comeback“ blickt Albrecht von Lucke in seinen Kommentar auf das nun langsam endende Superwahljahr 2011 zurück, indem er vor allen Dingen der CDU das schlechteste Wahljahr unter Merkel bescheinigt. Das aber auch für die SPD und die Grünen dieses Jahr in Berlin aller Wahrscheinlichkeit keinen zufrieden-stellenden Ausgang finden wird, konnten wir erst in dieser Woche lesen.

Die größten Verlierer dieses Jahres sind aber die Parteien FDP und die Linke welche, wenn sie nicht sehr gut aufpassen, unauffällig in die Versenkung verschwinden werden. Denn und das ist das schlimmste was Parteien überhaupt passieren kann, sie machen sich selber überflüssig. Das beide so in einen Atemzug genannt werden können ist wohl die eigentliche Überraschung dieses Jahres. So äußert denn der Journalist über DIE LINKE folgendes und wir zitieren:

„Warum aber, mag man sich fragen, ist bei alledem nicht vom zweiten großen Wahlsieger von 2009 die Rede, nämlich von der Linkspartei? Aus einem einfachen Grund: Weil auch Die Linke – ähnlich wie die FDP – gegenwärtig nur periphär relevant ist. Die FDP wurde von den abwandernden Wählern um ihre Regierungsrelevanz gebracht, die Linkspartei besorgt dies gerade selbst. Nach einem Jahr absurder Kommunismus-, Stalinismus und Antisemitismus-Debatten – derweil die dringend erforderliche Arbeit an einem gemeinsamen Grundsatzprogramm kaum vorankam, ist Die Linke von einer eigenen Koalitionsperspektive im Bund meilenweit entfernt. Statt dessen zieht sie sich auf eine bloße Verhinderungsstrategie zurück, wie es der Noch-Parteivorsitzende Klaus Ernst am 17. Juli gegenüber dem Deutschlandfunk unverblümt zum Ausdruck brachte: „Wir sagen, wir wollen natürlich Schwarz-Gelb ablösen. Aber wir wollen gleichzeitig selber so stark sein, dass Grün-Rot alleine nicht regieren kann.“

Faktisch haben wir es damit heute mit einem zweigeteilten Parteiensystem zu tun – bestehend aus einer koalitionsrelevanten Mitte aus drei Parteien und zwei Parteien am Rande. Das verschafft den Randparteien durchaus Spielraum, regierungsrelevant ist dieser jedoch nicht. Die Wahlentscheidung 2013 dürfte sich allein zwischen CDU, SPD und Grünen abspielen. Immer vorausgesetzt, dass Schwarz-Gelb die Ziellinie tatsächlich erreicht – und dass es nicht bereits davor heißt: „Rien ne va plus“. Denn zwei Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Auch das haben wir in den letzten Monaten gelernt.“

Noch nie zuvor hat sich der Kapitalismus selber so sehr in Frage gestellt und auch in der Geschichte der Bundesrepublik hat niemals zuvor eine amtierende Regierung so klare Auflösungserscheinungen gezeigt. Wenn denn dieses nicht von einer LINKEN Partei genutzt werden kann, liegt es weder an den Medien noch an irgendwelchen von außen in die Partei getragenen Umstände. Die Probleme sind eindeutig Intern zu suchen. Die Partei ist vor Ort nicht wahrnehmbar und wird so auch nicht vermisst. Eine Gesellschaft löst sich in ihre Einzelteile auf und die LINKE bemerkt es nicht.

So ist es ihr unter anderen nicht gelungen die Streitigkeiten zwischen den einzelnen Strömungen zu beenden. Es wird aus der Führungsetage weiterhin stillschweigend hingenommen dass, wie schon in den Jahren zuvor, Strömungskritiker  hinausgeekelt oder ausgeschlossen werden, anstatt diese als wichtige Impulsgeber zu nutzen. Die Bindung zu der Bürgerschaft ging hierdurch verloren.

Anstatt die Menschen zum Widerstand gegenüber die Machenschaften einer einseitigen Regierung zu mobilisieren, streitet man über die ungeliebten Parteichefs Gesine Lötzsch und Klaus Ernst. Über den Sinn einer nicht mehr existierenden Berliner Mauer und die Frage, ob man sich erheben soll, um Mauertote zu ehren. Man zankte über Israel und die Nahostpolitik, und die Linke musste sich fragen, ob sie Antisemiten in ihren Reihen duldet. Letztendlich folgte ein allzu freundlicher Geburtstagsbrief an Fidel Castro.

Warum wird nicht einmal eine Umfrage in der Bevölkerung gestartet um so zu ergründen wieviel Prozent der Bevölkerung diese Themen für wichtig hält? Was auch immer die Linke anfasste, es verwandelt sich in ideologischen Mist. Jetzt auf dem Höhepunkt ? Der Auseinandersetzung begibt man sich auf die Suche nach Notnägel für die Positionen der Vorsitzenden. Die genannten Lafontaine wäre dann 70 und Gysi 65 Jahre alt. Was für ein Zeichen für eine Partei, die gerne behauptet, sie sei eine bunte Truppe!

Die Linke wird eben nicht als Partei, sondern höchstens als ein Sammelbecken von Strömungen und Grüppchen, die einander nicht den kleinsten Erfolg gönnen, wahrgenommen. Sie ist bei Licht betrachtet als politischer Impulsgeber völlig unbrauchbar. Deutschland, Europa und die Welt stecken in allergrößten Finanzkrisen, Menschen fürchten um den Euro, ihr Sparbuch und ihre Zukunft, die Löhne fallen ins Bodenlose, die Renten sinken und die Altersarmut steigt gewaltig an und Merkels schwarz-gelbe Regierung taumelt durchs Tagesgeschäft – und die Partei für mehr Gerechtigkeit die Linke?

Die Partei jammert und stellt enttäuscht fest, dass sie nicht gebraucht wird, die Umfragewerte sinken und die Bürger drehen ihr den Rücken zu. Warum sollten sie auch Politikern vertrauen, die ständig vordergründig davon reden, wie wichtig Inhalte sind, und letztendlich nicht einmal in der Lage sind die eigene Basis zu mobilisieren.

Da schielen viele neidisch auf die Grünen, die klein anfingen und in der rauen Wirklichkeit zur funktionierenden Partei wurden. Mit Sicherheit nicht immer zur vollsten Zufriedenheit eines jeden einzelnen. Eine Partei aber, die den scharfen Streit und unterschiedliche Lager kennt und nicht mit Ausschlüsse regiert,  Fundis und Realos aber am Ende einheitliche Beschlüsse fassen können – und sich großenteils dann daran hält.

Bei den Linken ist alles anders. Hier rasen die verschiedensten Richtungslehrer Vergangenheits besessen durch die Verirrungen und Wirrungen der Geschichte um aus selbst bezogenen Ergebnissen ihren Sinn des Lebens anderen ein zu hämmern. Dabei mag das Lesen von Geschichten zwar sehr interessant sein, reicht aber bei weitem nicht aus, einem Durchschnittsbürger den Magen zu füllen. So haben wir es mit reinem Sammelsurium an Personen zu tun das nicht einmal weiß, ob es irgendwo mit regieren soll oder nicht. Das nicht weiß, ob die SPD Partner ist oder böser Feind.

Hinter den ewigen Personalquerelen stecken ja in Wahrheit Richtungsstreitereien. Die einen versuchen, die anderen auf den eigenen Kurs zu zwingen. Eine Partei, die ein geschlossenes Bild abgibt und begreifbar funktioniert, wird die Linke so nicht werden.

Sie hat die Wahl: Endlich Partei werden oder in die eigenen Bestandteile zerfallen.

Quelle: Blätter >>>>> weiterlesen

IE

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Autobahnabgabe

Erstellt von UP. am 7. Oktober 2011

Einfach Klasse! Das nennt sich “Teilhabe”. Runter mit dem asozialen Pack von der Autobahn. Freie Fahrt für Daimler, BMW & Co.
Mit der erneuten Forderung dieses chaotischen Verkehrsministers nach einer Autobahnabgabe - schade, dass er keinen Doktortitel hat - offenbart sich erneut die Ratlosigkeit des Hosenanzuges, der offensichtlich mit der Bestimmung der Richtlinien der Politik wieder einmal völlig überfordert ist.

Der deutsche Michel allerdings, dieses Tränentier, wird’s schon schlucken! Was muss denn noch alles passieren, dass das westdeutsche Volk endlich auch einmal kapiert, dass es das Volk ist!?

Pkw-Mautantrag auf Parteitag
CSU schickt Autofahrer auf die Verliererstraße

ADAC: Für Geringverdiener wäre eine Maut ein K.O.-Schlag

München (ots) - Der heute auf dem CSU-Parteitag eingereichte Antrag auf Einführung einer Pkw-Maut in Deutschland ist nach Meinung des ADAC unsozial, ungerecht und verkehrspolitisch falsch. ADAC Präsident Peter Meyer: “Die CSU trägt den sozialen Anspruch im Namen und rühmt sich, die Partei der kleinen Leute zu sein. Jetzt sollen gerade Pendler und Geringverdiener zusätzlich belastet werden. Stattdessen müsste die Politik die Abgabenbelastung senken!”

Laut dem Automobilclub würden bei einer Pkw-Maut deutliche Mehrkosten auf die Autofahrer zukommen. “Bei der CSU ignorieren die Mauttreiber offensichtlich bewusst, dass die deutschen Autofahrer ohnehin seit Jahren finanziell übermäßig durch den Staat belastet werden. Eine weitere Gebühr würde für die individuelle Mobilität vieler Menschen den K.-o.-Schlag bedeuten”, so Meyer. Der ADAC hat festgestellt, dass die deutschen Autofahrer schon heute eine Abgabenlast von durchschnittlich 900 bis 1 000 Euro jährlich tragen müssen. Die unsinnige Autobahnvignette würde diese finanzielle Belastung um weitere zehn Prozent anwachsen lassen.

Der Hinweis im aktuellen CSU-Antrag, dass auch ausländische Pkw-Fahrer für die Nutzung der deutschen Autobahnen bezahlen sollen, beruht nach Angaben des ADAC auf bewusst falschen Annahmen. Wie aktuelle Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigen, decken ausländische Pkw-Fahrer schon heute über die Mineralölsteuer, die beim Tanken in Deutschland fällig wird, die von ihnen verursachten Infrastrukturkosten voll und ganz ab. ADAC Präsident Meyer: “Mit dem Thema ‘Ausländer’ will die CSU Neid schüren und die Hoheit über die Stammtische zurückerobern. Fest steht: Holländer, Franzosen oder gar Österreicher können das marode deutsche Straßennetz nicht sanieren.

[Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unseren Artikel von 15.09.2011]

In ihrem Antrag verspricht die CSU zwar Kompensationen für deutsche Autofahrer - sie verschweigt jedoch bislang, wie diese aussehen sollen. “Solche Versprechen sind nichts als heiße Luft”, sagt Meyer. “Offensichtlich wollen der in arge Bedrängnis geratene Seehofer und seine Berater bei der CSU nicht begreifen, dass es das EU-Recht gar nicht zulässt, nur ausländische Gäste zu belasten und deutsche Autofahrer von Mehrkosten freizustellen.”

Der ADAC spricht sich für eine unbedingte Beibehaltung des bisherigen Systems der Pkw-Abgaben in Deutschland aus, die aus einer fahrleistungsabhängigen Energiesteuer und aus einer fahrleistungsunabhängigen Kfz-Steuer bestehen. Damit wird eine volle Deckung der verursachten Infrastrukturkosten sowohl durch inländische als auch durch ausländische Straßennutzer sichergestellt.
Quelle: ADAC-Presseerklärung

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10 Jahre Afghanistan :

Erstellt von DL-Redaktion am 7. Oktober 2011

Zeit, das Richtige zu tun

Eine Pressemitteilung der Medico International.

Europaweiter Aktionstag entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen am 07. 10. 2011

Anlässlich des zehnten Jahrestages des Kriegsbeginns in Afghanistan beteiligt sich die sozialmedizinische Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international am 7. Oktober an einem europaweiten Aktionstag entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen. Als Solidaritätsbekundung mit der afghanischen Bevölkerung wird um 11 Uhr am Brandenburger Tor in Berlin ein Drachen mit der Aufschrift “10 Jahre Afghanistan: Zeit, das Richtige zu tun” aufsteigen.

medico-Geschäftsführer Thomas Gebauer erläutert: “Der Afghanistaneinsatz ist auf ganzer Linie gescheitert. Nun sind eine schonungslose Analyse und ein ernsthafter Strategiewechsel notwendig. Eine radikale Umkehr in der Afghanistan-Politik muss die Lebensbedürfnisse der einheimischen Bevölkerung in den Mittelpunkt rücken. Frieden, das ist die Lektion, die aus Afghanistan zu lernen ist, basiert nicht auf militärischer Stärke, sondern auf dem Vertrauen der Menschen und einem glaubhaften Bemühen um soziale Gerechtigkeit. Die Konzentration auf militärische Lösungen hat aber den zivilen Aufbau blockiert.”

Bereits im November 2001 warnte medico international mit dem internationalen Aufruf “Für ein sofortiges Ende des Krieges gegen Afghanistan” vor dem “Risiko eines noch größeren militärischen, moralischen und politischen Desasters”. Im Aufruf, der zahlreichen Nobelpreisträgern, Schriftstellern, Menschenrechtlern und Wissenschaftlern unterzeichnet wurde, hieß es weiter: “Künftig wird der Westen noch weniger als bisher mit seinem Besten, mit Demokratie, Rechtsstaat und Wohlstand, sondern nur noch mit seinen Schattenseiten, mit Respektlosigkeit, Willkür und Gewalt identifiziert werden.”

IE

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