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Archiv für März 14th, 2010

* Die Utopie der Null.

Erstellt von DL-Redaktion am 14. März 2010

Wachstum, eine immer wieder vorgebrachte Mantra vieler Wirtschaftsratgeber. Eine andere Sichtweise erläutert Michael Krätke.
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Es geht um den Abschied vom Wachstumsfetischismus im Norden, aber auch im Süden.

Alles schwört, alles hofft auf Wachstum. Jedes Quäntchen statistisches Wachstum – 0,3 Prozent oder mehr oder weniger – wird als großer Sieg gefeiert. China, Indien, die USA verzeichnen augenblicklich wieder stattliche Wachstumsraten, die Börsen boomen, nur Europa hinkt weit hinterher. Keine Regierung, die es sich erlauben kann, auf Wachstumsförderung zu verzichten.

Unter diesen Umständen ist Ende 2009 der Klimagipfel von Kopenhagen grandios gescheitert, wie das mitten in einer Weltwirtschaftskrise kaum anders zu erwarten war. Einzig mögliche Konsequenz wäre ja gewesen, die immensen, rasch wachsenden Kosten des Klimawandels ernst zu nehmen und sich der Herausforderung zu stellen, die in der Frage liegt: Wer soll die Kosten eines Übergangs zu einem anderen Typ von Wachstum und Entwicklung weltweit tragen. Die Schwellen- wie Entwicklungsländer haben in Kopenhaben dem reichen Norden die Rechnung präsentiert. Und der hat sich geweigert, sie zu bezahlen.

Zur Ersatzreligion erhoben

Jetzt wird diese Rechnung von einer UN-Studie noch etwas detaillierter aufgemacht: Nach Industriezweigen und Sektoren differenziert. Man könnte derartige Analysen auch nach Ländern und Regionen aufgeschlüsselt vorlegen und ähnliche Berechnungen im Blick auf die Maßnahmen ­präsentieren, die weltweit und regional notwendig wären, um Klimawandel zu stoppen, Artenvielfalt zu erhalten, schlimmste Umweltschäden zu verhindern. Solche Rechnungen ändern allerdings nichts an der Crux unserer verfahrenen Situation: Wir haben den Wachstumsfetischismus zu einer Ersatzreligion erhoben und in unsere offizielle Wahrnehmung der Welt, unser scheinbar objektives Regel- und Zahlenwerk der amtlichen Statistik – genannt Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) – eingebaut. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der offiziellen VGR gibt jedoch nur ein sehr verkürztes, teils falsches Bild aller ökonomischen Aktivitäten eines Landes wieder. Es bedient eine auf Wachstum fixierte Politik und läuft damit einer Chimäre nach, die herrschender ökonomischer Denkweise entspringt.

Quelle : Der Freitag >>>>> weiterlesen

Zum Thema : Erdrückendes Wachstum

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* PIN und das Urteil

Erstellt von DL-Redaktion am 14. März 2010

Ein Gerichtsurteil wird umgesetzt !!

Im Januar hatte das Bundesverwaltungsgericht den Mindestlohn für Briefzusteller gekippt. Das bekommen jetzt die PIN-Mitarbeiter zu spüren.

Der Post-Konkurrent PIN hat die Löhne seiner rund 600 Briefzusteller nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts wie angekündigt gekürzt. Der Stundenlohn sei auf 8,50 Euro gesenkt worden, sagte PIN-Vorstandschef Axel Stirl am Mittwoch. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di kritisierte die Lohnsenkung als „unsozial“.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte den Mindestlohn für Briefzusteller Ende Januar für unwirksam erklärt. Als Folge des Urteils sind die bundeseinheitlichen Stundenlöhne von 9,80 Euro für Zusteller sowie von 8,40 Euro für Verteiler und Fahrer nicht mehr verbindlich. Stirl erklärte, die Senkung des Zustellerlohns auf 8,50 Euro habe sein Unternehmen bereits nach dem Urteil angekündigt. Das sei nun umgesetzt worden.

Ver.di befürchtet neue Hartz-IV-Fälle

Quelle : Focus >>>>> weiterlesen

Hier zu passend: Presse Highlight vom 31. 01. 10.

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* Sause ohne Sozen

Erstellt von DL-Redaktion am 14. März 2010

Es war einmal – so fangen Märchen an. Es gab einmal eine Zeit da waren die Gewerkschaften in diesem Land eine Macht. Da gab es harte Auseinandersetzungen, Streiks und vor allen Dingen eine offene Opposition gegenüber den Herrschenden. Bei Tarif Auseinandersetzungen wurde um  jeden Pfennig hart gerungen. Dieses alles wurde an dem Tag mit Bildung einer Rot – Grünen Regierung aufgegeben. Die Gewerkschaften sowie die SPD verloren viele ihrer Mitglieder. Über die Ursachen wurde bis auf den heutigen Tag viel zu wenig oder nicht realistisch nachgedacht. Solange Gewerkschaftsführer nicht begreifen das sie von den Mitgliedern ihrer Organisation ihr Gehalt beziehen und in erster Stelle für ihre Klientel verantwortlich sind, wird sich daran nichts ändern. Wenn wir denn aus den Märchen wieder in die Gegenwart zurück möchten, wird dieses nur über eine harte Opposition möglich werden und nicht über gemeinsame Geburtstagspartys.
Ingo Engbert

Geburtstag von IG-Metall-Chef

Sause ohne Sozen

Am Mittwoch feiert IG-Metall-Chef Berthold Huber im Kanzleramt Geburtstag. Doch kein einziger SPD-Politiker ist eingeladen. Wieso denn bloß? VON ULRICH SCHULTE

Bei einem Geburtstagsfest ist es interessant, welche Gäste kommen. Aber noch aufschlussreicher ist manchmal, wer nicht kommt. Weil er nicht eingeladen wurde.

Das Fest, um das es hier geht, wird zu Ehren von Berthold Huber gegeben, dem Vorsitzenden der IG Metall. Zu seinem 60. Geburtstag bittet Angela Merkel am Mittwoch zum Abendessen ins Kanzleramt. Bundesminister, Bosse und Betriebsräte werden dabei sein, aber eine Spezies wird fehlen: SPD-Politiker stehen nicht auf der Gästeliste. Dafür, dass etwa SPD-Chef Sigmar Gabriel außen vor bleibt, gibt es zwei Erklärungen. Die eine ist etwas formalistisch und wird offiziell von den Beteiligten vorgetragen. Die andere ist politischer Natur - und man erfährt sie von führenden IG Metallern nur, wenn man verspricht, ihren Namen wegzulassen.

Zum Offiziellen: Die Gästeliste sei nicht öffentlich, Merkel und Huber hätten sie aber abstimmt, sagt ein Sprecher der Bundesregierung. “Es ist ganz üblich, dass die Kanzlerin runde Geburtstage nutzt, um wichtige Personen des öffentlichen Lebens zu würdigen und Kontakt zu gesellschaftlichen Gruppen zu halten.” Der Termin diene dem Gedankenaustausch zu aktuellen sozialpolitischen Themen, sagt der Sprecher.

Und er betont: “Die Gäste stammen aus dem inhaltlichen Feld von Herrn Huber, ein Posten als Parteifunktionär war bei der Auswahl nicht relevant.” Auch die IG Metall kommentiert die SPD-Abwesenheit nur indirekt. “Das Treffen soll dem Dialog mit der Bundeskanzlerin und Vertretern der Bundesregierung dienen”, sagt Sprecher Jörg Köther. Mit allen Geladenen treffe der IG-Metall-Chef “an seinen verschiedenen Wirkungsstätten zusammen” - etwa in Aufsichtsräten oder in der Tarifpolitik.

Quelle : Sonn-TAZ >>>>> weiterlesen

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