Erstellt von DL-Redaktion am 14. November 2010
Durch eine scheinbar nicht nur uns zugesandte E-Mail - verbunden mit der Bitte um bundesweite Veröffentlichung - wurden wir heute auf einen neuen Skandal in dem Landesverband DIE LINKE Saarland aufmerksam gemacht.
Wie uns das Parteimitglied Gilbert Kallenborn aus Wallerfangen / Saarland mitteilte, soll es seiner Aussage nach von der Parteiführung, vertreten durch den aus den Unterlagen erkennbaren Anwalt, bei dem zuständigen Vormundschaftsgericht auf Antrag als geschäftsunfähig erklärt werden.
Gilbert Kallenborn ist Kritiker seiner Partei im Saarland und hat bislang in allen eingereichten Klagen, sei es vor der Bundesschiedskommission innerparteilich als auch vor zivilen Gerichten, obsiegt.
Zu einem seltsam anmutenden Verfahren als Steigerung üblicher Mobbing-Aktionen gegen unliebsame Mitglieder ist der Parteiführung der Partei DIE LINKE im Saarland mutmasslich jedes Mittel recht.
Teil dieser Kampagnen scheinen auch die immer noch vorliegenden Anträge auf Satzungsänderung zu sein, auf die die Saarbrücker–Zeitung vom 12.11.2010 hinweist. DEMOKRATISCH-LINKS berichtete in seinem Artikel „Bye,bye, Saar-Demokratie“ vom 11.10.2010 darüber.
IE
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Erstellt von DL-Redaktion am 14. November 2010
Und auf einmal bist du “Migrant”. Diese Festellung durfte auch der Schriftsteller Nicol Ljubic machen. Die fruchtlose Debatte um Thilo Sarazzin hat hat bei vielen Menschen tiefe Spuren hinterlassen. IE
Vor Kurzem erst saß ich in einem freundlichen, hellen Tagungsraum einer christlichen Akademie. Hinter einer Glasfront: Wald, Wiesen und ein paar Kühe. Hier, dachte ich, sei ich geschützt vor den Ausläufern des Tiefs Sarrazin, das Deutschland schon seit Wochen beherrscht.
Es saßen literaturinteressierte Menschen im Raum. Thema der Tagung: “Deutschsprachige Gegenwartsliteratur und Globalisierung”. Ich war als Autor geladen. Es war auch nicht das erste Mal, dass ich aus meinem Roman las, in dem der Bosnienkrieg eine Rolle spielt, und mit den Zuhörern ins Gespräch kam. Ich weiß mittlerweile, worauf ich gefasst sein muss. Und trotzdem: An diesem Tag in der Akademie war etwas passiert, mit mir war etwas passiert, was mich selbst überraschte, und das hatte mit diesem Orkan zu tun, der draußen im Land tobte. Ich spürte zum ersten Mal Wut in mir.
Dazu muss man ein paar Dinge über mich wissen. Ich bin im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft, und zwar vom ersten Tag meines Lebens an. Meine Mutter war schon immer Deutsche, mein Vater seit 1971, als er für 750 Mark seine Einbürgerungsurkunde bekam. Jahre zuvor war er aus dem damaligen Jugoslawien über Italien, Frankreich nach Deutschland geflohen, ohne Papiere, mit siebzehn, als gelernter Autoelektriker. Damals, als die Welt noch in zwei Blöcke geteilt war, musste man kein Dissident sein, um politisches Asyl zu bekommen, da reichte schon der Wunsch nach einem besseren Leben. Auf die Frage der französischen Behörden, warum er nach Frankreich gekommen sei, schrieb mein Vater: “Dies ist ein entwickeltes Land, und ich hoffe, dass Sie mir erlauben, auch hier bleiben zu können.” Er lernte dann aber ein deutsches Au-pair-Mädchen kennen, und zusammen suchten sie ihr Glück in Deutschland.
Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen
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