* Oskar der Unvollendete
Erstellt von DL-Redaktion am 10. März 2011
Nicht mehr ganz so frisch aber immer wieder noch oder schon wieder aktuell. Die Rede hier ist von Oskar Lafontaine, nein nicht persönlich sondern einen Artikel, welcher im letzten Jahr auf „ Die Blätter“ erschien.
Oliver Nachtwey versucht hier die Höhen und Tiefen im Leben des Oskar Lafontaine auf die Spur zu kommen, forscht nach Begründungen für das Handeln eines trotzt allem einer der charismatischsten Politiker in der noch jungen Bundesrepublik.
Interessant hierbei besonders wenn wir das Hier und Heute einmal mit der Vergangenheit betrachten. Auffällig hierbei der Unterschied zwischen dem Handeln auf Bundesebene und der Arbeit im Saarland, seiner Heimat.
Bundesweit als Vorsitzender der „Linken“ vor noch nicht langer Zeit, dass Zugpferd, das Aushängeschild einer im Aufbruch begriffenen Partei, mit respektablen Wahlergebnissen. Umgeben von weiteren politischen Persönlichkeiten, meistens aus dem Osten, welche auch über die Qualitäten verfügten ihren Chef groß aussehen zu lassen.
Heute im Saarland, Kopf eines selten zerstrittenen Haufen, von Partei schreiben wir hier besser nicht, umgeben von kriechenden Vasallen welche alleine schon dadurch ausgelastet sind ihre nicht vorhandenen Qualitäten jeden Tag aufs neue unter den berühmten Teppich zu kehren. Einen Zustand welcher in jeden privat geführten Betrieb nicht tragbar wäre. Ein Chef ohne die entsprechenden Mitarbeiter (Zuarbeiter) ist hilflos und steht meistens kurz vor dem Bankrott. Will also Oskar noch seine entsprechende Vollendung erleben, sollte man ihm den gutgemeinten Rat geben, sich schnellst möglich nach geeigneteren Mitarbeitern umzusehen.
Noch einen Hinweis auf den folgenden Artikel: Den Vergleich mit Hilter finde ich unpassend. Oskar trägt auch keinen Oberlippenbart. IE
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„Man könnte ihm sogar zutrauen, dass er irgendwann einmal alles hinschmeißt, sein Leben lebt und plötzlich, wenn alle Karrieren schön geordnet sind, zurückkommt und alle sorgfältig abgesteckten politischen Vorgärten wieder zertrampelt.“
Peter Glotz (1990)
Die englische „Sun“ bezeichnete ihn als „gefährlichsten Mann Europas“, Willy Brandt als „gelungene Mischung aus Napoleon und Mussolini“, Helmut Schmidt verglich seine rhetorische Begabung mit Adolf Hitlers. Er zierte mehrmals den „Spiegel“-Titel, sowohl als Napoleon als auch als Supermann. In den zahllosen Artikeln im ehemals wichtigsten Meinungsmedium hat wohl niemand so viele feindliche Attribute gesammelt wie Oskar Lafontaine: Sponti, Primadonna, Saar-Gebieter, Intrigant. Er sei entsetzlich ehrgeizig, egomanisch, rach- und herrschsüchtig.
Vor allem in den vergangen zehn Jahren war Lafontaine persona non grata für die einen, Erlöser für die anderen. Oskar Lafontaine begeistert die Menschen oder er stößt sie ab – dazwischen gibt es nichts. Sowohl Anhänger als auch Gegner fasziniert seine Ausstrahlung, seine Fähigkeit, Menschen zu begeistern, aber auch die ihm eigene Rätselhaftigkeit, Ambivalenz und Unberechenbarkeit. Oskar Lafontaine ist der vorerst letzte Charismatiker in der deutschen Politik.[1] Nun ist er aus gesundheitlichen Gründen von der bundespolitischen Bühne abgetreten und als Parteivorsitzender der Linken abgelöst worden.
Betrachtet man nüchtern die Stationen seiner politischen Karriere, dann gibt es kaum einen erfolgreicheren Politiker der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte, der gleichzeitig so unvollendet geblieben ist. Lafontaines politische Karriere war von großen Auf-, aber auch vielen Fehltritten und vor allem einem spektakulären Rücktritt geprägt. Er war in seiner langen Karriere der jüngste Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt, saarländischer Ministerpräsident, der Lieblingsenkel von Willy Brandt, SPD-Parteivorsitzender, Bundesfinanzminister, Privatier, „Bild“-Kolumnist und am Ende seiner politischen Laufbahn Wegbereiter und Vorsitzender der erfolgreichsten Linkspartei Westeuropas.
Die Karriere des Enkels
Zwei Mal – 1987 und 1990 – lehnte Lafontaine den SPD-Vorsitz ab. Erst 1995, als Rudolf Scharping die SPD regelrecht in einen Dämmerschlaf versetzt hatte, riss er mit einem einzigen leidenschaftlichen, die Delegierten begeisternden Auftritt auf dem Parteitag in Mannheim den Parteivorsitz an sich. Von seinem Naturell war und ist Lafontaine ein Stürmer und Dränger, einer, der von außen den Gegner belagert, so lange, bis dieser ermattet aufgibt oder schlicht die Macht verliert.
Doch als SPD-Parteivorsitzender musste er eine andere Rolle einnehmen, nämlich die des Integrators und Kärrners. Tatsächlich führte er die SPD aus der Apathie zu neuem Elan. Der Polarisierer der 80er Jahre, der sich mit den Gewerkschaften ebenso angelegt hatte wie mit etablierten Parteigranden, reüssierte nun als kommunikativer Vermittler, der die losen Enden der SPD zusammenführte und -hielt.[2]
Quelle: Blätter >>>>> weiterlesen
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Wie gut, dass unser mitgliedsstarker Landesverband so eine starke Quotenfrau an der (stellvertretenden) Spitze hat! Jetzt konnte sie sich endlich mal zu Wort melden und zum 100. Mal verkünden, was jeder eigentlich weiß und deshalb keine Sau und – um politisch korrekt zu bleiben – keinen Eber mehr interessiert: Die Frauen sind immer noch nicht gleichberechtigt!