Erstellt von Gabi Koehler am 6. August 2010
Damals und heute - Wie sich die Zeiten geändert haben!
Die Kids von damals und heute!
Gestern Abend habe ich meine Nachbarin getroffen und wie es so ist, unterhält man sich auch einmal. Irgendwie kamen wir auf das Thema zu sprechen, wie sich doch die Zeiten verändert haben.
Unsere heutige Zeit ist sehr schnelllebig geworden und irgendwie habe ich immer wieder das Gefühl, dass alles nur noch mit Hektik gemacht wird. Besonders auffällig ist dies bei unserer Jugend, den Kindern oder den Kids oder Teenager, oder wie immer man sie auch bezeichnen will. Warum? Na, ganz einfach, wenn ich heute meine 16 – jährige Tochter sehe, wie sie groß geworden ist und noch dabei ist, dann wird mir oft ganz schwindelig.
Gerade vor 2 Tagen waren wir in de Stadt, weil so schönes Wetter war, wir setzten uns einfach nur mal so zusammen, dachte ich. Nun gut, wird hier mancher sagen, wenn man schon einmal in der Stadt ist (wir wohnen auf dem Dorf), dann kann man doch auch einmal shoppen gehen. Hierbei ist auf die Wortwahl zu achten, „shoppen“, früher sagten wir, „wir gehen einkaufen oder in die Stadt“. Nun gut, wird hier wieder der eine oder andere sagen, wir haben ja vieles aus andern Ländern, vor allem Amerika übernommen. Stimmt ja auch, allerdings stellt sich mir die Frage, ob auch alles, was wir so übernehmen so gut für uns ist?
Ich denke nicht, denn als ich 16 Jahre alt war, da war ich ganz stolz auf ein paar Rollschuhe und vielleicht auch noch über ein paar Schlittschuhe, sowie ein Fahrrad. Dies waren dann auch schon wirklich tolle Sachen, mit denen wir uns den ganzen Tag dann auch beschäftigten. Ich weiß noch, dass wir in einer Straße wohnten, wo wir Kinder uns Abends trafen, um dann Rollschuhlaufen zu gehen, solange bis es Dunkel wurde oder die Eltern einen herein riefen. Im Winter gingen wir dann auf der Jeetzel Schlittschuh laufen, damals war es noch möglich, heute müssen wir uns Eisbahnen suchen und erst irgendwo von den Eltern hingefahren werden. Dann hatten wir damals ein Telefon, das stand im Flur und wurde mit Adleraugen bewacht und wehe, einer telefonierte zu oft oder zu lange, dann gab es sofort Ärger und im schlimmsten Fall auch eine Strafe. Auch bin ich viel Schwimmen gegangen, im Hallen- oder Freibad trafen wir uns und hielten uns im Sommer dann Stundenlang dort auf.
Gehen wir einmal zurück zu meiner Tochter, heute. Meine Tochter ist mit einem PC groß geworden, was heute fast selbstverständlich in jedem Haushalt ist, zumindest, wenn die Eltern das Geld dafür haben. Oder kann sich heute noch irgendeiner vorstellen, ohne PC auszukommen? Keine Mails, keine Briefe speichern, und vieles andere.
Hinzu kommt, dass meine Tochter ein Handy hat, nun zurück zu unserer Shoppingtour, wo meine Tochter, die ein Sony Erricson Handy hat, ein sehr gutes, mir in einem Handyshop mitteilte, dass sie sich das neue X Piria (ob die Schreibweise stimmt, ist mir auch egal) haben möchte. Ich bestaunte dieses Handy und fragte nach dem Preis, worauf mir der junge Mitarbeiter, dass ich dies sicher nicht wissen wollte, was natürlich meine Neugier weckte….ca. 500.-€! Das hatte gesessen, denn ich sah diesmal nicht ein, auch nur annähernd mich auf dieses Spiel ein zu lassen. Da meine Tochter noch kurz vor Weihnachten Geburtstag hat, machte ich ihr den Vorschlag sich Geld schenken zu lassen und nebenbei Zeitungen aus zu tragen. Beim zeitungsaustragen, kam nur ein empörtes: „Da verdiene ich nur 40.- € im Monat!“ Für mich und manch anderen ist dies viel Geld, nur für unsere Kinder scheint es Selbstverständlich zu sein, immer das Neueste vom Neuen haben zu müssen. Wir alle wissen an dieser Stelle natürlich, dass dies auch der Einfluss der Schule und der Medien und halt der Umwelt ausmacht. Was allerdings nicht heißen soll, dass wir als Eltern auch diesen Bedürfnissen nachgeben müssen. Ich auf jeden Fall nicht! Und in diesem Moment wurde mir der Unterschied zwischen mir und meiner Tochter im Alter von 16 Jahren klar.
Meine Tochter, hat PC, Handy, Spielekonsole, ich weiß hier an dieser Stelle leider nicht genau, was es alles so gibt, da sich ja auch diese Dinge ständig ändern, neue Namen bekommen usw. So gesehen, hat meine Tochter alles, was sie sich wünscht, ach und nun macht sie auch schon den Führerschein, da sie ja ab 17 Jahren mit Beifahrer fahren darf, natürlich wurde mir auch schon mitgeteilt, dass Opa sich schon nach einem geignetem Auto umschaut.
Ja, wo sind wir denn? Unsere Kinder werden in solch einem Überdruss groß, dass ich an ihrem Geburtstag und Weihnachten schon echte Probleme habe, was ich ihr noch für eine Freude machen kann?! Es ist eine Katastrophe und ich bin der Meinung, dass die Dinge, die meisten hat sie von Oma und Opa bekommen, weil ich es mir mit Hartz IV nie leisten konnte, auch das Verhältnis zwischen mit und meiner Tochter auseinander gebracht hat. Ganz einfach, meine Tochter stellt immer höhere Ansprüche und ich kann es ihr nicht bieten, also geht sie immer öfter zu Oma und Opa, dass macht mich wiederum wütend. Und meine Mutter, falls ich sie so ausnahmsweise einmal nennen darf, es einfach nicht kapiert, dass sie damit meiner Tochter nichts Gutes tut, sondern sie zu einem verzogenen „Balg“ heran zieht.
Mag sein, dass man einer hier sagt, welch harte Worte, aber ich kann den Weihnachtsfesten nichts mehr abgewinnen, denn wenn ich mir Mühe gebe und Gedanken mache und dies dann mit einem müden Lächeln abgetan wird, dann ist das doch ganz schön frustrierend.
Leider ist es so, dass unsere Kinder die Augen für das Wesentliche, ja für die Kleinen Dinge im Leben verloren haben. Besonders schlimm finde ich, dass es auch Kinder in unserem Land gibt, denen so etwas verwehrt bleibt und dadurch erziehen wir uns eine Generation heran, die sich für solche Dinge zumindest im Moment nicht interessieren. Ich kann nur hoffen, dass sich dies im Laufe der Jahre ändern wird, dann wenn, unsere Kinder erwachsen sind, denn bekanntlich ändern sich ja oft dann die Ansichten.
Also lasst uns hoffen, dass am Ende alles gut wird!
Gedanken zu unseren Kindern von Gabi Köhler