Erstellt von DL-Redaktion am 2. Mai 2010
Eine interessante Betrachtung der Finanzkrise und “des Sichtbarwerdens” bei Griechenland von Philip Inman. IE
Erst haben die Deutschen die Krise verursacht. Und nun zerstört ihr Egoismus die Europäische Gemeinschaft. Über einen außer Kontrolle geratenen abtrünnigen Elefanten
Die Deutschen geraten völlig außer Kontrolle. Zuerst spielten sie eine Hauptrolle in dem Drama, das zur Finanzkrise führte. Und dann, gerade als die Welt sich mühsam zurück in Richtung einer gewissen Normalität hangelt, beginnen die Deutschen am Ast zu sägen.
Mir geht es bei meinen Vorwürfen nicht darum, den Zweiten Weltkrieg noch einmal zu kämpfen oder zum Fremdenhass aufzustacheln. Ich möchte lediglich die Augen darüber öffnen, wie diese friedliebenden, sozialdemokratischen Deutschen auf egoistische Weise kränkelnde Länder, angefangen bei Griechenland, aus der EU kicken wollen, um ihren Status als vermutlich reichster Wohlfahrtsstaat des Planeten, der seine Bürger von der Wiege bis zur Bahre allumfassend versorgt, zu bewahren.
Schuld ist vor allem Deutschlands gewaltige Mittelschicht der Baby-Boomer, die heute die gleichen Ambitionen hegen wie einst die Aristokratie – einen langen, von Wohlstand geprägten und ausgesprochen faulen Ruhestand.
Alles fressen, was noch übrig ist.
Wie ein abtrünniger Elefant auf der Suche nach Futter, so haben die deutschen Investoren die letzte Rinde von allen Bäumen der Savanne geschält. Um einen künstlich hohen Lebensstandard und die versprochenen Renten zu sicher, scheinen sie nun fest entschlossen zu sein, alles zu fressen, was noch übrig ist.
Quelle : Der Freitag <<<<< Weiterlesen
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Erstellt von DL-Redaktion am 2. Mai 2010
Darauf haben die Mitglieder der Gewerkschaften sicher lange gewartet. Der Chef der IG Metall vergleicht die Wirschaftskrise mit einer Kriegserklärung. IE.
“Uns hat man den Krieg erklärt”

IG-Metall-Chef Berthold Huber über die fehlende Aufarbeitung der Wirtschaftskrise, die Macht der Konsumenten und seine Idee einer sozialen marktwirtschaftlichen Demokratie.
“Es fehlt an Anerkennung für diejenigen, die den gesellschaftlichen Reichtum schaffen.”
taz: Herr Huber, am 1. Mai, am Tag der Arbeit, gehen Gewerkschafter traditionell auf die Straße. Ist das nicht ein überholtes Ritual?
Berthold Huber: An diesem Tag zu demonstrieren ist unverändert wichtig. Es ist ein Tag für die Würde der Arbeit, für die Würde der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Sie sind nicht nur dafür da, Produkte in die Welt zu setzen, sondern müssen auch als gleichberechtigte Menschen akzeptiert werden.
Das ist doch eine Selbstverständlichkeit.
Leider nicht. Es fehlt in der Gesellschaft an Anerkennung und Respekt für diejenigen, die den gesellschaftlichen Reichtum schaffen. Ohne Arbeit gibt es keinen Wohlstand - diese Wahrheit bleibt, auch wenn sich heute Arbeit vielfältiger darstellt als vor 40 Jahren. Und auch wenn wir vor großen strukturellen Änderungen durch die Krise stehen.
Hat die deutsche Gesellschaft die richtigen Lehren aus der Krise gezogen?
Nicht im Geringsten. Bisher fehlt eine fundierte Analyse dieser Krise, die nicht nur eine einfache Konjunkturkrise ist, sondern eine tiefe Strukturkrise. Der marktradikale Kapitalismus hat eine Führungsschicht hervorgebracht, die durch Gier nach höchsten Renditen und Verantwortungslosigkeit gekennzeichnet ist. Spaltung und sozialer Zerfall der Gesellschaft sind die Folgen. Wir brauchen eine schonungslose Aufarbeitung, wie es zu diesem Desaster kommen konnte. Notwendig ist ein echter Kurswechsel, sonst ist die nächste Krise vorprogrammiert.
Sie fordern eine Wahrheitskommission zur Krisenaufarbeitung. Wie soll die aussehen?
Quelle : TAZ <<<<< Weiterlesen
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