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Archiv für Januar 31st, 2011

* Weblog und Pressekodex

Erstellt von UP. am 31. Januar 2011

Blogger sollen Schutz klassischer Medien in Anspruch nehmen können

Blogger sollen in den Genuss der Privilegien der Presse kommen, wenn sie sich an deren ethische Codes halten. Diesen Vorschlag machte die Menschenrechtsorganisation Article 19 bei einer Tagung der Unesco zur Presse- und Meinungsfreiheit vergangenen Woche. Presseräte in einzelnen Ländern wie den Niederlanden hätten bereits begonnen, sich mit der möglichen Integration der neuen Klasse von Journalisten auseinanderzusetzen, sagte Agnès Callamard, Chief Executive von Article 19, gegenüber heise online.

[ ... ]

Überdies müssten dringend klare Regeln dafür geschaffen werden, wie und in welcher Form Provider in den Fluss der Kommunikation eingreifen dürfen. Aktuell neigten die Provider aus Angst vor juristischen Folgen zu Überreaktionen, wie etwa der kürzlich von Facebook verhängten Sperrung eines Forums stillender Mütter, das als obszön angeschwärzt worden war. (Monika Ermert) / (uma)

der komplette Artikel bei >>> heise.de
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Anmerkung

Es kommt immer mal wieder vor, dass jemand ganz Schlauer meint, über den Provider dem Betreiber eines Blogs eins auswischen zu können oder versucht, auf diese Art und Weise das Blog auszuknipsen.
Diesem dummdreisten Verhalten
einen Riegel vorzuschieben durch Vorgabe eines gesetzlichen Rahmens wird es höchste Zeit, damit ein verunsicherter Provider durch Überreaktion nicht zu Dingen hingerissen wird, die jeglicher rechtlichen Grundlage entbehren, und die er später teuer bezahlen müsste.
Einen Provider “an den Inhalten eines Blogs zu beteiligen” - ausser es verstösst eindeutig gegen das deutsche Presserecht vom Inhalt her - ist töricht und in keiner Weise gegenwartsbezogen.

Das erinnert mich spontan an die Tussi, die den Kaffeebecher zwischen die Oberschenkel klemmte - bescheuertes amerikanisches ‘Produkthaftungsgehabe’.

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* Islam in Deutschland

Erstellt von UP. am 31. Januar 2011

Zentralrat der Muslime: Islam in Deutschland bleibt unter seinen Möglichkeiten

Essen (ots) - Der Islam in Deutschland bleibt von seinem intellektuellen Anspruch und Potenzial her “weit unter seinen Möglichkeiten, sich zeitgemäß zu begreifen”. Das sagte Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD), den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Montagausgaben) und dem Online-Portal “derwesten”.

Als Grund nennt der Vorsitzende des Zentralrats, der 300 Moscheegemeinden und 19 islamische Verbände vertritt, eine fehlende islamische Infrastruktur. “Wir haben anders als die großen Kirchen keine Akademien und kaum Bildungseinrichtungen, die Raum geben können, um kontroverse Debatten zu führen. Wir haben durchaus Nachholbedarf, etwa bei der Abgrenzung unserer Religion von Ideologien.”

Wenn reklamiert wird, dass der Islam “unter seinen Möglichkeiten bleibt”, sollte man das ändern, wenn man will. Aber diese Änderung muss von dem ausgehen, der diese Änderung als “Betroffener” aufzeigt.
WIR können das nicht ändern! Und WIR können und wollen den Islam nicht ändern. Und wenn der Islam wirklich Nachholbedarf hat, dann soll er tun, ohne die Kreise anderer zu beschädigen. Niemand wird ihn wirklich hindern, wenn die Freiheit anderer nicht infrage gestellt wird.

Auf die öffentliche Kritik des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, wonach der Islam in Deutschland “von Aufklärung und Religionskritik kaum irritiert” sei, entgegnete Mazyek: “Die Muslime können und müssen sich immer wieder aus sich selbst heraus erneuern. Unsere Religion bietet dafür ausreichende Grundlagen.”

Allerdings machten viele “Stellvertreter-Debatten und Schwarzer-Peter-Spiele” den Muslimen Angst. Viele zögen sich ins Schneckenhaus zurück. “Gebildete gehen ins Ausland. Oder in ihre alte Heimat.”

Anstatt das Potenzial von 99 Prozent friedlichen Muslimen zu nutzen, würden Muslime in Deutschland einem “Generalverdacht” ausgesetzt. Wörtlich sagte Mazyek: “Wir haben unsere Imame im Dezember aufgerufen, in den Freitagspredigten einen Kernsatz zu benutzen: “Die Verteidigung unserer freiheitlichen Grundordnung ist eine Bürger- und Islampflicht.” Die Reaktion in den Moscheegemeinden war hervorragend. In der Öffentlichkeit wurde davon kaum Notiz genommen.”

Mazyek beklagt fehlende Unterstützung der Muslime, auch wenn sie angegriffen würden. “Ich hätte zum Beispiel von der Bundeskanzlerin erwartet, dass sie sich nach den gehäuften Attacken auf Moscheen deutlicher vor uns stellt. Es ist egal, ob ein muslimisches, jüdisches oder christliches Gotteshaus angegriffen wird. Wir alle sind damit angegriffen.”

Für den zehnten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 New York und Washington befürwortet der Zentralrats-Vorsitzende die Idee eines “großen interreligiösen Gebetes”.

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Anmerkung
Die Grundidee eines interreligiösen Gebetes ist sicherlich eine gute Sache. Wenn allerdings jemand diese Meinung vertritt, muss er sie auch weiter verfolgen und dafür werben und nicht darauf warten, dass die “Anderen” auf einen zugehen, um sich anschliessend zu beschweren, dass der Islam nicht akzeptiert wird.

Der öffentlichen Kritik des Ratsvorsitzenden der EKD, Nikolaus Schneider, wonach der Islam in Deutschland “von Aufklärung und Religionskritik kaum irritiert” sei, kann der Zentralrat nicht nur mit der o.a. Antwort begegnen, sondern es muss überlegt werden, warum eine derartige Erneuerung im Sinne einer Säkularisierung seit “300 Jahren” überfällig ist.
Die vielfältigen Facetten des Islam spiegeln sich in den über 300 Moscheegemeinden wider, die teilweise in der gleichen Stadt konkurrierend auftreten, was nach aussen hin nicht unbedingt eine einheitliche religiöse Anschauungsweise verdeutlicht.

Die sogenannte Aufklärung im Islam kann eher als intelektuelle Leistung der Gebildeten angesehen werden, die nach dem Studium in Deutschland sich in der Regel wieder in ihre Heimat begeben.

Altbundeskanzler Schmid führte in einem seiner letzten Gespräche in der ARD aus, dass ‘wir’ eher Probleme mit den Menschen aus Ost-Anatolien haben, weil die patriarchalischen Strukturen dort fest verwurzelt sind. Es werden dort Traditionen mit Zwangsverheiratungen und Familienehre gelebt, die die “Vorherrschaft” der Männer und die Minderwertigkeit der Frauen dokumentiert, und die von auch einfachen Menschen im “Dunstkreis” des Abendlandes abgelehnt werden.
Wenn heute der Zentralrat der Muslime von der Gleichheit der Geschlechter in Deutschland spricht, ist das reine Theorie; denn “importiert” wird immer das geistige “unaufgeklärte” Gegenteil, welches sich dadurch eindrucksvoll dokumentiert, dass die Ehefrau den Einkauf alleine trägt und sich die drei bis fünf Schritte hinter dem Ehemann bewegt.

Wenn der Sprecher des Zentralrates von durchaus Nachholbedarf hinsichtlich der Abgrenzung des Islam von Ideologien betont, sollte man das anpacken! Als Dachorganisation kann in diesem Zusammenhang nicht von fehlenden Infrastrukturen gesprochen werden, sonst führt sich dieser Vertretungsanspruch für 300 Moscheegemeinden und 19 islamischen Verbänden selber ad absurdum.

An der Uni Münster wurde bereits vor längerer Zeit der LEHRSTUHL FÜR RELIGION DES ISLAM eingerichtet. Teilweise wird dieser Lehrstuhl von einigen islamischen Verbänden grundlegend abgelehnt. Das ist sicher nicht der richtige Weg, den Islam als vollwertige Religion endlich zu etablieren. Daran ändert auch ein Bundespräsident nichts, der anbiedernd verlauten lässt, dass der Islam “angekommen” sei.

Hier ist noch viel zu tun. Und das kann nur durch gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz aus allen Richtungen bewerkstelligt werden, was auch jungen Türken nachhaltig vermittelt werden sollte.

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* Gysi im Interview

Erstellt von DL-Redaktion am 31. Januar 2011


„Ich kann Ihnen leider kein praktisches Beispiel eines demokratischen Sozialismus nennen“. So äußerte sich Gregor Gysi am Sonntag im Deutschlandradio. Weiter heißt es dort: „Nie wieder will ich die Mehrheit einer Gesellschaft zu einer gesellschaftlichen Struktur zwingen die sie nicht will.“ „Wenn die mit Erfolgen verwöhnt werden, können sie auch ein bisschen komisch werden“ So lauten Zitate vom Deutschlandradio in dem er über seine eigene Partei, DIE  LINKE. spricht.

Dem Linken-Fraktionsvorsitzenden fehlen Vorbilder für die Ziele seiner Partei.

Gregor Gysi im Gespräch mit Günter Hellmich.

Günter Hellmich: Herr Gysi, “Die Linke” geht mit großer Geschlossenheit, einer starken Führung und einer klaren Programmatik voller Zuversicht in die Landtagswahlkämpfe dieses Jahres. Alles richtig?

Gregor Gysi: Das klingt auf jeden Fall sehr gut. Aber wir sind natürlich noch in einem Vereinigungsprozess, und damit hängt auch zusammen, dass es natürlich gelegentlich bestimmte Schwierigkeiten gibt. Aber ich finde das trotzdem besser als Beitritt. Beitritt heißt nur, die einen sollen so werden, wie die anderen schon sind. Vereinigung ist immer komplizierter. Aber wir haben ein Programm, wir haben den Entwurf eines neuen Programms, wir haben jetzt auch - sagen wir mal - einen Alternativentwurf. Das finde ich alles gar nicht schlecht, ich finde das sogar gut, dass da sehr unterschiedlich diskutiert wird. Ich möchte nur, und das ist mein Anliegen, dass wir dann ein paar Wochen vorher uns zusammensetzen und versuchen, Kompromisse zu finden, weil ich möchte kein Parteiprogramm für 55 Prozent der Mitglieder, sondern eins für 90 Prozent der Mitglieder. Und da bin ich auch ziemlich sicher, dass wir das schaffen.

Hellmich: Vor dem Programm sind ja nun erst mal die Landtagswahlen, das geht ja so alles quer gegenüber und es wird heftig diskutiert …

Gysi: … richtig …

Hellmich: … und los geht es ja schon in Hamburg.

Quelle: Deutschlandradio >>>>> weiterlesen und hören

Hier ebenfalls ein Dokument: “Wie ich Gregor Gysi im Stasi Knast erlebte”.

IE

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* Wie geht es uns,

Erstellt von DL-Redaktion am 31. Januar 2011

…Herr Küppersbusch?

Die Woche mit Friedrich Küppersbusch.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht letzte Woche?

Friedrich Küppersbusch: Vodafone schaltete willfährig sein Funknetz in Ägypten ab.

Was wird besser in dieser?

Einfach mal den Anbieter wechseln.

9 dafür, 22 dagegen, 34 Enthaltungen - was sagt uns das Abstimmungsverhalten der Grünen beim Bundestagsbeschluss über das Afghanistanmandat?

Mit 9 Toten, 22 Überlebenden und 34 schwerverletzten SoldatInnen wäre also rechnerisch die Haltung der Partei formerly-known as Friedensbewegung in Fleisch und Blut übersetzt. Es wird schlimmer kommen. Es bleibt ein Ruhmesblatt eines Sozialdemokraten, dass Karl Liebknecht im Ersten Weltkrieg als Einziger gegen die Kriegskredite zu stimmen wagte. Nachdem er einer früheren Abstimmung ferngeblieben war, also sich enthalten hatte. Und obgleich er postwendend unter Bruch seiner Immunität an die Front geschickt wurde. Immerhin fanden sich nun bei SPD und Grünen Einzelne, die den vaterlandslosen Gesellen als Weltbürger der Zukunft erkannt haben. Und beide Parteien haben hinreichend dargelegt: Dieser Formeltext wird bereits vor Abstimmung als Kriegsfortsetzung Guttenbergs, als Abzugssignal Westerwelles und als großes Weiß-ich-auch-nicht-so-genau für alle anderen gelesen. Rein formell: Zu einem Nichttext kann man nur eine Nichtmeinung haben. Das Abstimmungsergebnis des Parlaments: 72,5 Prozent dafür. Die Meinung der Bevölkerung in Umfragen: 70 Prozent dagegen. So geht Politikverachtung.

Unruhen in Tunesien, Ägypten, Jemen. Israel wird nervös. Braucht das Land ringsum Diktaturen, um zu überleben?

Schon diesseits der Interessen Israels wäre der Eindruck verheerend, dass wir was gegen Diktaturen haben, die nicht ordentlich funktionieren. Am Beispiel Algeriens aus den Neunzigern: So lange wählen lassen, bis keine islamischen Parteien mehr drankommen, war damals moralisch verwerflich und ist heute pragmatisch Unsinn. Man wird sich an eine Idee “islamisch-demokratischer Parteien” gewöhnen müssen, die sollen ja auch mit einer “Christ-demokratischen” reden. Auch nicht einfach!

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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