Der Vorsitzende der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW Matthias Jochheim erklärt zum Anti-Kriegstag am 1. September 2011:
Das Nein der Bundesregierung zur Teilnahme am Krieg gegen Libyen haben wir begrüßt. Der Krieg der NATO zielte von Anfang an auf den Sturz des libyschen Machthabers Gaddafi. Statt dem „Schutz der Zivilbevölkerung“ standen wirtschaftliche und strategische Ziele im Vordergrund. Jahrelang haben Deutschland und andere europäische Staaten mit dem autoritären Regime zusammen gearbeitet und Waffen geliefert. Wie die Stuttgarter Nachrichten heute berichten, wurden in Gaddafis Waffenarsenalen G36-Gewehre aus deutscher Produktion entdeckt. Wir fordern die Bundesregierung zu einer Erklärung auf, wie die Heckler & Koch-Waffen nach Libyen gelangt sind.
Die langfristigen Folgen der Parteinahme der NATO zugunsten der Rebellen in Libyen sind noch gar nicht absehbar. Krieg geht immer mit schweren Menschenrechtsverletzungen einher: viele Zivilisten sind den Bombenangriffen der NATO zum Opfer gefallen. Häuser, Schulen, Versorgungszentren, Krankenhäuser, Rundfunkstationen und andere Infrastruktureinrichtungen wurden zerstört. Die humanitäre Lage in Tripolis ist dramatisch.
Diktaturen und autoritäre Regime, die Menschenrechte mit Füßen treten, zählen auch weiterhin zu den Empfängern deutscher Rüstungsgüter. Einer der größten Abnehmer deutscher Waffenlieferungen ist der NATO-Partner Türkei. Ungeachtet des brutalen Vorgehens der türkischen Militärs in den kurdischen Gebieten genehmigte Deutschland in den Jahren 2006, 2007 und 2008 Rüstungsexporte in Höhe von 500 Millionen Euro dorthin. Im Jahr 2009 lieferte die Bundesregierung Leopard-Panzer im Wert von 12,95 Millionen Euro. ThyssenKrupp Marine Systems beabsichtigt laut Pressemitteilung vom Anfang Juli die Lieferung von sechs U-Boot-Materialpakete vom Typ U 214 im Wert von 2 Milliarden Euro an die Türkei – wohl kaum ein Beitrag für Frieden und Entspannung im Mittelmeerraum.
Im türkisch-kurdischen Konflikt sind bisher rund 40.000 Menschen ums Leben gekommen, zahllose Dörfer in den kurdischen Gebieten wurden zerstört oder vermint. Zwar hat Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan eine „kurdische Öffnung“ angekündigt, doch die Menschenrechtslage der Kurden ist nach wie vor katastrophal. Täglich gibt es Berichte über militärische und polizeiliche Gewalt gegen die Menschen dort.
72 Jahre nach Beginn des 2. Weltkriegs ist das Versprechen der UN-Charta noch immer nicht einge-löst: die Geißel des Krieges zu überwinden. Fast ununterbrochen wurden seit 1945 weitere Kriege geführt. Heute erleben wir neue Eskalationen der Gewalt und neue Aggressionskriege. Die Geschäfte der Waffenindustrie bereiten den Boden für immer neue militärische Konfrontationen. Statt Waffenexporte zu genehmigen, die neue Kriege führbar machen, fordern wir die deutsche Bundesregierung auf, Rüstungsexporte zu stoppen und sich für die Stärkung präventiver Konfliktbearbeitung und von Krisenhilfe-Initiativen der UNO einzusetzen. Diplomatie und politische Lösungen müssen endlich an die Stelle kriegerischer Gewalt treten.
Pressekontakt: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin - www.ippnw.de
Da holpert und poltert es nun wirklich an jeder Ecke dieser Linken Partei. Nachdem es im besonderen in der letzten Zeit um den Landesverband NRW etwas ruhiger geworden war, knirscht und kracht es jetzt wieder an vielen Ecken. Zeigte sich so MDB Remmers noch in der letzten Woche von der kapitalistischen Seite konnte wir heute bereit über ihre Neigung zur SED und Stasi berichten.
So erhielten wir denn auch heute die Nachricht aus Witten, das sich dort die Fraktion des Stadtverbandes zerlegt hat. Einen Verband in den immerhin die Vorsitzende des Landes NRW Katharina Schwabedissen zu Hause ist. Die WAZ weiß über die Auflösung der Fraktion am letzten Wochenende zu berichten. Die aus der Fraktion ausgetretenen Mitglieder Jürgen Wolf und Gabriele Gramckow haben die neue Fraktion “Basisdemokratische Linke im Rat der Stadt Witten“ gegründet. Unüberbrückbare Differenzen und charakterliche Defizite veranlassten sie die alte Ratsfraktion zu verlassen.
Auch die Fraktion aus Witten reiht sich nun in die schier endlose Kette von Fraktionsauflösungen sei es nun in Stadt oder Kreis des Landes NRW ein. Diese Auflösungen werden zunehmen, da zu den nächsten Wahlen mit einem enormen Rückgang der Linken Bundesweit zu rechnen ist und so der erneute Einzug in irgendwelche Parlamente als unwahrscheinlich gilt.
Diese Probleme waren im Westen der Republik absehbar und wurden vielfach angekündigt, da die jungen Wurzeln in Form bestehender Strukturen gewaltsam zerschlagen wurden, um gewissen Gruppierungen Platz zu machen. Damit wurden Bindungen zur Bevölkerung zerschlagen und die Partei hat sich selber unglaubwürdig gemacht.
So fragt dann auch der Journalist Bernd Kassner in seinen Kommentar und wir zitieren: “Wer ist denn jetzt eigentlich „Die Linke“ im Rat? Diese Polit-Sektiererei schwächt den ohnehin geringen Einfluss der Partei im Rat weiter, Sie macht die Mini-Fraktion für kommunale Entscheidungen vollends irrelevant - und vielleicht auch für die nächste Wahl”.
Quelle: WAZ >>>>> weiterlesen
Wie in einem Teil der Presse heute Morgen gemeldet wird wollen 30 linke Parlamentarier den von Gysi ausgesprochenen Anzeigestopp boykottieren. Auch MDB Ingrid Remmers hat nach Aussage der TAZ einen von Sevim Dagdelen initiierten Aufruf mit unterschrieben.
Zum Boykott gegen die Zeitung “junge Welt”, deren Chefredakteur Arnold Schoelzel bis heute rechtfertigt das er zu DDR Zeiten Oppositionelle an die Stasi verriet, war nach einen skandalösen Danksagungsartikel an den Mauerbau von Gysi aufgerufen worden.
Das MDB Ingrid Remmers von der Zeitung als eine Gemäßigte bezeichnet wird ist ein Hinweis darauf, dass es dieser Person bislang gelungen ist sich erfolgreich im Hintergrund des politischen Tagesgeschäftes zu verkriechen. Hörte man doch überwiegend nur etwas, wenn sie wieder einmal auf Reisen in die Türkei unterwegs war.
Erst in der letzten Woche wusste die WAZ über eine gerichtliche Auseinandersetzung mit einem ihrer Angestellten vor dem Arbeitsgericht in Gelsenkirchen zu berichten, welches für uns Anlass war in einen Artikel über “Linke Arbeits-Verhältnisse” zu schreiben.
So stellt sie sich uns denn heute wieder einmal so dar, wie wir sie kennen. Als eine der vielen “echten” Linken in dieser Partei. Mit einem Bein wird im Kapitalismus privat mitgenommen was die Hände gerade noch raffen können, mit dem anderen Bein votieren sie für den Sozialismus. Wie sagt man: Ich Sekt-du Selters.
Frau Remmers wurde in NRW bekannt als sie nach dem Zusammenschluss der beiden Parteien WASG und PDS als Reisende im Duo mit dem Hütchenspieler Günter Blocks, seiner Zeit Geschäftsführer der Linken NRW, wie eine Heimsuchung in viele Kreisverbände einfiel. Seit dieser Zeit geistern viel Aussagen nicht nur als Vorwürfe über Delegierten Manipulationen und viele weitere Schweinereien durch das Land.
Als sogenannte Wanderdame ist sie auch heute noch sehr umtriebig in drei Wahlkreise unterwegs. Irgendwo müssen ja auch schließlich die Stimmen für demnächst anstehende Listenaufstellungen vor den nächsten Wahlen herkommen. Ihre politischen Aussagen? Aus den Kreisen ist im allgemeinen zu hören, das sie zumindest, um hier einem Sprichwort zu folgen “vom Tuten keine Ahnung habe”.
Im übrigen war Ingrid Remmers zu der Zeit Mitglied in der Gruppierung der “Sozialistischen Linke” wofür auf den besagten Rundreisen auch kräftig missioniert wurde.
Hier der Zeitungsartikel:
Parteilinke boykottiert Gysi
Das Fundi-Blatt junge welt (jw) bekommt Unterstützung aus der Bundestagsfraktion der Linkspartei. Fraktionschef Gregor Gysi hatte nach einer aggressiven Eloge des Blattes auf den Mauerbau (”Danke für 28 Jahre Bildung für alle”) angekündigt, dass die Fraktion keine Anzeigen mehr auf der website der jw schalten wird.
Junge Studenten der Theaterschule des Freedom Theatre aus dem palästinen-sischen Flüchtlingslager Jenin gehen im September und Oktober 2011 auf Tournee durch Deutschland. Sie führen die Performance “Sho Kman?” (Deutsch: Was noch?) auf, in der junge Palästinenser erkunden, wie Besatzung und Gewalt sich nach innen kehren und in einem brutalen endlosen Teufelskreis aus Fallen und Unterdrückung münden.
Diesem Teufelskreis der Gewalt ist auch Juliano Mer Khamis zum Opfer gefallen. Am 4. April 2011 wurde er direkt vor dem Theater, das er gegründet und geführt hatte, ermordet. Noch sind die Mörder nicht gefasst, und Flugblätter kursieren, die gegen das Freiheitstheater hetzen. Doch seine Gefährten setzen weiter auf die Ausstrahlungskraft des Theaters. “Sho Kman” ist ein Zeichen für ihre Entschlossenheit weiterzumachen, gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit eben jener Realität, die in dem Mord an Mer Khamis kulminierte.
Unterstützung finden sie bei namhaften Theaterschaffenden, die zusammen mit medico dazu aufrufen, das Theater zu unterstützen als “einen Ort der künstlerischen und politischen Freiheit”, das für “grenzüberschreitende Solidarität im Zeichen der Besatzung” steht.
Das Programm
SHO KMAN? - Was noch?
“Sho Kman” ist eine fiktive Performance, in der Eindrücke junger Palästinenserinnen und Palästinenser von der Welt, die sie umgibt, verborgen sind. Erkundet wird, wie Besatzung und Gewalt sich nach innen kehren und dort zum Chaos führen kann. Freundschaften und Familien werden zerstört, ebenso wie Gesellschaft und Staat. Es geht um einen brutalen endlosen Teufelskreis aus Fallen und Unterdrückung. Die Zuschauer folgen Träumen und Wünschen, Befürchtungen und Ängsten, dem Verbotenen und dem Verheimlichten.
“Wie sieht die Zukunft in einem Käfig aus? Wie kannst du Gefühle ausdrücken, wenn du nicht weißt, mit wem du sie ausdrücken kannst? Was bedeutet es, an einem Ort aufzuwachsen, an dem andere deine Zukunft immer kontrollieren? Ein Ort, an dem die Schwachen keinen Platz in der Gesellschaft haben und der einzige Weg zu überleben ist, Stärke zu zeigen? Wer sind wir?”
Die Performance nimmt das Publikum mit durch die Widersprüche der Realität in Jenin und in den Lebensrhythmus, der jungen Palästinensern, die im Flüchtlingslager von Jenin, der Stadt und den Dörfern leben, die Frage aufzwingt: Wer sind wir?
Ein wichtiger Meilenstein im Kampf, sich von den vielen Ketten zu lösen, die sie umschließen. - Mit dem Ziel, sich zu befreien. Die Performance basiert auf intensiver Körpersprache und zeigt ohne viele Worte Charaktere und Situationen des täglichen Lebens und der Geschichte Palästinas. Das Stück wurde für ein internationales Publikum entworfen.
Gespielt von Studenten von The Freedom Theatre
Idee & Regie: Nabeel Al Raee & Zoe Lafferty
Choreografie: Miceale Miranda
Licht Design: Mohammed Sadi
Sound-Design: Zoe Lafferty
Im Anschluss an die Aufführung hat das Publikum die Möglichkeit mit Schauspielern und Regisseuren über das Gezeigte zu diskutieren.
Die Tourneedaten / Kartenreservierung siehe <HIER>
Bildungspaket-Eilklage:
8 Wochen nach Antrag erste Reaktion vom Jobcenter
und – trotz Erklärung der Rechtswidrigkeit durch die Bundesagentur für Arbeit - Androhung vollständiger Streichung von Leistungen
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Acht Monate nachdem das Bundesverfassungsgericht den Kindern das Grundrecht auf „Teilhabe“ als „unverfügbar“ und mit „Garantie“ zugesichert hat, ist dies auch für die Antragstellerin in dem am 17. August bei einem Sozialgericht eingereichten Eilverfahren immer noch nicht in Sicht. Denn erst mal pocht jetzt - 8 Wochen nach Antragstellung - die Behörde auf die so genannte „Mitwirkungspflicht“. Die lautet: 4 Zusatzanträge, 4 Teilnahme-Bestätigungen von Schule und anderen, zahlreiche Zahlungsnachweise, Dokumentation von Zeugnissen, Schulnoten und „blauem Brief“, 4 Anbieter-Konto-Angaben, Vertrag mit dem Mittagessen-Anbieter, Freistellung von Datenschutz gegenüber Jobcenter, Jugendamt, Kita, Schule, Sportverein, Musik- und Nachhilfelehrer sowie eine Selbstauskunft des Nachhilfelehrers. Bis zur Abgabe plant die Behörde schon mal einen weiteren Monat ein – Bearbeitungszeit nicht mitgerechnet. Das Jobcenter scheint wenig zu interessieren, dass bis dahin bereits ¾ des Jahres der Kinder-Grundrechts-Garantie verstrichen sind.
„Un-verfügbares Kinder-Grundrecht heißt für die zur Umsetzung des sog. Bildungspakets verpflichteten Jobcenter offensichtlich nicht verfügbar,“ stellt Hartz4-Plattform Sprecherin Brigitte Vallenthin empört fest. „Anders lassen sich die unüberwindbaren Hürden, die die Verwaltungen davor auftürmen, nicht erklären. Hier wird nicht – im Sinne des Bundesverfassungsgerichts-Urteils vom 09.02.2010 - ein Grundrecht verwirklicht. Hier wird ein Grundrecht systematisch verweigert“.
In den Bildungspaket-Antrag einer Alleinerziehenden ist erst in dem Moment Bewegung gekommen, als der von der Hartz4-Plattform unterstützte Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz beim Sozialgericht eingegangen war. Eine Woche später nämlich erhielt die Antragstellerin vom Jobcenter eine „Aufforderung zur Mitwirkung“. Die hat es allerdings in sich.
Für zwei Tagesausflüge im zurückliegenden Schuljahr solle
1.die Schulleitung eine Bestätigung ausstellen,
2.mitteilen, mit welchem Datum die Eltern darüber informiert worden waren,
3.den Namen des Klassenlehrers, der Klassenlehrerin benennen,
4.eine telefonische Kontaktmöglichkeit angeben und
5.eine Bankverbindung der Schule mitteilen, auf die die Leistung überwiesen werden solle.
6.Außerdem solle Nachweis für selbst bereits geleistete Zahlungen erbracht werden.
Für mehrtägige Klassenfahrten
ist derselbe Anforderungskatalog zu belegen – zusätzlich noch mit Dokumentation der Einzelpositionen für die Gesamtkosten, und zwar:
„1. Verpflegung, 2. Hin- und Rückfahrt, 3. Besichtigungen und kulturelle Veranstaltungen, 4. Taschengeld.“
Für Nachhilfe
will das Bildungspaket offensichtlich nicht im pädagogisch sinnvollen Moment unterstützen – dann nämlich, wenn Anschub-Hilfen bereits bei noch guten Leistungen vorbeugend und motivierend sinnvoll sind. Der Voraussetzungs-Katalog setzt hier erst in dem Moment ein, wo das Kind schon in den Brunnen gefallen und die Motivation er Schülerinnen und Schüler bereits im Keller ist.
Ein Lernförderungs-Bedarf könnte sich danach begründen, wenn
1.„zwei Klassenarbeiten aus dem laufenden Schuljahr im selben Fach mit den Noten „mangelhaft“ oder eine Klassenarbeit mit der Note „ungenügend“ vorliege,
2.„eine Benachrichtigung der Schule über eine Versetzungsgefährdung (so genannter „blauer Brief“)“ zugestellt worden sei,
3.sich ein „Hinweis auf dem Halbjahreszeugnis über eine Versetzungsgefährdung“ befände,
4.„Krankheit bedingte Nicht-Teilnahme am Unterricht für eine Dauer von sechs Wochen oder mehr“ nachgewiesen werde oder
5.im „besonderen Einzelfall (z.B. Vorbereitung für die Nachprüfung)“ notwendig sei, gegenüber dem Jobcenter „näher begründet“ werden müsse.
Wenn Kinder bereits Lernförderung erhalten hätten, könne ein Folge-Antrag gestellt werden
1.„nur wenn die Höchstförderung von 35 Stunden noch nicht erreicht wurde“.
2.Dafür „benötigt“ die Jobcenter-Verwaltung „die letzten drei Zeugnisse“ sowie
3.„eine Bescheinigung der Einrichtung bzw. Person, wodurch die Durchführung der Lernförderung sowie die regelmäßiger Teilnahme daran bestätigt wird.“
Bei der Schule müsse beantragt werden, zu bescheinigen,
1.„dass die Lernförderung zusätzlich erforderlich ist, weil sie von der Schule“ nicht „gewährleistet werden kann,“
2.solle die Schule bescheinigen, ob „ein Antrag auf Hilfen zur Erziehung (…) gestellt“ wurde,
3.einen „Vorschlag“ für die Lernförderung machen sowie
4.„bestätigen, dass die Lernförderung geeignet ist, um die (…) wesentlichen Lernziele (wie Versetzung in die nächste Klassenstufe, Erreichen des Schulabschlusses) zu erreichen“.
In dem Zusammenhang stellt sich auch bereits die juristische Frage, wer im Nachhinein für die Kosten haftet, wenn dieses sog. Lernziel nicht, bzw. nicht im ersten Anlauf erreicht wird und – wie bereits geschehen - Sozialgerichte in dem Falle die Rückerstattung der Kosten von den Eltern fordern.
5.Dann folgt die Aufforderung zu mehrere Freigaben des Datenschutzes
- für die Schule gegenüber dem Jobcenter, verbunden mit der Einwilligung, „dass die Schule
auf Verlangen die entsprechenden personenbezogenen Daten (Zeugnisse, Klassenarbeiten,
sonstige Leistungsnachweise) zur Verfügung stellt.“
- Für das Jugendamt gegenüber dem Jobcenter, das ggf. „Auf Verlangen Angaben
bestätigen“ solle.
- Und dem angeforderten Einverständnis, „eine Kopie des Bewilligungsbescheides an den
Anbieter der Lernförderung zu senden“ ohne das der unterzeichnende Antragsteller weiß,
welche personenbezogenen und zu schützenden Sozialdaten dieser Bescheid enthält.
- Obendrein der Warnhinweis, dass auch das Finanzamt kontrollieren könne und zwar mit
der geforderten Bestätigung, man „habe den Anbieter der Lernförderung auf etwaige
steuer- und sozialversicherungsrechtliche Pflichten hingewiesen.“
Und es kommen noch weitere Hürden mit dem „Zusatzfragebogen Lernförderung“ hinzu:
1.„Name“ und „Anschrift“ des Nachhilfelehrers seien anzugeben und wenn der
2.nicht „von der Schule empfohlen“ worden sei, so müssten „selbst gesuchte Kräfte der Stadt (…) die erforderlichen Daten im Rahmen einer Selbstauskunft übermitteln.“
Abschließend zum Thema „Lernförderung“ erfolgt der „freundliche“ Hinweis:
„Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass trotz Anforderung der Zahlungsbelege noch keine Entscheidung über eine mögliche Bewilligung getroffen wurde.“
Für die Mittagsverpflegung wird abermals St. Bürokratius heftig bemüht.
1.ist die „regelmäßige“ Teilnahme „am gemeinschaftlichen Mittagessen“ zu bestätigen.
2.werden „die jeweiligen vertraglichen Vereinbarungen mit dem Anbieter des Mittagessens“ sowie
3.die „Kostennachweise“ verlangt und
4.obendrein wieder die Unterschrift unter mehrere Freigaben von Datenschutz:
- gegenüber der „Schule“,
- dem „Träger“ - von dem wohl kein Unterzeichner weiß, wer das ist und wem er seine
geschützten Daten zukommen lassen soll sowie
- dem „Caterer“ - mit Sicherheit ein Unternehmen, das an keinerlei Schweigepflicht
gebunden ist.
5.Wird schließlich verlangt, man solle nachweisen, ob man am NRW-Programm „Kein Kind ohne Mahlzeit“ teilnimmt. Auch dieses enthält bereits eine noch ungeniertere Datenschutz-Freistellung – nämlich die, „dass ich mit der Offenlegung der Bedürftigkeit an den Träger der Mittagsverpflegung einverstanden bin.“
Für die Schüler-Monatskarte sei
1.ein „Bewilligungs- bzw. Ablehnungsbescheid (…) bezüglich der Schülerbeförderungskosten“ bei einer sog. „Bildungsholding (ehemals Schulamt)“ einzuholen.
2.Wo der in eine Monatskarte umgewandelt werden kann, verrät das Schreiben des Jobcenters allerdings nicht.
Für Sportverein, Musikunterricht und Freizeit sollen jeweils
1.ein „Nachweis über die Kosten“,
2.ein „Nachweis, dass die Kosten bereits durch Sie gezahlt wurden“ sowie
3.die „Bankverbindung des Leistungsanbieters“ vorgelegt werden -
verbunden mit dem „freundlichen“ Hinweis:
„Ich mache Sie bereits jetzt darauf aufmerksam, dass im Bereich der Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben lediglich ein monatlicher Betrag in Höhe von max. 10 Euro gewährt werden kann. Es ist daher nicht möglich, beispielsweise 10 Euro für einen Sportverein und parallel dazu 10 Euro für Musikunterricht zu gewähren.“
Der gesammelte Diskriminierungs-Katalog endet mit
„Bitte beachten Sie: Haben Sie bis zum genannten Termin nicht reagiert oder die geforderten Unterlagen nicht eingereicht, können die Leistungen ganz versagt werden, bis Sie die Mitwirkung nachholen.“
Es ist ein Skandal, findet die Hartz4-Plattform, wie hier mit Existenzverlust gedroht wird, um Datenschutz-Aufhebungen und diskriminierende Nachweise einzutreiben. Denn dieser Satzbaustein aus der Amtspost entspricht exakt dem bereits Anfang August im Zusammenhang mit dem Jobcenter Berlin von der Bundesagentur für Arbeit als „rechtswidrig“ zurückgewiesenen.
„Für uns als Bürgerinitiative stellt sich die Frage: Kann das Kinder-Grundrecht auf Bildung und Teilhabe als Bestandteil ihres „menschenwürdigen Existenzminimums“ - so wie es das Bundesverfassungsgericht mit seinem Urteil vom 09.02.2010 festgeschrieben hat - mit dem vermeintlichen Anspruch einer sog. Mitwirkung aus dem Sozialgesetzbuch „versagt werden? Die Antwort kann nur lauten: NEIN!“ stellt Brigitte Vallenthin fest.
Wiesbaden, 30. August 2011
– Brigitte Vallenthin
Presse
Hartz4-Plattform
keine Armut! - kein Hunger! - kein Verlust von Menschenwürde!
Bürgerinitiative für die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens
sowie die Information und Unterstützung von Hartz IV-Betroffenen
Er lohnt sich schon, der tägliche Blick in die Saarbrücker-Zeitung, gibt es doch in schöner Regelmäßigkeit das Neueste aus der Partei DIE LINKE zu lesen und zu bestaunen. Stand dort in der letzten Woche endlich einmal das Thema Nr. Eins wirklich ganz oben auf der Agenda: Kostenlose Schwangerschafts - Verhüterli für das Prekariat, -im übrigen ein Uralt Traum von Frau von der Leyen: Kinder nur für Reiche! Diese Woche beschäftigt sich die Fraktion im Landtag nun mit dem Wind.
Als Mitbringsel ein frischer Wind von der Küste aus Rostock durch Oskar, da genau dieser so dringend auch im Saarland benötigt wird. Oder geht es hier wieder einmal um die unkontrollierten Winde welche besonders im Saarland in schöner Regelmäßigkeit durch LINKE Räume streichen? Aber wollen wir korrekt bleiben es geht ja nicht nur um den Wind, sondern auch um die dazu passenden Räder und verspargelte Landschaften. Mit dieser Aussage wissen wir jetzt endlich was DIE LINKE, wenigstens die im Saarland nicht will: Keinen Atom- keine Kohle- ja und jetzt nach Möglichkeit auch keine Windräder. So bleibt zu vermuten das die Partei das gleiche will wie wir 500 km weiter nördlich auch: Den Strom aus der Steckdose aber wie er dort hineingelangt scheint zumindest den LINKEN im Saarland so ziemlich S…..-egal zu sein.
Die Kommunen seien in ihrer fachplanerischen Kompetenz schlicht überfordert weiß die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion Frau Dagmar Ensch-Engel zu berichten. Mag sie dieses Wissen von eine ihrer Reisen aus China mitgebracht haben? Der Bericht bringt die Windräder mit Spargel und Wildwuchs in Verbindung, Donnerwetter! Beim betrachten einer Stange Spargel kann ich allerdings keinen Wildwuchs erkennen. Sollte der Kopf auch ein wenig ausgeprägt sein, sieht er doch sehr ästhetisch aus.
Windräder können doch auch ansonsten besonders für DIE LINKE sehr vorteilhaft sein, könnte man doch mit ihnen auch andere Gerätschaften antreiben. Wie zum Beispiel Häcksler. Sie kennen keine Häcksler? Also, in einen Häcksler zerkleinert man Zweige, Äste oder auch ganze Bäume, je nach Gerätegröße. Was man oben hineinschiebt kommt unten als Kleinzeug wieder heraus. Dieses wird auf Blumenbeete oder Naturwege verteilt und hält so das Unkraut fern. DIE LINKE im Saarland hat doch ein großes Entsorgungsproblem bei den vielen Parteiausschlüssen. Von Heute auf Morgen wäre Ruhe im Laden. Man brauchte nur noch einmal ausschließen und bekäme diese Mitglieder nicht immer wieder von Berlin erneut aufs Auge gedrückt.
Hier der Bericht:
Linke: Windräder verspargeln die Landschaft
Gegen die “Verspargelung der Landschaft mit Windrädern” hat sich gestern die Linksfraktion im Saar-Landtag ausgesprochen. Bei der Ausweisung von Flächen für rund 700 Windräder im Saarland, wie es der Masterplan Energie vorsehe, seien die Kommunen mit ihrer fachplanerischen Kompetenz schlicht überfordert, sagte die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, Dagmar Ensch-Engel. Im bisher noch gültigen Landesentwicklungsplan seien Vorranggebiete für Windkraftanlagen mit dem Argument ausgewiesen worden, landschaftsarchitektonische und -ästhetische Konzepte seien zu berücksichtigen, um “Wildwuchs von Windkraftanlagen” zu vermeiden. “Diese Vorgaben sollen nun ausgehebelt werden. Das ist schlichtweg unverantwortlich”, so Ensch-Engel. Umweltministerin Simone Peter (Grüne) ist hingegen “zuversichtlich, dass Solar-, Wind- und Biomasseanlagen im Saarland von der Bevölkerung akzeptiert und verstärkt unterstützt werden”.
Von der großen Politik nahezu unbeobachtet schlossen sich in den letzten Jahren verschiedene Netzwerke zu einer Initiative unter den Namen “Recht auf Stadt” zusammen.
Dabei ist “Das Recht auf Stadt” kein Recht im bürgerlichen Sinne, das man vor einem Gericht einklagen könnte. Jeder hat ein Recht auf Stadt, unabhängig von seinem sozialen Status, seiner Nationalität oder von dem, was er im Portemonnaie hat. Es ist ein Recht, das sich jede/r nehmen kann, indem er oder sie für eine soziale Stadt kämpft.
Hier nur ein Beispiel um zu sehen, dass nicht alle den gleichen Zugang zu ihrer Stadt haben. Ein Blick ins Hamburger Schanzenviertel genügt. Wer dort in der Susannenstraße über den Gehweg – den so genannten „Bürgersteig“ - gehen will, der hat Probleme, da die ganzen Restaurants und Cafes zunehmend in den öffentlichen Raum expandieren und sich hier ungefragt ihr Recht auf Stadt nehmen. Hier darf nur sein, wer konsumiert und alle anderen haben bitteschön aus dem Weg zu gehen. Auch die Möglichkeiten für einen freien Zugang zur Elbe sind heute rar geworden.
Allenfalls gibt es noch kleine Sichtfenster zwischen den Bürogebäuden und Eigentumswohnungen. Bei dem „Recht auf Stadt“ geht es darum, dass alle Menschen, die in einer Stadt leben, das Recht haben sollen zu entscheiden, wie das städtische Leben gestaltet werden soll. Derzeit werden diese Entscheidungen nur von einigen wenigen gefällt: von der Politik, den Stadtentwicklern, den Investoren und einer kleinen Klasse von Wohlhabenden. Sie haben das Recht auf die Städte. Die verglasten Blöcke in der Hafencity und entlang der Elbe sind ihre zementierten Visionen von Stadt und nicht diejenigen aller BewohnerInnen.
Dieses sind Auszüge von der Webseite des Netzwerkes “Recht auf Stadt”.
Hier ein interessanter Bericht welcher sich mit diesem Thema beschäftigt.
Das Recht auf die Stadt
Unter dem Stichwort „Right to the City“ – „Recht auf die Stadt“ – konstituieren sich weltweit neue städtische Protestbewegungen, die gegen die neoliberale Hegemonie eigene Ansprüche an den städtischen Entwicklungen einfordern. In New Orleans fordern die Mieter der Sozialwohnungssiedlungen die Rückkehr in ihre preiswerten Wohnungen, in Madrid protestieren Sexarbeiterinnen und Bewohner gegen die Verdrängung aus ihrem Stadtteil Nachbarschaft, in Istanbul wehrte sich eine Roma-Nachbarschaft gegen den Abriss einer ganzen Siedlung, in kleineren deutschen Städten wie Wuppertal mobilisieren breite Bündnisse gegen das kommunale Spardiktat, und in Hamburg besetzten Künstler die letzten historischen Gebäude im Gängeviertel, um die Neubaupläne eines Investors zu verhindern. Doch so vielfältig die einzelnen Aktivitäten und Forderungen sind, es gab kaum einen städtischen Protest, der nicht auf die Parole „Recht auf die Stadt“ zurückgegriffen hätte.
Wie aber ist diese Attraktivität des „Rechts auf die Stadt“ zu erklären, und welche Potentiale birgt der Ansatz für städtische soziale Bewegungen?
Inhaltlich geht die Forderung auf den französischen Soziologen Henri Lefebvre zurück, der schon in den 1960er Jahren das „Recht auf die Stadt“ als ein „Recht auf Nichtausschluss“ von den Qualitäten und Leistungen der urbanisierten Gesellschaft konzipierte. In seinem programmatischen Text „Le droit à la ville“ von 1968 beschreibt Lefebvre die kapitalistische Stadt, insbesondere ihre sozioökonomische Segregation und die damit einhergehenden Entfremdungserscheinungen wie die „Tragik der banlieusards“, die in weit vom Zentrum entfernte „Wohnghettos“ vertrieben wurden. Vor diesem Hintergrund fordert er ein „Recht auf die Stadt“ als kollektive Wiederaneignung des städtischen Raums durch buchstäblich an den Rand gedrängte Gruppen.
Erstellt von Helga Runge-Dresden am 30. August 2011
Voll mit angespannten Erwartungen rannte ich kurz nach dem Fall der Mauer durch unseren sächsischen Wald. Von der Hitze in Schweiß gebadet merkte ich nach einiger Zeit dass ich mich verirrt hatte. Das Unterholz wurde immer dichter und langsam kam die Sorge in mir hoch, nicht wieder nach Hause zu finden. Da schimmerte plötzlich ein Lichtschein aus dem Dunkel. Wunderbar dachte ich, das wird der Waldrand sein. Als ich an der Lichtung ankam und stehen blieb, sah ich ein altes steinernes Haus. Es hatte keine Fenster und schimmerte von Moos umrankt in grünlichem Stein.
Wo bin ich nur? Was kann das sein? Die Neugierde überkam mich und ich trat näher an das Haus heran, um zu sehen, was hier im Wald versteckt lag.
Als ich näher kam, sah ich in dem Haus fünf Türen aus Eisen, die verschlossen waren. Sie waren schwarz gestrichen und die Griffe in Gold fein verziert.
Auf jeder Tür war ein großes Schild angebracht, was in verschiedenen Farben beschrieben war. Ich setzte meine Brille auf und las: „CDU“, „SPD“, „FDP“, „Die Grünen“, „DIE LINKE.“.
Da mir langsam kalt wurde und die Nacht hereinbrach überlegte ich, vielleicht doch eine Tür zu öffnen um zu schauen, was sich dahinter verbirgt. Ein merkwürdiges Gefühl machte sich in mir breit. Fesselnd ging ich auf die Türen zu, die sich nur auf einer Seite des Hauses reihten. Aber durch welche Tür sollte ich gehen?
Da ich ein sozialer Mensch bin und mich immer für den armen Bürger einsetze, lief ich wie von einem Magneten gezogen auf die Tür mit der Aufschrift „DIE LINKE. zu.“
Langsam griff ich zur Türklinke und öffnete sie. Ein knallig greller Lichtstrahl prallte mir entgegen und zog mich hinein. Meine Brille flog mir von der Nase und ich stolperte über etwas, was ich nicht definieren konnte. Ein großer Mann mit viel Muskeln fing mich auf und setzte mir die Brille wieder auf.
„Hey, du Bürger des Landes, was hat dich zu uns geführt?“ Fragte der Mann mit tiefer Stimme und einem mörderlichen Grinsen im Gesicht.
„Ich, ich, ich weiß nicht!“ Gab ich erschrocken von mir und zitterte am ganzen Leib.
„Hier bist du Bürger richtig. “Hier wollen wir den Kommunismus!“ Dröhnte er mir in die Ohren.
„Bei uns musst du Marx, Engels und Lenin lesen!“
„Lass mich in Ruhe!“ “Ich will Freiheit”
Schrie ich den Typen an, als ich mich gefangen hatte.
Er ließ mich los und ich stolperte immer weiter in das Innere hinein. Viele Typen rannten an mir vorbei. Die meisten hatten dicke Bücher unter dem Arm und grinsten mich an. Das Licht blendete mich immer noch und ich hatte Mühe, alles zu erkennen. Auf der eine Seite war Statuen zu sehen. Die bewegten sich in meine Richtung. Der Karl – Marx – Kopf nickte mir auf seinem Sockel zu. Lenin rauchte Pfeife und Stalin schnitt sich den Bart.
Um Himmels willen, wo bin ich hier nur hingeraten? Meine Gedanken kreisten im Kopf.
„Ich will hier raus!“ “Ich will meine Freiheit!”
Schrie ich wieder, denn langsam bekam ich Panik.
„Hier raus, ne mein Lieber, du bleibst bei uns. “Wir werden dir schon beibringen, wie wir in Zukunft leben werden.“
Kreischte eine ältere dünnliche Dame mit leicht bläulichem Haar.
Und immer wieder rannten Gestalten an mir vorbei.
„Hier machen wir den Sozialismus!“
„Wir bauen die Mauer wieder auf und du kommst mit!“
Ich hörte nur noch Schlagwörter wie:
„Deutsch- Sowjetische - Freundschaft!“
„So wie wir heute arbeiten, so werden wir morgen leben!“
„Volkssolidarität!“
„Freie deutsche Jugend!“
„Pioniere!“… usw.
„STOP!“
Rief eine Gestalt, die zu merken schien, dass ich der Ohnmacht nahe war.
„STOP, hört auf, den guten Mann zu bedrängen. Er will dies alles sicher nicht, denn das ist Vergangenheit. Die Mauer ist gefallen und eine neue Zeit ist schon lange angebrochen. Wir wollen den „Demokratischen Sozialismus!“
Ich taumelte nach vorn und schrie:
„Nein, nicht das noch. Ich kann nicht mehr und will nicht mehr, gebt mir die Freiheit, lasst mich hier raus!“
Plötzlich zog mich etwas rückwärts.
„Komm schnell, komm ich bring dich weg!“
Als ich mich umdrehte, sah ich ein kleines Männlein mit kahlem Kopf.
„Wer bist du?“
„ Ich bin der Frieden!“
Er zog und schob mich so lange am Arm bis, ich wie im Traum aus der Tür glitt. Mit einem Knall flog die große Eisentür hinter mir ins Schloss. Ich war draußen und alles war still. Dann fiel ich um.
Als ich nach einer Weile meine Augen aufschlug war ich allein mit mir und dem Haus. Ich hörte die Vögel zwitschern und schaute mich langsam um und traute ich meinen Augen nicht. Wie war ich erleichtert. Das Haus war noch da, die Türen auch. Auf der Tür, in die ich eingetreten war stand mit großen Buchstaben geschrieben:
„WC Männer“.
Langsam stand ich auf und ging in der Morgendämmerung in Richtung Heimat. Eine Taube begleitete mich auf meinem Weg. Ich rief ihr fröhlich zu:
„Nie wieder!“
So erwachte ich und war glücklich nur geträumt zu haben.
Er gab sich doch noch sehr bescheiden, der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mit seiner Einladung an die Heiligkeit des Dalai Lama, in Hessens Landtag eine Rede an die dort versammelten armen Sünder zu halten.
Im Deutschen Bundestag, dem heiligen Gral Deutscher Politik, als Gast von Norbert Lammert (CDU) runde vier Wochen später, geht es da schon viel rustikaler zur Sache. Spricht doch dann hier, unter der Rundkuppel des “Höchsten Deutschen Hauses” der Heilige Vater aller Katholiken zu den Spitzenkräften unserer Politik. Der Inhalt seiner Rede wird bislang noch unter Verschluss gehalten, aber wenn es denn eine Rede werden sollte wird er bestimmt versuchen seine in der Kirche gemachten Erfahrungen über die Demokratie einzubringen.
Oder hält er vielleicht gar keine Rede und uns wurde verschwiegen das er von den schwarzen Mächten des Hauses zum Abhalten der Beichte gebeten wurde? Sollte auf diese linke Art versucht werden die Roten Kräfte in ihren ureigensten Reich zurückzudrängen und dort langsam verschmoren zu lassen? Wäre es möglich das Lammert mit dieser Aktion gar Rache an den Seinen nimmt und hier wiederholt was von Luther einst schon unter dem Thema Geld und Absolutionen als Freikäufe für C-Parteien und deren Mitglieder angeprangert wurde?
Wird der Papst etwas Schwesterwelle auffordern von nun an nie wieder in fremden Nasen zu pulen. Und erst die Merkel. Wird sie sich alle ihre Dekorationen und Orden umhängen um sich mit der von Oben gesandten Größe messen zu können? Wurde sie doch erst in den letzten Tagen vom US-Magazin Forbes zur mächtigsten Frau der Welt gekürt. Gemunkelt wird in Berliner Kreisen das sie die Gelegenheit eventuell dazu nutzen könnte mit dem Papst in höhere Gefilde aufzusteigen, um so in überirdischen Welten ihre unterirdische Politik fortsetzen zu können.
Dieses heroische Zusammentreffen zwischen einem Heiligen und der Mächtigsten dieser Erde müsste an und für sich als Gedenktag für spätere Generationen in Erinnerung gehalten werden. Fände sich doch so die notwendige Zeit über verschiedene Generationen hinweg an einer Verklärung dieses Treffens zu arbeiten.
Und erst die anderen Spitzen deutscher Politik wie Seehofer, die Vorsteherin der Volks verdummungs ARGEN Ursula von der Leyen, Waffenfetischisten wie unseren Kriegsminister oder die Steinträger, sie alle werden keinen leichten Tag haben. Da hat der Edelmann des Bundestages, der aus dem Geschlecht der Sklavenhalter gerade noch rechtzeitig die Kurve nach Amerika gekriegt um so aufgrund der Distanz vor solch einer Beeinflussung halbwegs geschützt zu sein.
Aber auch Bergbewohner wie der Almhütten Klaus oder Kuppen Oskar könnten wohl gefragt werden wie so sie sich immer vordrängen auf den Weg nach oben. Eine Hütte am Berg gilt dort nicht als Privileg für einen schnelleren Aufstieg, wenn es unten an sozialer Gerechtigkeit fehlt.
In Anbetracht der Schwierigkeiten vorsätzlich schlecht handelnden eine Absolution zu erteilen wird es der Papst voraussichtlich bei einer Rede belassen. Man wird zwar über seine Mahnungen lachen, aber das wäre immer noch einfacher zu ertragen als wenn ihm eine Strafe seines Chef ereilen würde und ihm beim Schlagen des nächsten Kreuzzeichens der rechte Arm abfiel. .
Hierzu auch
Gottkönig im Tiefflug
Auf Einladung des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier weilt Tendzin Gyatsho, besser bekannt als “Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama”, derzeit in Wiesbaden. Bouffier, redlich bemüht, die Sitzdellen seines Amtsvorgängers Roland Koch auszufüllen, die dieser auf dem Regierungssessel hinterließ, knüpft an dessen langjährige Freundschaft mit dem tibetischen Sektenführer an. Auf Veranlassung Bouffiers und seines Landtagspräsidenten Norbert Kartmann darf der Dalai Lama heute eine Rede vor dem Plenum des Hessischen Landtags halten. Wie bitte? Was hat der Anführer einer okkultistischen Splittersekte, die an Karma und Wiedergeburt glaubt, an Astrologie, Hellseherei, Psychokinese und jedweden sonstigen Esoterikunsinn, einschließlich der Fähigkeit tibetischer Mönche, frei durch die Luft zu fliegen, in einem bundesdeutschen Parlament verloren?
Na ja, mag Bouffier sich gedacht haben, wenn der Papst, dessen Weltbild auch nicht sehr viel aufgeklärter ist, in vier Wochen vor dem Bundestag sprechen darf, dann darf das in Wiesbaden wohl auch der Dalai Lama. Und wenn bei dem einen nicht gefragt wird, was er als Anführer des letzten durch und durch antidemokratischen Regimes in Europa in einem demokratischen Parlament zu suchen hat, dann braucht das auch bei dem anderen nicht gefragt zu werden, der bis zu seiner Vertreibung durch die Chinesen einem feudaltheokratischen Priesterstaat vorstand, in dem bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein Leibeigenschaft und Sklaverei vorherrschten.
Sie lassen sich nicht unterkriegen, die Protestierenden in Tel Aviv und riefen: “Die Antwort auf Privatisierung? - Regierungswechsel”. Zwar hatten sich nur 15.000 zusammengefunden um am Samstagabend in einen Protestzug durch die Straßen zu marschieren. Betrachtet wurde dieser Marsch auch nur zur Vorbereitung auf den für den nächsten Samstag geplanten “Marsch der Millionen”.
In Folge der Anschläge und dem Raketenbeschuss im Süden des des Landes waren die Demonstrationen in den letzten zwei Wochen zurückgeblieben und eine Vielzahl der Zeltstadtbewohner ist in ihren Wohnungen zurückgekehrt. Trotzdem lehnt man es ab, die Bewegung einfach aufzugeben ohne bleibende Spuren zu hinterlassen. Spätestens bei den nächsten Wahlen werden die Parteien merken das sich die Räder nicht mehr zurückdrehen lassen. Die Leute haben scheinbar verstanden was eine Zivilgesellschaft ausmacht sagt eine bekannte Politikdozentin.”Es werde neben Erfolge auch zu Misserfolgen kommen, aber es wird weitergehen.”
Hier ein Interview mit dem Autor Etgar Keret über Proteste und Terror
“Israels Linke wird sich erneuern”
taz: Herr Keret, die Massenproteste der letzten Wochen waren die größten, die Israel je gesehen hat. Bis zu 300.000 Menschen haben sich daran beteiligt, am Mittwoch kam die Knesset deshalb zu einer Sondersitzung zusammen. Wie geht es jetzt weiter?
Etgar Keret: Schwer zu sagen. Tatsache ist, dass diese Bewegung unsere Erwartungen mehrfach übertroffen hat. Aber wir leben in einer sehr fragilen und unsicheren Region. Ein Ereignis wie die Anschläge in Eilat und die Reaktion Israels, das daraufhin Kampfbomber in den Gazastreifen losgeschickt hat, reicht da oft schon aus, um die Tagesordnung von einer Minute auf die andere zu verändern. Dann heißt es, wir können jetzt nicht über solche Sachen sprechen, sonst stehst du schnell als eine Art Vaterlandsverräter da.
Sie meinen, jede politische Eskalation spielt Netanjahu in die Hände?
Ich möchte nicht wie ein Verschwörungstheoretiker klingen. Aber Netanjahu kann nichts Besseres passieren, um von diesen Protesten abzulenken. Ich glaube auch, dass es diese Regierung kaum erwarten kann, dass die Palästinenser im September ihren Wunsch nach Staatengründung vor die UNO bringen, um die Furcht vor einer dritten Intifada anzustacheln. Auch Assad in Syrien käme es sicher sehr gelegen, wenn der Nahostkonflikt wieder angeheizt würde. Wir sind ja nicht die Einzigen in der Region, die paranoide Führer besitzen.
Woran liegt es, dass diese Protestbewegung so rapide anwuchs?
Es gab in Israel schon früher große Demonstrationen. Aber je nachdem, wer dazu aufrief, wusste man, wer kommen würde. Das war jetzt anders, hier kommen die unterschiedlichsten Leute auf der Straße zusammen.
Der aktuelle Wochenrückblick beschäftigt sich mit Guido Westerwelle welcher ausnahmsweise einmal etwas was richtig gemacht hat - und nicht dazu steht. Gorleben welches langsam versaftet und eine Birne welche sich langsam selber verkohlt.
taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht letzte Woche?
Friedrich Küppersbusch: Der Hochsommer, den ich aus dem Kellerfenster geschöpft habe.
Was wird besser in dieser?
Wulff, Kohl, Lammert, Oettinger - in der Union ist mal was los!
Das Zwischenlager für Castorbehälter in Gorleben strahlt zu stark. Ein Lösungsvorschlag: die Behälter einfach in größerer Entfernung zur Messstation lagern. Spinnen die?
Nach der Logik könnte man auch die deutsche Bevölkerung umsiedeln, wenns hier zu versaften beginnt. “Uns fehlt der Strahlungsraum im Osten”, das setzt ja auch auf Tradition auf. Hütchenspieler werden der organisierten Kriminalität zugerechnet, die Gorleben-Betreiber Eon, Vattenfall und RWE erzielen also mal wieder einen schönen Vollausschlag auf dem Arschgeigerzähler. Wobei der Rochade-Vorschlag mit dem Absender “Niedersächsisches Umweltministerium” versehen wurde. Die wissen auch, dass weitere Transporte anstehen und dann der eben noch tolerable Messwert überschritten werden dürfte.
Helmut Kohl sagt, der Bundesregierung fehle ein “Kompass” in der Außenpolitik. Seine Rache an Angela Merkel?
Wir haben es immer schon als eine wichtige Aufgabe angesehen, politische Skandale welche in vielen Zeitungen nicht verbreitet werden publik zu machen und weiterzuverbreiten. Dieses über alle Parteien hinweg. So greifen wir heute einen Artikel auf welcher über Vorkommnisse in der Baden Württembergischen Landesbank berichtet.
Aufgrund des seit Jahren in aller Munde immer und immer wieder diskutierten internationalen Bankenskandals ist es schon wichtig zu wissen wie tief sich die von den Bürgern gewählten Politiker immer wieder in solche schon als kriminell zu bezeichnenden Machenschaften verwickeln lassen. Und dieses über alle Parteien hinweg.
So wird uns immer wieder gezeigt wo denn die eigentlichen Schmarotzer in unseren Land sitzen. Im Bundes- oder in den Land-tagen mit unseren Stimmen gewählt und von den Parteien entsprechend in ihren Machenschaften gestützt. Politik in einer Zeit da sich die Parteien programmatisch nur noch in kleinsten Nuancen voneinander Unterscheiden, da die Gier nach Geld und Eigenversorgung Partei übergreifend den wichtigsten Platz eingenommen hat.
Die Verbindungen von Politik und Wirtschaft mit all den kriminellen Machenschaften macht auch deutlich warum es so schwer ist diese modernen Banditenbanden auf die Spur zu kommen um ihnen entsprechend das Handwerk zu legen. Es mag auch als Hinweis gelten, warum die Politiker bis zum heutigen Tag nicht Willens sind den Banken entsprechende Richtlinien vorzugeben. Sie werden den Ast nicht absägen auf dem sie alle sitzen. Unser Respekt gilt natürlich dem Spitzenmanager Markus Pflitsch welcher nicht bereit war diese Machenschaften abzudecken. Das nennt man Zivilcourage welche leider heute viel zu wenig gezeigt wird.
Hier also der Artikel:
LBBW-Zeuge in der Villa
Er ist der Banker, der “Nein” sagte, beim Tricksen nicht mitmachte – und kurz darauf seinen Führungsjob bei der Landesbank Baden-Württemberg los war. Als sich Markus Pflitsch 2010 in der brisanten Sache an Günther Oettinger und Stefan Mappus wandte, reagierten die CDU-Spitzenpolitiker nicht. Ganz anders jetzt die neue Landesregierung: Der ehemalige LBBW-Topmanager ist ins Staatsministerium eingeladen worden.
Dem Absender des Schreibens, das müsste Günther Oettinger und Stefan Mappus im Januar 2010 sofort bewusst gewesen sein, war die Sache ernst, sehr ernst. Und beide realisierten sicherlich rasch: Die im Brief geschilderten Vorgänge, die sich in der Landesbank Baden-Württemberg abgespielt hatten, hatten Brisanz. Politische Brisanz.
Der Absender ist Markus Pflitsch. Am 11. Januar 2010 hatte der ehemalige LBBW-Spitzenmanager seinen Brief an Ministerpräsident Oettinger per Fax geschickt. Und da Oettinger damals als designierter EU-Kommissar auf dem Sprung nach Brüssel war, schickte Pflitsch gleich auch eine Kopie des Schreibens an dessen Nachfolger Stefan Mappus. Gleich im ersten Satz hatte der Banker den Stuttgarter Regierungschef gebeten, er möge sich “für eine rasche, einvernehmliche Bereinigung der sehr belastenden Situation” einsetzen.
“Wir haben auf demokratische Art und Weise zwei Vorsitzende gewählt. Sie sind es bis wir Neuwahlen haben. Ob sie dann noch mal antreten werden müssen sie selbst entscheiden” So sprach Gregor Gysi zu Beginn der Fraktionsversammlung am Freitag in Rostock. Ob ihm diese schwammige Aussage den Rücken stärkt, werden wir schon in nächster Zukunft erfahren.
Ist es nicht schon seltsam das der Fraktionsvorsitzende einer demokratischen Partei auf demokratisch durchgeführte Wahlen hinweist. Wir dachten, bei anders gemachte Erfahrungen, dass solch eine Bemerkung heutzutage auch in einer Linken Partei überflüssig, wenn normal, sein sollte.
Das er als nächstes innerhalb eines Appell seine Partei als Zukunftspartei bezeichnet und darauf drängt auch jüngere Menschen anzusprechen wird wohl reines Wunschdenken bleiben. Er hat zwar Recht mit seiner Aussage das diese jungen Bürger mit der Mauer nichts anzufangen wüssten, aber und das hat er nicht erwähnt: Noch weniger wissen die etwas mit Kommunismus oder gar Stalinismus anzufangen. Die Partei stehe zur Zeit in der Öffentlichkeit gar nicht gut dar und das ärgere ihn.
Da aber Erfahrungsgemäß bei solchen Klausurtagungen außer leeren Worten nicht allzu viel herüberkommt ist eine Änderung der negativ Stimmung auch nicht zu erwarten. Wo nichts geändert wird kann sich auch nichts verändern, so ein bekannter Spruch aus dem täglichen Leben. Leider kann sich eine Partei solcherart Stillstand erlauben da sie von den Beiträgen der Mitglieder lebt. Ein Wirtschaftsunternehmen im Konkurrenzkampf müsste nach kurzer Zeit den Bankrott anmelden.
Fast schon als tragisch sind die nach jedem neuerlichen Fauxpas folgenden Entschuldigungen des Führungsduos zu bezeichnen. Beiden, Menschen im reifen Alter, müsste eigentlich bewusst sein welch eine Verantwortung sie mit der Annahme einer solchen Positionen auf sich genommen haben. Sollte der Kopf die Zunge unter Kontrolle bekommen brauchte es dieser Entschuldigungen nicht,
“In der heutigen aufgeregten Zeit müsste eine Partei wie die Linke eigentlich die Ernte einfahren: Hoch verschuldete Staaten, wohin man blickt, Finanzmärkte, die aus dem Ruder laufen, für den Normalbürger unfassbar hoch bezahlte Finanzjongleure und Manager, bei denen man nicht erkennen kann, dass sie für ihre Fehler auch haften müssen. Der Kapitalismus ist global aus dem Ruder gelaufen und kann offenkundig nicht auf einen Kurs gebracht werden, den man in Deutschland soziale Marktwirtschaft nennt. Der entfesselte Kapitalismus feiert fröhliche Urständ”. So haben wir aus einen Kommentar von dradio zitiert.
Ein wenig später heißt es:
“Die Kosten des Lafontainschen Projekts einer gesamtdeutschen linken Partei treten immer schärfer zutage. Sein Rachefeldzug gegen die SPD hat Teile zusammengefügt, die nie und nimmer zueinanderpassen. Zwischen den rationalen, an Sachpolitik interessierten ehemaligen Reformsozialisten der SED und den Betonkommunisten dort lagen schon Welten. Mit den - linke westdeutsche Gewerkschafter mal ausgenommen - versprengten Sektierern, diesem K-Gruppen-Sammelsurium, das die siebziger Jahre in Westdeutschland überdauert und über die WASG den Weg in die Linke gefunden hat, verbindet die pragmatischen früheren PDSler gar nichts. Für jede Parteispitze wäre es schwierig, eine so disparate Truppe zusammenzuhalten”.
Von einen ihrer Ausgangsthemen bei Gründung, der sozialen Gerechtigkeit, konnte sich die Partei bereits direkt nach den Wahlen verabschieden. Haben doch die Ergebnisse bereits gezeigt das die eigentliche Zielgruppe, die Arbeitslosen, Niedriglöhner und Rentner ihre Stimmen anderen Parteien gegeben haben. Dieser Eindruck wird sich noch verstärken wenn auch der letzte Wähler bemerkt hat, dass viele Mandatsträger dieser Partei die bei Ihnen Angestellten um keinen Deut besser behandeln, als die von ihnen beschimpften Kapitalisten in der freien Marktwirtschaft. Das Wohl des eigenen Portemonnaie lässt hier auch durch Bierbaum grüßen.
Der Fisch stinkt vom Kopf, auch nach der Klausurtagung in Rostock. Gestank weist aber auf eine starke Verwesung oder Verschmutzung hin. Wie Gregor Gysi diesen Gestank ohne eine Grundreinigung beseitigen will, wir er sicher in absehbarer Zeit unter Beweis stellen müssen.
Wie heißt es auch im Kölner Stadt-Anzeiger Zitat:
“Erst im nächsten Frühjahr wählt die Linke ihre Spitze neu. Eigentlich. Doch schon jetzt ist sicher: Nach dem 18. September, wenn die Wahlen in Berlin und Schwerin (4. September) vorbei sind, wird es krachen. Denn nicht nur Lederer steht es bis oben hin. Braucht die Linke ein neues Führungsduo? „Entschuldigung, wir sind gerade im Wahlkampf“, sagt Bockhahn. Nicht mehr, nicht weniger”.
So wird denn die Frage nach einem neuen Führungsdou in letzter Zeit immer häufiger gestellt. Nur der Fisch besteht nicht nur aus einen Kopf. Wer sich hier des Glaubens hingibt das ein Lafontaine oder Gysi an der bestehenden Situation etwas verändern können, wird erneut enttäuscht werden, denn Beide sind mit Verantwortlich und ein wesentlicher Teil des Problems.
Hier ein Situationsbericht aus Tel Aviv von Uri Avnery welcher ein wenig besorgt scheint, dass Aufgrund der neuesten Entwicklungen um Palästina die gerade in Schwung gekommenen Sozialproteste wieder verebben.
SEIT BEGINN des Konfliktes haben sich die Extremisten beider Seiten gegenseitig immer wieder in die Hände gespielt. Die Zusammenarbeit zwischen ihnen war immer wirksamer als die Bande zwischen den entsprechenden Friedensaktivisten.
„Können zwei mit einander gehen, es sei denn sie seien einig mit einander?“ fragt der Prophet Amos (3,3). Nun, es sieht so aus.
Das wurde diese Woche wieder bewiesen.
ZU BEGINN der Woche sah Binjamin Netanjahu verzweifelt nach einem Weg, um aus der eskalierenden internen Krise herauszukommen. Die soziale Protestbewegung war gerade dabei, in Schwung zu kommen, und stellte für seine Regierung eine große Gefahr dar.
Der Kampf ging weiter, aber der Protest hat schon einen dramatischen Umschwung bewirkt. Der gesamte Inhalt des öffentlichen Diskurses war nicht mehr wieder zu erkennen – so hatte er sich verändert.
Soziale Ideen standen im Mittelpunkt und drängten abgedroschenes Gerede über „Sicherheit“ an den Rand. Die Diskussionsrunde von TV-Talkshows bis vor kurzem von Generälen i.R. besetzt, waren nun voller Sozialarbeiter und Wirtschaftswissenschaftler. Eine der Folgen war auch, dass Frauen viel stärker in den Vordergrund traten .
Und dann geschah es. Eine kleine extrem islamistische Gruppe aus dem Gazastreifen sandte ein Sonderkommando in die ägyptische Sinaiwüste, von wo aus es leicht ist, die unverteidigte israelische Grenze zu überqueren und ein Chaos anzurichten. Einigen Kämpfern (oder Terroristen - je nach dem, wer redet) war es gelungen, acht Soldaten und Zivilisten zu töten, bevor einige von ihnen selbst getötet wurden. Vier andere ihrer Kameraden wurden auf ägyptischer Seite getötet. Das Ziel war anscheinend, einen zweiten israelischen Soldaten zu fangen, um die Bedingungen für einen Gefangenenaustausch zu stärken.
Sofort verschwanden die Wirtschaftswissenschaftler von den Fernsehschirmen – und ihr Platz wurde von der alten Bande der „Ex-„ eingenommen – Exgeneräle, Ex-Geheimdienstchefs, Ex-Polizisten, natürlich alle männlich, begleitet von ihrem Gefolge unterwürfiger Militärkorrespondenten und rechten Politikern.
Mit einem Seufzer der Erleichterung kehrte Netanjahu zu seiner üblichen Haltung zurück.
ES WAR für ihn und seine Regierung ein unglaublicher Glücksfall.
Es könnte mit dem verglichen werden, was 1982 geschah. Ariel Sharon, damals Verteidigungsminister, hatte sich entschieden, die Palästinenser und die Syrer im Libanon anzugreifen. Er flog nach Washington, um die nötige Zustimmung Amerikas zu erhalten. Alexander Haig sagte ihm, die USA sei damit nicht einverstanden, wenn nicht ein „glaubwürdiger“ Provokationsakt geschehe.
Ein paar Tage später machte die extremste palästinensische Gruppe unter Abu Nidal, Yassir Arafats Todfeind, einen Mordversuch am israelischen Botschafter in London, der daraufhin gelähmt blieb. Das war sicher ein glaubwürdiger Akt der Provokation. Der 1. Libanon-Krieg brach aus.
Der Angriff dieser Woche war auch die Antwort auf ein Gebet. Es sieht so aus, als liebe Gott Netanjahu und das militärische Establishment ganz besonders. Der Vorfall wischte nicht nur den Protest vom Fernsehschirm, er beendete auch jede ernsthafte Chance, Milliarden vom riesigen Militärbudget zu nehmen, um die sozialen Dienste zu stärken. Das Geschehen bewies im Gegenteil, dass wir einen hoch entwickelten Elektrozaun entlang der 200km an unserer Wüstengrenze mit dem Sinai benötigen. Milliarden für das Militär – mehr und nicht weniger.
BEVOR DIESES Wunder geschah, sah es so aus, als wäre die Protestbewegung nicht zu stoppen.
Was Netanjahu tat, war immer zu wenig, zu spät und genau falsch.
Während der ersten Tage behandelte Netanjahu die ganze Sache als Kinderspiel, das keiner Aufmerksamkeit verantwortlicher Erwachsener wert sei. Als ihm klar wurde, dass diese Bewegung ernst ist, murmelte er einige vage Vorschläge, um die Wohnungsmieten billiger zu machen, aber bis dahin hatte sich der Protest schon jenseits der ursprünglichen Forderung nach „erschwinglichen Wohnungen“ bewegt. Der Slogan hieß jetzt „Das Volk verlangt soziale Gerechtigkeit“.
Nach der riesigen 250 000 starken Demonstration in Tel Aviv standen die Führer der Bewegung einem Dilemma gegenüber: wie sollte man weitermachen? Noch eine Massendemo in Tel Aviv wird nicht so groß werden. Die Lösung war fast genial: nicht noch eine Massendemo in Tel Aviv, sondern kleinere im ganzen Land. Dies entwaffnete den Vorwurf, dass die Demonstranten verwöhnte Tel Aviver Gören seien, die „Wasserpfeife rauchen und Sushis verschlingen“, wie ein Minister es ausdrückte. Es brachte auch den Protest zu den diskriminierten Massen der orientalischen Juden an der „Peripherie“, die immer den Likud wählen – von Afula im Norden bis Beer-Sheba im Süden. Es wurde zu einem Fest der Verbrüderung.
Was tut also ein gewöhnlicher Politiker in solch einer Situation? Nun, er bildet natürlich ein Komitee. Netanjahu holte einen respektablen Professor mit gutem Ruf und sagte ihm, er solle ein Komitee aufstellen, das in Zusammenarbeit mit neun Ministern – nicht weniger – Lösungen findet. Er sagte ihm sogar, er sei bereit, seine eigenen Meinungen vollkommen zu verändern.
(Er veränderte schon einmal eine seiner Meinungen vollkommen, als er verkündigte, er befürworte jetzt die Zwei-Staaten-Lösung. Aber nach dieser dramatischen Erleuchtung veränderte sich vor Ort gar nichts.)
Die jungen Menschen in den Zelten witzelten, dass „Bibi“ gar nicht in der Lage sei, seine Meinung zu verändern, weil er gar keine habe. Aber das stimmt nicht. Er hat sehr eindeutige Meinungen auf nationaler wie auf sozialer Ebene. „Das ganze Erez Israel“ auf der einen, und eine neoliberale Reagan-Thatcher-Wirtschaftsorthodoxie auf der anderen.
Die jungen Zeltführer konterten die Verabredung des Establishment-Komitee mit einem unerwarteten Schritt: sie ernannten ein eigenes 60-Mann starkes Beratungskonzil, das zusammengesetzt war aus einigen der prominentesten Universitätsprofessoren, einschließlich einer arabischen Professorin und einem moderaten Rabbiner, geleitet von einem früheren Stellvertreter des Chefs der Staatsbank .
Das Regierungskomitee hat schon deutlich gemacht, dass es sich nicht mit den Problemen der Mittelklasse befassen wolle, sondern nur mit den Problemen der niedrigsten sozio-ökonomischen Klassen. Netanjahu sagte dazu, er werde nicht automatisch ihre (zukünftigen) Empfehlungen annehmen, sondern diese gegen die wirtschaftlichen Möglichkeiten abwägen. Mit anderen Worten: er vertraut nicht einmal den von ihm Ernannten, dass sie die wirtschaftlichen Fakten des Lebens verstehen.
AN DIESEM Punkt knüpften Netanjahu und seine Mitarbeiter ihre Hoffnungen an zwei Daten: September und November 2011.
Im November beginnt gewöhnlich die Regensaison. Kein Tropfen Regen vorher. Aber wenn es zu regnen beginnt, dann gießt es wie aus Kübeln. Und in Netanjahus Amtsitz hoffte man, dass die verwöhnten Tel Aviver Kinder schnell in Unterkünfte rennen würden. Schluss mit der Rothschild-Zeltstadt.
Nun, ich erinnere mich noch an einige elende Wochen im Kriegswinter 1948 in schlechteren Zelten: in der Mitte eines Sees von Matsch und Wasser. Ich denke nicht, dass der Regen die Zeltbewohner dahin bringt, ihren Kampf aufzugeben, selbst wenn Netanjahus religiöse Partner die inbrünstigsten jüdischen Gebete um Regen zum Himmel schicken.
Doch zuvor würden im September - nur noch wenige Wochen bis dahin – die Palästinenser hoffentlich eine Krise auslösen, die die Aufmerksamkeit ablenkt. In dieser Woche haben sie schon der UN-Vollversammlung einen Antrag vorgelegt, den Staat Palästina anzuerkennen. Die Versammlung wird höchstwahrscheinlich einwilligen. Avigdor Liebermann hat schon begeistert versichert, dass die Palästinenser ein „Blutbad“ zu dieser Zeit planen. Die jungen Israelis werden dann ihre Zelte in Tel Aviv mit denen in den Armee-Camps tauschen müssen.
Es ist ein netter Traum (für die Liebermäner), doch die Palästinenser zeigten bis jetzt keine Neigung zu Gewalt.
All dies hat sich in dieser Woche verändert.
VON JETZT an können Netanjahu und seine Kollegen die Ereignisse lenken, wie sie sie haben wollen.
Sie haben schon die Chefs der Gruppe, die den Anschlag bei Eilat ausführte, „liquidiert“: Sie nannte sich „Volkswiderstandskomitee“. Dies geschah während der Schusswechsel an der Grenze weiterging. Die Armee war vorgewarnt und war bereit. Dass es den Angreifern trotzdem gelang, die Grenze zu überqueren und die Fahrzeuge zu beschießen, wurde als ein militärischer Fehlschlag beschrieben.
Was nun? Die Gruppe in Gaza wird als Rache Raketen abschießen . Netanjahu kann – wenn er will – mehr palästinensische Führer, Militärs und Zivilisten töten. Dies kann leicht zu einem Teufelskreis der Rache und Gegenrache und zu einem vollen Krieg in der Art von Cast Lead führen. Tausende von Raketen auf Israel, Tausende von Bomben auf den Gazastreifen. Ein ex-militärischer Tor argumentierte schon, dass der ganze Gazastreifen wieder erobert werden müsse.
Mit andern Worten: Netanjahu hat seinen Finger auf dem Knopf der Gewalt, und er kann die Flammen zum Lodern bringen oder klein halten – so wie er will.
Sein Wunsch, der sozialen Protestbewegung ein Ende zu setzen, mag bei seinen Entscheidungen eine Rolle spielen.
DIES BRINGT uns zurück zu der großen Frage der Protestbewegung: kann man einen wirklichen Wandel herbeiführen, der sich davon unterscheidet, einige armselige Konzessionen von der Regierung zu erzwingen, ohne politische Macht zu erreichen?
Kann diese Bewegung Erfolg haben, solange es eine Regierung gibt, die die Macht hat, jederzeit eine „Sicherheitskrise“ zu schaffen oder zu vergrößern?
Und die damit zusammenhängende Frage: Kann man über soziale Gerechtigkeit reden, ohne über Frieden zu reden?
Als ich vor ein paar Tagen zwischen den Zelten auf dem Rothschild-Bouleward bummelte, wurde ich von einer internen Radiostation darum gebeten, ein Interview zu geben und mich an die Zeltbewohner zu wenden. Ich sagte: „Ihr wollt nicht über Frieden reden, weil ihr nicht als „Linke“ bezeichnet werden wollt. Ich respektiere dies. Aber soziale Gerechtigkeit und Frieden sind die beiden Seiten derselben Münze. Sie können nicht von einander getrennt werden. Nicht nur, weil sie auf denselben moralischen Prinzipien basieren, sondern weil sie praktisch auch von einander abhängen.“
Als ich dieses sagte, konnte ich mir nicht vorstellen, wie klar dies nur zwei Tage später demonstriert werden würde.
WIRKLICHER WANDEL bedeutet, dass diese Regierung durch eine neue mit einer ganz anderen politischen Weltanschauung ersetzt wird.
Hier und da sprechen die jungen Leute in den Zelten schon über eine neue Partei. Aber die Wahlen sind noch zwei Jahre hin, und bis jetzt gibt es noch keinen wirklichen Bruch in der rechten Koalition, der die Wahlen früher ansetzen könnte. Wird der Protest in der Lage sein, seinen Schwung zwei Jahre lang durchzuhalten?
Es ist schon passiert, dass israelische Regierungen in der Vergangenheit vor Massendemonstrationen kapituliert haben. Die allmächtige Golda Meir trat angesichts der Massendemonstrationen zurück, die ihr die Schuld für Unterlassungen gaben, die zum Yom Kippur-Fiasko führten. Die letzte Regierungskoalitionen von Netanjahu und Barak brachen in den 90er-Jahren unter dem Druck einer empörten öffentlichen Meinung zusammen.
Kann dies jetzt auch geschehen? Angesichts dessen, was diese Woche passiert ist, sieht es nicht so aus. Aber seltsamere Dinge sind schon zwischen Himmel und Erde geschehen, speziell in Israel, dem Land der begrenzten Unmöglichkeiten.
(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)
Zu dem am 26. 08. 2011 wieder einmal von der Landesschiedskommission des Landesverband Saarland beschlossenen Parteiausschluss gegen das Parteimitglied Gilbert Kallenborn erhielten wir einen “Offenen Brief” mit der Bitte um Veröffentlichung. Dieser Bitte kommen wir hiermit nach.
Gilbert Kallenborn
GV Die Linke 66798 Wallerfangen/Saar
Samstag, den 27. 08. 2011
Offener Brief
Betr.: Parteiausschluss Kallenborn Nr. 2 ! durchgepeitscht (LSK Saar 32/11)
Nichtgeheime Lafontaine-Wahl für zulässig erklärt (34/11)
Durch eine befangene, gleichgeschaltete und rechtsstaatswidrig agierende Landesschiedskommission Die Linke Landesverband Saar, wurde ich am Freitag den 26.August 2011 erneut als unbequemer Kritiker aus der Partei ausgeschlossen. Dieses nur wenige Wochen nachdem die Bundesschiedskommission DIE LINKE in Berlin den Parteiausschluss Nr.1 des Februar 2011 als rechtswidrig aufgehoben hatte.
In einem durchsichtigen, sich selbst entlarvenden Timing wurde am Freitagabend zuerst ab 18.00 h der Parteiausschluss Kallenborn Nr. 2 verkündet und sämtliche Befangenheitsanträge verworfen. Gleichwohl waren hier dieselben absolut befangenen LSK-Akteure am Werk, wie beim Ausschluss Nr.1.
-Wolfgang Fieg
-Katja Coenen
-Ute Cordes
und die anderweitig befangene Martina Kien
Im Anschluss daran wurden ab 19.00 h sowohl meine als auch die Wahlanfechtung von Helmut Ludwig bezüglich der Neuwahlen des KV Saarlouis verworfen. Die BSchK hatte die Neuwahl verfügt, da von ihr eindeutig festgestellt wurde, daß diese Wahlen zuwider der eigenen Bundesvorschrift des § 2 Abs. 2Wahlordnung durchgeführt wurden.
Die äußeren Umstände hierzu, wie auch die Äußerung von Lafontaine “Wir brauchen keine geheime Wahlen. Das haben wir 30 Jahre in der SPD unter meiner Führung auch nicht so gemacht” sind hier auf DL wie auch auf Youtube nachlesbar und anzuschauen.
Die laufenden Ignorierungen berechtigter Einsprüche durch die Hauptverantwortlichen “Linksparteispezialjuristen” Julia Maus und Wolfgang Fieg ist ein weiterer Beleg für vorsätzliche Brüche der Bundessatzung. Auch wird die Demokratie im Allgemeinen durch solche Vorgänge massiv beschädigt.
Ein Juristisches Meisterstück lieferte zu dieser Verhandlung Julia Maus indem sie das rechtliche Gehör ausräumte. Ebenso wurde unserer Forderung ein Öffnen der versiegelten Wahlunterlagen vorzunehmen nicht nachgekommen. Eine Prüfung der gemachten Aussagen wurde somit nicht stattgegeben.
Damit wurde eine Überprüfung der Meldedatenfälschung von Karin Zimmer,die zur SLS Wahl des 30.5.2011 und des 12.6.2011 in gezielter Täuschung eine falsche Adresse angab, in Wahrheit aber überhaupt keinen Deutschen Wohnsitz inne hat sondern seit Jahren in Frankreich lebt, unmöglich gemacht.
Angesichts der Beweislast von etlichen Versicherungen an Eides Statt sowie den Youtube Videoaufnahmen, räumte auch der als Zeuge gehörte MdB Thomas Lutze auf LSK-Befragen ein, das ich tatsächlich auch am 30.5.2011 (Lafontaine-Wahl) die geheime Wahl der Gremien gem.§ 2 Abs.2 WO forderte und der nicht geheimen Wahl somit widersprach.
Sein Schwiegervater, Josef Rodack, setzte seinen Antrag auf Parteiausschluss gegen mich durch indem er mir vorwarf:
1.) Ich sei ein Agent des Verfassungsschutz
2.) Ich leugne den Holocaust
3.) Ich sei gar kein Jude
4.) Ich habe Einreiseverbot in Israel
Damit basiert mein Parteiausschluß auf gezielten Lügen, Verleumdungen und Diffamierungen.
Ich werde beide Beschlüsse innerhalb einer Berufung angreifen und die BSchK Berlin wird erneut beschäftigt werden.
Wie erwartet waren die geladenen Zeugen Karin Zimmer, Frankreich; und Christian Bonner Protokollfälscher von Ensdorf auch dieses mal nicht als Zeugen erschienen. Im Fall Zimmer zum zweiten, bei Bonner bereits zum vierten Mal.
Mit Duldung und Unterstützung der Saar-Parteispitze werden hier nicht die Wahlfälschungen sondern die Kritiker beseitigt.
Damit fügt die LSK und der LaVo Linke Saar der Gesammt Partei schweren Schaden zu, nicht der oder die Kritiker.
Das Recht auf Kritik ist das Kind der Demokratie.
Und das Recht auf geheime Wahlen deren Mutter.
Und diese Rechte werden nicht an selbstherrliche Egomanen verschenkt.
mit sozialistischem Gruß
Gilbert Kallenborn
z.Zt. der meist ausgeschlossene Genosse in der Linkspartei Deutschlands nachdem ich drei Wahlfälschungen nachgewiesen habe,
1.)Ensdorf - 21.3.2010
2.)Wallerfangen-Kerlingen 26.3.2010
3.) Hülzweiler -30.10.2010
akzeptiere ich keinen Wählerverrat, wo Lafontaine persönlich erklärt: Wir brauchen keine geheime Wahlen !….
Weltfriedenstag - Die nicht erst am 11. September 2001 verschwundene Friedensfrage:
Krieg ist Frieden – Frieden ist Krieg
Soziale Sicherheit bedeutsamer als Kriege an der Peripherie
Durch die Politik der sozialen Endsicherung und der Finanzkrisen haben sich Wahrnehmungsschwerpunkte der Bevölkerung verschoben. Dieser Text enthält keine Appelle, sondern spürt der Frage friedensbewegter Menschen nach, warum so viele BürgerInnen einer Volksbewegung für Frieden und Abrüstung fern bleiben. Wenn die Friedensbewegten zu einer Volksbewegung werden wollen, dann sollten sie lernen nicht allein ihren richtigen Argumenten zu vertrauen, sondern sehr gewissenhaft dem „Volk“ den Puls zu fühlen, um dann zu versuchen, die Friedensfrage zurück in die Alltagswelt der Menschen holen. Es genügt nicht, rechtzeitig gewarnt zu haben und die Wahrheit zu sagen. Es kommt darauf angehört zu werden, richtig verstanden zu werden und angemessen gemeinsam verändernd zu handeln!
Von der Bundesrepublik ferne Ereignisse werden seit dem 11.9. eher als sicherheitspolitisch relevante Ereignisse auch für Deutschland interpretiert Realität und Propaganda um den 11.9., der Aufruf zum „Kreuzzug“ gegen den Terror im Auftrag Gottes an die USA und „die freie Welt“ und dessen christlich-abendländische Aufladung (Gotteskrieger West) haben die Leistung des Staates „Schutz vor Terroranschlägen“ zu einem Gut werden lassen, das Bedeutung im Alltagsfühlen und Alltagsdenken besitzt. Diese Wahrnehmungen erfahren stete, medial verstärkte Aktualisierungen. Es wächst die Akzeptanz, eine Ausdehnung der militärischen und innenpolitischen Sicherheitsinteressen der BRD billigend oder resignativ als alternativlos in Kauf zu nehmen.
Bürger haben sicherheitspolitische Erwartungen, die lenkbar und missbrauchbar sind
„Sicherheit“ als soziale Sicherheit (Einkommen, Alterseinkommen, Gesundheit) und innere /äußere Sicherheit (Bekämpfung bzw. Schutz vor Kriminalität, Sexualdelikten, sozialen Unruhen, Jugend- und AusländerInnenkriminalität, politische Gewaltakte linker und rechter AktivistInnen, Schutz von Großereignisse, etwa Fußball-WM, Oktoberfest, Schutz vor grenzübergreifender Kriminalität im offenen Schengenraum werden als fundamentale Leistungen des Staates angesehen. Innere und äußere Sicherheit sind die „letzten“ Versprechen der Politik, gebunden an das Gewaltmonopol des Staates. Sie werden in ihrer psychischen Alltagsrelevanz durch Politik und mediale Verstärkung stark über wertig wahrgenommen.
Der lange Kriegsfrieden, der kalte Krieg und seine erhaltenen „Gewohnheiten“ in der Alltagskultur der Republik
Der kalte Krieg hat das Denken in Freund-Feind-Dichotomien tief im Alltagsbewusstsein verankert. Die Stärke des Westens wurde über 40 Jahre und wird weiterhin unhinterfragt als Garant für das eigene Leben im Frieden wahrgenommen. Das Ende des Ostblocks wurde interpretiert als „friedlicher“ Sieg im kalten Krieg durch abschreckende militärische Stärke. Der kalte Krieg hatte noch ein andere Wirkung. Jeder wache Wehrpflichtige konnte spätestens beim Militärdienst in Ost oder West anschaulich begreifen, dass es in einem Raketen-Kernwaffenkrieg keine Sieger und Überlebenden gäbe. Millionen Wehrpflichtige und Berufssoldaten konnten ihren Waffendienst in dem Bewusstsein verrichten zu einem Frieden beizutragen, der auf dem täglich zu erneuernden Gleichgewicht des Schreckens beruhte. Die Soldaten in Ost und West verband die Hoffnung, dass es niemals zum heißen Krieg kommen möge. Die Soldaten in deutschen Streitkräften, abgesehen von Beratern, Propagandakriegern und militär-technischen Hilfen, agierten auch in dem Bewusstsein, dass zwar unter der Bedingung geostrategischen Gleichgewichts regionale und lokale Stellvertreterkriege stattfanden, aber die beiden deutschen Armeen befanden sich letztlich nicht im „Einsatz“. Die BürgerInnen in Uniform kehrten aus den Streitkräften in die Zivilgesellschaft mit dem Bewusstsein zurück, dass ein Krieg zwischen den Blöcken unbedingt zu vermeiden wäre.
Spätestens seit der Kubakrise konnte jede BürgerIn wissen, dass dies auch den USamerikanischen und sowjetischen Militär- und Spitzen-politikern bewusst war. Strauß und Goldwater waren als Verfechter des Atomwaffeneinsatzes als Staatsoberhäupter unwählbar. Schon am 13. August 1961 wurde deutlich, dass es in Europa keine politischen Ziele zur Rechtfertigung eines weltweiten Nuklearkrieges geben könne. Spätestens nach der Stationierung von SS20 und Cruise Missile (Marschflugkörper) hatte die Verkürzung der Vorwarnzeiten beim Wechsel vom kalten Frieden zum heißen Krieg eine Dimension angenommen, dass die Bedrohungslage psychisch in die Alltagswelt der Menschen Eingang fand, die Folge waren die Entstehung der Friedensbewegung im Westen und , unterdrückt, im Osten. Auch Chemiewaffenstandorte konnten nun als unmittelbare Gefahr, selbst ohne Krieg, durch die wach gewordene Bevölkerung wahrgenommen werden! Heute ist die Bundeswehrsituation der einer Armee im Einsatz, im Krieg. Wer heute Militärdienst leistet, muss das in Rechnung stellen.
Die Präsenz fremder Streitkräfte, deren Logistik- und Lagezentren und Atomwaffen auf dem Territorium der Republik und die Präsenz ausländischer Geheimdienste sind bisher kein gesamtgesellschaftliches Thema. Ihre konkrete Rolle bei den aktuellen Kriegen wird nicht zum öffentlichen Thema. Auch aus Gründen der zu erwartenden Konversionsprobleme ist das Engagement zum Abbau dieser Präsenz bei den Regierenden und in der Bevölkerung eher gering.
Die erwarteten „Friedensdividenden“ aus dem Ende der Blockkonfrontation wurden nicht eingelöst und von keiner politischen Bewegung nachdrücklich und nachhaltig eingefordert.
Die verblichenen Feindbilder des kalten Krieges wurden ersetzt durch den Krieg gegen den Terror und tendenziell gegen die „islamistische Gefahr“. Das hat der USA auch die Aufrechterhaltung ihrer politisch- moralischen Führungsrolle, ihre „demokratische“ Legitimation ihres Wirkens als einziger militärischer Supermacht ermöglicht, obwohl tendenziell der alte, antikommunistische gezimmerte Militärblock in konkurrierende Kräfte zerfällt. Sichtbar wird dies am Streben der EU zu einer eigenen Militärmacht und der dazugehörigen geostationären Navigationssysteme. (Russland verfügt über ein eigenes und China arbeitet daran.)
Kriegseinsatz und Kriegsfolgen werden zu individualisierten „freiwilligen“ Berufs-Risiken von Berufssoldaten – Krieg ohne Helden
Im Alltagsleben gibt es kein Helden-Bewusstsein und auch keine Bereitschaft zu Heldenrollen. Sie wurden ersetzt durch die diversen medialen Superstars. Es gibt in der BRD keinen durch den Staat mobilisierbaren militanten Nationalismus und Patriotismus. Deshalb werden Militäreinsätze und die Vorhaltung von Repressivapparaten (etwa Bundespolizei) als Ressourcen für humane Militär-Missionen, als notwendige Schutzkräfte ziviler Hilfen oder als Krisennothelfer (Flut in Hamburg, Oderhochwasser) dargestellt.
Das Todes-Risiko im „Einsatz“ bzw. das Risiko der Traumatisierung durch Kriegseinsatz und möglicher weiterer Folgeschäden (Verletzungen, Verstrahlung) wurde zum öffentlich nicht oder kaum wahrgenommenen Berufsrisiko Freiwilliger zu „Marktpreisen“.
Das Militär vermeidet bei der Bundeswehrwerbung und in der Öffentlichkeit die Darstellung der zwingenden Folgen militärischen „Engagements“. In der Bundeswehrführung, der Truppe selbst und in der Bundesregierung sind auf Grund der eher noch (!?) negativen Wahrnehmung von Vereidigungen und Totengedenken die Bereitschaft zur Öffentlichmachung gering ausgeprägt und wegen ihrer möglichen ambivalenten Wirkungen umstritten. Hier wird es wohl um eine schrittweise „Gewöhnung“ an die Kriegstoten gehen, in einer individualistischen und narzisstischen Gesellschaft hält sich das solidarisierende Mitgefühl sicher weiter in beherrschbaren Grenzen.
Kriegskosten und Kriegsfolgekosten wären schon eher als Thema geeignet, aber hier gibt es einen erheblichen Zweifel, dass diese Haushaltsetats radikale Reduzierungen erfahren könnten. Im Gegenteil, man versucht das „Mitgefühl“ mit unseren Mädels und Jungs im Einsatz für die Legitimation waffentechnischer Modernisierung zu instrumentalisieren, schließlich hat ja jeder ein Anrecht auf anständige Arbeitsgeräte und Arbeitsbedingungen.
Die traumatisierten Kriegsopfer sind kaum öffentliches Thema, die damit befassten Militärspezialisten sind eher – auch aus Ressourcenmangel und wegen fehlender, letztlich nicht beschaffbarer „Sinnstiftung“ (deutsche Interessen werden am Hindukusch verteidigt, sozusagen eine Terrorismuspräventionsarbeit für die Sicherheit der Heimat) überfordert. Die betroffenen Menschen, beschädigte Leben, sind schwer wieder ins Alltagsleben integrierbar. Hinzu kommt, dass der männliche Geist der Truppe nach wie vor psychische Kriegsfolgen schwer thematisierbar macht.
Des Weiteren ist anzunehmen, dass Waffen- und Kriegseinsätze verdeckt, außerhalb legaler Prozedere stattfinden und sich über das militärische Gesamtgeschehen und die innere Militärpropaganda (Bsp. Bundeswehr-TV) eher der Mantel des Schweigens militärischer Geheimhaltung legt. Herhalten muss dafür das legitime Sicherheitsinteresse der kämpfenden Truppe, wer also Verstöße gegen das Völkerrecht oder das Grundgesetz offen legt, fällt „uns“ in den Rücken, begibt sich außerhalb der Solidargemeinschaft, er ist ein gefährlicher Nestbeschmutzer. Da haben wir den Dolchstoß der Demokratie gegen das Militär und die Kriegsparteien im neuen Gewand.
Die NATO setzt völkerrechtswidrige Massenvernichtungswaffen in ihren Kriegen seit 1991 ein, nämlich Uranmunition, mit verheerenden Folgen für die Soldaten und die Bevölkerung in den Kriegsgebieten und weit davon entfernten Regionen.
Der „Todesstaub“ der Uranmunition, schwach strahlende Nanoteilchen im Explosionsstaub, zeigen streng geheim gehaltene, offiziell geleugnete und mit Zensur und geheimdienstlicher Verfolgung sanktionierte belegte Langzeitfolgen.
(Der Autor Frieder Wagner wird seit dem vom Öffentlich-rechtlichen Rundfunk boykottiert, die Veröffentlichung der Dokumentation faktisch der Zensur unterworfen, aufklärende Wissenschaftler mit dem Tode bedroht, mindestens ein Attentat auf einen Arzt ist wahrscheinlich, „befreundete“ Regierungen werden gezwungen, über die Kriegsfolgen erhöhter Krebsraten und Miss- bzw. Fehlgeburten zu schweigen.)
Mit der Wehrdienstaussetzung verschwindet die Alltagsrelevanz der Armee + Normalität: Frieden in (West)europa – die sich entfernenden Weltkriege
Frieden in West- und Osteuropa ist eine 66-Jahre währende Realität. Der „nahe“ Krieg und die eigene Betroffenheit ist weitestgehend aus dem Alltagsbewusstsein getilgt, die Kriegsfolgen (Restzeugnisse zerstörter Städte) sind als tägliches Anschauungsmaterial verschwunden. Die deutsche Schuld am ersten und zweiten Weltkrieg sind ein überwiegend abstraktes Wissen. Für den 2. Weltkrieg und damit verbundene Wirtschaftsinteressen, die Verantwortung deutscher Eliten für Völkermord, Holocaust und ein kollaborierendes „SSEuropa“ gehören nicht zum geschichtspolitischen Alltagswissen. Die Befreiung vom Faschismus wird verkürzt als eine Befreiung überwiegend durch die westlichen Alliierten wahrgenommen. Die Gründe des zustande Kommens, die Dimensionen der militärischen und diplomatischen Antihitlerkoalition sind im Alltagsbewusstsein kaum präsent. Das ermöglicht eine recht willkürliche Interpretation von Kriegsursachen und Kriegsfolgen und der überhöhten Rolle der Militärs des 20. Juli 1944. Es muss nachdenklich stimmen, wenn ein Familienspross eines Attentäters als besonders smarter Typ zum Kriegsminister der BRD wurde, um dann erstmals öffentlich und smart Krieg auch Krieg zu nennen. Die Bevölkerung vergötzte, angeführt von BILD, ausgerechnet einen adligen Minister in diesem Ressort – der Kriegspolitik.
+ Normalität – Frontex und die kontrollierte Migration
Die weitestgehend kontrollierte Migration gehört zur Alltagsrealität der Bundesrepublik. MigrantInnen werden überwiegend nach ihrer wirtschaftlichen Nützlichkeit bewertet. Nicht Multikulti, sondern die leistungsgerechte Verwertung gebildeter MigrantInnen und das kostenoptimierte Überleben der verworfenen Leben Leistungsversagender MigrantInnen sind die aktuellen und mittelfristigen Staatsziele, die sich auch einer beträchtlichen Popularität erfreuen.(Sarrazin, Pro-Bewegungen)
Nord- und Ostsee sind nicht Räume für ertrinkende Boatpeople, illegale Einwanderung hat kein skandalträchtiges Gesicht. Mit Steuermittel der EU-Staaten kaufen wir die Dienstleistungen des Schutzes der jeweiligen Außengrenzen. Das ist eine unhinterfragte Bedingung für die Aufrechterhaltung der beträchtlichen verbliebenen Sozialsysteme und es ist eine stillschweigende Bedingung für solch alternative Vorschläge, wie etwa das bedingungslose Grundeinkommen.
+ Krieg als Prävention, Krieg als Intervention für die Menschenrechte – die neuen Lehren aus dem alliierten Krieg gegen Hitler – Bomben für die Demokratie
Seit dem Jugoslawienkrieg erfolgt eine systematische Uminterpretation der Kriegslehren im Sinnen von „befreienden“ und Völkermord angeblich vermeidenden Präventivkriegen als ultima ratio humanistischen Handelns. Diese Entwicklung geht mit einer Militarisierung und Instrumentalisierung der UN einher, die heute einen wesentlichen Teil ihres Haushaltes in Militärausgaben steckt.
Der militärische Kampf gegen „Schurkenstaaten“ scheint ebenso auf Akzeptanz oder doch zumindest Gleichgültigkeit zu treffen, wie für Mörder und „Kinderschänder“ der „Volkszorn“ Folter und Todesstrafe einfordert.
Wirtschaftliche Interessen (Rohstoffe, Handelswege) Deutschlands und der EU heute und zukünftig auch militärisch zu vertreten scheint für breite Kreise der Bevölkerung, der politischen Eliten und der Medienmacher kein des Protest würdiges Staatsziel. Es ist durchaus im Alltagsbewusstsein angekommen, das moderne Technologien, wie etwa das Mobiltelefon oder moderne Bildschirme aus Rohstoffen gefertigt werden, deren Gewinnung und Verfügung unter menschenrechtswidrigen Bedingungen erfolgt. An den schönen IPhones klebt Blut, aber Mehrheiten scheinen sich an die maßlose Gewalt und menschliche Unsicherheit anderen Ortes gewöhnt zu haben, wenn dadurch unser fiktives Wohlleben im hemmungslosen Haben erhalten wird.
Die Ausdehnung der Handlungsräume und Vollmachten der NATO ist nicht demokratisch, parlamentarisch legitimiert, aber sie generieren eine Weltordnung, die „uns“ bisher ein Leben in Wohlstand und Sicherheit ermöglicht. Das ist Grund genug, die Militärorganisation nicht in Frage zu stellen und Kriegspropagandisten und Kriegslügner , wie etwa Scharping, nicht vor den internationalen Gerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu zitieren.
Die Produktion von militärischer Hochtechnologie und der Waffenexport, der Export von Sicherheits- und Polizeiberatung, die dahinter stehenden Konzepte sind keine Themen der demokratischen Öffentlichkeit, die es auf die politische Vorderbühne geschafft hätten.
Die Kriege seit 1991 werden beworben mit neuen „Wunderwaffen“, „saubere Waffen“ mit chirurgischer Präzision, dazu gehören Fernlenkwaffen und Uranmunition und Uranbomben von enormer Durchschlagkraft. Die Uranmunition wurde um 1972 in Deutschland von den Rüstungskonzernen MBB und Rheinmetall entwickelt. Sie waren vorgesehen als panzerbrechende Waffen gegen die kontinentale Übermacht der Panzerstreitkräfte des Warschauer Paktes, neben Atomminen im Fulda Gap und Neutronenwaffen die wirksamsten Waffen gegen Panzerstreitkräfte. Der Warschauer Vertrag hatte eine Militärdoktrin, die den Präventivschlag, die Vernichtung des Gegners auf seinem eigenen Territorium anzielte.
Die Soldaten verbrennen beim Einsatz von Uranmunition bei 1000 Grad in ihrem Panzer, Neutronenwaffen sollten alles Leben auch hinter Schutzeinrichtungen auslöschen „versaften“, aber die materielle Infrastruktur bei geringer Reststrahlung erhalten. Der Panzergraben mit Atomminen gesprengt hätte Hessen und Thüringen im nuklearen Fallout begraben.
Heute leugnen auch die deutschen Behörden, sowie die USA, GBR, Kanada und Israel, die Langzeitfolgen der schwach strahlenden Uran-Nahnoteilchen. Auch in Afghanistan wird diese Munition eingesetzt. Bisher wurde nur für einen Soldaten (in Großbritannien) von über hunderttausend verstrahlten Soldaten („Golfkriegssyndrom) (und deren Gen-geschädigten Kinder) die Uranmunition als Verursacher anerkannt. Nach Augenzeugen bringen deutsche SoldatInnen in Speyer Teile der Uranmunition als Souvenir mit nach Hause. Die USA haben das Informationsmaterial über die tödlichen Folgen der Stäube bereits vor dem ersten Waffeneinsatz erarbeitet, aber nicht den SoldatInnen mitgeteilt. Auch die deutsche Regierung und Militärführung leugnet hartnäckig die tödliche Langzeitwirkung dieser Waffen.
Heute wird an der militärtechnischen Überlegenheit weiter gearbeitet, die die Illusion stärken soll, Kriege könnten mit unverwundbaren eigenen Soldaten in der Ferne geführt werden. Dazu gehört schon heute der Cyberpilot, der morgens aus seinem Einfamilienhäuschen zur Schicht fährt und tausende Kilometer entfernt Aufklärungs- und Waffen tragende Drohnen steuert.
Die deutsche Rüstungsindustrie ist weiterhin ein bedeutender Partner für Hightech-Waffen und der Verwirklichung bizarrer Pläne vom „Modernen Soldaten“, schwer verwundbar, automatisch mit Pharmaka, gesteuert vom „Bordcomputer“ psychisch und physisch stabilisiert, Roboter stark und ausdauernd, sich automatisch tarnend und allseitig sehend und kommunizierend, mit „begeisternd“ starken Waffen Made in Germany ausgerüstet. Letzteres ist bereits Realität, bei Heckler & Koch mit der Herstellung von Pistolen und Maschinengewehren für den Einsatz im Bereich Landesverteidigung.
Zum Preis von bis zu 30000 Dollar pro Waffe soll der Konzern bis 2012 12500 an die USMilitärs liefern. Auch in Deutschland ist aus „Sorge um das Leben unserer Soldaten“ die „Verbesserung“ der Ausrüstung ein wehrpolitischer Dauerbrenner.
Das Engagement gegen Rüstungsforschung, Rüstungsproduktion, Rüstungsexport und Rüstungshaushalte hat das Potenzial zur Mobilisierung der Bürgerinnen.
Darüber hinaus sind in Rheinland-Pfalz konkrete Standorte der alliierten Streitkräfte und der Bundeswehr weiterhin politische Mobilisierungsziele.
Das sollte insbesondere für die Standorte gelten, die der unmittelbaren Führung, logistischen, nachrichtendienstlichen, psychologisch-propagandistischen Sicherung und Vorbereitung von Auslandseinsätzen gelten.
Kriegsgeschädigte, Kriegsfolgengeschädigte und Angehörige der Kriegs- und Kriegsfolgen toten sind ein demokratisches Potenzial.
Unumgänglich ist die internationale Zusammenarbeit mit der Bevölkerung in den ehemaligen Kriegsgebieten und Kriegsfolgengebieten. (Uranstaubwirkungen wurden tausende Kilometer vom Kampfgebiet nachgewiesen.)
Nie wieder Krieg ?
Die nach Deutschland vom Auslandseinsatz geschädigt zurückkehrenden SoldatInnen klagen über mangelnde Aufmerksamkeit, Anerkennung und Verständnis. Sie finden, auch friedenspolitisch betrachtet, eine Gesellschaft vor, die mit ihrem täglichen Klein-Klein und einer vor sich hin wurstelnden Politik beschäftigt ist und sich eben im tiefsten Frieden wähnt. Es mag auch sein, dass die Regierungspropagandaspezialisten (neudeutsch PR) den Zeitpunkt für eine öffentliche Heldenehrung noch nicht gekommen sehen. Was die Folgewirkungen der Uranmunition anbelangt, ist es schiere Problemverleugnung, die der Gesellschaft in nicht so langer Zeit noch beträchtliche menschliche und finanzielle Folgekosten bringen kann.
Gegen die Werbung für die Bundeswehr an den Schulen durch Offiziere der BW regt sich erster Widerstand. Es wird mit attraktiven Gehältern auf einem unsicheren Arbeitsmarkt, mit sicheren Berufs- und Bildungskarrieren gelockt, verbunden mit Technikbegeisterung und dem Wunsch Jugendlicher ernst genommen zu werden und außergewöhnliches zu tun. Noch mangelt es an BewerberInnen, sorgen wir dafür, dass es so bleibt und wir an den Schulen, bei LehrerInnen, Eltern und Jugendlichen den Mythos von der herbei bombardieren Demokratie, westlicher Werte und Lebensweise brechen. (1991 erschrak ich, als mein Sohn beim Abitur in Leipzig mir erläuterte, die Westalliierten hätten den großen Fehler gemacht, gegen Hitlerdeutschland nicht rechtzeitig und präventiv den militärischen Erstschlag zu führen. Mal abgesehen davon, dass damit auch die Vorgeschichte mit dem Münchnerabkommen und dem Hitler-Stalin-Pakt unter den Tisch gefallen ist, ahnte ich, was hier geschichtspolitisch legitimiert wurde.) Joschka Fischer hat dann mit solchen irrsinnigen Argumenten DIE GRÜNEN auf Kriegskurs gebracht, was zu zahlreichen ehrenhaften Parteiaustritten führte. Immer noch haben DIE GRÜNEN und alle Parteien in Deutschland die Möglichkeit sich neu und anders zu entscheiden!
Im Aktualitätshype der Medien gehen Kriegslügen und die konkreten nachhaltigen Kriegsfolgen unter, selbst Skandale finden keinen nachhaltigen Widerhall in einer von Werterelativismus und Gleichgültigkeit durchzogenen narzisstischen Gesellschaft.
Der Informationsoverkill hat seine eigentliche Ursache in fehlenden Wertorientierungen, die ausbleibenden friedenspolitischen Handlungen sind nicht primär Resultat des Informationsüberflusses.
Es ist zu befürchten dass auch in Libyen, in Tripolis Uranmunition eingesetzt wurde. Die Diktatorenjagd mit Mitteln, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen. Die Nachrichten aus vergangenen Kriegsgebieten (Jugoslawien, Irak) zeigen, dass nach den Kriegen bis heute elementare Lebensbedingungen (Strom, Wasser, Dekontamination) nicht hergestellt sind.
Der NATO-Einsatz in Libyen ist nicht durch den UN-Beschluss zu Flugverbotszonen gedeckt. Aktuell steht zu befürchten, dass das gigantische unterirdische Wasserversorgungssystem (3000 Km Rohrleitungen, 1000 Brunnen, unter dem Diktator für 25 Milliarden Euro in 30 jähriger Bauzeit u.a. der Städte Tripolis, Sirte, Saha und Bengasi, erstellt, angegriffen wird, weil über dessen militärische Verwendbarkeit spekuliert wird.
USA, Europa, China: alte Imperien gehen unter, neue Imperien entstehen und behaupten sich anders
Die USA sind zweifelsohne die einzig verbliebene militärische Supermacht. Solange die USA als weltgrößter Energieverbraucher auf Extraktionsökonomien setzen, macht die militärische Eroberung von Land und Rohstoffen in dieser Logik Sinn. Landkäufe, Wasserkäufe, Käufe von Rohstofflagern, Aufkäufe von Staatsschuldpapieren sind chinesische Offensivstrategien, für die es keine globale Kriegsmacht braucht, es genügt der VR China die sicher Fähigkeit zu erlangen, fremde Streitkräfte vor ihrer Küste zu versenken und atomare Vergeltungsschläge auf Zentren führen zu können. Die BRD und die EU streben die Fähigkeit an mehrer lokale Kriege bzw. bewaffneten Konflikten auf fremden Territorien bzw. Hoheitsgebieten für ihre Interessen gleichzeitig führen zu können. Deutschland ist dabei, führend nach Wegen in einen neuen Akkumulationstyp im solaren Zeitalter zu suchen. Es bleibt dabei bei einem innereuropäischen deutschen wirtschaftlichen Führungsanspruch mit ergänzender militärischer Handlungsfähigkeit in der NATO und der zu schaffenden Militärorganisation der EU.
Alternative: Europas neue Rechte & die Tea-party zwischen neuem Globalismus und Nationalismus
Mit der Tea-Party und der populistischen Rechten entwickeln sich starke Kräfte für eine Abkehr von der bisherigen Globalisierungspolitik offener Märkte. Abschottung der eigenen Märkte, Rückzug auf die Schutzfähigkeit der nationalen Grenzen gehören zu den Kernüberlegungen. Dazu gehört auch die NPD-Kampagne „Das Soziale geht nur national“.
Unsicherheit und konservative Psyche - Mobilisierbarkeit der Ressentiments
Die weit in die Mittelschichten eindringende soziale Verunsicherung und reale Prekarisierung der unteren Mittelschichten, insbesondere deren Kinder, lässt nicht erwarten, dass „friedenspolitische“ Themen zu deren „Entrüstungsarsenal“ („Wutbürger“) gehören werden.
Ihre gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, das Potenzial und die real mobilisierbare „Bürgerwut“ gegen „unnütze“ MigrantInnen wird zunehmen. Für personenbezogene Dienstleistungen wird man sich der Randeuropäer und der MigrantInnen partiell bedienen, dort wo gebildeter Elitennachwuchs fehlt wird, solange die eigenen Kinder Aufstiegschancen haben, die Arbeitsmigration geduldet. Das erspart der BRD auch höhere Bildungskosten, die Unterschicht und Bildungsfernen werden hingegen ideologisch und polizeistaatlich gnadenlos ins Abseits gedrängt.
Terrorismus bleibt ein unbestimmter Begriff
Die UN-Definition für Terrorismus ist noch nicht von genügend Staaten ratifiziert. Politisch wird die Abgrenzung zwischen nationaler Selbstbestimmung, nationaler Befreiung und legitimen Widerstand gegen einen Diktator schwierig und nach aktuellen und strategischen Interessenslagen instrumentalisierbar bleiben. Die geschichtlichen Erfahrungen (USA erste Drittel 20.Jh.) zeigen, dass der Terrorismusbegriff auch gegen Sozialproteste verwandt werden kann.
Sicherheitsgesetze – Notstand als neue Normalität - Kopfkontrolle
Die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit verschwimmen in der Wahrnehmung der BürgerInnen. Der Schutz von Alltagsräumen (etwa Großereignisse) dient als Legitimation für den Ausbau von Maßnahmen der inneren Sicherheit und findet weitestgehende Zustimmung bzw. keinen Widerspruch. (Abbau Datenschutz, Überwachung öffentlicher Räume, neue Pässe und Personalausweise…)
Tatsächliche Sicherheitsrisiken, etwa durch AKW, extreme Hochwasser, Erdbeben im Rheingraben und Seuchenhygiene sind Sache eines engen Expertentums und der davon betroffenen Lobbygruppen zur Wahrung von Wirtschaftsinteressen und erfahren so nicht die notwendige öffentliche Wahrnehmung.
Nach dem Ende des kalten Krieges wurden die NOTSTANDSGESETZE nicht in Frage gestellt, es scheint so, dass die Bevölkerung an eine automatische strukturelle Friedensfähigkeit westlicher Ökonomien und Demokratien glaubt.
Die Privatisierung von Sicherheitsdiensten im Alltagsleben, die angedachte Privatisierung des paramilitärischen Schutzes der deutschen Seefahrt vor Piraten und die Privatisierung von Gefängnissen sind auch nicht im Blick der Öffentlichkeit, ebenso wenig die Tendenz von Betreuungs- zum Bewahr- und Sicherheitsvollzug im deutschen Justizvollzug.
Politisch motivierte Gewalt, insbesondere von Rechts, aber auch von Links bedarf der entschlossenen demokratischen und friedlichen Prävention, wonach es aber nicht aussieht, man kann vielmehr den Eindruck erhalten das deren politische „Events“ durch die Innenminister, Polizei und Verfassungsschutz gern dazu genutzt werden, um der BürgerIn regelmäßig demonstrieren zu können wozu man fähig ist und welche innenpolitischen Feindbilder der besonderen Aktualisierung bedürfen.
Soziale Unruhen als Randale – NULL-Toleranz Politik in New York und London, bald in Berlin und Hamburg?
Brennende Autos und kommende soziale gewalttätige Unruhen (Randale, Chaoten) treffen mit hoher Wahrscheinlichkeit bei der Bevölkerung auf eine Zustimmung zur NULL Toleranzpolitik
nach New Yorker Vorbild.
Stuttgart 21 und Geißlers Warnung vor dem „totalen Krieg“ – Bürgertum und dessen Selbst-Kontrolle
Der Protestanlass ist ein bürgerlicher, das Projekt stört die gewohnte Ordnung des Lebensraumes, die Gigantomanie der Projektemacher und der hemmungslose Zugriff von Wirtschaftsinteressen konterkariert die allseits täglich behaupte demokratische Legitimation des Handelns der Politik im angeblichen Bürgerinteresse. Der Protest und die Nichtakzeptanz der Mediation durch die bürgerliche Mitte bedrohen die Rest-Legitimation von Institutionen der repräsentativen Demokratie und der personalen Autoritäten. Der Staat und die herrschende Elite stehen vor der Herausforderung neue partizipative Formen der Demokratie zu schaffen und befinden sich zugleich in dem Dilemma, das deren demokratischer Schein allzu leicht an Wirtschaftsmacht zerbricht. Würde die Entmündigung des Citoyens durch die Wirtschaft zu einer mehrheitsfähigen Einsicht, droht dem politischen System eine schwere Legitimations- und Funktionskrise, die mit den Mitteln des Sicherheitsstaates nicht einzudämmen wäre. Der „totale Krieg“ meint den drohenden/ befürchteten definitiven Zusammenbruch der Legitimation des bestehende politische System, welches doch zugleich die Befriedung der Gesellschaft bei sich weiter spreizenden sozialen Ungleichheit abzusichern verspricht. Stuttgart 21 soll nicht wieder zum Lernfall des baden-württembergischen Bürgertums an der Arroganz der Macht werden, wie es einst der frühen (1977) Widerstand gegen die drei Atomkraftwerke Fessenheim, Wyhl und Kaiseraugst wurde, „friedliche“ Bauern zogen mit Güllewagen gegen Filbingers Aton-Polizei! Das war das aus für die scheindemokratische Legitimation eines Kampfes gegen Außenseiter und Chaoten im Namen der Gutbürgerlichkeit. Widerstand und Friedenskampf scheinen also auf den Bürgerzorn angewiesen zu sein!
Neue nichttödliche Waffen als innenpolitisches Vorsorgeprogramm
Ob martialische rollende und fernsteuerbare Wasserwerferfestungen, Minihelikopter zur Nahaufklärung, Drohnen gegen Demonstranten oder Klebeschaum zur Fixierung Unbotmäßiger auf der Straße, das Arsenal vorhandener, getesteter oder auf den Forschungs und Beschaffungslisten stehender Waffen ist umfangreich. Der Staat rüstet sich mit der Zusprache der EU und der profitierenden Industrien sich für den Krieg gegen die Zivilgesellschaft. Mit der Außerkraftsetzung der Wehrpflicht reduziert sich zugleich das an Waffen taktisch ausgebildete und durch „Aufständische“ rekrutierbare Fachpersonal.
Innenpolitik und Armee, die G8 AWACS-Flüge
AWACS zur Aufklärung der G8-DemonstrantInnen in Heiligendamm sind ein Symbol für den Willen alle verfügbaren und geeigneten Mittel zur Prävention gegen Protest und Widerstand zu erproben und gegebenenfalls eingeübt bereit zu halten und einzusetzen. Diese militärische Staatsaktion gegen Bürgerprotest hat keine bedeutenden zivilgesellschaftlichen, medialen und juristische Maßnahmen ausgelöst. Die scheinbare „Folgenlosigkeit“ der Erprobung für die DemonstrantInnen verdeckt den Charakter der taktischen Einübung für den innenpolitischen Ernstfall. Der Sturz des DDR-Regimes hat nachdrücklich gezeigt, dass es noch neuralgische Objekte des Staates gibt, die vom unkontrollierten Bürgerzugriff geschützt werden müssen. Der „Sturm“ auf die deutschen Geheimdienstzentralen ließe nachhaltige Folgen für die Delegitimierung von Teilen der gegenwärtigen Eliten erwarten.
Auch die polizeiliche Abriegelung des Münchner DGB-Hauses, weil dort globalisierungskritische Kräfte tagten, während München Gastgeber einer traditionellen militärpolitischen Tagung war, fand keine Skandalisierung. Offenbar schläft das demokratische sicherheitspolitische Bewusstsein.
Geheimdienste als „Beobachter“ und Einflussagenten
Der gescheiterte Verbotsantrag gegen die NPD hat deutlich gemacht, dass die Grenzen zwischen beobachtenden und Einfluss nehmenden Agenten fließend sind. In Deutschland fehlte bis zur demokratischen Revolution eine universitäre, eine öffentliche Geheimdienstforschung. Trotz partieller Aktensperrung, trotz Deals mit Teilen der Dienste der DDR ist doch dank Bürgerbewegung auf einzigartige Weise das Arsenal geheimdienstlicher Techniken aufgedeckt.
Im Falle ernsthafter Delegitimation der bestehenden Herrschaftsverhältnisse durch Bürgerbewegungen und politische Organisationen würden Nachrichtendienst von der Beobachtung zur aktiven destruktiven Steuerung übergehen, wozu auch der Einsatz von Provokateuren gehört, die dann den, in der Logik der Herrschenden, den „präventiven“ Einsatz von Gewalt und Justiz legitimieren und so ermöglichen.
Grenz-Sicherung als Vernetzungsblockade, dass Beispiel Attac
Jüngst und schon mehrfach wurden internationale AktivistInnen an der Einreise nach Deutschland gehindert, u.a. mit dem Argument, dass die Gefahr bestünde, dass die betreffende Aktivistin in Deutschland verbliebe. Auch hier organisiert sich kein nachhaltiger Protest in den Medien, der Politik und Öffentlichkeit. Auch ist davon auszugehen, dass deutsche Aktivistinnen bei ihrer Teilnahme oder Beteiligung an vorbereitender internationaler Vernetzung nachrichtendienstlich in Kooperation mit ausländischen Diensten erfasst werden.
Die Verwundbarkeit in kommenden Kämpfen – innenpolitischer Cyberwar
Die Protestorganisation, als auch die langfristig wirkende politische Arbeit erfolgt heute überwiegend gestützt auf das Internet. Operative Protestorganisation nutzt die Mobilfunknetze. Maßnahmen der Behörden gegen Neonazis haben bereits gezeigt, dass in deren Internetkommunikation eingedrungen wird und das Handys bei operativen Aktionen gezielt ausgeschaltet wurden.
Die Proteste im arabischen Raum zeigen die Bedeutung der Sozialen Netze und der Mobilfunknetze für den Protestaufbau und die operativ-taktische Protestorganisation, einschließlich der Herstellung von solidarisierender und schützender Gegenöffentlichkeit.
Die heutigen und potentiellen Akteure der Zivilgesellschaft sollten sich darüber im Klaren sein, dass diese Technologien, einschließlich der Onlinedurchsuchung, im innenpolitischen Krisenfall gegen sie eingesetzt würden.
Der Vorrang elektronischer Kommunikation (E-Mail) und elektronsicher virtueller Vernetzung (Soziale Netzwerke, wie Facebook) gestattet eine effektive Aufklärung von Personenprofilen und Vernetzungen.
Sie müssen auch davon ausgehen, dass die Dienste und die Regierungsstellen von taktisch strategischer Bedeutung, und die operative Polizei über eigene digitale verschlüsselte und von den öffentlichen Netzen unabhängige Strukturen verfügen. Das digitalisierte Telefonnetz ist heute mit vorbereiteter Software selektiv und der Folge keinen Anschluss zu haben für hunderttausende Teilnehmer in wenigen Minuten möglich, das gilt ebenso für die Störung der Koordination des öffentlichen Verkehrs und der Verkehrsleitsysteme.
Die fortschreitende Digitalisierung von Radio und TV und die zukünftig immer weniger verfügbaren Analogfunkempfangstechnik könnte die Information der Protestbewegung unabhängig vom Internet durch terrestrischen Funk erschweren. Im Antiatomprotest spielte Radio Dryeckland eine wesentliche Rolle bei der Entstehung, Ausweitung und „Führung“ der Anti-Atom-Protestbewegung. Das damals illegale Radio in Deutschland und Frankreich schuf auch in Echtzeit Öffentlichkeit über polizeiliche Repressionsmaßnahmen und die operative Protestgestaltung.
Die private Mobilität ist über die zivile Treibstofflogistik unterbrechbar, der Militär- und Sicherheitsapparat verfügt über eine eigene Treibstofflogistik.
Bestimmte öffentliche Räume, so das Berliner Regierungsviertel, sind angefangen bei Tief- Straßen- und Hochbau unter polizeitaktischen Aspekten optimiert. Es wird also darauf ankommen, geeignete öffentliche Räume für demokratische Massenproteste und politische Massenstreiks dezentral, aber auch für genügend Massenpotential geeignete zu erkunden
Die Vernetzung der Zivilgesellschaft allein auf virtuelle Netze zu stützen stellt eine große Gefahr für die Aufrechterhaltung ihrer Handlungsfähigkeit im Falle einer Staats- und Legitimationskrise dar. Gegenöffentlichkeit und Protestorganisation im öffentlichen Raum darf nicht ausschließlich von diesen Kommunikationswegen abhängig gemacht werden.
Protestbewegungen und die Frage der Gewalt
Die Freiheit von militanter Gewalt war eine zentrale Erfolgsvoraussetzung für die Bürgerbewegung, ebenso das Wissen der herrschenden, das nach einer bewaffneten Niederschlagung des Volksaufstandes jede nationale und internationale Legitimation vergeblich war. Hinzu kam das Wissen über zwei militärpolitische Voraussetzungen:
1.) Der Westen würde in keinem Falle militärisch intervenieren und
2.) Die Sowjetunion unter Gorbatschow verweigerte den Truppeneinsatz.
Freilich „versäumten“ die Revolutionäre die Eroberung der Polizei und der Akten des Innenministeriums, aber die Bewaffnung mit Kerzen und körperlicher Massenpräsenz an und in den Festungen des Systems /Stasizentralen, verbunden mit zunächst prosozialistischen und gemäßigten Strafforderungen (Stasi in die Produktion) führte dazu, das auch im Staats- und Parteiapparat nicht schlagartig die angelernten Feindbilder mobilisierbar waren.
Die Freiheit von militanter Gewalt ist die ultima ratio des kommenden „Aufstandes“, was jedoch noch keine Garantie dafür ist, das die Staatsmacht und die auch in Deutschland in hoher Zahl privat bewaffnete Bürgerschaft nicht ihrerseits zur Waffengewalt greift. Es braucht Mut und Entschlossenheit zum massenhaften, auch dezentralen und flexiblen gewaltfreien Widerstand und der Besetzung öffentlicher Räume durch eine demokratische Freiheitsbewegung.
Den Revolutionären in der DDR gelang die Delegitimation eines undemokratischen, diktatorischen Regimes. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Aufdeckung und die Blockade des Wirkens des Ministeriums für Staatssicherheit und des zentralistischen SED-Apparates.
Eine erhebliche Schwierigkeit für demokratische Massenbewegungen liegt in der Existenz unkontrollierbarer Einzelpersonen, ideologisch geleiteter militanter Gruppen, der Wirkung von Provokateuren, Agenten, sozialer spontaner Jugendrevolten, krimineller Trittbrettfahrer (Hooligans, kriminelle Banden) in einer Situation des Machtvakuums der Staatsgewalt und der Tatsache, dass eine kommende Netzwerkbewegung des Protestes und zivilen Ungehorsam möglicher Weise keine anerkannten Führer hat, die als Mediatoren und „Befrieder“ wirken könnten. Allerdings zeigte die Revolution in der DDR, dass in der Bürgerbewegung genügend gewaltfreie Aktivistinnen mäßigend wirkten. Jedoch geschah dies weniger spontan, als vielleicht angenommen. Einerseits hatten gerade christliche Kreise die Gewaltfrage diskutiert und andererseits wussten die BürgerInnen um den hochgerüsteten Polizei-, Militär- und Sicherheitsapparat, den sie auf keinen Fall provozieren wollten.
Eine andere Frage ist, welch weiteren Gründe, außer den oben genannten, dazu führten, dass aus diesen Sicherheitsapparaten heraus letztlich kein Waffeneinsatz erfolgte.
Hinzu kommt, dass seit 1953 die DDR-Bevölkerung nicht mit dem massiven Einsatz polizeilicher Gewalt konfrontiert wurde. Der Geheimdienstapparat hatte bis 1989 Massenproteste auf der Straße verhindert, so konnte die SED-Diktatur durch massiven Spitzeleinsatz den „schönen Schein“ waren. Als die SED in Dresden massiv die Polizei gegen das Volk einsetze, wurde diese Maßnahme zu einem Katalysator für den anwachsenden Bürgerprotest.
Es muss darin erinnert werden, dass die Bürgerbewegung mit der mutigen Aufdeckung von Wahlfälschungen die Delegitimation des Herrschaftsapparates und der Ideologie einleitete. Die Einforderung von vollständiger Transparenz in alle Staatsgeschäfte (Glasnost) war die explosivste und erfolgreichste Massenforderung.
Die Linken in Deutschland haben noch einen erheblichen Klärungsbedarf zum gewaltfreien Widerstand. Große Protestbewegungen brauchen politisch-moralisch anerkannte, unbestechliche, mutig entschlossene Persönlichkeiten. Es braucht eine große Ehrfurcht vor dem Leben, die unbedingte Anerkennung der Menschenrechte aller!
Linke, Alliierte und Anti-Nazibündnisse heute, rechte Gewalt
In der Linken ist zuweilen zu hören, man sei eigentlich die einzigste, weil entschiedenste, Antinazibewegung in der Republik. Das halte ich für eine gravierende Fehleinschätzung, eine maßlose Selbstüberschätzung. Sie hat u.a. ihre ideologische Quelle in der Verbindung von Antifaschismus und Antikapitalismus. Wäre diese Annahme zutreffend, dann dürften die Demokratie und die Zivilgesellschaft auf das höchste gefährdet sein. Ähnlich schätze ich die Selbsteinschätzung von manchen linken FriedensaktivisteInnen ein, sie seien letzten Endes die einzigen konsequenten Antikriegskräfte.
Offensichtlich haben ein militanter dogmatischer Antikommunismus West und ein militanter dogmatischer Antikapitalismus Ost gerade in Deutschland vergessen lassen, dass die Antihitlerkoalition der militärischen Alliierten ein Bündnis sozialökonomisch und ideologisch antagonistischer Kräfte war.
In der Anti-Antifa und der Antifa existieren gewaltbereite und gewalterprobte Persönlichkeiten und Zusammenhänge, ebenso Strukturen die geheimdienstlichen Arbeitsweisen ähneln. (Personenüberwachung, Personenschutz, Internetangriffe/Hacker, Organisationsbeobachtung, also eine komplexe „Feindaufklärung“ auf „Vorrat“)
Für besonders bedenklich halte ich Tendenzen, Nazis nicht als Menschen anzusehen (Naziratten, gewaltsame Angriffe auf Personen, Schändung von Grabstätten), also eine geteilte Humanitas zu akzeptieren. Jedoch: Menschenrechte hängen nicht davon ab, ob der „andere“ selbst die Menschenrechte anderer anerkennt oder verletzt!
Die scharfe kritische Bewertung von Teilen der Anti-Antifa und der Antifa ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil die Bewertung politischer Gegner und Staatsbediensteter (Zum Beispiel Polizisten: „Bullenschweine“ oder „Systempolitiker“ im rechten Feindbild) als Menschen, die außerhalb der als Menschen zu bewertende und zu behandelnde Wesen angesehen werden.
LINKE Parlamentarier, Massenproteste und der zivile Ungehorsam – Bisky war gestern - der Widerstand von morgen, Protest, Widerstand, Gestaltung
Linke Opposition in den Parlamenten bedarf der glaubhaften und belastbaren Verbindung mit außerparlamentarischen Bewegungen. Allein die Produktion von Kritik und Alternativkonzepten im parlamentarischen Raum ohne die gewollte Verbindung mit einer außerparlamentarischen demokratischen Kultur von Bürgerbewegungen erfüllt diese Bedingung nicht.
Protest- und Alternativbewegungen benötigen moralischen, politischen, finanziellen und juristischen Beistand, sie benötigen Ermutigung für zivilen Ungehorsam und gewaltfreien Widerstand.
Im Land Brandenburg war die Rolle Biskys und der LINKEN in diesem Bundesland zum Beispiel im Kontext von Schülerstreiks keinesfalls dem außerparlamentarischen Protest förderlich, im Gegenteil.
Bernd Wittich Ludwigshafen, 26.08. 2011
1972 – 1975 Zugführer und technisch und politischer Ausbilder in einer Nachrichtenspezialeinheit der Offiziershochschule der Luftstreitkräften/Luftverteidigung der DDR
Weitgehende Literaturhinweise und Text begleitende Fotos sind in der anhängende PDF Datei nachles- und auch download-bar. -HIER-
Sie ist einzigartig – die Generation 60plus des Jahres 2011. Ihresgleichen gab es in der Geschichte der Menschheit nie. Die Generation 60plus ist pures neues Denken, ist ein qualitativ hochwertiger Sprung innerhalb der menschlichen Evolution. Sie mit früheren Generationen, etwa mit der Generation 60plus des Jahres 1951 oder mit der Generation 60plus des Jahres 1981, zu vergleichen, hieße, den modernen Homo sapiens sapiens mit dem vorsintflutlichen Neandertaler zu vergleichen. Trotzdem geschieht genau dies.
Dass der Vergleich geschieht, wie er geschieht, liegt nicht an der Generation 60plus des Jahres 2011. Dass er geschieht hängt mit jenen Denkstrukturen und Denkweisen zusammen, denen all jene anhängen, denen Neues Denken unbekannt ist und in deren Adern noch Reste des Blutes von Neandertalern rinnt.
Man muss nicht lange raten, welche Gruppen es sind, in deren Adern Reste des Blutes von Neandertalern fließt: Es sind die meinungsführenden Gruppen der Gesellschaft! Neandertalerblut in den Adern entdecken wir im transferierenden Sinne innerhalb der Vorstände in den Medien, innerhalb der Vorstände der großen gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Institutionen, innerhalb der Vorstände der Wirtschafts- und Industrieverbände, innerhalb der Vorstände der großen Banken und Versicherer und nicht zuletzt innerhalb nahe zu aller Disziplinen der Wissenschaften, allen voran die Rechts- und Staatswissenschaften, die Naturwissenschaften, die Lebenswissenschaften, der Gesundheits- und Pflegewissenschaften und – leider - auch in der Philosophie.
Dass die Medien von Neandertalern beherrscht werden, verwundert kaum. Denn Medienleute leben, denken und handeln in Sphären, in denen Wirklichkeit, so, wie sie an und für sich ist, nicht stattfindet, nicht stattfinden kann. Sie sind ohnehin die Bauchredner des Seins, Papageien, Nachplapperer, die nie etwas Eigenes zustande gebracht haben. Sie liefern nichts Neues, sondern allenfalls Abgestandenes – und nicht selten sind gerade sie es, die die falschen wissenschaftlichen Theorien, wie sie derzeit in den Finanz- und Wirtschaftswissenschaften, in der Medizin oder in den Gesundheits- und Pflegewissenschaften in Umlauf sind, bedenkenlos, ahnungslos und kenntnislos verbreitet haben. Sie laufen den falschen Propheten hinterher, den Ackermanns, den Sinns, den Steinbrücks, und merken nicht, wie sehr sie denen immer wieder aufgesessen sind. Wie es um die Zerklüftung der Gesellschaft bestellt ist, nehmen sie nicht wahr Sie bringen die Gesellschaft nicht voran, sondern behindern ihre Weiterentwicklung. Sie liefern nicht Information, sondern Desinformation. Inzwischen hat die Gesellschaft einen Verblödungsgrad erreicht, den etwa die Religionen niemals bewerkstelligen konnten. „Die Kinder des Glaubens wie die Kinder der Wissenschaften bedeuten kein Ende der Torheit, sondern nur dessen beliebige Fortsetzung“, sagt der Paderborner Philosoph Hans Ebeling.
Die Alten der Generation 60plus beobachten diese Entwicklungen mit Sorge. Trotz der Anzahl der Jahre, die sie gelebt haben, hören sie nicht auf zu lernen, sich zu bilden und mitten in der Gesellschaft zu leben und zu wirken. Die Alten sind nicht alt. Wohl könnten sie gelassen sein und damit leben, wie die Bilder aussehen, die die Medien von ihnen malen – denn wie auch immer: Es sind falsche Bilder. Sie sind zielgerichtet negativ. Denn wo das Alter negativ dargestellt wird, da lassen sich die Kosten drücken und die Gewinne steigern. So bleiben die Bilder, die die Medien derzeit vom Altern und von den Alten zeichnen, einseitig und unhaltbar negativ. Trotzdem werden sie nahezu ohne Kritik von Jung und Alt übernommen. Wen wundert’s, wenn die Alten nicht fröhlich sind. Es ist damit wie mit der „self-fullfilling- prophecy“: die Alten glauben zu verblöden, und weil sie es glauben, verblöden sie wirklich, obwohl sie nicht wirklich verblödet sind. Es fehlt ihnen das gesunde Selbstbewusstsein, es fehlt ihnen das, was sie gegen die von den Medien abgesonderten Zuschreibungen immunisiert. Es fehlt ihnen Zivilcourage. Denn es ist nicht wahr, dass man im Alter als erstes die Haare verliert – im Alter verliert man hierzulande als erstes das gesunde Selbstwertgefühl.
Selbst auf Krankheit und Pflege bezogen, stimmen die Daten, die seit Jahren verbreitet werden, nicht. So ist z.B. die Zahl der Pflegebedürftigen in den vergangenen vierzehn Jahren um 240.000 gestiegen. Das sind rund 17.000 jährlich. Hochgerechnet auf die nächsten zwanzig Jahre, wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen um 340.000 erhöhen. Die Zahlen, die der Öffentlichkeit präsentiert werden, sind die Zahlen der Geschäftemacher, die mit Gesundheit und Pflege der Menschen Millionen Euro scheffeln wollen – realistisch sind deren Zahlen nicht. 1,4 Prozent unserer Gesamtgesellschaft bedarf derzeit einer mehr oder weniger intensiven Pflege. Was die Zahlen der demenziellen Erkrankungen angeht, so liegt deren Zahl bei etwa 500.000 oder bei 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Wobei darauf zu achten ist, dass sich dementielle Erscheinungen auch unter Medienleuten, Bankmanagern, Wirtschafts- wissenschaftlern oder Neurologen feststellen lassen. Ein allgemeiner Blick auf den Zustand unserer Gesellschaft wird diese Diagnose bestätigen.
Das Alter ist anders. Denn die Voraussetzungen für die Entfaltung von Potentialen des Lebens bis ins hohe Alter in einer entwickelten Gesellschaft wie der unseren sind (noch)gut. Die persönliche Entfaltung kann heute in einem hygienischen, medizinischen, ökonomischen und ökologischen Umfeld erfolgen, das nicht nur Langlebigkeit, sondern auch Leben bei physischem und psychischem Wohlbefinden ermöglicht, wie es früheren Generationen verschlossen war. Dennoch sind insbesondere die Potentiale des Alters kein Thema, das in beeindruckender Medienberichterstattung, in sozialpolitischen Zielvorgaben oder in wissenschaftlichen Kongressen häufig auftaucht. Potentiale haben sich – so wird argumentiert – bei Personen entwickelt, Institutionen haben sie kaum einmal aufgegriffen, noch haben sie sie nennenswert gefördert. Institutsdenken scheint den Blick für die Wahrnehmung von Potentialen des Alters eher zu verstellen und ihre Berücksichtigung zu erschweren.
Zwar sind die Alten - etwa beim Hundertmeterlauf oder beim Kampf um olympisches Gold - „zu nichts zu gebrauchen“, aber das wollen sie auch gar nicht. Da spenden sie gerne jenen jungen Männern und Frauen Beifall, die dafür geeigneter sind. Die Interessen der Alten sind nicht auf körperliche Schnelligkeit oder Kraft gerichtet, denn da sind die Hasen schneller und die Elefanten stärker, als Menschen es jemals sein werden. Die Aufgaben der Alten ist nicht das Rudern, die Aufgaben der Alten liegen darin, die Richtung anzuzeigen, die eine qualitativ hochwertige Gesellschaft einschlagen sollte.
Dass sie dazu fähig sind, ergibt sich aus ihrem Leben selbst. Denn neben einer hohen sozialen Kompetenz besitzen die Alten in aller Regel reiches Faktenwissen in den grundlegenden Fragen des Lebens, reiches Strategiewissen, Wissen um Kontexte des Lebens und des gesellschaftlichen Wandels, Wissen um die Relativität von Werten und Lebenszielen und nicht zuletzt Wissen um die Ungewißheit des Lebens.
Leben ist Leben inmitten von Leben, das leben will – leben endet frühestens mit dem letzten Atemzuge.
Nur der Geist erkennt des Geistes Wert.
Wenn die Alten hierzulande utilitaristischen Überlegungen angelsächsischer Art die Argumentation nehmen und gesellschaftliche Bedeutung in dem Sinne gewinnen wollen, dass sie jenseits der Reproduktion auf andere Art etwas zur Erhaltung der Spezies beitragen,. dann muss diese Bedeutung über ihre persönliche Zukunft hinausgehen. Sie müssen erkennen, dass der Zeitgeist und die Ziele der privaten Wirtschaft und der privaten Versicherungen darauf gerichtet sind, die sozialen und Solidarität stiftenden Errungenschaften des späten 19. Jahrhunderts und insbesondere der 50er, 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts zu zerstören. Die Alten dürfen ihre Energien nicht für Trivialitäten verplempern. „Wenn die Alten ihre Energie im Alter verbrauchen oder mit Trivialitäten und Spielereien verplempern“, sagt die berühmte amerikanische Altersforscherin Betty Friedan, „wenn sie nur die Zeit totschlagen und das Alter und den Tod verleugnen, verschleudern sie ihre auf die Zukunft gerichtete Weisheit und Generativität. Ihr Leben muss mehr sein als nur jene bedeutsamen Erinnerungen, die sie vielleicht für ihre Enkel aufschreiben. Die Alten können die Zukunft nicht voraussehen. Doch wenn sie an den Problemen arbeiten, vor denen unsere Gesellschaft steht, und dabei ihre im Lauf des Lebens erworbene Weisheit und Generativität einsetzen, einschließlich des Wissens um die Entstehung des Sozialstaats, dann hinterlassen sie ihren Enkeln ein Vermächtnis, das darin besteht, dass sie bei der Gestaltung der Zukunft helfen und die Generativität des menschlichen Gemeinwesens entfalten und bewahren.“
Die Alten müssen ihr eigenes Leben leben, generativ und als Teil der Gemeinschaft.
Es hat doch etwas Gutes an sich so ein Telefon, wird man doch in regelmäßigen Abständen von den verschiedensten Freunden Bundesweit angerufen und auf die großen Probleme dieser Welt, welche meistens von Kleinen und an und für sich vollkommen Unscheinbaren und nicht gerade sympathischen ZeitgenossInnen ausgelöst werden, aufmerksam gemacht.
So weiß denn heute die WAZ von einer Auseinandersetzung in Gelsenkirchen zu berichten, welche von der politisch heimatlosen Bundestagsabgeordneten Ingrid Remmers ausgelöst wurde. Heimatlos deswegen, da sie doch in regelmäßigen Abständen mal in Herne, dann in Gelsenkirchen oder auch im Kreis Warendorf auftaucht, um dort die soziale Einstellung oder auch die Politik ihrer Partei zu erklären. Dabei aber immer wieder fleißig bemüht ist ihre politische Inkompetenz hinter einen Schleier zu verbergen. Ja, da ist das Arbeiten in der Türkei doch wesentlich einfacher. Dort ist man weitgehend unbekannt und wird auch von der Allgemeinheit nicht verstanden.
So war denn ihr Büroangestellter und Parteigenosse Markus Dowe sicherlich nicht wenig überrascht im Juni einen Änderungsvertrag in Beziehung auf seinen Arbeitsplatz erhalten zu haben. Aber er hätte gewarnt sein können, zeigen doch gerade die Gutdotierten Mandatsträger der Partei DIE LINKE, dann wenn es um den eigenen Geldbeutel geht, eine bemerkenswerte Janusköpfigkeit. So gab es zum Beispiel noch in den letzten Wochen Meldungen aus Moers und dem Kreis Düsseldorf in welchen über ähnliche Vorkommnisse aus der Gerechtigkeits-Partei zu berichten wurde.
Ein Skandal besonders der Fall bei der Großdruckerei Prinovis, einer Tochter des Bertelsmann Konzern, in der ein gewisser Professor Bierbaum mit seinen Info Institut aus Saarbrücken sehr zum Leidwesen der Arbeiter und Gewerkschaften sein Unwesen treibt. Bierbaum ist im Nebenberuf stellvertretender Vorsitzender der Bundespartei DIE LINKE. In den Artikeln “Ein Wolf im Schafspelz”, “Der Wolf unter Schafen” und “Bierbaum, no Geld bei Ford”, berichteten wir dreimal sehr ausführlich über diesen Fall. Reaktion aus der Partei von den Gerechtigkeits-Pharisäern: Null !! Soviel über das soziale Verhalten innerhalb einer Sozialistischen Partei.
So schrieb denn die WAZ und wir zitieren: “Es war ein eigenartiges Verfahren, bei dem sich zwei Parteimitglieder der Linken als Kontrahenten vor dem Arbeitsgericht gegenüberstanden”.
Ein wenig später in den Artikel aus den wir erneut zitieren:
“Richter Friedrich Heiringhoff klärte die Abgeordnete auf, dass eine Kündigung als reine Willenserklärung nicht wirksam sei. Auch der Änderungsvertrag habe keinen Bestand, da er von beiden Seiten gewollt sein müsse, der Kläger ihn aber nicht angenommen habe. Die Bundestagsabgeordnete schien zu wissen, dass sie sich auf dünnem Eis bewegte.”
Natürlich wurden auch die Beweggründe dieser Arbeitsvertragsveränderung durch den Richter hinterfragt, worauf er aber keine schlüssige Antwort erhielt. Vermutlich ist Frau Remmers aufgefallen das man schon einmal für schlechtere Zeiten vorsorgen, sprich sparen muss. Das Tanzen in drei Kreisen will ja auch schließlich bezahlt werden. Eine Legislatur Periode ist schließlich nach vier Jahren beendet und dass diese bei abnehmenden Wählerzahlen gerade für die unscheinbaren HinterbänklerInnen noch einmal verlängert wird, ist stark zu bezweifeln.
So werden sich denn Wohl oder Übel viele aus den goldenen Versorgungskäfig verabschieden müssen und wieder dort landen von woher sie gekommen sind. Manche auch in die Nähe von Hartz IV Beziehern.
Bei Mancher oder bei Manchen, mag es vielleicht ein wenig länger dauern, aber irgendwann wird ein jeder erkennen das sich Manipulationen auf Dauer nicht auszahlen, insbesonderen in Fällen in denen die Widersacher unterschätzt wurden und sich als sehr hartnäckig erweisen.
Wie sagte Ulrich Maurer, als Koordinator für das Zusammenwachsen in der DIE LINKE zwischen Ost und West verantwortlich, dieser Tage: “Wir können uns Dummheiten, wie sie in der Linkspartei stattgefunden haben, nicht mehr leisten.” Wieder so ein Satz wo sich die Leser sofort fragen wer denn nun mit wir gemeint ist. Weiter versucht er den Jubelbrief nach Kuba damit zu entschuldigen, dass dieser Brief automatisch unterschrieben worden wäre und von den Beiden gar nicht gelesen wurde.
Eine Entschuldigung, nein das ist es nicht, denn dieses macht die ganze Angelegenheit noch schlimmer, da ein Automat nur das herausbringt was zuvor eingegeben wurde. Diese Eingaben wurden von Menschen getätigt welche über die entsprechenden Fähigkeiten verfügen sollten. Wenn denn dort anschließend dieser SED Duktus herauskommt spricht das gegen sie.
Das was in dieser Partei am gründlichsten daneben gegangen ist, oder als am wenigsten gelungen bezeichnet werden könnte, ist das Zusammenwachsen zwischen Ost und West, denn in diesem Missstand spiegelt sich das ganze Problem der Partei wieder. Bei all den auftretenden Problemen im Westen wurde ein moderierender Ulrich Mauerer nie gesehen. Bei all den auch heute noch vorkommenden Manipulationen, Parteiausschlüssen oder auch undemokratischen Verhaltensweisen aus Länder- und Kreis- Führungen wurde ein Ulrich Maurer seiner Aufgabe nie gerecht. Er wurde weder gesehen noch gehört, obwohl ein Großteil der auftretenden Probleme mit Beginn sicher zu Handeln gewesen wären.
Frei nach den Zauberlehrling von Johann Wolfgang von Goethe, hier ein Auszug
“Und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.
Herr und Meister! hör mich rufen!
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.”
soll nun der “Große Oskar” alles richten. Komisch nur. Ist dieses der Gleiche welcher ausgerechnet in seinem Vorgarten die vielen politischen Hohlkörper in Form von Gartenzwerge für sich als Dekoration aufgestellt hat ? Der Gleiche welcher es einem stellvertretenden Bundesvorsitzenden Widerspruchslos durchgehen lässt sowohl die Linke als auch die Rechte Seite zu bedienen, wobei die Kritiker dieser oder ähnlicher Machenschaften von der Basis, der Partei verwiesen werden? Gerechtigkeit fängt in der eigenen Umgebung an.
Laut Presse wird die Lage als Bizarr bezeichnet. Ein Genosse, welcher um seine politische Zukunft fürchtet und darum unbenannt bleiben möchte sagt dass “alle es wissen”, das die beiden an der Spitze keine Zukunft mehr haben, alle, nur sie selber nicht.
Selbst einstige Unterstützer des Duos gehen inzwischen auf Distanz. Lötzsch sei “extrem überfordert” und schotte sich immer mehr ab, heißt es. Klaus Ernst wiederum vergreife sich regelmäßig im Ton. Gemeinsam hätten beide nur noch eines: Ihre Führungsschwäche.
Auf einer zweitägigen Klausurtagung der Bundestagsfraktion in Rostock, welche heute am Freitag beginnt, soll es offiziell vor allem um die Finanzkrise gehen. Die Auseinandersetzungen zwischen den Flügeln werden sich aber kaum verbergen lassen. Klaus Ernst und Gesine Lötzsch nehmen an der Klausur teil, allerdings nur in ihrer Funktion als Bundestagsabgeordnete.
Nervöser macht im Lager der Reformer die Tatsache, dass auch Oskar Lafontaine mit dabei ist. Dieser ist seit seinem Rückzug formal nur noch Fraktionsvorsitzender der Saar-Linken. Schon wird hinter vorgehaltener Hand das Stichwort “Mannheim” geraunt. Dort hatte im November 1995 Oskar Lafontaine den als schwach geltenden SPD-Parteivorsitzenden Rudolf Scharping aus dem Amt geputscht.
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Hier noch ein Interview mit André Brie über den Wahlkampf in Meck-Pomm.
“Die anderen weichen uns aus”
André Brie, Wahlkampfmanager der Linkspartei, beklagt den langweiligen Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern. Die Chancen für ein rot-rotes Bündnis sieht er gedämpft.
taz: Herr Brie, die SPD wirft der Linkspartei in Schwerin vor, soziale Wohltaten auf Pump zu versprechen. Ist da was dran?
André Brie: Nein, das ist Unsinn. Dass Mecklenburg-Vorpommern keine neuen Schulden macht, ist maßgeblich ein Verdienst der rot-roten Regierung, die bis 2006 den Haushalt konsolidiert hat. Und unsere aktuellen Forderungen sind doch bescheiden.
Sie wollen einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor, ein kostenloses Mittagessen an den Schulen und 1.250 neue Lehrer bis 2016. Wer soll das bezahlen?
Das kostenlose Mittagessen für Schulen und Kitas kostet das Land weniger als 10 Millionen Euro im Jahr. Teuer ist - das stimmt - die Neuanstellung von Lehrern. Aber es gibt in Mecklenburg-Vorpommern 16,8 Prozent Schulabbrecher, im Bundesschnitt sind es 3,5. Um das zu ändern, brauchen wir mehr Lehrer.
Wer bezahlt das?
Wenn wir aufhören, sinnlose Prestigeprojekte wie Flughäfen (Anm. Redaktion DL/IE -Merkel-Gedächtnis-Flughafen in ihren Heimatkreis, ein Denkmal für eine Lebende) und Skihallen auf dem flachen Land zu fördern, werden Gelder frei. Langfristig sparen wir mit der Investion in Lehrer. Die Schulabbrecher werden ja oft Empfänger von Transfergeldern.
Heute ein Bericht der Afrique-Europe-Interact Organisation
Die Dynamik des arabischen Frühlings strahlt aus in die ganze Welt. Die Aufstandsbewegungen im Maghreb machen Mut und Hoffnung, nicht nur weil despotische Regime verjagt werden, die vor kurzem noch unüberwindbar erschienen. So offen die weiteren Entwicklungen bleiben, im Dominoeffekt der tunesischen Jasminrevolution meldet sich in atemberaubender Schnelligkeit die alte Erkenntnis zurück, dass Geschichte von unten gemacht wird. Die Kämpfe richten sich gegen die tägliche Armut wie auch gegen die allgemeine Unterdrückung, es geht gleichermaßen um bessere Lebensbedingungen wie um Würde, kurz: um „Brot und Rosen“.
Die unglaublichen Tage auf dem Tahrirplatz in Kairo stehen für die Suche nach neuen Formen der Selbstorganisierung und Basisdemokratie. Der Wunsch nach gleichen Rechten, nach Autonomie und Teilhabe am wirtschaftlichen Reichtum, spiegelt sich aber auch in den Booten Richtung Europa wieder: jetzt aus Tunesien, seit Jahren aus Nord- und Westafrika. „Exit“ – sich die Bewegungsfreiheit zu nehmen und zu migrieren, um ein anderes, besseres Leben zu finden, und „Voice“ – die Stimme zu erheben und den Kampf vor Ort zu führen, sind keine Gegensätze, sie stehen vielmehr in einem lebendigen Wechselverhältnis.
Das hatten – noch offenkundiger – bereits die Umbrüche 1989 gezeigt. Die Abstimmung mit den Füßen katalysierte damals die Protestbewegungen gegen das realsozialistische Unterdrückungsregime. Die Mauer ist auch deshalb gefallen, weil die Menschen ihre Bewegungsfreiheit durchgesetzt haben. Um so verlogener erscheint heute die Freiheitsrhetorik westlicher PolitikerInnen, die angesichts der Migrationsbewegungen aus und über Nordafrika einmal mehr das Bedrohungsszenario der Überflutung bemühen, gegen die nun die europäische Grenzschutzagentur Frontex in Stellung gebracht wird.
Die EU-Regierungen haben die nordafrikanischen Machthaber hofiert und gestützt und sich in den letzten Wochen zögerlich bis bremsend gegenüber den Aufstandsbewegungen verhalten. Dahinter stecken starke ökonomische Interessen, aber auch die gewachsene Kollaboration in der Migrationskontrolle. Despoten wurden umso wichtigere „Partner“, je effektiver sie als Wachhunde für ein vorverlagertes EU-Grenzregime fungierten. Migrationsbewegungen aus Afrika sollten um jeden Preis eingedämmt werden.
Tausendfacher Tod und Leid nicht mehr nur auf See, sondern auch in den Wüsten und Internierungslagern waren und sind die Folgen dieser schändlichen Komplizenschaft. Die subsaharischen MigrantInnen, die aktuell in Libyen Opfer pogromartiger Hetzjagden werden, sahen sich unter dem Gaddafi-Regime seit Jahren einer systematischen Entrechtung, Willkür und Misshandlungen ausgeliefert. Die EU hat dem libyschen Diktator Millionen gezahlt und Überwachungstechnik geliefert, eine ähnliche Kooperation gibt es mit dem marokkanischen Machthaber, und bis vor kurzem auch mit dem tunesischen Regime. Die arabischen Revolutionen markieren jetzt das mögliche Scheitern dieses brutalen Ausgrenzungsprojekts der EU im Mittelmeerraum.
Mit den gezielt medial gestreuten Befürchtungen über einen Kollaps der Migrationskontrolle wird nun die weitere Verschärfung und Militarisierung des EU-Grenzregimes legitimiert, verkörpert durch Frontex. Die europäische Grenzschutzagentur ergänzt und erweitert die nationalen Kontrollsysteme, die seit Jahrzehnten auf Abschreckung und Kriminalisierung der Migrationsbewegungen zielen. Frontex soll – wie bereits vor der westafrikanischen Küste oder an der griechisch-türkischen Grenze – nun auch verstärkt vor Nordafrika zum Einsatz gebracht werden.
Italien erhält die Federführung für diese „Operation Hermes“. Das ist konsequent und schockierend ehrlich: In Folge des Schulterschlusses zwischen Berlusconi und Gaddafi kam es in den letzten Jahren zu unzähligen unrechtmäßigen Rückschiebungen im Mittelmeer, der italienische Staat hat sich geradezu als Meister im Bruch aller Flüchtlingsskonventionen inszeniert. Und nicht zufällig wird kriminalisiert, wer das Leben der Boatpeople rettet. Das zeigen die Fälle der Cap Anamur oder der tunesischen Fischer, deren Prozesse in Italien noch immer andauern.
MigrantInnen suchen Schutz oder ein besseres Leben in Europa. Sie wandern gegen ein Reichtumsgefälle, das ganz wesentlich in den neokolonialen Dominanz- und Ausbeutungsverhältnissen zwischen Europa und Afrika begründet liegt. In Europa muss sich der universelle Anspruch auf Freiheit und Demokratie deshalb am Umgang mit denjenigen messen lassen, die auf dem Weg der Migration gleiche Rechte einfordern. Frontex steht für den Ausbau eines tödlichen Grenzregimes, für das in einer freien Welt kein Platz ist. Der Tod an den Außengrenzen könnte schon morgen Geschichte sein. Aber das ist politisch nicht gewollt. Stattdessen führen die EU-Verantwortlichen einen regelrechten Krieg an den Außengrenzen.
Innerhalb der EU gehören Entrechtung und Abschiebung zum rassistischen Alltag, in dem „Integration“ als Druckmittel der Anpassung und Ausbeutung in den Niedriglohnsektoren benutzt wird. Doch dieser selektive Umgang mit Migration ist mit Widerständigkeiten und Beharrlichkeiten konfrontiert, die das System der Ungleichheiten und Unfreiheiten immer wieder herausfordern. Nicht zufällig findet in dieser bewegten Zeit ein dramatischer Hungerstreik von 300 maghrebinischen MigrantInnen für ihre Legalisierung in Griechenland statt. Und verstärkt flackern Bleiberechtskämpfe und migrantische Streiks quer durch Europa auf, seit Sans Papiers – insbesondere aus Afrika – vor 15 Jahren in Paris mit der Forderung „Papiere für Alle“ in die Öffentlichkeit traten.
Der Aufbruch in Nordafrika zeigt, was alles möglich ist. Es geht um nicht weniger als um ein neues Europa, ein neues Afrika, eine neue arabische Welt. Es geht um neue Räume der Freiheit und Gleichheit, die es in transnationalen Kämpfen zu entwickeln gilt: in Tunis, Kairo oder Bengazi genauso wie in Europa und den Bewegungen der Migration, die die beiden Kontinente durchziehen.
Eiliges Echo vom Sozialgericht auf Eilklage gegen Bildungspaket
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Forderung: 500 € Kindergrundsicherung
und Begründung für Verfassungswidrigkeit der Kinderregelleistungen
„Bei der am Wochenende eingereichten Eilklage gegen das Hartz4-Bildungspaket würdigt das Sozialgericht ganz offensichtlich die Ernsthaftigkeit des Anliegens,“ ist Hartz4-Plattform Sprecherin Brigitte Vallenthin überzeugt. Denn bereits wenige Stunden nach Abgabe des Original-Schriftsatzes samt Anlagen ging bei der Klägerin Eingangsbestätigung mit Vorab-Fax ein. „Grund genug zu der Hoffnung, dass das Gericht sich – im Sinne millionenfach betroffener Familien und ihrer Kinder – ebenso engagiert der inhaltlichen Begründung des Rechtsschutzantrages annimmt. Immerhin geht es um nicht weniger als das Grundrecht auf „menschenwürdiges Existenzminimum“ für Kinder. Auf dessen Erfüllung müssen Kinder und Jugendliche nun bereits seit 8 Monaten vergeblich warten – und das obwohl eine „unverfügbarer“ Leistungsverpflichtung für staatliche Organe mindestens seit dem Bundesverfassungsgerichts-Urteils vom 09. Februar 2010 besteht,“ erinnert Vallenthin.
In der von der Hartz4-Plattform unterstützten Eilklage wurde Ruhen des Verfahrens beantragt, um dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) die Grundsatzfrage zur Überprüfung vorzulegen, ob die neue gesetzliche Festlegung und Ausführungsregelung der Kinderbedarfe mit der Verfassung vereinbar ist und die Vorgaben seines Urteils in Sachen Hartz IV erfüllt.
Zur Begründung stützt sich die Eilklage vor allem auf die – bereits vor Verabschiedung des neuen Hartz IV-Gesetzes am 06.10.2010 dem Gesetzgeber vorgelegte - Stellungnahme des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) sowie nahezu gleich lautend des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB), die eine Regelleistung in Form einer
Kinder-Grundsicherung von mindestens 500 €,
basierend auf Berechnungen des Statistischen Bundesamtes für notwendig halten. Diese müsse, so die Empfehlung des VAMV an den Gesetzgeber,
diskriminierungsfrei und antragslos sowie
ausnahmslos jedem Kind
als Barleistung gewährt werden und
solle grundsätzlich nicht in Form von Sachleistungen und Gutscheinen
erfolgen. Über die Hartz IV-Regelbedarfe hinaus streben VAMV und DKSB an, dass diese Leistung unabhängig vom Einkommen der Eltern in Form eines Kinder-Grundeinkommens jedem Kind in Deutschland zustehen müssten.
Das sozialgerichtliche Eilverfahren weist vor allem auf die folgende verfassungswidrige Missachtung des Bundesverfassungsgerichtsurteils hin:
1.Der Kinderregelsatz wurde nicht gemäß Urteils-Vorgaben,
- „in einem transparenten und sachgerechten Verfahren realitätsgerecht sowie nachvollziehbar auf der Grundlage verlässlicher Zahlen und schlüssiger Berechnungsverfahren (…) bemessen. “ (BVerfG-Urteil, 09.02.2010, 1 BvL 1/09, 1 BvL 3/09, 1 BvL 4/09, Leitsatz 3)
Denn, so verfügt das Urteil aus Karlsruhe weiter:
- Schätzungen „ins Blaue hinein“ laufen (…) einem Verfahren realitätsgerechter Ermittlung zuwider und verstoßen deshalb gegen Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 1 GG.
- Damit geprüft werden kann, ob die vom Gesetzgeber getroffenen Wertungen und Entscheidungen der verfassungsrechtlichen Garantie eines menschenwürdigen Existenzminimums entsprechen, trifft den Normgeber die Obliegenheit, sie nachvollziehbar zu begründen; das ist vor allem zu fordern, wenn er von seiner selbst gewählten Methode abweicht. “ (BverfG-Urteil …., Rn 171)
2.Diese Abweichung treffe ganz besonders zu für die Abtrennung des Anteils Bildung und Teilhabe aus dem durch den Regelsatz festzulegenden gesamten „menschenwürdigen Existenzminimum“ im Sinne des Urteils sowie der Errichtung zusätzlicher Hürden durch ergänzende Antragsverfahren.
Denn das BVerfG habe unmissverständlich angeordnet:
- „Der gesetzliche Leistungsanspruch muss so ausgestaltet sein, dass er stets den gesamten existenznotwendigen Bedarf jedes individuellen Grundrechtsträgers deckt.“ (BverfG-Urteil
…., Rn 137)
Die Eilklage rügt ebenfalls, dass – selbst bei den aktuell unzureichenden Bildungspaketleistungen – mangels Verfügbarkeit der Antragsformulare im zuständigen Jobcenter und über eine nahezu unerreichbare Internetsuche vor die Antragstellung fast unüberwindlichen Hürden aufgebaut seien. Darüber hinaus, sei es unzumutbar, dass die Antragstellerin selbst 7 Wochen nach Antragstellung noch nicht einmal Antwort geschweige denn irgendeine Leistung von der Behörde erhalten habe.
Die Antragstellerin dokumentiert dem Gericht ebenfalls in allen Einzelpositionen, dass sie – ohne hohe Ansprüche zu stellen – für Schule, Lernhilfe, Schwimmverein, Gitarrenunterricht und Fahrtkosten vom elterlichen Regelsatz und ihrem bescheidenen Hinzuverdienst aus geringfügiger Beschäftigung in diesem Jahr bereits 1.507, 70 € auf die Kinder-Bedarfe umschichten musste. Weitere mindestens 960,80 € sind noch offen, die sie sich vom Munde wird absparen müssen, damit ihr Kind nicht auf sein Gundrecht für ein „Mindestmaß an Teilhabe“ verzichten muss, das ihm der Gesetzgeber und die ausführenden Verwaltungen verweigern. Und - gestützt auf die Verfassungsgrundsätze Diskriminierungsverbot und Gleichheitsgebot – werde sie auch nicht bereit sein, bei Dritten wie Schule, Verein, Musiklehrer oder anderen ihren Hartz IV-Bezug offenbarende Nachweisdokumente einzuholen.
„Über die Voraussetzung einer irreversiblen Notlage, wie sie das Sozialgerichtsgesetz für Eilentscheidungen im einstweiligen Rechtsschutz fordert, dürfte hier angesichts des bereits 2005 vom Bundesverfassungsgericht angemahnten „Gegenwärtigkeitsprinzips“ bei Sozialleistungen wohl nicht der geringste Zweifel bestehen,“ glaubt die Sprecherin der Hartz4-Plattform.
In dem Urteil heißt es nämlich:
Wenn „während des Hauptsacheverfahrens (…) jedoch das Existenzminimum nicht gedeckt“ ist, so kann „diese möglicherweise längere Zeit dauernde, erhebliche Beeinträchtigung (…) nachträglich nicht mehr ausgeglichen werden. Der elementare Lebensbedarf eines Menschen kann grundsätzlich nur in dem Augenblick befriedigt werden, in dem er entsteht.“
„Angesichts derart erdrückender Beweise für begründete Zweifel an der Verfassungskonformität der aktuellen Gesetzeslage bezüglich Kinderregelsatz und Bildungspaket können wir uns nur schwer vorstellen, dass das Sozialgericht diese Frage nicht schnellstmöglich auf den Weg nach Karlsruhe bringt – je rascher, desto besser. Umso eher haben wenigstens die Kinder in Hartz IV-Familien endlich Aussicht auf die ihnen vom BVerfG „garantierte“ Chance, am Leben in dieser Gesellschaft auch tatsächlich „teilhaben“ zu können“, hofft Brigitte Vallenthin.
Wiesbaden, 22. August 2011
–
Brigitte Vallenthin
Presse
Hartz4-Plattform
keine Armut! - kein Hunger! - kein Verlust von Menschenwürde!
Bürgerinitiative für die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens
sowie die Information und Unterstützung von Hartz IV-Betroffenen
Die Aufstände in Arabien und Nord-Afrika sowie die Sozialproteste und Unruhen in Europa beleuchtet der Journalist Oliver Nachtwey im folgenden Artikel. Das alle diese Aufstände für die allgemeine Politik so überraschend kamen sollte an und für sich Hinweis genug sein, um zu erklären wie weit sich diese “Volksvertreter” unterdessen von ihrer Bevölkerung, zumindest innerhalb der Demokratien in West-Europas, entfernt haben.
Die über ganz West-Europa zu hörende Unzufriedenheit weist vorrangig auf ein Versagen der Parteien hin, da es ihnen immer weniger gelingt die Unzufriedenen über eine längere Zeitdauer an sich zu binden. Dafür sind die Programme entweder zu gleich geworden, oder sie werden als zu theoretisch und damit als ideologische Utopien gewertet. Politik gleicht einem Kreisverkehr ohne Ausfahrt. In den Bericht lesen wir unter anderen, Zitat:
“Paradoxerweise geht die neue demokratische Politik an den etablierten linken Akteuren und Parteien zumeist vorbei. Diese werden von den Protestierenden weitgehend als Teil des Establishments und damit als Teil des Problems wahrgenommen.”
“Die westlichen Demokratien sind sich der Krise ihres eigenen Modells allerdings noch gar nicht wirklich bewusst. Die Gesellschaften des Westens und ihre Parteien waren in den vergangenen 60 Jahren auch deshalb so stabil, weil sie sozialen Aufstieg und soziale Integration ermöglichten. Diese Entwicklungsrichtung hat sich heute umgekehrt. Aus den Gesellschaften des Aufstiegs sind Gesellschaften des Abstiegs, der Prekarität und Polarisierung geworden. In fast allen OECD-Ländern ist in den letzten zwei Dekaden die Ungleichheit erheblich gestiegen.Die westliche, liberal-soziale Moderne erodiert somit genau an jener Stelle, an der sie in den letzten 50 Jahren so erfolgreich funktionierte: der freien Selbstbestimmung des Individuums. Erst der Sozialstaat der Nachkriegsjahre als „politischer Inhalt der Massendemokratie“ hatte den Staatsbürgern die positive Freiheit verliehen, individuelles Handeln unter Bedingungen der sozialen Absicherung zu entfalten.”
Wobei besonders vergessen wird, das mit einen Verlust, oder auch nur einer Einschränkung, der sozialen Sicherheiten gleichzeitig ein entscheidender Teil an Freiheit verloren geht. Denn es bringt nicht viel wenn zum Beispiel ehemalige Bürger der DDR zwar heute frei Reisen können, dafür aber zum Teil das nötige Geld fehlt. Das sie dafür einst auf den Straßen nach Freiheit gerufen haben ist schwer vorstellbar. Wir warten also mit gespannter Neugier darauf, in welchen Land als nächstes die Proteste aufflammen.
Hier nun der Bericht:
Die liberal-regressive Moderne
Niemand im Westen hat die arabischen Revolutionen kommen sehen, geschweige denn mit ihnen gerechnet – genauso wenig wie die Revolutionen in Osteuropa 1989/1990. Anthony Giddens, der wichtigste sozialdemokratische Theoretiker der letzten 30 Jahre, befand noch vor kurzem, dass Gaddafis Regime für ein Einparteiensystem „nicht besonders repressiv“ und der Diktator äußerst populär sei. Zufälligerweise studierte Gaddafis Sohn damals an der London School of Economics, deren Präsident Giddens bis 2003 war und die im Anschluss an das Studium eine beträchtliche Spende erhielt.
Die eigentliche Ursache dieser Blindheit liegt jedoch tiefer: In Politik und Politikwissenschaft ist man sich seit dem angeblichen „Ende der Geschichte“ (Francis Fukujama) weitgehend einig, dass Revolten und Revolutionen der Vergangenheit angehören. Wenn dann doch eine Revolution stattfindet, erscheint sie jedes Mal als „schwarzer Schwan“, die unvorhergesehene Ausnahme von der Regel.
Endlich ist es geschafft. Unser Land ist wieder vereint. Mehr als 20 lange Jahre nach der bürokratischen Vereinigung ist dieses “Eins” werden endlich auch in der Presselandschaft angekommen. Sprach die Zeitung der vielen Bilder bislang ziemlich einsam überwiegend eine doch etwas schlichtere Bürgerschicht auf der rechten Seite an, ist es jetzt der “jungen (alten) Welt” endlich gelungen diesen Platz auf der linken Seite einzunehmen.
Ist es ein Markenzeichen dieser Bilderzeitung den Bürgern unverblümt die nationalistischen und damit rechten Instinkte einzubläuen, versucht die “junge Welt” der gleichen nun auf der linken Seite, indem sie glaubt zu wissen wer denn nun mit einer Rechten oder Linken Einstellung in einer Linkspartei unterwegs sei. Im Stil nur allzu deutlich an einem Kleinkind erinnernd welchen die Erwachsenen das Räppelchen (sprich Einnahmeverluste) entzogen haben.
Hierbei erinnert man sich an die uralt Methoden aus ehemaliger SED Vergangenheit indem die alte Propaganda Taktik Wiederauferstehung feiert. Sie Schreiben von Sozialismus meinen aber und verteidigen den Kommunismus. So ist es einfacher dem schlichten Leser eine bestimmte Meinung aufzudrücken. Das von dieser “Hammer und Sichel” Zeitung ausgerechnet der 17. Parteitag der KPdSU von 1934 herbeizitiert wird zeigt, dass man auch in diesem Zeitraum irgendwo geistig stehengeblieben ist.
Gleich der Bilderzeitung von der anderen Seite maßt man sich an Linke Positionen zu festzuzurren. Das kann aber weder eine Partei geschweige denn eine Zeitung, denn diese Einstellung nimmt ein jeder für sich selber vor. Links definiert sich nicht in Kommunismus, Sozialismus oder anderen Ideologien, links ist die Einstellung des Einzelnen in seiner Art zu Leben und einen entsprechenden Gemeinschaftssinn zu entwickeln. Links sein ist das Streiten für Freiheit gegen jegliche Unterdrückung egal ob diese nun in einen kapitalistischen oder kommunistisch Mantel daher kommt. Motto. Gemeinsam könnten wir stark sein.
So ist es typisch einen jeden welcher seine freie Meinung äußert oder schreibt gleich mit Adjektiven wie Dumm oder Anti zu belegen. Auch sollte die Zeitung hierbei nicht vergessen wie undemokratisch sie selber im Volk herüberkommt.
Eine Linke Partei macht sich nicht durch ihre demokratischen Aussagen überflüssig, sondern alleine dadurch dass sie sich nicht in der Lage zeigt, die bei den Wählern geweckten Erwartungen in die Tat umzusetzen. Dazu braucht es in einer offenen und freien Gesellschaft natürlich anderer Mittel und Wege als die, welche der “jungen Welt” aus ihrer Vergangenheit bekannt sind. Eine Akzeptanz in der Gesellschaft um bei Wahlen auch als Problemlöser anerkannt zu werden ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in den Sympathisanten der “jungen Welt” zu finden da mit den bekannten 15.000 Lesern in diesem Land noch nicht einmal der sprichwörtliche Blumentopf zu gewinnen ist.
Donnerstag, 08. September 2011 um 19:30 Uhr
Restaurant „Zunftstuben“, Oststraße 53, 59065 Hamm
Sabine Kebir ist Literatur-wissenschaftlerin, Schriftstellerin und Journalistin.
Sie hat hat zehn Jahre in Algerien gelebt. Buchveröffentlichungen über Algerien, Bert Brecht und Antonio Gramsci. Gemeinsame Kinderbücher mit ihrem Mann, dem Schriftsteller und Regisseur Saddek El Kebir. Mehr denn je hält es Sabine Kebir für notwendig, dass die Europäer sich mit den aufklärerischen Traditionen im Islam befassen und mit den demokratischen Bewegungen innerhalb der islamischen Kulturen zusammenarbeiten
In diesem Jahr kam es zu großen Volksaufständen in einigen arabischen Ländern. Über Tunesien und Ägypten verbreitete sich der Aufruhr nach Libyen und Syrien. Über den sie tragenden verschiedenen Gruppen ist hierzulande wenig bekannt. Wie kam es dazu? Welche Ziele verfolgen die Aufständischen? Welche Kräfte sind beteiligt? Warum ist es in Algerien und Marokko “ruhig“? Wieso führt die NATO Krieg in Libyen, aber nicht in Syrien? Über Inhalt, Hintergründe, Verlauf und Perspektiven der Aufstände wollen wir mit Sabine Kebir diskutieren.
Es war einmal so fingen früher Märchen an. Heute gehen zumindest in der Politik die Märchen damit einen mehr oder weniger schnellen Ende entgegen. So wurde am Sonntag der Vorstand des Stadtverband DIE LINKE Saarlouis neu gewählt. Einer solchen Einladung folgten noch im Jahre 2009 60 Personen aus der 40.000 Einwohner zählenden Stadt. Am Sonntag fanden sich gerade noch 11 Wahlberechtigte Personen sowie 3 Gäste ein.
So musste dann selbst der MdB Thomas Lutze eingestehen: “Der Kreisverband Saarlouis ist in einem Zustand, der nicht mehr unterboten werden kann, denn es ist einiges in der Vergangenheit falsch gelaufen.” Ein Satz - mehr nicht, keine Aufarbeitung, keine Fragen, keine Rückschlüsse oder gewonnene Erkenntnisse, nichts. Genau diese Reaktion aber ist eine typische Erscheinung in dieser Partei wie uns aus den Ortsverbänden immer wieder berichtet wird und zeigt der Basis dass die Führenden bereits resigniert haben. Sichtbares Ergebnis: Wenn die Oben schon so wenig Interesse zeigen, warum dann wir?
Als neue Spitze wurde dann Josef Rodack, Schwiegervater des MdB Lutze, zur 2. Vorsitzenden Karola von der Graaf und als Schatzmeister Muhs gewählt. Im vornherein hatten sich die 11 Wahlberechtigten darauf geeinigt den Vorstand auf 10 Personen zu erhöhen. Da Joachim Schulgen aus dem Stadtrat als Mitglied aber in eigener Fraktion tätig, auf eine Wahl verzichtete erhielt so jeder ein Pöstchen.
Thomas Lutze erwähnte das die Linke bei den letzten Kommunalwahlen 12,5 % erreicht und damit einen Wählerauftrag zu erfüllen habe. Im Stadtrat sei man mit einer Fraktionsstärke von fünf Personen gegangen aus der sich nach gewissen Querelen zwei Abgeordnete getrennt haben.
Gilbert Kallenborn berichtete als Gast davon, dass der alte Vorstand nicht entlastet wurde, da kein Rechenschaftsbericht vorgelegt wurde. Für einen neuen Schatzmeister könnte dieses fatale Folgen nach sich ziehen, da eventuell später festgestellte Fehlstände ihm zur Last gelegt würden. Es geht bei Parteigelder immer um Mitgliedsbeiträge und speziell in solchen Dingen reden die Gerichte sehr schnell von Veruntreuung. Bei einem Vorstandswechsel ist normal die Vorlage eines Rechenschaftsberichtes unverzichtbar.
Realitätsverleugnung ist bei bürgerlichen Strategen, die diese Qualifikation verdienen, im engsten Zirkel selten angesagt. Die vergangenen Jahrzehnte neoliberaler Marktreligion haben sich für die Besitzenden und Herrschenden gelohnt. Sie waren erfolgreich.
Wie den gewonnenen Reichtum und die kulturelle Hegemonie sichern, erhalten und weiter mehren?
Fukushima kam gerade recht, um einen strategischen Wechsel hin zu einem neuen Akkumulationstyp in Deutschland einzuleiten, ohne mit zerfleischender Selbstkritik sich vor dem Wahlvolk als Statthalter der Reichen zu entblößen und ohne weitere Zeit in den eigenen Reihen mit der eigenen – im alten Kapitalismus befangenen Nachhut – zu vergeuden.
Sie wußten es schon immer, Marx hatte Recht und die klügsten Systemapologeten haben sich dieses Wissen soweit zu nutze gemacht, wie es nützte den alten Kapitalismus zu erhalten und zu modernisieren.
Nun geht es darum den öffentlichen Raum und die Institutionen des Wandels zum Kapitalismus 3.0 von den Linken, von der LINKEN frei zu halten, denn die Systemgrenzen zur Sicherung privater Aneignung des gesellschaftlichen Reichtums sollen nicht gesprengt werden.
Kulturell wird die Linke so enteignet, denn der Plan zum Kapitalismus 3.0 ist eben konservativ, weil er Kapitalismus im Grundsätzlichen und Gewohnten bleibt, und er ist modern, zukunftsfähig und nutzt linke Impulse für seinen ökonomischen Wandel, um die „lohnende“ und „bewährte“ Ungleichheit für die Oberen und die Mitte zu wahren. Verpackt wird das ganze als chancengerechte Gesellschaft und kann in der „Tradition“ des neoliberalen Leistungsindividualismus auf breite Zustimmung oder doch zumindest nicht auf breiten Widerspruch rechnen.
Bemerkenswert ist, wie rasch die Ethikkommission für den Atomausstieg damit die Grundlagen für einen neuen Akkumulationstyp nutzte. So wie das System innerer und äußerer Sicherheit gerade rechtzeitig vom überholten „Kalte Kriegsmodus“ im Inferno des 11. September auf innere Sicherheit im Namen der Terrorbekämpfung gegen potenzielle innere Unruhen optimiert wurde und auf flexible militärische Interessensdurchsetzung unter den nun – wieder verstärkt auftauchenden Divergenzen, nachdem das eiserne Band der kalten Kriegsfreundschaft gesprengt war - Konkurrenten umgestellt wurde, so wurde das Inferno von Fukushima von Deutschland zur Einleitung einer ökonomischen Transformation zum Kapitalismus 3.0 genutzt.
Was auffällt, die Bundesregierung verzichtete auf die Umsetzung der Empfehlungen der Ethikkommission für die Absicherung des Wandels mit neuen demokratischen Institutionen. Das scheint der CDU zu unsicher oder doch nicht nötig. Sie kann auf einen neuen bürgerlichen hegemonialen Block rechnen, ein bürgerliches Crossoverprojekt Rot-Grün-Schwarz, aber ohne DIE LINKE. Die wird nämlich aus ihrer Sicht nicht gebraucht.
„Ene, mene, miste, es rappelt in der Kiste, Rot-Grün-Schwarz, ene, mene, muh und raus ist DIE LINKE“
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Die Linke hat Recht! Aber was nutzt das?
Von Lukrezia Jochimsen, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Zunächst traut man seinen Augen nicht: Auf der ersten Seite des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist ein riesiges Geldhandelsbild abgedruckt und darunter steht in großen Lettern “Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat”. Autor: Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der FAZ, und wenn man so will ihr geistiger Wortführer in allen politischen Fragen. Wie gesagt, man traut seinen Augen nicht an diesem zweiten Wochenende des August 2011 und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wie der erste Satz sich schon liest: “Ein Jahrzehnt enthemmter Finanzmarktökonomie entpuppt sich als das erfolgreichste Resozialisierungsprogramm linker Gesellschaftskritik. So abgewirtschaftet sie schien, sie ist nicht nur wieder da, sie wird auch gebraucht.”
Dass man das noch erleben darf als linke Paria-Politikerin! Wer hätte das gedacht? Frank Schirrmacher zitiert dabei den konservativen englischen Journalisten Charles Moore, der im “Daily Telegraph”, bevor die Unruhen ausbrachen, folgenden Kommentar veröffentlicht hat: “Die Stärke der Analyse der Linken liegt darin, dass sie verstand, wie die Mächtigen sich liberal-konservativer Sprache als Tarnumhang bedient haben, um sich Vorteile zu sichern. “Globalisierung” zum Beispiel sollte ursprünglich nichts anderes bedeuten als weltweiter freier Handel. Jetzt heißt es, dass Banken die Gewinne internationalen Erfolgs an sich reißen und die Verluste an den Steuerzahler in jeder Nation verteilen. Die Banken kommen nur noch ‘nach Hause’, wenn sie kein Geld mehr haben. Dann geben unsere Regierungen ihnen neues.“
Hat irgendjemand aus dem bürgerlichen Lager die Situation des Augenblicks so präzis auf den Punkt gebracht? Schirrmacher wiederum kommentiert diese Analyse so: “Es gibt Sätze, die sind falsch. Und es gibt Sätze, die sind richtig. Schlimm ist, wenn Sätze, die falsch waren, plötzlich richtig werden.” Aber wieso werden Sätze, die falsch waren, plötzlich richtig? Waren diese Sätze nicht vielleicht immer schon richtig und wurden nur als “falsch” etikettiert, disqualifiziert, diffamiert? Der Satz zum Beispiel: Das politische System dient nur den Reichen. Schirrmacher schreibt, das sei so “ein linker Satz, der immer falsch schien”. Das ist es genau. Er war nicht falsch dieser Satz, aber er wurde als falsch “verkauft”, und zwar unisono, so geschickt, so aufgemotzt und aufpoliert in allen Medien, dass er der Mehrheit des Volkes als falsch “erschien”, während das Volk – eigentlich sichtbar für alle – ausgebeutet und betrogen wurde. Nun sind wir also an einem historischen Punkt angekommen: Was die Linke analysiert und angeprangert hat, wird nicht mehr als falsch bezeichnet.
Zitat Charles Moore: “Wenn die Banken, die sich um unser Geld kümmern sollen, uns das Geld wegnehmen, es verlieren und aufgrund staatlicher Garantien dafür nicht bestraft werden, passiert etwas Schlimmes. Es zeigt sich – wie die Linke immer behauptet hat – dass ein System, das angetreten ist, das Vorankommen von vielen zu ermöglichen, sich zu einem System pervertiert hat, das die wenigen bereichert.”
Welch eine bürgerliche, konservative Erkenntnis eines englischen Kommentators, aufgegriffen von einem bürgerlichen, konservativen deutschen Zeitungsherausgeber! Wird sie uns allen jetzt in dieser Situation nutzen? Wird sie uns herausbringen aus dem Teufelskreis enthemmter kapitalistischer Wirtschaft und Politik? Manchmal ist es sehr schmerzlich, recht zu haben. Hoffentlich kommt die Erkenntnis von den richtigen linken Ideen nicht zu spät. Schirrmachers Fazit: “Ludwig Erhard plus ALG plus Lehmann plus bürgerliche Werte – das ist wahrscheinlich eine Killer-Applikation gewesen.” Gewesen? Das wäre schön. Aber das ist das große Problem, welche die historische Erkenntnis, dass die Linke recht hat, nicht aus der Welt räumt: Wie überwinden wir diese Situation jetzt – bürgerlich und links.
Mit den Geburtstagsgrüßen für Fidel Castro beschäftigte sich gestern auch Die Welt. Wir lesen hier einen Artikel der nachdenklich macht und trotzdem vor beißender Ironie nur so sprüht. Natürlich ein Artikel aus der neoliberalen Presse welche bei den LINKEN auf Ablehnung stößt da sich viele Personen vom gesellschaftlichen Rand nur allzu wichtig vorkommen. Sie haben es auf ihren Schulungen gelernt Kritiken auszuteilen und nach allen zu treten welche nicht ihren persönlich ideologischen Einstellungen zu folgen vermögen. Gelernt, dass das Leben nun einmal aus Geben und Nehmen besteht haben sie nicht. Gleich den Religionen, da gibt es nur Gläubige und Ungläubige, obwohl ein jeder, der einmal eine Schule von Innen gesehen hat weiß, dass ein jeder Gläubig ist und eben nur an unterschiedlichen Dingen glaubt.
So wird in dem Artikel empfohlen auch verschiedene andere Randfiguren des täglichen Lebens in Zukunft regelmäßig an deren Festtage zu gratulieren. So von Rand- zu Rand-figur sich gegenseitig stützend damit ja niemand von diesem Rand weder in die Mitte ab- noch nach außen herunter-rutscht. Merke: Jemand vom Rand, der nicht Willens ist sich unter die Mitte zu mischen wird immer am Rand kleben bleiben. These der LINKEN: Hartz IV Empfänger (Rand) haben keine Möglichkeit ein menschenwürdiges Leben zu führen, sie kommen vom Rand nicht los. Spinner und Sektierer werden in der Gesellschaft nicht anerkannt.
So werden die Randposten der Gesellschaft auf den Geburtstag von Margot Honecker am 17. April des nächsten Jahres aufmerksam gemacht. Sie wird ebenfalls 85 Jahre alt. Für “Diese Ikone des Sozialismus mit blaustichigem Haar wäre ein Glückwunschschreiben vielleicht etwas wenig, wie wäre es mit einem Besuch in Santiago de Chile?“, so lesen wir. Diese Person liegt in etwa in einer Güteliga mit unserem blaublütigen Gutti. Als Überbringerinnen der Glückwünsche würden wir die Gesinnungsschwestern Gesine Lötzsch und eine Schabracke aus unseren Heimatkreis welche sich gerne damit brüstet Margot persönlich kennengelernt zu haben, empfehlen. Beide gleich naiv und einfältig.
“Das fiele glücklich in die heiße Phase des Landtagswahlkampfs in Schleswig-Holstein. Die Genossen dort, die als viel zu besonnen und vernünftig gelten und ihre sechs Prozent verteidigen müssen, wären sicher hocherfreut.
Einen runden Geburtstag feiert auch Kim Jong-un am 8.Januar. Der Sohn des nordkoreanischen Diktators wird 30 Jahre alt. Der Mann wird bald sehr wichtig. Sie könnten in Anlehnung an den Brief an Fidel Castro formulieren: “Nordkorea war und ist Beispiel und Orientierungspunkt für viele Völker der Welt.” Ein persönlich überbrachter Glückwunsch ließe sich übrigens mit einem Mauergedenken in Moskau verbinden.”
Als Überbringer dieser Wünsche steht hier aber nur eine Person zur Verfügung, der in Nordkorea erfahrene MdB Thomas Lutze. Dieser scheint auch im Geiste mit Kim Jong-un verbunden zu sein, da er im letzten Jahr den Versuch startete das Land für den Deutschen Tourismus zu erkunden. Touristenattraktion: Hier kann Mensch aus einem Käfig heraus freie Tiere sehen. In den Demokratien geht das anders herum.
Die Altpotentaten im Norden Afrikas stehen dann wohl alle nicht mehr zu Gratulationen zur Verfügung, da das Volk unterdessen wie bekannt, von deren Segnungen die sprichwörtliche Schnauze voll hatte. Auch Gaddafi welcher sehr gut in diese Liste der Despoten eingereiht werden könnte, sieht seinem politischen Ende wohl entgegen. Aber alle diese Aufgeführten könnten als Beispiel angeführt werden warum Randfiguren welche solcherart Regierungsformen hier einführen wollen, in diesem Lande kein Zukunft haben werden. Dieses wertet die vergangenen und die jetzige Regierung nicht auf, weist aber auf die noch schlechtere Qualität der Opposition hin. Denn wer bei einer solch desolaten Regierung aus den gegebenen Umständen keinen merklichen Gewinn erzielen kann, im Gegenteil noch Stimmen verliert, hat das Recht als eine politische Kraft ernstgenommen zu werden, wohl verwirkt.
“Verbliebe noch der 21. Dezember 2o11, an den die vergangene UdSSR “zwanzig Jahre Geschichte sein wird. Und bevor der Gründer dieser Friedensmacht von den geschichtsvergessenen Nachfolgern verbuddelt wird, sollten Sie im Lenin-Mausoleum an der Kremlmauer einen Kranz am gläsernen Sarkophag niederlegen. Fotos für die Ewigkeit!
Falls dann noch ein paar mehr Ihrer Leute wiederholen, was Berlins Landeschef Klaus Lederer zu Ihrer Castro-Depesche zu sagen hatte: “Mir steht es bis hier oben”, dann haben Sie Ihre historische Mission erfüllt – das Ende der Linkspartei zu besiegeln.”
Selbstverständlich wird sich immer ein Grund finden lassen die Überbringer dieser “Frohen Botschaften” auf Kosten der Steuerzahler reisen zu lassen. Wie das geht? Merkel oder Lutze fragen! Entweder werden fragwürdige Orden verliehen, oder es gründet sich irgendein Kaffeekränzchen im Bundestag und schon beginnt das Reisen. Denn auch das ist Fakt: “Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus”, egal in welcher Partei die Krähe sitzt. Wie sagte Wolff Biermann “Alles Pack”.
Im Wochenrückblick gibt es bei Gaddafi kein Halten mehr und die Festellung das Deutschland zwei Kriege führt und Münchens OB Ude Wahlen gewinnen kann.
taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht letzte Woche?
Friedrich Küppersbusch: Trainer sein in Köln.
Was wird besser in dieser?
Gaddafi räumt Job als Lieblingsschurke.
Trotz deutscher Absage helfen elf Bundeswehrsoldaten beim Nato-Libyen-Einsatz. Sind wir jetzt doch im Krieg?
Nein, das sieht nur so aus wie Krieg; heißt aber “Bündnispolitik der Vernunft”. So nannte Außenministrant Westerwelle im März den Deal: Wir entlasten die Nato in Afghanistan, dafür können wir uns in Libyen raushalten. Prompt stimmte der Bundestag mit großer Mehrheit der Entsendung von 300 Awacs-Luftüberwachern nach Afghanistan zu. Nun ist klar: Die Regierung hat diese Stimmen mit einer Lüge gekauft. Wir sind nicht im Krieg, sondern in zweien.
Ex-Bahn-Chef Mehdorn wird Flugchef - von Air Berlin. Liegen ihm Flugzeuge mehr?
Hat er gelernt, bei VFW, MBB und Airbus. Doch vielleicht hat Vorgänger Hunold auch nur jemanden gesucht, der das Wort “Streckenstilllegungen” im Schlaf vor sich hinmurmelt. Air Berlin hat sich heillos überkauft, ist in der Klemme, in die Mehdorn dunnemals die Heidelberger Druckmaschinen gebracht hatte. Als der Sanierer ging, musste die Firma saniert werden. Bei der Bahn wurde er kritisiert, als Luftfahrtmanager falsch zu agieren, mal gucken, ob er jetzt ein deplatzierter Bahnmanager ist. Das Schlimmste war Hunolds neoliberales Bordheft-Editorial. Ich konnte am Ausgang gar nicht so viele Schokoherzen klauen, wie er verdient hätte.
Selten wohl hat sich eine Partei in sich so zerstritten gezeigt wie die LINKE in den letzten Tagen. Es rächt sich nun der nur allzu laxe Umgang mit den extremen Randgruppen in den letzten Jahren. Wie wir gestern schon in unseren Artikel “Die Macht des Schreibens” kurz erwähnten, streiten die Leutchen nun um des Fidels Bart. Ein Glückwunschschreiben zum 85 jährigen Geburtstag des kubanischen Leaders kommt so altbacken und rustikal herüber so dass es schon fast unglaublich klingt. In einen Interview spricht Bodo Ramelow “von einem sozialistischen Pathos, das an vergangene Zeiten erinnert.”
Lötzsch und Ernst erwecken den Eindruck als sei die Partei DIE LINKE in der Zeit des Kalten Krieges hängengeblieben und nie in dieser Neuzeit angekommen. Man erhält den Eindruck hier sind zwei restlos in ihren Aufgaben überforderte Funktionäre eines Apparates damit beschäftigt den Fall einer Mauer nachzuweinen und so krampfhaft versuchen diese Mauer zumindest in den Köpfen aufrecht zu halten. Motto: “Ach, du schöne Jugendzeit, wohin bist du entschwunden”. Der ständige Blick über die Schulter, die Glorifizierung eines nie erfüllten Traumes kommt so auch als Wahrnehmung dieser Partei in der Bevölkerung herüber. Ja, das ist die Meinung und man spricht von ewig Gestrigen, denen man auf keine Fall politische Lösungen zutraut.
Es ist nicht die böse Presse und es sind nicht die bösen Kritiker welche diese Partei zerfressen. Der Fraß kommt von innen und zeigt sich in einer nicht vorhanden Aktivität, auf die Probleme des Alltags entsprechend zu reagieren. Die politische Wahrnehmung dieser Partei erschöpft sich in kalt und ideenlos herüberkommende Presseerklärungen zu welchen jegliche Inspiration und Nachhaltigkeit fehlt. Die nicht vorhandene Kreativität eiskalter Funktionäre lässt grüßen.
So ist es keine Überraschung das sich die Landesgruppen der Partei welche sich zur Zeit im Wahlkampf befinden persönlich angegriffen fühlen und entsprechend unwirsch reagieren. Aber lest selbst:
Kleine Kubakriese
Klaus Lederer, Chef der Linkspartei in Berlin, ist sauer. “Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier einige ihre sektierermäßigen Rechnungen auf dem Rücken der wahlkämpfenden Landesverbände austragen wollen”, sagte er dem Tagesspiegel. Am 18. September wird in Berlin gewählt. Die Linkspartei will eine Neuauflage der rot-roten Koalition, die seit zehn Jahren regiert. Doch die Mauerdebatte und das von der Linksparteispitze Gesine Lötzsch und Klaus Ernst verfasste Glückwunschschreiben zum 85. Geburtstag des kubanischen Exstaatschefs Fidel Castro frustriert die Genossen. “Mir steht es bis hier oben”, so Lederer.
In der Partei sind viele bemüht, die Wogen zu glätten. Die Aufregung um den Fidel-Glückwunsch sei “künstlich”, sagte Dietmar Bartsch, Vizefraktionschef im Bundestag, der taz. “Viele, auch Neoliberale wie Hans-Olaf Henkel, haben Castro die Hand geschüttelt.” Mögliche negative Auswirkungen auf die Landtagswahlen schätzt Bartsch, wie auch der thüringische Fraktionschef Bodo Ramelow, gering ein. “Das Thema wird uns in den Landtagswahlkämpfen nicht schaden”, so Bartsch.
taz: Herr Ramelow, die beiden Vorsitzenden der Linkspartei haben Kubas Staatschef Fidel Castro zum 85. Geburtstag überschwänglich gratuliert. Ist das ein Skandal?
Bodo Ramelow: Nein. Es ist nur nicht mein Sprachstil. Man kann Fidel Castro zum Geburtstag gratulieren, aber das sozialistische Pathos, das an vergangene Zeiten erinnert, gefällt mir nicht.
Hätten Gesine Lötzsch und Klaus Ernst wissen müssen, dass das medial ausgeschlachtet wird?
Was wird derzeit gegen links nicht medial ausgeschlachtet? Merkel hofiert die chinesische KP auch, ohne die Menschenrechte zu thematisieren. Da wird mit zweierlei Maß gemessen.
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Der Berliner Linken-Landeschef Klaus Lederer ist wütend. Immerhin steckt er mitten im Wahlkampf. Schaden die Parteichefs dem Wahlkampf in den Ländern?
Erst die windelweiche Mauer-Erklärung der Vorsitzenden Gesine Lötzsch, jetzt das Glückwunschschreiben von Lötzsch und dem Co-Vorsitzenden Klaus Ernst an Kubas Diktator Fidel Castro. Es war nicht alles schlecht am Sozialismus – das ist die trotzige Botschaft, die es nach 1945 auch schon mal in Deutschland gab.
Sie ist ewig gestrig. Dazu kommen wiederkehrende Auseinandersetzungen um Israel, dessen Existenzrecht etliche Linke nicht anerkennen wollen. Natürlich wird von einigen auch die Hamas verteidigt, ebenso die libysche „Revolution“ des Muammar el Gaddafi. Der Grundsatz der Unteilbarkeit der Menschenrechte, vor dem jedes andere Interesse und jede andere politische Logik zurückzustehen hat, ist unter der aktuellen Führung der Partei zur gelegentlichen Empfehlung verkommen.
Der wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag des Saarlandes, Prof. Dr. Heinz Bierbaum, hat empört auf die Nachricht reagiert, das Ford-Werk in Saarlouis würde 370 Leiharbeiter entlassen. Bierbaum appelliert an die Unternehmensleitung, diese Maßnahme nochmals zu überdenken: „Diese Entscheidung schadet dem Image von Ford und passt nicht zu einem Unternehmen, das modern und innovativ sein möchte. Hier zeigt sich, dass Leiharbeiter, selbst wenn sie gleichen Lohn erhielten, letztlich doch zum Spielball von Unternehmenswillkür werden. Wir als DIE LINKE haben uns immer gegen Leiharbeit ausgesprochen und lehnen diese Hire - und - Fire - Mentalität ab.“
Dieser Bericht ist seit einigen Tagen auf der Internetseite des Landesverband-Saarland zu lesen.
Wir haben da Fragen, wohl wissend das diese nicht beantwortet werden: Gelten diese Forderungen nur bei Ford Herr Professor Heinz Bierbaum oder vielleicht auch bei der Nürnberger Firma Prinovis ? Wie erklären sie ihre gemachten Aussagen auf ihrer Landesseite mit ihrem Handeln bei dieser Großdruckerei? Etwa so:” Das ist etwas ganz anderes, dort arbeitet meine Firma das Info Institut und mit den Aussagen innerhalb der Partei äußere ich meine private Meinung”.
Bereits am 29. 07. machten wir mit den Bericht “Ein Wolf im Schafspelz” und 09. 08. 2011 mit den Bericht “Der Wolf unter Schafen” auf die Vorgänge bei der Bertelsmann Tochter, der Großdruckerei Prinovis aufmerksam. Wir vermissen dort die gleichen Aussagen welche wir über Ford hören. Es ist ein Skandal wenn sich ein Vorstandsmitglied der LINKEN an Machenschaften mit Bertelsmann in Nürnberg beteilig und sich bezahlen lässt, welche er gleichzeitig beim Autobauer Ford kritisiert. Das nennt man dann LINKE Politik und trägt im großen Masse zur Unglaubwürdigkeit der Partei bei, welche krampfhaft versucht in der Öffentlichkeit mit den Ruf nach sozialer Gerechtigkeit zu punkten und damit von einem eigenen Vorstandsmitglied Kaspar gemacht wird.
Wie empfehlen Bierbaum darum eine Kontaktaufnahme mit dem “Institut für Innovative Politik” welches unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. hc. D. Dummbeutel arbeitet. So ein Gespräch unter gestandene Akademiker zu Themen wie die Einhaltung gewisser Schamgrenzen, die Ehrlichkeit in Politik und Beruf oder wie kann ich mir politische Glaubwürdigkeit erarbeiten, könnte für beide Seiten den Erfahrungshorizont erweitern.
Auch scharf-links hatte sich dieses Themas angenommen und berichtet ausführlich über den Fall Bierbaum.
So finden auf scharf-links auch zwei weitere Fälle aus NRW Erwähnung welche auf die vielen dunklen Machenschaften in der Partei hinweisen. So schreibt Edith denn zum Schluss, Zitat:
“Ist es nicht die Partei DIE LINKE, die derartige Zumutungen in der Wirtschaft schärfstens verurteilt und verboten haben will? Ungeachtet der eigenen Forderungen, nutzt man in Moers offenbar die Not der Bewerber ebenso aus, wie manches Unternehmen. Es wundert angesichts dieser Praxis an der Basis der Partei nicht, dass die Parteispitze wegen Bierbaums Beratung beim Arbeitsplatzabbau so gar nicht unter Druck kommt.”
Sollten Veränderungen innerhalb der Gesellschaft durch den Text eines einzelnen Schreibens ausgelöst werden können, wäre dieses eine erneute Bestätigung für die Macht des Wortes und der Schrift. Ein Sieg der Vernunft als Argument gegen Gewalt und Krieg.
So baut sich um Charles Moore langsam eine sich vergrößernde Fangemeinde aus welche immer mehr mit den Ideologien des Freien Marktes im Zweifel gerät. Da nahm der Journalist Constantin Seibt in den Züricher-Tagesanzeiger einen Faden auf welcher von Frank Schirrmacher in der FAZ weitergesponnen wurde. Eine interessante Entwicklung deren Verfolgung gewiss Lohnenswert scheint.
Gesellschaftliche Entwicklungen brechen für gewöhnlich nicht mit den Knall gesehener Unruhen wie in Nord-Afrika oder Arabien aus. Das dort Geschehene erinnert mehr an den Schrei eines bereits hilflos Ertrinkenden. Nein, Veränderungen gehen schleichend vor sich und werden von der Bevölkerung am Anfang kaum wahrgenommen, da die politische Sichtweise von den Regierenden in immer schöneren und undurchsichtigeren Verpackungen unter das Volk gebracht werden. Da bleiben dann Sprüche wie: “Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten” von Walter Ulbricht, oder Schröders Sprechblasen wie:”Das Gesetz ist gut, wir müssen es nur richtig erklären” in den Köpfen der Bürger zurück, welche ja auch heute noch in den verschieden Randgruppen der Rechten oder Linken Szene ihre Verteidiger finden.
Wenn aber jemand nun glauben sollte, dass jetzt die Zeit für Spinner und Sektierer gekommen sei, wird er sehr schnell feststellen sich auf den falschen Weg begeben zu haben. Die Träumer welche dieses Land in Mittel-, Süd,- amerikanische oder auch kubanische Regierungsformen einschwören möchten, werden sich wohl noch einige hundert Jahre bis zur Erfüllung ihrer Träume gedulden müssen. Da wird auch die Glückwunsch-Postille an Fidel Castro zum 85 Geburtstag durch Lötzsch/Ernst in dieser entlarvenden Form nichts ändern.
Aber das hat es ja immer schon gegeben auf dieser Erde. Es werden immer Außenseiter in der Gesellschaft zu finden sein welche, da es ihnen an Denkvermögen für die Zukunft fehlt, den Weg in die Vergangenheit suchen.
Hier nun zu den Kommentar “Aus Erfahrung klüger” von ROBERT MISIK.
Es gibt so Texte, die einschlagen. Die Kolumne, die Charles Moore vor ein paar Wochen im britischen Daily Telegraph schrieb, war so ein Text dieser Art. “Ich beginne zu denken, dass die Linke recht hat”, schrieb Moore. Das ist deshalb so bemerkenswert, weil Moore seit Jahrzehnten eine Zentralfigur des britischen Konservativismus ist. Moore ist auch der offizielle Biograf der erzkonservativen Eisernen Lady Margaret Thatcher und ein Reagan- und Thatcher-Anhänger der ersten Stunde.
Jetzt hat Frank Schirrmacher, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung nachgelegt. Das politische System diene nur den Reichen. Werte wie Autonomie, Freiheit, freie Marktwirtschaft, Individualismus, von Bürgerlichen immer hochgehalten, seien von den Neoliberalen gekapert worden. In ganzen Absätzen hangelt sich Schirrmacher entlang der Philippika von Moore, lässt aber keinen Zweifel: Er sieht das genauso.
Erstaunlich sind solche Sätze wie “dass die Reichen immer reicher werden” natürlich vor allem, weil sie diesmal nicht von Jean Ziegler oder Sahra Wagenknecht, sondern von einflussreichen konservativen Autoren kommen. Und weil sie klipp und klar, ja demonstrativ sagen: Wir müssen einsehen, die anderen haben recht. Er und immer mehr im bürgerlichen Lager, so Schirrmacher, müssten zugeben, dass man sich längst frage, “ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang”. Solche Texte kommen einem Seitenwechsel sehr nahe.
Da hat jemand endlich Klartext gesprochen. Dietmar Bartsch sagte im SWR, das diejenigen die meinen, sich nicht erheben zu müssen, wenn es um Mauergedenken gehe, sich fragen müssten, ob sie denn wohl in der richtigen Partei seien.
Das die Titelseite in der “jungen Welt” vom 13.08.2011 keine einmaliger Ausrutscher war, beweist das nach treten von gestern am 20. 08. 2011. Mit den markigen Worten “Die Überflüssigen” werden hier der Berliner Wahlkampf sowie die Versäumnisse der letzten Jahre aus der rot/roten Koalition eingehend ausgeleuchtet und entsprechend zensiert.
Richtig, es ist das Recht, ja sogar die Pflicht auf gemachte politische Fehlleistungen aufmerksam zu machen. Das dieses aber vier Wochen vor dem Gang zur Wahlurne geschieht, wo Jahre zuvor schweigend zugesehen wurde, von einer Zeitung welche über Jahre von den Händen gefüttert wurde, welche sie heute beißt ist schon in dieser Art einmalig. Es muss aber auch Kritik an die Partei gerichtet werden, welche trotz vieler mahnender Worte von dieser Sudelpostille nicht eher Abstand genommen hat. Es ist schon erstaunlich wie lange Obrigkeiten in den Parteien brauchen um festzustellen was hinter ihren Rücken falsch läuft. Die Höhenluft scheint vielen doch das bischen Restverstand zu vernebeln.
So wurde denn in den letzten Tagen von manchen auch uns nahestehenden Personen die These verbreitet das DIE LINKE eine Zeitung wie die “junge Welt” brauche, wenn sie sich nur ein wenig ändere. Dem möchten wir hier energisch widersprechen. Wer glaubt mit solch einer Zeitung bei den Bürgern auf Sympathien zu stoßen, befindet sich auf einen vollkommen falschen Weg, denn mit so einer Zeitung kann man nichts gewinnen, sondern wird für immer zu den Verlierern gehören.
Von der Zeitung wird dieser Machtkampf bewusst provoziert und auch der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt. Man beführwortet eine Spaltung um sich dann von der Seite der Gewinner weiter sponsern zu lassen.
Hier der Artikel:
Die Überflüssigen
Hintergrund. Harmlos, farblos und immer treu zur SPD. Zehn Jahre Regierungsbeteiligung der Linkspartei in Berlin – eine unvollständige Bilanz des Scheiterns
Mit markig gemeinten Sprüchen zieht die Berliner Linke zur Zeit in den Wahlkampf. »Privat ist Katastrophe«, heißt es auf den Plakaten. Oder etwas altbackener: »Mieter vor Wild-West schützen!«. Besieht man sich allerdings die Arbeit der rot-roten Landesregierung seit 2002, so muten die neuen Parolen der Linken wie eine Distanzierung von der von ihr jahrelang mitgetragenen Politik an. Die Koalition aus SPD und Linkspartei mag sich selbst in einigen Punkten für erfolgreich halten – doch beging sie auch fatale Fehler, deren soziale und finanzielle Folgen zum Teil noch gar nicht absehbar sind. So gehören zum Beispiel der unüberlegte Ausstieg aus der Anschlußförderung für den sozialen Wohnungsbau, die Privatisierung der Wohnungsbaugesellschaft GSW und die bedingungslose Rettung der zusammenbrechenden Bankgesellschaft im Jahr 2002 in diese Kategorie. Selbstverständlich kann die Linke nicht allein für alle Resultate der »rot-roten« Politik verantwortlich gemacht werden. Sie kann sich aber auch nicht mit den ständigen Hinweisen darauf, man habe sich gegen die SPD nicht durchsetzen können, und es bestünden nun mal »Restriktionen des Handlungsrahmens« (Klaus Lederer), die nicht unterschätzt werden dürften, aus der Verantwortung stehlen. Wer – zumindest verbal – mit einem fortschrittlichen Anspruch in eine Regierung eintritt, darf sich nicht wundern, wenn er an diesem eigenen Anspruch gemessen wird.
Hier auch eine Stellungnahme von Katja Kipping zu den Ausfällen der “junge Welt”.
Sehr geehrter Herr Wittich,
Besten Dank für Ihre Zeilen. Ich übermittle Ihnen nachfolgend eine Erklärung von Katja Kipping zum Thema “Junge Welt”.
Mit freundlichen Grüßen - Ute Bortlik, Wahlkreismitarbeiterin
_______________________________________________ Satire darf alles - Politik nicht
Ich finde es bedauerlich, dass DIE LINKE, während sie in zwei Wahlkämpfen steht, bei denen es um ihre Regierungsbeteiligung geht, mit dieser Diskussion in die Schlagzeilen geriet. Es gibt fürwahr vieles zu beklagen und vor allen Dingen zu verändern in diesem Lande. Dass uns diese Diskussion ausgerechnet von einer Zeitung aufgenötigt wurde, die unter anderem von den Anzeigen unserer Partei lebt und dann auch noch auf eine derart miesen Art und Weise, macht mich einfach nur wütend.
Die PDS, der ich einstmals beigetreten bin, hatte sich mit ihrer Gründung und auch danach wiederholt mit ihrer Verantwortung für das, was von ihr aus einer historischen Chance gemacht wurde, auseinandergesetzt. Dass sie dies überaus kritisch tat und sich dabei zuallererst selbst an die Nase fasste, hat mich als junger Mensch sehr beeindruckt. Bis heute habe ich hohen Respekt vor meinen Genossinnen und Genossen, die 1990 fassungslos vor ihren verwüsteten Idealen standen und sich Häme und auch Hass gefallen lassen mussten.
Dies auszuhalten und dennoch das eigene Versagen, die eigenen Fehler zu diskutieren und daraus Schlüsse zu ziehen, hat der PDS im Osten viel Achtung eingebracht. Die PDS hatte ihre Gründe, die Abschaffung aller Geheimdienste zu fordern. Sie hatte ihre Gründe, gegen die Militarisierung von Politik und Bildung zu sein. Sie hatte ihre Gründe, schärfere Polizeigesetze, den Lauschangriff und die Vorratsdatenspeicherung abzulehnen. Sie hatte ihre Gründe, gegen die Verschärfung des Asylrechtes und den Bau neuer Mauern zu streiten.
Wenn DIE LINKE es sich heute leisten kann, all diese Inhalte glaubwürdig zu vertreten, dann hat sie das vor allen Dingen einer PDS zu verdanken, zu deren Kernaussagen die Absage an jede Obrigkeitsstaatlichkeit, an jede Ausgrenzung und Unterdrückung von Meinung, an jede Art von Bespitzelung und Verfolgung Andersdenkender und jede Art der Bevormundung von Menschen gehörte. Sie hat sich bei allen Menschen entschuldigt, denen im Namen des Sozialismus Ungerechtigkeit widerfahren ist - wohl wissend, dass es Dinge gibt, die man nicht wiedergutmachen kann.
Wenn DIE LINKE all diese Werte auch in der Gegenwart immer wieder anmahnt, dann deshalb, weil sie sehr gut weiß, dass entgegen aller vollmundiger Reden bürgerlicher Politiker_innen, teils subtil, teils ganz offen auch heute gespitzelt, bevormundet und unterdrückt wird, dass versucht wird, Menschen mit ökonomischem, aber auch medialem und politischem Druck zu disziplinieren, sie psychisch oder wirtschaftlich zu brechen.
Eines aber geht nicht: Ungerechtigkeiten von früher mit Ungerechtigkeiten von heute aufzurechnen oder gar zu rechtfertigen und dabei Opfer politischer Willkür zu verhöhnen. Wer dies - wie die Junge Welt am 13.8.2011 - tut, mag sich im Rahmen des rechtsstaatlich Erlaubten bewegen, aber er sollte sich fern von der LINKEN halten. Wenn eine Partei das an sich duldet, unterlässt sie eine notwendige Grenzziehung.
Daran, dass es sich bei besagtem Titelblatt um einen journalistischen Ausrutscher handelt, glaube ich nicht. Hinter dieser Sorgfalt steckt eine Haltung. Und möge mir auch niemand mit Kurt Tucholsky kommen. Satire darf wohl in der Tat alles - Politik jedoch nicht!
In Stuttgart ist um den Neuen Bahnhof alles gelaufen möchte man meinen. Auch um die Protestierenden ist es merklich ruhiger geworden. Den Bahnhof noch nach “Oben” zu verlegen scheint gegen die Übermacht der Investoren schier unmöglich zu sein. Trotz alledem niemand sollte vorzeitig aufgeben, den wie heißt es im Sport: “Ein Spiel ist mit dem Abpfiff entschieden”.
Einen Planungs-Rückblick zurück bis in das Jahr 1997 unternimmt der Journalist Meinrad Heck in seinen heutigen Artikel. Das schon damals alles schön-gerechnet und - geredet wurde wird in diesen Bericht wieder einmal aufgezeigt, vor allen dann wenn er auf die Kohlsche “Bimbes-Story” aufmerksam macht und dazu die Verbindung knüpft. So war zu den 97 ger Zeiten vielleicht wirklich Glück das dergleichen Zusammenhänge nicht erkannt wurden.
Sehr wahrscheinlich liegt der tiefere Grund aber auch in der Gesellschaft begründet, welche in den letzten Jahren durch die ununterbrochenen Fehlleistungen der politisch Verantwortlichen mehr und mehr Sensibilisiert wurden und sich heute kein X für ein U mehr vormachen lassen.
Hier der Bericht:
Spekulation, na und ?
Heiner Geißlers Kompromißvorschlag vom kombinierten Kopf- und Tiefbahnhof ist faktisch bis zur Unkenntlichkeit zerredet worden. Damit ist er so gut wie vom Tisch. Gut für die Immobilien-Branche. Gerade sie predigt seit Jahren, was kaum einer hören will: Stuttgart 21 ist in ihren Augen ein - oder vielleicht auch ihr - “Jahrhundert-Immobilienprojekt”. Als städtebauliche Entwicklungschance verpackt und von langer Hand vorbereitet.
1997 war ein gutes Jahr. Es gab noch keine Wut- und keine Mutbürger, aber es gab Stuttgart und es gab die Zahl 21, und beides zusammen wurde seinerzeit zu einer Vision für die Zukunft namens Stuttgart 21 schöngerechnet. Das neue Herz Europas begann zu pochen. Es war das Jahr, in dem sich Profis für Städtebau oder Infrastruktur und allerlei andere Experten über hübsche Architektenpläne beugten, sie unter die Lupe nahmen und aus dem Kreis namhafter Baumeister den Ihren wählten, auf dass er einen Kopfbahnhof für ein paar Milliarden unter die Erde lege und 100 Hektar Gleisgelände für ein neues Stadtviertel freiräume.
Jetzt reicht es auch Gregor Gysi. Wie er am Donnerstag dem Berliner Tagesspiegel mitteilte habe er mit der linksradikalen Tageszeitung “Junge Welt” schon lange nichts mehr am Hut und wolle durchsetzen dass diese Zeitung nicht mehr als Werbemedium von der Partei genutzt wird.
Die überraschend klare Aussage kommt nicht von ungefähr läuft doch die Partei Gefahr durch ihre radikalisierenden Randgruppen in das politische Niemandsland zurückzufallen. Laut einer Umfrage der Info GmbH, im Auftrag des Berliner Kurier und des Rundfunk der Hauptstadt durchgeführt, muss die Linke zur Berliner Abgeordnetenwahl am 18. September mit einen enormen Verlust rechnen.
Danach liegt die SPD zur Zeit bei 36 Prozent vor der CDU mit 23 Prozent. Es folgen die Grünen mit 22 Prozent und die Linke mit 8 Prozent welche im Vergleich zum Vormonat 5 Prozent verloren. Sogar in der früheren Hochburg, dem Ostteil der Stadt rutschten sie mit nur noch 18 Prozent auf den dritten Platz hinter der SPD und den Grünen ab. Die Schuld schiebt man der unsäglichen Diskussion über die Mauer in den letzten Tagen zu.
So bestätigt der “Tagesspiegel” die Berichte in den letzten Tagen und schreibt wir zitieren:
“Im Internet verlangten Genossen, die Kooperation mit dem Blatt einzustellen, der Zeitung keine Stände auf Veranstaltungen oder Parteitagen zu genehmigen. Das Organ verherrliche stalinistische und autoritäre Systeme, seine Stimmungsmache sei „unerträglich geworden“. Mehr als 300 Mitglieder unterzeichneten den Aufruf, darunter Parteivize Halina Wawzyniak, die Landeschefs von Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, Klaus Lederer und Steffen Bockhahn, sowie der Berliner Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich. Ex-Parteichef Oskar Lafontaine nannte Forderungen nach einem Boykott des Blattes im Deutschlandfunk „merkwürdig“: „Ich bin nicht verantwortlich für die Schlagzeilen irgendwelcher kleinen Presseorgane.“”
Natürlich wird es jetzt am Linken Parteiflügel unruhig werden, da man um die Pfründe fürchten muss, welche auf Kosten der Demokraten erreicht wurden. Das die fanatischen Anhänger dieser ehemaligen SED Zeitung aber nicht nur in der AKL sondern auch in der anderen Splittergruppe, der SL sitzen, darüber wissen wir aus persönlichen Erfahrungen nur allzu gut zu berichten. Die Mail, in der sich ein, wie ein Hütchenspieler agierender voll manipulierender ehemaliger Landes-Geschäftsführer in NRW erdreistete die Schmutzpostille als das “Wahre Informationsblatt” der Partei zum Lesen anzupreisen war schon mehr als peinlich. Wir haben immer vermutet dass auf diese Art vermutlich Nebengeschäfte betrieben wurden.
“So warnt denn der linke Parteiflügel bereits vor einer Ausgrenzung der „Jungen Welt“. Die Strömung Antikapitalistische Linke, in der unter anderem Parteivize Sahra Wagenknecht vernetzt ist, sprach von einem „Angriff auf die Pressefreiheit“ und einem „fragwürdigen Verständnis von Demokratie“. Zum Inhalt des Blattes hieß es, die „Junge Welt“ sei „eben nicht käuflich“”
Wenn dem so ist wie Wagenknecht sagt ist doch alles in Ordnung. Es wird nur davon gesprochen die Werbung für dieses Blättchen einzustellen was weder einen “Angriff auf die Pressefreiheit” noch einem “fragwürdigen Verständnis von Demokratie” gleichkommt. Der Leser bestimmt was er denn lesen möchte und wofür er letztendlich bezahlt und nicht die Partei! Warten wir also ab und beobachten was dabei herauskommt. Wir werden weiter darüber Informieren.
Auch Wanja (kann gerade keine mail schicken und bittet mich auch in seinem Namen zu sprechen) und ich wollen diesbezüglich klar Farbe bekennen. Wir unterstützen ausdrücklich die Position der Bundes AKL. Wir verwähren uns gegen die permanente Einseitigkeit der bürgerlichen Geschichtsbetrachtung und dem ewigen Kotau gegenüber bürgerlichen, veröffentlichten Meinungen. Wir stellen uns klar gegen Gruppierungen unserer Partei die mit Antikommunismusdiskussionen, Antisemitismusdiskussionen und jetzt der Mauerdiskussion die fünfte Kolonne des Kapitals spielen.
Mit sozialistischen Grüßen
Martin Wanja Klein
stellvertretender Landesvorsitzender
Uwe Maag
Mitglied des Landesvorstandes
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Autoritäre und Antidemokraten im Gewand von Kommunisten und Antikapitalisten
Die Lage wird übersichtlicher. Linke Demokraten und emanzipatorische Kräfte werden schnell mal zu „Bürgerlichen“ und zur „fünften Kolonne des Kapitals“. Das Statement der Landesvorstände Klein und Maag ist frei von jeder Argumentation und im besten Falle frei von jeder Kenntnis der Geschichte.
An deren Adresse ist es offensichtlich vergeblich Argumente zu richten.
Die beiden eigenwilligen und zu wenig innerparteilich-demokratischen Engagement neigenden Persönlichkeiten waren in den vergangenen Jahren persönlich resistent gegen jede Auseinandersetzung mit der Geschichte des Realsozialismus und sie taten auch nach Kräften nichts, um in der Landespartei eine solche Diskussion zu ermöglichen.
Damit waren und sind sie freilich nicht allein, die Front der Geschichtsrevisionisten in der LINKEN RLP reicht vom stolzen Kundschafter des Friedens Dr. Wilhelm Vollmann, alias Crohne und Köhler, über MdB Senger-Schäfer bis zu Otto Schäfer im größten Kreisverband Ludwigshafen.
Jüngst suchten Kräfte der Bundespartei (SL) in Abstimmung mit dem KV Ludwigshafen die Teilnahme einer kritischen Stimme zum „DDR-Seminar“ der Bundespartei mit Erfolg zu verhindern, vor Monaten untersagte der KV Ludwigshafen eine Veranstaltung zum Thema DDR in Ludwigshafen.
Es wird immer deutlicher, wie innerparteilicher Zentralismus und Autoritarismus und schäbiger Opportunismus mit einer solchen Missinterpretation von Geschichte verbunden sind.
Was tun die Mitglieder?
Die Parteimitglieder sind nun gefordert, ihre Partei aus der Umklammerung durch Antidemokraten und Autoritäre zu befreien. Der Landesvorstand sah sich nicht in der Lage, zur antisozialistischen und inhumanen Propaganda der Jungen Welt Stellung zu nehmen.
Erstellt von Martha Brauch - Waiblingen - am 19. August 2011
…geschichte und Auswirkungen bis heute
Anfang Januar 2002 wurde das Kanzleramt über geschönte Vermittlungsstatistiken der Arbeitsämter informiert. Diese Information stieß zunächst nicht auf erkennbares Interesse. Am 30.01.2002 wurde dann durch den BA-Vorstand als erste Konsequenz ein „Sofortprogramm“ beschlossen. Dieses wurde damals als Teilentmachtung von BA-Präsident Bernhard Jagoda gewertet.
Daraufhin wurde am 22. Februar 2002 durch die Bundesregierung unter Gerhard Schröder eine Kommission mit dem Namen „Kommission für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ eingesetzt – kurz Hartz-Kommission genannt. Peter Hartz leitete diese Kommission und legte im August 2002 ihren Bericht vor, in dem Vorschläge zur effizienten Arbeitsmarktpolitik vorgelegt und die staatliche Arbeitsvermittlung reformiert werden sollten. Ziel war es, innerhalb von vier Jahren die Arbeitslosenzahl von damals offiziell vier Millionen (real mehr als 8 Mill.) zu halbieren. Dieses Ziel wurde nicht annähernd erreicht, trotzdem wird immer noch auf die Arbeitslosen mit dieser Keule, die damals von Schröder übernommen wurde, „eingeprügelt“.
Dr. Peter Hartz, ehemaliges Mitglied des Vorstandes der Volkswagen AG
Norbert Bensel, Mitglied des Vorstandes der DaimlerChrysler Services AG und der Deutschen Bahn AG (seit 2009 Partner der TransCare AG) Dr. Jobst Fiedler, Roland Berger Strategy Consultants (seit 2005 Hertie School of Governance) Peter Gasse, Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen (im Sommer 2004 zum Arbeitsdirektor der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann berufen) Dr. Peter Kraljic, Direktor der McKinsey & Company Düsseldorf (Im Bereich der Politikberatung ist McKinsey auch mehr oder weniger direkt tätig, so z. B. in der von der CDU im Jahr 2003 einberufenen Herzog-Kommission zur Ausarbeitung des künftigen Sozialkonzeptes der Partei.) Klaus Luft, Geschäftsführer der Market Access for Technology Services GmbH (hatte 3 Jahre zuvor Nixdorf an die Wand gefahren) Wilhelm Schickler, Präsident des Landesarbeitsamtes Hessen (seit 2005 Leiter der Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg im Rathaus Potsdam) Prof. Dr. Günther Schmid, damals Wissenschaftszentrum für Sozialforschung (seit 2004 Fellow des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit und weitere) Wolfgang Tiefensee, damals Oberbürgermeister der Stadt Leipzig (2005 bis 2009 Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer im Kabinett Merkel) Eggert Voscherau, damals Mitglied des Vorstandes der BASF AG (Am 30. April 2009 wurde er zum Aufsichtsratsvorsitzenden der BASF Aktiengesellschaft gewählt) Heinz Fischer, damals Abteilungsleiter Personal Deutsche Bank AG (Professor Dr. Heinz Fischer, Honorarprofessor für Personalmanagement, FH Pforzheim) Prof. Dr. Werner Jann, Universität Potsdam (seit 2005 Wissenschaftlicher Beirat der Bundesakademie für Öffentliche Verwaltung) Harald Schartau, im November 2002 zum Minister für Arbeit und Soziales in NRW berufen, Qualifikation und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen (Bei der Landtagswahl 2005 wurde er direkt in den Landtag gewählt) Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (Seit 2005 gehörte Hanns-Eberhard Schleyer dem Kreis der „IZA Policy Fellows“ als Gründungsmitglied an) Isolde Kunkel-Weber, Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes, (im Oktober 2003 wurde Isolde Kunkel-Weber erneut in den Bundesvorstand gewählt. Mit der Konstituierung des Bundesvorstands wurde sie zur Leiterin des Personalressorts berufen)
also namhafte Mitglieder der Wirtschaft, der Banken, Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaften, die danach gut dotierte Posten erhielten. Die wichtigste Sofortmaßnahme war die Umwandlung der BA für Arbeit von einer öffentlichen Behörde in eine Dienstleistungsorganisation mit privatwirtschaftlichen Führungsstrukturen. Gleichzeitig wurde der Verwaltungsrat in einen Aufsichtsrat (Teilprivatisierung, z. B. Callcenter, private Arbeitsvermittler, Ausgliederung einiger Abteilungen) umgewandelt und ein freier Marktzugang für Vermittler sowie Vermittlungsgutscheine für arbeitslose Leistungsbezieher eingeführt.
Er war Manager bei VW und wollte nur „das Beste“ für die Belegschaft. Im Oktober 2005 wurde von der Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue in 44 Fällen gegen ihn eingeleitet. Erst ein Jahr später soll Peter Hartz gegenüber der Braunschweiger Oberstaatsanwältin Hildegard Wolff zugegeben haben, dass er zehn Jahre lang den einstigen Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert „begünstigt“ hat.
Zwischen 1995 und 2005 soll Volkert Jahr für Jahr einen „Sonderbonus“ von insgesamt zwei Millionen Euro (also 200.000 € im Jahr!) bekommen haben. Der brasilianischen Geliebten Volkerts, Adriana Barros, verschaffte Hartz ein Zusatzeinkommen von monatlich 7.600 Euro pro Monat (insgesamt 399.000 Euro). Hartz drohte damals eine Freiheitsstrafe bis zu 15 Jahren.
Am 17. Januar 2007 gestand Hartz nicht persönlich sondern durch Vortrag seines Anwalts in der zweitägigen Verhandlung alle 44 Anklagepunkte. Der Gesamtschaden dieser Schmiergeld-Affäre betrug 2,6 Millionen Euro. Hartz wurde am 25. Januar 2007 wegen Untreue und Begünstigung des Betriebsratschefs zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren verurteilt, die auf Bewährung ausgesetzt wurde, und einer Geldstrafe von insgesamt 576.000 Euro.
Peter Hartz ist seines Amtes enthoben worden. Woher wird eigentlich die Rechtfertigung genommen, diese nach einem mittlerweile Vorbestraften benannten Gesetze auf immer menschenverachtendere Weise zu installieren? Von Schröder wurden diese Gesetze eins zu eins – wie damals versprochen – übernommen. Hartz selbst ist wegen seiner Schmiergeld-Affäre glimpflich davongekommen. Aber die Arbeitslosen und die von Arbeitslosigkeit bedrohten empfinden seine „Arbeitsmarktreformen“ bis heute als offenen Strafvollzug!
Hartz I – III
Neben den bisherigen Dienstleistungen der BA wurden die Jobcenter, die ihren Namen nach dem englischen Vorbild bekommen haben, unter anderem auch als Schnittstelle zu Personal-Service-Agenturen (PSA), die bekanntlich unter Schröder „reformiert“ wurden, übernommen. Die damaligen Arbeitsvermittler hießen plötzlich „Fallmanager“.
Mit den Personal-Service-Agenturen (PSA) sollte erreicht werden, dass Arbeitslose schnell wieder durch Arbeitnehmerüberlassung in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden. Die Liberalisierung der Leiharbeit zum 1.1.2003 durch die Aufhebung der gesetzlichen Beschränkungen des Arbeitsnehmerüberlassungsgesetzes und ihre tarifpolitischen Folgen wurde indirekt die „Zwangsarbeit“ eingeführt, weil arbeitslose Menschen keine Möglichkeit haben, sich gegen die Zuteilung solcher Arbeitsplätze durch die Jobcenter zu wehren. Der Arbeitslose ist durch die Zumutbarkeitsregel dazu verpflichtet, jeden Job anzunehmen. Ablehnung ist mit Leistungskürzung verbunden.
Die Hartz-Kommission arbeitete nur den imperialistischen Zweck heraus: soll mehr Arbeit zur Verfügung stehen, müssen die Ausbeutungsbedingungen grundlegend verbessert werden. Unverhohlen gab Hartz damals zu Protokoll, dass seine Kommission an der Einrichtung einer modernen Form staatlich organisierter Zwangsarbeit arbeitete. Es galt also, einen Arbeitsdienst zu organisieren, in dem Rentabilität der Arbeit oberstes Gebot war und gleichzeitig der Staat das leidige Problem mit dem Lohn in Form von Aufstocken der Löhne erledigt.
Was aber ist mittlerweile aus dem so genannten „Gleichstellungsgrundsatz“ geworden? Dieser besagt, dass Leiharbeiter zu denselben Bedingungen beschäftigt werden müssen, wie die Stammbelegschaft (gleiche Arbeitszeit, gleiches Arbeitsentgeld, gleiche Urlaubsansprüche). Schnell wurde dieser umgangen, z. B. durch Tarifverträge des Arbeitgeberverbands Mittelständischer Personaldienstleister (AMP) mit Tarifgemeinschaften der Christlichen Gewerkschaften Zeitarbeit (denen mittlerweile das Recht abgesprochen wurde, Tarifverträge abschließen), PSA und der DGB-Gewerkschaft mit dem Bundesverband Zeitarbeit (BZA) oder dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitnehmer umgangen. Das alles waren Vorbereitungen auf Hartz IV.
In einem Interview mit der Tagesschau vom 2. Juli 2004 äußerte sich der Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel weniger optimistisch:
„Das vorrangige Motiv ist vor allem, Sozialausgaben einzusparen. Wir haben die hohe Arbeitslosigkeit, wir haben hohe Kosten durch die Arbeitslosigkeit. Das vorrangige Ziel ist einfach einzusparen. Der Wirtschaftsminister hat ja selber gesagt, dass die wichtigste Herausforderung für Arbeitsplätze Wirtschaftswachstum ist. Aber von den Hartz-Gesetzen – das wissen wir sicher – gehen keine Wachstumsimpulse aus, eher sogar eine Belastung. (…) Wir haben Berechnungen, dass die Arbeitsmarktreformen am Ende sogar ca. 100.000 Arbeitsplätze kosten können.“
Hartz IV
Mit Wirkung zum 1. Januar 2005 wurde die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und der Sozialhilfe für Erwerbsfähige auf ein Niveau unterhalb der bis dahin geltenden Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II festgelegt. Das Leitmotiv sollte „Fördern und Fordern“ sein. Die Umsetzung des Leitmotivs „Fördern“ ist zumindest für Arbeitssuchende in der SBG-II-Gesetzgebung unterrepräsentiert.
Für die BA ergab sich durch die Einführung der Hartz-IV-Gesetze ein größerer Kostenaufwand als geplant. Im Jahr 2006 wurde dann eine Gesetzesänderung diskutiert, die unter anderem die Ablehnung von zumutbarer Arbeit nicht mehr in den Ermessensspielraum des Sachbearbeiters legte, sondern verpflichtend wirkte, wie wir es heute haben.
Seither werden die Arbeitslosen ständig mit Gesetzesänderungen und Verschärfungen verunsichert und kaum einer wehrt sich mangels Kenntnis dagegen, obwohl in der Regel mindestens 40 % der Bescheide zu Gunsten der Jobcenter falsch berechnet und Sanktionen oft willkürlich ausgesprochen werden. Das betrifft auch die so genannten „Aufstocker“. Die Mitarbeiter der Jobcenter kommen – ebenfalls zum Teil mangels Kenntnis – ihrer Aufklärungspflicht gegenüber den Betroffenen nicht nach. Enteignungen bei Beantragungen von Hartz IV sind zur Tagesordnung geworden und die Arbeitslosen, die sich im Laufe ihres Lebens ein kleines Vermögen angehäuft haben, müssen dieses zuerst fast vollständig aufbrauchen, bevor sie Geld vom Staat bekommen.
Durch die ständigen Reformen sind auch Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände gefordert. Zunächst protestierten diese gegen die Gesetze. Da aber Wohlfahrtsverbände ebenfalls als Träger von „Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigungen“ in Form von Ein-Euro-Jobs profitieren, sind diese dann schnell umgeschwenkt.
Ein Teil der Hartzgesetze wurde durch den Europäischen Gerichtshof wegen Altersdiskriminierung für nichtig erklärt. Demnach dürfen Arbeitnehmer über 52 nicht ständig nur mit befristeten Arbeitsverträgen beschäftigt werden.
Bei Sanktionen von 80 % bis 100 % ist ein menschenwürdiges Leben nicht mehr möglich. Wirtschaftsexperten äußerten Kritik an zu geringen Kürzungen, weil angeblich die Menschen sich daran gewöhnt hätten, Leistungen vom Staat zu erhalten. Der immer weiter fortschreitende Sozialabbau erscheine diesen Menschen daher als Härte. Die Verbände fordern weitere Liberalisierungen des Arbeitsrechts. Seit Beginn von Hartz IV sind rund 2 Millionen Kinder in die Armut abgerutscht, weitere 15 % der 13.1 Millionen minderjährigen Kinder von Armut bedroht, Menschen verhungert und hauptsächlich junge Menschen, die ihre Zukunft noch vor sich haben sollten, dabei obdachlos geworden.
Ständige Lohnkürzungen, Niedriglöhne und Arbeitslosengeld II haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass die Binnenwirtschaft in Deutschland geschwächt wurde. Auf der anderen Seite hat sich dadurch die Abhängigkeit vom Export verstärkt. Ehemals erworbene Qualifikationen wurden entwertet, indem die Arbeitslosen Arbeiten unabhängig von ihrer Ausbildung annehmen müssen. Der Zwang zur bundesweiten Mobilität zerstört soziale Strukturen (Familie, Freundeskreise) und somit die Sicherheit, die jeder Mensch braucht.
Ein-Euro-Jobs
Diese Jobs haben in der Vergangenheit tausende von regulären Arbeitsplätzen verdrängt, wie es der Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel vorausgesagt hatte. Auch in den öffentlichen Einrichtungen und Ämtern vergibt man gerne kostensparende, angeblich „gemeinnützige“ Arbeiten. Kleinere Firmen bekamen durch diese Jobs, auch wenn diese eigentlich zusätzlich sein sollten, eine so große Konkurrenz (z. B. Ein-Euro-Jobber müssen Schulen streichen), dass viele ihren Betrieb schließen mussten.
Ein extremer Niedriglohnsektor wurde damit gesellschaftsfähig. Die einzige noch bestehende Grenze ist die “Sittenwidrigkeit” der Bezahlung und die besteht erst dann, wenn die Bezahlung um mehr als 30% unter dem ortsüblichen Tarif liegt. Dieser sinkt ebenfalls von Jahr zu Jahr durch Lohnkürzungen bei den regulär Beschäftigten und dem niederen Lohn der Leiharbeiter, weil die Leiharbeit immer weiter ausgedehnt wird.
Mit Hartz IV hat sich die Bezahlung einer Ganztagsbeschäftigung schnell geändert: die letzten Schamgrenzen, Arbeitsplätze zu Hungerlöhnen anzubieten, fielen weg und von Rot-Grün wurden die Arbeitslosen bis zum heutigen Tag in genau diese Beschäftigungsverhältnisse hineingezwungen. Die working poor, mit allen aus anderen Ländern gut bekannten Konsequenzen wie z.B. den erheblich schlechteren Bildungschancen für deren Kinder, gehören mittlerweile zur gesellschaftlichen Normalität der in Bundesrepublik.
Die Ablösung der Arbeitslosenhilfe durch das Hartz-IV-Gesetz war aber nur der Anfang. Ein in den letzten Jahren immer größer werdendes Netzwerk von Bündnissen, angefangen mit den Montagsdemos, versucht, den wachsenden Sozialabbau zu stoppen und unser Grundgesetz zu verteidigen. Es gilt viele grundgesetzwidrige Gesetze des SGB II, wie Diskriminierung, Missachtung der Menschenwürde, freie Arbeitsplatzwahl, Unverletzlichkeit der Wohnung u.v.m., zu bekämpfen. Leider bis heute ohne Erfolg. Der soziale Abbau wird immer weiter vorangetrieben.
Die etablierten Parteien (SPD, Grüne, FDP, CDU und CSU) hatten schließlich in einem Vermittlungsausschuss Mitte 2003 diesen „Kompromiss“ beschlossen. Auch die damalige PDS und der DGB sind über die Bestellung eines Rechtsgutachtens zu Hartz IV nicht hinausgekommen. Wirtschaft, Regierung, Parteien und andere Organisationen, welche die Massenarbeitslosigkeit zuerst herbeiführten, blockieren den Kurswechsel in Richtung Vollbeschäftigung. Schließlich profitieren alle vom Heer der Arbeitslosen und Aufstocker, das geschaffen wurde um neoliberale Ziele durchzusetzen. Stattdessen wird von den Architekten von Hartz IV bei der Bertelsmann-Stiftung behauptet, die Arbeitslosen seien selbst schuld an ihrer menschenunwürdigen Lage.
Hartz IV ist ein flagranter Verstoß gegen das Grundgesetz. Schon im Sommer 2004 äußerten sich namhafte Juristen zur Verfassungswidrigkeit des SGB II.
Von der Achtung der menschlichen Würde (Art.1 Abs. 2 GG) kann bei Zwangsmaßnahmen und mangelnder Teilhabe am kulturellen Leben durch die Hartz-Gesetze keine Rede sein.
Hartz IV verstößt gegen den Schutz des Eigentums (Art. 14 Abs. 1 GG), auf den die Neoliberalen so viel Wert legen, wenn es um ihr Eigentum geht.
Erworbene Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung verfallen nach 12 Monaten, egal ob man vorher 30 Jahre in diese Versicherung eingezahlt hat oder nicht.
Massive Enteignungen finden bei denen statt, die sich im Laufe ihres Arbeitslebens Ersparnisse angesammelt haben. Diese müssen unter Umständen zunächst bis auf einen kleinen Teil aufgebraucht werden.
Hausbesuche zur Kontrolle von versteckten Vermögenswerten oder anderen Gründen erst recht, wenn sie unangemeldet stattfinden – sind verfassungswidrig.
Prof. Dr. Uwe Berlit, Richter am Bundesverwaltungsgericht, sieht in den Eingliederungsvereinbarungen“ einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Vertragsfreiheit. Nach Art. 2 GG hat jeder Bürger das Recht, frei zu entscheiden, mit wem er einen Vertrag abschließen will. Nicht so die Arbeitslosen.
Kein Mensch kann in Bedarfsgemeinschaften (Art. 3 GG, Abs.1) und damit zu einem unfreiwilligen „für einander Einstehen und Sorgen“ gezwungen werden.
In Art. 12 GG heißt es: „(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen…(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlich allgemeinen, für alle gleichen Dienstleistungspflicht.“ (Wehrpflicht, Zivildienst, Schöffe) „(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.“ Nicht nur Prof. Berlit sieht das Zwangsarbeitsverbot verletzt, wenn Arbeitslose unter Androhung verschärfter Sanktionen genötigt werden, „Arbeitsgelegenheiten“ wahrzunehmen, für die sie nur eine geringe Aufwandsentschädigung erhalten („1-Euro-Jobs“) oder gezwungen werden, schlecht bezahlte Arbeit anzunehmen.
Wer Sanktionen verteilt bis hin zur vollständigen Streichung von Geldleistungen, auch für Unterkunft und Heizung, der verstößt gegen Art. 20 GG. Dadurch wird das „Bedarfsdeckungsprinzip“ verletzt, das aufgrund des Sozialstaatsgebots zwingend zu beachten ist.
Die so genannten „Reformen“ nicht nur der Arbeitslosen-, sondern auch der Kranken- und Rentenversicherung zielen auf die Abschaffung des Sozialstaates und unserer verfassungsmäßigen Ordnung.
Das ARD-Fernsehmagazin Monitor kritisierte am 13. August 2009, dass eine steigende Anzahl von Arbeitssuchenden nach einem schriftlichen Testverfahren als „dauerhaft geistig behindert“ eingestuft wurden, um die Betroffenen dann an eine Werkstatt für behinderte Menschen vermitteln zu können. Eine fachärztliche Untersuchung zur Feststellung der geistigen Behinderung fand nicht statt. Die Zahl der jährlich auf Behindertenwerkstätten verwiesenen Arbeitssuchenden stieg von 22.678 im Jahr 2004 auf 27.350 im Jahr 2008, nur um wieder geschönte Statistiken zu bekommen. Die Betroffenen haben es dann sehr schwer, diesen „Makel“ wieder los zu werden.
Und heute?
Unter dem Deckmantel „Kompetenzdiagnostik“ plant derzeit die BA ein Rundumprogramm für Arbeitslose. Diese sollen Fragebögen mit 102 Fragen ausfüllen auf das damit das Verhalten am Arbeitsplatz besser beurteilt werden kann. Gespräche mit dem Sachbearbeiter der Jobcenter und Psychologen sollen geführt werden, angeblich um die eigenen Stärken besser einzuschätzen und sich besser vermarkten zu können. Das ist ein weiterer Einschnitt in die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen.
In den Jahren 1933 bis 1945 sind so genannte „Gemeinschaftsunfähige“ besonders extremen Formen der Repression unterworfen worden. Diese sind im staatlichen System der Betreuung und von dessen Mitarbeitern, angeblich auf wissenschaftlich begründeten Erfordernissen praktiziert worden. Die Mitwirkung von Psychiatern führte zur eskalierenden Gewalt gegen „Verwertungsunwillige“ und „Gemeinschaftsunfähige“. Sollen diese Zeiten wieder auf uns zukommen? Dass seit Jahren die Zahl der offenen Stellen gegenüber der Zahl der Jobsuchenden sehr gering ist, sagt niemand. Die Politik will nicht zugeben, dass ihre Arbeitsmarktpolitik auf ganzer Linie versagt hat, versucht aber immer mehr durch Gesetze und menschenrechtswidrige Maßnahmen Druck auf die Jobsuchenden auszuüben. Geht nicht bereits aus der Radikalisierung bisheriger Verfahren im Umgang mit Arbeitslosen eine deutliche Richtung hervor?
Die Folgen
Arbeitslose werden immer mehr in ihrer Freiheit und Würde beschnitten und Sanktionen oft willkürlich ausgeteilt. Die Betroffenen reagieren mit großer Hilflosigkeit, Wut und Aggressionen gegen die Sachbearbeiter der Jobcenter. Das macht sich immer deutlicher bemerkbar;
2007 stach in Kaiserslautern ein Mann auf eine schwangere Sachbearbeiterin ein.
Vor gut zwei Monaten (19.05.2011) weigerte sich eine 39-jährige Obdachlose, das Jobcenter in Frankfurt zu verlassen, nachdem ihr dort niemand helfen wollte. Die Polizei wurde gerufen und wollte ihren Ausweis sehen. Die Obdachlose zog in Panik ein Messer und stach auf den Polizisten ein worauf ein Kollege die Frau erschoss. Es ging um 10 Euro.
Am 1. August 2011 stürmte ein Arbeitsloser das Jobcenter Berlin-Marzahn mit einer Flasche voll brennbarer Flüssigkeit und wollte den Teppich in Brand setzen. Die Flammen wurden gerade noch rechtzeitig erstickt.
In Frankfurt werden Mitarbeiter der Jobcenter bedroht und trauen sich nur noch in gegenseitigem Begleitschutz nach Feierabend zur Straßenbahn. Beschimpfungen sind an der Tagesordnung. Hausverbote werden ausgesprochen und Strafanzeigen(13mal in einem Jahr) wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Morddrohungen gestellt.
Auf der anderen Seite werden Schwangere, Kranke und Familien durch „Sippenhaft“ sanktioniert und Jugendliche in die Obdachlosigkeit getrieben. Anstatt für gerechte Verteilung sozialer Hilfen zu sorgen wird in diesem Bereich immer weiter gekürzt, sodass das Überleben zu einem anhaltenden Kampf mit den Ämtern geworden ist. Das alles sind Reaktionen auf die unmenschlichen Gesetze des Sozialgesetzbuches II. Beihilfen gibt es kaum noch, dafür aber immer mehr Kürzungen wenn ein Arbeitsloser nicht „spurt“. Die Mitarbeiter der Jobcenter sind angehalten, möglichst viel einzusparen. Oft sind die Sanktionierten völlig hilflos dieser Willkür von Amtswegen ausgeliefert. Ton und Umgang zwischen Arbeitslosen und Mitarbeitern der Jobcenter wurden in den letzten Jahren immer kälter. Die Mitarbeiter der Jobcenter müssen streng nach Vorgaben, die von oben kommen, ihren Job ausüben, ansonsten würden sie bald auch auf der anderen Seite ihrer heutigen Schreibtische sitzen.
Eine Studie der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung fand heraus, dass sich 70 % der Mitarbeiter in Jobcentern bedroht und unsicher fühlen und jeder 4. gab an, schon einmal Opfer eines Übergriffs geworden zu sein. Je mehr „sanktioniert“ wird, umso mehr steigt die Aggression und die Angst der Betroffenen auf beiden Seiten. Schließlich geht es hier ums nackte Überleben auf der einen Seite und den Job auf der anderen. Die Leidensfähigkeit jedes Einzelnen hat aber ihre Grenzen.
Zur Hartz IV – Serie
Unser Netzwerk hat sich dazu entschlossen, eine Hartz-IV-Serie, bei der jeder im Netzwerk einen Artikel dazu schreibt, zu veröffentlichen. Hier ist der Eingangsartikel, indem in Kurzform beschrieben wird, wie und aus was für Gründen Hartz IV installiert wurde, wie unser Grundgesetz verletzt wird, die neueste „Erfindung“ der BA und wie die Aggression der Betroffenen immer weitere Ventile findet. Zu den Artikeln unserer Netzwerk-Mitglieder werden hier an dieser Stelle die jeweiligen Links gesetzt.
Gegen Verfassungswidrigkeit und Missachtung kritischer Stellungnahmen vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter sowie vom Deutschen Kinderschutzbund
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Die Hartz4-Plattform unterstützt diesen Rechts-Weg zum Bundesverfassungsgericht und
lädt gleichzeitig musikalisch auf ihre Website ein mit:
Unser Lied für Berlin: „Beiß doch in den Chip“
„Ist es wieder so einer der „Zufälle“ aus dem von der Leyen-Ministeriums, dass ausgerechnet diejenigen Stellungnahmen zum Kinderregelsatz im neuen Hartz IV-Gesetz weder in die parlamentarische noch in die öffentliche Diskussion gelangten, die der Ministerin Lieblingskind Bildungspaket in Grund und Boden verurteilen?“ fragt Hartz4-Plattform Sprecherin Brigitte Vallenthin. „Wir kennen solche Merkwürdigkeiten ja spätestens, seit die so genannte Neuberechnung des Regelsatzes im Herbst 2010 centgenau auf derselben Zahl landete, die bereits 2008 der Existenzminimumbericht des Finanzministeriums angeordnet hatte. In diesem Falle ist das aber besonders schäbig, weil um die Hartz IV-Verhandlung beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG) das stets wählerwirksamen angebliche Wohl der Kinder stets in aller Politiker Munde war und die Ministerin von der Urteilsverkündung bis zur Gesetzesverabschiedung sich ob ihrer tatsächlichen Missachtung der Kinder in ihrem Gesetz noch nicht einmal schämte, scheinheilig ihre und die Tränendrüsen anderer werbewirksam zu aktivieren. Und der mediale Bätterwald rauscht da bis heute eifrig mit,“ stellt Brigitte Vallenthin enttäuscht fest.
Trotz gegenteiliger Beweise der wichtigsten Verbände zur Vertretung der Interessen von Kindern – des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) sowie des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) – geniert sich die ehemalige Familienministerin von der Leyen nicht, auf der Internetseite ihres derzeitigen Ministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) die staatliche Bildungszuteilung auch noch durch Diskriminierung der Eltern mit den Worten zu rechtfertigen: damit „die Leistung auch tatsächlich zu den Kindern kommt“. Dass jetzt nach 8 Monaten das seit 1. Januar verpflichtende Grundrecht auf Bildung bei den Kindern immer noch nicht angekommen ist, ist nach Auffassung der Hartz4-Plattform eine einzige Schande – die allerdings nach Sachverständigen-Einschätzung zu erwarten war.
Die Hartz4-Plattform ist davon überzeugt, dass es kein Zufall war, wenn die kritischen Stimmen von VAMV und DKSB gegen die ministeriellen Gesetzespläne – trotz fristgerechter Einreichung – nicht gehört und nicht öffentlich diskutiert wurde – vermutlich nicht diskutiert werden sollten.
„Auf dem Weg nach Karlsruhe hoffen wir, alle Betroffenen ein wenig aufheitern zu können mit
unserem Lied für Berlin: „Beiß doch in den Chip“.
Und wir laden jede und jeden, der mag ein, es von www.hartz4-plattform.de herunterzuladen – vielleicht auch aufs Handy, um sich die Wartezeit im Jocenter ein wenig zu versüßen?“ freut sich Brigitte Vallenthin.
Über die Einzelheiten zur Begründung der Eilklage mit Antrag auf Vorlage beim BVerfG wird die Hartz4-Plattform in den nächsten Tagen ausführlich berichten.
Brigitte Vallenthin
Presse
Hartz4-Plattform
keine Armut! - kein Hunger! - kein Verlust von Menschenwürde!
Bürgerinitiative für die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens
sowie die Information und Unterstützung von Hartz IV-Betroffenen
Gibt es Unterschiede zwischen den Aufständen in Nord Afrika und den arabischen Staaten oder den Unruhen in England und Berlin? Kehren wir in in die Zeiten der 68 ger zurück? All diesen Fragen versucht Georg Seesslen in seinen Kommentar auf den Grund zu gehen.
Ein paar Tage sichtbar sein
Mit Verwunderung wurde bemerkt, dass der Aufruf “Empört euch!” bei den Bürgern in der ökonomischen und sozialen Mitte viel mehr Gehör fand als bei den viel direkteren Verlierern von Neoliberalismus und Sozialabbau. Und nun “explodiert” auch in Europa einmal das Ghetto.
Doch statt eines Aufstandes sehen wir in Großbritannien ein sonderbares Durcheinander von Hooliganismus, Terror, Kriminalität, eine hedonistische Masse wendet sich blitzrasch vom ersten Anlass der Empörung, dem Übergriff der Polizei, ab und einer Destruktions- und Plünderorgie zu. Diese “Revolte”, so scheint es, will nichts ändern, provoziert mit dumpfer Gewalt eine nicht weniger dumpfe Gegengewalt. Sie ist ein Schock, und sie ist, was zu erwarten war.
Ein guter Aufstand hat ein Ziel und einen Diskurs. Ein schlechter Aufstand bricht aus oder entzündet sich. Ein guter Aufstand benennt den Gegner und sucht nach Allianzen. Ein schlechter Aufstand kommt übers “Wir zeigen es denen” nicht hinaus. Ein guter Aufstand formt in seinem Protagonisten Selbstbewusstsein, ein schlechter Aufstand erzeugt Rausch und Katzenjammer. Ein guter Aufstand hat Adressaten, ein schlechter Aufstand hat Opfer. In einem guten Aufstand geht es um Ideen und um Ideale, in einem schlechten Aufstand geht es um Randale, Flachbildfernseher und Schnaps. So einfach ist das?
Ja, so ist das mit den verfluchten Zeitungslesern. Kaum hat man eine Zeitung aufgeschlagen, oder aufschlagen lassen springen einen die schönsten Artikel in die Augen. So brachte denn dieser Tage ein Journalist der Saarbrücker-Zeitung seine Gedanken über die Linke unter der Schlagzeile “Die Linke und der Sex” zum Ausdruck.
Sehr gut und treffend, ist es doch allgemein bekannt das auch die Protagonisten der sozialistischen Idee zuallererst an sich selber und ihre eigenen Interessen denken. Beispiele in der Politik finden wir dort reichlich wobei wir dann mit Schröder beginnen und bei Bierbaum aufhören können. Die Kasse muss stimmen auch im Sozialismus. Darum hat doch auch eine jede Hose zwei Taschen. Eine an der Rechten- und eine an der Linken Seite.
Es ist im Zeitalter von Viagra und anderen auch mechanischen Hilfsmitteln gar nicht verwunderlich wenn sich der Chef der saarländischen Linken auch einmal Gedanken über Empfängnis verhütende Mittel macht. Tritt man doch damit auch gleich Verallgemeinerungen entgegen welche da schon mal lauten könnten: “Zu dumm zum, zum….”.
Hierzu zitieren wir aus dem Artikel der Saarbrücker-Zeitung wo geschrieben steht:
“Rolf Linsler will seine Stadtrats-Bündnispartner von der SPD und den Grünen nun fragen, ob sie da mitmachen. Das ist eine gute Idee. Das Geld wäre gut investiert. Und Fragen ist eh immer gut. Denn aus der Sesamstraße wissen wir: “Wer nicht fragt, bleibt dumm. Tausend tolle Sachen, die gibt es überall zu sehen, manchmal muss man fragen, um sie zu verstehen.”
Wir folgen darum in unserem Resümee einfach der Sesamstraße welche besagt: “Wer nicht fragt, bleibt dumm”. Denn ein erstes Ergebnis steht ja schon fest: Er hat gefragt. Nach Verhütungsmittel ! Worauf sich allerdings die zweite Frage anschliesst: “Hat er oder nicht, auch verstanden” ?
Wir haben sowohl den Artikel als auch die Sesamstraße schon richtig verstanden.
versucht, die “junge welt” zu erklären, und einem Boykott zu begegnen.
Und nett isses, wie der Ko-Kreis versucht, durch die Bemerkung “…nach den für DIE LINKE insgesamt nur schädlichen Debatten um Antisemitismus oder Mauerbau, sich nun endlich wieder gesellschaftlich aktuellen Problemen und Herausforderungen zuzuwenden, die die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung tangieren.” vom eigentlichen Problem abzulenken, dass der Artikel über 28 Jahre Mauer schlicht ein Griff ins Tiefspülklo war.
Und die AKL sollte akzeptieren, dass jeder selber entscheiden kann, ob er sich dem Boykott anschliesst. Man braucht den Menschen nix vorzukauen! Was kann man aufgrund der bescheuerten Berichterstattung der jw anderes tun als AUSGRENZEN!?
Diskutieren kann man mit solchen scheint’s ewig gestrigen Typen sowieso nicht
O-”Ton” AKL [...]
seit Dienstag wird unter http://www-freiheit-und-sozialismus.de um Unterschriften für einen Aufruf geworben, der von Vorständen und Fraktionen der Partei DIE LINKE fordert, die Kooperation mit der Tageszeitung „junge Welt“ zu beenden. Konkret geht es um die Forderung, dass Amts- und Mandatsträgerinnen die jw nicht mehr für Artikelveröffentlichungen nutzen sollen, dass keine Anzeigen mehr geschaltet werden sollen und dass sich die jw auf Parteitagen und anderen Parteiveranstaltungen nicht mehr präsentieren darf. Anlass des Aufrufs ist das jw Cover vom 13. August. Das forum demokratischer sozialismus (fds) unterstützt den Aufruf und wirbt um Unterschriften; ebenso die Emanzipatorische Linke.
Der Boykottaufruf zeigt eine politische Haltung, die nicht auf Diskurs und Auseinandersetzung, sondern auf Ausgrenzung setzt und in der Konse quenz Repressionen nach sich ziehen würden. Wir sehen in ihm ein fragwürdiges Verständnis von Demokratie und einen Angriff auf die Pressefreiheit. Die junge Welt ist eine unabhängige linke Tageszeitung. Weder die Partei noch die Fraktionen DIE LINKE bestimmen den Inhalt der jungen Welt. Dies ist allein die Aufgabe der Redaktion. Und wir schätzen es an der jungen Welt, dass sie eben nicht käuflich sondern wirklich unabhängig ist.
[...]
An dieser Stelle wollen wir auf einen unaufgeregten Umgang mit dieser aus den eignen Reihen aufgezwungenen “Boykottdebatte” hinweisen: Im Deutschlandfunk reagierte Oskar Lafontaine in einem Interview mit dem Deutschlandfunk anlässlich des deutsch-französischen Gipfels zur Euro Krise auf die Frage nach einem jw-Boykott wie folgt: „Ich bin nicht verantwortlich für die Schlagzeilen irgendwelcher kleinen Presseorgane.“
Wir rufen alle Genossinnen und Genossen darüber hinaus dazu auf, nach den für DIE LINKE insgesamt nur schädlichen Debatten um Antisemitismus oder Mauerbau, sich nun endlich wieder gesellschaftlich aktuellen Problemen und Herausforderungen zuzuwenden, die die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung tangieren. An erster Stelle steht hier für uns die sich immer weiter zuspitzende Euro-Krise, zu der von der LINKEN bisher noch viel zu wenig zu hören ist. Und viel zu wenig tatsächlich konkrete Politik auf Grundlage der bisherigen Beschlüsse gemacht wurde.
[...]
Solidarische Grüße,
der Koordinierungskreis der AKL
Zwei Jahre nach der Schweinegrippe-”Epidemie”, die keine war, müssen die 16 Mio. Impfdosen des Impfstoffes PANDEMRIX entsorgt werden.
Der entstandene Schaden, der den Bundesländern durch die manipulierte und polemisierte Verkaufsveranstaltung des Pharmnariesen Glaxo-Smithkleinis, beläuft sich aus ca. 240 Millionen Euro. Die Vernichtung des Impfstoffes, der an einem der Bevölkerung unbekannten Ort lagert, wird noch einmal vergleichsweise billige 10.000 Einheiten dieser Super-Währung kosten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte mittlerweile die weltweite Epidemie (Pandemie) für “beendet”.
Die nicht verwendeten 196 Paletten mit 16 Mio. Impfdosen kann man nun “den Hasen” geben, nachdem irgend ein ‘Schlaule’ noch anzuregte, das Zeug ins Ausland zu verkaufen - in ein Land, welches noch blöder als die Bundesrepublik gewesen wäre, hätte es den unnützen Stoff nach Ausrufen der “Beendigung der Schweinegrippenwelle” den Ländern abgekauft.
Mit von der Partie war seinerzeit auch der Hosenanzug, der die Länder aufgefordert hatte, für die Hälfte der Bevölkerung sich mit dem Impfstoff zu versorgen. Wo hat diese inkompetente Dame Angela eigentlich nicht die Finger drin!?
Ihre und die Hysterie vermeintlicher Gesundheitsapostel wurde durch die Panik-Parolen eines britischen Gesundheitsberaters genährt, der mit dem Impfstoffhersteller gute Kontakte pflegte.
Es ist heute noch ein Skandal, wie die berechtigten Einwände gegen den Impfwahn überhört wurden und selbst, als auf der südlichen Halbkugel die normale Grippe zusammen mit der Schweinegrippe ‘grassierte’ und nicht den prognostizierten Killervirus kreisste, endete der Pandemrix-Kaufrausch in den Bundesländern nicht.
Heute nun wird klammheimlich der Impfstoff entsorgt, ohne Aufschrei des Bundes der Steuerzahler oder anderer Verbraucher-Organisationen, wenn mit kleiner Flamme Steuermillionen zu CO2 werden.
Mit großer Empörung mussten wir erleben, dass in großer Aufmache die Tageszeitung “junge welt” am 13.August 2011 den 50. Jahrestag des Mauerbaus gefeiert hat. Mit entsprechenden Selbstbeweihräucherungsformeln der SED verkleidet hat sie für 28 Jahre Einsperren und Unterdrücken der DDR-Bevölkerung den Erbauern der Mauer gedankt, darunter war auch ein Dank “für 28 Jahre Hohenschönhausen ohne Hubertus Knabe”. U.a. diese infame Agitation für die verbrecherische Unterdrückungspraxis von SED und ihrer Stasi, die sich vornehmlich auch gegen Links oppositionelle aller politischen Lager, gegen Sozialdemokrat_innen, Sozialist_innen, oppositionellen Kommunist_innen und Anarchist_innen richtete, hat den Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West zu einem Offenen Brief an die Linke bewogen, mit diesem stalinistischen Ungeist der “jungen Welt ” zu brechen.
Wir bitten euch diesen Offenen Brief in der Linken zu publizieren und auch sonst zu verbreiten.
Die Linke hat einen reaktionären Rand und sein Maß ist voll !
… dieser reaktionäre Rand sammelt sich um die Tageszeitung „junge Welt“. Vornehmlich hier erhalten die ehemaligen Unterdrücker in der DDR das Wort. Die “junge Welt” ist die propagandistische Tribüne der Politbürokratie, der Generäle und Offiziere der DDR- Staatssicherheit, der NVA, der Grenztruppen, der sogenannten Volkspolizei, der stalinistischen Ideologen und ihrer unbelehrbaren Nachfolger. Hier werden der gegen die Bevölkerungsmehrheit gerichtete SED- Unterdrückungsapparat gefeiert, seine Schüsse auf DDR Flüchtlinge, seine Gefängnisse für die politischen Gefangenen und der verbrecherische Charakter der Diktatur über das Proletariat geleugnet oder relativiert. Kein Wunder: An der Spitze der “jungen Welt” steht schließlich ein Chefredakteur, dessen vornehmste Aufgabe in der DDR es war, als Stasi-Spitzel links oppositionelle Marxist/innen zu jagen.
Für alle emanzipatorischen Linken muss das Maß nun voll sein. Am 13. August 2011 dankte die “junge Welt” auf dem Titelblatt breit aufgemacht den Mauerbauern für 28 Jahre Einsperren der DDR-Bevölkerung und feierte offen die stalinistische Unterdrückung, garniert mit den üblichen Propagandalügen der SED-Diktatur und Mythen über ihre “Errungenschaften”. In Nichts stehen diese Propagandalügen den Propagandalügen der heute Herrschenden nach.
Diese reaktionäre Linke besitzt eine Rattenfängerpfeife, hinter der junge Menschen herlaufen sollen, die die DDR nicht mehr kennen und die den gegenwärtigen Verhältnissen eine radikale Kritik entgegensetzen wollen: Das ist ihr scharfer, allerdings antiwestlich und autoritär gedrechselter Antikapitalismus. Deshalb unterstützt die “junge Welt” noch den letzten Despoten, so er in Konfrontation mit dem westlichen Kapitalismus gerät: Putin, Saddam Hussein, Milosevic, Ahmadinedschad, Gaddafi. Einen solchen antiemanzipatorischen Antikapitalismus hat “die junge Welt” schon zu Zeiten des Kalten Krieges praktiziert, als sich die zwei imperialen Mächte der Ost und der Westblock gegenüberstanden und zu vernichten drohten. Die Propagandamaschinen liefen auf Hochtouren, Antikommunismus auf der einen, Antikapitalismus auf der anderen Seite waren die staatstragenden Ideologien, mit denen die Verbrechen und Schwächen des jeweils eigenen Systems geschönt, bemäntelt oder rechtfertigt, die Stärken des jeweils anderen Systems jedoch weggeredet wurden.
Die Kritik der jeweils Herrschenden an dem jeweils anderen System war und ist nicht unsere Kritik. Unsere Kritik hat sich einst wie jetzt gegen beide Systeme gleichermaßen gerichtet, ohne Unterschied in der Radikalität und in der Zielstellung: Überwindung beider Ausbeutungssysteme durch eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung, durch eine freie und selbstverwaltete Assoziation der Produzent/innen. Der Antikommunismus des Westens wie der Antikapitalismus des Ostens dienten nur der Denunziation des Gegners und der Stabilisierung der eigenen Herrschaft.
Wir können uns weder hinter die einen, noch hinter die anderen “Anklagen” stellen, unabhängig davon, dass an beiden “was dran ist”. Darum kann es auch heute nicht unser Kampf sein, den die besiegten ehemaligen Herrschenden der DDR in der „jungen Welt“ gegen die Sieger führen.
Das Drama der Geschichte der Linken in der DDR ist ihre „Staatswerdung“ im Gewand des Stalinismus. Die Utopie, für die gekämpft und gelitten worden war, kam in Gestalt einer Ausbeutungsgesellschaft mit einem Unterdrückungsapparat ans Licht, der in seiner Perfektion seinesgleichen sucht. Heute, nach dem Untergang des Ostblocks und im Angesicht der offensichtlichen Krisen des Gegenwartskapitalismus kann und muss die Linke ihre ganze Kraft darauf richten, darüber nachzudenken, wie eine alternative Gesellschaft zur kapitalistischen Verwertungslogik aussehen und wie sie erreicht werden kann. Das ist jedoch nur möglich wenn die historischen Sackgassen stalinistischer Parteidiktaturen und der von ihnen geschaffenen Ausbeutungssysteme kritisch aufgearbeitet werden, die der Linken bis heute als historische Erblast auf die Füße fallen.
Wer sich jedoch in den Dunstkreis der “jungen Welt” begibt, wo sich die Restauratoren der SED-Diktatur verschanzt haben, die Agitatoren und Propagandisten der 1989 abgeschüttelten DDR-Unterdrücker, die stalinistischen Menschenverächter, die ihrer verlustig gegangenen Macht
nachtrauern, hat keinen Blick frei für eine solche Zukunftsvision.
Die Linke hat einen reaktionären Rand, der sich auszudehnen scheint und in der linken Szene auf Bauernfang geht. Er klebt an ihr wie Scheiße am Schuh, er gehört dazu, ob sie will oder nicht. Jeder sieht es. So hat die Linke dasselbe Problem wie das Bürgertum, an dessen rechtem Rand sich die alten und neuen Nazis tummeln. Was empfehlen wir den Demokraten im bürgerlichen Lager?
Distanziert Euch, tretet rigoros gegen den Faschismus auf, protestiert? In jedem Fall sind wir zu Recht empört, wenn sie diese Kräfte verharmlosen, nicht wahrhaben wollen oder ihnen gar eine Daseinsberechtigung zusprechen. Doch was machen wir mit den Reaktionären im eigenen Lager? Eine Linke die auf diesem Auge blind ist, wird niemals glaubwürdig und wahrhaftig sein, wenn sie dem Bürgertum vorwirft, sich vor ihrem rechten Rand zu beugen. Vor allem wird sie niemals in der Lage sein eine emanzipatorische Gesellschaft jenseits des Kapitalismus zu schaffen, wenn sie es selbst nicht einmal schafft sich von ihren eigenen historischen Irrwegen und stalinistischen Verbrechen zu emanzipieren.
Wir schlagen allen Anhängerinnen und Anhängern einer emanzipatorischen Linken vor, die “junge Welt” zu boykottieren und eigene Wege der Kommunikation über eine radikale, weil emanzipatorische Politik der Linken zu schaffen.
Über die anhaltenden Proteste der Bevölkerung für mehr soziale Gerechtigkeit berichtet Uri Avnery aus Tel Aviv. Wäre das ein Grund neidisch zu werden?
„DAS VOLK verlangt soziale Gerechtigkeit!“ riefen 250 000 Demonstranten am Samstag unisono in Tel Aviv. Aber was sie brauchen, ist „mehr arbeitslose Politiker“ – um einen amerikanischen Künstler zu zitieren.
Glücklicherweise ist die Knesset für drei Monate in verlängerte Ferien gegangen. Denn wie Mark Twain witzelte: „Niemandes Leben und Besitz ist sicher, solange die Legislatur tagt.“
Als wollte er dies belegen, hat Knessetmitglied Avi Dichter noch am letzten Sitzungstag einen so haarsträubenden Gesetzesvorschlag eingereicht, dass dieser leicht die vielen anderen rassistischen Gesetze, die in letzter Zeit von dieser Knesset angenommen wurden, übertrumpft.
„DICHTER IST (wie uns Deutschen bekannt ist) ein deutscher Name, und seine Bedeutung ist uns natürlich bekannt. Aber er ist kein Dichter. Er ist der frühere Chef der Nachrichtendienste, die hier unter „Geheimpolizei“ (Shin Bet oder Shabak) läuft.
Stolz verkündete er, dass er anderthalb Jahre gebraucht habe, um dieses besondere Projekt zu „feilen“ und dies zu einem juristischen Meisterwerk zu machen.
Und es ist ein Meisterstück. Kein Kollege im damaligen Deutschland und im gegenwärtigen Iran hätte ein glanzvolleres Stück produziert. Die anderen Knessetmitglieder schienen genau so zu empfinden - nicht weniger als 20 der 28 Kadima-Fraktion wie auch alle anderen durch und durch rassistischen Mitglieder dieser illustren Körperschaft haben ihren Namen unter diese Gesetzesvorlage als Koautoren gesetzt.
Der eigentliche Name –„Das Grundgesetz: Israel der Nationalstaat des jüdischen Volkes“ – zeigt, dass dieser Dichter weder ein Poet noch ein Intellektueller ist. Unter Geheimpolizeichefs ist das ja sehr selten.
Den Begriffen „Nation“ und „Volk“ liegen zwei verschiedene Vorstellungen zu Grunde. Es wird gewöhnlich akzeptiert, dass ein Volk eine ethnische Entität ist, eine Nation eine politische Gemeinschaft. Sie existieren auf zwei verschiedenen Ebenen. Aber das ist hier egal.
Es ist der Inhalt der Gesetzvorlage, der zählt.
WAS DICHTER vorschlägt, ist, der offiziellen Definition von Israel als „einem jüdischen und demokratischen Staat“ ein Ende zu setzen.
Stattdessen schlägt er vor, klare Prioritäten zu setzen: Israel ist vor allem der Nationalstaat des jüdischen Volkes und erst danach ein demokratischer Staat. Wo auch immer die Demokratie mit der Jüdischkeit des Staates kollidiert, siegt die Jüdischkeit und verliert die Demokratie.
Dies macht ihn übrigens zum ersten rechten Zionist (außer Meir Kahane), der offen zugibt, dass es einen grundsätzlichen Gegensatz zwischen einem „jüdischen“ Staat und einem „demokratischen“ Staat gibt. Seit 1948 ist dies von allen zionistischen Fraktionen, ihrer Phalanx von Intellektuellen und dem Obersten Gericht, entrüstet geleugnet worden.
Die neue Definition bedeutet, dass der Staat Israel allen Juden in der Welt gehört – einschließlich den Senatoren in Washington, den Drogenhändlern in Mexiko, den Oligarchen in Moskau und den Casinobesitzern in Macao, aber nicht den arabischen Bürgern Israels, die seit mindestens 1300 Jahren hier gewesen sind, als die Muslime Jerusalem betraten. Die christlichen Araber verfolgen ihre Herkunft zurück bis zur Kreuzigung Jesu vor 1980 Jahren, die Samaritaner waren seit 2500 Jahren hier und viele Dorfbewohner sind wahrscheinlich Nachkommen der Kanaaniter, die schon vor 5000 Jahren hier lebten.
All diese werden, sobald die Gesetzesvorlage zum Gesetz wird, Bürger zweiter Klasse werden, nicht nur in der Praxis wie jetzt, sondern auch nach der offiziellen Doktrin. Wenn ihre Rechte mit dem zusammenprallen, was die jüdische Mehrheit für die Erhaltung der Interessen des „Nationalstaates des jüdischen Volkes“ für notwendig erachtet – was alles einschließt von Landbesitz bis zu den strafrechtlichen Gesetzen – ihre Rechte werden ignoriert werden.
DIE GESETZESVORLAGE selbst lässt nicht viel Raum für Spekulationen. Sie spricht die Dinge klar und deutlich aus.
Die arabische Sprache wird ihren Status als zweite offizielle Sprache verlieren – einen Status, den sie im Ottomanischen Reich, auch unter britischem Mandat und in Israel bis heute besaß. Die einzige offizielle Sprache im Nationalstaat etc. wird Hebräisch sein.
Nicht weniger typisch ist der Paragraph, der besagt, dass wann immer es im israelischen Gesetz eine Lücke gibt, das jüdische Gesetz angewandt werde.
„Das jüdische Gesetz“ ist der Talmud und die Halacha, das jüdische Äquivalent zur muslimischen Sharia. Praktisch bedeutet dies, dass rechtliche Normen, die vor 1500 Jahren oder länger angenommen wurden, über die rechtlichen Normen triumphieren, die sich während der letzten Jahrhunderte in England und anderen europäischen Ländern entwickelten. Ähnliche Klauseln gibt es in den Gesetzen von Pakistan und Ägypten. Die Ähnlichkeit zwischen jüdischem und islamischem Gesetz ist nicht zufällig. Der arabisch sprechende jüdische Weise wie Moses Maimonides („der Rambam“) und ihre zeitgenössischen muslimischen Rechtsexperten beeinflussten einander.
Die Halacha und die Sharia haben viel gemeinsam. Sie verbieten Schweinefleisch, praktizieren die Beschneidung, halten Frauen in Knechtschaft, verurteilen Homosexuelle und Ehebrecher zum Tode und verweigern die den Ungläubigen die Gleichheit. (Praktisch haben beide Religionen viele ihrer harten Strafen modifiziert. In der jüdischen Religion z.B. bedeutet „Auge um Auge“ heute Kompensation. Sonst würden wir heute alle blind sein, wie Gandhi einmal treffend sagte.
Nach Inkraftsetzung dieses Gesetzes wird Israel viel näher am Iran sein als an den USA. Die „einzige Demokratie im Nahen Osten“ wird aufhören, eine Demokratie zu sein, aber in ihrem Wesen sehr nahe an einigen der schlimmsten Regime in dieser Region. „Schließlich und endlich wird sich Israel selbst in diese Region integrieren,“ spottete ein arabischer Schriftsteller, der auf einen Slogan anspielt, den ich vor 65 Jahren prägte: „Integration in die semitische Region“.
DIE MEISTEN Knessetmitglieder, die diese Gesetzesvorlage unterzeichneten, glauben inbrünstig an das „ganze Erez Israel“ und meinen damit die offizielle Annexion der Westbank und des Gazastreifens und Ost-Jerusalems.
Sie meinen nicht die „Einstaatenlösung“, von der so viele wohlmeinende Idealisten träumen.
Praktisch ist der einzige „eine Staat“ der machbar wäre, derjenige, der von Dichters Gesetz regiert wird: der „Nationialstaat des jüdischen Volkes“ mit den Arabern, die zu den biblischen „Holzfällern und Wasserträgern“ degradiert werden.
Sicher werden die Araber in diesem Staat die Mehrheit darstellen – aber wen kümmert’s? Da die Jüdischkeit des Staates die Demokratie außer Kraft setzt, wird ihre Anzahl irrelevant sein. Genau wie die Anzahl der Schwarzen in der Apartheid Südafrika.
WERFEN WIR einen Blick auf die Partei, zu der dieser „Poet“ des Rassismus gehört: Kadima.
Als ich in der Armee war, amüsierte ich mich immer über den Befehl : „Die Truppe wird sich nach hinten bewegen – vorwärts marsch!“
Dies mag absurd klingen, aber es ist wirklich logisch. Der erste Teil des Befehls bezieht sich auf die Richtung und der zweite Teil auf die Ausführung.
„Kadima“ bedeutet „vorwärts“, aber seine Richtung ist rückwärts gewandt.
Dichter ist ein prominenter Führer von Kadima. Da sein einziger Anspruch auf einen Rang seine frühere Rolle als Chef der Geheimpolizei war, muss es dies sein, dass er gewählt wurde. Aber es haben sich ihm in diesem rassistischen Projekt mehr als 80% der Kadima-Knesset-Fraktion angeschlossen – der größten im gegenwärtigen Parlament.
Was sagt das über Kadima?
Kadima ist ein trostloser Fehlschlag – praktisch in jeder Hinsicht. Als Oppositionsfraktion im Parlament ist sie tatsächlich ein trauriger Witz. Ich wage zu sagen: als ich eine Ein-Mann-Fraktion in der Knesset war, produzierte ich mehr Oppositionsaktivitäten als dieser 28köpfige Koloss. Sie hat noch keinen bedeutenden Standpunkt über Frieden und die Besatzung formuliert, geschweige denn über soziale Gerechtigkeit.
Ihre Führerin Zipi Livni hat sich auch als totaler Fehlschlag erwiesen. Ihre einzige Leistung bis jetzt ist ihre Fähigkeit gewesen, die Partei zusammenzuhalten - allerdings keine geringe Meisterleistung, wenn man bedenkt, dass sie aus Flüchtlingen aus anderen Parteien besteht (einige würden Verräter sagen), die ihren Karren an Ariel Sharons rasende Pferde anhängten, als er den Likud verließ. Die meisten Kadima-Führer verließen den Likud mit ihm, und wie Livni selbst, stecken sie tief in der Likud-Ideologie. Einige andere kamen von der Labor-Partei und folgten Arm in Arm dem politisch Prostituierten Shimon Peres.
Diese zufällige Sammlung frustrierter Politiker hat mehrmals versucht, Benjamin Netanyahus Flanke zu überholen. Ihre Mitglieder haben fast alle rassistischen Gesetzesentwürfe während der letzten Monate unterzeichnet, einschließlich des berüchtigten „Boykott-Gesetzes“. (Als die öffentliche Meinung rebellierte, zogen sie ihre Unterschrift zurück, und einige stimmten sogar dagegen.)
Wie ist diese Partei zur größten in der Knesset geworden – mit einem Sitz mehr als der Likud. Für linke Wähler, die von Ehud Baraks Labor-Partei angeekelt waren und die winzige Meretz ignorierten, schien es die einzige Chance zu sein, Netanyahu und Lieberman zu stoppen. Aber das mag sich bald ändern.
DIE RIESIGE Protest-Demonstration vom letzten Samstag war die größte in Israels Geschichte (einschließlich der legendären 400 000-Demo nach dem Sabra- und Shatila-Massaker, deren wirkliche Zahl wohl etwas weniger war). Es mag der Beginn einer neuen Ära sein.
Es ist unmöglich, die reine Energie, die von dieser Menge ausging, zu beschreiben, die vor allem aus 20 bis30-Jährigen bestand. Wie das Flügelschlagen eines riesigen Adlers über uns konnte man die Geschichte spüren. Es war eine jubelnde Masse, die sich ihrer Macht bewusst war.
Die Demonstranten waren eifrig dabei, „Politik“ zu meiden – was mich an Perikles’ Worte von vor 2500 Jahren erinnerte, dass „gerade weil du kein Interesse an Politik hast, dies nicht bedeutet, dass die Politik kein Interesse an dir hat.“
Die Demonstration war natürlich hoch politisch – direkt gegen Netanyahu, die Regierung und die ganze unsoziale Ordnung gerichtet. Während ich in der dichten Menge ging, schaute ich mich um, um nach Kippa-tragenden Demonstranten zu schauen und fand keinen einzigen. Der ganze religiöse Sektor, der rechte Flügel, der die Gruppe der Siedler und Dichters Gesetz unterstützt, war offenkundig abwesend, während der orientalisch-jüdische Sektor, die traditionelle Basis des Likud, reichlich vertreten war.
Der Massenprotest verändert die Agenda Israels. Ich hoffe, dass die Folge davon das Auftauchen einer neuen Partei sein wird, die die Zusammensetzung der Knesset so verändern wird, dass man sie nicht wiedererkennt. Selbst ein neuer Krieg oder eine andere „Sicherheitsmaßnahme“ kann dies nicht verhindern.
Es wird sicher das Ende von Kadima sein, und wenige werden ihr nachtrauern. Es würde auch bye-bye für Dichter bedeuten, den Geheimpolizei-Poeten.
(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)
Pressemitteilung 11.8.11
Uri Avnery über Jerusalemer Baupläne – Die Regierung heizt die politische Atmosphäre auf, statt sich mit dem sozialen Protest zu befassen.
Nachdem das Bauprogramm im Ramat Shlomo-Stadtteil in Ost-Jerusalem genehmigt wurde, sagt der frühere Knessetabgeordnete Uri Avnery, Gush Shalom-Aktivist:
„Die Regierung heizt die politische Atmosphäre auf, statt sich mit der Welle des sozialen Protestes und den Zeltlagern zu befassen, die überall im Lande auftauchen.
Wirtschaftliche Not brachte die Jugend hinaus auf die Straßen und offenbarte das wahre Gesicht der Netanyahu-Regierung, die nicht ihren Wählern dient, sondern nur den Magnaten.
Wohnungsbau in Ost-Jerusalem wird nur der bevorzugten Ultra-Orthodoxen Gemeinde zugute kommen, in krassem Kontrast zur Forderung universaler sozialer Gerechtigkeit: Einem erschwinglichen Wohnen für alle. Diese Handlungsweise wird nicht nur die Wiederaufnahme des politischen Prozesses schwieriger machen, sie wird auch bei den Palästinensern eine Reaktion provozieren. Im augenblicklichen politischen Klima, wird dies genau das sein, was sich die Regierung verzweifelt erhofft – die Bürger von ihren wirklichen Sorgen ablenken und dass sie sich wieder mit ursprünglichen Ängsten beschäftigen. Netanyahu fährt fort, weiter wirkliche Friedenslösungen zu vermeiden – weder innenpolitisch noch mit den Palästinensern. Seine wirkliche Sorge ist, seinen Sitz zu behalten – auf Kosten von uns allen.
möchte man sich nach dem Lesen des Artikels von Frank Schirrmacher fragen. Begibt sich hier ein für alle Ewigkeiten in seiner Meinung festgezurrt geglaubter Journalist der FAZ auf geistige Irrwege, oder hat ihm sein Meinungsbruder Charles Moore vom Daily Telegraph so stark imponiert als dass er sich ebenfalls auf die Suche nach neuen Wegen begeben hat. Zur Zeit haben wir nur eine momentane Aussage vorliegen, in wie weit sich dieses weiter entwickelt wird die Zeit zeigen.
Überhaupt die Suche nach neuen Wegen scheint zur Zeit modern zu werden. Da läuft die Eine in Gefahr sich auf die Suche in die linke Schmuddelecke selber zu verwirren, während andere, aus dem Lager der Erzkonservativen kommend, sich aus dem sie gefangen gehaltenden Hamster Rad zu entkommen versuchen. Wie frustriert wäre das Erwachen bei den vielen blinden Folgern, der unterschiedlichen Gruppierungen, sollten sich die Suchenden auf halber Strecke treffen, um von dort gemeinsam weiterzulaufen, würde doch dadurch wieder einmal gezeigt wie wenig hilfreich Ideologien innerhalb der Politik sind.
Diese werden von sich selbst als Heils Versprecher Auftretenden dazu benutzt willige und billige Handlanger zu rekrutieren, um persönlich ein Leben in Saus und in Braus genießen zu können. Schon am 08. dieses Monats machten wir auf einen Artikel aus dem Züricher Tagesanzeiger unter den Titel “Rechter Politik Abschied” aufmerksam, auf den Frank Schirrmacher nun offen reflektiert.
So lesen wir denn mit Interesse diesen Artikel und würden uns freuen bald ähnliches aus gleicher Feder geboten zu bekommen. Dann werden wir auch entscheiden können ob der Wandel vom Saulus zu Paulus gelungen ist.
„Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“
Ein Jahrzehnt enthemmter Finanzmarktökonomie entpuppt sich als das erfolgreichste Resozialisierungsprogramm linker Gesellschaftskritik. So abgewirtschaftet sie schien, sie ist nicht nur wieder da, sie wird auch gebraucht. Die Krise der sogenannten bürgerlichen Politik, einer Politik, die das Wort Bürgertum so gekidnappt hat wie einst der Kommunismus den Proletarier, entwickelt sich zur Selbstbewusstseinskrise des politischen Konservatismus.
Realpolitik und Pragmatismus verdecken die gähnende Leere, und die Entschuldigung, Fehler machten ja auch die anderen, ist das Pfeifen im Walde. Aber es geht heute nicht allein um falsches oder richtiges politisches Handeln. Es geht darum, dass die Praxis dieser Politik wie in einem Echtzeitexperiment nicht nur belegt, dass die gegenwärtige „bürgerliche“ Politik falsch ist, sondern, viel erstaunlicher, dass die Annahmen ihrer größten Gegner richtig sind.
„Die Stärke der Analyse der Linken“, so schreibt der erzkonservative Charles Moore im „Daily Telegraph“, „liegt darin, dass sie verstanden haben, wie die Mächtigen sich liberal-konservativer Sprache als Tarnumhang bedient haben, um sich ihre Vorteile zu sichern. ,Globalisierung‘ zum Beispiel sollte ursprünglich nichts anderes bedeuten als weltweiter freier Handel. Jetzt heißt es, dass Banken die Gewinne internationalen Erfolgs an sich reißen und die Verluste auf jeden Steuerzahler in jeder Nation verteilen. Die Banken kommen nur noch ,nach Hause‘, wenn sie kein Geld mehr haben. Dann geben unsere Regierungen ihnen neues.“
Gestern wurde uns von Chris, einem entsorgten Linke-Mitglied der AG Basisdemokratie, der Beschluss der BSchK zur Änderung der Landessatzung des Landesverband DIE LINKE Saarland zugestellt. Wie nicht anders zu erwarten war wurden die Satzungsänderungen im Großen und Ganzen für null und nichtig erklärt und letztendlich auf die Gültigkeit der Bundessatzung hingewiesen.
Der Versuch, die Saar Satzung im Sinne der Landesführung zu verändern wurde seinerzeit Bundesweit von der Presse als die Einführung “Stalinistischer Machenschaften” gebrandmarkt.
Die Beiden, welche hierfür die politische Verantwortung tragen sind der Landesvorsitzende Rolf Linsler, und sein Spannmann Prof. Heinz Bierbaum. Beides politische Wünschelrutengänger welche sich einmal mehr in Berlin vor ihren Basis-Mitgliedern bis auf die Knochen blamiert haben, und so durch die BSchK ihre politische Unfähigkeit Eindrucksvoll bescheinigt bekamen.
Die zahlenden Mitglieder sollten sich schon einmal fragen, wie viele dieser Unfähigkeitszeugnisse ihrer Führungskräfte sie noch mit ihren Beiträgen finanzieren sollen. Das Sitzfleisch der Versager in der Linken übertrifft die eines Helmut Kohl mittlerweile bei weiten.
Anstatt sich mit Politik zu befassen, so wie es sich für einen hochbezahlten Mandatsträger gehört, macht sich Prof. Bierbaum als Auftragsnehmer der Bertelsmänner einen Namen bei einem der größten politischen Widersachern seiner eigenen Partei.
Die BSchK hat damit die Würde der Mitglieder, welche durch die Landesschiedskommissionen wieder und immer wieder sprichwörtlich in die Tonne getreten wurde, wiederhergestellt. Sie demonstriert damit eine demokratische Grundordnung, welche die Hoffnung lässt, das dieser Grundgedanke sich auch in den West-Ländern durchsetzen wird um so die Manipulationen und Mauscheleien um Mandate und Posten zu beenden.
Dieser Beschluss ist ein Manifest gegen Willkür, eine Fortschreibung des Rechts der “kleinen” Genossen gegen Diktat und Willkür von Oben.
Wie sagt man so schön:
Am Ende steht die Mauer, doch mancher Kopf ist schlauer !
Hier der Beschluss. Die ausführliche Datei braucht zum Öffnen ein wenig Zeit.
Die kulturpolitische Sprecherin der LINKEN im Bundestag hat sich in einer Erklärung von der Jungen Welt distanziert. Auf ihrer Website schreibt Jochimsen:
Man kann den 13. August durchaus zum Anlaß nehmen, um Danke zu sagen. Zum Beispiel für 28 Jahre ohne Hartz IV, für 28 Jahre ohne Obdachlosigkeit, Suppenküchen, Tafeln oder Neonaziplakate. Danke durchaus auch für 28 Jahre ohne Praxisgebühr und für 28 Jahre Versorgung mit Krippen- und Kindergartenplätzen und für Bildung für alle.
Was man allerdings auf keinen Fall kann – es sei denn, man ist die BILD-Zeitung – am 13.08. ein Foto mit Männern in Uniform und schußbereiten Gewehren vor dem Brandenburger Tor auf der Titelseite verwenden. Und dieses mit einem großen „DANKE“ auf rotem Grund versehen. Für eine linke und aufklärerische Zeitung, wie es die JUNGE WELT sein will, ist das unmöglich. Das ist mein Urteil und meine Bewertung. Ich gehöre zu einer Gruppe vonBundestagsabgeordneten der LINKEN die ab sofort jegliche finanzielle Unterstützung für diese Art von Journalismus einstellen.
Ich will damit nichts zu tun haben!”
Meine Meinung:
Verräterisches Lippenbekenntnis… einer Topjournalistin
Danke für 28 Jahre Zensur, danke für 28 Jahre manipulierte Wahlen, danke für 28 Jahre Altersarmut, danke für 28 Jahre Wohnungsnot, danke für 28 Jahre Erziehungsdiktatur und ideologische Verblödung, danke für 28 Jahre Staatssicherheit, danke für 28 Jahre Verfolgung aufrechter Linker, danke für 28 Jahre politische Haft, danke für 28 Jahre Denunziation von demokratischen Sozialisten und Andersdenkenden, danke für 28 Jahre Entmündigung der Arbeiter, Bauern und der Intelligenz, danke für 28 Jahre Parteisäuberungen…
Huch, ich will damit nichts zu tun haben. Ihr lieben GenossInnen…nehmt es mir nicht über. Ich sage euch danke!
Wer war das gleich, die kulturpolitische BlaBlaBla der linken Fraktion. Wirrkopf oder Schlimmeres! Die ungelenke Sprache und die Abwesenheit von Dialektik verrät den wahren Geist. War der 13. August der erste geschichtspolitsiche, geschichtsrevisionistische Fehlschuss der Jungen Welt, Frau Jochimsen?
Bernd Wittich
Quelle: Foto: Ausschnitt aus der Titelseite der Jungen Welt vom 13.08.2011, verlinkt auf Luc Joachimsen
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Nachtrag:
50 Jahre Mauerbau
Linkspartei will “junge Welt” kündigen
Die sozialistische Zeitung “junge Welt” provozierte mit einer Ausgabe zum Jubiläum des Mauerbaus. Teile der Linkspartei fordern jetzt, das Blatt zu boykottieren.
Die Titelseite der sozialistischen Tageszeitung junge Welt (jW) vom Samstag sorgt für heftige Kritik aus den Reihen der Linkspartei. Zum 50. Jahrestag des Mauerbaus dankte das Blatt etwa für “28 Jahre Hohenschönhausen [ehemaliges Stasigefängnis, d. Red.] ohne Hubertus Knabe”.
“Ich finde das hochgradig zynisch”, sagte Luc Jochimsen, Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, der taz. Für Hinterbliebene von Maueropfern sei das ein Schlag ins Gesicht. Sie forderte, die finanzielle Unterstützung durch die Partei, etwa in Form von Anzeigen, zu beenden. In der nächsten Fraktionssitzung solle darüber abgestimmt werden.
Wenn den bisher Herrschenden wirtschaftliche und politische Macht entwunden werden soll, um eine solidarischere Gesellschaft, mit weniger sozialer Ungleichheit und vollkommenerer Demokratie in Politik und Wirtschaftsleben, zu verwirklichen, ist mit deren (international organisierten) Widerstand zwingend zu rechnen.
Diese Transformationsprozesse werden, wenn überhaupt, weltweit in starker Ungleichheit und Ungleichzeitigkeit verlaufen.
Unsere, die eurozentristische Welt, ist ein Auslaufmodell. Die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Kräfte Asiens, Afrikas und Lateinamerikas werden die globalen Kräfteverhältnisse und politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse gravierend verändern.
Bürgerliche politische Freiheiten, der Schutz des Eigentums und die politischen und sozialen Menschenrechte geraten in sich rasant und fundamental verändernde Kräfteverhältnisse und politisch- ökonomischen Ziele.
Am 13. August baute die Sowjetunion und die DDR mit ihren Verbündeten die Mauer. So verschafften sich die SED und die KPdSU eine Atempause gegen das Ausbluten der DDR und sorgten im Blockübergreifenden Interesse für eine Stabilisierung, ja Überwindung der Friedens gefährdenden Instabilität der Machtbalance zwischen Ost und West. Diese „Atempause“ sollte nun genutzt werden, den Sozialismus an Produktivität, Konsum und Lebensweise dem Westen überlegen zu machen, so dass die Mehrheit der Menschen freiwillig im Ostblock verbliebe und am Aufbau des Sozialismus engagiert mitwirkte.
Diese Ziele wurden verfehlt.
Der ökonomische Wettbewerb in Produktivität, Wirtschaftswachstum und Konsum schlug fehl, hinzu kamen die Lasten der Finanzierung der militärischen Balance.
Die Menschen in der geteilten Nation, vielfältig kommunikativ – auch ohne Internet – miteinander verbunden (Reisen, Post- und Telefonverkehr, mediale Erreichbarkeit), verglichen weiterhin die „Leistungsfähigkeit“ der Systeme.
Der Vergleich ging zu Ungunsten der DDR und des Ostblocks aus. Letztlich opferten die Ideologen des Ostens die Ziele einer anderen Lebensweise, weniger Haben und mehr Sein (im Sinne Erich Fromm´s), diesem – ökonomisch und ideologisch verlorenem – Wettbewerb.
Wie würde sich dieser Vergleich und die damit zu führende Auseinandersetzung mit Kultur und Lebensweise in einem „Transformationsprozess“ der Zukunft gestalten? Wohin würde es die Mehrheiten ziehen?
Aber der Real-Sozialismus scheiterte noch an etwas anderem, wofür die Mauer und das damit verbundene politische Regime des Misstrauens, des Absolutheits- und Unfehlbarkeitsanspruches der Partei (SED) stehen. Es gelang nicht, aus verschiedenen Gründen, Sozialismus und Freiheit, Sozialismus und eine neue Qualität gelebter Demokratie miteinander zu verbinden.
Wie werden die „Transformer“ der Zukunft mit diesem wahrscheinlich drohenden Dilemma umgehen: Einerseits kann es eine solidarischere und weniger ungleiche Gesellschaft nur unter den Bedingungen ausgeweiteter und qualifizierter politischer Partizipation gelingen. Andererseits wird es angesichts vielfältiger Schwierigkeiten beim Finden der Wege in eine neue Gesellschaft Zweifler, Enttäuschte und Widerständige geben. Wie werden internationale Kapitalmächte auf ihre schrittweise Entmachtung reagieren? Doch sicher mit vielfältigem und im schlimmsten Falle gewaltsamen kulturellem, ökonomischen, polizeilichen und militärischen Widerstand?
Wie können unter solchen Bedingungen uneingeschränkte politische Freiheiten und Frieden im Inneren und nach außen gewahrt werden? Welche reale Ausgestaltung können die Menschenrechte mit den vorhandenen ökonomischen, politischen und kulturellen Ressourcen erfahren?
Wer es sehen will, der kann verstehen, die SED und der Ostblock standen 1961 vor einem Dilemma. Entweder Verlust der DDR, dass Eingeständnis des Scheiterns des Versuchs eine dem Westen überlegene Gesellschaft aufzubauen oder Mauerbau, Trennung der unauflösbaren Beziehung zwischen Sozialismus und Demokratie und – sollte daraus kein Ausweg gefunden werden – der Weg in eine Sackgasse und letztlich ebenso das Ende dieses konkreten Ausbruchs aus der kapitalistischen Welt. Das haben wir 1989/90 erlebt.
Die Fragen der Demokratie, der Freiheit, der Menschenrechte und neuer Formen der wirtschaftlichen Vergesellschaftung im Transformationsprozess der DDR und des gesamten Ostblocks (Aufbau und Entwicklung des Sozialismus) wurden nicht gelöst.
Ein dritter Weltkrieg wurde vermieden. Die Ostblockstaaten kapitulierten. Jedoch, nach 1989 trat nicht die erhoffte Friedensdividende aus dem Ende des kalten Krieges ein. Im Gegenteil, heute sind die weltweiten Rüstungsausgaben höher als 1989 und es gibt gegenwärtig mehrere Kriege und für neue werden die politischen und militärischen Voraussetzungen geschaffen. Alte und neue Rivalitäten um die Ressourcen des Planeten, alte und neue imperiale Machtansprüche zeichnen sich ab.
Die „alte Welt“, (West-Europa und die USA, werden in naher Perspektive ihre Dominanz, ihre Hegemonie verlieren.
Auch das sind die Rahmenbedingungen linker Transformationsstrategien der Zukunft.
Nachbemerkung: „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ und die Einschränkung von Menschenrechten in Transformationsgesellschaften Lateinamerikas und Asiens sind heute schon eine allgegenwärtige Tatsache.
Wir leben in der Bundesrepublik Deutschland bei globaler Betrachtung auf einer sozialen Wohlstandsinsel. Und wie sehe es erst aus, gäbe es das von manchem geforderte „Bedingungslose Grundeinkommen“? Nehmen wir nicht schon heute die Dienste von Frontex, der Nato, der Geheimdienste, der Polizei und der Ausländerbehörden zum Schutz der „Außengrenzen“ unserer „Insel“ in Anspruch – eine in unserem Bewußtsein oft unsichtbare „Mauer“?
Was sind angemessene Antworten darauf?
Ich bin der Überzeugung, mit den Denk- und Wahrnehmungsmustern des 20. Jahrhunderts und mit den verbreiteten Ängsten vor solchen Fragen kann die Linke keine Antworten finden. Vor gelingenden Gesellschaftsstrategien und mit deren Entstehung in demokratischen und sehr widerspruchsvollen Prozessen steht die Einsicht, dass Linke und DIE LINKE vor der steten Herausforderung der Selbstveränderung stehen. Das erfordert Mut und das Eingeständnis, dass eine andere Zukunft nicht ohne neue Risiken zu haben ist.
Ein Kommentar auf den Artikel mit MdB Senger-Schäfer in der Rhein-Zeitung.
„Aufstand der Enttäuschten“ oder Aufstand der Getäuschten?
Es ist ein Ausdruck bürgerlicher Beliebigkeit die Auseinandersetzungen in der Partei DIE LINKE als „Querelen“ zu definieren und dann das Wesentliche zu ignorieren. Querelen können als „eine auf konkurrierenden Interessen oder Bestrebungen beruhende Auseinandersetzung“ verstanden werden.
Machen wir den Versuch, sie nicht nur als subjektivistisches Klagen und Beschwerden klag- und streitsüchtiger Sonderlinge abzutun.
Ob nun einst unter dem Regime von MdB A. Ulrich oder unter MdB K. Senger-Schäfer, stets auf der Führungsetage auch dabei Genosse Ferner und Genossin Theisinger-Hinkel, das Mitglied zählte nur als Stimmgeber für die eigenen Ambitionen und Parteivorstellungen. Im Kern: Zuviel Empowerment der Mitglieder störte, Wettbewerb der Argumente und Fähigkeiten unerwünscht! Die Partei war ihnen stets eine Sache der Gremien, vorausgesetzt, sie konnten diese dominieren. Gezielte Geheimabsprachen und allgemeine Intransparenz der Willensbildungsprozesse in der Partei gehörten zum „guten Ton“. Die persönliche Loyalität stand höher im Kurs, als das Interesse an der Partei. Was lähmt also die Partei?
Beratungsresistenz, Lernunwilligkeit, fehlende Selbstreflexität. Diese Sptzenleute waren und sind autoritär, Mitglieder und politische Strömungen waren ihnen überwiegend Werkzeuge für ihre taktisch bestimmten Interessen. Freilich war und ist deren Handeln „eingebettet“ in die innerparteilichen Machtkämpfe der Bundespartei. In diesem Kämpfen geht es um den politischen Charakter der Partei, über die Ermutigung oder Entmutigung emanzipatorischer Entwicklungen.
Den hier genannten rheinlandpfälzischen Akteuren ist eines gemeinsam: Sie möchten ihre Kontrolle über die Partei und ihre politischen Karriere nicht verlieren. MdB Senger-Schäfer hat im Rahmen der Zurichtung des Kreisverbandes Ludwigshafen zum persönlichen Wahlclub bewiesen, dass ihr dafür nahezu jedes Mittel recht ist. Die Konkurrenz mit MdB A. Ulrich war auch ein Machtkampf bei der Verteilung zu knapper Ressourcen, um alle Günstlinge und politischen Gewährsleute für ihre persönliche Ergebenheit und Gefolgschaft zu belohnen. Noch scheint bei MdB Senger-Schäfer der Ernst der Krisenlage der Partei nicht angekommen zu sein. Auch sie muss endlich vor der Partei Verantwortung übernehmen. Den Mitgliedern der Linken in Rheinland-Pfalz wäre zu wünschen: Empört euch. Werdet aktiv für eine gründliche Erneuerung und Reanimierung der Landespartei. Trennt euch von falschen FührerInnen! Macht euch unabhängiger von den „Regierenden“. Eine Rechenschaft der Spitzenakteure vor der Mitgliedschaft zur Mitverantwortung für den krisenhaften Zustand der Partei steht nach wie vor aus.
Rheinland-Pfalz - Die rheinland-pfälzischen Linken stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand. In der jüngsten Sitzung des Parteirats wurde erneut eine radikale Ausgabensperre verkündet.
Die Landespartei hat im zurückliegenden Wahlkampf erheblich mehr Geld ausgegeben, als sie an Einnahmen verzeichnete. Eine Gruppe von Linken-Politikern um den früheren Landesvorsitzenden und amtierenden Bundestagsabgeordneten Alexander Ulrich ist zudem der Auffassung, dass es „ein Controllingproblem“ gab. Ein Antragspaket, in dem Aufklärung eingefordert wird, passierte den Parteirat mit großer Mehrheit. Ein Teil der Punkte wurde allerdings als erledigt betrachtet, weil der Landesvorstand ohnehin bereits entsprechende Schritte eingeleitet hatte.
Zahlen und Fakten
Die rheinland-pfälzische Linkspartei hat derzeit 1633 Mitglieder. Zudem stellt sie drei Bundestagsabgeordnete und verfügt über 85 kommunale Mandate auf allen Ebenen. Traditionell etwas stärker ist die Linke im Süden von Rheinland-Pfalz, weil dort mehr große Unternehmen liegen, aber auch im Norden und der Mitte des Landes ist die Partei aktiv. Insgesamt verfügt sie über 30 Kreisverbände. Der stärkste liegt in Ludwigshafen. Als Landesvorsitzende amtieren derzeit Elke Theisinger-Hinkel und Wolfgang Ferner. Beide sind im November 2010 mit dem Ziel angetreten, die zerstrittene Partei zu einen. Bei der Landtagswahl im März verpassten die Linken mit einem Stimmenanteil von 3 Prozent klar den Einzug ins Parlament.
Was in der Medizin alles möglich ist wird uns heute so ziemlich jeden Tag in Presse, Funk und Fernsehen vorgeführt. Das fängt bei Lebens-verlängernden oder auch - erhaltenden Operationen an und hört in der Ersatzteil- oder Schönheits- Chirurgie auf.
Das auch das Alter der sich Operieren lassenden immer weiter nach unten geht ist in der Schönheits-Chirurgie schon seit langen kein Geheimnis mehr. Überhaupt nicht überraschend ist die Feststellung dass sich im besonderen Politiker ins Ausland begeben um sich dort die Zweite oder gar dritte Zunge Transplantieren zu lassen. Die tagtäglich gezeigte Begabung bei jeder Gelegenheit und das dann auch noch auf dem Internationalen Parkett, immer wieder Gegensätzliches Erzählen zu müssen, kann keine Eigenschaft sein, welche dem Menschen von Natur aus mitgegeben wurde.
So soll es ja auch heute Spritzen geben welche ein Erröten der Gesichtsfarbe garantiert ausschließt, so das die Lügen nicht schon bei der Rede zu erkennen sind. Noch keine Möglichkeit gibt es, es wird noch verzweifelt gesucht, das berühmte Entgleisen der Gesichtszüge zu unterbinden. Dieses berühmte einer Dogge ähnliche herabhängen der Mundwinkel zu kaschieren. Alle Versuche, wie das auf polstern mit Silikon, oder auch der Einsatz von Gummi ähnlichen Zug nach oben hin hat bislang keine Erfolge aufzuweisen.
So weiß denn auch der folgende Artikel von Kindern zu berichten welche sich in Korea die Zungen verlängern lassen, um die Aussprache in der englischen Sprache zu verbessern. Wäre doch an und für sich auch dem Günter Oettinger zu empfehlen. Oder ?
Das Land der langen Zungen
In Korea bringen Eltern ihre Kleinen zum Arzt und lassen ihre Zungen verlängern, wenn es an der englischen Aussprache des Buchstabens L hapert, denn sie sind davon überzeugt, dass perfektes Englisch unerlässliche Voraussetzung für die berufliche Zukunft sei. Aber wieso L? Thicher können thie mit langer Thunge dath englische “th” bether authsprechen. Aber das L? Und was wird dann aus dem S?
Zungenverlängerungen waren bisher vor allem aus Horrorfilmen bekannt. Der Drehbuchautor J. J. Abrams hat als 13-Jähriger vom Maskenbildner Dick Smith die Zungenverlängerung, die Linda Blair in “Der Exorzist” getragen hatte, mit der Bemerkung geschenkt bekommen: “Steck die Zunge in ein Glas mit Erdnussbutter, sieht lustig aus.”
Man sollte annehmen, dass die th-gewohnten Zungen von Engländern lang genug seien, um das koreanische L korrekt auszusprechen. Weit gefehlt. Eine 19-jährige Studentin aus Beeston in Nottinghamshire hat sich eben wegen des L die Zunge verlängern lassen. “Der Buchstabe kommt im Koreanischen sehr häufig vor”, sagte Rhiannon Brooksbank-Jones. “Er wird an einer etwas höheren Stelle im Mund gebildet als das englische L. Meine Aussprache war sehr ausländisch, aber dank der nun ein Zentimeter längeren Zunge klinge ich jetzt wie eine Koreanerin.” Merkwürdig. Koreaner lassen sich die Zunge verlängern, um das englische L aussprechen zu können, Engländer lassen sich die Zunge verlängern, um das koreanische L aussprechen zu können. Vermutlich haben beide Nationen einen Knall.
Gerne Veröffentlichen wir eine Erklärung der EmaLi Berlin zum Mauerbau und zur Jungen Welt. Auch erklären wir uns mit dem Aufruf der EmaLi solidarisch.
Lafontains Geschichtsrevisionismus in der Linken zeigt Folgen
Nun zu den Bericht.
Reißen wir die Mauern ein.
Erklärung des Ko-Kreises der Ema.Li Berlin zum Umgang der LINKEN mit der „jungen Welt“
„Wir brauchen die gleiche Freiheit wie die Luft zum atmen. Sie ist Sinn unserer Politik. Es ist Aufgabe einer modernen Neuen Linken, Freiheit und Gleichheit zu versöhnen, anstatt derunsinnigen Ideologie aufzusitzen, dass das eine wichtiger sei als das andere. Freiheit und Gleichheit schließen sich nicht aus, sie bedingen sich vielmehr.“ Katja-Kipping
Zum 50. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer veröffentlicht die Tageszeitung „junge Welt“ auf Seite Eins großformatig ein „Danke“. Auf dem dazugehörigen Foto posieren Grenzsoldaten mit präsentiertem Gewehr. Gedankt wird im Folgenden für allerlei, was angeblich dem Mauerbau zu verdanken sei. Unter anderem wird gedankt „für 28 Jahre Hohenschönhausen ohne Hubertus Knabe“. Neben diesem redaktionellen Bekenntnis zum Gefängnissozialismus prangt online eine große Werbeanzeige der LINKEN im Bundestag.
Die „junge Welt“ ist kein Presseorgan der LINKEN. Dennoch wird sie mitunter von um innerparteiliche Hegemonie bemühten Personen und Strukturen als „parteinaher“ und privilegierter Medienpartner betrachtet und behandelt. Auf Veranstaltungen und Festen der LINKEN tritt die „junge Welt“ mit Infoständen auf und es werden Exemplare der Zeitung verteilt. In der „jungen Welt“ werden online wie im Printbereich regelmäßig Anzeigen geschaltet, Artikel und Interviews positioniert. Die Landtagsfraktion der NRW-LINKEN gratuliert der Genossenschaft LPG junge Welt eG zum 15-jährigen Jubiläum und schenkte mehrere neu gezeichnete Genossenschaftsanteile.
Die Fraktionsvorsitzenden lobten im dazugehörigen Glückwunschschreiben die Bedeutung der Tageszeitung: „Die junge Welt ist eine unverzichtbare Informationsquelle und kritische Begleiterin unserer parlamentarischen und außerparlamentarischen Aktivitäten”.
Nun ist in einer pluralistischen Linken per definitionem Platz für Differenz. Es ist das schwere Erbe der Partei DIE LINKE, zwar nicht ausschließlich aber doch prägend an parteipolitische Traditionslinien des Realsozialismus und von diesem auf verschiedene Weise belastete Denk und Organisationsformen anzuschließen. Insbesondere die PDS als eine Vorgängerpartei der LINKEN hat dieser Erblast viele Ressourcen zur Verfügung gestellt, und wir befinden uns als neue LINKE weiterhin in der nicht allein historischen Pflicht diese Vergangenheit aufzuarbeiten. Gerade für uns als Emanzipatorische Linke ist es die erste Aufgabe, die Emanzipation der Linken selbst nach Kräften fortzusetzen und auszuweiten.
Diese Selbstemanzipation der Linken droht für unsere Partei immer auf dem Schlachtfeld zu enden, weil Außenstehende uns nicht vertrauen oder schlicht ablehnend gegenüber stehen, aber auch, weil wir selbst unser Ziel des demokratischen Sozialismus noch nicht hinreichend geklärt haben. Das gilt nicht minder für die vielen westdeutschen Genoss-innen, die sich für die LINKE engagieren. Über zwanzig Jahre nach der Vereinigung von BRD und DDR und nach über zwanzig Jahren post-realsozialistischer linker Parteipolitik markiert die Mauerfeier der „jungen Welt“ nun die Notwendigkeit eines Bruchs, der schon längst ausstand und den wir nun offensiv einfordern.
Wir fordern den Parteivorstand sowie alle verantwortlichen Funktions- und Mandatsträger der Partei DIE LINKE auf, jegliche Zusammenarbeit mit der Tageszeitung „junge Welt“ zu beenden.
Der Verherrlichung von Diktatur, von polizeilicher, geheimdienstlicher und militärischer Gewalt im Namen des Sozialismus darf keinerlei finanzielle und werbende Unterstützung zukommen. Der Fehler bestand von Anfang an, es wird Zeit ihn einzusehen und Konsequenzen zu ziehen. Konkret heißt das für uns, dass die „junge Welt“ auf Veranstaltungen und Festen der LINKEN nichts zu suchen und zu finden hat, nicht durch das Schalten von Anzeigen und das parteioffizielle Zeichnen von Genossenschaftsanteilen unterstützt wird. Die „junge Welt“ schreibt seit Jahren gegen alle demokratischen und libertären Prinzipien eines emanzipatorischen Sozialismusbegriffs an und agitiert ebenso offen feindlich gegen die LINKE, wenn es ihr ideologisch ins besagte Konzept passt. Es ist längst nicht klar, ob hier die „junge Welt“ für strömungspolitische Hegemoniekämpfe genutzt wird oder ob nicht umgekehrt auch undogmatische Substanz an eine Zeitung geopfert wird, weil diese für viele Genoss-innen als Sprachrohr einer vermeintlich bedrohten „Radikalität“ gilt.
Die „Radikalität“ der „jungen Welt“ erschöpft sich unseres Erachtens allerdings in parolenhaftem Wortgetöse und autoritärer Feindschaft gegen linke Liberalität und historisches Bewusstsein. Wer weiterhin die privilegierte Zusammenarbeit mit dieser Zeitung will, muss sich fragen lassen, wie sich Antimilitarismus mit Verherrlichung realsozialistischen Militärs, der Kampf gegen Frontex und EU-Abschottung mit Mauerkitsch und politische Initiativen gegen staatliche Willkür (Polizeigewalt, Geheimdienste, Überwachung etc. pp.) mit offener Sympathie für die DDR-Staatssicherheit vereinbaren lassen. Gilt am Ende Unfreiheit nur dann als Gegnerin, wenn sie der „Bourgeoisie“ dient und nicht der Partei der Arbeiterklasse?
Für uns darf es keine Relativierung des Stalinismus für billige Treffer in einer unterkomplexen Kapitalismuskritik geben. Die „junge Welt“ agiert als Kopflangerin eines stumpfen Antikommunismus, indem sie eine Linke mit reproduziert, die Autoren wie Hubertus Knabe freimütig in die tendenziöse Feder diktiert. Wer solche „Medienpartner“ hat, braucht sich über die „böse bürgerliche Presse“ nicht mehr beklagen.
Gemäß eines von traditionalistischer Seite gern kolportierten Rousseau-Zitats sei es „zwischen dem Schwachen und dem Starken (…) die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit.“ Sozialismus steht hier für Befreiung durch den Staat. Derselbe Rousseau hat allerdings auch gesagt ihm sei „die gefährliche Freiheit lieber als eine ruhige Knechtschaft.“ Als Pate für eine Gleichheit von oben taugt er nicht. Wenn von „Freiheit durch Sozialismus“ gesprochen wird, verschwindet Befreiung im Verwaltungsakt oder wahlweise in einem putschistisch vorgestellten Revolutionsbegriff. Die Emanzipatorische Linke steht dagegen für eine konzeptuelle Identität von Freiheit und Sozialismus.
Wenn das Ziel die Ermöglichung eines Selbstbefreiungsprozesses aller Einzelnen ist, muss staatliche Macht in der Tendenz ebenso abgebaut werden wie die ökonomische. Freiheit ist ohne Sozialismus nicht wirklich, Sozialismus ohne Freiheit auch nicht.
Warum mehr Geld allein keinen Erfolg bringen kann!
Gestern:
Hatten wir zur ersten erfolgreichen Bundestagswahl des neuen linken Projektes einen „prall gefüllten Beutel“ – nein. Waren wir erfolgreich – ja? Warum?
Viele Mitglieder und Sympathisantinnen engagierten sich leidenschaftlich für das neue Projekt.
Heute:
„Wesentlichen unsere zu geringe Personalausstattung und die damit verbundenen Auswirkungen auf die vorhandenen Mitarbeiter, deren Überstunden schon in einem sehr beunruhigenden Ausmaß angewachsen sind. Wir haben inzwischen positive Signale aus dem Parteivorstand bekommen, dass man unsere Sorgen sehr ernst nimmt und an Lösungen arbeitet.
Mit solidarischen Grüßen Elke Theisinger-Hinkel, Wolfgang Ferner“
Merke: Linkes Engagement kann man nicht kaufen!
Morgen?
(Antrag an den Landesvorstand der Partei DIE LINKE RLP und die „Strukturkommission“)
Die Partei DIE LINKE verfügt in ihren Mitgliederreihen über politisch und sozial kompetente Mitglieder in der Nachberuflichkeit (SeniorInnen), Altersteilzeitler und Erwerbslose. Diese Mitglieder können ein außerordentlich bedeutsamer Kraftquell für die Partei werden, wenn
* der Landesvorstand, die Kreisvorstände und die LAG´s die vorhandenen Potenziale konkret ermitteln. Dazu bedarf es persönlicher Gespräche, zu den Mitwirkungsinteressen und den dafür notwendigen Förderbedingungen.
* Freiwilliges, ehrenamtliches Engagement muss gewollt sein, es braucht aktive Nachfrage, konkrete Übergabe/ Übernahme von Verantwortungs (rollen) und Vertrauen.
* Freiwilliges, ehrenamtliches Engagement hat die gleichberechtigte Beteiligung an den Meinungs- und Willensbildungsprozessen zur Voraussetzung
*Freiwilliges, ehrenamtliches Engagement braucht den uneingeschränkten Zugang zu allen notwendigen Informationen, es gedeiht am besten in einer transparenten und lernenden Organisation
* Freiwilliges, ehrenamtliches Engagement braucht feste und verbindliche AnsprechpartnerInnen
* Freiwillig ehrenamtlich Engagierte brauchen konkrete Förderung entsprechend ihrer konkreten persönlichen Bedingungen. Die Übernahme von Verantwortung darf nicht an den persönlichen finanziellen Ressourcen scheitern.
o Es es muss unabhängig sein von der privaten Finanzierung von Bildung
o Es muss unabhängig sein von der privaten Finanzierung von Mobilität
Es muss unabhängig sein von den privaten Ressourcen zur Finanzierung von Kommunikation (insbesondere Telekommunikation, einschließlich Internet, Druck- und Kopierkosten)
Fazit:
Die Landes- und Kreisorganisationen und die LAG brauchen Führungs- und Finanzpläne zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements als vorrangige Aufgabe. Auf den Ausbau von (Teil) Hauptamtlichkeit zu setzen ist aus politischen und finanziellen Gründen eine Sackgasse. Das emanzipatorische Potenzial der Partei gilt es zielstrebig zu entwickeln. Ehrenamtliches Engagement ist mit einer zielstrebigen und nachhaltigen Personalpolitik zu verbinden.
Rückblick: Aktion Kassenklau – das Geld der PDS
Wovon träumten WASG Spitzen-Akteure schon im Vorfeld der Zusammenarbeit mit der PDS?
1. Von einem „starken Apparat“ der die Mitglieder dominiert
2. Vom Zugriff auf das Geld der PDS
3. Von einem Verdrängungskampf gegen Sozialisten in der Partei
Drei wesentliche Gründe, warum allzu leichtfertig das Geld anderer Leute ausgegeben wird! Oder ist es noch ärger? Versuchen Westkader absichtsvoll in die Mitglieds-beitragskassen der ungeliebten Ostgenossen zu greifen?
Bedarf es eines Beweises?
Erhebliche Teile der Westkader taten nichts, um die fiktiven Mitgliederzahlen mit den realen Mitgliedsbeiträgen abzugleichen. Karteileichen sind Mandate und satzungsgerecht eingeforderte Beiträge bedeutet neuen Konfliktstoff zur Verbundenheit der Parteikader mit den Mitgliedern und umgekehrt! Nicht oder zu wenig gezahlt wird aus mangelnder Verbundenheit mit der Partei, das ist der oft einzige (!) Grund.
Merke: Engagement und Parteiverbundenheit muss man fördern!
Wie? Durch Respekt, durch Wertschätzung, durch differenzierte Bereitstellung der notwendigen Grundlagen für freiwilliges Engagement (Bildung, Mobilität, Publizität usw.). Die Landespartei hat nicht nur aus Unfähigkeit keine qualifizierte und transparente Mitglieder- und Personalpolitik. Denn: Das Mitglied ist den heutigen Landesspitzenakteuren drittrangig. Vorrang hat die Stärkung des Apparates und der geschäftsführenden Landesspitze und ihrer Claqueure. Aber: So steht die Partei auf tönernen Füßen, die „Kader“ verweigern sich des Fundamentbaus, anstelle dessen gegeben sie Geld aus, welches ihnen nicht gehört und fordern noch mehr Unabhängigkeit der Kader von der Parteibasis durch Hauptamtlichkeit.
Mitgliederwerbung ist eine richtige Orientierung, aber es kommt eben auf überdurchschnittlich viele – aktive – Mitglieder an. Wie die Re-Organisation und Re-Aktivierung erfolgen kann und was diesen Zielen im Wege steht ist noch nicht ausreichend öffentliches Thema in der Landespartei.
Eine politische Bewertung der Wahlkampfausgaben steht noch aus. Neben der Überziehung des Budgets ist dies der Kernpunkt der fehlenden Analyse.
Mondzahlen: „Wir haben das geplante Wahlkampfbudget um 5,9 Prozent überschritten.“
Trost: Die Bundespartei solls richten.
Folge: Verschuldung und Landeskader ohne Verantwortung
Folgerung: Noch mehr Hauptamtlichkeit, noch mehr Intransparenz, noch mehr hohler Zentralismus, noch mehr Mitgliederentmündigung und Deaktivierung!
Mitmachen – neue Mitglieder für eine starke LINKE
Eine Partei lebt mit ihren Mitgliedern. Auch DIE LINKE braucht kontinuierlich neue Gesichter, um den Geist einer starken, finanziell unabhängigen und weiter wachsenden Mitgliederpartei aufrechtzuerhalten. Der Parteivorstand hat daher eine Initiative zur Gewinnung neuer, insbesondere weiblicher Mitglieder beschlossen. Unter dem Motto “Mitmachen” kannst du dich einmischen und aktiv werden für eine sozial gerechte, demokratische und friedliche Gesellschaft. Wir wollen gemeinsam mit und nicht für Menschen Politik machen. Dass Politik nicht langweilig ist, sondern auch Spaß machen kann, sieht man in unserem neuen Mitgliederfilm.
Elke Theisinger-Hinkel: Rheinland-Pfalz – Wo wir stehen!
Auch wenn sie die gern hätten, verehrte Hosenanzugsträgerin, um ihre teilweise abstrusen Ideen hinsichtlich vermeintlicher Euro-Rettung zu verwirklichen. Und nicht nur das.
Sie und ihr Freund Sarkozy werden morgen nicht an den jeweiligen Landesparlamenten vorbei in “trauter” Zweisamkeit entscheiden können.
Sie werden sich nicht am Parlament und an ihrer eigenen Partei und vor allem am Deutschen Volk vorbei schleichen können mit einsamen Entscheidungen. Man kann nur hoffen, dass der zweite Mann im Staat, Bundestagspräsident Lammert mit seiner sicherlich höherwertigen politischen Erfahrung es nicht zulassen wird, dass eine frühere FDJ-Sekretärin als “Honeckers Vermächtnis” den Staat Bundesrepublik an den Rand des währungspolitischen Abgrundes führt. Den sozialen Ausverkauf haben sie ja schon geschafft.
Wir haben eine parlamentarische Demokratie, Frau Merkel - und die nicht nur auf den Papier. Es wird Zeit, dass ihnen in ihrer Selbstherrlichkeit langsam einmal Grenzen aufgezeigt werden!!! Sie haben für ihre Handlungsweisen keinen Blankoscheck! Das Parlament in Berlin sollte nicht mit der Volkskammer der alten DDR verwechselt werden, Frau Merkel. Sie sind zwar “Honeckers Vermächtnis”, aber seinen Stil und die Machtverhältnisse können sie nicht auf die Bundesrepublik übertragen.
Da treffen sich verschiedene Spitzen einer Partei am runden Tisch und wollen über die Zukunft der Deutschen diskutieren um anschließend einen Programmvorschlag zur Vorlage an die Basis auszuarbeiten.
Zieht der Erste das Buch von Marx aus der Tasche und sagt: “Marx schlägt dieses oder jenes vor.” Der nächste zeigt seine Bibel, und argumentiert mit den Aussagen von Jesus. Innerhalb dieser Gruppe gibt es natürlich auch einen Muslim und viele Andere. So verweist der Eine auf den Koran und der Andere wiederum auf das “Grüne Buch Gaddafis”, Homer und so weiter. Fakt, sie alle sitzen zusammen und verweisen auf die Weisheiten alter Schriften und möchten ein Programm für die Zukunft erarbeiten. Was? Das geht nicht? Doch so skurril und überspitzt sich das Ganze auch darstellt, in der LINKEN ist das möglich.
Das beste Beispiel bietet hierbei die Diskussion über den Mauerbau. Wer will denn was womit erreichen? Die Mauer ist weg und sie kommt auch nicht mehr wieder. Das ist eine Tatsache genauso wie die, dass an und aufgrund der Mauer Menschen ermordet wurden, wobei ein jeder Mord unrecht ist. Der Mord an den Juden, die Tötungen durch Stalin, durch die Kommunisten und auch an denselben, es ist immer das gleiche, genau wie die Toten heute in Israel oder in Afghanistan, es sind Morde und und im Tod ist ein jeder gleich.
Was bringt der Vergleich mit Toten, das Zählen, Auflisten und die daran anschließenden Wertungen. Da wir keine Möglichkeiten haben Tote wieder zu Lebenden zu machen sollte es Linke Pflicht sein, der Politik das Recht zu nehmen, für neue Tote zu sorgen. Dieses zu einer gesellschaftlichen Aufgabe zu machen wäre Programm. Politische Tote sind keine Helden, brauchen keine Gedenktage oder Denkmäler. Das alles sind Accessoires welche den Verlierer immer wieder demütigen um das Ego des Siegers, sowie International gesehen den Nationalismus, zu stärken. Zwecks Durchführung gesellschaftlicher Aufgaben muss man aber erst einmal in der Gesellschaft ankommen in der man lebt. Als stehengebliebener Restposten aus alten Tagen geht das nicht.
So weisen wir denn hier auf einen Kommentar vom heutigen Tag hin, welcher besser gar nicht auf den Punkt kommen kann und zitieren wie folgt:
“Die Linkspartei ist keine totalitäre Gefahr, wie manche CSU-Politiker glauben machen wollen. Im Alltag hat sie sich als berechenbare, linkssozialdemokratische Partei erwiesen. Und sie hat einen moralischen Bonus, weil sie sich für die abgekoppelten Unterschichten engagiert, die von Rot-Grün lange vergessen wurden.
Doch mit ihrer Unfähigkeit, einen klaren Trennungsstrich zu den Diktatur-Fans in den eigenen Reihen zu ziehen, läuft sie Gefahr, dieses moralische Kapital zu verspielen. So wird sie ihre Anziehungskraft auf das rot-grüne Milieu verlieren. Und irgendwann in der Bedeutungslosigkeit versinken.”
Das ist genau das Thema welches hier immer wieder angesprochen wurde und wird. Will ich in einer Bevölkerung Sympathiepunkte sprich Wählerstimmen sammeln habe ich mich von meinen Mitbewerbern zu unterscheiden, gleich einem Produkt welches ich auf dem Markt verkaufen möchte. Was heißt, mein Produkt oder meine gesellschaftlichen Vorstellungen müssen denen meiner Mitbewerber überlegen sein. So einfach ist das. Die Zukunft einer modernen Gesellschaft kann nicht in alten Büchern erlesen werden, und die Bücher für die Zukunft müssen erst noch geschrieben werden.
Als solches wird Politik scheinbar auch im Osten der Republik verstanden wo es trotz eines provozierten Skandals den ANTIS nicht gelang ein Bein an die Erde zu bekommen. Der alte Vorsitzende Steffen Bockhahn wurde in Mecklenburg-Vorpommern mit einer zweidrittel Mehrheit wiedergewählt und verurteilte das Verhalten der drei Außenseiter auf das schärfste. Junge Leute haben dort überwiegend die Führung übernommen welche dementsprechend auch bei der Bevölkerung ankommen, da sie nicht den Ostalgikern mit ihren Spinnern und Sektierern das Handeln überlassen. So werden sie denn hoffen, dass ihnen die Außenseiter der Gesellschaft im Westen nicht die Wahlergebnisse verhageln werden.
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Hier noch ein Bericht aus der Mitteldeutschen Zeitung:
«Was für eine gruselige Veranstaltung»
Marianne Linke sitzt. 97 andere haben sich erhoben. Eine Schweigeminute wird abgehalten für die Mauertoten. Es ist Samstag, der 13. August, 50. Jahrestag des Mauerbaus. In Berlin werden Kränze niedergelegt, an die Toten wird erinnert, an Unfreiheit, an die kältesten Tage des Kalten Krieges. In der Rostocker Stadthalle hat sich die Linkspartei von Mecklenburg-Vorpommern versammelt. Eigentlich soll der Wahlkampf eingeläutet werden, am 4. September wählen die Norddeutschen einen neuen Landtag. “Was für eine gruselige Veranstaltung”, stöhnt aber nun eine Rostocker Genossin. Denn alles läuft schief - weil Marianne Linke, die frühere Sozialministerin, und zwei andere Genossen sitzen geblieben sind. Der Eklat überstrahlt alles.
Auf diesen Artikel gibt es in der Zeitung folgenden Kommentar welchen wir uns voll anschließen können:
War schon eine Art Wunderland, unsere “DDR”. Zumindest der Sage nach. So was gibt´s nur noch in Nordkorea. Frage mich, warum die Nostalgiker nicht dorthin zum Zelten fahren.
Da ist es wohl schon wieder am Ende mit der Genugtuung des Rolf Linsler, welche dieser noch am 09. 05. 2011 in einem Zeitungsartikel des Pfälzer-Merkur über den Ausschluss von zwei Mitgliedern der Partei geäußert hatte. In diesen vielen Zurechtweisungen durch die BSchK wird aber in erster Linie eine scharfe Kritik an den Landesvorstand der DIE LINKE im Saarland ersichtlich, welchem es scheinbar an den geistigen Fähigkeiten fehlt, sich mit berechtigten politischen Kritikern verbal auseinander zusetzen. Es ist nur allzu offensichtlich das private Karrieresucht nicht des rechte Handwerkzeug ist, eine politische Gruppe erfolgreich zu führen.
Wie innerhalb des Artikels “Ludwig bliebt in der Linke” zugesagt hier ein Bericht von Gilbert Kallenborn über die Verhandlung vor der BSchk. in Berlin:
Am 13. 8. 2011 den Gendenktag an den Mauerbau, verhandelte das höchste Parteiorgan der DIE LINKE, die Bundesschiedskommission in Berlin im Karl-Liebknecht-Haus, Kleine Alexander Straße 26 in 10178 Berlin ab 12:00 Uhr über die Berufung des Kritikers Helmut Ludwig, vom Bevollmächtigten Gilbert Kallenborn verteidigt, ebenfalls DIE LINKE 66798 Wallerfangen.
Gegen den von Christian Bonner (Schwalbach/Saar) und Erik Lenhard (zurückgetretener Kreissschatzmeister ( Saarlouis ) und Walter Löb (Roden?) alle DIE LINKE betriebenen und von LSK-Saar erklärten Parteiausschluss des Helmut Ludwig -LSK Saar.
Es erschien ebenfalls der geladene Zeuge Dr. N.
Auf das Nichterscheinen der drei Ausschlussbetreiber vermerkte die BSchK ein unentschuldigtes Fehlen der Betreiber. Es scheint diesen Mitgliedern sichtbar sehr schwer zu fallen außerhalb der sie beschützenden Hand ihrer Saar LSK öffentlich aufzutreten. Sobald Ehrlichkeit gefordert wird, sind sie nicht mehr zu sehen.
Es war also eine Wiederholung der Situation, als die Saar-Parteiführung die Bundessatzung mehrfach brach (14. 11. 2010, LPT Neunkirchen) und in der folgenden BSchK - Verhandlung nur die Kläger erschienen, von der Parteispitze den Rädelsführern Lafontaine, Bierbaum und Linsler aber niemand. Die schickten gleichgesinnte Ja - Sager, wie Sandy Stachel und Mark Schimmelpfennig, junge Leute, eigentlich die Hoffnung der überalterten Partei. In Berlin gab es ja auch schließlich kein Geld zu verdienen.
Nach mehr als 3 Stunden, einer oft sehr emotional und heftig geführten Verhandlung in der auch eine Detailanalyse der Verfassungsbrüche von Hülzweiler des 31.10.2010 bzw. die dort gerichtlich festgestellte Verletzung des § 10 ParteiG und anderer Rechtsbrüche einbezogen waren wurde wie folgt entschieden:
1.) Helmut Ludwig bleibt Mitglied der Partei als Zwischenstand
2.) Der endgültige Beschluss mit einer umfassenden Begründung erfolgt nach der anstehenden Verhandlung vor dem Amtsgericht Saarlouis. Dort wird aufgrund eines von mir gestellten Antrags unter der Verw. Nr. 28C899/11 über den Verbleib der Gelder aus WASG Zeiten verhandelt. Dort wird auch über ein bereits amtlich beglaubigtes Übergabeprotokoll zu reden sein.
Der Termin ist zu Montag den 29. 08. 2011 um 10:00 Uhr beim AG Saarlouis anberaumt.
Der Wochenrückblick geht ein auf David Cameron welcher wohl in China besser aufgehoben wäre und Nicolas Sarkozy der sehr wahrscheinlich sein Amt durch sparen verlieren wird.
taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht letzte Woche?
Friedrich Küppersbusch: Die Werte der FDP
Was wird besser in dieser?
Ratingagenturen setzen Rösler auf “Risiko”.
Mehrere Tote und zahllose Plünderungen in London. Wem müssen wir die Schuld geben?
Den Ausländern. Randalierende junge Griechen etwa zerlegen seit Jahren in diesem Stil die Innenstädte, heimtückischerweise bevorzugt in Griechenland. Ähnlich die Ausschreitungen in französischen Banlieus. So kann man es auf den Zusammenbruch der Sozialsysteme, die Jugendarbeitslosigkeit und die urbane Verarmung schieben. Konsequent haben dunkelhäutige Menschen in England eine 26fach höhere Chance, von der Polizei angehalten zu werden. In Tottenham hat die vorausschauende Regierung die höchste Arbeitslosigkeit Londons organisiert und alle Jugendclubs geschlossen, um Gewalttäter abzuschrecken. Und das ist nun der Dank dafür.
Die British National Party, die islamophobe English Defence League, die deutsche NPD und die Welt am Sonntag - wenn Heß das noch hätte erleben dürfen! - stimmen überein, die “Gewalttäter entsprächen allen Klischees: Ausländer, vorbestraft, arbeitslos.” Nach dreißig Jahren Thatcherismus sind Englands Neoliberale aufgerufen, endlich die Samthandschuhe auszuziehen und Inländer zu verarmen. Ich schlage gern welche vor. Die 10 Prozent der reichsten Londoner besitzen 273mal so viel wie der Durchschnittsarme. Die können sich ihre Golfausrüstungen doch auch mal aus dem Schaufenster klauen.
Folgende Unterlagen erhielten wir gestern mit der Bitte um Veröffentlichung. Dieser Bitte kommen wir gerne nach, da die Öffentlichkeit einen Anspruch auf Klarstellung in politischen Auseinandersetzungen hat.
Mein Name ist Jürgen Hellmuth und ich habe mit einigen anderen die Landtagswahlen 2009 angefochten. Wie bekannt, bin ich im März 2010 - dank des unermüdlichen Einsatzes von Prof. Heinz Bierbaum und korrupten LSK-Mitglieder - aus der Partei ausgeschlossen worden.
Die Berliner wollen meine Berufungs-Begründung nicht erhalten haben - verwundert nicht, ist uns diese Vorgehensweise aus einem anderem Verfahren gegen Oskar’s Mädche Barbara Spaniol bekannt.
Die Bundesschiedskommission lässt ein Verfahren seit Juni 2008 “ruhen”.
Alle, die sich unter dem Schutzschirm von Kaiser Napoleon an der Saar befinden, haben tatkräftig dazu beigetragen, die Anfechter, beim Kreiswahlleiter Hinsberger, als Querulanten abzustempeln. Einer guten Bekannten wurde gar durch einem Arzt bescheinigt (Bekannter von Spaniol/Pollak) an Paranoia zu leiden.
Was sich Oskar’ Leute erlauben, ist unterstes Niveau.
Ein Ausschlussverfahren wurden gegen Bierth und Döring angestrengt, welches Anfang des Jahres verhandelt wurde (ich konnte leider nicht kommen, da ich mittlerweile aus dem Saarland verzogen bin).
In diesem Ausschlussverfahren war die Genossin Döring so charmant, und hat verschiedene Unterlagen, die sie als ehemalige Landesgeschäftsführerin und Vertrauensperson beim Kreiswahlleiter eingereicht hat, der LSK überlassen. Die LSK in ihrer Selbstherrlichkeit hat die Unterlagen anderen zur Verfügung gestellt. Damit wurde ich in die Lage versetzt, Kenntnis von ungewöhnlichen Schriftstücken zu erlangen.
Bierth, der sich in der LSK neben Fieg als unfehlbar darstellt, erdreistet sich, eine Versicherung an Eides statt abzugeben und stellt sich auch noch als Mr. Superschlau dar.
Weil Bierth vorsätzlich die Unwahrheit schrieb, habe ich Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Saarbrücken erstattet. Immerhin geht es um unsere Glaubwürdigkeit, wenn wir als Zeugen vor dem Verfassungsgerichtshof gehört werden.
Die Ermittlungen gegen Bierth laufen unter dem Aktenzeichen 66 Js 1257/11
Meines Erachtens ist es an der Zeit, einige Mitgliedern zu demaskieren.
Daher frage ich höflich an, ob die Möglichkeit besteht, die Strafanzeige zu veröffentlichen. Mir wäre aber sehr daran gelegen, dass die Anschrift unkenntlich gemacht wird. Gegen Namensveröffentlichung bestehen keine Bedenken.
Ich bin lt. LSK Saar kein Mitglied mehr der Partei DIE LINKE und bekomme trotzdem nach wie vor Einladungen zu Mitgliederversammlungen etc. etc. Vielleicht werde ich in Berlin auch noch als Mitglied geführt, damit die Mitgliederstatistik “schön” bleibt.
Bevor ich ausgeschlossen wurde, war ich 2007 Mitglied in der Bundessatzungskommission, habe an der Bundessatzung mitgeschrieben, und war Mitglied im Landesausschuss Saar. Ich habe meine Finger in Wunden gelegt, insbesondere was das Finanzielle betraf. Ich habe das getan, was ich für richtig hielt und habe immer und immer wieder nachgehakt und nachgetreten. Ich lief gegen eine Wand. Das berühmte Tüpfelchen auf dem “i” waren die chaotischen Abläufe bei den Wahlen im Jahr 2009. Da riss mir der Geduldsfaden. Es ist nicht alles damit entschuldbar, dass “wir eine junge Partei.sind”
Im Landesvorstand waren keine Neulinge, aber viele frustierte Ex-Spdler.
Staatsanwaltschaft Saarbrücken
Zähringer Straße 12
66119 Saarbrücken
1. Juni 2011
Strafanzeige gegen
Reiner Bierth, Str. und Ort DL bekannt
und stelle Strafantrag
wegen aller in Betracht kommenden Delikte, u.a. wegen Verdacht d. üblen Nachrede/Verleumdung.
Folgender Sachverhalt liegt vor:
Die Genossin S., stehend auf dem Boden des Grundgesetzes, hat am 29.05.2009 bei dem für den Wahlkreis zuständigen Kreiswahlleiter die Wahlkreismitgliederversammlung der Partei DIE LINKE angefochten wegen Verletzung demokratischer Grundregeln. Die Partei DIE LINKE hat ein Ausschlussverfahren gegen die Genossin S. eingeleitet.
Im Zuge der Auseinandersetzungen, u.a. mit der ehem. Landesgeschäftsführerin der Partei DIE LINKE, Pia Döring, reichte Pia Döring Unterlagen bei der Landesschiedskommission ein. Bei diesen Unterlagen befand sich ein Schreiben des Reiner Bierth vom 08.06.2009, welches mir kürzlich zuging (s. Anlage).
Offenbar zur Diskreditierung des Unterzeichners dieser Strafanzeige führt Reiner Bierth gegenüber dem Kreiswahlleiter Dr. Hinsberger, vorsätzlich Unwahres aus. Zur Glaubhaftmachung seiner Behauptung geschieht dies in einer Eidesstattlichen Versicherung.
Der Beanzeigte verdeutlicht mit der Ausführung „Die Rechtsfolgen einer falschen eidesstattlichen Versicherung sind mir bekannt“, dass er Kenntnis darüber hat, dass eine falsche Versicherung an Eides statt strafbar ist.
Eidesstattliche Versicherung
Die Rechtsfolgen einer falschen eidesstattlichen Versicherung sind mir bekannt.
Bekannt sind mir auch die Parteimitglieder C. S. G. S., O. K.,
R. B. und Jürgen Hellmuth, welche die Landesschiedskommission seit Jahren mit diversen Schiedsgerichtsverfahren aller Art beschäftigen.
Homburg, den 08.06.2009
Bierth
Diese Behauptung, dass der Anzeigenerstatter die Schiedskommission seit Jahren mit diversen Schiedsgerichtsverfahren aller Art beschäftigt, ist nachweislich unwahr. Reiner Bierth wurde erst am 09.August 2008 auf dem Landesparteitag der Partei DIE LINKE in Neunkirchen in die Schiedskommission gewählt.
Ich habe, seit meiner Mitgliedschaft, kein Schiedsverfahren angestrengt.
Diese vorsätzlich unrichtige, unwahre und verbreitete Tatsache, dass der Unterzeichner der Strafanzeige „seit Jahren die Schiedskommission mit diversen Schiedsgerichtsverfahren aller Art beschäftigt, ist geeignet die Glaubwürdigkeit des Unterzeichners bei Behörden etc. in Frage zu stellen und diesen als Person in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen und zu schädigen.
Eine Verleumdung begeht, wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist.
Mit der Verbreitung der unwahren und unrichtigen Tatsache in der Eidesstattlichen Versicherung vom 08.06.2009 ist nach Auffassung des Unterzeichners der Tatbestand der Verleumdung und üblen Nachrede erfüllt und eine falsche Eidesstattliche Versicherung gegeben.
Die Versicherung an Eides statt ist eine Erklärung, die man statt einem Eid tätigt. Es wird eine Erklärung abgegeben, die man als wahre Begebenheit erklärt. Die Erklärung/Eidesstattliche Versicherung „statt eines Eides“ bedeutet nicht, dass diese in der Wertigkeit geringer sind. Diese sind als „Ersatz“ (statt) für einen Eid abgegeben und sind bei falscher Erklärung ebenso strafbar, wie ein falscher Eid.
Ich bitte um Eingangsbestätigung der Strafanzeige und um Bekanntgabe des Aktenzeichens.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Helmuth
IE
Nachtrag am am 16. 08. 2011:
DL liegt seit heute die zweite Anzeige gegen Reiner Bierth vor.
für den Server Ausfall am heutigen Tag bitten wir um Entschuldigung. Nach unserer Anfrage informierte uns unser Hoster mit eingefügter Mail über technische Probleme.
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** Bitte lassen Sie die Betreffzeile beim Antworten unverändert, um **
** die Zuordnung zum jeweiligen Fall zu ermöglichen. Vielen Dank! **
** Please do not change the subject when replying to this email. **
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Sehr geehrter Herr Engbert,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Seit heute Morgen keine Verbindung zur Webseite “Demokratisch-Links. de” möglich.
Diese Nachricht wurde mir auch von Lesern aus anderen Bereichen der BRD gemeldet.
Leider liegt aktuell eine technische Störung auf dem Server vor, die noch nicht eindeutig geklärt ist. Unsere Technik arbeitet an der Beseitigung, damit Ihnen schnellstmöglich die Dienste wie gewohnt zur Verfügung stehen.
Eventuell entstandene Unannehmlichkeiten bitten wir zu entschuldigen.
Die Gewalt in Syrien wird durch Erdöleinnahmen aus Europa gespeist. Ein europaweites Ölembargo würde die Handlungsfähigkeit des Regimes beschränken und so weiteres Morden verhindern. Lassen Sie uns Europas Staatschefs zur Verhängung eines sofortigen Ölembargos aufrufen:
Syriens Präsident Assad bezahlt seine Schergen, um Krieg gegen das eigene Volk zu führen. Regierungen auf der ganzen Welt haben die Gräueltaten verurteilt. Jetzt könnten die wichtigsten Europäischen Staatschefs jedoch den Geldfluss, der dieses Blutbad finanziert, stoppen.
Deutschland, Frankreich und Italien sind die drei Hauptimporteure syrischen Öls. Sollten sie sich für die Verhängung umgehender EU-Sanktionen einsetzen, würden Assads finanzielle Mittel versiegen. Assad hat politische Appelle in seinen Übergriffen ignoriert und EU Staatsführer haben die Erhebung von Sanktionen diskutiert. Doch nur eine weltweite Protestwelle wird sie zum schnellen Handeln bewegen.
Wir dürfen keine Zeit verlieren. Täglich werden dutzende von Syrern erschossen, gefoltert oder verschwinden ganz einfach, nur weil sie sich für grundlegende demokratische Rechte aussprechen. Die EU kann die Finanzierung der Gewaltanwendung jetzt beenden. Klicken Sie den Link, um die Petition an die EU-Staats- und Regierungschefs zur sofortigen Umsetzung eines Ölembargos gegen Syrien zu unterzeichnen:
Wir alle haben die Bilder der Gewalt aus Syrien gesehen, oder darüber gelesen — viele der Berichte stammen von Bürgerjournalisten, die von Avaaz unterstützt werden und ihr Leben riskieren, um über die Brutalität zu berichten. Jetzt haben wir die Gelegenheit unser Entsetzen in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Experten zufolge würde ein europaweites Ölembargo den Geldfluss an Assads Schergen erheblich einschränken, und hätte minimale Auswirkungen auf die syrische Bevölkerung und auf die europäische Wirtschaft.
Die syrischen Ölexporte werden fast ausschließlich von Deutschland, Frankreich und Italien gekauft und weiterverarbeitet. Doch bisher haben sie ihre privilegierten Handelsbeziehungen mit Assad noch nicht als Druckmittel eingesetzt, um die Bevölkerung zu schützen. Dennoch haben sie die Gewalt verurteilt und Zeitungen berichten, dass einige EU-Politiker bereits ein Ölembargo fordern. Lassen Sie uns jetzt den Druck erhöhen und diese Sanktionen durchsetzen, um Assads Mörderregime den Geldhahn zuzudrehen.
Schließen Sie sich dem Aufruf an und lassen Sie uns gemeinsam den Geldfluss an die syrischen Truppen stoppen. Klicken Sie auf den Link und unterschreiben Sie die Petition für ein EU-Ölembargo und senden Sie die E-Mail an alle, die Sie kennen:
Avaaz-Mitglieder spielten eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der Syrer bei ihren Bemühungen für Frieden, Demokratie und Menschenrechte. Ein Großteil der Aufnahmen und Informationen, die um die Welt gehen, wurden durch Kleinspenden von Avaaz-Mitgliedern weltweit gefördert. Gemeinsam geben wir den Impuls für unverzügliche Maßnahmen seitens der EU, damit die Gewalt gegen die syrische Bevölkerung eingestellt wird.
Hoffnungsvoll,
Stephanie, Pascal, Morgan, Alice, Ricken, Wissam und das ganze Avaaz-Team
Wir finanzieren uns ausschließlich durch Spenden und akzeptieren kein Geld von Regierungen oder Konzernen. Unser engagiertes Online-Team sorgt dafür, dass selbst die kleinsten Beträge effizient eingesetzt werden:
Avaaz.org ist ein weltweites Kampagnennetzwerk mit 9 Millionen Mitgliedern, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Einfluss der Ansichten und Wertvorstellungen aller Menschen auf wichtige globale Entscheidungen durchzusetzen. (”Avaaz” bedeutet “Stimme” oder “Lied” in vielen Sprachen). Avaaz Mitglieder gibt es in jeder Nation dieser Erde; unser Team verteilt sich über 13 Länder und 4 Kontinente und arbeitet in 14 verschiedenen Sprachen. Erfahren Sie hier, etwas über einige der größten Aktionen von Avaaz oder folgen Sie uns auf Facebook oder Twitter.
Avaaz kontaktieren: senden Sie uns eine Nachricht über dieses Formular:www.avaaz.org/de/contact?ftr. Sie erreichen uns telefonisch unter: +1 1-888-922-8229 (USA).
Wie wir gerade in Erfahrung bringen konnten, hob die Bundes-Schiedskommission in Berlin den Parteiausschluss des Kritiker Helmut Ludwig, eine Entscheidung der Landesschiedskommission des Landesverband Saarland, auf. Helmut bleibt folglich ein Mitglied in der LINKEN.
Helmut Ludwig wurde von einer wie seinerzeit verbreitet wurde, ferngesteuerten saarländischen Landesschiedskommission aus der Partei ausgeschlossen, da dieser, so Rolf Linsler in der Saarbrücker-Zeitung, Unruhe in die Partei gebracht hatte.
Von den Antragstellern auf den Parteiausschluss gegen Helmut Ludwig, -Christian Bonner, Walter Loeb und Eric Lenhardt- war zur Verärgerung der BSchK niemand in Berlin zur Verhandlung erschienen.
Sobald wir nähere Informationen aus der Verhandlung vorliegen haben, werden wir ausführlicher über den misslungenen Versuch des Ausschluss berichten.
Erstellt von Martha Brauch - Waiblingen - am 13. August 2011
Zu früheren Zeiten bekamen Ochsen einfach einen Nasenring, an dem sie zur Weide als Leitochse oder zum Schlachten geführt wurden. Heute werden diese einfach auf einen Lastwagen verfrachtet und – ab in den Schlachthof. Die Ochsen, aber auch Kälber und anderes Vieh, haben keine Möglichkeit, sich zu entscheiden, ob sie auf den Wagen steigen möchten oder nicht. Sie werden einfach ausgesucht und basta.
Menschen – vor allem die in Deutschland – haben es da schon einfacher. Sie gaben sich ein Grundgesetz, zur Sicherung ihrer demokratischen Rechte. Schön wäre es nun, wenn man sagen könnte: „und sie leben glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende!“ Ist es wirklich so?
In einer Demokratie geht „alle Macht vom Volke aus“. Was aber, wenn sich die Politiker den Staat unter den Nagel gerissen haben? Fangen wir einmal von vorne an:
Ein Wahltermin wird anberaumt und jeder der mitmachen darf, bekommt einen Ochsenring – oh, Entschuldigung – natürlich einen Wahlzettel. Wir haben ja schließlich eine Demokratie, in der wir wählen dürfen, durch wen wir uns im Parlament vertreten lassen wollen. Deshalb dürfen wir auch alle paar Jahre schön brav unser Kreuzchen machen und freuen uns, dass wir wieder einmal mithelfen dürfen Demokratie zu beweisen und unsere demokratischen Rechte ausüben. Der Wahlsonntag kommt. Jeder Wahlberechtigte wirft sich in seine schönste Schale, geht zuerst in die Kirche und dann zur Urne. Wählen ist schließlich Bürgerpflicht!
Politiker haben sich zuvor in ihrem Wahlkampf angestrengt und ihre Wahlkampfparolen losgelassen, sich in Diskussionen zur Verfügung gestellt und jedem, der was von ihnen wissen wollte, schön brav eine passende Antwort gegeben. Die war dann unter Umständen dafür entscheidend, wo der einzelne Wähler sein Kreuzchen hinmachte. Schließlich kann man in einer Demokratie unbeliebte, dumme Politiker, die uns mit ihren Gesetzen und Schikanen geärgert haben, einfach abwählen.
Schön wäre es ja! Wer von den angeblich 70,8 % von insgesamt 62,2 Millionen Wahlberechtigten bei der letzten Bundestagswahl 2009 (also rund 44 Millionen Wähler) hat begriffen, dass die Wahlen schon sehr viel früher entschieden werden, nämlich in den Landes- und Bundeslisten der einzelnen Parteien. Da haben sich gerade die Politiker ihre Plätze schon gesichert – die unbeliebten und dummen, die wir eigentlich loswerden wollen! Deshalb müssen sich die Wähler auch immer wieder die gleichen Köpfe ansehen und die gleichen Phrasen, die sie schon seit Jahren kennen, anhören.
Aber Gott sei Dank haben es wieder welche gemerkt (18,2 Millionen oder 29,2% +) und haben sich verdrückt. Sie haben sich erst gar nicht am Ochsenring zur Wahlurne führen lassen. Wollten die Nichtwähler aber tatsächlich ihre Stimme unter den in den Listen antretenden Politikern aufteilen, weil sie sich nicht entscheiden konnten und alle gleich gut (oder gleich schlecht) fanden? Kaum vorstellbar! Die haben bestimmt nicht gewusst, dass sie das tun! Besser wäre es gewesen, sie wären ins Wahllokal gegangen, hätten ihren eigenen Kugelschreiber mitgenommen (Bleistift geht gar nicht, Manipuliergefahr!) und irgendeiner kleinen Partei, die mit Sicherheit nicht in den Bundestag kommt, ein Kreuzchen verpasst. Einen dicken Strich durch den Wahlzettel gezogen, wie die 634385 oder 1,4 %, die ihren Wahlzettel damit ungültig gemacht haben, ist falsch. Die werden nämlich am Ende gar nicht mitgezählt und die nicht gezählten Stimmen werden unter den gewählten Parteien aufgeteilt.
Die Endergebnisse sähen ganz anders aus (2009: CDU ca. 23%, SPD 16%, FDP 10%, Linke 8,5%, Grüne 7,5%). Aber auch da hätten wir dieses „Schattenkabinett“ nicht los gehabt. Dieses ist erst abzusetzen, wenn wieder wie 1949, bei der Wahl zum ersten Deutschen Bundestag jeder Abgeordnete wirklich vom Volk gewählt wird und nicht über Listenplätze von den Parteien. Mit der Einführung der Landeslisten wurde das deutsche Volk entmachtet und entmündigt. Also ist das mit dem ungültig machen der Stimmzettel oder erst gar nicht zur Wahl gehen keine Lösung.
as können wir tun, um diese Schmeißfliegen abzusetzen. Am Besten ist, wirklich niemand, aber wirklich niemand geht zur Wahl. Von was wollen die Politiker dann ihre Prozente ausrechnen und sich als legitimiert gewählt ansehen?
Das Bundesverfassungsgericht hat den Parlamentariern bis zum Juli 2011 Zeit gegeben, ein neues und gerechteres Wahlgesetz zu schaffen. Diese aber haben die Zeit verstreichen lassen und sehr viel getan – nämlich nichts! Seit dem 1.7.2011 haben wir nun kein gültiges Wahlrecht mehr. Das kommt daher, weil keine/r der Politiker/innen sein Mandat opfern und natürlich nächstes Mal wieder einen der gut dotierten Plätze in den Parlamenten ergattern will. Nicht alle haben sich bei der Wirtschaft verdient gemacht, um nach ihrer parlamentarischen Kariere einen noch besser bezahlten Platz in der Wirtschaft zu bekommen.
Also haben wir weiterhin Politiker in Regierung und Opposition, die die Landeslisten bei den Wahlen nur zu ihrem eigenen Machterhalt eingeführt haben und sich damit weiterhin von Banken und neoliberalen Denkfabriken diktieren lassen, was sie tun dürfen. Das kann jeder Dumme, denn Politik ist kein Lehrberuf wie Schreiner, Schlosser oder Verkäuferin. Politiker müssen also entweder umdenken und endlich Politik zum Wohle des Volkes machen. Freiwillig werden sie das nicht tun, denn die Gelder, die aus der Wirtschaft an sie fließen sind enorm. Somit müssen sie eben durch vernünftigere Leute ersetzt werden.
Dieser Meinung war auch Prof. Dr. Siegfried Bross, Verfassungsrichter im 2. Senat des Bundesverfassungsgerichts im Juni auf dem Katholikentag in Ulm. Er weiß, dass die Ursachen des Problems der Sozialversicherungen die seit 1971 anwachsende „erschreckend hohe Zahl der Arbeitslosen bei kontinuierlich geringer Zahl von offenen Stellen“ letztlich nicht mit Paragraphen zu bekämpfen sind, sondern nur durch eine entschlossene Veränderung der staatlichen Wirtschaftspolitik wirksam beseitigt werden können.
Was aber kann der Wähler tun, um den Erhalt unseres demokratischen und sozialen Bundesstaates zu sichern? Wenn Politiker nicht in der Lage sind, unsere Demokratie zu verteidigen, müssen die Bürgerinnen und Bürger schlauer sein. Ein Mittel zur Veränderung wäre ein Volksbegehren und ein Volksentscheid für die Änderung des Wahlrechts. Politiker sind ja aus den bekannten Gründen nicht willig, das von sich aus zu tun.
Fazit: Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber! Wenn es so weiter geht, wird eine Diktatur aus unserer Demokratie. Wenn dann die Menschen unter dieser leiden und sich dagegen wehren wollen, wird es für jeden Einzelnen gefährlich. Die Armee schwarz gekleideter, vermummter Polizisten, die in aller Welt bei Demos eingesetzt werden, ist das beste Beispiel dafür.
Also, lasst euch nicht mehr am „Ochsenring“ herumführen und handelt! Kämpft für ein Volksbegehren und einen Volksentscheid zur Änderung des Wahlrechts, damit wir diese Schmarotzer endlich loswerden.
Gestern war Freitag, glücklicherweise nur der 12. des Monats August. Welch ein Glück für die Jungend welche an diesem Freitag ihren Internationalen Tag der Jugend feiern durften. Wieder einer dieser überflüssigen Aktionstage der Vereinten Nationen welche niemanden wirklich interessieren und den Politikern als Alibi obskurer Aktivitäten dienen.
Das Motto dazu passt in diesem Jahr: “Verändere die Welt.” lautet der Slogan und hat im Angesicht der Unruhen in England eine seltsam skurrile Betonung bekommen. Denn dort hat die Jugend den Spruch in den Augen der Oberklasse nur allzu wörtlich genommen und versucht gerade auf ihre Art die Welt zu verändern. Zu verändern wie schon zuvor in Nordafrika und vielen arabischen Ländern. Über Griechenland, Spanien, Frankreich oder Israel haben die Unruhen, ausgelöst durch die Jugend längst auf Europa zugegriffen. Zu befürworten ist nicht die Gewalt in England, sondern das die Jugend den politisch vorgegebenen Leitlinien entsagen.
Als Ursachen dieser Aufstände machen wir nicht nur einen Teil der Bevölkerung aus, welcher durch mangelnde Bildungschancen und eine hohe Arbeitslosigkeit aus der Sozialen Sicherheit heraus katapultiert wurde und von der allgemeinen Masse bereits weit abgehangen worden ist. Nein auch Studenten welche in ihren Ländern einfach nicht mehr benötigt werden, sind unter den Verlierern dieses seit vielen Jahren gültigen politischen System zu finden.
Ein System welchen auch in Deutschland vollkommen überflüssig von Lobbyisten wie Schröder und Fischer die Wege bereitet wurden. Eingetauscht gegen eine vorhandene Sicherheit welche von unseren Groß- und Ur-Groß- Vätern mit deren Schweiß, Blut und Leben erkämpft wurde. Weggeschmissen von korrupten Gewerkschaftsführern und korrupten Politikern für nichts, als das hilflose Gestammel einer geistigen Alternativlosigkeit.
Genau diese Leute lesen uns heute tagtäglich aus Statistiken welche ihnen schon lange keiner mehr glaubt immer neue frohe Botschaften aus unserem Land vor. Wir sind wieder einmal die Größten und die Besten, haben aus dieser Krise noch profitiert und stehen heute besser da als bei deren Ausbruch. Ein nationalistisches Deutschland lebe hoch. Keiner von diesen verlogenen Heilsbringern sagt uns das wir alles auf Kosten der Anderen erreichen.
Keiner sagt das es in Deutschland nur deshalb weniger arbeitslose Jugendliche als in anderen EU-Staaten haben, weil es generell immer weniger Jugendliche im aussterbenden Deutschland gibt. Dafür steigen die Arbeitslosenzahlen bei den Erwachsenen und älteren Arbeitnehmern wieder an. So auch der Fachkräftemangel hier im Land: Die Jugendlichen sind heute dermaßen schlecht ausgebildet, dass sie kaum noch ihre eigene Sprache in Wort und Schrift bzw. die Grundrechenarten beherrschen und es ist kein Wunder dass die Wirtschaft nach ausländischen Fachkräften suchen muss, welche natürlich den Vorteil haben viel billiger zu sein!
Über die Vergangenheit und Gegenwart der Unruhen in England hier ein Bericht des Sozialanthropologen Ross Holloway.
Keine Ideen außer Chaos
In den 80ern richteten sich die Krawalle gegen rassistische Polizeigewalt. Heute kennen weder Polizei noch Mob den Unterschied zwischen Politik und Niedertracht.
Es ist nicht das erste Mal, dass es in England zu innerstädtischen Unruhen kommt. Viele erinnern sich in diesen Tagen an die Randale, die 1981 begann und sich bald von den westindischen Nachbarschaften in Brixton in London auf Chapeltown in Leeds, Handsworth in Birmingham, Toxteth in Liverpool und Moss Side in Manchester ausweitete.
Schon damals wurden die Krawalle als Reaktion auf die Polizeikontrollen interpretiert, die von jungen Einwanderern als Schikane empfunden wurden. Die Ära dieser Unruhen erreichte ihren blutigen Höhepunkt 1985 mit dem Krawall in Broadwater Farm im Londoner Bezirk Tottenham - und der Ermordung des Polizeibeamten Blakelock. Seit damals wurde viel getan, um die Beziehungen zwischen der Polizei und den Einwanderergesellschaften Großbritanniens zu verbessern.
Nun wurde Tottenham erneut zum Ausgangspunkt von Randale. Auslöser war der 4. August, als ein Polizist Mark Duggan, einen Mann westindischer Herkunft, erschoss. Zunächst wurde behauptet, es habe einen Schusswechsel zwischen Duggan und der Polizei gegeben, aber das wurde schnell zurückgenommen. Seit dem Tod von Jean Charles de Menezes 2005 ist das Misstrauen gegenüber Polizeiberichten über Schießereien besonders groß.
Es ist gerade neun Jahre her als Merkel noch aus der Opposition heraus ihrem gegenüber Schröder eine unglaubliche Ratlosigkeit in der Führung der Regierungs-geschäfte vorwarf. Heute wird sie mit den gleichen Vor- würfen konfrontiert, träge, nicht überlegend, sei sie nicht einmal bereit ihren Urlaub abzubrechen. Die Vorwürfe kommen natürlich von der Opposition und selbst die Stimmen aus der FDP mehren sich.
In den letzten Tagen wird sie aber immer häufiger auch aus Internationalen Kreisen kritisiert welche in den Ausspruch des Michael Lewis, Autor der amerikanischen Zeitschrift “Vanity Fair”gipfelt: “It’s the Economy, Dummkopf”.
Auch der Amerikaner George Soros gibt Merkel die Hauptschuld für die europäische Schuldenkrise. Es war ein Fehler die einzelnen Länder und nicht die Europäische Union bürgen zu lassen. Ihre zögerliche Haltung habe die griechischen Probleme verschärft.
Hier ein guter Artikel über die Finanzkrise in Europa.
Euroland - bezahlt wird doch
Die Eurozone ist noch längst nicht gerettet. Denn es reicht nicht aus, wenn Griechen und Spanier zum Sparen gezwungen werden. Ein Ausweg aus der Krise verlangt Wachstumsimpulse. Und eine europäische Solidarität, zu der sich die Deutschen erst noch durchringen müssen.
Für Europa ist die Griechenlandkrise das wichtigste Ereignis seit den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien. Und das nicht etwa, weil das Land für die EU von entscheidender Bedeutung wäre: Die griechische Volkswirtschaft trägt zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone nicht einmal 3 Prozent bei und könnte sich spurlos auflösen, ohne dass es groß auffallen würde. Die Gefahr ist eine andere. Sie hat einzig und allein damit zu tun, in welcher Weise sich der drohende griechische Staatsbankrott vollzieht.
Ich spreche von diesem Bankrott, als sei er beschlossene Sache, und das ist er auch. Denn die Brüsseler Beschlüsse vom 21. Juli, die unter anderem eine Abwertung der griechischen Staatsanleihen um 20 Prozent vorsehen, stellen nach dem Urteil der Finanzmärkte einen “selective default”, also einen teilweisen Zahlungsausfall dar (siehe dazu den Beitrag von Ulrike Herrmann auf Seite 5). Dass die griechischen Anleihen nicht mehr voll bedient werden, ist für sich schon eine ernste Angelegenheit. Schließlich gründete sich der Euro auf die Annahme, dass genau dies einem Land der Eurozone nicht passieren könne. Deshalb gibt es dafür keinen Präzedenzfall und auch - was noch wichtiger ist - keinen Mechanismus für die Bewältigung der Konsequenzen.
Da fanden sie dann alle wieder zusammen, in der ehemaligen DDR Hauptstadt Berlin, die Ostalgiker der ehemaligen DDR um einer Veranstaltung der einstmaligen SED Zeitung “Neues Deutschland” beizuwohnen. Rund 200 fast ausschließlich ältere Männer trafen sich in dem großen Gebäude nahe des Berliner Ostbahnhofs, um ihre alte “Helden” zu feiern: Den früheren DDR-Verteidigungsminister Heinz Kessler, mittlerweile 91 Jahre alt, und seinen einstigen Stellvertreter Fritz Streletz, fast 85 Jahre alt. Gemeinsam haben die beiden das Buch mit dem Titel geschrieben geschrieben, “Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben” welches rechtzeitig vor dem 50. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer am morgigen Samstag erschienen ist.
Das dieses Thema, trotz des klaren Bekenntnisses aus PDS Zeiten im Jahre 2001, auch in der LINKEN noch nicht endgültig vom Tisch ist, stellte die Sucherin der kommunistischen Wege, Parteichefin Gesine Lötzsch am Mittwoch bei einem Wahlkampfauftritt in Schwerin erneut unter Beweis. Dort relativierte sie die historischen Ereignisse folgender massen: “Man dürfe den 13. August 1961 „nicht isoliert“ sehen, so ihre Argumentation, sondern ihn im Zusammenhang sehen mit dem Überfall Hitlerdeutschlands auf die UdSSR genau 20 Jahre zuvor, im Juni 1941. Ohne den Zweiten Weltkrieg hätte es die deutsche Teilung nicht gegeben, „dann hätte es auch keinen Mauerbau gegeben“. Bevor also die Mauer verurteilt werde, so Lötzsch weiter, müsse man „erst mal vorbesprechen“, wie es zur deutschen Teilung gekommen sei.
Frau Lötzsch scheint eine starke Neigung zum Theater zu haben da Sie erneut “Vor-be-sprechen” möchte. Wie sagt man so schön: “Wenn der Hund nicht gesch…. hätte, hätt er den Hasen gepackt”. Braucht man hier im Land einen Dr. Titel um soviel Unsinn zu reden?
Der damalige PDS-Vordenker Andre Brie dagegen nannte die jüngsten Äußerungen aus der Linkspartei “fatal”. Er habe gehofft, dass seine Partei weiter sei. Die Linkspartei habe nicht nur hinsichtlich der Mauer, “sondern insgesamt in der Auseinandersetzung mit dem untergegangenen Sozialismus Defizite”. Wir berichteten darüber: “Brie: Ideologie <> Politik”.
Nachsatz: Als fast 67 jährig zählt sich auch der Schreiber zu der betitelten Gruppe der Mitmenschen.
Hier der Bericht aus der TAZ
Heinz Keßler ist 91 Jahre alt, trägt einen hellen Anzug und sagt mit fester Stimme “Ich war Kommunist und werde immer Kommunist bleiben.” Das Publikum im Redaktionshaus des Neuen Deutschland (ND) applaudiert. Keßler war früher General und Verteidigungsminister der DDR. Jetzt hat er mit dem Ex-NVA-Militär Fritz Streletz, 84, ein Buch geschrieben: “Die Alternative zur Mauer wäre Krieg gewesen”.
Das Neue Deutschland hat die Veranstaltung organisiert, rund 200 Genossen sind da, Durchschnittsalter über 70. Das letzte Aufgebot des Realsozialismus kommt mit Rollator. Keßler agitiert gegen die “gewaltige Hetzkampagne in den Medien”. Dagegen müsse man “aus der Sicht der Deutschen Demokratischen Republik die Gründe für die Grenzsicherungsmaßnahmen am 13. August 1961 darlegen”. Keßler redet druckreife Sätze, so wie sie bis 1990 im ND standen: endlose Substantivierungsketten und formelhafte Passivkonstruktionen. Streletz sagt, dass man 1961 gegen “Spione und frühere SS-Leute in Westberlin grenzschützende Maßnahmen ergreifen musste”.
Die beiden Militärs kennen sich seit Jahrzehnten. Streletz nennt Keßler, wenn er ihn anspricht, “Minister außer Dienst”, Keßler Streletz “Genosse Generaloberst”. Man weiß nicht, ist das eher gruselig oder skurril.
Keßler und Streletz waren wegen der Mauertoten vier Jahre im Gefängnis und sehen sich als “Opfer der BRD-Justiz”. Es gibt in der Weltsicht der beiden viele Feinde, “das Monopolkapital und seine Handlanger, die Faschisten”. Und obwohl “die DDR immer termingerecht alle militärpolitischen Aufgaben im Rahmen des Warschauer Vertrages erfüllte, hat Gorbatschow die DDR hinterhältig verraten und verkauft”, sagt Keßler.
Hier noch ein sehr empfehlenswertes Interview mit Wolff Biermann
Ich sollte die Menschheit retten
Wolf Biermann im Gespräch mit Christoph Heinemann
Christoph Heinemann: Morgen vor 50 Jahren wurden die Menschen in der DDR eingemauert: 13. August 1961 - ratternde Presslufthämmer, DDR-Kampfgruppen am Brandenburger Tor, Stacheldraht wird entrollt, die einander zuwinkenden Menschen. Wir haben vor dieser Sendung den Liedermacher Wolf Biermann gefragt, was ihm durch den Kopf geht, wenn er die Töne und Bilder von damals hört und sieht.
Wolf Biermann: Dann geht mir ein Gefühl der Scham durch die Seele, weil ich damals - das muss aber unter uns bleiben, deswegen sage ich es ja auch im Radio - zu denen gehörte, die für den Bau der Mauer waren.
Newsletter 15/2011
Donnerstag, 11. August 2011 - 497.057 Abonnenten
Kein Freibrief für Steuerbetrüger!
Über 100 Milliarden Euro Schwarzgeld deutscher Staatsbürger liegt bei Schweizer Banken. Statt die Offenlegung der Konten durchzusetzen, will die Regierung den Steuerflüchtigen einen Freibrief ausstellen. Protestieren Sie gegen das Steuer-Abkommen mit der Schweiz!
Ihr striktes Bankgeheimnis machte die Schweiz bislang zu einem Eldorado der Steuerhinterziehung. Geschätzte 100 bis 300 Milliarden Euro Schwarzgeld haben allein deutsche Vermögende und Spitzenverdiener/innen zu Schweizer Banken verschoben. Sowohl ihr Vermögen als auch die Zinseinkünfte auf ihre Ersparnisse verschweigen sie dem Finanzamt. Dem deutschen Staat entgehen dadurch jährlich viele Milliarden Euro an Steuern. Geld, das hierzulande Bund, Ländern und Gemeinden fehlt.
Mittlerweile ist das Geschäftsmodell Steueroase in Verruf geraten. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung Verhandlungen mit der Schweiz begonnen - angeblich um der Steuerflucht einen wirksamen Riegel vorzuschieben. Doch das gestern unterzeichnete Abkommen bedeutet eine Amnestie für Steuerbetrüger und untergräbt die Bemühungen der EU für mehr Steuergerechtigkeit. Bevor das Abkommen aber in Kraft treten kann, muss es von Bundestag und Bundesrat ratifiziert werden. Das müssen wir verhindern!
Das Steuerabkommen sieht vor, dass eine einmalige Abschlagszahlung von gerade einmal 1,9 Milliarden Euro die oft langjährigen Steuerbetrügereien nachträglich legalisiert. Dabei muss nicht einmal die Höhe der verschobenen Gelder oder die Identität der Steuerflüchtigen offen gelegt werden - die Überweisung nehmen stellvertretend die Schweizer Banken vor.
Zukünftig sollen die Banken außerdem auf alle Zinsen und Dividenden eine Abgeltungssteuer von 26 Prozent erheben und anonym an den deutschen Fiskus überweisen. So bleibt es den Steuerflüchtigen ein Leichtes, ihr Geld von der Schweiz in eine andere Steueroase zu verschieben, in der dann u.U. die Zinserträge überhaupt keiner Besteuerung unterworfen werden.
Die EU unternimmt momentan große Anstrengungen, Steuerflucht wirksam zu bekämpfen und einen automatisierten Informationsaustausch zwischen der EU und Drittstaaten wie der Schweiz einzurichten. Ohne diese Transparenz ist eine wirksame Bekämpfung von Steuerhinterziehung unmöglich. Die Forderung einer konsequenten Offenlegung der Konten, so wie es zum Beispiel die USA oder die EU anstreben, unterläuft die Bundesregierung mit dem neuen Amnestie-Abkommen.
Noch können wir das skandalöse Abkommen zusammen mit unserem Partner, dem tax justice network, zu Fall bringen. Denn während im Bundestag die Regierungsfraktionen das Abkommen einfach durchwinken können, haben Union und FPD im Bundesrat keine Mehrheit. Ob Grünen- und SPD-geführte Bundesländer das Abkommen im Bundesrat scheitern lassen, hängt wesentlich davon ab, ob es uns gelingt, genug Druck zu machen.
Was noch alles bei Campact geschieht, erfahren Sie wie immer im Nachrichtenteil.
Mit herzlichen Grüßen
Susanne Jacoby, Astrid Goltz, Fritz Mielert und Günter Metzges
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1. Panzer-Deal: 100.000 unterzeichnen / Aktion vor Bundeskanzleramt
Schluss mit dem Nichtshören, Nichtssehen, Nichtssagen - das verlangten wir Mitte Juli von der Regierung mit einer Aktion vor dem Kanzleramt angesichts des geplanten Panzergeschäfts mit Saudi-Arabien.
Am Tag zuvor schalteten wir den Menschenrechtsaktivisten Mohammed al Maskati live aus Bahrain in unsere Pressekonferenz zum Thema. Er berichtete aus erster Hand, wie saudische Panzer das Regime in Bahrain bei der Niederschlagung der Demokratiebewegung unterstützten.
Auch die geplante Exportbürgschaft für das brasilianische AKW Angra 3 versucht die Bundesregierung totzuschweigen. Dank unserer Aktion in Saarbrücken musste sich Entwicklungsminister Dirk Niebel im Saarländischen Rundfunk trotzdem kritischen Fragen stellen.
Wir suchen ab dem 1.12.2011 oder früher Verstärkung im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Kampagnendurchführung. Die volle Stelle ist unbefristet und wird in Anlehnung von TvöD 11 entlohnt. Bewerbungsschluss ist der 1. September.
4. Klima: Sommercamps gegen Braunkohletagebau und CO2-Endlager
In keinem anderen Land der Welt wird so viel Braunkohle gefördert und verbrannt wie in Deutschland. Kein anderer Energieträger ist so klimaschädlich. Gegen den Abbau der Kohle in Tagebauen durch die Energiekonzerne Vattenfall und RWE protestieren in den kommenden Tagen und Wochen Klimaaktivist/innen in den beiden größten deutschen Braunkohlerevieren.
Aktuell, kritisch, aktiv! Mischen Sie sich ein und gestalten Sie Politik! Nirgendwo geht das so umfassend und schnell wie bei uns. 497.057 Menschen sind schon dabei. Innerhalb weniger Minuten verleiht Campact Ihnen eine Stimme!
Was ist das für eine LogiK…. - älteren Arbeitnehmern weniger lang die Arbeitslosenunterstützung zu zahlen, weil eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften besteht. Das hatten wir schon einmal, indem das Alg I grundsätzlich in der Bezugsdauer gekürzt wurde. Das Ergebnis war gleich NUll.
Es ist beschämend und niederträchtig von Lindner, auf diesem Wege weitere Kürzungen zu verwirklichen versuchen, wenngleich er das Gegenteil behauptet. Im Denkansatz ist diese Sanktion gleichzusetzen mit der - mit Verlaub - weiterhin aufrecht erhaltenden dämlichen Forderung nach Steuersenkungen der 3-%-Mövenpick-Partei.
Sogar der sprichwörtliche ‘kleine Mann auf der Strasse’ ist klüger als diese Abstellgleis-Partei mit ihren reisserischen Offerten und verweist diese Forderung der F.D.P. in den Bereich des Populismus und Versuchs des Stimmenfangs - fragt sich nur, bei wem?
Lindner will mit seiner Sommer-Aktion der “Quasi-Frühverrentung” begegnen und möchte mit seinem Vorschlag eine “Aktivierungsdebatte” anschieben - was immer er auch darunter versteht.
Scheinbar sieht auch die BA längere Bezugsdauer für ältere Arbeitnehmer unter kritischen Aspekten - so der Chef der Bundesanstalt Weise.
Das passt einmal wieder nicht zusammen, hatte man doch die ALG I und ALG II - Bezieher mit Staatsmacht in die Rente getrieben, um die ALG-Gelder zu sparen und der Rentenversicherung ‘aufzudrücken’.
Und der Hosenanzug sieht wieder einmal zu und hat keine Ideen hinsichtlich der Richtlinien der Politik. Was kann man auch anderes erwarten - das ist nichts Neues!
Die Hartz4-Plattform unterstützt erneute Regelsatz-Klage
Das Gesetz „ist im Umfang seiner defizitären Gestaltung verfassungswidrig“
„Mehr denn je sollte die aktuelle Zuspitzung der Finanzmärkte die Politik daran erinnern, sich endlich zu besinnen: Menschen sind wichtiger als Banken!“ stellt Hartz4-Plattform Sprecherin Brigitte Vallenthin fest. „Wir haben uns deshalb entschlossen mit der Hartz4-Plattform den erneuten Anlauf für eine Eilklage in Richtung Karlsruhe gegen die verfassungswidrig die Menschenwürde verletzende Berechnung des neuen Hartz IV-Regelsatzes zu unterstützen. Diese Klage ist ein neuerlicher Versuch, endlich Mitmenschlichkeit in das von der UNO seit mindestens einem Jahrzehnt kritisierte Deutsche Sozialsystem einkehren zu lassen. Jenseits aller ausgetretenen Pfade um lebensferne Statistik- und ermüdende Referenzgruppen-Auseinandersetzungen stützt sich diese Klage vor allem auf die vom Bundesverfassungsgericht angemahnte „Realitätsgerechtigkeit“. Damit verbinden wir die Hoffnung, dass die abgehobene Statistik-Diskussion mit ihren zermürbenden Täuschungsmanövern endlich auf den Boden der Lebenswirklichkeit und individueller Schicksale zurückkehrt,“ so Brigitte Vallenthin.
Die heute beim Sozialgericht - mit Unterstützung der Hartz4-Plattform – ohne anwaltliche Begleitung eingereichte Eilklage begründet den abermaligen Weg zur Überprüfung der Vereinbarkeit des neuen Hartz IV-Gesetzes mit der Verfassung sowie dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 09. Februar 2011 mit neuen Tatsachen.
Das Bundesverfassungsgericht hat neben den vielfach zitierten - aktuell vom Gesetzgeber missachteten - Anforderung aus den Leitsätzen des Bundesverfassungsgerichtsurteils vom 09. Februar 2011 zu Realitätsgerechtigkeit, Transparenz, Nachvollziehbarkeit und schlüssiger Berechnungsverfahren im Urteil selber auch die Folgen eines Verstoßes dagegen benannt:
- „Wenn der Gesetzgeber seiner verfassungsmäßigen Pflicht zur Bestimmung des Existenzminimums nicht hinreichend nachkommt, ist das einfache Recht im Umfang seiner defizitären Gestaltung verfassungswidrig.“
Nach Einschätzung der Hartz4-Plattform erlaubt das keinen anderen Schluss: der seit Januar 2011 vom Gesetzgeber bestimmte Regelsatz für SGB II und SGB XII ist verfassungswidrig.
Grundlage für die Klage ist der von Rüdiger Böker – Mitglied des Sozialgerichtstages und Sachverständiger bei der Anhörung zum neuen Gesetz im Sozialausschuss des Bundestages – aus dem Zahlenmaterial der Bundesarbeitsministeriums errechnete
Mindest-Regelsatz-Bedarf von 594,39 €.
Die Eilklage ergänzt hier zusätzlich den von Experten ermittelten aktuellen Stromkosten - Bedarf von 44,05 €.
Zum Realitätsbezug einer verfassungsgemäßen Regelsatz-Ermittlung gehöre ebenfalls die Aufforderung an den Gesetzgeber, die gerade im Bereich der Grundnahrungsmittel alleine gegenüber dem Vorjahr extrem angestiegenen Lebensmittelpreise zu berücksichtigen und sie zusätzlich entsprechend ihrem überproportionalen Anteil im Budget von Leistungsberechtigten zu gewichten:
- Laut Berechnungen des „Informationsdienstes Preiszeiger“ vom Mai 2011 wurde alleine von Mai 2010 bis Mai 2011 eine durchschnittliche Preissteigerungsrate für Lebensmittel von 7 % festgestellt – bei Butter, Apfelsaft oder Kaffee beispielsweise sogar bis zu 30 %.
Die Klage zitiert ebenfalls wissenschaftliche Studien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), des Instituts für Energie- und Umweltforschung, Heidelberg (ifeu) und des Instituts für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt/Main (ISOE) mit direktem Bezug auf die Regelsatzbemessung.
Darüber hinaus müsse den Verfassungsrichtern die Frage gestellt werden, ob die Glaubwürdigkeit einer angeblich transparenten Neuberechnung angesichts der Tatsache noch haltbar sei, wenn bereits der Existenzminimumbericht des Finanzministerium im Jahre 2008 schon zwei Jahre zuvor zu exakt demselben Ergebnis von 364,00 € kam - bis auf die letzte Stelle hinter dem Komma.
Und schließlich bleiben im Klagevortrag die jüngsten, sich seit mindestens zehn Jahren wiederholenden Zweifel des „UN-Ausschuss über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“ an Regelsatz und sozialer Lage in Deutschland nicht unerwähnt:
- „Gleichwohl das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Wahrung der Verfassungsmäßigkeit der Berechnungsmethode des Existenzminimums zur Kenntnis genommen wird, ist der Ausschuss weiterhin besorgt, dass diese Methode keinen angemessenen Lebensstandard für die Begünstigten sicherstellt. Darüber hinaus ist der Ausschuss besorgt, dass die Höhe der Sozialleistungen für Kinder sehr gering ist, so dass etwa 2,5 Millionen Kinder im Vertragsstaat unter der Armutsgrenze bleiben. (Art. 9, 10)
- Der Ausschuss fordert den Vertragsstaat auf, die angewandten Methoden und Kriterien zur Bestimmung der Höhe der Leistungen zu überprüfen und die Angemessenheit der Kriterien regelmäßig zu überwachen, um sicherzustellen, dass die Höhe der Leistungen einen angemessenen Lebensstandard gewährt.“
„Dass das Sozialministerium diese, aus unserer Sicht nur zu berechtigte, Kritik der UNO – deren Verlautbarungen sie wenn es um Missstände in anderen Ländern geht, nur allzu gerne unterstützt – lediglich lapidar und mit dem Hinweis, eine Begründung folge später, wegwischt, empfinde ich als schäbigen Schlag ins Gesicht der Menschenwürde,“ fasst Brigitte Vallenthin zusammen.
Wiesbaden, 09. August 2011
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Brigitte Vallenthin
Presse Hartz4-Plattform
keine Armut! - kein Hunger! - kein Verlust von Menschenwürde!
Bürgerinitiative für die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens sowie die Information und Unterstützung von Hartz IV-Betroffenen
Am Mittwoch, den 10. August, ist ein Steueramnestie-Abkommen zwischen der Schweiz und Deutschland unterschrieben worden. Die Schweizer Banken sollen auf unversteuerte Altvermögen in der Schweiz eine Pauschalsteuer zwischen 19 und 34 % erheben (abhängig von Dauer der Anlage und Art des Kapitaleinkommens). Für die Zukunft sollen Zinsen, Dividenden und Veräußerungsgewinne deutscher Steuerbürger in der Schweiz mit einer anonymen Abgeltungssteuer von 35% bzw. 26,375% belastet werden. Schweizer Banken leisten darauf eine Vorauszahlung von 2 Mrd. CHF. Deutschland bietet seinen Steuerhinterziehern Straffreiheit, ebenso wie den Schweizer Geldhäusern und ihren Mitarbeitern, die regelmäßig Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet haben.
Das Steueramnestie-Abkommen verletzt gleich mehrfach rechtsstaatliche Standards. Der einmalige Steuersatz von lediglich zwischen 19 und 34 % ist nur ein Bruchteil der Steuerschuld samt Verzugszinsen und Strafen. Er ist ein Schlag ins Gesicht ehrlicher Steuerzahler. Die Bundesregierung beauftragt ausgerechnet die Schweizer Banken mit steuerlichen Hoheitsaufgaben ohne effektive Kontrollmöglichkeiten. Sie sind als Dienstleister für Steuerhinterziehung spezialisiert und helfen ihrer Klientel regelmäßig bei der Umgehung bestehender Steuerabkommen, z.B. durch Niederlassungen in Asiatischen Steueroasen. Hier drohen massive Interessenskonflikte. Der deutsche Staat verzichtet zudem auf die strafrechtliche Verfolgung von Mitarbeitern der Schweizer Banken wegen Beihilfe. Schließlich behindert das Abkommen die Ermittlungen bei den angekauften Steuer-CDs. Denn Deutschland akzeptiert in diesem Rahmen, dass die Schweizer Behörden keine Amtshilfe für Altfälle leisten werden. Die Bundesregierung behindert damit die laufenden Ermittlungen der Finanzbehörden und Staatsanwaltschaften der Länder. Es handelt sich also um eine weitere faktische Amnestie durch die Hintertür.
Steuerpolitisch zementiert das Steueramnestie-Abkommen die Abgeltungssteuer auf Kapitaleinkommen in Deutschland und Europa. Wird der Schweiz zugestanden, anonymes Kapital zu verwalten, wird es anderswo kaum abzuändern sein. Sollte demokratisch in Zukunft entschieden werden angesichts wachsender Ungleichheit wieder progressive Steuern auf Kapitaleinkommen (wie auf Arbeitseinkommen) zu erheben, so wird dies durch das Amnestieabkommen erschwert.
Schließlich verfolgt Deutschland mit dem Abkommen international einen Sonderweg. Innerhalb der EU und der OECD gab es wichtige Fortschritte gegen internationale Steuerhinterziehung. Die Abgeltungssteuer auf anonymes Kapital ist eine Lösung für ein Problem, das die Bundesregierung durch konsequente internationale Zusammenarbeit rechtsstaatlich und gerechter beseitigen könnte. Die USA bestehen im Gegensatz zu UK und Deutschland gegenüber der Schweiz auf Informationsaustausch und haben dies gegenüber der UBS bereits durchgesetzt. Weitere Verfahren gegen Schweizer Banken und ihre Mitarbeiter sind anhängig. Dagegen soll die Abgeltungsregelung in der Schweiz dem automatischen Informationsaustausch dauerhaft gleichkommen, was objektiv für die Vermögens- und Erbschaftsbesteuerung nicht zutrifft. Statt die US-Administration bei ihrem Kampf gegen internationale Steueroasen zu unterstützen, macht die schwarz-gelbe Bundesregierung eine deutsch-britische Extrawurst und handelt in der multilateralen Zusammenarbeit unzuverlässig. Zudem erhält Deutschland von der Schweiz mit dem Abkommen schlechtere Konditionen als die USA.
Während die meisten EU-Länder sich im “Euro-Plus-Pakt” zur Steuerkooperation verpflichtet haben, sorgt das Amnestieabkommen für eine fiskalpolitische Spaltung Europas. Die kurz vor dem Abschluss stehende Verschärfung der EU-Zinsrichtlinie und die Ausweitung des automatischen steuerlichen Informationsaustauschs auf alle EU-Länder inklusive Österreichs und Luxemburgs wird durch das Amnestieabkommen politisch hintertrieben.
Völlig unklar ist, wie glaubhaft verhindert werden soll, dass das Abkommen zum Reinwaschen und sicheren anonymen Verwaltung krimineller Gelder missbraucht wird, die derzeit in anderen Staaten liegen. Die Schweiz könnte so zum dauerhaften Einfallstor für kriminelle Gelder nach Europa dienen. Bundestag und Bundesrat sollten diesem Amnestieabkommen die Zustimmung verweigern und nicht für ein paar Silberlinge die Prinzipien des Rechtsstaats opfern. Vielmehr sollten die Bundesländer die Daten aus den Steuer-CDs und aus dem automatischen Informationsaustausch der EU konsequent nutzen. Die Verjährungsfristen für Steuerhinterziehung sollten verlängert werden. Damit würden auch die Folgen des BGH-Urteils zum “Fortsetzungszusammenhang” geheilt, die derzeit die Einnahmen aus den Steuer-CDs wie anderen Steuerverfahren mindern. Schließlich sollte Deutschland die Helfer bei der Steuerhinterziehung ähnlich konsequent verfolgen wie die USA. Dann wäre bald Schluss mit dem Spuk der Steueroasen.
Hier noch ein Interview zum Umgang der Regierung mit der Euro-Krise.
“Merkel nimmt Parlament nicht ernst”
Die Regierung informiert den Bundestag nur unzulänglich über die Europa-Krise. Das beklagt der grüne Europa-Abgeordnete Sven Giegold. Das ist in anderen Ländern besser.
taz: Herr Giegold, viele Parlamentarier klagen, dass der Bundestag bei der Europa-Krise außen vor bleibt. Zu Recht?
Sven Giegold: Ich verstehe und teile diese Kritik. Die deutsche Regierung macht es dem Bundestag sehr schwer, seine Haushaltsverantwortung und sein Mitspracherecht wahrzunehmen. Kanzlerin Merkel nimmt die Parlamentarier nicht ernst.
Wie kommen Sie darauf? Das Parlament hat den Rettungsschirm beschlossen, es wird sich im September wieder damit befassen.
Die Regierung informiert die Abgeordneten nur unzulänglich über zentrale Entscheidungen. Sämtliche Dokumente der Euro-Gruppe - das Gremium, in denen die Staaten ihre Wirtschaftspolitik koordinieren - stehen unter Geheimhaltung, die Abgeordneten haben keinen Zugang zu ihnen.
Die Euro-Gruppe tagt informell. Warum sollte das Parlament Einblick bekommen?
Die Grundlage wirklicher Kontrolle ist Dokumenteneinsicht, nur sie befähigt die Parlamentarier, sich ein Urteil zu bilden. Es reicht nicht, wenn sich der Finanzminister oder sein Staatssekretär kurz in den Europaausschuss setzt, und mündlich ein paar Fragen beantwortet. In Deutschland handelt die Regierung in einer Logik internationaler Geheimdiplomatie, dabei geht es hier um europäische Innenpolitik. Gleichzeitig ist der Bundestag selbst an seiner Machtlosigkeit schuld. Er könnte sich problemlos Zugriff verschaffen, er müsste nur das EU-Informationsgesetz ändern. Doch das verhindern die Fraktionen von Union und FDP.
Einen Weg durch die Bundesrepuklik von Adenauer bis zum heutigen Tag zieht Kurt Nelhiebel in seinen Aufsatz. Das Verhältnis der Deutschen Bevölkerung zu den Juden und Kommunisten ist wesentlicher Inhalt seiner Betrachtung. So geht er dann auch auf das verdrängte Erbe des “Dritten Reichs”, das große Beschweigen sowie die Blindheit auf dem rechten Auge ein, um bei dem neuen Feindbild des Anti-Islamismus zu Enden. Eine eindringliche Betrachtung der Vergangenheit:
Die Debatte über das neue Feindbild des Anti-Islamismus[1] verweist auf eine traurige Tradition der Bundesrepublik. Von Beginn der bundesdeutschen Geschichte an spielten die gezielte Feindbildproduktion und deren Instrumentalisierung eine maßgebliche Rolle – insbesondere mit Blick auf den Antisemitismus und seine strategisch-ideologische Verbindung mit dem Antikommunismus. Dabei konnten diese Strategien problemlos an das Erbe des Nationalsozialismus anknüpfen.
Wie es nach dem Zweiten Weltkrieg um die Haltung der Westdeutschen gegenüber den Juden bestellt war, offenbarte erstmals eine Umfrage, die der amerikanische Hochkommissar für Deutschland, John McCloy, 1951 bei deutschen Instituten in Auftrag gegeben hatte. 17 Prozent der Befragten meinten damals, die Juden, die das NS-Regime überlebt hatten, hätten das geringste Anrecht auf Hilfe. In erster Linie sollte den Kriegerwitwen und den Kriegswaisen geholfen werden. Als zweite Gruppe wurden die Bombengeschädigten genannt, als dritte die Vertriebenen, dann die Angehörigen der Teilnehmer am Attentat auf Hitler. An letzter Stelle wurden die Juden genannt. Nur zwei Prozent der Befragten billigten ihnen das größte Anrecht auf Hilfe zu.
Ein ähnliches Bild ergab 1952 eine Erhebung des Allensbacher Instituts für Demoskopie zur Haltung der Deutschen gegenüber Wiedergutmachungsleistungen an Israel. Nur 11 Prozent waren uneingeschränkt dafür, 44 Prozent hielten sie für überflüssig, 21 Prozent wollten sich nicht dazu äußern.[2] Konrad Adenauer wollte Israel anfänglich mit zehn Mio. DM abspeisen, die er einem Mittelsmann als „Geste der Wiedergutmachung“ anbot. Die Israelis quittierten die Offerte mit eisigem Schweigen. In der Hoffnung, sich damit den Rücken für die Aufstellung deutscher Streitkräfte freizuhalten, erhöhte Adenauer sein Angebot später auf 3,4 Mrd. DM. Dieser Betrag wurde dann im Luxemburger Abkommen von 1952 festgeschrieben. Zu entrichten war er in jährlichen Raten von 261 Mio. DM; das entsprach knapp einem halben Prozent der Ausgaben des Bundeshaushalts von 1953.
Der Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern hat begonnen und schon beginnt die Zeit der leeren Versprechungen Und die Vertreter der Parteien erzählen was man denn in Zukunft alles besser machen wird. Da die SPD mit in der Regierung war, fragt man sich warum denn die Zeit nicht genutzt worden ist?
Da werden dann im vorliegenden Interview die zu niedrigen Stundenlöhne beklagt und Mindestlöhne eingefordert. Auch kommt das Wort Generationengerechtigkeit sehr locker über die Lippen. Haben Sie schon vergessen Frau Schwesig, das es Ihre Genossen waren welche gemeinsam mit den Grünen das Land in diesen Zustand gebracht haben?
Was glauben Sie wieviele Generationen geboren werden müssen um die auch mit der SPD aufgelaufen Schulden zu tilgen. Hartz 4, hat seinen Sinn erfüllt und den Verfall bei den Löhnen und Renten erst möglich gemacht, die Senkungen der Reichensteuer und alle die anderen Gaben, auch auf internationaler Ebene, sind Anlass für die Unruhen in den Nachbarländern welche uns mit Sicherheit auch noch erreichen werden.
Vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern
“Bewusst nicht festgelegt”
taz: Frau Schwesig, Sie sind derzeit auf Wahlkampftour in Mecklenburg-Vorpommern. Was beschäftigt die Wählerinnen am meisten?
Manuela Schwesig: Ein wichtiges Thema sind die niedrigen Löhne. Viele fürchten, dass sie mit Niedriglöhnen in die Altersarmut stürzen. Das zeigt, dass die SPD mit der Forderung nach Mindestlöhnen richtig liegt.
Die Landesregierung kann aber keine Mindestlöhne festsetzen, sondern nur öffentliche Aufträge an Firmen vergeben, die Mindestlöhne zahlen.
Ja, genau das haben wir versucht, leider gebremst durch unseren Koalitionspartner CDU. Aber wir sagen nicht: Die Bundesregierung will keine Mindestlöhne, da haben wir eben Pech. Die SPD-geführte Landesregierung macht in Berlin Druck. Wir haben uns bei den Hartz-IV - Verhandlungen im Bund für Mindestlöhne engagiert. Das haben die Leute wahrgenommen.
Heute beschreibt Uri Avnery die Unruhen aus Tel Aviv, worüber wir tagtäglich in der Presse lesen können.
ALS ERSTES eine Warnung.
Zeltstädte entstehen überall in Israel. Eine soziale Protestbewegung kommt in Gang. Irgendwann in naher Zukunft kann sie die rechte Regierung gefährden.
Zu diesem Zeitpunkt wird es eine Versuchung geben – vielleicht eine unwider- stehliche Versuchung – die „Grenzen brenzlig werden zu lassen“. einen niedlichen kleinen Krieg zu beginnen. Die Jugend Israels aufzurufen, die selben jungen Leute, jungen Männer und Frauen, die jetzt in den Zelten leben, um das Vaterland zu verteidigen.
Nichts ist leichter als das. Eine kleine Provokation, ein Zug Soldaten überquert die Grenze, „um das Abfeuern von Granaten zu verhindern“, ein Schusswechsel, eine Salve Raketen – und siehe da, ein Krieg. Ende des Protestes.
Im September, nur wenige Wochen von jetzt an, beabsichtigen die Palästinenser, sich an die UN zu wenden, um einen Antrag zu stellen, den Staat Palästina anzuerkennen. Unsere Politiker und Generäle leiern unisono, dies werde eine Krise verursachen - die Palästinenser in den besetzten Gebieten können sich protestierend gegen die Besatzung erheben, gewalttätige Demonstrationen können folgen, die Armee wird gezwungen sein zu schießen – und siehe da, ein Krieg. Ende des Protestes.
VOR DREI Wochen wurde ich eines Morgens von einer holländischen Journalistin interviewt. Am Ende fragte sie mich: Sie beschreiben eine schreckliche Situation. Die extrem Rechten kontrollieren die Knesset und diese erlässt abscheuliche, anti-demokratische Gesetze. Die Menschen sind gleichgültig und apathisch. Es gibt keine Opposition, über die man reden könnte. Und trotzdem strahlen Sie Optimismus aus. Wie kommt das?
Ich antwortete, ich hätte Vertrauen zum israelischen Volk. Im Gegensatz zum äußeren Erscheinungsbild sind wir ein vernünftiges Volk. Irgendwann, irgendwo wird sich eine neue Bewegung erheben und die Situation verändern. Es kann in einer Woche, in einem Monat oder in einem Jahr geschehen. Aber sie wird kommen.
Am selben Tag, nur ein paar Stunden später sagte eine junge Frau mit Namen Daphni Liff und einem unwahrscheinlichen Männerhut über ihrem Haar zu sich selbst: „Genug!“
Sie war von ihrer Vermieterin rausgeworfen worden, weil sie sich die Miete nicht leisten konnte. Sie stellte ein Zelt im Rothshild-Boulevard auf, einer langen mit Bäumen bepflanzten Durchfahrtsstraße im Zentrum Tel Avivs. Die Botschaft verbreitete sich durch Facebook, und innerhalb einer Stunde wurden Dutzende von Zelten errichtet. Innerhalb einer Woche waren es schon 400 Zelte, die sich in einer Doppelreihe länger als eine Meile lang erstreckten.
Ähnliche Zeltstädte wuchsen in Jerusalem, Haifa und einem Dutzend kleineren Städten hoch. Am Samstag schlossen sich Zehntausende einem Protestmarsch in Tel Aviv und anderswo an. Am letzten Samstag waren es mehr als 150 000.
Inzwischen sind sie zum Mittelpunkt des israelischen Lebens geworden. Die Rothshild - Zeltstadt hat ein eigenes Leben angenommen – eine Kreuzung zwischen Tahrirplatz und Woodstock mit ein wenig Hyde Park-Ecke mittendrin.
Die Stimmung ist unbeschreiblich optimistisch; Massen von Leuten kommen sie besuchen und gehen voller Enthusiasmus und Hoffnung heim. Jeder hat das Gefühl, dass irgend etwas Bedeutendes geschieht.
Als ich die Zelte sah, erinnerte mich das an die Worte Bileams, der vom König Moab gesandt wurde, um die Kinder Israels in der Wüste zu verfluchen (4.Moses 24) und stattdessen rief er aus: „ Wie fein sind Deine Zelte, oh Jakob, und deine Wohnungen, Israel!“
ALL DIES begann in einer kleinen fernen Stadt in Tunesien, als ein Markthändler ohne Lizenz auf dem Markt von einer Polizistin verhaftet wurde. Anscheinend gab die Frau bei der folgenden Auseinandersetzung dem Mann eine Ohrfeige – eine schreckliche Demütigung für einen tunesischen Mann. Er zündete sich an. Was dann folgte, ist Geschichte: die Revolution in Tunesien, Regimewechsel in Ägypten, Aufstände im ganzen Nahen Osten.
Die israelische Regierung sah dem mit wachsender Sorge zu – aber sie konnte sich nicht vorstellen, dass dies auch eine Wirkung auf Israel haben könnte. Von der israelischen Gesellschaft mit ihrer üblichen Verachtung gegenüber Arabern konnte kaum erwartet werden, dass sie dem Beispiel folgen würde.
Aber sie folgte dem Beispiel. Die Leute auf den Straßen sprachen mit zunehmender Bewunderung von den arabischen Revolten. Sie zeigten, dass wenn Leute gemeinsam handeln, sie es auch wagen, sich gegen die Führer zu stellen, die bei weitem ängstlicher sind als unser herumwurstelnder Binyamin Netanyahu.
Einige der populärsten Poster auf den Zelten waren „Rothshild Ecke Tahrir“ und mit hebräischem Reim „Tahrir – nicht nur Kahir“ (Kahir ist die hebräische Version von al-Kahira, der arabische Name für Stadt.) und auch „Mubarak, Assad, Netanyahu.“
Am Tahrir-Platz war der wichtigste Slogan: „Das Volk will das Regime stürzen“. Absichtlich sehr ähnlich heißt der wichtigste Slogan in den Zeltstädten: „Das Volk wünscht soziale Gerechtigkeit!“
WER SIND diese Leute? Was wollen sie?
Es begann mit einer Forderung nach „erschwinglichen Wohnungen“. Die Mieten in Tel Aviv, Jerusalem und anderswo sind extrem hoch, auf Grund der jahrelangen Vernachlässigung durch die Regierung. Doch bald erweiterte sich der Protest auf anderes: die hohen Preise von Nahrungsmitteln und Benzin, die niedrigen Löhne. Die lächerlich niedrigen Gehälter von Ärzten und Lehrern; die Verschlechterung der Dienste im Bildungs- und Gesundheitswesen.
Es gibt ein allgemeines Gefühl, dass 18 Magnaten alles kontrollieren, einschließlich der Politiker. (Politiker, die es wagen, sich in den Zeltstädten zu zeigen, werden weggejagt.) Sie könnten einen Amerikaner zitieren, der sagte: „Demokratie muss mehr sein als zwei Wölfe und ein Schaf, die abstimmen, was sie zum Mittagessen haben werden.“
Eine Auswahl von Slogans gibt einen Eindruck:
* Wir wünschen einen Sozialstaat.
* Kampf um die Wohnung.
* Gerechtigkeit, nicht Barmherzigkeit.
* Wenn die Regierung gegen das Volk ist, dann ist das Volk gegen die Regierung.
* Bibi, dies ist nicht der US-Kongress, du wirst uns nicht mit leeren Worten kaufen.
* Wenn ihr euch nicht unserm Krieg anschließt, dann werden wir nicht in euren Kriegen kämpfen.
* Gib uns unsern Staat zurück.
* Drei Partner mit drei Gehältern können drei Räume nicht bezahlen.
* Sei praktisch, verlange das Unmögliche.
* Die Antwort auf Privatisierung: Revolution.
* Wir waren in Ägypten Sklaven - in Israel sind wir Bibis Sklaven. –
* Ich habe keine andere Heimat.
* Bibi, geh heim, wir werden dir das Benzin zahlen.
* Stürzt den Schweine-Kapitalismus.
WAS FEHLT in dieser Reihe von Slogans? Natürlich die Besatzung, die Siedlungen, die riesigen Ausgaben für das Militär.
Dies geschieht mit Absicht. Die Organisatoren, anonyme junge Männer und Frauen – hauptsächlich Frauen – sind sehr entschlossen, nicht als „Linke“ gebrandmarkt zu werden. Sie wissen, wenn die Besatzung genannt wird, würde dies Netanyahu eine leichte Waffe liefern, die Zeltbewohner spalten und die Proteste scheitern lassen.
Wir in der Friedensbewegung wissen und respektieren dies. Wir alle üben strenge Zurückhaltung, damit Netanyahu es nicht gelingt, die Bewegung an den Rand zu drücken und sie als Plot herauszupicken, die die rechte Regierung stürzen will.
Wie ich in einem Artikel in Haaretz schrieb: es ist nicht nötig, die Demonstranten zu stoßen. Zu gegebener Zeit werden sie selbst zu der Schlussfolgerung kommen, dass das Geld für die größeren Reformen, die sie fordern, nur durch den Baustopp der Siedlungen kommen kann und einer Kürzung des riesigen Militärbudgets von Hunderten von Milliarden – und dass dies nur im Frieden möglich ist. (Um ihnen zu helfen, veröffentlichten wir ein großes Inserat, das sagte: „ Es ist ganz einfach – Geld für die Siedlungen ODER Geld für Wohnungen, Gesundheits- und Bildungsdienste“)
Voltaire sagte: „Die Kunst der Regierung besteht darin, soviel wie möglich Geld von der einen Klasse Bürger zu nehmen und dieses der anderen zu geben.“ Diese Regierung nimmt das Geld von anständigen Bürgern und gibt es den Siedlern.
WER SIND diese begeisterten Demonstranten, die anscheinend von nirgendwoher kamen?
Sie sind die junge Generation der Mittelklasse, die arbeiten gehen und ein durchschnittliches Gehalt mit nach Hause bringen, das aber nicht bis zum Monatsende reicht. Mütter, die nicht arbeiten gehen können, weil sie ihre Babys nirgendwo unterbringen können. Universitätsstudenten, die keinen Raum in einem Dormitorium haben und sich kein Zimmer in der Stadt leisten können. Und besonders junge Leute, die heiraten wollen und sich keine Wohnung kaufen können, nicht einmal mit Hilfe ihrer Eltern. (An einem Zelt konnte man lesen: „Sogar dieses Zelt wurde von unsern Eltern bezahlt“.)
All dies bei einer blühenden Wirtschaft, der die Pein der weltweiten wirtschaftlichen Krise erspart blieb und die sich rühmt, eine beneidenswerte Arbeitslosenrate von nur 5% zu haben.
Wenn man sie bedrängen würde, würden die meisten Demonstranten sich selbst als „Sozial-Demokraten“ bezeichnen. Sie sind das ganze Gegenteil der Tea-Party in den USA: Sie wünschen einen Wohlfahrtstaat, sie geben der Privatisierung die Schuld für ihre Nöte, sie wollen, dass die Regierung sich einmischt und handelt. Ob sie es zugeben wollen oder nicht, das Wesentliche ihrer Forderungen und ihrer Haltung ist klassisch links. (der Terminus wurde in der Französischen Revolution geschaffen, weil die Anhänger dieser Ideale auf der linken Seite des Präsidenten der Nationalversammlung saßen.) sie sind das Wesen dessen, was man mit Links meint – (Obgleich die Termini „Linke“ und „Rechte“ in Israel bis jetzt weitgehend mit Fragen von Krieg und Frieden identifiziert worden sind.)
WOHIN WERDEN wir von hier aus gehen?
Niemand kann es sagen. Als Tschu Enlai nach der Auswirkung der Französischen Revolution gefragt wurde, sagte er das berühmte Wort: „Es ist zu früh, darüber etwas zu sagen.“ Hier sind wir Zeugen eines Ereignisses, das noch im Gange ist, vielleicht gar erst beginnt.
Es hat schon einen riesigen Wandel geschaffen. Seit Wochen haben die Öffentlichkeit und die Medien aufgehört, über Grenzen, die iranische Bombe und die Sicherheitssituation zu sprechen. Stattdessen wird jetzt fast nur über die soziale Situation, den geringen Lohn, die Ungerechtigkeit der indirekten Steuern, die Krise im Wohnungsbau gesprochen.
Unter Druck hat die strukturlose Führung des Protestes eine Liste von konkreten Forderungen zusammengestellt. Unter anderem: das Bauen von Miethäusern durch die Regierung, Steuern von den Reichen und von Körperschaften, kostenlose Erziehung ab dem Alter von drei Monaten, Erhöhung des Gehaltes von Ärzten, Polizisten und Feuerwehrleuten, Schulklassen sollten nicht mehr als 21 Schüler haben, Monopole die von wenigen Magnaten kontrolliert werden, sollten gebrochen werden usw.
Also wohin geht es von hier? Es gibt viele Möglichkeiten, gute und schlechte.
Netanyahu kann versuchen, mit einigen kleineren Konzessionen den Protest zu bestechen – einige Milliarden hier, einige Milliarden dort. Dies wird die Demonstranten vor die Wahl des kleinen indischen Jungen im berühmten Film stellen, der ein Millionär werden wollte: das Geld, das er schon gewonnen hatte, nehmen oder alles riskieren und noch eine andere Frage beantworten.
Oder: die Bewegung fährt fort und gewinnt an Fahrt und erzwingt größere Veränderungen, um die Bürde zu verändern: statt indirekte direkte Steuern.
Einige verrückte Optimisten (wie ich) mögen sogar vom Auftauchen einer neuen authentischen politischen Partei träumen, die die klaffende Leere auf der linken Seite des politischen Spektrums füllt.
ICH BEGANN mit einer Warnung, und ich sollte mit einer anderen enden: Diese Bewegung hat riesige Hoffnungen geweckt. Wenn sie fehl schlägt, wird sie eine Atmosphäre der Mutlosigkeit und Verzweiflung hinterlassen – eine Stimmung, die jene, die es können , hinaustreiben, um woanders ein besseres Leben zu versuchen.
(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)
Bereits am 29. Juli 2011 berichteten wir in dem Artikel “Ein Wolf im Schafspelz” über die Machenschaften des Bertelsmann Konzern in ihrer Nürnberger Druckerei Prinovis.
In einem Interview bei der Tageszeitung Junge Welt spricht jetzt Hans Killer Klartext. Hans Killer gehört zur Streikleitung der Nürnberger Prinovis Druckerei, ist Mitglied des Betriebsrats und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.:
Unter anderen wird ihm folgende Frage gestellt:
Ist es nicht bitter, dass die Mehrheit des Betriebsrats dem zustimmt?
Allerdings. Mehrheitlich lehnt er sogar die Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft ab; was wir als willfährige Unterordnung gegenüber der Geschäftsleitung betrachten. Es ist skandalös, wenn ein Betriebsrat die Interessen der Kollegen gegenüber den Profitinteressen des Konzerns als nachrangig betrachtet. Wenn wir zusammenhalten, können wir trotzdem einiges erreichen.
Ver.di berichtet über diese Wilkür erneut am 02. 08. 20011 folgendes:
Durchs wilde Absurdistan
Die ver.di-Betriebsgruppe bei Prinovis infomierte mit einem Flugblatt über die neuesten Pläne der Geschäftsleitung:
* Von 1. August bis 30. November sind in der Produktabnahme drei der vier Rotaschneider per Werkvertrag „fremdvergeben“. Sie werden von Mitarbeitern der Firma IBN bedient, die von den Vorarbeitern ausgebildet werden sollen. Den Kollegen, die dort seit Jahren arbeiten, wird damit ihr angestammter Arbeitsplatz einfach unter den Füssen weggezogen.
* In der Weiterverarbeitung sind ab 8. August die Schichten neu eingeteilt. Die Schicht, die jedes Mal fast komplett gestreikt hat, wird auf die anderen Schichten aufgeteilt. Dummerweise müssen dadurch jetzt Kollegen aus den anderen beiden Schichten, die sich raushalten wollten und nicht gestreikt haben, ebenfalls die Schicht wechseln. Ähnlich verhält es sich in der Rotation, wo Drucker hin und her geschoben werden um die Streikenden auf alle Maschinen zu verstreuen. Genau genommen werden diese Kollegen jetzt von der Geschäftsleitung dafür bestraft, dass sie nicht gestreikt haben.
* Die Einmalzahlung in Höhe von 280 Euro am 1. September – ein Ergebnis der Streiks zur Verteidigung des Manteltarifs in der Mantel und Lohntarifrunde – will die Geschäftsleitung nur denen zahlen, die das „Bündnis 2“ unterschrieben haben. Nicht Unterschreiber sollen – nach dem Willen der Geschäftsleitung – leer ausgehen. Anspruch auf Tarif und entsprechende Erhöhungen haben Gewerkschaftsmitglieder! Wer eine entsprechende Klausel in seinem Arbeitsvertrag hat, dass die Tarifverträge für die Druckindustrie in der jeweils geltenden Fassung angewendet werden, der hat Anspruch auf die Tariferhöhungen. Wer die Einmalzahlung nicht ausgezahlt bekommt, kann gegen die Firma klagen.
* Für besondere Aufmerksamkeit bei den Kollegen sorgte Herr Lorenz am 27.7., als er in einer Diskussion am Streikposten bestätigte, dass bei 100-Prozent-Beteiligung am „Bündnis 2“ die Firma sich ebenfalls von Mitarbeitern hätte trennen müssen. Das wäre dann jedoch anders gehandhabt worden.
Da uns bislang noch keine anderslautenden Informationen vorliegen gehen wir davon aus das der Wolf immer noch unter den Schafen wütet. Das dieses auch als Führungsmitglied der “DIE LINKE” ungestraft möglich ist weist einmal mehr darauf hin das diese Partei keine moralisch höheren Ansprüche für sich in Anspruch nehmen kann als jede Andere auch. In einem jeden Betrieb, welcher auf den Verkauf seiner Produkte angewiesen ist, wäre bei solchen Machenschaften längst eine fristlose Kündigung erfolgt. Eine Arbeiterpartei in der das Führungspersonal auch von den Einkünften ihrer Beitragszahler lebt, akzeptiert dieses stillschweigend und wundert sich dann in der Bevölkerung nicht anzukommen. Wie heißt es so schön in einem alten Buch, nicht in Marx: “An ihren Taten werdet ihr Sie Erkennen”!
Bei einfachen Mitgliedern welche sich zur Wahrung ihrer Rechte einen Anwalt aus einer anderen Partei nehmen, oder Informationen an die Presse weiterreichen reagiert der Professor Heinz Bierbaum mit einem Antrag auf Parteiausschluss, gleichwohl er jetzt ein Bein bei der politischen Konkurrenz stehen hat. Also das Geld von beiden Seiten einsteckt.
Wie sagt man bei uns auf dem Lande so schön: “Der Bauer erkennt seine Schweine am Gang”.
Von einem aufmerksamen DL Leser wurden wir gestern auf einen Artikel in dem Züricher Tages-Anzeiger hingewiesen, welchen wir als sehr lesenswert weiter empfehlen möchten.
Der Journalist Constantin Seibt analysiert hier die Finanzkrise, welche unter Reagans Rechten in Amerika seinen Anfang nahm, und dessen Machenschaften sich die restliche westliche Welt fast Bedingungslos anschloss.
Nachfolgend zitieren wir einige Auszüge, um auf die Brisanz, welche hinter dieser Analyse steht, hinzuweisen:
“Es ist kein Zufall, dass die Finanzmärkte in den letzten 15 Jahren die Treiber der Politik sind. Vor der Krise wurden sie mit Gefälligkeiten aller Art umworben; nach der Krise mit tausenden Milliarden gerettet; heute sind sie auf der Jagd nach den verschuldeten Rettern. So dass die reichsten Staaten der Welt vor dem Bankrott stehen.
Wohin zum Teufel sind die Intellektuellen verschwunden? Überall findet man sich orientierende, kaum irgendwo Orientierung gebende Köpfe. Das macht sie anfällig für Moden aller Art. Die Führungspersönlichkeit des 21. Jahrhunderts ist: das Modeopfer”.
Auf Europa umgesetzt, kehren wir vor unserer eigenen Haustür: Von Schröder bis Merkel, Modeopfer. Die Intellektuellen haben sich hier im Land als Plagiat erwiesen und sind somit “verguttenbergt” worden.
“Die Bankenrettung war das teuerste Unternehmen der Menschheitsgeschichte – sie kostete bis heute 15 Billionen Dollar, das Zehnfache des Zweiten Weltkriegs. Doch als sich der Staub legte, sah man, was die Banken dafür hinnehmen mussten: viel Moralpredigten, kaum Regulierungen.
Nach ersten, zaghaften Konjunkturprogrammen schnitten die USA und Grossbritannien die Ausgaben bald zurück – für die bankrotten Banken gab es Geld, für Arbeitslose, Kranke, bankrotte Hausbesitzer nicht mehr. Obwohl diese das Geld sofort wieder ausgegeben hätten. Budgets wurden gestrichen; in England entliess die neue Regierung des Konservativen David Cameron demonstrativ hunderttausende Beamte. Die Folgen waren schrecklich. In beiden Ländern stieg die Arbeitslosigkeit auf 11 Prozent. Wirkliche Armut, wirkliche Angst, wirklicher Zorn. In den USA leben heute 42 Millionen Leute von Essensmarken. In Grossbritannien rutschte gleich die gesamte Wirtschaft in die Rezession.
Es lohnt sich, gegen die neue Rechte anzutreten: Sie sind keine konservative Partei, sondern eine revolutionäre. Sie sind eine Gefahr für die Wirtschaft. Sie sind Totengräber der Mittelklasse. Und Verbündete einer neuen Oligarchie des Geldes. Sie sind die Feinde der Zivilisation”.
Nachfolgend veröffentlichen wir eine Pressemeldung des Erwerbslosen-Forums Deutschland.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
heute haben wir wichtige Informationen im Zusammenhang mit dem Bildungspaket.
Das Team vom Erwerbslosen Forum Deutschland
- Jobcenter drohen Eltern grundlos mit Streichungen
- Bundesagentur für Arbeit und Bundesministerium fr Arbeit- und Soziales bestätigen Sichtweise des Erwerbslosen Forum - Sanktionierungen wegen Bildungspaket sind rechtwidrig
Das Erwerbslosen Forum Deutschland und die Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitsloser (KOS) sind in ihrer Auffassung von der Bundesagentur für Arbeit (BA) bestätigt worden, dass die Androhung der kompletten Leistungseinstellung im Zusammenhang mit Anträgen auf das Bildungspaket „nach Einschätzung der BA sogar rechtswidrig sind. Denn es können in der Tat keine Leistungen zum Lebensunterhalt gekürzt oder eingestellt werden, nur weil einige Nachweise für Leistungen aus dem Bildungspaket fehlen“, so die BA in ihrer heutigen Pressemitteilung (BA-Presseinfo Nr. 45). Auch für das Bundesministerium für Arbeit- und Soziales (BMAS) „reicht es in Fällen der rückwirkenden Erbringung (ab Jahresbeginn) aus, wenn Aufwendungen glaubhaft gemacht werden. Der Nachweis der genauen Höhe ist bei der rückwirkenden Beantragung aus BMAS-Sicht nicht zwingend erforderlich (d.h., es müssen auch die Belege nicht lückenlos vorliegen). Sonst machte eine pauschalierte Erstattung, so wie sie für die rückwirkende Erbringung z.B. beim Mittagessen vorgesehen ist, keinen Sinn“ heißt es in einem Schreiben, dass dem Erwerbslosen Forum Deutschland vorliegt.
Damit steht fest, dass die Leistungen aus dem Bildungspaket rückwirkend gewährt werden müssen, ohne dass dafür Belege vorgelegt werden müssen. Es geht dabei immerhin um 108 Euro jeweils 26 Euro monatlich für das Schulmittagessen und 10 Euro für Teilhabe. Eltern sollten sich jetzt nicht mehr von den Behörden abspeisen lassen, sondern diesen Betrag für ihre Kinder einfordern. Betroffene Eltern, denen der Antrag für rückwirkende Leistungen abgelehnt wurde bzw. denen eine Leistungseinstellung angedroht wurde, wenn nicht bis zu einer bestimmten Frist Belege vorgelegt werden, sollten nun Widerspruch einlegen und
Das Erwerbslosen Forum Deutschland und die KOS hatten in einer gemeinsamen Presseerklärung moniert, dass vielen Eltern, die für ihre Kinder rückwirkend für die Zeit vom 1. Januar bis 31. März Leistungen aus dem Bildungspaket beantragt hatten, nun sich mit Androhungen der kompletten Leistungseinstellung von Jobcentern konfrontiert sahen, falls sie nicht bestimmte Nachweise erbringen, von denen sie in den genannten Zeitraum überhaupt nichts wissen konnten, weil sie ein Ergebnis des Vermittlungsausschusses waren (http://www.elo-forum.net/topstory/2011080431972.html ).
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Nachdem am Wochenende der Bayern General A. Doofbrink seinen letzten Märchentraum, ein Verbot der DIE LINKEN über die Presse verbreitet hatte, war es nur allzu verständlich, dass sein Gegenpart Klaus Ernst nicht gleich den Abbau der bayrischen Berge forderte, wäre dieser Forderung doch sonst auch seine “kleine” Almhütte zum Opfer der großen Politik geworden.
Auf der Suche nach Verstärkung zur Erfüllung seines Traumes sandte der General sogleich einen seiner Journalisten nach Amerika, um dort nach unserem allerliebsten Gutti zu suchen. Braucht er doch nun einen Helfershelfer, welcher im Umgang mit den Preußen bereits seine Erfahrungen gesammelt hatte.
Der Edelmann war bekanntlich in einer Nacht und Nebelaktion samt seiner Familie aus deutschen Landen abgereist, um in den Weiten Amerikas den für ihn richtigen Weg des amerikanischen Lebens zu finden.
Ein gewiss nicht ganz leichter Auftrag in einem fremden, großen Land den zwar nicht mittel- aber doch titel-losen deutschen Nobody aufzufinden. Fragen sich doch viele Bürger hier in diesem Land, ob sich denn Gutti vielleicht in einer Art geheimen Mission seiner ehemaligen Chefin Angela dort befindet, um die Möglichkeiten eines eventuellen politischen Asyls zu erkunden. Allzu oft wird in letzter Zeit nach dem Abgang ihres einstigen Glamour Repräsentanten, ein noch tieferes entgleisen ihrer Gesichtszüge nach unten beobachtet.
Hier gibt es den ersten Erlebnisbericht des Journalisten zu lesen:
Mission mit Dose
Ein Schloss mit Park, wenigstens eine Villa mit Parkplatz hätte man schon erwartet. Eine Straße, die sich vom geschmiedeten Eingangstor durch eine Pappelallee schlängelt, bis hin zum kiesgesättigten Vorplatz, wo ein elegant gekleideter Bediensteter die Autotür öffnet und dem Besucher ein hosentaschenwarmes Minzplätzchen zur Begrüßung in die Hand drückt.
Stattdessen bewohnen die zu Guttenbergs einen schlichten Wohnwagen in einem Trailerpark in Connecticut. Müll und Gerümpel säumen die Parzelle, auf der zwei schmutzverkrustete Mädchen mit einer toten Ratte spielen. Guttenbergs Töchter? Es wirkt wie eine Szene aus Zeiten des New Deals.
Ein Jägerzaun liegt unbeachtet auf dem zugehörigen Rasenstück. Er wurde bis jetzt nicht aufgebaut und ist das einzige Andenken, das der einstige Shootingstar der deutschen Politik bei seiner Ausreise mit über den großen Teich nahm.
Wie sich die politischen Situationen International gleichen zeigen die weltweiten Sozialproteste in den letzten Wochen. Seit einigen Wochen sorgen diese Unruhen auch in Israel durch ein ständiges anwachsen der Beteiligten an den Protesten erste kleine Erfolge. Die Regierung kündigt schnelle Reformen an.
Unruhen welche zwar international möglich in Deutschland aber noch unvorstellbar sind, da sich die Opposition in diesem Lande als noch unfähiger erweist als die paktierenden Millionärslobbyisten in der Regierung. Den Weg geebnet zu diesen Missständen aber haben die heute in der Opposition stehenden Parteien. So hieße denn ein Regierungswechsel hier den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.
In Israel protestieren die Menschen gegen die Wohnungsnot, hohe Steuern und zu niedrige Löhne, was uns auch alles sehr bekannnt vorkommt. So fanden sich am Wochenende Landesweit mehr als 350.000 Menschen zu Protestmärschen zusammen. Sie votierten in lautstarken Sprechchören und Plakaten für mehr soziale Gerechtigkeit.
Ein Wort welches unsere Herrschaften nicht einmal zu Buchstabieren in der Lage sind.
Aus Israel berichtet der Spiegel folgendes:
Reiches Land, arme Bürger
“Das Volk erhebt sich!”, “Ein neues Land!” oder “Israel hat vergangene Nacht seine Unabhängigkeit gefeiert!”: Die Schlagzeilen am Tag danach sind euphorisch. Rund 350.000 Menschen haben am Samstagabend in Tel Aviv, in Jerusalem und in Städten der israelischen Peripherie gegen soziale Ungerechtigkeit demonstriert. Am Sonntag feiern die Tageszeitungen des Landes den Aufmarsch der Unzufriedenen als Wendepunkt für Israel.
Tatsächlich waren es Szenen, wie Israel sie noch nie gesehen hat: “Das Volk verlangt soziale Gerechtigkeit”, wogte der Ruf nach Wandel in Wellen durch die Straßen Jerusalems. 30.000 Israelis marschierten hier, um ihren Unmut kundzutun. Studenten und Soldaten, junge Paare mit Kinderwagen, weißhaarige Vertreter der Gründergeneration: Israels verarmende Mittelklasse hatte sich aufgemacht, um für ihre Zukunft zu kämpfen.
Diese Woche stellt sich die Frage ob denn die Linkspartei schon alle Mauerfans erreicht hat und wo Christoph Daum in Zukunft arbeiten wird. Auch fragt er sich wie denn wohl der totale Krieg des Heiner Geißler aussehen mag.
taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?
Friedrich Küppersbusch: Viele Verbrecher kündigen ihre Planungen immer noch nicht mit Klarnamen vorher per Mail bei der Polizei an.
Was wird besser in dieser?
Innenminister Friedrich will jetzt die “Anonymität im Internet abschaffen”.
Am Samstag feiert Fidel Castro seinen 85. Geburtstag. Was kann der Kubaner sich noch wünschen?
Castro wurde, auch nach eigenen Angaben, wahlweise 1926, 1927 oder 1928 geboren. So kann er den 85ten drei Jahre durchfeiern, was seiner Neigung zum elaborierten Wortbeitrag entgegenkäme. Obama sei sein elfter und wohl letzter US-Präsident, kommentierte er dessen Amtsantritt. Ein vergleichbares Wunder wie ein schwarzer US-Präsident wäre ein demokratischer Übergang auf Kuba. Zusammen können sie es schaffen.
Ebenfalls am Samstag wird an den Mauerbau vor 50 Jahren erinnert. Eine Umfrage hat jetzt ergeben: 28 Prozent der Linkspartei-Anhänger glauben, dass der Mauerbau damals nötig und gerechtfertigt war, um die Abwanderung von Fachkräften aus der DDR zu stoppen. Was stimmt mit denen nicht?
In einem großen, zweiseitigen Artikel ihrer Internetseite berichtet die Rhein-Zeitung am Samstag den 06. 08. 2011 über einen erneuten Finanzskandal der DIE LINKE des Landesverband - Rheinland - Pfalz. Als Hintergrund wird über die zu hohen Kosten im Landtagswahlkampfes 2011 gemutmaßt.
So sollen laut Artikel neben 400.000 Euro zusätzlich weitere 80.000 Euro ausgegeben worden sein. In dem Forum der Zeitung schreibt dazu ein anonymer Kommentator, welcher aufgrund der Formulierung vermutlich über Insiderkenntnisse verfügen muss:
“Vielleicht rühren die immensen Schulden daher, das immer wieder bestimmte Protegees Zuwendungen zwischen 10.000.- und 30.000.- Euro aus der Landeskasse erhalten, während Kreisverbände über Jahr hinweg auf die ihnen zustehenden Anteile aus den Mitgliedsbeiträgen warten müssen oder gar nicht erhalten”.
Erneuter Finanzskandal da, wie die Zeitung ebenfalls zu berichten weiß, dieses nicht der erste Finanzskandal in RLP ist. Wir lesen folgendes und ich zitiere:
“2010 hatte sich die Linkspartei schon einmal wegen eines Finanzskandals verantworten müssen: Im damaligen Landtagswahlkampf 2006 hatte die damalige PDS im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit der WASG sogenannte Wahlkampfaufwendungen in Höhe von rund 146 000 Euro zugunsten der rheinland-pfälzischen WASG getätigt. Diese Aufwendungen hätte die Partei im Rechenschaftsbericht als Spende ausweisen müssen, was sie nicht tat. Die Bundestagsverwaltung hatte hierzu ein Strafgeld in Höhe von 292 000 Euro gegen die Rechtsnachfolgepartei Die Linke verhängt. Im Januar 2010 bestätigte das Verwaltungsgericht in Berlin den Bescheid.”
Unter dem Titel “Karl Stephan Schulte die “Lichtgestalt” aus RLP” berichteten wir mehrfach und ausführlich, da auch der damalige Landesschatzmeister seinen Aufgaben in dieser Position nicht gewachsen schien.
So ist es schon auffällig das gerade die politischen Einrichtungen wie Staat und Parteien immer wieder durch Schwierigkeiten im Umgang mit den Finanzen auffällig werden. Mag es daran liegen dass es sich hier um Fremdgelder handelt, bei dem der unsachgemäße Umgang keinen direkten Einfluss auf die persönliche Kassenlage der zuständigen Personen nach sich zieht und ist es nicht so, dass Positionen in der Politik mehr nach politischen Zwängen oder Seilschaften, denn nach Eignung vergeben werden? Lassen wir uns überraschen, wir haben hier Unterlagen in Form von Protokollen und Berichte aus alten Zeiten vorliegen, welche damals schon für die Partei unwichtig waren, da ja scheinbar aus dunklen Kanälen immer noch genügend Geld herangebracht werden kann. Wie sagt man so schön. “Aus Schaden nichts gelernt”.
Hier der Artikel aus der Rhein-Zeitung: (zwei Seiten)
Die Linke im Land steht vor Finanzdebakel
Der rheinland-pfälzische Landesverband der Linkspartei steckt in ernsten finanziellen Schwierigkeiten: Aus einem internen Schreiben des Kreisverbands Bad Kreuznach, das unserer Zeitung vorliegt, geht hervor, dass die finanzielle Handlungsfähigkeit des Landesverbandes gefährdet sei.
Hintergrund sind enorme Kosten im Landtagswahlkampf 2011, die erheblich höher ausgefallen seien als geplant. Teilweise liegen offenbar keine schriftlichen Beschlüsse dafür vor, heißt es in dem Brief. Außerdem sollen Ausgaben ohne Einbeziehung des damaligen Landesschatzmeisters Hans Domeyer getätigt worden sein. Schlüsse will man indes noch keine ziehen. „Bitte, liebe Genossen, nehmt von Vorverurteilungen Abstand“, heißt es in dem Schreiben an die Mitglieder.
Wahlkampf zu teuer
Die prekäre Finanzlage wird auch Thema beim Treffen des Landesparteirates sein, der sich an diesem Sonntag in Speyer zusammenfindet. Aus einem Antragspaket, an dem unter anderem der im vergangenen Jahr als Landeschef zurückgetretene Bundestagsabgeordnete Alexander Ulrich beteiligt ist, geht hervor, das beim letzten Landtagswahlkampf deutlich mehr Mittel ausgegeben wurden als hiefür zur Verfügung standen. Dabei sollen auch Gelder eingesetzt worden sein, die den Kreisverbänden im Land zustanden. Nach vorläufigen Schätzungen der Partei wurden neben dem Wahlkampfkostenzuschuss der Bundespartei, der sich auf 400 000 Euro belief, zusätzlich weitere 80 000 Euro ausgegeben. „Damit wurde die Landespartei ruiniert“, heißt es in dem Papier der Kritiker. Um eine drohende Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden, sollen bereits die Beitragsanteile zahlreicher Kreisverbände gestundet worden sein.
Diese Frage stellt Adreé Brie in seinen Artikel. Auch wir haben seit Gründung der LINKEN in vielen Artikeln dieses Blog auf dieses Problem hingewiesen und es ist schon erstaunlich wie lange es gedauert hat, dass endlich jemand den Finger genau in die entscheidende Wunde dieser Partei legt. Auf diese eine Frage Ideologie oder Politik gibt es zwei Antwort welche da lauten: Zukunft oder Vergangenheit. Ex oder Hopp!
Sollte es dieser Partei nicht gelingen die Ideologien außen vor zu lassen wird ihr auf Dauer die Zukunft versagt bleiben. Diese ganzen Kaffeesatzleser Klubs, wie auch immer sie heißen mögen, dienen nur einem fanatischen Grüppchen ihren Ideologien nachzuträumen und sind für eine Partei, wenn sie denn in der Politik arbeiten will das größte Hindernis.
Es ist wiederum eine ganz einfache Frage welche sich hier stellt: “Was braucht dieses Land”. Die Veränderung der Gesellschaft! Hin zum Kommunismus, zum Sozialismus oder wohin sonst? Annähernd 70 % der Bürger sind mit der gängigen Politik unzufrieden und geben ihre Stimmen? Nicht der LINKEN! Sondern genau denen mit denen sie unzufrieden sind. Da es aber dieser Partei, welche durch ihre Funktionäre in ihren Ideologien gefangen sind, an gesellschaftlicher Offenheit fehlt, bleiben entsprechende Reaktionen aus.
Sie sind gefangen in Ideologien welche sich in etwa mit der Ausstellung von Wechseln im offenen Zahlungsverkehr vergleichen lassen. Ich kaufe etwas mit dem versprechen diesen Kauf auch bezahlen zu wollen. Im Zahlungsverkehr sind aber Zahlungsvereinbarungen einzuhalten. In der Ideologie ist man nur in der Lage ein Ziel und dieses ohne den erforderlichen Weg und Zeitpunkt zu nennen. Folgerichtig ist dem Bürger bei Wahlen der Spatz in der Hand wichtiger als die Taube auf dem Dach. Wobei man die Tauben heute als die Ratten der Lüfte bezeichnet.
Innerhalb seines Artikels schreibt Brie folgerichtig und ich zitiere:
“Nur verlangte dies inhaltliche Diskussionen miteinander, nicht innerhalb der einzelnen Strömungen oder regionalen Gliederungen und über die anderen. Es verlangte die gemeinsame Absicht, in zentralen Fragen der eigenen Programmatik, des Profils und der Strategie politische Entscheidungen herbeizuführen. Der Versuch, stattdessen ideologische Entscheidungen zu erzwingen, muss schiefgehen.
Die Linke wird immer scheitern, wenn sie, wie in der Vergangenheit so ausgiebig geübt, bestimmen will, wer Recht hat, aber sie kann aus unterschiedlichen ideologischen Überzeugungen und theoretischen Konzepten sehr wohl und sicherlich viel besser als aus einer „Lehre, die allmächtig ist, weil sie wahr ist“ (SED und DKP) einen Reichtum praxistauglicher und gemeinsamer Politik schöpfen.”
Für die Bürger dieses Landes ist die Erhaltung der Demokratie das größte Gut. Keine Partei hat einen Regierungsanspruch auf Dauer. Die Wähler werden sich jeweils die ihnen genehmen Parteien in die Regierungen wählen. Ob dabei Ideologien von Minderheiten mit entscheidend sind? Die Frage möge ein jeder für sich beantworten.
Die Linkspartei: Ideologie oder Politik.
„Eine Partei zerfleischt sich“, hieß es am 1. Juli in den „heute“-Nachrichten des ZDF über die Linkspartei. Es ist erst gut zwei Monate her, dass die Parteiführung ihre heftigen Differenzen für beendet erklärt hatte und zu gemeinsamer politischer Sacharbeit zurückkehren wollte. Diesmal geht es angeblich oder tatsächlich um den Antisemitismus, von dem man meinen sollte, dass der Widerstand gegen ihn in der Linken klarer Konsens sei. Doch, wie die Medien genüsslich dokumentieren, haben die Auseinandersetzungen an weiterer und kaum noch zu überbietender politischer und persönlicher, sogar gerichtlicher, Schärfe gewonnen. Eine „Papier- und Mikrofonpause“, wie sie der Chefredakteur des „Neuen Deutschland“, Jürgen Reents, in einem Grundsatzartikel gefordert hat, würde über lang oder, nach aller Erfahrung, kurz, nur zu einem weiteren Ausbruch der Konflikte an anderer Stelle führen. Was ist los in der Partei Die Linke?
Eine interessante Betrachtung der Aussagen des Oskar Lafontaine stellt Prof. Benjamin Hoff auf seiner Internetseite dem Leser zur Verfügung. Er geht hier im besonderen auf den kürzlich im “Neuen Deutschland” erschienen Beitrag zum Bruch der Partei DIE LINKE mit dem Stalinismus ein.
Unter dem Titel: “Unwiderruflicher Bruch mit dem Stalinismus als System – nervige Marotte der nicht mehr existenten PDS oder fortbestehendes Gemeingut sozialistischer Politik”? versucht Hoff im besonderen den eigentlich Sinn hinter der Vorgehensweise eines Lafontaine zu hinterfragen.
Wir lesen und zitieren folgendes:
“Die machtpolitische Implikation der Rede Schumanns auf dem SED-Sonderparteitag ignoriert Oskar Lafontaine im zitierten Beitrag für das NEUE DEUTSCHLAND. Statt dessen pickt er – mit der banalen Herangehensweise eines Studenten im ersten Semesters, der eine komplexe Analyse als Steinbruch zur vermeintlichen Begründung des eigenen Gedankens instrumentalisiert – die Beschreibung von Strukturelementen der stalinistischen DDR aus der Schumann-Rede heraus, um diese Elemente auf die neoliberale Realität anzuwenden.
Diese Ignoranz der von Schumann angesprochenen Machtfrage ist jedoch kein Zufall sondern für Lafontaine unumgänglich. Nur so kann er seine Behauptung aufrecht erhalten, dass die Bewahrung des Bruchs mit dem Stalinismus als System für die heutige politische Auseinandersetzung altbacken und überflüssig, ja letztlich latent schädlich im Auftreten gegenüber den potenziellen Subjekten linker Politik sein könne.
Demokratische Sozialist/-innen müssen dieser Behauptung Lafontaines widersprechen. Denn auf der 1989 durch Michael Schumann vorgenommenen Analyse beruht ein wesentliches Grundverständnis demokratisch-sozialistischer Politik.
Anders als Oskar Lafontaine Glauben machen möchte, ist der Anti-Stalinismus kein toter Hund sondern durchaus aktuell, nämlich immer dann, wenn Linke welcher Couleur oder auch DIE LINKE. Machtfragen stellen oder die Erringung politischer Macht anstreben. Dass es möglicherweise genau diese Ebene des Anti-Stalinismus ist, die Oskar Lafontaine stört, soll hier gar nicht vermutet werden.”
Versucht Lafontaine nicht mit dem bewussten ignorieren, dem sich nicht den Begebenheiten stellen wollenden Tatsachen, um so die Misere in seinen eigenen Hinterhof zu leugnen und zu Verharmlosen? Weiter heißt es in der Analyse:
“Das vielfach für Unverständnis sorgende Misstrauen demokratischer Sozialist/-innen gegenüber Parteistrafen ist also nicht nur ein Post-SED-Reflex sondern zutiefst inhaltlicher Natur.
Die Geschichte der Linken in Deutschland wie in anderen Ländern ist angefüllt von Parteistrafen unterschiedlicher Qualität bis hin zu Repressionen gegenüber denjenigen, die von der als offiziell festgelegt geltenden Parteimeinung abweichen. Das Ziel dieser Maßnahmen, ob es sich dabei um Verwarnungen und Ausschlüsse bzw. Unvereinbarkeitsbeschlüsse wie im Westen oder tatsächliche Verfolgung und Repression handelte, ist zwar in der Qualität deutlich unterschiedlich, in der Zielrichtung jedoch nicht. Ihnen gemein ist, Kritiker/-innen auszugrenzen und ruhig zu stellen. Deshalb beschränkt sich diese Methode nicht allein auf die kommunistischen Parteien des Ostblocks, sondern traf und trifft in gleicher Weise auf Parteien und Organisationen der Linken im Westen zu.
Ähnliche Beispiele berichten Angehörige des Erneuererflügels der DKP und auch Gewerkschaften kennen solche Fälle. Im Kern handelt es sich dabei um eine unselige Tradition und ein autoritäres Erbe der Arbeiter/-innenbewegung. Im Realsozialismus gehörten Parteistrafen zum Instrumentenkasten stalinistischer Entrechtung. Durch die Verknüpfung von Partei, Staat und Gesellschaft hatten Parteistrafen in der Regel unmittelbar private Folgen, da das Phänomen der Sippenhaft Teil stalinistischer Disziplinierung darstellte.”
Private Folgen haben die Ausgeschlossenen heute, in unserer Gesellschaft nicht mehr zu befürchten. Eher das Gegenteil im jetzigen Zustand der Partei ist der Fall. Das soll aber heute nicht das Thema sein und würde der Realität dieses Artikel widersprechen. Darum also als Kommentar. Einfach nur lesen.
Keine Bange! Den Aufstand der Alten wird es nicht geben. Nicht jetzt. Nicht auf absehbare Zeit. Denn solange die Alten sich hinter Synonymen verstecken, solange die Politik beispielsweise für sie „Senioren“-politik macht und nicht Politik für Alte, solange stehen sie nicht zu dem, was sie sind: Alt. Die Alten wollen getäuscht werden – und werden getäuscht. Sie sind Schachfiguren in einem Spiel, an dem sie nicht beteiligt sind. Nur so ist es zu verstehen, dass zum Beispiel die Rentenpolitiker mit ihnen machen, was die Rentenpolitiker willkürlich wollen. Nur so ist es zu verstehen, dass die Ältesten der Alten in Pflegeeinrichtungen vergessen dahin vegetieren.
Es ist - gelinde gesagt - eine eigenartige Denkweise, wenn gerade die Alten denken, Altern sei eine Krankheit, die zu behandeln möglich sei. Altern ist keine Krankheit. Altern ist nicht behandelbar. Vom Tage unserer Geburt an altern wir, vom Tage unserer Geburt an sterben wir.
Da helfen auch nicht der so oft beschworene Jugendlichkeitswahn oder Anti-aging-Programme. Sie sind Irrwege, geistige Verirrungen - eben wahnhaft. Wer sich ihnen verschreibt, wer sich ihnen ausliefert, wer ihnen wie in einem religiösen Fieber verfällt, gibt seiner Vernunft den finalen Schuss. Er tötet das, was den Menschen zum Menschen macht.
Warum nur sind ausgerechnet Geist und Macht ein deutsches Problem? Woher kommt diese untertänige Begeisterung vor der angeblichen Macht? Warum kämpfen Menschen schier bis zum letzten Atemzug für ihre Verknechtung, als ginge es um ihr Seelenheil?
Ist es die Macht des Wortes, die Menschen tötet? Ist es die Dumpfheit des herrschenden Systems? Ist es die hinterlistige Raffinesse dieses Systems? Es ist nicht leicht, Menschen zu ihrem Glück zu überreden, aber es ist relativ leicht, sie zu ihrem Unglück zu überreden. Die eigene Dämlichkeit wird zum Kult erhoben.
Die Alten bleiben stumm. „Uneinsichtig, erinnerungslos und ohne Einkehr verläuft und endet das Leben der Meisten“, sagt der Paderborner Philosoph Hans Ebeling, „sie lassen das Alter verstreichen wie das ganze bisherige Leben selbst. Ein Leben ohne Einsicht, Erinnerung und Einkehr ist nicht ‚lebensunwert’, aber belanglos. Die Humanität gebietet, noch das Belanglose zu schützen. Aber besondere Achtung darüber hinaus kann solchem weithin ‚bewusstlosen“ Lebensvollzug nicht zugebilligt werden“. Die aber, so der Philosoph, also jene, die ohne Einsicht, ohne Erinnerung, ohne Einkehr seien, würden den Weltenlauf bestimmen. „Sie missbrauchen noch das *Weltgericht’. Sie ergeben sich dem Trost oder der Trostlosigkeit des Alters. Das Ende der Torheit setzt dagegen voraus, von sich aus aus der Zeitgenossenschaft herauszufallen. Spätestens für das Aller gibt es nur eine ‚Überlebensform’ des Geistes: Unzeitgemäß zu sein“.
Die Alten bleiben immer noch stumm. Wie aber soll ein stummes Alter Achtung gebieten? Das ist umso verwunderlicher, wenn man bedenkt, dass die Deutschen ein Volk des Alters sind.
Warum lassen dann aber die Deutschen es zu, dass das Alter und der demographische Wandel im derzeitigen Wahlkampf kein Thema sind? Wo bleiben jene Fragen, die das Alter um seiner selbst und um seiner Achtung willen stellen sollte?“ Ist den Alten nicht klar, dass Fragen, die nicht gestellt werden, logischerweise ohne Antwort bleiben?
Ist es denn wirklich der Jugendlichkeitswahn und die wahnhafte Hoffnung auf Anti-aging-Programmen, die den Alten die Lippen verschließen?
Solange die Alten an den Illusionen und Erwartungen der Jugend festhalten und das, was sie wollen nur in diesem Kontext sehen, verstricken sie sich in ein immer verzweifelteres Spiel, das sie nur verlieren können. Das Streben nach Jugendlichkeit macht blind für die Möglichkeiten des Alters. Die Verdrängung des Alters blockiert jede Weiterentwicklung und verhindert, dass sich Lebensmöglichkeiten eröffnen, die den Alten, wenn sie realistisch Stellung bezögen, zur Verfügung stünden. Solange sie in der Jugendfalle stecken, können sie die Potenziale des Alters gar nicht wahrnehmen. Die eigene Haltung verhindert die Entwicklung von fruchtbaren Lösungen.
Es ist längst wissenschaftlich belegt, dass die Entwicklung der Intelligenz, die Fortbildung des individuellen Selbst, die Entfaltung von Kompetenzen und Generativität bis ins hohe Alter, bis ins hundertste Lebensjahr und darüber hinaus möglich ist. Sicher ist aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit, die letzten Lebensjahre in einer Alten- oder Pflegeeinrichtung zu verbringen, mit zunehmendem Alter bis auf nahezu hundert Prozent in die Höhe schnellt.
Aber das ist in Deutschland kein Thema – und die Altern schweigen. Sie lassen es zu, dass ihre Kompetenzen und Potentiale ungenutzt bleiben. Sie lassen es zu, dass so ein gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Schaden entsteht, der unermesslich und unersetzlich ist.
So bleibt die Macht in den Händen der Uneinsichtigen und Unbelehrbaren. Zu erinnern bleibt der über Jahrtausende anhaltenden Stillstand der Geschichte aus dem anhaltenden Willen zur Macht. „Der tragische Stil der Geschichte“, so Hans Ebeling, „ist nicht allein dadurch bestimmt, dass Verwirrungen selbstinszeniert werden. Tragisch ist, dass eigentlich nichts geschieht als die Aufsteigerung und Abgleichung blanker Selbsterhaltungsquanten. Handelte es sich nicht um die Geschichte von Menschen, wäre es möglich, das Komödiantentum in der Tragödie mehr zu schätzen“.
Unverzeihlich ist das Schweigen der Alten besonders dort, wo es um die Lebensqualität ihrer Alten, der über 80jährigen, geht. Unverzeihlich ist es und verachtungswürdig, dass die Alten nicht geschlossen gegen das heutige Anstalts- und Heimsystem aufstehen und kämpfen.
Das heutige Anstalts- und Heimsystem entstand als Problemlösung des 19. Jahrhunderts für den Ausgleich zwischen Stärkeren und Schwächeren - unter den Bedingungen der beginnenden Industrialisierung und Marktwirtschaft war es segensreich und oft lebensrettend. Viele Gründe zwingen jedoch im 21. Jahrhundert das Heimsystem auf den Prüfstand, um zu klären, ob und in welchem Umfang es heute noch den Belangen der Alten, Pflegebedürftigen, geistig Behinderten, psychisch Kranken und der (behinderten) Kinder und Jugendlichen angemessen sein kann - und überhaupt muss. In all diesen Bereichen der Hilfebedürftigkeit sind längst ambulante kommunale Alternativen, die eine Integration der Betroffenen ermöglichen, bekannt. Sie werden bisher aber nur unzureichend angeboten. Insofern sind wir in den Umbau des Heimsystems bereits eingestiegen, es ist aber an der Zeit, ihn systematisch zu erfassen und behutsam zu steuern, damit nicht gerade die Verletzlichsten in der Gesellschaft seine Opfer werden. Der Umbau ist insbesondere gesetzgeberisch sowie sozialpolitisch zu begleiten, wie dies z.B. in einigen skandinavischen Staaten bereits geschieht.
Die Solidarität mit den Hilfebedürftigen wird in Zukunft stärker als bisher zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe werden, da dem - vor allem demographisch bedingten - Anstieg der Zahl der Hilfebedürftigen eine Abnahme der verfügbaren Geldmittel und eine Abnahme der Tragfähigkeit familiärer Netzwerke gegenüberstehen. Hinzu kommt, dass immer weniger alte wie behinderte Hilfebedürftige bereit sind, in ein Heim zu gehen, weil sie dies für unvereinbar mit ihren Persönlichkeitsrechten halten. Dies wirft auch verfassungsrechtliche Fragen auf (”besonderes Gewaltverhältnis”): vor allem die Frage nach der Verantwortbarkeit des Lebens in Heimen für heutige Menschen. Schließlich können wir auch nicht mehr die Augen davor verschließen, dass es Heimen zunehmend schwer fällt, auch nur die Mindeststandards der Versorgung einzuhalten oder entlassbare Heimbewohner auch tatsächlich zu entlassen.
Die Institution “Heim” ist als Versorgungstyp eine Innovation vor allem des 19. Jahrhunderts, als die Bürger unter den Gegebenheiten der beginnenden Moderne ihre “Sorge für Andere” zunehmend auf die abstrakteren Geldleistungen umstellten. Das “Heim” kann jedoch den Ansprüchen der Individualisierung und der expandierenden Persönlichkeitsrechte der post- oder spätmodernen Menschen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gerecht werden. Daraus ergibt sich eine Doppelaufgabe: Zum einen müssen schon jetzt real existierende Missstände pragmatisch angegangen werden. Ebenso gilt es, ambulante kommunale Hilfestrukturen weiterzuentwickeln und auf eine breite Basis zu stellen, um den notwendigen Halt in die Lebenswelt der Menschen zu holen. Der Gesellschaftsvertrag zwischen Menschen mit mehr und Menschen mit weniger Sorgebedarf ist auf eine neue, zeitgemäße Basis zu stellen.
Haben wir also aus all diesen Gründen das Hilfesystem für den Ausgleich zwischen Schwächeren und Stärkeren im Sinne der “community care” dahin zu entwickeln, dass Heime so weit wie möglich reduziert und dafür besser ausgestattet werden und an deren Stelle zunehmend ein ambulantes kommunales Hilfesystem tritt? Oder gibt es bessere Wege? Und haben wir die eher zunehmende Bereitschaft der Bürger zu (selbstbestimmtem) freiwilligem sozialen Engagement als Signal zu verstehen, nicht mit noch mehr Geldmitteln, wohl aber - wie vor dem 19. Jahrhundert - mit mehr Sachmitteln solidarisch für Andere einzustehen, um ihren Anspruch auf soziale Teilhabe zu erfüllen und dies für den richtigen Weg zur Weiterentwicklung einer Bürger- oder Zivilgesellschaft zu halten?
Wenn die Alten sich nicht untereinander in zielorientierten Organisationen verbünden, geschieht in der Tat, was geschrieben steht: Jeder stirbt für sich allein.
Wenn jemand in der Partei DIE LINKE glaubt, es würde ruhiger werden hat dieser die Rechnung ohne deren Gruppierungen gemacht. Als Minderheitenpolitik benennt André Brie jedenfalls das, was von den Rändern seiner Partei jetzt in Mecklenburg-Vorpommern laut wurde. Gemeinsam mit Helmut Holter, Spitzenkandidat der Linken für die Landtagswahl in MV, wehren sie sich gegen eine Rechtfertigung des Mauerbaus vor 50 Jahren. Holter sagte am Freitag, ein Staat, der sein Volk einsperre, sei weder demokratisch noch sozialistisch. „Zu den Lehren des Mauerbaus zählt, dass Freiheit, Demokratie und Sozialismus untrennbar verbunden sein müssen“.
Über die Äußerung einer „zwingenden Notwendigkeit“ und das dadurch hunderttausende Bürger aus der DDR in den Westen abgewandert seien, habe man gesehen, dass der Sozialismus ohne Mauer nicht erfolgreich habe aufgebaut werden können, berichteten wir bereits in den Artikel “Linke streitet um Mauerbau“
Wie heißt es innerhalb eines Kommentars der FAZ so schön: “Die Wessi-Linken glauben wirklich an den Unsinn und wirken wie die Greise der Arbeiterbewegung, die mit ihrem Zeitrollator in die Weimarer Republik zurückfahren wollen”
So wird denn die Partei auf Dauer mit den Mitgliedern leben müssen welche nur allzu gerne bereit sind die Maurerkelle wieder auszupacken und eine neue Mauer hochzuziehen, wenn auch nur die im eigenen Kopf.
Hier ein Interview mit André Brie:
Marcus Pindur: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. - Mit dieser Lüge versuchte der damalige SED-Chef Ulbricht, die Massenflucht von Ost nach West, die sogenannte Abstimmung mit den Füßen, nicht noch weiter anschwellen zu lassen. Wir alle kennen das Ergebnis: 16 Millionen DDR-Bürger wurden ihrer Freiheitsrechte beraubt, Familien zerrissen, knapp 150 Menschen starben bei dem Versuch, die Berliner Mauer zu überwinden. Eigentlich sollte man denken, dass der Mauerbau nur noch von einer verschwindend kleinen Minderheit der Berliner gerechtfertigt würde. Dem ist aber nicht so, hat eine forsa-Umfrage in der Hauptstadt ergeben.
Wir sind jetzt verbunden mit André Brie, er kandidiert bei der Wahl am 4. September in Mecklenburg-Vorpommern für den Landtag, für die Linke. Guten Morgen, Herr Brie!
André Brie: Guten Morgen, Herr Pindur!
Pindur: In dem Papier Ihrer Parteifreunde aus Mecklenburg-Vorpommern, da hört sich das so an, als sei der Mauerbau ein Beitrag zum Frieden gewesen. Wie bewerten Sie diese Äußerungen gerade jetzt im Wahlkampf?
Brie: Ja, ich finde das natürlich fatal. Ich hatte gehofft, dass wir in unseren Auseinandersetzungen weiter sind, eine größere Übereinstimmung in einer sehr kritischen Haltung zum Mauerbau hätten. Aber ich bin auch schon überzeugt, dass das eine Minderheitenposition ist, die ja immer noch die These vertritt, der Zweck heiligt die Mittel, und nicht begriffen hat, dass Sozialismus nur eine Chance hat, wenn er durch Überzeugungskraft und Attraktivität die Menschen erreicht.
“Angst regiert die Börsen weltweit. Seit der Einigung im Schuldenstreit in den USA sind DAX, Dow Jones und Co. heftig abgestürzt und haben alle Gewinne dieses Jahres wieder abgegeben. In den USA verlieren die Aktien in einem Tempo, das die Welt seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr gesehen hat. Der Deutsche Index verliert am Freitag-Vormittag erneut rund drei Prozent. Selbst die Erdbebenkatastrophe in Japan und die damit verbundene Atomhavarie in Fukushima verkrafteten die Börsen besser. Die Politik schaut bislang machtlos zu - jetzt will Kanzlerin Merkel durch ein Telefonat mit den spanischen und französischen Regierungschefs die Lage sondieren. Angst vor einer neuen Weltwirtschaftskrise macht sich breit. Am Nachmittag könnten neue US-Daten zusätzlich verunsichern. Droht nach der verlustreichen Woche auch noch ein “Schwarzer Freitag”?”
Politik in der westlichen Welt braucht Massenzustimmung, Legitimation. Nur so kann das System relativ stabil gehalten werden und den Herrschenden und Reichen Sicherheit für ihren Status des Reichtums und des immer reicher Werdens garantiert werden.
Gegen die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus gibt es nur eine “Rettung”, Sozialismus (in neuer Gestalt). Transformation bedeutet, mit der Machtbegrenzung des Kapitals im Kapitalismus zu beginnen, die neoliberale Religion zu brechen! Transformation bedeutet zugleich, ohne Wachstum und bei neuer internationaler gerechter Verteilung eine Welt mit anderen Lebensweisen anzustreben.
Sie haben versucht den Crash zu vermeiden. Damit haben sie aber nur die in der Krise notwendige Kapitalvernichtung verzögert und noch mehr fiktives Geld, noch mehr fiktiven privaten Reichtum ohne realwirtschaftliches Fundament in die an Bereicherungs-Tollheit leidenden Kassenwarte und Eigentümer geleitet.
Die Staatverschuldung exorbitant in die Höhe treibend, wurden die akuten Krisen “dämpfungslasten“ den kommenden Generationen Steuern zahlender und den Reichtum der Gesellschaft erarbeitenden Arbeitnehmern aufgebürdet.
Die Reichen und Mächtigen können die Logik des Kapitals, die Notwendigkeit von Krisen nicht unterbrechen, sie können sie nur verzögern, in ihren konkreten Formen zu beeinflussen suchen und wie immer, mittels der politischen Macht die arbeitenden Volksmassen als Hauptzahler in Geiselhaft zu nehmen. Aber: Das Geld, welches zur Dämpfung in das System gepumpt wurde, wird die Wucht der kommenden Krise verschärfen.
Wir sind zu “freundlich” mit unseren Reichen und deren Mächtigen.
Wir sind bisher zu zufrieden, mit den Krumen oder Bröckchen, die vom erarbeiteten Reichtum
für uns abfallen!
Nach dem Crash ist vor dem Crash und mit weiterer Wachstumsorientierung folgt die ökologische Katastrophe und die Ressourcenkriege. Unweigerlich!
Es gibt noch viel zu lernen, bis zum Widerstand, der wirkt!
Was sagt DIE LINKE, was tut DIE LINKE, wenn schon nächste Woche die Welt ganz anders ist? Was kann die/der BürgerIn tun?
Das fragen sich heute Millionen BürgerInnen, Prekäre, Erwerbslose, ArbeitnehmerInnen, eingebildete Glücks- und Konjunkturritter der „Mitte“, die wähnten, nur sie allein seien ihres Glückes Schmied? Was wählen sie, wenn ihr Traum vom Aufstieg aus ist?
Warum nicht von Anfang an mit offen Karten spielen wenn es nichts zu verbergen gibt, muss sich der Beobachter aus der Ferne beim Lesen solcher Artikel fragen. Sind gleichermaßen Verhandlungen vor einem Gericht das Ergebnis von persönlicher Dummheit oder der Arroganz von “Politikern” im Umgang mit ihren Bürgern geschuldet?
Ja, der Bürger, egal ob Parteimitglied oder nicht hat einen Anspruch im voraus zu erfahren wem er denn seine Stimme bei den Wahlen gibt. Und wenn dieser im Nachhinein die Feststellung macht, oder auch nur das Gefühl hat, von einer(m) MandatsträgerIn hintergangen worden zu sein, fragt er und forscht intensiver. Wer dieses nicht ertragen kann sollte der Politik fernbleiben. Der Bürger hat natürlich nicht das Recht einem Richterspruch vorzugreifen.
Aber dieser Vorfall ist ja auch nur ein kleines Mosaiksteinchen in dem großen Parteiengemälde der West-Linken. Natürlich weht der Wind zur Zeit im Saarland ganz besonders heftig, so heftig wie zuvor in anderen Ländern der “Alten” BRD auch.
Ausgangspunkt ist doch eine schon fast als kriminell zu bezeichnende Energie mit der versucht wird Politik zu gestalten. So ist es für uns “Alten” Schreibern einfach unbegreiflich mit was für Mittel und Tricks von Einigen, in dieser Gesellschaft doch überwiegend als seriös eingeschätzten Mitmenschen immer wieder versucht wird, den alleinigen Anspruch auf politische Gestaltung durchzusetzen.
Wer warf den ersten Stein? Gilbert Kallenborn mit einer Klage? War das die Ausgangsposition?
Oder waren es Wahlen welche unter Zuhilfenahme von Satzungsbrüche durchgeführt wurden? Wie in ganz Westdeutschland nachweisbar vielfach geschehen. Wurde die Kritik danach versteckt und nicht offen geführt? Das entspräche nicht dem Bild der Kritiker. Nein selbst gemachte Erfahrung zeigt das auf eine offene Kritik, so ganz nach deutscher Hochnäsigkeit, von Oben herab erst gar nicht eingegangen wurde. Weggewischt wie lästige Fliegen. Was wollt ihr denn? Gleiches geschah, wie gelesen dann auch in der LSK. Man besaß ganz schlicht und einfach nicht die notwendige Intelligenz und Ehrlichkeit sich den Begebenheiten zu stellen.
Es sind ja nicht nur zwei oder drei Personen welche sich mit den innerparteilichen Zuständen an der Saar nicht einverstanden erklären. Nein zur Zeit sind es mehr als zehn (steigend) Personen welche noch das Mitgliedsbuch der Partei in der Tasche tragen und sich als Anonym auf DL melden. Die meisten stehen in einen regen telefonischen Kontakt mit uns, so das wir manchmal das Gefühl haben als Seelsorger herhalten zu müssen. Warum rufen diese nicht bei Euch an und versuchen mit Euch zu sprechen? Warum ist dieses Vertrauen nicht vorhanden? Darüber sollte sich eine selbsternannte Obrigkeit einmal Gedanken machen. Das innerhalb eines Streit auch einmal die Wogen über schwappen ist ganz normal.
Hier ein Bericht aus der Saarbrücker-Zeitung:
Saar-Linke streiten über Stasi-Akte
Erster Stock, Amtsgericht Saarbrücken, 15.30 Uhr. Die Angestellte mit Rollwagen steht in der Nähe von Sitzungssaal 103. Sie fragt in ein Büro: „Was haben die denn veranstaltet?“ „Ach, die Linken“, ruft eine Stimme aus dem Büro auf den Flur zurück. „Deshalb habe ich was von Stasi-Akten gehört.“
Sitzungsaal 103, 14.30 Uhr: Fast 30 Zuhörer und ein Kamera-Team drängen sich dort. Die Richterin eröffnet die Verhandlung über einen angeblichen Nazi-Vergleich des Linken-Mitglieds Gilbert Kallenborn. Eine Verhandlung, deren Entscheidung wenig später auf den 10. August vertagt werden wird. Ein Gerichtstermin, der zu diesem Zeitpunkt bereits nur eine Randnotiz ist. Linken-Abgeordnete Birgit Huonker wehrt sich in dem Verfahren gegen eine einstweilige Verfügung von Anfang Juli. 250.000 Euro Ordnungsgeld drohen ihr, wenn sie behaupten sollte, Kallenborn hätte Linken-Landeschef Linsler mit NS-Propagandaminister Goebbels verglichen.
Die linke Landtagsabgeordnete Birgit Huonker hat gestern einen Rechtsstreit gegen das Linken-Mitglied Gilbert Kallenborn vor dem Amtsgericht Saarbrücken gewonnen. Das Gericht hob eine einstweilige Verfügung auf, mit der Huonker die Behauptung untersagt worden war, Kallenborn habe den Linken Landeschef Rolf Linsler mit NSPropagandaminister Joseph Goebbels verglichen. Kallenborn will dagegen in Berufung gehen.
Mehr als 2000 Menschen sterben jeden Tag in Somalia, infolge einer Hungersnot die das Leben von 11 Millionen Menschen bedroht. Der Konflikt zwischen Al-Shabaab und der Welt verhindert den Zugang zu Hilfe, die den Hunger schlichten könnte. Einige Schlüsselstaaten könnten eine Einigung erzielen, um dem Leiden ein Ende zu setzen. Unterschreiben Sie die dringende Petition für einen humanitären Waffenstillstand und leiten Sie diese E-Mail weiter:
Im Moment sterben täglich 2000 Menschen in Somalia in einer Hungersnot die das Leben von 11 Millionen Menschen bedroht. Eine anhaltende Dürre zwang die ganze Region in die Knie, doch durch den totalen Zusammenbruch der staatlichen Strukturen und der internationalen Diplomatie wird die Hungerkrise zusätzlich verschärft. Aber wir können dem ein Ende setzen.
Am härtesten betroffen sind die Gebiete, in denen die Al-Shabaab-Milizen regieren - ein mit Terrorgruppen verknüpftes Regime. Die Isolation und der Konflikt zwischen Al-Shabaab, den lokalen Anführern und der internationalen Gemeinschaft behindert Hilfslieferungen und Handel, mit denen die Hungerkrise beenden werden könnte. Doch einige Schlüsselstaaten, einschließlich der Vereinigten Arabischen Emirate, treiben noch Handel mit Al-Shabaab — sie haben die Möglichkeit eine Einigung mit dem Regime zu treffen und und die Pattsituation, die das Leben von Millionen bedroht, zu durchbrechen.
Wir dürfen nicht zulassen, dass der Krieg gegen den Terror so viele unschuldige Menschenleben kostet. Es ist an der Zeit, dass sich die internationale Gemeinschaft und Al-Shabaab einigen, damit die notleidenden Menschen in Somalia mit Nahrung versorgt werden können. Der UNO-Sicherheitsrat trifft sich in wenigen Tagen - Appelieren wir für ein dringendes Handeln, damit die arabischen Handelspartner Gespräche mit Al-Shabaab aufnehmen, um die Hungersnot zu beenden und eine langfristige politische Lösung anzustreben:
Somalias bisher stabilste Regierung wurde im Jahr 2006 im Zuge einer von den USA angeführten Invasion zerschlagen, weil man sich eine Islamisierung fürchtete. Aber diese Strategie schlug fehl und und radikale Gruppen wie die Al-Shabaab regieren nun weite Teile von Somalia mit eiserner Faust. Die internationale Gemeinschaft stützt eine korrupte Regierung, deren Kontrolle sich auf Teile der Hauptstadt begrenzt. Im Zuge des “Kriegs gegen den Terror” wurde der Druck durch Isolation und Invasion erhöht, doch diese Politik hat niemandem geholfen und jetzt sterben Tausende von Somaliern jeden Tag. Es ist Zeit den Kurs zu ändern.
Die USA haben bereits angefangen die Anti-Terror-Gesetze zu lockern, welche Hilfslieferungen an die somalische Bevölkerung in den von Al-Shabaab besetzten Gebieten einschränken. Inzwischen gibt es offenbar zunehmend Risse bei den Aufständischen und vereinzelte Anführer sind bereit Hilfe einzulassen. Aber dies reicht nicht um die vom Hunger am schlimmsten betroffenen Menschen zu erreichen. Nur verstärkte internationale Diplomatie kann alle Parteien zur Verantwortung ziehen, um zu gewährleisten, dass die Unterstützung sicher bei den Hunderttausenden von verzweifelten Familien ankommt.
Eine von Al-Shabaabs grössten Einnahmequellen stammt aus der Abholzung von Akazien für Holzkohle, die illegal vor allem in die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Golfstaaten exportiert werden. Diese Länder können nun ihre wirtschaftlichen Verbindungen zu Al-Shabaab nutzen und eine entscheidende Vermittlerrolle einnehmen, damit der humanitäre Zugang zu den vom Hunger heimgesuchten Gebieten garantiert werden kann.
Wir brauchen dringend einen Kurswechsel für Somalia — Lassen Sie uns an den Sicherheitsrat appelieren, damit die Golfstaaten die Vermittlungsbemühungen anführen und sicherstellen, dass die Menschen in den Gebieten unter der Kontrolle der Al-Shabaab-Milizen mit lebensrettenden Nahrungsmitteln und Medikamenten versorgt werden können. Unterschreiben Sie jetzt und senden Sie diese E-Mail an alle, die Sie kennen:
Gemeinsam haben Avaaz-Mitglieder dafür gesorgt, dass nach Naturkatastrophen dringende Nothilfe die Menschen in Burma, Haiti und Pakistan erreicht und tausende von Menschenleben rettet. Jetzt wo Menschen auf der ganzen Welt entsetzt die Bilder von unterernährten Kindern sehen, können wir die maßgeblichen Länder auffordern, die Führungsstärke zu zeigen die die somalische Bevölkerung so dringend benötigt. — Lassen Sie uns nun gemeinsam mithelfen die Tragödie in Somalia zu beenden.
Mit Hoffnung und Entschlossenheit,
Luis, Stephanie, Maria Paz, Emma, Ricken, Giulia, Iain and the whole Avaaz team
Wir finanzieren uns ausschließlich durch Spenden und akzeptieren kein Geld von Regierungen oder Konzernen. Unser engagiertes Online-Team sorgt dafür, dass selbst die kleinsten Beträge effizient eingesetzt werden:
Avaaz.org ist ein weltweites Kampagnennetzwerk mit 9 Millionen Mitgliedern, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Einfluss der Ansichten und Wertvorstellungen aller Menschen auf wichtige globale Entscheidungen durchzusetzen. (”Avaaz” bedeutet “Stimme” oder “Lied” in vielen Sprachen). Avaaz Mitglieder gibt es in jeder Nation dieser Erde; unser Team verteilt sich über 13 Länder und 4 Kontinente und arbeitet in 14 verschiedenen Sprachen. Erfahren Sie hier, etwas über einige der größten Aktionen von Avaaz oder folgen Sie uns auf Facebook oder Twitter.
Die neoliberale Hegemonie ist ungebrochen. Das gesellschaftspolitische Ziel der Linken: Eine solidarisch(ere) Gesellschaft, mit abnehmender sozialer Ungleichheit, sicherem Sozialeigentum der Mehrheit der BürgerInnen, die vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben müssen bzw. deren Transfereinkommen (Familienmitglieder, Kinder, Jugendliche, Menschen in der Nachberuflichkeit, Kranke…) und weniger Ungerechtigkeit.
Dazu bedarf es einer höheren Vergesellschaftung, d.h. u.a. gesellschaftliche (nicht nur staatliche) Verfügung über den produzierten Reichtung, die Quellen des Reichtums, die Art- und Weise der Produktion des Reichtums.
Das heißt auch, dass sich die Quote für den gesellschaftlichen Zugriff auf den produzierten Reichtum weiter erhöhen muss. Die Staatsschulden sind einerseits Resultate parasitärer Ausgaben (Teile der Staatsbürokratie und Repräsentation, Militär und andere Repressivinstrumente), der “Entlastung” großen privaten Eigentums vor den Risiken des kapitalistischen Marktes (Bsp. Bankenrettung) und sie sind Ausdruck des Eingeständnisses, dass der Sozial- und Rechtsstaat seine Legitimation u.a. auch den Sozial- und Bildungsausgaben erfährt. Die Politik hat seit Jahrzehnten den Kapitaleignern von ihren Gewinnen zu wenig (!) abgenommen, um den sozialen und demokratischen Schein zu wahren. Es ist an der Zeit die angehäuften Schulden von den Gewinnern begleichen zu lassen. Das sind all jene Unternehmen, die seid Jahren zu geringe Steuern und einen zu geringen Lohn zahlen.
Die sozialen Bewegungen und die Linke müssen dazu beitragen, dass sich bei den BürgerInnen ein kritisches Bewusstsein ausbildet - Was heißt Menschenwürde konkret
- Wie möchte ich leben? Was ist dafür notwendig? Wie kann das dafür notwendige gesichert werden?
- Wie möchte ich arbeiten, damit ich ein sinnerfülltes gelingendes Leben leben kann?
- Einsichten über das Maß und die Quellen des gesellschaftlich produzierten Reichtums
- Wie viel Ungleichheit braucht / verträgt die Gesellschaft?
- Einsichten, dass privates Einkommen aus der Aneignung der Arbeitsergebnisse anderer Menschen infolge der Verfügung über die dafür notwendigen Mittel (Produktionsmittel, Boden, privatisiertes Wissen) grundsätzlich ungerecht ist
- Einsichten, über die begriffliche Verwirrung mit solchen Worten, wie Arbeitnehmer oder Lohnnebenkosten
In der Bundesrepublik akzeptieren allzu viele (stillschweigend) die strukturelle Ungerechtigkeit der Gesellschaft, wenn akzeptiert wird, dass Millionäre und Milliardäre ihren Eigentum angeblich “auf eigener” Leistung begründeten.
“Ausbeutung” hat nicht zwingend mit Hunger und Not zu tun, sondern mit der rechtlichen Garantie des bürgerlichen Staates, das private Eigentum durch die Arbeit anderer Menschen unmäßig zu mehren und daraus neue Quellen des wachsenden privaten Reichtums und politische (Bsp. Lobbyismus) und geistig-kulturelle Macht (Bsp. Medienbesitz und Zugriff) zu generieren.
Die notwendige Empörung braucht Ziele, braucht glaubhafte Alternativen, braucht die Orientierung auf konkrete Handlungen der einzelnen BürgerIn!
Bei aller Kritik an bestehenden wirtschaftlichen und politischen System muss aber deutlich werden:
1. Wir leben im reichsten Wirtschaftsraum der Welt
2. Wir leben in einem demokratischen Staat und nicht in einer Diktatur
3. Wir haben, im weltweiten Vergleich, höchste soziale Standrads.
Auch wenn klar ist, dass wir uns viele Verbesserungen vorstellen und es gute Gründe gibt diese zu fordern und wir deren Verwirklichung wirtschaftlich und ökologisch für möglich zu halten, es gibt sehr sehr viel zu verteidigen! Zur Geringschätzung über das Erreichte und bisher Bewahrte gibt es keinen Grund!
Im Gegenteil, es wäre sehr gefährlich. Erst im Augenblick des (persönlich spürbaren) Verlustes der vielen “Selbstverständlichkeiten” unserer Zivilisation scheint vielen Menschern der Wert des Verlorenen bewusst zu werden. Dann ist aber der Kampf für Veränderungen um vieles schwerer, als in der relativ “komfortablen” Situation, in der wir uns befinden!
Aber: Vielen Menschen in der Bundesrepublik fehlt heute das Bewusstsein dafür, dass sie und warum sie ein “gutes” Leben in dieser Gesellschaft/Staat führen können!
Veränderungen brauchen neue Mehrheiten!
Leseempfehlungen:
Betreff: Die INSM läuft zur Hochform auf und haut mächtig drauf
Datum: 04. Aug 2011 13:49
Hallo zusammen,
seht euch die beiden Links an lest sie mal durch, dann kommt ihr zu dem Schluss das es nicht viertel vor zwölf sondern viertel nach zwölf ist.
Denkt an Hart aber Fair als Herr Lindner Generalsekretär der FDP sagte man wolle einen Staat der sich nur auf die Kernthemen zu konzentrieren hat. Das wird jetzt umgesetzt ohne Rücksicht auf Verluste. Willkommen im Feudalismus moderner Prägung und im Ständestaat den es schon mal im 19.Jahrhundert gab.
Jetzt wird gegen Obama gehetzt und die Sozialrassisten verlassen ihren Bau und kommen an die Oberfläche. Das ist kein Wink mit dem Zaunpfahl, das ist ein ganzes Zaunfeld. Die Zeit rennt und wenn wir nichts tun, dann gute Nacht. Die Tore wurden jetzt aufgemacht.
Der Glaube an ein unendliches Wachstum, mit diesen Träumereien möchte der nachstehende Artikel aufräumen. Wer glaubt denn heute noch an diese These.
Vielleicht die Millionäre welche in ihrer immer größer werdenden Gier nach den nächsten Millionen schielen? Der Nachbar welcher einen Mercedes neidvoll ansieht und versucht beim nächsten Kauf diesen zu übertrumpfen. Wachstum ist aber nicht einseitig nur im Profit zu sehen. Auch im anhäufen von Schulden sieht man das System. So steigen Jahr für Jahr die Einnahmen des Staates und im gleichen Umfang steigen auch die Schulden. Eine Opposition sollte sich also vielmehr um die versteckten, falsch etikettierten Ausgaben kümmern.
Ist es nicht auffällig das im Dunstkreis der ARGEN immer mehr Bildungsinstitute aus den Boden schießen? Alte Industriebrachen werden zu Bildungsinstituten umfunktioniert, bei gleichzeitig offizieller Abnahme der Arbeitslosenzahlen. Jeder der heute bis fünf zählen kann eröffnet ein Bildungsinstitut oder eine Firma für Leiharbeiter. Das sind dann z.B. Gelder welche von den ARGEN bezahlt werden und unter Sozialausgaben verbucht werden. Das ist unter anderen ein Grund die Keule für steigende Sozialausgaben des Staates wiederspruchlos zu schwingen. Dieses hier soll nur als ein Beispiel für viele weitere gelten.
Tausendundeine Differenz
Biologisch gesehen besteht kein Zweifel: Wachsen, immer wieder und weiter wachsen, das geht nicht; Leben vollzieht sich als Entstehen und Vergehen.
Wenn endloses Wachstum eine logische und biologische Unmöglichkeit ist, warum verfallen dann trotzdem die führenden Köpfe der gesamten westlichen Welt seit mehr als 200 Jahren der Idee, dass Wirtschaft und Wissen stetig wachsen müssten? Weshalb kommt keine Regierungserklärung ohne Hinweise auf die Notwendigkeit des Wachstums aus? Was muss diese moderne westliche Welt, die Rationalität als ihr Markenzeichen hochhält und die sich als klügste und erfolgreichste der Menschheitsgeschichte fühlt, alles verdrängen, um das Unmögliche zum Programm erheben zu können.
Die Falle: Gier versus Neid
Der Ruf nach mehr ist sinnvoll, wenn die Diagnose “zu wenig” lautet. Warum glauben auch diejenigen, die vergleichsweise sehr viel haben, dass es noch zu wenig ist? Weil sie gierig sind, sagen diejenigen, die wenig oder nichts haben. Die sind nur neidisch, antworten empört die Reichen und Erfolgreichen. Neid gegen Gier - das ist der Höhepunkt einer politischen Dumpfbackenrhetorik, die soziale Strukturen in menschliche Eigenschaften umdichtet: So sind Politiker machthungrig, Wissenschaftler wissensdurstig, Sportler siegestrunken, Journalisten sensationsgeil und Manager geldgierig; und umgekehrt ist die Kritik an Ungerechtigkeiten nur Sozialneid.
Der Preis eines Tickets bei der Bundesbahn beträgt auf einer Strecke von Mannheim nach Hamburg zur Zeit 112 Euro. Für die gleiche Strecke zahlt der Verbraucher für ein Busticket nur 34 Euro. Gibt es eine bessere Argumentation das Ansinnen der Bundesregierung zu unterstützen welche ab dem Jahre 2012 der Deutschen Bahn AG ihr Monopol für den Fernverkehr nehmen wird?
Auf allen Fernstrecken sollen Busunternehmer in Zukunft ihren Service anbieten können. Es können auch verschiedene Unternehmen die gleiche Strecke abfahren. Die einzige Einschränkung soll dem Schutz des Nahverkehr dienen und die Haltestellen müssen 50 km voneinander entfernt sein. Der Aufhebung des Bahn-Monopol für den Fernverkehr wird aber auch in Kürze der Nahverkehr folgen. Im Gesamt gesehen ist dieser Entscheid natürlich ein großer Vorteil für den Verbraucher.
Zu diesem Thema gab es dann gestern auch eine Presseerklärung der Partei DIE LINKE mit folgenden Wortlaut:
DIE LINKE kritisiert Freigabe von Fernbuslinien
„Die Freigabe von Fernbuslinien ist eine falsche Entscheidung, denn sie führt zu noch mehr Verkehr auf den ohnehin schon überlasteten Autobahnen. Ziel ökologischer Verkehrspolitik sollte indes sein, den Verkehr mehr und mehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Und das geht nur, wenn die Bahn deutlich günstiger und attraktiver wird und nicht, wenn die Bundesregierung den Wettbewerb bei Fernbuslinien befeuert”, so Thomas Lutze, Mitglied des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag, anlässlich der Entscheidung der Bundesregierung, die sogenannten Fernbuslinien jetzt ohne Einschränkungen zuzulassen. Lutze weiter:
„Es ist auch nicht zu erkennen, dass es zu einem deutlichen Preisvorteil für die Reisenden kommen wird. Als vor Jahren die Billigflieger mit 19-Euro-Tickets warben, dachte auch jeder, man bekäme immer alles zum Schnäppchenpreis. Heute sind viele Verbindungen im innerdeutschen Flugverkehr wieder gestrichen oder preislich auf dem gleichen, hohen Niveau der Bahn. Dies wird bei den Fernbussen nicht anders sein. Die Verbraucherinnen und Verbraucher werden an dieser Reform der Bundesregierung nicht lange Freude haben.“
Was kann denn der Wähler, sprich Verbraucher mit einer solchen Aussage anfangen? Fakt ist doch: Seit den 50 ger Jahren sind alle Versuche den Schienenverkehr zu Fördern fehlgeschlagen, sowohl im Güter- als auch im Personen-verkehr. Im Güterbereich wurden für den Fernverkehr über einen Radius von 50 km hinaus Lizenzen vergeben. Diese wurden durch den Werksfernverkehr unterlaufen und da diese Lizenzvergabe in Europa ziemlich einzigartig ist, die Standorte in einem grenznahen Raum eingerichtet um innerhalb dieser 50 km die Deutsche Grenze überfahren zu können. Im Personenverkehr blieb das Monopol auf der Schiene, was an der Preisgestaltung sichtbar ist.
Die Forderung der LINKEN ist also eine Utopie welche nur real zu verwirklichen ist wenn die LINKE einmal alleine die Regierung stellt. Bis denn dieses eintreten sollte, vielleicht zwei, drei Generationen später, oder nie, müssen die Wähler leider zur Kasse gebeten werden. Das ist LINKE Politik von Spinnern welche sich dann noch fragen warum Ihnen die Leute weglaufen und sie nicht gewählt werden.
Überhaupt, wer ist Thomas Lutze Mitglied im Verkehrsausschuss? Weiß der denn überhaupt warum sich Räder drehen? Ach ja, das ist der Steinzeitkommunist welcher im letzten Jahr auf Kosten der Steuerzahler den Planeten Nordkorea besuchte um dort die Möglichkeiten des Massentourismus für Deutsche Urlauber zu erkunden. In dem Artikel “Die Abgeordneten Reise” berichteten wir darüber. Da wurde er bestimmt auf einem Büffelkarren durch die Gegend gefahren. Die Sehnsucht aus einem Käfig heraus auf die freie Welt zu sehen scheint doch bei manchen tiefer verwurzelt zu sein als viele glauben. Sarrazin würde jetzt von Genen fabulieren.
Ein jeder, der schon einmal mit seinem, durch harte Arbeit Ersparten, als Individualreisender in Asien, Amerika oder, und Afrika unterwegs war, hat das Reisen mit kostengünstigen Transportmitteln, wie einen Bus schätzen gelernt. Auch die Argumentation des Umweltschutzes ist schlichtweg falsch, weist doch ein Bus einen geringeren CO 2 Ausstoß aus, als die Bahn, da das Verhältnis von Fahrzeuggewicht zu den Passagieren besser ist.
Nachdem es einige Zeit ruhiger um ihn geworden war, bringt sich Dehm jetzt wieder mit einer einstweiligen Verfügung in den Blickpunkt. Noch am 08. 07. 2011 berichteten wir in dem Artikel “Zoff bei den Linken” über eine Rücktrittsforderung an Diether Dehm vom Landesverband der LINKEN Sachsen-Anhalt, auch dort ging es um eine einstweilige Verfügung. Nur allzu gut in Erinnerung ist uns auch immer noch dieser Hitler-Stalin Vergleich mit Wulff und Gauck über den wir seinerzeit auch auf DL berichteten.
Die große Überraschung bei all den Vorkommnissen? Wolf Biermann der ganz einfach mit einem Satz das unleidliche Thema beenden könnte schweigt! Vielleicht aber sagt uns dieses Schweigen mehr als tausend Worte?
Eines aber wird mit jedem Tag sichtbarer, diese West-Partei zerfrist sich von Innen heraus, sie zerstört sich selbst. So viel Unruhe und so viele Beschädigungen können weder von einer Basis noch von Aussenstehenden hineingetragen werden. Aber, und das ist nun einmal die Crux mit Leuten welche sich selbst und nur ihre ureigensten Interessen in den Vordergrund stellen. Und davon gibt es in der West-LINKEN einfach zuviele. Bei all diesen Selbstinszenierungen bleibt die Politik auf der Strecke und Mitglieder sowie Wähler laufen in Scharen davon, denn was bringen diese Darstellungen den Menschen welche von ihrer täglichen Arbeit leben müssen?
Zwei Erklärungen von Diether Dehm:
Mit dem Vorwurf, als 23jähriger die DDR für das bessere Deutschland gehalten und so gehandelt zu haben, kann ich leben: Was ich über die Bundesrepublik, die Deutsche Bank und deren Naziverbindungen erfuhr, stellt alles Miese der DDR noch heute in tiefen Schatten.
Seit Biermann zum Treiber für alle fünf NATO-Kriege und für Atomkraft konvertiert ist, könnte ich sogar die Lüge verdauen, gegen ihn gearbeitet zu haben. Aber die MfS-Akte sagt, was Wallraff und er selbst bestätigen: Ich habe damals nur FÜR Biermann gearbeitet - und gegen die Stasi. Weshalb das MfS mich kurz nachdem ich 1977 Biermanns Manager wurde - aktenverbrieft - 1977/78 zum Staatsfeind stempelte, in die DDR-Einreisefahndung legte und die IM-Anwerbung aufgab (Originalton MfS: weil er die Richtigkeit der Entscheidungen der Staatsführung zu Bahro und Biermann nicht einsah). Beiliegende und nun rechtskräftig gewordene Unterlassung der Pressekammer des Landgerichts Hamburg bestätigt nun noch einmal: Ich habe nie Biermann für das MfS unter Kontrolle gehalten und dafür Geld bekommen.
Diesen Artikel dürfen wir immer noch unzensiert lesen:
Der Fall Diether Dehm
von Hubertus Knabe
Nach der Ausbürgerung des DDR-Liedermachers Wolf Biermann im November 1976 blieb ihm die Stasi auch im Westen auf den Fersen. Bis ins Detail war sie nicht nur über seine Auftritte in Westdeutschland informiert, sondern auch über seine finanzielle Lage, Probleme mit der Plattenfirma und seine persönliche Situation. Als ergiebige Quelle erwies sich dabei insbesondere der Frankfurter Liedermacher Diether Dehm und dessen Lebensgefährtin Christa Desoi, die beim Ministerium für Staatssicherheit (MfS) die Decknamen „Willy“ und „Christa“ trugen.
Dehm, der seinerzeit unter dem Künstlernamen Lerryn auftrat und heute Mitglied des Bundesvorstandes der PDS ist, war erstmals 1970 von einem Stasi-Mitarbeiter bei einem sogenannten Antifa- Jugendlager kontaktiert worden. Im Auftrag der DKP-Zeitung „Unsere Zeit“ nahm er 1971 am II. Festival des politischen Liedes in der DDR als Berichterstatter teil. Bei einer „Aussprache“ mit einem Stasi-Mitarbeiter im Zentralhaus für Kulturarbeit in Leipzig erklärte er den Akten zufolge im Juni 1971 “seine Bereitschaft zur Unterstützung”.
Für Dezember vermerkte die Stasi seine Werbung „auf der Basis der politischen Überzeugung“, wobei ihn das MfS zunächst als Perspektiv- IM „Dieter“ führte. [ 1 ]
Diether Dehm gehörte seit 1967 der SPD an, wollte aber gern der DKP beitreten, was ihm jedoch von der Stasi ausgeredet wurde.
Heute sitzt er für die Partei DIE LINKE im Deutschen Bundestag. Für das MfS beschaffte er in den siebziger Jahren zahlreiche „operativ verwertbare Informationen“ über die Jungsozialisten und den SPD Unterbezirk Südhessen, über linke politische Gruppierungen und die Universität Frankfurt, über das Bundesministerium für Forschung und Technologie, die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, über westdeutsche Künstlermilieus und weitere Themen.
Regelmäßig erhielt er von der Stasi entsprechende Aufträge. Da er als linker Liedermacher im Wahlkampf der SPD eine wichtige Rolle spielte, konnte er auch über seine Gespräche mit sozialdemokratischen Parteigrößen berichten. Auf Geheiß der Stasi sollte er insbesondere die Verbindung zum damaligen SPD-Finanzminister Matthöfer intensivieren und sich um den Posten des Wahlkreissprechers bemühen. [ 2 ] Mengenweise übermittelte er der Stasi aus seinem Umfeld nachrichtendienstlich relevante „Personenhinweise“, zum Teil mit „Bildmaterial“.
Seine Lebensgefährtin Christa Desoi wurde in die Beziehungen zum MfS nach und nach einbezogen und der überlieferten IM-Akte zufolge im März 1976 von Oberleutnant Notroff angeworben. „Die Kandidatin“, so heißt es in dem obligatorischen Werbevorschlag, „ist zur Übernahme konkreter Aufgabenstellungen bereit und erfüllt diese zuverlässig, ehrlich und mit entsprechender Eigeninitiative“. Es folgt eine Auflistung der bereits vor der Werbung von ihr „erarbeiteten“ Informationen. [ 3 ] „Christa“ traf sich Ende der siebziger Jahre etwa alle sechs Wochen mit ihrem Führungsoffizier in Ostberlin, die Flugkosten übernahm der Staatssicherheitsdienst. Wie „Willy“ legte sie dabei großen Wert auf Konspiration. Auch „Christa“ belieferte die Stasi mit einer großen Zahl von Informationen: von Rudi Dutschkes Bemühungen, eine neue sozialistische Partei zu gründen, über ein internes Gespräch mit Karsten Voigt zur Vorbereitung des SPD Wahlkampfes in Frankfurt bis hin zu ausführlichen Berichten über die Arbeit der Jungsozialisten oder den Pfingstkongress des Sozialistischen Büros. Auch Mitgliederlisten der Falken und ihres SPD-Ortsvereins sowie nachrichtendienstlich nutzbare Personenhinweise übergab sie der Stasi. Einem undatierten „Komplexauftrag“ zufolge sollte sie zudem für die HVA die Universität Frankfurt und insbesondere deren Fachbereich 3 ausspionieren, wo sie verschiedene Vorlesungen belegte. Die Stasi interessierten dabei die führenden Professoren und Mitarbeiter, die politischen Gruppierungen sowie Studenten, die eine positive Einstellung zur DDR hatten. [ 4 ]
Diether Dehm und Christa Desoi hatten Wolf Biermann schon kurz nach dessen Ausbürgerung kennengelernt. Die Verbindung war durch den Schriftsteller Günter Wallraff vermittelt worden, bei dem der heimatvertriebene Dissident in den ersten Monaten wohnte. Im Februar 1977 erteilte das MfS dem IM „Willy“ den Auftrag, den Kontakt zu Wolf Biermann zu festigen.
Obgleich „Willy“ der Ausbürgerung kritisch gegenüberstand, konnte die Stasi mit seiner Hilfe schon wenige Wochen später ausführlich „über gegenwärtige Aktivitäten zur Person Biermann im Operationsgebiet“ berichten. [ 5 ]
Tatsächlich vermochte sich der geschäftstüchtige Liedermacherkollege Dehm rasch in Biermanns Vertrauen einschleichen. Gegen Zahlung einer Provision übernahm er es, seine Konzerte im Westen zu managen. Christa Desoi bemühte sich ebenfalls um einen engen persönlichen Kontakt. Auf Vermittlung Biermanns verbrachte auch Jürgen Fuchs im Juli 1978 mit seiner Familie seinen Sommerurlaub im Landhaus des Agentenduos. Auf diese Weise war die Stasi in den kritischen Monaten nach der Ausbürgerung aus erster Hand über Biermanns Reaktionen und seine weiteren Pläne informiert. „Christa“, die laut IM-Akte als Instrukteurin von „Willy“ fungierte, berichtete unter anderem detailliert über Biermanns vorgesehene öffentliche Auftritte, beispielsweise bei einer Konzerttournee im April 1978, einschließlich der zu erwartenden Einnahmen. In dem entsprechenden Bericht informierte sie zugleich über seine persönliche Lage, insbesondere über das komplizierte Beziehungsgeflecht zwischen ihm, seiner Frau und Sybille Havemann: mit beiden Frauen hatte er ein gemeinsames Kind. [ 6 ] Aus den Spitzelberichten fertigte der Staatssicherheitsdienst sogenannte Informationen, in denen Biermanns Konzerte schon in der Planungsphase MfS-weit angezeigt wurden und um „Unterstützung bei der weiteren Aufklärung, Kontrolle und Überwachung“ gebeten wurde. [ 7 ]
Die Stasi kannte Biermanns persönliche Befindlichkeit, seine politischen Aufassungen, wirtschaftlichen Einkünfte und sein Mißtrauen gegenüber möglichen MfS-Spitzeln. Durch „Willys“ und „Christas“ Berichte konnte sie insbesondere die tiefe künstlerische und politische Krise betrachten, in die Biermann durch seine Ausbürgerung geraten war. In einer Information vom Februar 1977 hieß es beispielsweise, daß Biermann zehn Wochen nach seiner Ausbürgerung noch „äußerst labil und mitunter ausgesprochen hysterisch“ sei. Vor allem von trotzkistischer Seite, von der SPD und von der spontanen Linken gebe es Bestrebungen, ihn für sich zu gewinnen. „Biermann selbst verkraftet diese vielseitigen Bemühungen offensichtlich nicht, denn er ist völlig unsicher und holt sich ständig Rat bei Wallraff und dem IM. Eine selbständige Entscheidung hinsichtlich der weiteren Arbeitsbasis traut er sich nicht zu fällen“. [ 8 ]
Tatsächlich war Wolf Biermann zu diesem Zeitpunkt von falschen Freunden regelrecht eingemauert. Die Stasi-Akten dokumentieren eindrücklich, wie er nach seiner Ausbürgerung politisch neutralisiert wurde. Eine Schlüsselrolle spielten dabei sein damaliger Gastgeber Günter Wallraff und das Agentenduo „Willy“ und „Christa“. Als Konzertmanager konnte Diether Dehm direkten Einfluß darauf nehmen, wo und wann Wolf Biermann auftrat. Ausgerechnet in der Bundesrepublik hing der bisherige Staatsfeind Nr. 1 damit auf unsichtbare Weise an den Strippen des Staatssicherheitsdienstes. Wie die Einflussnahme funktionierte, beschreibt eine MfS-Information vom März 1977, derzufolge Biermann mit einem „BRD-Liedermacher“ einen Vertrag geschlossen hatte, der die Beratung für die Annahme oder Ablehnung von Einladungen zu Veranstaltungen westdeutscher politischer Gruppierungen beinhalte. „Es konnte durch diese Möglichkeit bisher verhindert werden, daß Biermann direkt durch die Frankfurter Initiative ‘Freiheit der Meinung, der Kunst und der Wissenschaft in West und Ost’ für deren feindliche Tätigkeit genutzt wird. Mehrere Anträge [...] konnten dadurch abgeblockt werden“. [ 9 ]
Zugleich wurde Biermann politisch-psychologisch unter Druck gesetzt. So berichtete „Christa“ der Stasi von den intensiven Bemühungen seiner „Freunde“, ihn von öffentlichen Äußerungen über die DDR abzuhalten. Anlass dazu bot eine Veranstaltung im März 1977, bei der es zu heftigen Diskussionen mit Vertretern kommunistischer Splittergruppen gekommen war. Nach dieser Erfahrung habe Biermann erklärt, daß er sich in Zukunft „auf die Ratschläge seiner Freunde (Wallraff) verlassen und nicht mehr selbständig bei derartigen Veranstaltungen in Erscheinung treten“ wolle. Für die nächste Veranstaltung sei festgelegt worden, dass Biermann keine Fragen aus dem Publikum beantworte. [ 10 ] Im April 1977 berichtete „Christa“ erneut von „ernsthaften Auseinandersetzungen“ zwischen Biermann und seiner engeren Umgebung. Auslöser war seine Teilnahme an einer Solidaritätsveranstaltung für die Charta 77.
„Versuche, Biermann von dieser Verbindung fernzuhalten, bzw. eine Beteiligung an der Veranstaltung zu verhindern, verliefen negativ, da Biermann entgegen erst gegebenen Zusagen - dass er nicht an dieser Veranstaltung teilnimmt - dann doch dorthin fuhr“. [ 11 ] Anschließend wurde Biermann von Wallraff und Dehm zur Rede gestellt, die ihn, dem Spitzelbericht zufolge, „von derartigen Personenkreisen und einer Ausnutzung durch diese fernhalten wollten“. [ 12 ]
Im Juni 1977 vermeldete die Stasi, „im Ergebnis offensiver Massnahmen“ sei erreicht worden, „daß Biermann schriftliche und mündliche Anfragen für Auftritte an eine Person zur Begutachtung und Beratung wieterleitet“ - gemeint war sein Manager Diether Dehm. Hierdurch sei es gelungen, mehrere Auftritte Biermanns bei DDR-kritischen Veranstaltern zu verhindern. Die betreffenden Initiativen seien direkt an den Liedermacher herangetreten, von diesem jedoch an seinen „Berater“ weiterverwiesen worden. Nachdem Letzterer seine Ablehnung mitgeteilt hätte, seien von ihnen keine weiteren Anträge für einen Auftritt Biermanns gestellt worden. Positive Reaktionen habe hingegen in Biermanns Umgebung sein Lied zur Zulassung der spanischen KP hervorgerufen, und man hoffe, „daß Biermann in dieser Richtung weitermacht und sich aktuellen Erscheinungen in der BRD zuwendet“. [ 13 ]
Wie zufrieden die Stasi mit ihrem Agentenpaar war, geht aus einem von Generalmajor Kienberg bestätigten „Vorschlag“ vom November 1977 hervor, den IM „Willy“ mit einer Geldprämie in Höhe von 500 DM auszuzeichnen. In der Begründung hieß es: „Der IM arbeitet zuverlässig, auf der Basis der politischen Überzeugung mit dem MfS zusammen. Durch eine hohe Einsatzbereitschaft des IM ist es gelungen, Biermann nach dessen Ausbürgerung im Operationsgebiet zeitweilig gut unter Kontrolle zu bekommen. Der IM erarbeitete wertvolle Informationen zur Person des Biermann, dessen Pläne und Absichten sowie der politischen Wirksamkeit. Durch den Einsatz des IM konnten einige geplante Veranstaltungen feindlicher Kräfte und damit die Ausnutzung Biermanns für deren Zwecke verhindert werden.“ [ 14 ] Auch “Christa” wurde den Akten zufolge mit einer Geldprämie von 500 DM ausgezeichnet, weil sie wesentlich dazu beigetragen habe, „daß der Biermann nach seiner Ausbürgerung inoffiziell unter Kontrolle gebracht werden konnte“. [ 15 ]
Nach Überwindung seiner ersten Unsicherheit im Westen befreite sich Biermann jedoch aus dem Einflußgeflecht. In einem Bericht vom November 1977 erfuhr die Stasi, daß es zu einem massiven Streit gekommen sei, weil Biermann Wallraffs damalige Freundin als Agentin der DKP bezeichnet hatte, die zielgerichtet auf ihn angesetzt worden sei. [ 16 ] Im Juli 1978 kündigte er den Vertrag mit seinem Manager und organisierte seine Konzerte hinfort selbst. „Christa“ und „Willy“ teilten der Stasi aber mit, dass sie weiterhin guten Kontakt zu Biermann hätten. [ 17 ] Biermann wollte, wie es in einem MfS-Bericht heißt, „Christa“ und „Willy“ auf der Hülle seiner neuesten Platte sogar seinen Dank für ihre Unterstützung aussprechen. [ 18 ] Wenig später beschaffte „Willy“ der Stasi eine Kopie von Biermanns Stempel. [ 19 ] Kurz darauf versiegten die Quellen „Willy“ und „Christa“ jedoch, weil, wie ihr Führungsoffizier schrieb, im Dezember 1978 der Kontakt zu ihnen „abbrach“ - trotz mehrfacher Mahnungen und telefonischer Zusagen kamen die inoffiziellen Mitarbeiter nicht mehr zum Treff. [ 20 ]
Fußnoten:
[ 1 ] Hauptabteilung XX/5/1: Bericht über [die] durchgeführte Kontaktaufnahme zu Diether Dehm vom 25.6.1971; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil I, Band 1, Bl. 135. Hauptabteilung XX/5: Abschlußbericht zum IM “Willy”, Reg.-Nr. XV/2180/71, vom 1.12.1980; ebenda, Bl. 284.
[ 2 ] HA XX/5/I: Treffbericht PIM “Willy” vom 3.7.1975; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil II, Band 1, Bl. 201-205, hier: 202.
[ 3 ] Hauptabteilung XX/5: Vorschlag zur Werbung vom 15.3.1976, von Generalmajor Kienberg bestätigt; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil I, Band 1, Bl. 31-41, hier: 38.
[ 4 ] [Ohne Autor, ohne Datum:] Komplexauftrag; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil I, Band 1, Bl. 121.
[ 5 ] [Ohne Autor, ohne Datum]: Über gegenwärtige Aktivitäten zur Person Biermann im Operationsgebiet; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil II, Band 1, Bl. 242-246.
[ 6 ] [Oberleutnant Notroff/"Christa":] Hinweise über Aktivitäten Biermanns [...] vom 26.1.1978; BStU, ZA, ZMA XX 20 001, Bd. 8, Bl. 215-218. In handschriftlicher Form ist der Bericht auch in der IM-Akte von “Christa” abgeheftet; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil II, Band 1, Bl. 111-112a.
[ 7 ] Hauptabteilung XX/5: Information vom 3.2.1977; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil II, Band 1, Bl. 238-240, hier: 238f.
[ 8 ] Ebenda.
[ 9 ] Hauptabteilung XX/5: Information vom 8.3.1977; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil II, Band 1, Bl. 261f.
[10 ] Hauptabteilung XX/5: Information vom 8.3.1977 ; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil II, Band 1, Bl. 74-76, hier: 75.
[11 ] Ohne Autor, ohne Datum: Über gegenwärtige Aktivitäten zur Person Biermann im Operationsgebiet; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil II, Band 1, Bl. 242-246, hier: 243.
[12 ] Hauptabteilung XX/5: Information vom 27.4.1977; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil II, Band 1, Bl. 86.
[13 ] Hauptabteilung XX/5: Information vom 13.6.1977; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil II, Band 1, Bl. 87f.
[14 ] Hauptabteilung XX/5: Vorschlag zur Auszeichnung des IM “Willy” vom 4.11.1977; BStU, ZA, AIM 4166/81, Teil I, Band 1, Bl. 191.
[15 ] Hauptabteilung XX/5: Vorschlag zur Auszeichnung des IM “Christa” vom 4.11.1977; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil I, Band 1, Bl. 82.
[16 ] Hauptabteilung XX/5: Information vom 24.11.1977; BStU, ZA, AIM 3965/81, Teil II, Band 1, Bl. 104f.
[17 ] Hauptabteilung XX/5: Information vom 27.9.1978; ebenda, Bl. 173-175, hier: 174.
Da schrieb uns doch heute eine guten Mailbekannte aus dem Bundestag mit der Bitte an, doch auch einmal etwas gutes über die Linke auf DL zu schreiben. Den Link dieses Ereignisses sandte sie gleich mit. Wir hatte ihr neulich innerhalb eines regen Gedankenaustausch mitgeteilt das wir gerne auch über gute Neuigkeiten berichten würden, wozu es aber leider sehr selten Anlass geben würde.
So machen wir das denn heute mal, guten Freunden erfüllt man gerne Wünsche. Wer das denn wohl sei? Das wird natürlich nicht verraten, aber es ist nicht die rote Bremse vom Emscher Strand ! Nein, nein eine Dame aus einer anderen Ecke dieses Landes. Das Thema ist ja auch in Brandenburg aktuell. Ach ja, mit der roten Bremse ist nicht das bekannte Insekt gemeint.
So ist das Urteil des Pfarrers in seinem Gutachten über den Kirchenpolitiker Stolpe vernichtend. Neubert kommt zu dem Schluss, dass Stolpe durch seine geheimen Dauerkontakte zum Ministerium für Staatssicherheit (MfS) jahrelang vorsätzlich für ihn verbindliches kirchliches Recht gebrochen und gegen den innerkirchlichen Codex verstoßen hat und sich über den Charakter und die Folgen seiner Zusammenarbeit mit der Stasi als nützlicher Handlanger bei der Überwachung und Disziplinierung der Kirche im klaren war. Durch seine Zusammenarbeit mit dem MfS die DDR-Opposition im Umfeld der Kirche behindert und der SED geholfen hat, die DDR-Gesellschaft unter Kontrolle zu halten. (Spiegel)Stolpes Stasi-Kontakte haben Aufarbeitung verhindert.
Stolpes Stasi-Kontakte haben Aufarbeitung verhindert
Brüche auch bei Grünen undLiberalen
Auch die brandenburgische SPD bezieht vom Gutachter Schelte. Der Befund, zu dem der Theologe und frühere DDR-Bürgerrechtler Ehrhart Neubert kommt, ist inzwischen eine unumstößliche Tatsache: Die SPD hatte wegen der Stasi-Kontakte ihres langjährigen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe kein Interesse, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Neubert bescheinigt dem SPD-Landeschef und heutigen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck zwar, dass er Fehler eingeräumt habe, gleichzeitig werde aber immer wieder darauf verwiesen, dass Stolpe Opfer einer „Kampagne“ gewesen sei, die angeblich einen machtpolitischen Hintergrund gehabt habe. Es habe eine Verklärung stattgefunden, den Ostdeutschen sei eine unterschiedslose Kollektivbiografie verpasst worden. Die Stolpe-Debatte habe dazu geführt, dass es keine Stasi-Überprüfungen etwa der Abgeordneten mehr gab.
Die Beurteilung der Linken hingegen fällt auffallend positiv aus. Die Partei „ging und geht offen mit ihrer DDR-Vergangenheit um“, heißt es im Gutachten von Mario Niemann vom Historischen Institut Rostock. Zwar hatte die PDS/Linkspartei nach der Wende die meisten Abgeordneten mit Stasi-Vergangenheit oder einstige SED-Kader im Parlament, dennoch sei die Partei selbstkritisch mit ihren Verstrickungen umgegangen. Dazu gebe es eine Vielzahl innerparteilicher Debatten, Beschlüsse und Veröffentlichungen. Laut Niemann habe der Druck unter Rot-Rot sogar noch zugenommen. Die Stasi-Enthüllungen unmittelbar nach Regierungsbildung 2009 hatten die Koalition vor eine erste Zerreißprobe gestellt. So mussten die enttarnten Stasi-IMs Renate Adolph und Gerd-Rüdiger Hoffmann die Linkenfraktion im Landtag verlassen, weil sie den „Offenlegungsbeschluss der PDS von 1991“ nicht eingehalten hatten.
An die Landesschiedskommission DIE LINKE Saar
An die BSchK DIE LINKE /Berlin
Betreff: der Az. LSK Reg 34/11 und BSchK 102 b /2010 Vollz.
Wahlanfechtung KV 66740 Saarlouis v.30.5.2011 und 12.6.2011
Anträge
ich rüge, das hier an den Wahlanfechtern vorbei ein Termin anberaumt wurde (12.August 2011) der untragbar ist sowie ein “Beweisbeschluss” erlassen wird welcher der keine Beweise erbringt sondern diese verhindert.
Die LSK Saar, wie zuvor in meinem Verfahren Reg 14/10 Ensdor, unterdrückt die Vorlegung der Wahlunterlagen gem. § 13 WO
1.) Ich beantrage: Diese (versiegelten) Wahlunterlagen gem.§ 13 WO vorzulegen und in öffentlicher Sitzung vor Zeugen (Ast) zu öffnen.
2.) Beantrage ich: Der KV-Vorstand MdL Schumacher soll die Listen seiner “neuen Mitglieder” vorlegen, welche aussagen wie lange diese schon Mitglied der Partei sind.
Urplötzlich, mitten in der Wahl trat Gen. Katja Groeber vor und erklärte: Es seien nicht 50, sondern nun 61 Wähler anwesend !
Ich beantrage, Katja Groeber als Zeugin zu laden sie ist Geschäftsführerin der Fraktion die Linke im Landtag
3.) Beantrage ich anstelle der LSK” ersonnenen” Zeugen Illhard und Albrecht bzw. zuzüglich zu diesen Wahl Abwesenden, den der Wahl anwesenden Zeugen
Helmut Kokoschka, aus Saarlouis
Mitglied der Wahlkommission der angefochtenen Wahlen; zu laden.
4.) Erkläre ich, das ich ohne die Einbeziehung der versiegelten Wahlunterlagen welche der KV-Vorsitzende Schumacher, wie er in einem SZ - Interview erklärte, bei sich sorgsam aufbewahrt,
den anberaumten Termin nicht wahrnehmen werde. Ich bin nicht bereit mich für einem Schauprozess zur Verfügung zu stellen.
Da bereits der Einspruch “Pappschachtelwahl” über ein Jahr verschleppt wurde, liegt die Vermutung nahe, das gleiches wieder eintreten könnte. Auch zur damaligen Zeit wurde viele Male die Einsicht in die aufzubewahrenden Unterlagen ohne Ergebnis eingefordert. Später dann wurden Außenstehende beschuldigt diese Unterlagen wissentlich vernichtet zu haben.
In Berlin wurden unterdessen “Erklärungen an Eides statt” vorgelegt welche sich nach Meinung der Wahlanfechter als Falschaussagen erwiesen haben. Die Aussage Biefeld ist
>- Hier -< als Beispiel einsehbar. Eine zweite Kopie liegt DL vor.
5, ) beantrage ich: zum Beweis der falschen Aussagen und Manipulationen welche ungebremst weitergehen Schumacher: “Es gab keinen Antrag Kallenborn auf geheime Wahl” durch den Antragsgegner Schumacher, erneute perfide Wahlfälschungslüge zum Machterhalt, als Zeugen die seinerzeits Beschuldigten JF und KF als vorzuladen.
Der 13. August 1961 und linke Strategien im 21. Jahrhundert
Wenn den bisher Herrschenden wirtschaftliche und politische Macht entwunden werden soll, um eine solidarischere Gesellschaft, mit weniger sozialer Ungleichheit und vollkommenerer Demokratie in Politik und Wirtschaftsleben, zu verwirklichen, ist mit deren (international organisierten) Widerstand zwingend zu rechnen.
Diese Transformationsprozesse werden, wenn überhaupt, weltweit in starker Ungleichheit und Ungleichzeitigkeit verlaufen.
Unsere, die eurozentristische Welt, ist ein Auslaufmodell. Die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Kräfte Asiens, Afrikas und Lateinamerikas werden die globalen
Kräfteverhältnisse und politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse gravierend verändern.
Bürgerliche politische Freiheiten, der Schutz des Eigentums und die politischen und sozialen Menschenrechte geraten in sich rasant und fundamental verändernde Kräfteverhältnisse und politisch- ökonomischen Ziele.
Am 13. August baute die Sowjetunion und die DDR mit ihren Verbündeten die Mauer. So verschafften sich die SED und die KPdSU eine Atempause gegen das Ausbluten der DDR und sorgten im Blockübergreifenden Interesse für eine Stabilisierung, ja Überwindung der Friedens gefährdenden Instabilität der Machtbalance zwischen Ost und West. Diese „Atempause“ sollte nun genutzt werden, den Sozialismus an Produktivität, Konsum und Lebensweise dem Westen überlegen zu machen, so dass die Mehrheit der Menschen freiwillig im Ostblock verbliebe und am Aufbau des Sozialismus engagiert mitwirkte.
Diese Ziele wurden verfehlt.
Der ökonomische Wettbewerb in Produktivität, Wirtschaftswachstum und Konsum schlug fehl, hinzu kamen die Lasten der Finanzierung der militärischen Balance.
Die Menschen in der geteilten Nation, vielfältig kommunikativ – auch ohne Internet – miteinander verbunden (Reisen, Post- und Telefonverkehr, mediale Erreichbarkeit), verglichen weiterhin die „Leistungsfähigkeit“ der Systeme.
Der Vergleich ging zu Ungunsten der DDR und des Ostblocks aus. Letztlich opferten die Ideologen des Ostens die Ziele einer anderen Lebensweise, weniger Haben und mehr Sein (im Sinne Erich Fromm´s), diesem – ökonomisch und ideologisch verlorenem – Wettbewerb.
Wie würde sich dieser Vergleich und die damit zu führende Auseinandersetzung mit Kultur und Lebensweise in einem „Transformationsprozess“ der Zukunft gestalten? Wohin würde es die Mehrheiten ziehen?
Aber der Real-Sozialismus scheiterte noch an etwas anderem, wofür die Mauer und das damit verbundene politische Regime des Misstrauens, des Absolutheits- und Unfehlbarkeitsanspruches der Partei (SED) stehen. Es gelang nicht, aus verschiedenen Gründen, Sozialismus und Freiheit, Sozialismus und eine neue Qualität gelebter Demokratie miteinander zu verbinden.
Wie werden die „Transformer“ der Zukunft mit diesem wahrscheinlich drohenden Dilemma umgehen: Einerseits kann es eine solidarischere und weniger ungleiche Gesellschaft nur unter den Bedingungen ausgeweiteter und qualifizierter politischer Partizipation gelingen. Andererseits wird es angesichts vielfältiger Schwierigkeiten beim Finden der Wege in eine neue Gesellschaft Zweifler, Enttäuschte und Widerständige geben. Wie werden internationale Kapitalmächte auf ihre schrittweise Entmachtung reagieren? Doch sicher mit vielfältigem und im schlimmsten Falle gewaltsamen kulturellem, ökonomischen, polizeilichen und militärischen Widerstand?
Wie können unter solchen Bedingungen uneingeschränkte politische Freiheiten und Frieden im Inneren und nach außen gewahrt werden? Welche reale Ausgestaltung können die Menschenrechte mit den vorhandenen ökonomischen, politischen und kulturellen Ressourcen erfahren?
Wer es sehen will, der kann verstehen, die SED und der Ostblock standen 1961 vor einem Dilemma. Entweder Verlust der DDR, dass Eingeständnis des Scheiterns des Versuchs eine dem Westen überlegene Gesellschaft aufzubauen oder Mauerbau, Trennung der unauflösbaren Beziehung zwischen Sozialismus und Demokratie und – sollte daraus kein Ausweg gefunden werden – der Weg in eine Sackgasse und letztlich ebenso das Ende dieses konkreten Ausbruchs aus der kapitalistischen Welt. Das haben wir 1989/90 erlebt.
Die Fragen der Demokratie, der Freiheit, der Menschenrechte und neuer Formen der
wirtschaftlichen Vergesellschaftung im Transformationsprozess der DDR und des gesamten
Ostblocks (Aufbau und Entwicklung des Sozialismus) wurden nicht gelöst.
Ein dritter Weltkrieg wurde vermieden. Die Ostblockstaaten kapitulierten. Jedoch, nach 1989 trat nicht die erhoffte Friedensdividende aus dem Ende des kalten Krieges ein. Im Gegenteil, heute sind die weltweiten Rüstungsausgaben höher als 1989 und es gibt gegenwärtig mehrere Kriege und für neue werden die politischen und militärischen Voraussetzungen geschaffen. Alte und neue Rivalitäten um die Ressourcen des Planeten, alte und neue imperiale Machtansprüche zeichnen sich ab.
Die „alte Welt“, (West-Europa und die USA, werden in naher Perspektive ihre Dominanz, ihre Hegemonie verlieren.
Auch das sind die Rahmenbedingungen linker Transformationsstrategien der Zukunft.
Nachbemerkung: „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ und die Einschränkung von Menschenrechten in Transformationsgesellschaften Lateinamerikas und Asiens sind heute schon eine allgegenwärtige Tatsache.
Was sind angemessene Antworten darauf?
Ich bin der Überzeugung, mit den Denk- und Wahrnehmungsmustern des 20. Jahrhunderts und mit den verbreiteten Ängsten vor solchen Fragen kann die Linke keine Antworten finden. Vor gelingenden Gesellschaftsstrategien und mit deren Entstehung in demokratischen und sehr widerspruchsvollen Prozessen steht die Einsicht, dass Linke und DIE LINKE vor der steten Herausforderung der Selbstveränderung stehen. Das erfordert Mut und das Eingeständnis, dass eine andere Zukunft nicht ohne neue Risiken zu haben ist.
Bernd Wittich Ludwigshafen, 1. August 2011
DER SIEG, DER EINE NIEDERLAGE WAR
Zum 50. JAHRESTAG DES BAUS DER BERLINER MAUER
Für die DDR war er der «antifaschistische Schutzwall», für den Westen das «Einmauern» eben dieses Landes. Die Spaltung Deutschlands und der Welt in zwei feindliche Blöcke war nun durch eine Betonmauer manifestiert. Ihre Errichtung sollte das Ausbluten des Ostens verhindern und damit die latent existierende Gefahr einer Veränderung der Grenzen der europäischen Nachkriegsordnung verhindern. Die politischmoralische Wertung der damaligen Ereignisse und ihrer Folgen, der Abschottung eines Staates, der das bessere Deutschland verkörpern sollte, ist eindeutig. Die Massenfluchten aus der DDR bis 1961, die versuchten Grenzdurchbrüche und vor allem die Toten an Mauer, Staatsgrenze West und auf der Ostsee waren für viele der tagtägliche Beweis, dass der Versuch einer neuen Gesellschaft scheiterte, dass die Bürger der DDR sich unfrei fühlten und oft um jeden Preis raus wollten.
Die oft rein materiellen Beweggründe für den Wechsel in den anderen Teil Deutschlands, der sie als eigene Staatsbürger mit offenen Armen und als begehrte, weil qualifizierte Arbeitskräfte aufnahm, werden dabei leicht übersehen.
Angesichts der gezielten Delegitimierung der DDR und des realen Sozialismus tritt die Untersuchung der historischen Rahmenbedingungen für diese letztlich folgenschwere Entscheidung der politischen Führungen in der Sowjetunion und der DDR zurück. Ihnen muss aber nachgegangen werden: Dem Umstand, dass die Krise um die beiden deutschen Staaten und Westberlin jederzeit einen Nuklearkrieg provozieren konnte; den Beweggründen in beiden Blöcken, einen Ausweg aus dem Dilemma zu finden; der wirtschaftlichen Schwäche und der ökonomischen Angreifbarkeit der DDR; den Schwierigkeiten, einen Sozialismus aufzubauen, vor dem niemand weglaufen mochte. Zugleich erhebt sich die Frage, ob die DDR die Chance nutzte, sich auf eigener Grundlage zu entwickeln und den Sozialismus attraktiver und effektiver zu gestalten.
Heute wurden wir auf den Aufruf des Förderkreis Sasel aufmerksam gemacht, dessen Ausfruf wir hier gerne verbreiten helfen.
Sozialverträglichkeit nach Art des DGB
Der DGB Vorsitzende Michael Sommer und der Geschäftsführer des DGB Bildungswerkes haben bei jeder Gelegenheit in die Öffentlichkeit hinausposaunt, dass die Schließung der Bildungsstätten Hamburg und Niederpöcking sozialverträglich erfolgen wird. Was die unter sozialverträglich verstehen will ich hiermit zur Kenntnis geben. Am 28. Juli 2011 haben die Beschäftigten des Bildungszentrums Niederpöcking, die im so genannten Personalhaus wohnen, die Kündigung ihrer Wohnungen von Dieter Eich erhalten. Daraus geht hervor, dass die Mieter zum 31. Dezember 2011 aus ihren Wohnungen raus müssen (Ein schönes Weihnachtsgeschenk des DGB). Dabei stört es den Eich anscheinend nicht, dass es Kündigungsfristen zwischen sechs und neun Monaten gibt. Nach Adam Riese laufen diese von August 2011 bis April 2012. Verträge, die vom Bildungswerk mit Kolleginnen und Kollegen geschlossen wurden, werden einfach ignoriert.
Man will den Kolleginnen und Kollegen buchstäblich den Boden unter den Füßen und das Dach über dem Kopf wegziehen. Nachdem es sich, laut Eich, um Werkswohnungen handelt, weist er lapidar darauf hin, dass der Betriebsrat zu der Angelegenheit angehört wurde. Er fand es aber nicht der Mühe wert, das Ergebnis dieser Anhörung an die Kündigung anzuhängen, was bei Kündigungen sonst üblich ist.
Die Mieter werden sich das nicht bieten lassen. Die Situation wird eskalieren. Die Medienwelt wird sich die Finger abschlecken wenn sie sich an der höchst unsozialen Vorgehensweise von Gewerkschaften laben kann. Darauf können die Mieter, deren Existenz zerstört wird, keine Rücksicht nehmen. Die haben nichts mehr zu verlieren. Den Arbeitsplatz und die Wohnung haben sie schon verloren.
Ich frage mich, wie lange eine Frau Sehrbrock, ein Herr Eich und ihre Lakaien ihr Unwesen noch treiben können. Wird nur in den Bildungsstätten Hamburg und Niederpöcking abgebaut? Was ist mit dem Wasserkopf in Düsseldorf wenn nur noch eine Bildungsstätte übrig bleibt? Einzig und allein die betriebliche Altersversorgung eines Dieter Eich kann als sozialverträgliche Lösung bezeichnet werden.
Wir werden sicher noch viele Ansichten über das grausame Verbrechen von Oslo lesen werden. In diesem Bericht macht sich Uri Avnery Gedanken über das Aufblühen des Anti-Semitismus in unserer europäischen Gesellschaft und geht hierbei sehr weit zurück in die Vergangenheit.
DER NAZI-Propagandaminister Dr. Joseph Goebbels ruft seinen Boss Adolf Hitler über dass Höllentelefon an:
„Mein Führer,“ ruft er aufgeregt, „neue Nachrichten aus der Welt. Es scheint, wir waren auf der richtigen Fährte, Anti - Semitismus erobert Europa!“
„Gut!“ sagt der Führer, „Das wird das Ende der Juden sein!“
„Hmmm…nun … nicht ganz, mein Führer. Es sieht so aus, als hätten wir die falschen Semiten gewählt. Unsere Erben, die neuen Nazis, sind dabei, die Araber und all die anderen Muslime in Europa zu vernichten.“ Dann mit einem Kichern, „schließlich gibt es viel mehr Muslime als Juden zu vergasen.“
„Aber was ist mit den Juden?“ will Hitler unbedingt wissen.
„Sie werden es kaum glauben: diese neuen Nazis lieben Israel, den jüdischen Staat – und Israel liebt sie!“
DIE GRAUSAME Tat des norwegischen Neo-Nazis in Oslo - ist sie ein isolierter Vorfall? Rechte Extremisten aus ganz Europa und den USA deklamieren einstimmig: „Er gehört nicht zu uns! Er ist nur ein Einzelgänger mit einem verwirrten Geist: Es gibt überall Verrückte! Man kann nicht ein ganzes politisches Lager wegen der Taten einer einzelnen Person anklagen!“
Das klingt bekannt. Wo haben wir dies vorher gehört?
Natürlich nach dem Mord an Yitzhak Rabin.
Es gibt keine Verbindung zwischen dem Oslo-Massenmörder und dem Mord in Tel Aviv. Oder doch?
Während der Monate vor Rabins Mord wurde eine wachsende Hasskampagne gegen ihn sorgfältig vorbereitet. Fast alle israelischen rechten Gruppen konkurrierten mit einander, wer ihn am wirksamsten dämonisieren kann.
Bei einer Demonstration wurde eine Photomontage von Rabin in der Uniform eines SS-Offiziers herumgetragen. Auf dem Balkon, von dem die Demonstration übersehen werden konnte, stand Binyamin Netanyahu und applaudierte stürmisch, während ein Sarg, der mit RABIN bezeichnet war, unten vorbeigetragen wurde. Religiöse Gruppen führten eine mittelalterliche, kabbalistische Zeremonie durch, in der Rabin zum Tode verurteilt wurde. Wichtige Rabbiner nahmen an dieser Kampagne teil. Keine rechte oder religiöse Stimme warnte.
Der aktuelle Mord wurde tatsächlich von einem Einzelgänger ausgeführt, Yigal Amir, ein früherer Siedler, Student einer religiösen Hochschule. Es wird allgemein vermutet, dass er sich vor der Tat wenigstens mit einem wichtige Rabbiner beraten hat. Wie Anders Behring-Breivik, der Oslo-Mörder, plante er seine Tat sorgfältig während einer langen Zeit und führte sie kaltblütig aus. Er hatte keinen Komplizen.
ODER HATTE er welche? Waren nicht all seine Aufhetzer seine Komplizen? Liegt nicht die Verantwortlichkeit auf all den schamlosen Demagogen wie Netanyahu, die hofften, auf der Welle von Hass, Ängsten und Vorurteilen zur Macht zu kommen?
Wie sich herausstellte, wurden ihre Kalkulationen bestätigt. In weniger als einem Jahr nach der Ermordung kam Netanyahu zur Macht. Nun beherrscht der rechte Flügel Israel und wird von Jahr zu Jahr radikaler und in letzter Zeit von Woche zu Woche. Absolute Faschisten spielen nun in der Knesset eine führende Rolle.
All dies ist die Folge von drei Schüssen eines einzigen Fanatikers, für den die Worte eines zynischen Demagogen todernst waren.
Der letzte Vorschlag unserer Faschisten – direkt aus dem Munde Avigdor Liebermans – ist, die Oslo-Abkommen außer Kraft zu setzen: Rabins krönende Errungenschaft. Kommen wir also zurück zu Oslo.
ALS ICH zuerst die Nachrichten über die Gräueltaten in Oslo hörte, fürchtete ich, dass die Täter ein paar wahnsinnige Muslime gewesen sein könnten. Die Auswirkungen wären schrecklich gewesen . Innerhalb von Minuten rühmte sich eine dumme muslimische Gruppe, dass sie diese ruhmreiche Heldentat begangen habe. Glücklicherweise hat sich der tatsächliche Massenmörder am Ort des Verbrechens ergeben.
Er ist der Prototyp eines Nazi-Anti-Semiten der neuen Welle. Sein Glaube besteht aus Überlegenheit der Weißen, christlichem Fundamentalismus, Hass auf die Demokratie und europäischem Chauvinismus, vermischt mit einem unversöhnlichen Hass gegen Muslime.
Dieser Glaube verbreitet sich jetzt überall in Europa. Kleine radikale Gruppen der Ultra-Rechten werden zu dynamischen politischen Parteien, die ihre Sitze im Parlament einnehmen und sogar hier und dort Königsmacher werden. Länder, die bis jetzt Vorbilder politischer Vernunft zu sein schienen, bringen plötzlich faschistische Volksverhetzer der hässlichsten Art hervor, sogar noch schlimmer als die US-Tea-Party, noch ein Sprössling dieses neuen Zeitgeistes. Avigdor Lieberman ist unser Beitrag zu dieser illustren weltweiten Liga.
Eines haben fast alle diese europäischen und amerikanischen ultrarechten Gruppen gemeinsam, ihre Bewunderung für Israel. Auf seinem 1500 Seiten langen politischen Manifest, an dem er lange Zeit gearbeitet hat, widmet der Oslomörder diesem einen ganzen Abschnitt. Er schlug eine Allianz der europäischen extremen Rechten mit Israel vor. Für ihn ist Israel ein Außenposten der westlichen Zivilisation im tödlichen Kampf gegen den „mörderischen“ Islam. (Irgendwie erinnert dies an Theodor Herzls Versprechen, dass der zukünftige jüdische Staat ein „Außenposten westlicher Kultur gegen die asiatische Barbarei sein würde.“)
Ein Teil des bekennenden Philo-Zionismus dieser islamophoben Gruppen ist natürlich reiner Schwindel, der dafür bestimmt ist, ihren Neo-Nazi-Charakter zu verbergen. Wenn man Juden liebt oder den jüdischen Staat, kann man doch kein Faschist sein, oder? Wetten, dass man das kann! Doch glaube ich, dass der größere Teil dieser Verehrung Israels ganz ehrlich ist.
Rechte Israelis, denen von diesen Gruppen der Hof gemacht wird, behaupten, dass es nicht ihre Schuld sei, dass alle diese Aufhetzer von ihnen angezogen werden. Das stimmt natürlich. Doch muss man sich fragen: warum werden sie angezogen, was zieht sie an? Wäre hier nicht eine ernste Gewissensprüfung nötig?
MIR WURDE der Ernst der Situation zuerst bewusst, als ein Freund meine Aufmerksamkeit auf einige deutsche anti-islamische Blogs lenkte.
Ich war zutiefst schockiert. Weil diese Ergüsse fast wörtliche Kopien von Schmähreden Joseph Goebbels sind. Dieselben volksverhetzenden Slogans. Dieselben niederträchtigen Behauptungen. Dieselbe Dämonisierung. Mit einem kleinen Unterschied: anstelle der Juden, sind es diesmal die Araber, die die westliche Zivilisation untergraben, christliche Mädchen verführen, sich verschwören, die Welt zu beherrschen. Die Protokolle der Weisen von Mekka.
Einen Tag nach den Vorfällen von Oslo sah ich zufällig ein interessantes Programm in Al-Jazeeras englischem Fernsehprogramm, einem der besten der Welt. Eine ganze Stunde lang interviewte der Reporter Leute auf den Straßen Mailands über Muslime. Die Antworten waren erschreckend:
Moscheen sollten verboten sein. Sie sind Orte, wo Muslime planen, Verbrechen zu begehen.
Tatsächlich brauchen sie gar keine Moscheen – sie brauchen nur einen Teppich zum Beten. Muslime kamen nach Italien, um die italienische Kultur zu zerstören. Sie sind Parasiten, verbreiten Drogen, Verbrechen und Krankheiten. Sie müssen rausgeworfen werden bis zum letzten Mann, der letzten Frau und dem letzten Kind.
Ich sah die Italiener immer als ein gelassenes, liebenswertes Volk an. Sogar während des Holocaust benahmen sie sich besser als die meisten europäischen Völker. Benito Mussolini wurde erst während des letzten Stadiums ein fanatischer Antisemit, nachdem er völlig von Hitler abhängig geworden war.
Nun sind wir hier kaum 66 Jahre, nachdem italienische Partisanen Mussolini an einem öffentlichen Platz in Mailand an den Füßen aufgehängt hatten – und eine viel schlimmere Form von Antisemitismus nimmt in den Straßen Italiens überhand, wie in vielen anderen europäischen Ländern.
NATÜRLICH gibt es da ein wirkliches Problem. Muslime sind nicht ganz unschuldig für die Situation. Ihr eigenes Verhalten macht sie zu leichten Zielen. So wie es die Juden zu ihrer Zeit taten.
Europa ist in einem Dilemma. Sie brauchen die „Ausländer“ – Muslime und alle – um für sie zu arbeiten, um ihre Wirtschaft in Gang zu halten, damit für die alten Leute die Pensionen gezahlt werden können. Wenn alle Muslime morgen früh Europa verlassen würden, würde die Struktur der Gesellschaft in Deutschland, Frankreich, Italien und vielen anderen Ländern zusammenbrechen.
Doch viele Europäer fühlen sich unwohl, wenn sie diese „Ausländer“ mit ihrer fremden Sprache, ihren fremden Angewohnheiten und Kleidern ihre Straßen bevölkern sehen. Sie verändern den Charakter vieler Stadtteile, sie eröffnen Läden und Restaurants, heiraten ihre Töchter, konkurrieren mit ihnen auf viele Weisen. Das verletzt. Der Dramatiker Max Frisch sagte einmal:„Wir brachten Arbeiter hierher und entdeckten, dass wir Menschen hierher gebracht haben.“
Man kann die Europäer bis zu einem gewissen Punkt verstehen. Einwanderung verursacht ein wirkliches Problem. Die Migration aus dem armen Süden in den reichen Norden ist ein Phänomen des 20./21.Jahrhunderts, eine Folge der schreienden Ungleichheit zwischen den Nationen. Es wäre eine europäische Einwanderungspolitik nötig, ein Dialog mit den Minderheiten über Integration oder Multikultur. Es wird nicht einfach sein.
Aber diese Welle der Islamophobie geht weit darüber hinaus. Wie ein Tsunami kann er in Verwüstung enden.
VIELE DER islamfeindlichen Parteien und Gruppen erinnern einen an die Atmosphäre im Deutschland der frühen 1920er-Jahre, als „völkische“ Gruppen und Freikorps ihr hasserfülltes Gift verbreiteten und ein Armeespitzel mit Namen Adolf Hitler seine ersten Lorbeeren als antisemitischer Redner verdiente. Sie sahen unbedeutend aus, sogar irgendwie verrückt. Viele lachten über diesen Mann mit Namen Hitler, der an Charly Chaplin erinnernde, komische Clown mit Schnauzbart.
Aber nach dem gescheiterten Naziputsch von 1923 folgte 1933, als die Nazis die Macht übernahmen, 1939 den 2. Weltkrieg anfingen und 1942, als die Gaskammern zu wirken begannen.
Es sind die Anfänge, die entscheidend sind, wenn politischen Opportunisten klar wird, dass Angst und Hass zu erzeugen, der einfachste Weg ist, um zur Macht zu kommen, wenn soziale Außenseiter nationalistische und religiöse Fanatiker werden, wenn Attacken auf hilflose Minderheiten als legitime Politik akzeptiert werden, wenn lächerliche kleine Leute sich in Monster verwandeln.
Ist das Dr.Goebbels, den ich in der Hölle lachen höre?
(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)
…die wahre Geschichte, aber leider nicht die gesamte Wahrheit!
Wenn man sich dabei die gängige Werbung in den Medien heranholt, sollte einem eigentlich die Galle hochkommen, wie den Käufern die IKEA-Welt verkauft wird. Wie frei die Schweden sind und wie umweltbewusst. Nch diesem bericht sollte jedem klar sein, dass IKEA mit dem Markenzeichen ‘Schweden’ nicht viel gemein hat.
Momenteindrücke eines unserer Leser
Gestern abend auf WDR 3. Ein Bericht über die “heile Welt” des schwedischen Möbelhersteller IKEA.
Berichtet wurde über die Methoden. IKEA hat mit Wissen des Gründers Kamrad in der ehemaligen DDR fertigen lassen. Dort wurde in den VEB´s gebaut. Aber viel schlimmer, es wurden politische Strafgefangene zu Zwangarbeit heran gezogen. Im Bericht durch Schriftstücke und Aussagen belegt und bewiesen.
Nach dem Fall der Mauer hat Kamrad versucht in Nordkorea ähnliches zu versuchen. Das hat nicht geklappt. Dafür ist er nach Birma und dann auch nach Weißrussland gegangen.
Die interne Firmenphilosopie, durch einen Aussteiger bestätigt, dort hin zu gehen, wo es billiger als in jedem anderen Land ist, wurde ebenfalls nachgewiesen. Mit der Begründung, wo die Menschen sowieso nichts haben, machen sie alles. IKEA beschäftigt 60% Zeitarbeiter/innen, damit sie immer genug Menschen-Material zur Hand haben.
Nach Angaben von ver.di bekommen die zwar einen Stundenlohn von ca. 13,- €, aber sie verdienen trotzdem nur rund 1100,-€. Die Vollzeitbeschäftigen erreichen rund 2200,-€ - ALLES BRUTTO.
Kamrad predigt in seinen Botschaften das Schwedischsein. Hat aber dem Bericht nach seine Millionen in den bekannten Steuerparadiesen versteckt.
Die IKEA-Pressesprecherin hat davon nicht zu berichten gewusst, aber die DDR-Geschichte soll “intern” aufgearbeiten werden. Damit ja nichts die “heile IKEA-Welt” nach aussen hin zerstört.
DIE PARTEI in Rheinland-Pfalz stellt sich neu auf – Opportunisten voran! Maul halten als Karriereplan!
So nehmen wir Kurs auf die nächsten Wahlen zum Bundestag und in den Kommunen. Auf eine Wahlanalyse, die ja vielmehr vor allem auch eine Analyse der Partei hätte sein müssen verzichten wir. WIR schauern nach vor, vorn ist, wo der Euro in der eigenen Tasche winkt und das Ego zum feisten Leuchten gebracht wird. Von dem mit Angelerntem gefüllten Verstand soll hier nicht die Rede sein, sondern vom Hoffnungsträger Karl Vosskühler in seiner wahren Größe.
Der Genosse strebt nach Höherem. Das sei ihm gegönnt. Aber wie?
Vor allem verzichtet der Mann auf den Gebrauch seines Verstandes. Denn dann müsste er sich gar zu weit aus dem Fenster lehnen und über Verantwortlichkeit der großen Vorsitzenden im Landesvorstand von gestern und heute reden. Der Mann ist schlau: Das würde seiner geplanten Karriere in den Plenarsaal des Bundestages schaden. Recht hat er! Solange mit Mauscheleien von oben und unten die Mandate gemacht werden…
Aber vielleicht kommt es ja auch ganz anders, die WählerIn verweigert
das Kreuzchen beim Karl und der Linken.
Haben wir in der Landespartei und im Landesvorstand „linke Politiker“, wenigstens solche im Werden? Das wären doch Leute, so müsste man meinen, die selbständig und hörbar politische Interessen und Standpunkte vertreten. Das wären doch Leute, so müsste man meinen, die das Austragen von Konflikten wenigstens in den eigenen Reihen nicht scheuen. Was ist von solchen Genossen erst zu erwarten, wenn sie dem politischen Gegner gegenüber sitzen? Wollen sie zukünftig linke Politik durch Aus sitzen und Phrasendrescherei machen, wie sie es innerparteilich vorführen? Nein, linke Politiker, KämpferInnen ohne eigene Vorteilsuche, die haben wir bisher an der Landesspitze noch nicht gesehen. Mag sein, dass es sie gibt. Aber so lange in einem Klima der Angst, Köpfchen die sich vorwagen werden unsanft abgeschnitten, die Landesvorstandsmitglieder mit geschlossenem Visier agieren, lässt sich leider nichts differenziertes Aussagen. Wir haben keine Protokolle der Diskussionsverläufe, wir kennen nicht das konkrete Abstimmungsverhalten der Personen, über Kontroversen dringt nichts nach außen, geschlossene Sitzungsphasen werden zur Routine. Wir haben einen Rücktritt, den Genossen Skupin, wohl weil er sich von anderen GenossInnen im Landesvorstand bei kritischen Bei- und Anträgen verraten und verlassen fühlte.
Die Mehrheit des gegenwärtigen Landesvorstand zeigt bisher nicht leiseste Anzeichen, dass sie willens oder fähig wäre, mit der Mitgliedschaft der Landespartei ein politisches Reorganisationskonzept zu erarbeiten. Warum? Aus „Rücksichtsnahme“ auf die eigenen Interessen gibt es keine angemessenen Lernprozesse, denn am meisten gefürchtet wird die Verantwortungsübernahme für das Desaster. Bisher bleibt es beim „bewährtem“ ETH-Stil: Ignorieren, Aussitzen, keine Antwort auf Vorschläge, auf unbequemne Kritik – so hält es bisher die ganze Mannschaft!
Was nun Karl Vosskühler, exemplarisch, versteht sich, angeht: Ohne Redlichkeit, ohne die Tugend des Zweifels und der Fähigkeit zur öffentlichen (Selbst)reflexion wird daraus kein linker Politiker. Sondern das Übliche, ein gut bestallter Opportunist, der zu den wichtigsten Fragen aus „guten“ und „taktischen“ Gründen Bauern schlau das Maul hält. Von einem Intellektuellen im Sinne Gramscis kann schon gar keine Rede sein, denn ohne Redlichkeit und Mut zur Wahrheit verkümmert auch der Verstand. Eine Wissenschaft ohne Anstand ist keinen Pfifferling wert.
Man soll angeblich nicht über das Personal reden, das sei zu „persönlich“. Nein, es ist hoch politisch. In unserer Partei kommen zu oft ungeeignete Persönlichkeiten an die Spitze. Warum? „Hannemann geh du voran“, nur nicht die Verantwortung selbst mit übernehmen! Das Interesse der Parteibasis am Parteileben scheint nahezu erloschen, die Gleichgültigkeit und die Dummheit als Betriebsmodus dieser Gesellschaft hat DIE LINKE eingeholt.
Machen Programme Politik? Oder machen nicht Menschen mit ihren Kenntnissen, Fähigkeiten und ihrem Charakter Politik?
Karl Vosskühler und andere Akteure des Landesvorstandes sind der Partei etwas schuldig:
Verantwortungsübernahme und Aufklärung über unsere Lage. Die Parteikrise ist nicht zuletzt das Ergebnis des Handelns und des Unterlassens billiger Opportunisten, die die Partei wie ihr Eigentum behandeln und die Mitglieder wie den letzten Dreck für dumm verkaufen!
Warum sollen wir solchen Bonzen unsere Mitgliedsbeiträge anvertrauen, ihnen unsere Stimme und Kraft geben? Wenn es uns nicht gelingt, uns von solchen Personen zu befreien, dann ist es an der Zeit ihnen die kümmerliche Restpartei zu überlassen.
Es gibt jedoch mindestens ein Problem:
Die enttäuschten und verzweifelten WählerInnen könnten zukünftig
Chronik eines angekündigten Sterbens
Zur Hungerkrise am Horn von Afrika
Manche deutsche Zeitungen haben entschieden, trotz aller anderen politischen Katastrophen jeden Tag ein Bild von der Hungerkrise am Horn von Afrika zu veröffentlichen. „Schaut hin, schaut endlich hin“ – das sollen uns die verzweifelten Bilder sagen. Wir Zuschauer betrachten die Bilder mit dem Wissen, dass das Wegschauen, das Nicht-zur-Kenntnis-Nehmen der ostafrikanischen Katastrophe der Grund ist, warum Menschen zu Abertausenden sterben. Soviel Wissen ist da, dass nicht einmal die Meldung von der Ankunft der Hilfsflugzeuge beruhigen kann. Für die Überlebenden des Hungers, insbesondere für die Kinder, werden Hirnschäden bleiben, die irreparabel sind.
Ein Kind das verhungert, wird ermordet
Am unerträglichsten an der gegenwärtigen Hungerkatastrophe ist, dass sie sich seit 5 Jahren angekündigt hat, und trotzdem erst reagiert wird, wenn die Nachricht über das vielfache Sterben nicht mehr überhörbar ist. Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler steht nicht allein mit seiner Haltung, dass ein Kind, das heute verhungert, eigentlich ermordet wird. Auf einer Konferenz zur globalen Gesundheit, die medico vor anderthalb Jahren organisierte, erklärte der angesehene Yale-Professor für Philosophie Thomas Pogge, die weltweite Armut und ihre Folgen – und dazu zählt der Hunger in Ostafrika – sei die größte Menschenrechrechtsverletzung der Menschheitsgeschichte: „Unter den gegebenen Weltwirtschaftsregeln sind für die meisten Menschen die Menschenrechte vorhersehbar nicht erfüllt.“
Die Hungerkatastrophe ist nicht nur eine humanitäre Katastrophe sondergleichen, sondern auch eine Menschenrechtsverletzung, deren Verursacher vor Gericht gehören: Vom Warlord bis zum Agrarspekulanten. Denn es ist genug zur Versorgung aller vorhanden. Die Weltlandwirtschaft könnte zwölf Milliarden Menschen normal ernähren. Es ist eine Frage der Verteilung. Und das macht die Hungerkrise in Ostafrika zu einem unerträglichen Skandal. Warum gibt es in jedem Land der Welt Notvorräte, aber in Äthiopien, Somalia und Kenia nicht? Jean Ziegler antwortet darauf präzise: „Weizen und Reis kosten doppelt so viel wie vor einem Jahr, weil die Hedgefonds und Großbanken nach der Finanzkrise auf die Agrarrohstoffbörsen umgestiegen sind. Die machen damit legal astronomische Profite, aber die Äthiopier können sich, obwohl sie wissen, dass der Abstieg in die Agonie begonnen hat, keine Notvorräte leisten.“
Natürlich gibt es auch Regierungsversagen und interne Gründe für die Katastrophe in Ostafrika. Aber die Schreckensherrschaft der Warlords in Somalia ist für die durch Klimawandel ausgelösten Verwüstungsprozesse nicht verantwortlich. Und ihre ungebrochene Macht ist auch ein Ergebnis ausländischer Interventionen. Diese waren und sind geprägt von Anmaßung und Inkompetenz. Bei allen Interventionen geht es zu erst um die Wahrung eigener Interessen. Allein die militärische Bekämpfung der somalischen Piraten macht dieses paradoxe Geschehen deutlich. Mit ungeheurem Mitteleinsatz werden die Handelswege für die Globalisierung militärisch gesichert? Doch nichts wird getan, um den einstigen Fischern die Rückkehr zu ihren eigentlichen Überlebensformen zu ermöglichen. Somalia wurde spätestens seit den Attentaten vom 11. September nur noch unter dem Stichwort „Terrorbekämpfung“ betrachtet und ansonsten sich selbst überlassen. In der Folge hat sich die Schreckensherrschaft der Warlords mit jeder ausländischen Intervention, sei es durch Äthiopien oder durch private Sicherheitsfirmen, noch stärker ausgebreitet. In den aufwühlenden Reportagen der Journalistin Bettina Rühl, die sich immer wieder in Somalia aufhält, vergleichen die Menschen in Mogadischu ihr Überleben und Sterben jenseits der Weltwahrnehmung mit einem nationalsozialistischen Konzentrationslager. Es ist kein gewagter Vergleich. Denn das unerschütterliche Desinteresse an den lange vor der Hungerkatastrophe schon unerträglichen Lebensbedingungen der Menschen in Somalia durch die internationale Politik korrespondiert mit der Weigerung, die eigene Verantwortung für diese Tragödie zur Kenntnis zu nehmen. Erst die Bilder der Hungernden haben diese Ignoranz stoppen können. Für Abertausende zu spät. Dass das somalische Leiden nicht nur die Kehrseite der neoliberalen Globalisierung ist, sondern auch eine ihrer Voraussetzungen, müssen wir zur Kenntnis nehmen und begreifen. Die Folgen der weltweiten Umverteilung des Reichtums von unten nach oben zeigen sich in den Hungerbildern aus Ostafrika. Ein menschengemachtes Verbrechen.
Aufstand des Gewissens
Wenn es nun darum gehen muss, so viele Menschen wie möglich zu retten, sind zugleich die Fragen nach den Ursachen der Katastrophe zu reflektieren und zu berücksichtigen. Zur Solidarität mit den Betroffenen, die sich in großer Spendenbereitschaft äußert, gehört auch die Erkenntnis, dass es eines „Aufstands des Gewissens“ (Ziegler) bedarf, eine solche Hungersnot nie wieder zuzulassen.
Daraus ergeben sich unter anderem folgende Fragen: Wie können Spekulationen auf Nahrungsmittelpreise (zum Teil mit künstlicher Verknappung erst ermöglicht) künftig gestoppt werden? Wie können die vorhandenen an die klimatischen Veränderungen angepassten Konzepte zur Förderung der Subsistenz in Agrar- und Viehwirtschaft in der Region nachhaltig gefördert werden? Welche globalen Maßnahmen, zum Beispiel Schuldenerlass für die ärmsten Länder, können die lokalen Regierungen in den Stand versetzen, ihre Handlungsmöglichkeiten zur Prävention von Hungerkrisen zu sichern? Wie können politische Konfliktlösungen für Somalia und das Horn von Afrika aussehen, die die Interessen und Bedürfnisse der Bevölkerung vor Ort zum Ausgangspunkt nehmen? Und nicht zuletzt: wie kann eine wachsame internationale Öffentlichkeit dafür Sorge tragen, dass die vollmundig zugesagten Mittel zur Bewältigung der Hungerkrise auch tatsächlich gezahlt und weitere Mittel zur Prävention zur Verfügung gestellt werden?