DEMOKRATISCH - LINKS

         KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG im MÜNSTERLAND

RENTENANGST

  • Kategorien

  • Archiv

  • __________________________  


  • Meta

  • Abonnieren

  • -------------------------------
    optimiert für FF 1024x768
    -------------------------------
    xxx











  • Seiten

Archiv für Mai, 2009

* BUNDESPRÄSIDENT

Erstellt von UP. am 23. Mai 2009

Ich bin der Bundespräsident aller Deutschen” sagte er. Und er wird es bleiben. Die Spekulation, dass Köhler im ersten Wahlgang nicht gewählt wird, ging nicht auf. Sodans 91 - er bekam 2 Stimmen mehr, als die LINKE Sitze im Parlament hat - und Schwans 503 Stimmen hätten allerdings Köhlers 613 oder 612 Stimmen, die einen zweiten Wahlgang erforderlich gemacht hätten, nicht erreicht. DIE LINKE hat gepokert und verloren. Dumm gelaufen! Oder schlecht vorbereitet.
UP.

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »

* LINKE mobben LINKE

Erstellt von UP. am 20. Mai 2009

Meldung der Ahlener Zeitung vom 20.05.2009

Coesfeld. Christian Averkamp hat seinen sofortigen Austritt aus der Partei „Die Linke“ erklärt, teilte er gegenüber unserer Zeitung mit. Mit ausschlaggebend seien – neben politischen Gründen – „Beleidigungen und Drohungen mir gegenüber von einem Parteimitglied der Linken aus Coesfeld“, gegen das er Anzeige erstattet habe. „Eine derartige Vorgehensweise innerhalb einer politischen Gruppe ist mir nicht bekannt“, entrüstet sich Averkamp.

Der Genosse Averkamp hat sicher noch nichts von den Vorgängen im Kreisverband Warendorf gehört, in dem ähnliche Vorgänge stattgefunden haben und immer noch stattfinden. Per Gerichtsbeschluss im Rahmen einer einstweiligen Verfügung sollte bspw. die freie Meinungsäusserung der “Splittergruppe” im Rahmen der Kritik an der Arbeitsweise gewisser Kader-Formationen nach altem Stil unterbunden werden.

Es zieht sich wie ein ‘roter Faden’ durch das Land: Unliebsame Mitglieder - wie auch diese sogenannte “Splittergruppe” im Kreisverband, deren Sympathisanten und mittlerweile aus der Partei Ausgeschlossene aus dem Kreisverband Warendorf der Partei DIE LINKE - werden gemobbt. Und das mit Unterstützung gewisser Kreise im Landesverband. Auch diese ‘unliebsamen Mitglieder’ wollten und wollen nichts anderes als politische Veränderung, wie es sich DIE LINKE auf die Fahnen geschrieben hat. Zwischen dem theoretischen Programm und der praktischen politischen Arbeit und der damit verbundenen Basisdemokratie besteht allerdings ein himmelweiter Unterschied. Zunehmend kann man im Lande NRW verfolgen, dass kadergesteuerte Strukturen das Ruder übernehmen, die hintergründig von gewissen Kreisen der innerparteilichen Strömung der “Sozialitischen Linken” (SL) unterstützt werden.
So verwehrt der Kreisverband Warendorf der Partei DIE LINKE den Genossen in Ennigerloh den Zugang zur Kommunalwahl, indem der KV den Ortsverband Ennigerloh einfach auflöste. So einfach ist das? NEIN!
Denn die Ennigerloher Genossen werden sich zu wehren wissen; das Pikante an der Situation in Ennigerloh ist, dass der lokale Spitzenkandidat der Grünen Alternativen Liste (GAL) gleichzeitig der stellvertretende “Vorsitzende” des Kreisverbandes ist. Mit Hilfe der GAL möchte dieser Genosse in den Gemeinderat und in den Kreistag verhilft ihm die LINKE. Fürwahr sehr fürsorglich: Man lässt einen aktiven Ortsverband über die “Klinge springen”, um damit einem zweifelhaftem Genossen Vorteile zu verschaffen. Eigentlich läge es nahe, dass dieser ‘Genosse Vorsitzende’ als Kandidat seiner eigenen Partei antritt. Aber das Gewebe der alten kadergeformten Seilschaften ist dicht geflochten wie die MATRIX im gleichnamigen Kinofilm. Die vordergründige Gaukelei der zitierten Kaderströmung im Kreisverband Warendorf ist wie diese ‘Matrix’ von den normalen Mitgliedern ohne entsprechende Hintergrundinformationen nicht zu durchschauen. Regelmässig werden sie durch Bauchpinseleien “grauer Eminenzen” ‘eingelullt’.

Der sprichwörtliche “rote Faden” verbindet die alten Seilschaften, gleichermassen beschleunigt er den Ausverkauf der demokratischen Linken im Lande durch DKP-infiltrierte PDS - Strukturen.
Mit den Worten des Genossen Jürgen Jendroska aus dem Kreis Coesfeld, früher DIE LINKE Ortsverband Nottuln - Quelle: WN – Seite Kreis Coesfeld – 21.04.2009 - schliesst sich der Kreis: „Wer nicht auf der Kader-Linie liegt, wird rausgemobbt“, bestätigte er einen „Stil, der an SED-Gepflogenheiten erinnert“.
Ehemalige PDS-Leute wollen die Macht in der Partei übernehmen – die WASG hätten sie nur am Anfang als „seriöses Mäntelchen“ gebraucht, so die Analyse von Jendroska weiter. Das Ganze habe „System“ – auch von der Landespartei her. Es ist daher kein Zufall, dass acht von zehn vorderen Listenplätzen für die Bundestagswahl in NRW von ehemaligen PDS-Leuten besetzt werden, unter ihnen “Hardcore-Kommunisten wie Sahra Wagenknecht“, laut Ralf Uhlenbrock, ehemaliges Vorstandsmitglied aus Senden. Coesfeld ist überall - und schon lange im Kreisverband Warendorf der Partei DIE LINKE. Vielleicht hat es hier im Kreis sogar begonnen: Das System “Übernahme der Macht”. Und nur die “Splittergruppe” hatte es bereits vor einem guten Jahr gemerkt.

Noch etwas “Nachdenkliches”: Dem Verfasser erschliesst sich nicht, warum die lokale Presse trotz entsprechender Kontaktierung und erklärenden Dossiers von diesen Unstimmigkeiten im Kreisverband Warendorf nur einseitig berichtet. Es war die Presse, die die sogenannte Splittergruppe ‘erfand’ und ohne Nachfrage als randalierende Exoten stigmatisiert hat; und es war wieder die Presse, die einseitige Berichterstattung weiterhin favorisierte, anstatt sich der ehrlichen Argumente der “Splittergruppe” anzunehmen.
Das kann man Freiheit der Presse nennen. Die Presse, sie sind ’so frei’; wobei mir dabei das Chanson von Reinhard Mey einfällt: ” … . Aber, wie kann etwas erlogen sein, was in der Zeitung steht? Er starrte auf das Blatt, … Wie ist es möglich, daß so etwas in der Zeitung steht? …”.
Denn namentlich brachte die Presse die Angehörigen der Splittergruppe auf’s Tapet - ohne Nachfrage und ohne WENN und ABER.
Nicht einmal die Möglichkeit - resultierend aus der Motivation ‘traditionell-reaktionärem’ Verlagdenkens - bei den LINKEN und deren inneren Auseinandersetzungen das sprichwörtliche Öl in Feuer zu giessen, hat diese eigentlich eher konservativ ausgerichtete Presse genutzt. Nicht einmal zu Wahlkampfzeiten. WAS oder WER mag da dahinter stecken? Ich denke, ich weiss es!

WIR denken mittlerweile an: Die Gründung einer LAG (Landesarbeitsgemeinschaft) DEMOKRATISCH LINKS; vielleicht muss es auch ein “ausserparteilicher” Weg, der demokratische Kräfte zu bündeln vermag. Im “schlimmsten Fall” kann man einen Verein gründen. Den kann eine Partei nicht verbieten.
UP.
AZ-Artikel >>weiterlesen

Abgelegt unter P. DIE LINKE, WAF, Überregional | Keine Kommentare »

* Programmkritik

Erstellt von DL-Redaktion am 18. Mai 2009

Wer sich drückt, wird erdrückt

Zum Bundestagswahl-Programmentwurf der LINKEN

von Thies Gleiss, Mitglied im Bundesvorstand der LINKEN

1.                                                                                                                                                                 Der Parteivorstand der LINKEN hat im dritten Anlauf am 10.Mai einen Leitantrag an den Parteitag im Juni 2009 für ein Wahlprogramm zur Bundestagswahl verabschiedet. Es gab breite Zustimmung und drei Enthaltungen. Ich selbst musste die Vorstandssitzung eine halbe Stunde vor der Schlussabstimmung verlassen, weil meine letzte Zugverbindung nicht warten wollte. Ich hätte gegen diesen Entwurfgestimmt –  und möchte das hier begründen. 2.                                                                                                                                                                  Am Tag nach der PV-Sitzung wurde mit einer der bekannten Männerparties mit Presseempfang der Leitantrag des Vorstandes in der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Die in der Partei jetzt laufende Debatte über Änderungen wird dadurch im Stil der bürgerlichen hierarchisch und patriarchalisch strukturierten Konkurrenzparteien unter massiven Druck gesetzt, keine wesentlichen Änderungen mehr vorzunehmen. Auch so passt mensch sich an, auch so wird innerparteiliche Demokratie schwer geschädigt. Was hat uns gehindert, noch vier Wochen bis zum Parteitag zu warten, bis eine öffentliche Präsentation erfolgt? Wir haben es bereits gehört und fürchten, die nächsten Wochen werden es immer wieder hervorbringen: Das „Argument“, das Programm dürfe nicht mehr geändert werden, weil sonst die beiden Vorsitzenden „beschädigt“ werden. Immer mehr Menschen verachten zurecht ein feudales Parteimodell mit Vorsitzendenallmacht, das sich in solchen Auftritten leider immer häufiger zeigt. Sie strafen uns mit Wahlenthaltung und packen uns in die gleiche Schublade mit den „Anderen“. Sie spüren sehr gut, dass Form und Inhalt gerade bei einer Partei, die mit radikalen und kämpferischen Ansprüchen auf grundlegende Veränderungen antritt, zusammenpassen müssen. Eine derart undemokratische Partei zieht politische Einzeltäter an, Karrieristen und unpolitisch Willige. Ein Blick in die Wirklichkeit der Kreis- und Landesverbände zeigt, wie weit diese Konsequenzen vor Ort schon fortgeschritten sind. Die Folgen sind auch zerstörerisch im Sinne der „Täter“: wir werden auf diese Weise nicht annähernd die WählerInnen mobilisieren,  wie wir könnten. Die Sucht nach Kompatibilität mit den Konkurrenzparteien und nach fast militärisch-uniformer Einheitlichkeit vertreibt sowohl die besten Mitstreiter und Mitstreiterinnen als auch die Unsicheren, Verlassenen und Gedemütigten, die bei Wahlen als NichtwählerInnen heute die größte „Partei“ ausmachen. Übrig bleibt die radikale Durchschnittlichkeit, die brave „Basis“ in allen hierarchischen und bürokratischen Verbänden ist. Wenn wir im September (wie ja auch schon im Jahr 2005) also nur ungefähr Zweidrittel dessen an Stimmen bekommen, was uns die Umfragen zuvor vorhergesagt haben, soll sich niemand wundern.      3.                                                                                                                                                                        Ich habe in einem längeren Beitrag, den der Bundesgeschäftsführer für so gefährlich hielt, dass er sich weigerte, ihn sowohl dem Gesamt-PV rechtzeitig, als auch den LeserInnen des LINKEN-Newsletters überhaupt zur Kenntnis zu geben, den zweiten Entwurf für das Wahlprogramm grundsätzlich kritisiert. Auch nach Lektüre des jetzt präsentierten Leitantrags habe ich an dieser Kritik nichts zurückzunehmen. Die Krise des Kapitalismus wird als Fehlentwicklung, als Verselbständigung schlechter Tugenden des Führungspersonals analysiert. Der bürgerlichen Gesellschaft wird Verrat an ihren Idealen vorgeworfen und, aus beiden Ansatzpunkten folgend, werden die Folgen nur als individuelles Leid der Betroffenen erklärt. Das wird ergänzt durch eine Vielzahl von Vorschlägen und Forderungen, die niemals mehr sind als wahlpolitische Versprechen. Sie scheinen alle gleich wichtig und beliebig verhandelbar zu sein und nichts wird verraten, wer sie denn wie gesellschaftlich durchsetzen kann. Allein die LINKE zu wählen, wird ja wohl kaum ausreichen. Als eine der wenigen Handlungslinien, entlang der die Beliebigkeit der Vorhaben ein wenig aufgelöst werden kann, erscheint die altbekannte linkskeynesianische Forderung der rigiden Nachfrage orientierten Politik mit deutlicher Erhöhung der Massenkaufkraft und staatlichen Investitionsprogrammen. Das ist dann natürlich der Treffpunkt mit den Teilen der Sozialdemokratie und der Grünen, von denen sich nur quantitativ in der Höhe der Forderungen unterschieden wird.          4.                                                                                                                                                              Warum ist diese Beschränktheit so bedeutsam, warum muss auch in einem Wahlprogramm mehr auf die tatsächlichen gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse und Interessenskonflikte eingegangen werden? Ginge es nur nach der veröffentlichen Meinung, nach den Denkmustern der Presse-und Fernsehleute oder allgemein der ideologischen Resonanz beim politischen Gegner, dann könnten wir ganz gelassen bleiben und den Finger für dieses Programm heben. Mit Ausnahme des wirklich biederen und kleingeistigen Kapitels zum Nachholbedarf des Ostens, das offenkundig als Tribut an die schon viel zu stark in kapitalistischer Reparaturpolitik verhafteten alten PDS-Garde reingeschrieben wurde, sind alle anderen Abschnitte, ja eigentlich jede einzelne Forderung radikal genug, um dem politischen Gegner und seinen Schreiberlingen auf die Palme zu bringen. Das sind alles sozialistische Mottenkiste, linkes Dynosauriertum, Staatswirtschaft und Schlaraffenlandversprechen. In deren Augen ist die LINKE mit ihrem Wahlprogramm das, was sie auch ohne es ist: eine sozialistische Herausforderung. Auch die wenigen Nichtparteimitglieder, die sich die Mühe machen und dieses Programm auf dem Hintergrund ihrer allgemeinpolitischen Bildung lesen, werden mit Sicherheit die Partei dieses Programms richtig verorten: Sie ist nicht rechts, sie ist gegen Kriege, sie ist für Umverteilung und – schon skeptischer – sie ist für Steuererhöhungen, wenigstens für die Reichen, aber Reiche wollen die meisten ja nun auch mal gerne sein. Bei Parteimitgliedern und WahlkämpferInnen ist die Bedeutung eines solchen Wahlprogramms schon heikler. Wenn sie nicht nur bunte Zettel verteilen sollen, die eine äußerliche Werbeagentur fabriziert hat, wenn sie wirklich überzeugen wollen, dann ist eine strategische Linie zu einer tatsächlichen Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse gepaart mit einer im positiven Sinne tiefen Verachtung gegenüber dem Bestehenden unerlässlich. Sie werden mit dem üblichen Vorwürfen konfrontiert, das sie gescheiterte SozialistInnen wären. Vorwürfe und Vorurteile überwindet mensch aber am besten, wenn sie bestätigt werden: eine präzise und selbstbewusste Selbstdarstellung, das es ja genau stimmt, wir sind SozialistInnen und haben gute Gründe dafür, und jeden Tag liefert uns diese Krise mehr. Aber hier drückt sich der Programmentwurf an allen echten und eingebildeten Türpfosten vorbei und verschenkt ungeahnte argumentative Schlagkraft. Auf jeder Seite des Textes prangt sozusagen eine dicke, fette Leerstelle: wo soll das alles hinführen, was ist der strategische Sinn. Es bleibt allein das individualisierte Versprechen, das es einem besser gehen wird, wenn die LINKE gewählt ist – das ist aber ein Versprechen ungefähr auf gleicher Ebene wie die Fernsehlotterie. Der strategische Mangel des Wahlprogramms, der sich ja auch in fast allen der Flyer und Poster der LINKEN wiederholt, wird aber vollends zu einer schmerzlichen Erfahrung, angesichts der tausenden realpolitischen Konflikte, in denen die Parteimitglieder ebenso wie unsere WählerInnen und vor allem Noch-Nicht-WählerInnen jeden Tag stehen und wo sie ihre eigenen politischen Antworten auf die Krise geben müssen. In diesen Konflikten ist stets die Machtfrage angelegt, mal im Kleinen, mal im Großen. Eine politische Partei, die in diesen Konflikten nützlich sein will, gewählt werden will, muss deshalb ebenfalls die Macht- und Eigentumsfrage in strategischen Mittelpunkt stellen. Die Frage, die sich millionenfach in den Betrieben, und in der Krise immer häufiger sehr heftig, aber auch für Erwerbslose, Rentner, Studierende stellt ist einfach: sollen wir weiterhin enteignet werden, oder werden endlich mal „die“ enteignet. Die LINKE darf Enteignungen und Vergesellschaftung oder dorthin führende Verstaatlichungen nicht als ultima ratio, als Notlösung oder ähnliches erklären, sondern als notwendige Voraussetzungen einer wirklichen gesellschaftlichen Veränderung. Der strategische Weg geht über den Aufbau wachsender Strukturen von Gegenmacht – vom einfachen Neinsagen, eigene Forderungen entwickeln, über Blockaden, Streiks, Betriebsbesetzungen. Das Konzept hat sein Jahrzehnten in der sozialistischen Arbeiterbewegung einen Namen: Arbeiterkontrolle. Im genauen Gegensatz dazu steht ein Konzept der klassenunspezifischen „Wirtschaftsdemokratie“. Der seit langem tobende Streit in der Gewerkschaftsbewegung dreht sich exakt um diese Frage. Auch da darf eine LINKE nicht neutral bleiben. Eine solche Strategie der Gesellschaftsveränderung fehlt dem Wahlprogramm leider vollständig, weil ihm keine Klassenanalyse des Kapitalismus zu Grunde liegt. Die strategischen Punkte sind hilflos, konzeptlos und rar verstreut, oftmals auch desorientierend, wie in der Frage der Wirtschaftsdemokratie.  Sämtliche   Forderungen und Einzelpunkte bleiben deshalb papierne Losungen, ohne wirkliches Leben.  Die strategische Linie wäre in wenigen Worten deutlich zu machen. Was soll der scholastische Quatsch um solche Begriffe wie „abschaffen“ oder „überwinden“? Wir sollen, müssen können uns dem Kapitalismus und seinen politischen Sachwaltern in den Weg stellen. Die ökonomische und politische Macht des Kapitals wollen wir schwächen. Ein Großkonzern, der in der Krise ist, muss deshalb nicht erst wieder aufgepäppelt werden, damit er dann seinen Beschäftigten etwas mehr Einkommen überlässt. Nein, die Krise muss genutzt werden, diesen Konzern zu entmachten, ihn unter gesellschaftliche Kontrolle zu nehmen. Auf der anderen Seite muss die ökonomische und politische Macht der ArbeiterInnenklasse gestärkt werden. Deshalb sind wir für Lohnerhöhungen, mehr Arbeitervetorechte, politische Kontrolle über die Produktion, für Streiks und Betriebsbesetzungen. Rein textlich betrachtet, ist es eine leichte Übung, den Programmentwurf in diesem Sinne neu zu ordnen und vom Kopf auf die Füße zu stellen. Problematischer ist allerdings, dass der Programmentwurf auch der Bewusstseinslage der Partei entspricht. Da ist mehr als eine Textkorrektur nötig. Aber auch hier bleibt als Fazit: Die Menschen, die seit langem und jetzt wieder noch einmal verstärkt, den Klassenkampf von oben spüren, verlangen von einer linken Partei, die für sie die Stimme erhebt, eine Strategie und konkrete Forderungen des Klassenkampfs von unten. Leider wird die LINKE mit ihrem Wahlprogramm dieser gesellschaftlichen Erwartung und diesen gesellschaftlichen Möglichkeiten nicht gerecht. Aus Angst vor dem Tod lieber Selbstmord begehen, wird das passende Seelendilemma genannt.
5.                                                                                                                                                                   Es gibt im Wahlprogrammentwurf auch eine Reihe von Einzellücken. Sie können mit Änderungsanträgen möglicherweise noch geschlossen werden. Das strategische Dilemma beheben auch diese nicht. Hier eine Reihe von diesbezüglichen Vorschlägen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Der Kampf gegen die Massenerwerbslosigkeit muss viel deutlicher in einen Komplex zusammengefasst werden, der aus drei Elementen besteht: Schnelle und radikale Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnverlust und mit garantierter Personalaufstockung; einer Arbeitslosigkeitsversicherung, die ihren Namen verdient, mit deutlicher Verlängerung der ALG-1 Bezugsdauer und Erhöhung der Transferzahlungen und drittens einer menschenwürdigen Grundabsicherung mit Mindestlohn und erhöhten Regelsätzen ohne Sanktionen. Wenn Banken, Energiekonzerne vergesellschaftet werden sollen, warum nicht andere große Konzerne, die heute eher mehr ihr Unwesen treiben (Automobilbranche, Chemieindustrie). Vergesellschaftung heißt mindestens dreierlei: die politische Entmachtung und Enteignung durch Staatsübernahme, die Veränderung der Konzerne in Gebrauchswert orientierte Größen und Ausrichtungen; der systematische Ausbau der Arbeiterkontrolle und genossenschaftliche Besitzübernahme. In der Außenpolitik muss die Anti - Kriegsorientierung schärfer werden: die deutsche Regierung, gerade die, muss mit einseitigen Schritten vorausgehen: Einstellung der Rüstungsproduktion (mit Asbest ging es ja auch); Austritt aus der Nato; Abzug der Atomraketen der US-Armee; komplette Demobilisierung der Bundeswehr.
In der Innenpolitik sticht der Verzicht auf die Forderung nach Auflösung der Geheimdienste
hervor. Warum eigentlich? Diese Forderung wäre nun wirklich in einer halben Legislaturperiode
ohne sonstige Erschütterungen umzusetzen.
In der Umweltpolitik sollte eine Forderung nach Stopp der Neubauten und Planungen für Kohlegroßkraftwerke. Fast jeder Landesverband der LINKEN ist in entsprechende Kämpfe und Bürgerbegehren involviert. Der Ausstieg aus Kohle und Atom ist heute mit sehr kurzen Fristen machbar, er scheitert allein an den politischen Macht- und  Eigentumsverhältnissen.                 Auch die jüngste Variante der LINKEN in Sachen Pendlerpauschale (direkte Gutschrift auf die Steuerschuld oder Rückzahlung) macht die verheerenden ökologischen Auswirkungen dieser Automobilsubvention nicht kleiner. Hier sollte die LINKE endlich die von mir unermüdlich verfolgte Linie, Bezahlung der Fahrtzeit als Arbeitszeit, verfolgen. Nur dadurch wird das Kapital gezwungen, Zersiedelung, lange Arbeitswege usw. zu reduzieren.
In der Kulturpolitik oder wo auch immer sonst, fehlt ein deutlicher anti-religiöser Impuls. Dass eine völlige Trennung von Staat und Kirchen, Abschaffung der Kirchensteuer sinnvoll sind, haben doch schon vor Jahrzehnten Jungdemokraten und Jusos erkannt.
In der Steuerpolitik fehlt eine klare Orientierung gegen alle indirekten Steuern, allen voran der Mehrwertsteuer, zugunsten einer progressiven Besteuerung der Einkommen.
Wenn zu diesen Punkten noch Änderungen kommen, umso besser. Für die strategischen Defizite muss sich die gesamte Partei selbstbewusster und klarer aufstellen. Sonst droht kurzfristig die enttäuschende Nichtverwertung der Wahlchancen im „Superwahljahr“ und langfristig die erneute Bestätigung zweier alter Erfahrungen der ArbeiterInnenbewegung:

Wer nicht weiß, wo er hin will, wird sich wundern, wo er ankommt.
Wer sich drückt, wird erdrückt.

Thies Gleiss, am Vorabend eines „Kapitalismuskongresses“…
Mitglied in Bundesvorstand der LINKEN

Abgelegt unter Positionen | 1 Kommentar »

* Leserbrief - Darga

Erstellt von DL-Redaktion am 11. Mai 2009

Stellungnahme/Leserbrief

des Ortsverbundes Ennigerloh-Beckum durch den
kommiss. Vorsitzenden Michael Ortner
auf das Heute erschienene Interview mit Herrn Darga (Red. Frau Rautenstrauch, Die GLOCKE)
Erschienen leicht gekürzt am 09.05.09 in der Tageszeitung “Die Glocke”.

Siegfried Darga, bekennender Ratsherr der GAL/Ennigerloh vergisst bei seinen blumigen Ausführungen ein paar wichtige Fakten und Wahrheiten.
Ohne Not hat die GAL im Sommer des letzten Jahres (Protokoll zu Ihrer Kenntnisnahme), eine irgendwie geartete Zusammenarbeit mit der Partei DIE LINKE. hier vor Ort abgesagt.
Herrn Darga wurde aber im Laufe der vergangenen Monate bewusst, das es die GAL allein mit ihrem geringen Ennigerloher Wahlanteil schwer haben wird, ihn wieder als Ratsherr zu entsenden. Immer wieder warb Siegfried Darga um die Unterstützung der LINKEn.
Allerdings war die Doppelrolle des Herrn Darga immer, auch schon zu Zeiten des vorherigen Vorsitzenden Hans-Jürgen Lenzer, ein großes Problem für die Ennigerloher Linke. Speziell Herr Lenzer war immer ein Verfechter dessen, das beide Parteien getrennt antreten.  Was für Herrn Darga bedeutet hätte, die LINKE zu verlassen.
Nun ist er seit einigen Wochen unter der Protektion einiger alter Weggefährten von ihm, zum stellv. Parteichef der LINKEn gewählt worden. Gleichzeitig aber hat er gestern einen Antrag verfasst (liegt der Red. vor) den OV Ennigerloh-Beckum wegen Streitigkeiten umgehend zu schliessen.
Für den links wählenden Bürger/In bedeutet dieses, er/sie kann in Ennigerloh kein Kreuz bei den LINKEn machen. Stattdessen wünscht sich Darga dafür das Kreuz bei der GAL.
Für wie dumm hält Herr Darga, hält die GAL, die Menschen in Ennigerloh?
Herr Darga hat neben der Ambition für die GAL in den Ennigerloher Rat, auch die Absicht für DIE LINKE. in den Kreistag Warendorf zu ziehen. Ämterhäufung nennt man dieses.
Die Doppelzüngigkeit eines Herrn Darga hat in dem heute erschienen Interview einen vorläufigen weiteren Höhepunkt erreicht.
Die LINKE im Ort Ennigerloh ruft die Bürgerinnen und Bürger auf, nicht durch Scheinargumente eines Dargas, die GAL zu unterstützen. Die GAL tritt weiterhin als eigenständige Liste an. DIE LINKE wird die GAL nach deren Absage ebenfalls nicht unterstützen, und sie weiterhin als politischen Gegner im Kampf um Wählerstimmen ansehen.
Herrn Dargas durchsichtiges Spiel ist sicher noch nicht für ihn gewonnen. Die Zerschlagung eines politischen Ortsverbandes durch ihn, obwohl er der stellv. Parteichef der LINKEN ist, mag für ihn beschlossene Sache sein. Zeigt aber auch die Absicht, die dahinter steckt.
Der OV Ennigerloh-Beckum erklärt weiterhin an den Wahlen teilzunehmen, ob mit oder gegen
Herrn Darga und seine GAL.
Michael Ortner 8. Mai 2009

———————————————————————————————————————————

Antrag an die Kreismitgliederversammlung der Partei DIE LINKE. Kreisverband Warendorf
am 18.5.2009:

Antrag:
Der Ortsverbund Ennigerloh-Beckum wird aufgelöst.
Begründung:
Der Ortsverbund Ennigerloh-Beckum hat seit einiger Zeit keinen Vorstand mehr. Er ist tief zerstritten und leistet keine politische Arbeit. Da nicht absehbar ist, dass sich diese Situation kurzfristig ändert, sollte die organisatorische und politische Verantwortung für politische Arbeit in Beckum und Ennigerloh wieder an den Kreisverband zurück gehen. Es wird selbstverständlich angestrebt, im Kreisverband handlungs- und politikfähige Ortsverbände zu initiieren.
Knud Vöcking
Siggi Darga
Wigand Busse
Christopher Epping

————————————————————————————————————————————-

Kommentar:

Selten sind Manipulationen in der Politik so offensichtlich zu belegen wie dieser Fall hier im KV Warendorf. Da versucht ein substanzloser Möchtegernpolitiker durch fortgesetzte Verleumdungen, Rufmord, Lügen und Betrügen eine Machtposition in einem KV der LINKEN zu erreichen, indem er beantragt, den Ortsverband seiner Mitgliedschaft schließen zu lassen. Er weiß nur allzu gut, dass ihm laut Satzung eine weitere Zugehörigkeit in der LINKEN verwehrt wird, sollte er sich in Konkurrenz zu der LINKEN an den anstehenden Wahlen beteiligen. Dass er für dieses Vorhaben in der Kreis-Partei Unterstützung findet, ist ein noch größerer Skandal und zeigt das Niveau einer ganzen Clique auf.

Ingo Engbert

Abgelegt unter WAF | Keine Kommentare »

* Verschwörung Teil II

Erstellt von UP. am 9. Mai 2009

Gert Flegelskamp beurteilt in seiner erfrischend knallharten Beurteilung den Beschiss, der den Rentnern unter dem Deckmäntelchen der Zusage, dass die Renten nicht gekürzt werden, angetan wird. Es wird Zeit für die “sozialen Unruhen” im Staate “D”. /UP.

Rettungsschirm für die Rente!!!

So und ähnlich waren die Überschriften in der Presse. Das es sich dabei um reine Wahlpropaganda handelt, darüber war sich die Presse einig und das war auch so ziemlich die einzige Wahrheit (zumindest in den Beiträgen, die ich gelesen habe). Meine Damen und Herren von der Presse, das ist sogar den Rentnern klar. Was die Rentner aber als geradezu ekelerregend empfinden, sind die teilweise unerträglichen Kommentare, die, wie schon seit geraumer Zeit, eine Annäherung an die NS-Propaganda aufzeigen. Wäre in solchen Artikeln wenigstens noch ein wenig Fachwissen über die Rente, den so genannten Rententopf, die so genannte Rentenformel und die Rentenhöhe erkennbar, könnte man die Negativpropaganda vielleicht noch schlucken.
[...]
Im letzen Teil seiner Ausführungen kommt Flegelskamp zu einem überraschenden Entschluss:

Aber wir sind selber Schuld, denn noch immer wählt ein hoher Prozentsatz diese Parteien und ein fast ebenso großer Prozentsatz unterstützt sie durch die Wahlverweigerung. Wahlverweigerung ist das gleiche, wie die Aussage: “Ich finde Eure Politik gut.” Früher haben sich die Wähler entschuldigt, sie hätten das “Kleinere Übel gewählt.” Es gab kein kleineres Übel, wie SPD und Grüne tatkräftig bewiesen haben, als sie Kohl ablösten. Anders heute! Es gibt inzwischen ein “kleineres Übel”: “DIE LINKE” Diese Aussage ist kein Beweis meines Vertrauens, sondern einfach dem Umstand zu verdanken, dass bei den Bestechungsorgien des Großkapitals die Linke nicht auf deren Liste steht. Ob sich das ändert, könnte eine von der Linken dominierte Politik beweisen, wenn man ihr die Stimme gäbe. Doch zumindest hätten wir als Wähler eine Verschnaufpause von 4 Jahren und in der Zeit ließen sich andere politische Konzepte nicht nur finden, sondern auch realisieren.
>>weiterlesen

Abgelegt unter Rentenpolitik | Keine Kommentare »

* Renten-Verschwörung

Erstellt von UP. am 8. Mai 2009

… und ich dachte immer, Frontal21 sei ‘anders’ als der Mainstream’ und nun erkenne ich: in Teilen verkommen, polemisch und irreführend manipulativ. / UP.

„Ist die Rente krisensicher? - Wahrheit und Wahlversprechen“ so lautete die Schlagzeile zu der gestrigen Sendung [6.Mai].
Korrekter hätte die Überschrift lauten müssen:
Mit Unwahrheiten und parteiischen „Experten“ gegen die Rentner.
Eine tendenziöse Sendung, die mit Unwahrheiten, manipulativen Gegenüberstellungen und vor allem mit ausgewiesen parteiischen „Experten“ gegen ein Gesetz angehen will, mit dem nominale Rentenkürzungen als Folge sinkender Löhne ausgeschlossen werden sollen.

Besser als Wolfgang Lieb kann es keiner analysieren:

>>weiterlesen

Abgelegt unter Rentenpolitik | Keine Kommentare »

* Finanz-Verschwörung

Erstellt von UP. am 5. Mai 2009

Die Goldman-Verschwörung

Rainer Sommer 28.04.2009

Die ehemalige Investmentbank Goldman Sachs, so wird gemunkelt, hat die Finanzkrise für das eigene Interesse gesteuert

Die Verschwörungstheorie findet neuerdings auch schon in den Mainstream-Medien einigen Widerhall: Das Wall Street Finanzhaus Goldman Sachs habe in den USA die Macht an sich gerissen und bestimme die Politik zu eigenen Gunsten. Die Finanzkrise und die öffentlichen Rettungsaktionen fördern vor allem die Interessen der ehemaligen Investmentbank. Neben maximalem Profit liegen diese darin, unliebsame Konkurrenten aus dem Weg zu räumen und das US-amerikanische und in der Folge auch das globale Finanzsystem unter eigener Führung zu konsolidieren.
>> weiterlesen
Quelle: www.heise.de

Abgelegt unter Finanzpolitik | 1 Kommentar »

* Heimatlos

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Mai 2009

Heimatlos

Wirst du politisch Heimatlos,
dann komm zu uns, hier ist was los.
Mit viel geklingel und gebammel,
bei uns wird fleißig Schrott gesammelt.

Hier wird gebaut ein groß Orchester,
der Flöten Block gilt hier als Raster.
Da andere Töne dann nur stören,
will man sie darum gar nicht hören.

Der Dirigent steht sehr erhaben,
man sieht ihn mit dem Taktstock schlagen.
Die Flöten sitzen tief im Graben,
man hört sie wohl, kann sie erahnen.

Die Sopranistin diese Schachtel,
braucht manchmal schon den großen Spachtel.
Die Stimme schrill, total verkehrt.
Sie kann nicht singen, kräht vermehrt.

Das Weinen zeigt sie nach belieben,
ist gut trainiert und wirkt durchtrieben.
Die Seufzer aus dem Hintergrund,
jetzt muss das Spray her, schnell mit Schwung.

Die paar Genossen, die wir haben,
sie sind nicht gut, sind zu erhaben.
Wir wollen uns trennen mit bedacht,
dass schaffen wir, wär’ doch gelacht.

Wir kaufen uns ein paar Flötisten,
nicht viele, auch nicht nur Statisten.
Der eine sitzt im Stadtrat schon,
der andere der saß anderswo.

Was du vollbracht hast ist nicht wichtig,
auch wenn in anderen Ländern flüchtig.
Hier sitzen Menschen auf den Posten
die lassen sich die Stimmen kosten.

Die Presse schreibt ja doch nur Lügen,
die wollen über uns verfügen.
Nur was wir sagen, das ist richtig,
was andere denken ist nicht wichtig.

Was wir dort lesen ? Gut geschrieben.
Ein Einbruch ? Das ist übertrieben.
Die Schlüssel ? Hat man nur vergessen.
Man sichert Daten ! Ist das vermessen ?

War als Kassierer dort im Ländle,
hat in der Kasse Außenstände ?
Es lief nicht alles ganz gerade,
die Chefs tun’s richten. Weg mit Schaden.

So ist das dann bei Demokraten,
der eine fragt, die andern raten.
Gerechtigkeit ist gerade das,
was Obrigkeit Mandat verschafft.

Was wir auch lesen in Gazetten,
der eine möcht’, was andere hätten.
Es macht sich jeder eigne Reime,
das ist die Freiheit. Auch die Meine.

2009 Ingo Engbert

Abgelegt unter Satire | Keine Kommentare »