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Archiv für Januar 21st, 2011

* Der Tod

Erstellt von UP. am 21. Januar 2011

beim “BUND”

- …da wird gelogen, geschoben und betrogen!

Erst waren es die Taliban, die den Soldaten erschossen haben sollen. Dann war es sein eigenes Verschulden beim Waffenreinigen. (In dieser Version wollte sich der Bund möglicherweise um Zahlungen drücken.)

Und nun die Wahrheit: Es war ein Unfall - allerdings durch eine Kameraden-Kugel. Mindestens sitzen in diesem Land am Hindukusch nur Spezialisten, die mit Waffen umgehen können. Und denen ist eingebläut: Magazin raus - 1x durchladen; Grundlagen im Handling ‘ner Knarre. Insofern ist auf jeden Fall der Tatbestand der fahrlässigen Tötung erfüllt - und zwar durch den, dem die Patrone ”gehörte”.

In den Nachrichten ist diese Version nie aufgetaucht; erst jetzt - unter Druck. Und der schwarze Baron behauptet, dass diese Version längst nach zwei Tagen bekannt gemacht wurde. Alles Lüge!

Dazu passen auch die geöffneten Briefe. Es kann fast davon ausgegangen werden, dass diese Briefe die Wahrheit in die Heimat mitteilten. Das ist nicht einmal eine abstruse Verschwörungstheorie. Es offenbart sich Verschleierung und nebulöses Verhalten bei Verantwortlichen; denn Feldpost wird nur durch die Bundeswehr verwaltet und befördert.

Bei dem Unfall auf der Gorch Fock durfte die junge Frau gar nicht in die Wanten; denn sie war kleiner als 1,60 m. So bestimmt es eine einschlägige Dienstvorschrift. Der Verantwortliche, der die Offiziers-Anwärterin hochgejagt hat, ist sicher leicht festzustellen und der Gerichtsbarkeit unverzüglich zuzuführen. Sowieso ein Unding: Was soll der Blödsinn, spätere Offiziere, die später einmal an hochsensiblen technischen Geräten Krieg spielen, fuffzig Meter den Mast hochklettern zu lassen. Das nutzt wenig im sogenannten Ernstfall. Und von der “Pike auf” ist etwas anderes.

Der Herr Baron trägt dafür die politische Verantwortung. Also abdanken, Herr Minister!

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* Kein Weg, nirgends

Erstellt von UP. am 21. Januar 2011

Aus Anlass der Eröffnung einer Dauerausstellung über das Ministerium für Staatssicherheit in der ehemaligen DDR erklärte der deutsche Bundespräsident Christian Wulff: “Wir dürfen die DDR nicht verklären”, es sei empörend, dass die Täter ihre Opfer verhöhnen würden. “Wir müssen ihnen lauter und vernehmlicher widersprechen!”

Das war letzten Samstag, auf den Tag genau 21 Jahre nachdem Demonstranten am 15. Januar 1990 die Stasi-Zentrale in der Normannenstraße in Berlin-Lichtenberg gestürmt hatten. Wulffs Rede war voller Plattitüden, die weder ganz richtig noch ganz falsch waren, so wie sein Satz, der Islam gehöre ebenso zu Deutschland wie das Christen- und das Judentum. So sagte er auch: “Jeder Einzelne hat ein Recht darauf, dass nicht vergessen wird, dass aufgearbeitet und aus der Diktaturgeschichte für die Zukunft gelernt wird.”

Wer würde dem widersprechen wollen? Nicht vergessen! Aufarbeiten! Und aus der Geschichte lernen, damit sie sich nicht wiederholt!

Nur ein paar Tage, bevor Wulff zu seiner Rede gegen das Vergessen anhob, sagte die Vorsitzende der Linkspartei, Gesine Lötzsch, in einer Rede zu Ehren von Rosa Luxemburg: „Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung. Auf jeden Fall wird es nicht den einen Weg geben, sondern sehr viele unterschiedliche Wege, die zum Ziel führen.“

Worauf der Vorsitzende der SPD, Sigmar Gabriel, aus allen Wolken fiel: “”Wer glaubt, den Kommunismus ausprobieren zu müssen, sei es in der Opposition oder gar in einer Regierung, dem kann wohl niemand mehr helfen.” Daraufhin erklärte der andere Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, wenn die SPD so weiter mache, “dann kommt sie für uns als Koalitionspartner nicht in Frage”.

Nein, das waren keine Szenen aus einem Irrenhaus, in dem die Patienten die Ärzte spielen, es waren Momentaufnahmen aus der Bonner Republik im Jahre 21 der neuen Zeitrechnung, also nach dem Fall der Mauer. Die juristische Aufarbeitung der DDR ist abgeschlossen, die politische hat noch nicht einmal begonnen. Von einigen ehemaligen Bürgerrechtlern abgesehen, stört sich niemand daran, dass die Vorsitzende der Linkspartei, Gesine Lötzsch, bis zum bitteren Ende der SED angehörte und hinterher ohne einen Anflug von Scham oder Reue Leitungsfunktionen in der PDS übernahm, die sich ihrerseits 2007 in Die Linke umbenannte.

Gesine Lötzsch steht für die gesamtdeutsche Kontinuität da, für das unheilbar gesunde Gewissen der Täter und ihrer Helfershelfer, die sich wieder als Wegweiser auf dem Pfad der politischen Tugend anbieten. Es war ein Fehler, die SED nach dem Ender der DDR nicht zu verbieten und ihr auf dem Umweg über die PDS und Die Linke die Teilnahme am politischen Leben der Bundesrepublik zu ermöglichen. Und Christian Wulff ist nicht nur der Präsident aller Deutschen, er ist auch der Herr der Binse. In seiner “ergreifenden und mahnenden Rede” (BILD) ist er mit keinem Wort auf die Kommunismus-Phantasie der Genossin Gesine eingegangen. Er tat so, als wären “die Täter” Aliens gewesen, die nach getaner Arbeit in den Weiten des Weltraums verschwanden. Dass sie heute im Bundestag und in 13 Landtagen sitzen und in zwei Ländern (Berlin und Brandenburg) mitregieren, überging er ganz souverän. Das ist die Art der Aufarbeitung, vor der “die Täter” keine Angst haben müssen.

So gerne die Deutschen ihre Vergangenheiten bewältigen, so schwer tun sie sich mit der Gegenwart. Nicht nur mit ihrer eigenen. Die Revolte in Tunesien hat sowohl die Politiker wie die vielen Arabien-Experten kalt erwischt. Während die Friedensbewegung und die revolutionäre Linke, die bei jeder “Freiheit-für-Gaza”-Demo vorneweg marschieren, keinen Laut von sich geben, weil weder die Amis noch die Israelis im Spiel sind, hat sich Außenminister Guido Westerwelle zu einem seiner temperamentvollen Statements hinreißen lassen. “Es führt kein Weg an einer wirklichen Demokratie in Tunesien vorbei”, sagte er in Berlin, nachdem der tunesische Präsident sein Land in großer Eile verlassen musste.

Anschließend berichtete die tagesschau der ARD über eine Solidaritätsdemo mit den Tunesiern, die Ben Ali aus dem Amt gejagt hatten.

Die Kundgebung fand vor der tunesischen Botschaft in Beirut statt.

© Weltwoche 3/11
mit freundlicher Genehmigung von Henryk M. Broder

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* Alles Bio - oder was?

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Januar 2011

Wird dieser Skandal ohne Gewinner bleiben? Wäre es nicht an der Zeit einmal darüber nachzudenken warum diese Skandale immer wieder so eintreten wie geschehen? Nach dem falschen Umgang mit Rindern die Schweine jetzt die Hühner. Von uns, den Menschen spricht keiner? Es gab auch schon einmal Zeiten einer politischen Kultur des nicht Erkennens - gleich Versagen! Wo für brauchen wir Politiker, welche nicht einmal in der Lage sind das Volk vor Unbill zu schützen? Vom täglichen Leben eines Biobauern wird hier geschrieben.

Skandal ohne Gewinner.

Früher, ja, früher war dir ein Ei wie das andere, und du wusstest nur: Wenn’s Portemonnaie leer ist, fährst du mit Knickeiern günstig. Heute stehst du beim Biobauern im Matsch und fragst ihn: Wie er das denn hinkriegt, dass in seinen Eiern nix drin ist, und vor allem: kein Dioxin.

Da zieht der Biobauer, der Johannes Erkens heißt, die Brauen zusammen, guckt ein bisschen streng und sagt doch glatt: Nein, also so etwas, das könne er nicht versprechen. Kann ja keiner behaupten, der ehrlich ist - dioxinfrei. Hoppsa!, gackernd stieben ein paar Hühner davon, die den Besuch kritisch beäugen, und du versuchst gerade, nicht umzufallen, während du auf einem Bein die Plaste-Überschuhe auf die Stiefel stülpst. Die sind nötig, hygienetechnisch, weil’s gleich in den Stall geht. “Wir leben alle unter einem Himmel”, sagt Erkens, “auf derselben Erde.” Und dioxinfrei gibt’s da nicht mehr, nirgends. Auch ein Biobauer könnte sich da höchstens rausträumen.

Auch Bio-Landwirtschaft ist schließlich ein realistisches Geschäft. Aber ein ehrliches, mindestens wenn’s nach Erkens geht, wie hier, auf dem Kudammhof in Adelheidsdorf-Großmoor bei Celle, mit seinen durchschnittlich 5.000 Hühnern, die Herde à 1.000 Tiere, Erkens stellt sie als Amberlink Legehybride vor. Also die berüchtigten Turbohühner? “Wir brauchen eine Leistung von 250 Eiern pro Huhn”, erklärt er. Rassehühner schaffen bestenfalls etwas mehr als die Hälfte, “damit würden wir nicht hinkommen”. Die Küken werden auf Bestellung vom Züchter angeliefert. Wie gesagt, ehrlich. Und realistisch. Und in der Dioxinfrage garantieren Erkens und seine Frau Friederike Schultz, die den Hof vor 20 Jahren vom Vater übernommen hat, eben nur dafür, dass die eigenen Böden streng kontrolliert sind, dass sie selbst keine neuen Schadstoffe eintragen und den Hühnern kein zusätzliches Dioxin übers Mischfutter zuführen.

Quelle : TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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* Ich bin Schuld!

Erstellt von DL-Redaktion am 21. Januar 2011

Wie oft haben wir folgende Slogans oder viele ähnlich lautende in den letzten Jahren von unseren Politikern schon gehört: “Wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt.” “Wir müssen endlich bereit sein mehr Geld für unsere Lebensmittel auszugeben.” “Wir haben unser Geld falsch angelegt um eine höhere Rendite zu bekommen.” Usw. usw.

Endlich wurde nun jemand gefunden der seine Versagen einsieht und sich in aller Öffentlichkeit für Schuldig bekennt. Ob Dioxinskandal, Bankenkrise, die Diktatur in Tunesien oder Klimawandel - für all das sind wir am Ende selbst verantwortlich. Ein Eingeständnis VON ALEM GRABOVAC.

In diversen Talkshows und unserer kleinen Zeitung höre und lese ich immer wieder, dass der Verbraucher schuld am Dioxinskandal ist. Denn ich, der Verbraucher, will billige Eier und billiges Fleisch essen. Demzufolge setze ich den Produzenten unter Druck - denn er, der Produzent, muss jetzt meinetwegen bei der Produktion seiner Lebensmittel Geld einsparen. Mit meinem Verhalten verführe ich den Hersteller also dazu, billiges, mit Dioxin gepanschtes Futtermittel zu produzieren. Zwinge ihn praktisch dazu. Ist ja klar: Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Meine Billignachfrage führt zu einem Billigangebot - und dieses Billigangebot führt eben zu verseuchten Eiern, Rindern und Schweinen.

Aber damit noch nicht genug. Am Bankenskandal bin ich natürlich auch schuld. Denn ich, der Bankkunde, möchte für mein Geld die höchste Rendite erzielen. Also verführe ich die Banker dieser Welt dazu, mir lukrative Wertpapiere zu verkaufen. Weshalb bin ich auch so gierig und habe mich vorher nicht genau erkundigt? Selbst schuld! Ich war die Immobilienblase, ich bin die Irland- und Griechenlandkrise, ich bin der Bankenskandal!

Ich kaufe auch die falschen Klamotten. Meine Schuhe sind “Made in China” und meine T-Shirts “Made in Bangladesch”. Ich will billige Klamotten. Und deswegen gibt es Kinderarbeit in der Dritten Welt.

Klar, ich ernähre mich falsch. Ich kaufe die falsche Schokolade und den falschen Kaffee, und deswegen gibt es den unfairen Handel zwischen Nord und Süd.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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