DEMOKRATISCH - LINKS

         KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG im MÜNSTERLAND

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Archiv für September 21st, 2010

* Schweden als Vorreiter ?

Erstellt von DL-Redaktion am 21. September 2010

Hannemann geht du voran! An diesen Ausspruch könnte man sich bei  Betrachtung des Wahlausgangs in Schweden vom letzten Wochenende erinnern denn, und das möchte ich an dieser Stelle einmal vorausschauend anmerken, die gleiche Situation werden wir in diesem Land nach den nächsten Bundestagswahlen auch erleben.

Mit dem Einbrechen  der Sozialdemokraten werden die Rechtspopulisten stärker. Das sind im wesentlichen die Erkenntnisse der Parlamentwahlen in Schweden.  Auch hier im Land sind die Sozialdemokraten unter Schröder in die Mitte der Gesellschaft gerückt und haben damit einen Teil ihrer ursprünglich sozialen Vorstellungen aufgegeben. Von diesem Ruck in die Mitte hat sich die SPD bis zum heutigen Tag nicht erholt. Sie kann es auch nicht, da die meisten Menschen welche aus dem sozialen Netz heraus gefallen sind sich eher nach „Rechts“ als nach „Links“ wenden werden, da sie sich dort einen größeren Zusammenhalt innerhalb ihrer aus begrenzten Gruppe erhoffen. Mensch geht nicht dort hin zurück, wo man ihm einmal die rote Karte gezeigt hat. Mensch hat seinen Stolz.

Die SPD hat es bis auf dem heutigen Tag nicht verstanden, dass es das eigentliche Ziel ihres ehemaligen Mentors Schröder war, mit Einführung der Hartz - Gesetzgebung, die Löhne in diesem Land nach unten zu drücken. Das haben oder durften, auch die meisten Bosse in den Gewerkschaften nicht verstehen. Die immer und auch heute noch gebrauchte Argumentation: “Arbeitgeber mit ihren Verbänden und Arbeitnehmer mit ihren Gewerkschaften sind für die Höhe der Löhne alleine verantwortlich“ war nur durch die Einführung dieser neuen Gesetzgebung zu unterlaufen. Die Politik wollte Niedrig – Lohn - Arbeitsplätze schaffen um die dadurch erhofften freigewordenen Gelder anderweitig ausgeben zu können.

Die Instabilität der SPD zeigt sich heute in einer beispiellosen  Wankelmütigkeit, sie ist beliebig geworden. Das zeigt sie sehr deutlich in der neuerlichen Bewertung zu dem Neubau des Stuttgarter Hauptbahnhofs in dem sie jahrelang ebenfalls zu den Befürwortern dieses Projektes gehörte und erst unter dem großem Druck der Bevölkerung eingeknickt ist. Dieser Vorgang macht aber auch Mut und zeigt dass durch einen Aufstand der Masse sehr viel möglich ist.

Das die schwarz - gelbe Regierung nun versucht aus den zuvor von rot-grün gemachten Fehlern Kapital zu schlagen ist politischer Alltag. Sollte man denn aber einen wirklichen Umschwung in der Politik wünschen müsste es als aller erstes zu einem Schonungslosen öffentlichen Eingeständnis der gemachten Fehler kommen. Denn nur solch ein  Eingeständnis würde den Menschen zeigen das die Ehrlichkeit immer noch eine der Voraussetzungen für eine gesunde Gesellschaft ist.

IE

Hierzu auch einen Kommentar von Reinhard Wolff.

Die Feigheit der Sozialdemokraten

Schweden war lange eine Ausnahme in Europa. Und es war bis Sonntag das letzte skandinavische Land ohne eine rechtspopulistische Partei im Parlament. Ein funktionierender Sozialstaat, der soziale Sicherheit auch bei Arbeitslosigkeit, Krankheit und im Alter garantierte, genauso wie starke Gewerkschaften - das waren lange Zeit Garanten dafür, dass ausländerfeindliche Gruppen mit ihrer Angstbotschaft von vermeintlicher Überfremdung nicht landen konnten.

Es ist kein Zufall, dass sich das nun zeitgleich mit einer historischen Niederlage für die Sozialdemokraten ändert. Die Verteidigungswälle waren schon unter sozialdemokratischer Führung langsam verwittert und durchlöchert worden. Zudem machen sich infolge der vierjährigen Regierungsperiode der konservativ-liberalen Koalition im Alltagsleben der SchwedInnen die Auswirkungen der Auflösung des sozialen Netzes und der Privatisierung öffentlicher Aufgaben immer mehr bemerkbar.

Quelle : TAZ >>>>> weiterlesen

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* DIE LINKE. im Internet.

Erstellt von DL-Redaktion am 21. September 2010

Unser Gastkommentator Dieter Carstensen, Waldbroel beschäftigt sich heute mit der Präsenz der LINKEN im Internet. Nicht überraschend machte er die gleiche Feststellung wie wir. DL  hat in mehreren Artikeln schon des öfteren über diese Probleme berichtet. Ich möchte diese Kritik erweitern indem ich auf das gleiche Problem im Auftreten auch in den anderen Medien aufmerksam mache. Im Großen und Ganzen läßt sich feststellen das die Partei überhaupt ihre Probleme dann bekommt, wenn es um die Öffentlichkeit geht, wenn sie aus ihren Hinterzimmern vertrieben werden. Damit wird es natürlich schwer in der Bevölkerung  an Zustimmung zu gewinnen.

IE

“Das Internet und Die Linke: Zwei Welten begegnen sich.”

Mit dieser, oder einer ähnlichen Überschrift, würde ich einen Artikel beginnen, der sowohl die bei der Die Linke vertretene (Nicht-)kompetenz zum Thema, als auch ihre Internetpräsenz beschreibt.

Wenn eine Partei Millionen von Internetusern erreichen will und für diese interessant werden möchte, muß sie zunächst einmal ein dezidiertes politisches Programm zum Stand und zur Weiterentwicklung des Internets entwickeln, welches Persepktiven für die Zukunft bietet.

Davon ist bei der Linken bisher fast nichts zu entdecken. Programmatisch kommt das Internet bei der Die Linke so gut wie garnicht vor, höchstens am Rande.

Eine clevere Partei würde die Internetuser über breit gefächerte Internetaktionen und -befragungen zum Thema in die Entwicklung eines solchen Programms einbinden, sich dabei auch für Nichtmitglieder öffnen und interessant machen.

Eine solche Vorgehensweise, wenn sie ernst gemeint ist und nicht nur als Alibi dient, könnte eine Lawine ungeahnten Ausmasses zugunsten der Linken im Internet auslösen.

Aber wer bei der Linken hat die Kenntnis und Durchsetzungskraft für so etwas?

Ich sehe da wenig Hoffnung. Die Internetdarstellung der Die Linke Kreisverbände, Landesverbände, Abgeordneten etc. pp. ist meist schon von der Grafik unansprechend und altbacken, meist von plakativen Selbstdarstellungen geprägt, Möglichkeiten zur Interaktion mit den Homepagebesuchern von Seiten der Die Linke, wie Umfragewidgets, offene Blogs oder Tagebücher etc. gibt es so gut wie garnicht.

Wer klickt solche Seiten öfter an, wenn er nicht sowieso Parteimitglied ist?

Wer sich schon auf seinen eigenen Seiten dermassen schlecht im Inet darstellt, wer traut dem Internetkompetenz zu?

Eine rühmliche Ausnahme ist für mich da lediglich der Thüringer Die Linke Fraktionsvorsitzende Bodo Ramelow mit seiner Homepage, die ihn auch als Mensch über sein Tagebuch erlebbar werden lässt und seine wirklich interaktive Twitter und Facebook Präsenz.

Die meisten “Granden” der Die Linke versagen aber schon in den Socialnetwoks, weil sie nicht wirklich kommunizieren, sondern nur ihre Meinung plakatieren.

Niemand fühlt sich von Linken ernstgenommen, die z.B. bei Facebook oder Twitter ständig nur Artikel veröffentlichen, die ihre ach so wichtige Meinung verbreiten sollen, aber fast nie etwas persönliches von sich preisgeben und mit anderen in eine wirkliche, nicht einseitige Kommunikation eintreten.

So etwas merkt sich die Internetgemeinde und zwar negativ. Da ich mich bei Facebook und twitter recht gut auskenne, ist mir aufgefallen, dass viele Linke eigentlich nur mit Linken kommunizieren, da andere UserInnen sich nicht auf eine solche platte Art agitieren lassen wollen.

Selbst ich klicke mittlerweile solche Linke weg, die mich täglich mit 30 bis 50 für sie wichtigen Artikeln überfluten wollen, von denen ich aber nichts persönliches wahrnehme. Ich fühle mich von solchen Leuten einfach nicht ernst genommen und so wie mir geht es vielen, wie ich aus zahlreichen Rückmeldungen weiss.

So schaffen sich manche Linke unbewusst ihr eigenes linkes Internetghetto. Schade, finde ich, es ist eine unnötig vertane Chance.

Die Linke ist internetmässig m.E. im Dornröschenschlaf, wäre zu hoffen, sie wird endlich wach.
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Ich engagiere mich für die Kampagne “Freunde fürs Leben e.V.”, die über Suizid und Depression aufklärt, sowie ADHS und Borderline.

In Deutschland nehmen sich im Durchschnitt täglich sechs junge Menschen (unter 40 Jahren) das Leben und schätzungsweise über 150 versuchen es.

Suizid ist ein Tabu, aber das muss sich ändern. Wenn man darüber spricht, ist das der erste Schritt, um Selbstmord zu verhindern.
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