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Archiv für Januar 22nd, 2011

* Irre oder normal?

Erstellt von DL-Redaktion am 22. Januar 2011

Nicht der Irre braucht Hilfe, sondern der Normale

In seinem Bestseller “Irre! Wir behandeln die Falschen” plädiert Manfred Lütz dafür, die Normalen zu therapieren. Henryk M. Broder gratuliert und stellt das Buch vor:

Alle guten Bücher kann man in wenigen Worten zusammenfassen. Faust: Alter Mann verfällt einer jungen Frau und verliert seine Seele; Wilhelm Tell: Scharfschützen haben mehr vom Leben; Das Kapital: Lieber reich und gesund als arm und krank. Sein Buch „IRRE!“ hat Manfred Lütz in zwei Sätzen kondensiert: „Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen.“

Lütz hat den Nagel nicht nur auf den Kopf getroffen, er hat ihn mit einem Schlag in der Wand versenkt. Unser Problem sind in der Tat die Normalen, die Unauffälligen, die Ergebenen, die tagsüber arbeiten und nachts schlafen, die ihren Urlaub ein halbes Jahr im voraus buchen; diejenigen, die quer durch Brandenburg fahren, um in Polen ein paar Euro beim Tanken zu sparen; die vor einer CO2-intensiven Reise in die Karibik eine Ablass-Spende an Green Peace überweisen; die einen Buckelwal adoptieren und die Stand-by-Funktion ihres Fernsehgeräts deaktivieren, um das Klima vor dem Kollaps zu retten.

Panizza – wegen “Liebeskonzil” im Gefängnis

Oskar Panizza war, wie Lütz, Mediziner, Psychiater und in dieser Eigenschaft Arzt an der oberbayrischen Kreis-Irrenanstalt in München. Von Geburt katholisch, aber von der Mutter nach dem Tode des Vaters protestantisch erzogen, schloss er sich der 1890 gegründeten „Gesellschaft für modernes Leben“ an, einer Vereinigung freier Geister.

Über die Grenzen Bayerns bekannt wurde er mit dem „Liebeskonzil”, einer „Himmelstragödie in fünf Aufzügen”, die 1495 im Himmel, in der Hölle und im Vatikan spielt. 1895 wurde Panizza wegen Gotteslästerung angeklagt und von einem bayrischen Gericht zu einem Jahr Gefängnis in der Haftanstalt Amberg verurteilt.

Nach Verbüßung der Strafe zog er nach Zürich, wo er die Zeitschrift „Zürcher Diskussionen” herausgab, die er vor allem mit seinen eigenen Arbeiten füllte. Darunter einem Essay über „Das Schwein in seinen poetischen, mythologischen und kulturhistorischen Aspekten”. Von Panizza stammt der Satz: „Der Wahnsinn, wenn er epidemisch wird, heißt Vernunft.” Und das klingt wie: „Wir behandeln die Falschen, unser Problem sind die Normalen.”

Quelle: Die Welt >>>>> weiterlesen

IE

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* Lötzsch auf Tauchstation

Erstellt von DL-Redaktion am 22. Januar 2011

Wo war Lötzsch, wird sich so manch einer am Freitagnachmittag in der aktuellen Stunde des Bundestages gefragt haben. Dabei war es ihre Stunde, eine Zeit nur für sie. Welcher Bürger sonst bekommt denn schon eine Aktuelle Stunde im Bundestag für sich anberaumt?

Die Brandstifterin hatte also ihr Nichterscheinen vorgezogen, was ja an und für sich normal ist, da für Löscharbeiten gewöhnlich die Feuerwehr zuständig ist. Auch fühlen sich Brandstifter meist sehr unter Zeitdruck gesetzt, sind sie doch rastlos unterwegs, um andernorts erneut zu zündeln.

So auch Frau Lötzsch, welche es vorgezogen hatte, einen Neujahrsempfang in Wiesbaden bei der hessischen Linken zu beehren. Na ja, bei einem solchen Anlass wird für gewöhnlich auch Sekt serviert, während der Bundestag sich mehr an alkoholfreie Getränke  hält. Sekt passt auch besser zu Porsche. Als Kommunistin gönnt man sich ja ausser einem fetten Gehalt und die Pension auf Kosten der Steuerzahler weiter nichts. Die Rente zahlt ihr übrigens der demokratische Staat.

So musste denn stattdessen Ulrich Maurer die  heißen  Worthülsen seiner Chefin entschärfen. Da nicht nur Mitglied des Parteivorstand, sondern auch - aus Sicht der Partei - als katholischer Schwabe und ehemaliger Vorsitzender der baden – württembergischen SPD -  Landtagsfraktion, über allen Kommunismus Verdacht erhaben, blieb er der einzige Redner seiner Partei. So versuchte er eine Verbindung zwischen der Bibel und dem Kommunismus aufzuzeigen. Des weiteren  betonte auch er, wie viele andere vor ihm das seine Partei mit dem K - Wort nichts mehr am Hut habe. Es wird zwar viel geredet, aber anstonsten kümmert uns das nicht. Genauso wie in anderen Dingen auch?

Dass denn solch dumme Äußerungen aus dem Mund einer Parteivorsitzenden  von den  anderen Parteien aufgenommen und entsprechend  ausgeschlachtet werden, ist in der Politik etwas vollkommen normales. Das erleben wir in anderer Richtung auch tagtäglich. Dass aber die in der Partei immer wieder auffälligen Vorkommnisse in Richtung Stalinismus und Kommunismus laufen zeigt, warum sich der größte Teil unserer Gesellschaft die Partei lieber auf Distanz hält.

Auch wird der in dieser Gesellschaft sich benachteiligt Fühlende, für welchen sich die Partei stark machen möchte, sehr schnell bemerken, dass besonders er bei der Suche nach den verschlungenen Pfaden verloren gehen wird. Denn wenn diesen Menschen erst geholfen wird, nachdem der Kommunismus eingeführt wurde, bleibt es jedem Wähler überlassen, über  den Zeitpunkt dieses Wandels nachzudenken.

Dem einfachen Mitglied der Partei wird bei im Vergleich meist harmlosen Vorkommnissen gleich mit Parteiausschluss aus Gründen eines parteischädigendes Verhalten gedroht. Haben diese absolut politischen Nieten, welche nur für ihr eigenes Ego arbeiten, einen Dummschwätzer-Ausweis oder reicht der Titel Dr. oder Professor dazu aus?

Es wird auf jeden Fall interessant sein zu beobachten, wie lange die vielen ehrlich Bemühten dieses Verhalten noch  tolerieren werden.  Wie haben wir neulich noch geschrieben: Zum Aufbau braucht es viele fleißige Hände, derweil nur eine Abrissbirne ausreicht, dieses alles wieder zu zerstören. Und von diesen Birnen gibt es in der Partei viel zu viele.

IE

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