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Archiv für Oktober 6th, 2010

* Die Meinungsfreiheit.

Erstellt von DL-Redaktion am 6. Oktober 2010

Die Freiheit, die ich meine.

Gedanken zur Meinungsfreiheit macht sich im folgenden Artikel Robert Misik. IE

Die “Meinungsfreiheit” ist zu einem rechten Kampfbegriff geworden. Sie wird allzu häufig mit dem Recht verwechselt, nicht kritisiert zu werden.

Wenn die Bild-Zeitung eine Kampagne lostritt, dann darf die FAZ nicht abseits stehen. “Bild kämpft für Meinungsfreiheit”, hatte das Zentralorgan des gesunden Volksempfindens unlängst getitelt und in großen Lettern rausgeschrien: “Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.” Auch FAZ-Chef Frank Schirrmacher, an sich kein Freund der Sarrazin’schen Thesen, griff wenig später zu dieser Catch-Phrase: Es gehe, so schrieb er in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, “bei der Sarrazin-Debatte im Kern mittlerweile um nichts anderes als die Meinungsfreiheit”.

So sieht man das also bei Bild, bei der FAZ und in den Landtagsfraktionen der NPD. Und auch in linksliberalen Kreisen fällt das Argument, dass Thilo Sarrazins “Meinungsfreiheit” beschnitten worden sei, auf fruchtbaren Boden. Das Wort “Meinungsfreiheit” ist zu einem Kampfbegriff geworden.

Frank Schirrmacher insinuiert, dass zur Meinungsfreiheit nicht nur die Freiheit gehöre, sich öffentlich zu äußern - sondern auch noch das Recht, substanziell diskutiert zu werden (ein Recht, das die Kanzlerin offenbar allein schon durch ihre bockige Nichtlektüre des Sarrazin’schen Buchs beschnitten habe). Das ist, für sich genommen, schon eine etwas drollige These. Nur: Mit Meinungsfreiheit hat sie nichts zu tun.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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* Überraschung in RLP.

Erstellt von DL-Redaktion am 6. Oktober 2010

Überraschung in RPL-

Die Landesvorsitzenden 2010-2012 sind da.

Heute wieder eine Mail aus RLP. Wie immer im Westen der Republik, es geht um die antidemokratische Ausrichtung der DIE LINKE. Die gleichen der hier gemachten Vorwürfen kommen aus fast allen westlichen Landes-Verbänden und zeigen auf, wie man sich als Partei in einem Demokratisch ausgerichteten Land überflüssig macht. IE

Über der Vorderbühne der Landesparteiorganisation liegt der Schleier des Beschweigens. Es scheint die gewünschte „Ruhe“ in der Untertanenpartei, genannt DIE LINKE, eingetreten zu sein, damit sich die Kulissenschieber auf der Hinterbühne ans Werk machen können.

Der Landesparteitag naht, der Landesparteirat ist wieder einmal ausgebremst und von demokratischen (Nach)druck aus der viel beschworenen Basis ist so gut wie nichts zu vernehmen.

Die Trennung von Amt und Mandat, die Verlagerung der politischen Führung von den Fraktionen auf die Parteiorganisationen bedarf nicht zwingend einer Satzungsänderung, sondern der Entschlossenheit neuer Vorstandskandidatinnen und der Selbstermächtigung der Delegierten des Parteitages.

Freilich sind diese Delegierten weder Ausdruck der realen Mitgliederzahlen, noch ist erkennbar, dass deren zukünftigen Entscheidungen das Ergebnis der Beratung mit der Basis sind. Es ist seltsam still um die geforderten Kriterien für den zukünftigen Vorstand, bisher haben die Genossen Schroll und Kruse, sowie Wilhelmy sich zur Thematik geäußert. Die Trennung von Amt und Mandat hat Gert Winkelmeier erörtert. Mit welcher Resonanz?

Absehbar ist, dass sich hinter den Kulissen für den Landesvorsitz auf Katrin Senger-Schäfer und Wolfgang Ferner geeinigt wird.

Wer kann diese Besetzung für ein Zeichen des Neuanfangs halten? Ich meine, angesichts der Mitverantwortung beider Persönlichkeiten für den vordemokratischen und antiemanzipatorischen Charakter der Partei bedarf es des Wunderglaubens oder einer gehörigen Portion Dummheit, um beide für Garanten eines Neuanfangs zu halten.

Allein von „Oben“ wird es keinen demokratischen Neuanfang geben!

Die „Lager“ des früheren Ulrich-Senger-Schäfer-Blocks können miteinander keine offene und radikale Erneuerungsdiskussion und Erneuerungspolitik führen, denn sie sind miteinander durch eine sozial-autoritäre Politikpraxis verbunden, in der sie sich grob an Mitgliedern und deren Rechten vergangen haben. Sie können sich gegenseitig im Schach halten und sie müssen dies, wenn sie nicht wechselseitig zu Kronzeugen einer Politik der Ignoranz und der Behandlung der Partei als Club zur Durchsetzung privater Interessen machen wollen. Nur gemeinsam und schweigend entgehen sie der Gefahr, sich vernatworten zu müssen.

Es mag „dritte Kräfte“ geben, die sich heute einbilden sie handelten im Parteiinteresse und besonders schlau, wenn sie sich taktisch auf eine Seite schlagen. Sie vergeben mit ihrem taktischen Opportunismus jede wirklich ernsthafte politische Gestaltungschance, denn jede Lagerseite ist sich bewußt, dass sie Stimmen der „dritten Kräfte“ vor dem und zum Parteitag als Zünglein an der Waage braucht, aber unsere Helden hinter den Kulissen überschauen die Lage und ihre Verantwortung vor der Partei, den Mitgliedern und den Wählerinnen noch kaum.

Nach dem Parteitag werden sie bedeutungslos. Ohne Not haben sie bisher auf die Aufstellung von Forderungen, von notwendigen Bedingungen eines Erneuerungsprozesses verzichtet. Man hat sich geeinigt, Entsolidarisierung mit der unabhängigen Kritik, Beschweigen der Vergangenheit und kleine Anteile im Pokerspiel. Man mag den „Illusionisten“ auch bescheinigen, dass sie an die Parteiinteressen glauben zu denken, dass sie nach Jahren der Ausgrenzung und Diffamierung endlich als Parteimitglieder mitgestalten, mitbestimmen wollen. Aber ein Irrtum bleibt ein Irrtum, auch wenn er in guter Absicht begangen wird. Mit dieser Landespartei haben die Wählerinnen, die Mitglieder und die Mandatsträgerinnen keine linke Kraft, keinen linken Motor, keine Stütze im Kampf.

Verbeek wurde aus der Partei gedrängt, Trier hat keine Fraktion mehr. In Ludwigshafen, „Heimatkreis“ der Landesvorsitzenden geht die Hass- und Ausgrenzungspolitik weiter, eine Wiederherstellung der Stadtratsfraktion ist nicht in Sicht und die Landesgeschäftsführung fährt fort mit ihrer selektiven Informationspolitik gegenüber den Mitgliedern. Zu all diesem opportunistischen und die Partei schädigenden Treiben gibt die Bundespartei ihren Segen, denn auch dort fehlt der Glaube an politisch aktive und gestaltende Mitglieder der Parteibasis.

Es fehlt nicht an „guten Gründen“ für diese Politik, denn Mandate sind in der Partei DIE LINKE das ein und alles, mehr als eine vorgebliche „Wahlalternative“ ist in diesem Projekt bisher nicht drin. So schlittert die Partei in die Fahrwasser einer zweiten Sozialdemokratie und daran ändern auch ambitionierte Programmdebatten nichts. Was der Parteigesundung fehlt ist eine kräftige politisch-soziale Bewegung in der Gesellschaft und ein Zustrom neuer Mitglieder, die Emanzipation ernsthaft wollen und können.

Bernd Wittich Ludwigshafen, 5. Oktober 2010

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* Solidarität in Bonn

Erstellt von DL-Redaktion am 6. Oktober 2010

Pressemeldung des Erwerbslosen Forum Deutschland

Aus Angst vor erneute Zugblockade:

Hundertschaft Polizei im Bonner Hauptbahnhof

Die Blockade eines Zugs, der am Samstag von 30 Stuttgart 21- im Bonner Hauptbahnhof  für fünf Minuten an der Weiterfahrt gehindert wurde, hatte viele in helle Aufregung versetzt. Der “Generalanzeiger Bonn” warnte: “Bahnkunden müssen auch am Dienstag im Bonner Hauptbahnhof mit Verzögerungen im Bahnverkehr rechnen” Die Aufregung wurde perfekt, nachdem am Sonntag ein weiterer Aufruf über das Internet zu einer erneuten Protestaktion am heutigen Dienstagabend in Bonn aufrief.

Dem Aufruf waren dann viele gefolgt: Aktivisten der Bonner Jugendbewegung, Erwerbslosen Forum Deutschland, Gewerkschaftsmitglieder, eine Sambagruppe, Parteiangehörige und Ratsmitglieder der Bonner Bündnis90/Die Grünen sowie Mitglieder der Linkspartei. Ebenfalls gefolgt waren Einheiten der Bonner und der Bundespolizei, die von ihrer Anzahl den Demonstrationsteilnehmern deutlich machten, dass eine Blockade eines Zugs heute unrealistisch ist.

Eine Eskalation mit der Polizei wollten die S-21-Gegner dann auch nicht provozieren und nahmen deshalb nur den Bahnhof ein, um eine Solidaritätskundgebung für die Stuttgart 21 -Gegner abzuhalten und Zugpassanten über die tragischen Vorfälle der gewaltsamen Räumung aus dem Stuttgarter Schlossgarten vom vergangenen Donnerstag zu informieren. Dabei wurde auch in Bonn die Forderung nach einem Rücktritt von Stefan Mappus in Sprechchören gefordert. Er und Deutsche Bahnchef Rüdiger Grube wären für die völlig überzogene Gewalt gegen Schüler und ältere Menschen verantwortlich.

Das „Wahnsinnsprojekt“ Stuttgart 21 würde auch der Region Köln/Bonn schaden, denn mit den für Stuttgart 21 benötigten Milliarden würden Mittel gebunden, die überall im Bundesgebiet für den dringend notwendigen Schienenausbau im Regionalverkehr fehlen. Deshalb lautete auch ein Slogan „Bürgerbahn statt Aktienbahn“.

Eine Abschlusskundgebung und Sambarhythmen auf dem Vorplatz des Bonner Bahnhofs beendete die Kundgebung. Bonner Bürgerinnen und Bürger zeigten Verständnis und Sympathie für den Protest. In Gesprächen hielten sie Widerstand und zivilen Ungehorsam für gerechtfertigt. Weitere Solidaritätsaktionen sind geplant.

Hochauflösende Fotos Hier
Kontakt: Martin Behrsing (0160 / 99278357)

IE

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