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Archiv für März 8th, 2011

* Moderne Tagelöhner

Erstellt von DL-Redaktion am 8. März 2011

„Back to the Roots“, „zurück zu den Wurzeln“ sollte man den Verantwortlichen dieses Landes zurufen ! Ja, zurück zu den Zeiten der Urahnen des Adels und der Raubritter aus den Häusern wie z.B. die der Guttenbergs oder die von der Leyens. Zurück auf die Marktplätze des Mittelalters auf denen die von Sarrazin ermittelten Kopftuchmädchen und Arbeitsunwilligen meistbietend an Lehnsherren  verkauft werden könnten. Dann hätten wir endlich wieder glorreiche Zeiten und die Wirtschaft wäre  in der Lage allen Ländern dieses Globus mit der Hilfe von Hungerlöhnen Paroli bieten zu können.

Unerreichbare Zukunftsvisionen? Die Statistiken und Berichte weisen auf anderes hin:

Atypische Jobs verfehlen Brückenfunktion.

Leiharbeit, Minijob & Co. nehmen stark zu, sind meist aber keine Zwischenstation auf dem Weg in gut bezahlte, sichere Beschäftigung. Häufig enden sie wieder mit Arbeitslosigkeit.

Sämtliche Formen atypischer Beschäftigung nehmen seit den frühen 1990er-Jahren zu. Ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung ist von 20 Prozent auf mehr als ein Drittel gestiegen. Darauf machen die Arbeitsmarktforscher Berndt Keller und Hartmut Seifert aufmerksam. Gerade im Aufschwung zwischen 2005 und 2008 sowie während der konjunkturellen Erholung des Jahres 2010 sind den Wissenschaftlern zufolge viele atypische Jobs entstanden.

Teilzeit- und Leiharbeit, geringfügige und befristete Beschäftigung führen nach Keller und Seifert zwar nicht zwingend zu prekären Lebenslagen. Dennoch sind die Nachteile gegenüber unbefristeten Vollzeitstellen - den so genannten Normalarbeitsverhältnissen - offenkundig. Je nach Beschäftigungsform: niedriges, zum Teil nicht die Existenz sicherndes Einkommen, geringe Rentenansprüche, unsichere Zukunftsaussichten, wenig Gelegenheit zur Fortbildung. Das sei nicht nur für den Einzelnen problematisch, schreiben die Forscher, sondern auch für den Staat: Dessen Sozialausgaben schwellen durch die Unterstützung von Geringverdienern an. Zudem drohten “fatale Konsequenzen für die Innovationsfähigkeit einer alternden Arbeitsgesellschaft”, wenn viele Beschäftigte von Weiterbildung ausgeschlossen sind.

Die Erwartung, dass Deregulierung einen flexibleren Arbeitsmarkt und damit neue Wege in eine reguläre Beschäftigung schafft, habe sich nicht erfüllt, resümieren Seifert und Keller mit Blick auf den Forschungsstand. “Von einer Brückenfunktion kann nicht die Rede sein”, stellen die Forscher fest. Beispielsweise folgt auf Leiharbeit in den anschließenden 14 Monaten nur in 17 von 100 Fällen eine unbefristete Vollzeitstelle. 50 Prozent finden hingegen gar keinen Job. Aufstiege aus der untersten Einkommensgruppe sind heute nicht häufiger, sondern seltener als in früheren Jahren.

Angesichts der gescheiterten Reformstrategie raten Keller und Seifert zum Umsteuern: Mindestlöhne, Equal-Pay-Regeln, eine Re-Regulierung der Leiharbeit und gesetzlich vorgeschriebene Risikoprämien wie sie in Frankreich für Leiharbeiter gelten anstelle von Lohnabschlägen für Menschen in unsicheren Jobs. Diese Maßnahmen könnten atypische Beschäftigung zurückdrängen oder ihre sozialen Folgen mildern. Ein erleichterter Zugang zu Weiterbildung würde Aufstiegschancen verbessern. Um Altersarmut zu verhindern, regen die Wissenschaftler eine steuerfinanzierte, “vom bisherigen Erwerbsstatus unabhängige, lediglich den Bürgerstatus voraussetzende Basis- bzw. Grundsicherung im Alter” an.

Quelle: Hans Böckler Stiftung

Quelle: aus Böckler Impuls 04/2011

Ein Kommentar von Eva Völpel:

Leiharbeit wurde zum Leid der Arbeitnehmer zweckentfremdet

Moderne Tagelöhner

Leiharbeit ist das flexibelste Runduminstrument, auf das Firmen derzeit zurückgreifen können, um das unternehmerische Risiko von Auftragsschwankungen vollständig auf die Arbeitnehmer abzuwälzen: Gibt es kurzfristig nichts zu tun, wird der Mietarbeiter auf die Straße gesetzt; Personalakquise und -verwaltung erledigen die Verleihbetriebe.

Dabei mag die aktuelle Zahl von derzeit rund 900.000 Leiharbeitern - bei rund 41 Millionen Erwerbstätigen insgesamt - nicht besonders hoch erscheinen. Doch das Phänomen erschließt sich nicht allein über die Quantität. Leiharbeit erfüllt wichtige strategische und symbolische Funktionen - und ist eine neu formulierte Antwort auf die Wirtschaftskrise.

Entscheidend für die Abfederung der Schockwellen, die die Finanz- und Wirtschaftswelt ab 2009 auch nach Deutschland schickte, waren nicht nur der Einsatz von Kurzarbeit oder der Abbau von Überstunden. Ebenso wichtig war, dass die Stammbelegschaft vor allem in der Exportindustrie einen schützenden Puffer Leiharbeiter um sich hatte, der gefeuert werden konnte: Der bis dahin absolute Spitzenwert von rund 820.000 Leiharbeitern brach in wenigen Monaten um 250.000 Personen ein.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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* Bei Neuwahlen SPD

Erstellt von Dieter Carstensen am 8. März 2011

Warum ich für Neuwahlen in NRW bin?

Wenn ich z.B. das heillose Durcheinander anschaue, was diese Leute hier bei uns im oberbergischen Kreis angerichtet haben:

Im Kreistag Oberberg und im Stadtrat Gummersbach hatte Die Linke nach den Wahlen je zwei Vertreter. In beiden Parlamenten sind jeweils eine Person aus der Die Linke ausgetreten, macht 50 % Verlust. Die Mandate wurden natürlich von den Ausgetretenen behalten.

In Radevormwald (Oberbergischer Kreis) hat Die Linke EINEN Ratsherrn, der wegen Polizistenbeleidigung, er nannte Polizisten im Vollrausch “Faschisten” rechtskräftig verurteilt wurde.

Der Kreisvorsitzende der Die Linke Oberberg trat gleichfalls aus der Partei aus.

All das ging hier quer durch die regionale Presse und das Internet.

Ich bin mir sicher, Die Linke wird hier bei uns höchstens 50 % des letzten Wahlergebnisses bekommen.

Wenn ich das auf das Land NRW hochrechne, wo Die Linke ja auch nur durch Chaos, Zank und Inkompetenz auffiel, wie Sie zu recht analysieren, während SPD und Grüne in der Tat hier im Lande wieder glaubwürdig nach links gerückt sind, was kein Verdienst der Die Linke NRW war, wie diese immer gerne glauben machen will, dann hoffe ich sogar sehr auf Neuwahlen, damit der Spuk dieser Chaostruppe aus kommunistischen, maoistischen, trotzkistischen Altkadern endlich auf hört.

NRW ist das bevölkerungsreichste Land der BRD, wir brauchen hier klare politische Verhältnisse und keinen Spielplatz im Landtag für die Zimmermanns, Beuermanns und selbsternannten “Linken” dieser Welt.

Ich gebe zu, ich hatte Die Linke gewählt. Ein Fehler, aber ich stehe zu meinen Fehlern. Aber so enttäuscht wurde ich selten. Bei Neuwahlen werde ich SPD wählen, ich bin die linke Chaostruppe bis zum Erbrechen leid.

Mit eventuellen Neuwahlen in NRW befassen sich auch die Ruhrbarone

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* MAN Diesel & Turbo II

Erstellt von DL-Redaktion am 8. März 2011

MAN zog die Klagen zurück - Zabit Cumcu bleibt im Betrieb.

Der Solidaritätskreis “Gemeinsam sind wir stark” freut sich, dass der Kammertermin vor dem Arbeitsgericht am 21. Februar mit einem vollen Erfolg endete. Beide Klagen zog der MAN-Vorstand zurück - Zabit Cumcu bleibt im Betrieb!

In der gesamten 5-stündigen Verhandlung fand sich kein Zeuge, der die in der Klageschrift von MAN genannten angeblichen „Beleidigungen“ bestätigt hätte.

Die Aussagen eines Betriebsrates, der als einziger Zeuge für die Geschäftsleitung auftrat, dass der Jugendvertreter nach dem Streitgespräch im Betriebsratsbüro „gezittert“ habe, bewertet die NRZ Oberhausen in ihrem Artikel vom 22.2.11 so: „Der 20-jährige Jugendvertreter habe nach der Begegnung gezittert vor Angst – was in seiner eigenen Aussage gestern allerdings nicht recht rüberkommen wollte“. Dieser Darstellung des „Kronzeugen der Firma“ wurde zudem auch durch einen anderen Zeugen widersprochen, der die gleiche Situation gänzlich anders erlebt hatte.

Angesichts dieser Faktenlage nach der Beweisaufnahme wäre eine Kündigung keinesfalls mehr haltbar gewesen. Zabit erklärte vor Gericht, falls sich der Jugendvertreter durch Wortwahl oder Verhaltensweisen beleidigt gefühlt haben sollte, sei das nicht seine Absicht gewesen und täte ihm dies leid. Ausdrücklich erklärten Zabit Cumcu und sein Anwalt vor Gericht, dass es sich hier nicht um eine Entschuldigung handle, da aus ihrer Sicht nichts vorgefallen sei. In seinem Schlussplädoyer stellte Zabit Cumcu auch klar, dass er Betriebsrat für alle Kolleginnen und Kollegen ist. Alle die ihn kennen, wissen, welch großes Herz er besonders für die Jugend hat. Auch wenn es nur eine Geste war, hat Zabit Cumcu durch die versöhnende Umarmung mit dem Jugendvertreter, der den Stein ins Rollen brachte, menschliche Größe bewiesen.

Maßgeblich für den Erfolg, dass die Klagen zurückgenommen werden mussten, war die breite Solidarität, die sich im Betrieb, in Oberhausen und weit darüber hinaus entwickelt hatte.

Der Solidaritätskreis und Zabit Cumcu persönlich bedanken sich bei allen, die in vielfältiger Weise ihre Solidarität und praktische Unterstützung gezeigt haben. Sie haben ihm und seiner Familie, aber auch dem Solidaritätskreis den Rücken gestärkt und den nötigen Mut gemacht, bis zum Schluß für den nun erreichten Ausgang des Prozesses zu kämpfen.

Zabit Cumcu möchte sich an dieser Stelle persönlich bei allen bedanken, die ihn unterstützt haben: “Ich habe viele wirkliche Freunde gefunden und bedanke mich bei ihnen ganz herzlich.”

Wir sind stolz auf das erreichte Ergebnis. Gemeinsam sind wir stark!

Quelle: Sprechergruppe Solikreis

IE

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* Privates wird politisch

Erstellt von DL-Redaktion am 8. März 2011

Mit Beginn der Regierung Merkel / Westerwelle wurde von einer Gruppe PolitikerInnen aus der Koalition immer mehr das Privatleben einzelner in Ihr politisches Handeln eingebracht. Man möchte auch sagen bewusst, der politischen Arbeit vorangestellt. Interessant da das Privatleben der Deutschen Politiker von der Presse bis dato durchaus bewusst außen vorgelassen wurde. Anders als in vielen anderen Ländern der Welt in der sich die Politiker durchaus mit ihrem Privatleben auch in der Öffentlichkeit rechtfertigen müssen.

Anzumerken ist hier dass die Verbindung von Privat und Politik eindeutig von den Politikern so initiiert wurde. Jetzt nach einiger Zeit kann ruhig konstatiert werden dass die privaten Belange vorgeschoben wurden um so politische Defizite zu vertuschen. Ganz deutlich sichtbar bei Guttenberg welcher sich zu einer einzigen Mogelpackung entwickelte. Ursula von der Leyen steht ihrem männlichen Raubritter in nichts nach. Ebenfalls das neue Gesellschaftsküken Schröder welche die Geburt ihres ersten Kindes demnächst vielleicht als direkt Übertragung aus dem Plenarsaal live bei Phönix übertragen lassen wird. Bild sprach zuerst mit dem Baby.

Was außer ihr Privatleben haben die hier als Beispiel genannten Personen bislang in der politischen Arbeit vorzuweisen? Nichts. Erstaunlich scheint es auch warum diese Personen bislang keine Debatte über Moral und Familienwerte auslösten, da uns genau diese Personen eine Scheinwelt vorgaukeln welche einen normalen Bürger nie geboten werden.

Aus dem Schatten dieser genannten Personen hat sich langsam ein Buch in die Aufmerksamkeit der Betrachtung geschoben. Das Buch hat Sarrazin von Bestseller Platz verdrängt und beschreibt ebenfalls das Leben eines Politikers. Es lässt uns die Wirklichkeit welche sich hinter diesem vorgespielten Glamour verbirgt erahnen. Es geht um das Leben des ehemaligen Kanzlers Helmut Kohl, geschrieben von seinem Sohn Walter Kohl.

Der angeführte Kommentar ist keine Vorstellung des Buches macht aber neugierig auf dasselbe, da sich der Schreiber Klaus Walter sehr intensiv mit besagter Familie befasste. Ich zitiere hier einen
Ausschnitt:

„Man könnte mal wieder die Ärzte spielen. Die Berliner Band hatte mal einen Hit, der auf dem Index landete, weil er gegen den Kodex verstieß. Und weil er ein Körnchen Wahrheit enthielt ? Der Refrain lautete: >Hannelore ist allein, sie wollte doch nur glücklich sein, Hannelores Tag ist grau, denn Helmut Kohl schlägt seine Frau. Er ist ein Mann wie ich und du, und Helmut Kohl schlägt wieder zu.>“

Hier das Video der Ärzte:

Verglichen mit Bunga-Bunga und Copy & Paste sind Helmut Kohls kleine Sünden nicht mal Kavaliersdelikte.

Das Private bleibt politisch.

Als die Grünen 1983 in den Bundestag einzogen, war die Aufregung groß über Blumentöpfe, Rauschebärte, Strickzeug, Hippiegewänder. Und als die Abgeordnete Waltraud Schoppe im Plenum von Orgasmusschwierigkeiten sprach, reagierten Altpartei-Herren mit verklemmter Häme. Doch bald gewöhnten sich die Grünen an die Kleiderordnung, Debatten über Lebensstil und sexual politics dagegen wurden in außerparlamentarische Subkulturen ausgelagert. Mit ihrer stillschweigenden Akzeptanz der Etikette wurden die Grünen regierungsfähig.

Das Private ist politisch: Diese 68er-Parole verlor an Glamour, nachdem Helmut Kohl 1982 Kanzler wurde und seinem Land eine geistig-moralische Erneuerung verordnete. Sexuelle Befreiung, antiautoritäre Erziehung, Wohngemeinschaften, die großen Themen der Frauenbewegung - all das schimmert seither nicht mehr im Glanz einer revolutionären Utopie.
Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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