* DDR - Mauer
Erstellt von Gabi Koehler am 11. August 2010
In Erinnerung an den Bau und das Leid der Berliner Mauer am 13. August 1961
Massenfluchten führten zur Teilung Deutschlands – 49. Jahrestag
Der 13. August 1961, ein schwarzer Tag für die junge Republik Deutschland. Über Nacht wurde die Teilung der Ost – und Westsektoren beschlossen. Plötzlich am 13. August morgens, trauten die Berliner ihren Augen nicht, als Stacheldraht und bewaffnete Soldaten die Sektoren Ost und West trennten. Um Mitternacht wurde der Öffentliche Nahverkehr eingestellt. Grund für die Teilung der Sektoren waren zuvor eine immer mehr zunehmende Massenflucht aus der damaligen DDR in den Westen. Laut einem Beschluss des Politbüros der SED dient die von der Stasi so genannte “Aktion Rose” der “Unterbindung der von Westdeutschland und West-Berlin aus organisierten Kopfjägerei und des Menschenhandels”. Der wahre Grund für den Mauerbau ist die massive Fluchtbewegung aus der DDR in Richtung Westen. Die Vollendung der deutschen Teilung soll dem SED-Regime endlich zur Festigung seiner Macht verhelfen: Ohne die Möglichkeit der Flucht in den Westen kann der bereits 1952 verkündete “Aufbau des Sozialismus” endlich ungehemmt umgesetzt werden.
Zu Beginn des Mauerbaues, genau gelangen dennoch 8500 Menschen unter den kuriosesten Umständen oftmals die Flucht in den Westen. Familien wurden getrennt, ja eine Nation wurde so gesehen getrennt. Die Fluchtmöglichkeiten erschwerten sich von Tag zu Tag und waren Lebensgefährlich.
Das erste Todesopfer war am 24. August, Günter Litfin der beim Durchschwimmen des Humboldthafens erschossen wurde. Er ist der erste von mindestens 100 Toten an der Berliner Mauer. Der Beginn der Mauer war für niemanden vorhersehbar und kam praktisch über Nacht: Volkspolizisten riegeln die Grenzen zum Sowjetsektor ab. Seit dem frühen Morgen wird mitten in Berlin das Straßenpflaster aufgerissen, werden Asphaltstücke und Pflastersteine zu Barrikaden aufgeschichtet, Betonpfähle eingerammt und Stacheldrahtverhaue gezogen. Fassungslos stehen sich die West-Berliner auf der einen, die Ost-Berliner und Bewohner des Umlandes auf der anderen Seite an der Sektorengrenze gegenüber. Auf der Ostseite halten Kampfgruppen und Volkspolizei die Umstehenden mit Maschinengewehren in Schach, im von den West-Alliierten kontrollierten West-Berlin schirmt die Polizei die Grenzanlagen vor den aufgeregten Bürgern ab. Ein Jahrzehnt langes Martyrium sollte für viele Menschen/Familien beginnen. Die Wut und die Enttäuschung der Menschen war grenzenlos, man sprach von „Provokation“. Doch änderte dies nicht die weiteren Vorgehensweisen des damaligen DDR Regimes. Eine Sondersitzung wurde einberufen, hier ein Auszug:
Um 9.15 Uhr leitet der Regierende Bürgermeister Willy Brandt eine Sondersitzung des West-Berliner Senats. Parallel sind in der Alliierten Stadt-Kommandatur in Berlin-Dahlem die westlichen Stadtkommandanten zusammengekommen. Auf der Sondersitzung des Senats, an der auch der Polizeipräsident teilnimmt, erstattet Innensenator Joachim Lipschitz einen Lagebericht. Im Kommunique über die Sitzung heißt es: “Der Senat von Berlin erhebt vor aller Welt Anklage gegen die widerrechtlichen und unmenschlichen Maßnahmen der Spalter Deutschlands, der Bedrücker Ost-Berlins und der Bedroher West-Berlins. Die Abriegelung der Zone und des Sowjetsektors von West-Berlin bedeutet, dass mitten durch Berlin die Sperrwand eines Konzentrationslagers gezogen wird. Senat und Bevölkerung von Berlin erwarten, dass die Westmächte energische Schritte bei der sowjetischen Regierung unternehmen werden.”
Viele Politiker versuchten zu vermitteln und riefen das Volk zu Besonnenheit auf, damit die Situation nicht noch mehr eskalieren würde. Dennoch verschärfte die damalige DDR immer mehr die Sicherheitsmaßnahmen und so fanden viele Menschen den Tod.
Dass allerdings im Jahre 1989 „diese Mauer“ wieder fallen würde, damit hatte niemand wirklich gerechnet, allenfalls gehofft, vor allem Erich Honecker nicht, der sich noch zu Beginn des Jahres mit folgenden Worten äußerte:
“Die Mauer … wird in fünfzig und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben”, erklärt Erich Honecker noch Ende Januar 1989. Tatsächlich erscheint die DDR den meisten Zeitgenossen zu dieser Zeit stabil, obwohl das aufziehende wirtschaftliche Desaster am Zustand der Industrieanlagen, der Bausubstanz der Altstädte, der Straßen sowie der Luft- und Wasserverschmutzung erkennbar wird.“
Doch der Zwang zu Veränderungen in der DDR kommt von außen. Die Sowjetunion steckt in einer tiefen ökonomischen und politischen Krise. Was dann geschah, am 9. November 1989, daran erinnern wir uns alle, denn die Mauer fiel. Dennoch werden wir die 28 Jahre der bestehenden Mauerzeit und deren Bau und die unzähligen Toten niemals vergessen. Dieser Bericht ist all den Menschen und Familien gewidmet, die durch den Mauerbau getrennt wurden, bzw. liebe Menschen an der Grenze verloren. Immer wieder werden wir durch Jahrestage an diese schlimme Zeit erinnert werden, doch die betroffenen Menschen und Familien, werden sich jeden Tag an diese schlimme Zeit erinnern. Der Bau der Mauer war ein historisches Ereignis, ebenso, wie ihr Fall. Dennoch stellt sich mir immer wieder die Frage, ob die Menschheit aus dieser grausamen Zeit gelernt hat?!
Verehrte Politiker, lernen sie doch endlich einmal aus unserer Vergangenheit, in welcher Form auch immer, was wann geschah, es sind tragische Schicksale, die sich nie wieder wiederholen dürfen! Doch irgendwie scheint dies unsere Politiker nicht sehr zu interessieren, da sie mehr mit ihren internen Partei Streitereien beschäftigt sind.
Also sollten doch wir Menschen aus diesen Tragödien lernen und somit unseren Politikern ein Vorbild sein!
Im Gedenken an die vielen Opfer und das Leid an der Mauer!
….siehe auch: Lang lebe die DDR!
Abgelegt unter Feuilleton | 1 Kommentar »







