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Archiv für September 30th, 2010

* Stuttgart-21-Demo!

Erstellt von DL-Redaktion am 30. September 2010

Eskalation in Stuttgart:  Einige tausend Menschen haben sich versammelt, um gegen die geplante Abholzung alter Bäume zu protestieren. Die Polizei räumt das Gelände. Dabei setzt die Polizei laut mehreren Medienberichten, u.a. melden das auch der Twitter-Dienst der GRÜNEN sowie ZDF-online, auch Tränengas und Wasserwerfer sein. Ob dabei auch Schlagstöcke verwendet wurden, ist zur Stunde noch nicht zu sagen. Scheinbar sucht Ministerpräsident Mappus (CDU) die Konfrontation mit den Demonstranten. Es seien “bürgerkriegsähnliche Zustände” berichten Demo-Teilnehmer der anwesenden Presse.

Nach Angaben von Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) sind jetzt auch Bundespolizisten sowie Beamte aus Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen wegen Stuttgart 21 im Einsatz. ” Von Mitternacht an könnten die ersten von rund 300 teilweise uralten Bäumen für das Bahnprojekt Stuttgart 21 gefällt werden. Die Fällarbeiten sollen bis Samstag dauern. Danach werde das Baulager durch einen Zaun abgesperrt. Ein Großaufgebot der Polizei riegelt seit Donnerstagvormittag das Gelände ab. Auch der Landtag wurde abgeriegelt.” berichtet Zeit-online.

ZDF-online berichtet: “Der Stuttgart-21-Sprecher Udo Andriof berichtete, dass zur Einrichtung der Baustelle 25 Bäume gefällt werden müssten. Neben kleineren Bäumen sei auch eine größere Platane betroffen. Auf dem Baugelände werden eine 1.000 Quadratmeter große Halle aufgebaut und Wasserbehälter aufgestellt. Insgesamt müssen dem Bahnprojekt voraussichtlich 282 Bäume weichen. Dabei sollen auch Bäume versetzt werden. Die Deutsche Bahn ist verpflichtet, nach Abschluss der Bauarbeiten 293 Bäume nachzupflanzen.”

Die Organisatoren der Demo kündigen bereits heute massiven Widerstand gegen die Fällung der teils alten Bäume und den weiteren Plänen zu Stuttgart-21 an. Grünen-Chef Cem Özdemir appellierte an die Landesregierung unter MP Mappus und die Deutsche Bahn, den Konflikt um das Projekt Suttgart-21 nicht weiter eskalieren zu lassen.

Update von der Nacht zum 1.10.2010:

Gegen 1 Uhr Nachts wurden die ersten Bäume gefällt. Mehrere tausend Demonstranten machten stundenlang lautstark, aber friedlich ihrem Unmut Luft. Rund 1000 Polizisten sicherten das Areal ab. Kanzlerin Angela Merkel appellierte am Abend an die Demonstranten, friedlich zu bleiben. Die Demonstranten reagierten auf die Abholzung mit Sprechchören und Trillerpfeifen. Die Holzung geht bis ca. 3 Uhr, danach leert sich das Feld der Demonstranten. Man ist sich aber einig, das es am heutigen Tage weiter gehen wird.

Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech hatte zuvor den heftigen Polizeieinsatz im Heute-Journal gerechtfertigt: “Wenn sich Mütter mit den Kindern der Polizei in den Weg stellen, dann müssen sie eben auch mit körperlicher Gewalt weggebracht werden.”

Die Zahl der durch u.a. Tränengas verusachten Verletzten schwankt je nach auskunftgebender Steller. Während die Polizei von 90 Verletzten spricht, wird aus Rettungsdienstkreisen eine Zahl von über 300 Verletzten genannt.

Einen Livestream der Demo stellt Robin-Wood ins Netz.

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* Planlos in der Krise

Erstellt von DL-Redaktion am 30. September 2010

„„Ein Staat, dem die Gerechtigkeit fehlt, ist nichts anderes als eine große Räuberbande.Dieser Satz stammt nicht von der Gewerkschaft Verdi, nicht von der Linkspartei und nicht von Attac. Er stammt vom heiligen Augustinus. Vielleicht wäre der heute Mitglied bei Attac.„
So schreibt Heribert Prantl heute in seinem Artikel der Financial-Crimes, einer Sonderausgabe von Attac.

Dieser Satz aus längst vergangenen Zeiten, aber nicht vergessen, sollte zum Nachdenken anregen. Zum heutigen Sprachgebrauch der Politik gehört er nicht mehr, kann er auch nicht, da es den heutigen Meinungsmachern an einer entschlossenen Opposition fehlt. Die Schwarzen waschen gerne und immer wieder erneut, was ihnen Rot – Grün in ihrem grenzenlosen Opportunismus erst einmal in die Maschine gefüllt haben. Mit immer neuen Zusätzen an Waschmittel, Entfärber und Weichspüler  lässt sie dann die Wäsche in einem strahlenden Weiß erstrahlen. Einheitlich, steril und so der Wirtschaft angepasst.

Die welche heute Opponieren könnten, haben es versäumt, längst erkannte Fehler zu korrigieren. Die Aussichten ohne das Eingestehen von Fehlern die desolate Schwäche der Regierung zu einer erneuten Übernahme ausnutzen zu können scheint zu verführerisch. Da „Wähler“ aber dazulernen und immer weniger  bereit sind „kleinere Übel“ zu akzeptieren kann dieses Denken sehr schnell als Rohrkrepierer  enden. Zu oft ist der Bürger in den letzten Jahren enttäuscht worden.

Die LINKE, einmal als großer Hoffnungsträger gestartet, glaubt nach dem überschreiten der 5% Hürde zu weiteren Höhenflügen ansetzen zu können  hat aber nicht registriert, im Aufstieg zu viel an Treibstoff verloren zu haben, so dass letztendlich nur eine Notlandung bleibt.  Wer in der heutigen, miserablen staatlichen Situation, nicht in der Lage ist Menschen für sich zu begeistern, hat seinen Höhenflug lange beendet bevor  er wirklich oben angekommen ist. Eher wird es den Religionen gelingen ihre Kirchen wieder zu füllen, als das Otto Normalbürger sich von Alt-Ideologen einseifen lässt. Auch wenn die anschließende Nassrasur  kostenlos angeboten wird.

Wenn sich  die „Zivilgesellschaft“ denn damit zufrieden geben sollte, sich „vertafeln“ und „verstiften“ zu lassen, wird es mit dieser Industriegesellschaft auch bald zu Ende gehen, da mit der Ausgrenzung auch die Kreativität, unser größter Pluspunkt in der Welt der Industrie verloren geht.  Es ist unvorstellbar, dass sich diese an die Ränder der Gesellschaft Abgeschobenen, jemals wieder aktivieren lassen. So könnte dann also das Endergebnis der Hartz-Gesetzgebung aussehen.

In ganz Europa protestieren zur Zeit die Gewerkschaften zu Hunderttausende gegen die harten sozialen Einschnitte. Für das was uns hier im Land zur Zeit serviert wird ist es zu ruhig. Dabei müssten nicht die Suppenküchen sondern die Straßen von der unzufriedenen Bevölkerung gefüllt sein, welche lautstark ihren Protest hinaus schreien. Wie schreibt der Kabarettist Georg Schramm, ich zitiere: „Das Bedrückendste in diesen Tagen ist für mich die völlige Abwesenheit einer Vision. „Wir wollten schnellstmöglich wieder dahin, wo wir vor der Krise waren“, sagte die Kanzlerin und erntete für diese Bankrotterklärung starken Applaus ihrer bürgerlichen Koalition.“
Quelle : Financial-crime >>>>> weiterlesen

Wie geht es weiter in dieser politischen Planlosigkeit?  Droht diesem Land vielleicht der „Holländische“ Weg ? Lassen wir uns nichts vormachen, allzu weit davon entfernt sind wir nicht!
IE

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* Ein Kumpel als Diktator

Erstellt von DL-Redaktion am 30. September 2010

Eine nicht ganz so ernst zu nehmende Story aus fernen Landen. IE

Nordkoreas Neuer: Überraschende Nachfolgelösung in Pjöngjang. VON NICO RAU

Nordkoreas Führung hat den Nachfolger für Kim Jong Il bestimmt: Hermann Buschinski aus Castrop-Rauxel, ehemaliger Bergmann aus dem Ruhrgebiet und guter Freund der Herrscher-Familie rund um den sympathischen “Ghandi vom Gelben Meer”, wie Kim Jong Il von Buschinski genannt wird.

Eigentlich sollte auf dem diese Woche in Pjöngjang beginnenden Parteitag der Kommunistischen Partei Nordkoreas der Sohn von Kim Jong Il, Kim Jong Un, in die Fußstapfen des Vaters treten. Aber dann hatte der Junior schlicht keine Lust - er lehnte das Angebot per SMS ab, wie der südkoreanische Geheimdienst meldete. Die offizielle Begründung der Parteiführung lautete allerdings: “Kim Jong Un ist mit dem Beruf ,Sohn’ schon voll ausgelastet. Schnelle Sportwagen zu fahren und seine Sammlung an Mätressen beisammen zu halten, ist ein 24-Stunden-Job”, zitiert die nordkoreanische Agentur KCNA führende Parteivertreter.

Da musste also der alte Familienfreund Buschinski herhalten. Er lernte die Kims während einer Lesereise seiner Frau Helga (”Frau zu sein heißt Frau zu leben”) kennen. Kim Jong Il war schnell von der praktischen Art des Bergmanns begeistert: “Wer jahrelang seinen Hintern unter Tage schmutzig macht, bringt optimale Voraussetzungen für unseren Dreckstall mit. Uns scheint schließlich auch nicht die Sonne aus dem Arsch!“, begründete Kim Jong Il, dem die Folgen des erlittenen Schlaganfalls geistig kaum anzumerken sind, seine Entscheidung. Außerdem sei Buschinski ein “revolutionärer Geist”, er habe als erster unter Tage statt einer Kopflampe zwei Bierdosen an seinem Helm befestigt.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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