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Archiv für Februar, 2009

* Sahra Wagenknecht

Erstellt von DL-Redaktion am 27. Februar 2009

Sahra Wagenknecht über die Kapitalismuskrise

“Ich bin keine einsame Stimme mehr”

Früher: Lang hatte es Sarah Wagenknecht in ihrer Partei schwer. Linke-Chef Lothar Bisky lästerte mal, wenn sie noch leicht zu hinken beginne, werde sie zur wiederauferstandenen Rosa Luxemburg. 2008 verhinderten Bisky und Gregor Gysi ihre Kandidatur als Parteivize. Jedoch sitzt die Sprecherin der innerparteilichen Kommunistischen Plattform schon seit 2000 im Bundesvorstand erst der PDS, dann der Linken. Seit 2004 ist sie Europaabgeordnete.

Später: Beim Bundesparteitag am Wochenende in Essen will sie nicht mehr für die Europawahl nominiert werden. Sie plant den Sprung in den Bundestag - über die Landesliste in Nordrhein-Westfalen, die ein Landesparteitag Ende März festlegt. Zurzeit stellt sie ihr Buch vor, Titel: “Wahnsinn mit Methode: Finanzcrash und Weltwirtschaft”

taz: Frau Wagenknecht, seit Sie Politik machen sind Sie eine Außenseiterin. Hat die Kapitalismuskrise das verändert?

Sahra Wagenknecht: Ich habe nicht dass Gefühl, dass meine Kapitalismuskritik gegenwärtig eine Außenseiterposition ist. Aber das allein nützt nicht viel. Ich will eine andere Politik und Wirtschaftsordnung erreichen. Da sind wir noch lange nicht.

Regierungspolitiker reden von Verstaatlichung und Enteignung.

Die Art der Verstaatlichung, die die Bundesregierung betreibt, hat nichts mit dem zu tun, was ich vertrete. Sie will Zocker freikaufen, Verluste sozialisieren und mit Milliarden an Steuergeld genau das Modell stabilisieren, das die Krise herbeigeführt hat.

Sie müssen doch Genugtuung verspüren, auch wenn die Kanzlerin sich nicht gleich zum Kommunismus bekennt.

Man kann in einer Krise keine Genugtuung verspüren: Viele Menschen haben Angst. Es ist auch nicht vorgezeichnet, dass die Gesellschaft nach links rückt. Wenn sich das soziale Desaster fortsetzt, aber wir als Linke es nicht schaffen, die Menschen zu erreichen, könnte die Gesellschaft furchtbar nach rechts abdriften. Umso wichtiger ist es, dass wir als Linke klare Alternativen vertreten und dabei glaubwürdig sind.

Ist es zumindest so, dass Ihre Positionen und die Ihrer Partei nicht mehr so weit voneinander entfernt sind?

Die Linke ist antikapitalistisch und steht damit klar links von der früheren PDS. In vielen Beschlüssen finde ich mich wieder. Das war früher häufiger nicht der Fall.

Werden Sie auch besser behandelt?

Nun ja, es war vorher auch nicht so, dass ich gebissen und an den Haaren gezogen wurde.

Aber auch nicht gestreichelt.

Wenn ich Streicheleinheiten brauche, gehe ich nicht auf eine Parteiversammlung. Richtig ist: Die Arbeitssituation im Parteivorstand ist jetzt anders. Ich bin keine einsame Stimme mehr.

In Talkshows dürfen Sie nun ständig auftreten.

Da saß ich vorher schon. Neu ist, dass man bestimmte Argumente nicht mehr so leicht wegwischen kann. Früher wurde gesagt, der Kapitalismus sei die einzige Ordnung, die Produktion stimuliert und dadurch Reichtum schafft. Das kann nun keiner mehr bringen. Der Kapitalismus zerstört heute Wohlstand im gigantischen Ausmaß.

Wie würden Sie die Krise angehen?

Wir brauchen eine radikale Umverteilung der Einkommen und Vermögen von oben nach unten. Außerdem sollen die für die Krise zahlen, die sie verantworten und vorher profitiert haben. Deshalb fordern wir eine Millionärsteuer, die an die Substanz geht.

Zehn Prozent?

Die Position der Linken ist fünf Prozent. Ich kann mir mehr vorstellen. Aber es wäre gut, wenn es überhaupt eine solche Steuer gäbe.

Darüber können die Konjunkturpakete nicht bezahlt werden.

Alleine die fünf Prozent wären im Jahr 80 bis 100 Milliarden Euro Einnahmen. Es gibt in Deutschland knapp fünf Billionen Euro an Geldvermögen. Nach den Zahlen der Investmentbank Merrill Lynch besitzt ein Prozent der Bevölkerung die Hälfte davon. Das wären diejenigen, die von einer Millionärsbesteuerung betroffen wären. Also: Da ist viel Geld zu holen.

Millionäre sind nicht nur Zocker, sondern auch Unternehmer, die Arbeitsplätze schaffen. Die sind nicht nötig?

Ich rede von Geldvermögen. Die wenigsten Leute haben in ihrem Leben eine Million Euro Geldvermögen erarbeitet. Es ist entweder geerbt oder stammt aus Spekulationen.

Und wenn die Millionäre abhauen?

Das können sie gerne machen. Sie können nur nicht ihr Geld mitnehmen, während der Staat für die Verluste aus der Finanzkrise geradestehen soll.

Millionäre legen auch Geld an, das dann den Banken für Kredite zur Verfügung steht.

Es ist jahrelang viel zu viel Geld auf die Finanzmärkte geflossen: In Wetten, in Spekulationen - in die große Party, deren Folgen wir gerade erleben. Genau dieses Geld stand nicht für Kredite zur Verfügung.

Was schlagen Sie vor?

Ein funktionierendes Finanzsystem ist elementar. Aber zurzeit tragen die vielen Milliarden, die wir hinein stopfen, nicht mal dazu bei, dass das Finanzsystem seine Aufgaben erfüllt. Die großen privaten Banken sind praktisch bankrott. Der Staat sollte sie entschädigungslos übernehmen und durch strikte Regeln dafür sorgen, dass wieder Investitionen finanziert werden statt Spekulation.

Wie sieht für Sie eine kapitalismusfreie Gesellschaft aus?

Es ist eine Gesellschaft, in der die Schlüsselbereiche der Wirtschaft und die Daseinsvorsorge in öffentlicher Hand sind. In der nicht primär für Rendite produziert wird, sondern für den Bedarf. In der die Beschäftigten die Entwicklung ihres Unternehmens real mitbestimmen können. Und in der die Einkommensunterschiede viel kleiner sind als heute.

Quelle  -  Weiterlesen:

http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/%5Cich-bin-keine-einsame-stimme-mehr%5C/

Nachfolgend ein sehr interessanter Vortrag von Sahra zur gegenwärtigen Kapitalismus-Krise auf YouTube (45 min.)

Abgelegt unter Positionen | Keine Kommentare »

* Heuschrecken

Erstellt von DL-Redaktion am 22. Februar 2009

Dossier Märklin -

Der große Eisenbahnraub

von Angela Maier (München) und Steffen Klusmann (Hamburg)
Finanzinvestoren werden oft als “Heuschrecken” beschimpft, die in Unternehmen einfallen, abgrasen und weiterziehen. Was beim Spielzeughersteller Märklin unter dem Deckmantel der Sanierung geschah, war anders: noch schlimmer.

Der Mann spricht kaum Deutsch, und in seinem bisherigen Job als Vorstand des Strumpfherstellers Kunert hat er ziemlich versagt. Trotzdem soll Robert Calhoun im Herbst 2008 neuer Chef bei Märklin werden. Den Amerikaner zeichnen zwei Dinge aus, die bei dem Modelleisenbahnhersteller offenbar von Vorteil sind: Calhoun ist ein Vertrauter von Mathias Hink, dem Gründer des Finanzinvestors Kingsbridge. Und er ist sehr, sehr teuer.

Kingsbridge, eine Beteiligungsgesellschaft aus London, gehören in Deutschland sowohl Märklin als auch Kunert. Der Strumpfhersteller aus Immenstadt kämpft seit Jahren ums Überleben, unter der Ägide von Calhoun hat er zuletzt die Lizenz für seine größte und wichtigste Einzelmarke verloren: Burlington. Dieser Calhoun soll jetzt im 180 Kilometer entfernten Göppingen Märklin vor der Pleite retten. Ein Witz? Nein, es ist Methode.

Kingsbridge-Chef Mathias Hink. Als Hinks Co-Investor bei Märklin, die Investmentbank Goldman Sachs, von dem Plan erfährt, vereitelt sie den wundersamen Aufstieg des Amerikaners zum obersten Modelllokführer. Doch Hink bleibt hartnäckig. Wenn er Calhoun nicht an der Märklin-Spitze installieren kann, dann als Berater. Allein für die letzten Monate des vergangenen Jahres kassieren Calhoun und Mary, seine Sekretärin, gut 250.000 Euro. Für den Januar gehen nochmals rund 45.000 Euro an Rob und die gleiche Summe an seine Spitzenkraft Mary. Geholfen hat es nicht. Am 4. Februar meldet Märklin Insolvenz an.

Weiterlesen :

http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:Agenda-M%E4rklin-Der-gro%DFe-Eisenbahnraub/475799.html

Kommentar:

Dieser Bericht zeigt auf, was in einem Land der unkontrollierten Wirtschaft alles möglich ist.
Folgen sie den immer weiterführenden Links !

Ingo Engbert

Abgelegt unter Wirtschaftpolitik | Keine Kommentare »

* Menschenwürde

Erstellt von DL-Redaktion am 14. Februar 2009

Hartz IV und die Menschenrechte

Fünf Jahre „Fördern und Fordern“
Von Franz Segbers

Die Hartz-IV-Regelsätze sind nicht mit der Menschenwürde und dem sozialen Rechtsstaat vereinbar – so das jüngste Urteil des Landessozialgerichts Darmstadt. Franz Segbers, Pfarrer und Professor für Sozialethik, zieht fünf Jahre nach der Einführung des Arbeitslosengeldes II ein erschütterndes Fazit: Da es das Existenzminimum nicht abdecke, sei Hartz IV staatlich verordnete Unterversorgung und daher verfassungs- und menschenrechtswidrig. Dieser unhaltbare Zustand indiziere auch ein eklatantes Versagen der Demokratie. – Die Redaktion

Weiterlesen
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13442&css=print#oben

Redaktionskommentar:

Genau wie bei vielen anderen politischen Entscheidungen in unserem Land wird die sogannte Hartz Gesetzgebung von der überwiegenden Mehrzahl der Bundesbürger abgelehnt. Die Gesetzgebung ist von Lobby - Vordenkern wie Bertelsmann oder McKinsey ausgearbeitet worden. Aus den gleichen Denkfabriken stammen auch Einrichtungen wie die Suppenküchen oder die Tafeln. Es ist das Ziel durch die Schaffung “Sozialer Einrichtungen” den Bürgern Sand in die Augen zu streuen. Durch eine vorgespielte Solidarität wird nach aussen hin versucht die Menschen ruhig zu stellen. Das kannte man schon bei den “Alten Römern” und es wurde unter dem Titel “Brot und Spiele” bekannt.
Den Reichtum unseres Landes haben die Menschen weder den Politikern, den Kirchen noch den Medien zu verdanken, sondern einzig und allein den in diesem Land lebenden Bürgern. Der Anspruch, den erzielten Reichtum auch allen Bürgern zugänglich zu machen ist also nur allzu gerechtfertigt. Suppenküchen oder auch Tafeln sind als ein Skandal in diesem Lande und als Schandmale für eine Regierung anzuprangern. Anstatt Menschen durch eine tägliche Fütterung ruhig zu stellen, muss es die Aufgabe sein, die Bürger auf die Strassen zu bringen, um durch lautstarke Proteste die Regierung zum Umlenken zu zwingen.

Ingo Engbert
 

 

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* Sri Lanka

Erstellt von DL-Redaktion am 11. Februar 2009

Avaaz

Avaaz.org ist eine unabhängige nicht-profitorientierte Organisation, die internationale Kampagnen organisiert und sicherstellt, dass die Meinungen und Wertvorstellungen der Weltöffentlichkeit globale Entscheidungen mitbestimmen (Avaaz bedeutet “Stimme” in vielen Sprachen). Avaaz akzeptiert kein Geld von Regierungen oder Konzernen und wird von einem internationalen Kampagnenteam geleitet. Avaaz betreibt Büros in New York, Washington DC, London, Paris, Genf und Rio de Janairo. +1 888 922 8229 

250.000 Zivilisten sind in Sri Lankas Bürgerkrieg zwischen den Fronten in Lebensgefahr. Klicken Sie unten, um die globale Staatengemeinschaft aufzufordern sie zu schützen: Handeln Sie jetzt
Manches deutet darauf hin, dass der Bürgerkrieg in Sri Lanka, Asiens am längsten andauernder Krisenherd, zu einem Ende kommen könnte – aber in den weiterhin blutigen Kämpfen sind über 250.000 Menschenleben akut gefährdet. Während der letzten Monate sind Hunderte Zivilisten umgebracht und Tausende verwundet worden und die behördliche Schutzzone ist zu einer tödlichen Falle geworden.

Einflussreiche Staaten, die Sri Lanka unterstützen, darunter die Europäische Union, Japan und die USA, haben diese Woche dazu aufgerufen folgende Punkte zu verwirklichen – Schutzzonen müssen respektiert werden, Nahrungsmittel und medizinische Hilfe für Verletzte und Kranke, regelmässige Waffenruhe zugunsten der Zivilbevölkerung und der Hilfsorganisationen. Damit endlich Etwas geschieht, müssen die Geberländer Druck aufsetzen – Sie müssen klar machen, dass es einen Preis haben wird, wenn Regierung und Rebellen der Zivilbevölkerung weiterhin keinen Schutz bieten: Der Entzug der Reise-Visa für Top Regierungsmitglieder und die Einstellung der militärischen Hilfe, die unmissverständliche Warnung, dass Rebellenführer und Militärs für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verfolgt werden.

Der Konflikt in Sri Lanka wurde schon der “vergessene Krieg” genannt. Aber wenn genug von uns die Regierungen der EU, USA, Japan und weitere Schlüsselstaaten dazu aufrufen Druck auf die Kriegsparteien auszuüben, können wir damit ein Zeichen setzen, dass wir nicht vergessen haben, dass Menschenleben in Gefahr sind – und wir können den Schutz der Zivilbevölkerung zu einer diplomatischen Priorität machen.

Von den hiesigen Medien oft verschwiegen, gab es in Sri Lankas langem Krieg auf beiden Seiten Gräuel und Verbrechen — die meisten unentdeckt, bedingt durch eine brutale Kampagne gegen den unabhängigen Journalismus. Das Ende der Kämpfe alleine wird das begangene Unrecht nicht wieder gutmachen; nachdem die Waffen niedergelegt worden sind, müssen die berechtigten Anliegen der tamilischen Bevölkerung und anderer Minderheiten im politischen Dialog und im darauf folgenden Wiederaufbau erörtert werden.

Aber jetzt, in diesen letzten Kriegswochen oder vielleicht Tagen, darf die viertel Million eingeschlossener tamilischer Zivilisten nicht den Kampfhandlungen zum Opfer fallen.

Lasst uns unsere Stimmen hinzufügen, zu jenen von Aktivisten und Menschenrechtlern, die über Jahre hinweg in ganz Sri Lanka gegen die Ausgrenzung von Minderheiten und gegen die Missachtung von Grundrechten gekämpft haben.

Klicken Sie hier, um sicherzustellen, dass die internationale Gemeinschaft die gefährdete Zivilbevölkerung Sri Lankas unterstützt:

http://www.avaaz.org/de/sri_lanka_civilians

Hoffnungsvoll,

Luis, Ben, Graziela, Ricken, Brett, Paula, Alice, Iain, Pascal, Paul, Milena und das gesamte Avaaz-Team

QUELLEN:

Medienmitteilung von Amnesty International Deutschland zur humanitären Lage von Zivilpersonen zwischen den Fronten, 6. Februar 2009″
http://www.amnesty.de/2009/2/6/zivilpersonen-zwischen-den-fronten

Hintergrund: Jahresbericht 2008 zu Sri Lanka von Amnesty International Deutschland”
http://www.amnesty.de/jahresbericht/2008/sri-lanka

“Sri Lankas Armee weiter auf dem Vormarsch”, Neue Zürcher Zeitung, 26. Januar 2009
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/sri_lankas_armee_weiter_auf_dem_vormarsch_1.1794124.html

Schweiz: Pressemitteilung des Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten, 5. Februar 2009
http://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=25208

Gemeinsame Erklärung der “Tokyo Co-Chairs” (Norwegen, Japan, US und EU), die grosse Besorgnis äussern, über die Notlage von Zivilpersonen (englisch)
http://www.avaaz.org/sri1

Medienmitteilung des internationalen Roten Kreuzes zu wiederholtem Beschuss und Evakuierung eines Spitals (englisch)
http://www.avaaz.org/sri2

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Avaaz.org ist eine unabhängige nicht-profitorientierte Organisation, die internationale Kampagnen organisiert und sicherstellt,

Um Avaaz zu kontaktieren, bitte nicht auf diese Email antworten. Bitte schreiben Sie an info@avaaz.org. Unsere Adresse für

Briefpost lautet: Avaaz.org, 857 Broadway, 3rd floor, New York, NY 10003 U.S.A.

 

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* Campact Aktion

Erstellt von DL-Redaktion am 10. Februar 2009

Atomausstieg

Vorgestern Abend waren fast 2.000 Menschen in Berlin versammelt. Unter dem Motto “Eure Lügen bleiben drin!” haben wir die Pläne der des Deutschen Atomforums durchkreuzt, Stimmung für einen Ausstieg aus dem Atomausstieg zu machen. Mit so vielen Menschen haben wir in unseren kühnsten Träumen nicht gerechnet!

Dicht gedrängt reihten sich die Demonstrierenden mit ihren gelben Lampions wie auf einer Perlenschnur auf; an vielen Stellen umzingelten sie in Dreier- und Vierer-Reihen die Lobbyveranstaltung der Atomwirtschaft. Über ihnen schwebten Großballons, die auf Transparenten die Argumente gegen Atomkraft emporzogen, die wir zuvor im Internet gesammelt und ausgewählt hatten. Die Stimmung war ausgelassen, La-Ola-Wellen liefen die Menschenkette entlang, Samba-Gruppen machten den Protest unüberhörbar - auch innerhalb des Konferenzgebäudes.

Schauen Sie unseren Film über die Aktion!

So hatte sich das die Atomlobby sicher nicht vorgestellt: Statt eigener Propaganda-Botschaften dominierten unsere Bilder und Argumente die Berichterstattung. Journalisten berichteten uns, dass unsere Demonstration auch drinnen unüberhörbar und ständiger Gesprächsgegenstand war.

Die Atomlobby kämpft ums nackte Überleben. Wenn der Atomkonsens nach der Wahl Bestand hat, werden endlich reihenweise Reaktoren abgeschaltet. Die Atomwirtschaft steht in Deutschland kurz vor dem Ende. Jetzt, vor der Bundestagswahl und bei den darauf folgenden Koalitionsverhandlungen müssen wir dafür sorgen, dass in der nächsten Legislaturperiode wirklich abgeschaltet wird - und nicht, wie in Schweden dieser Tage, der Atomausstieg aufgehoben wird.

Überall werden zur Zeit Aktionen und Demonstrationen geplant. Campact wird natürlich auch weiter dabei sein. Bitte helfen Sie mit, Atomkraft auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern.

Viele Grüße,
Julia Seeliger

 

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* Greenpeace

Erstellt von DL-Redaktion am 5. Februar 2009

Ohne Atomstrom

Greenpace Presseerklärung von heute:

Mehrheit hält Stromversorgung auch ohne Atomkraft für gesichert.
Neue Greenpeace-Umfrage belegt: Angstmache der Energiekonzerne ist gescheitert.

Hamburg, 4. 2. 2009 - Eine deutliche Mehrheit von 59 Prozent der Bundesbuerger sieht keine Gefährdung der Energieversorgung durch den Atomausstieg. Das ist das Ergebnis einer im Auftrag von Greenpeace
durchgeführten repräsentativen Umfrage, die die Umweltorganisation anlässlich der Wintertagung des Deutschen Atomforums veröffentlicht hat.
Nur eine Minderheit von 27 Prozent hält eine Gefährdung der Energieversorgung fuer möglich. Sogar 49 Prozent der Befragten, die sich als CDU-Wähler bezeichnen, glauben trotz des Atomausstiegs nicht an eine drohende Stromlücke.

“Die Angstmache des Atomforums und der Energiekonzerne hat nicht funktioniert”, sagt Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer. “Sie haben mit einer gross angelegten Kampagne versucht, die Tatsachen zu verdrehen und behaupten, ohne Atomkraft würden die Lichter ausgehen. Doch die Menschen haben verstanden: Atomkraft schadet Deutschland. Wir brauchen sie nicht mehr.”

Die Versorgung mit Strom ist in Deutschland sicherer denn je: Im Jahr 2008 wurde mit 22 Terrawattstunden ein neuer Rekordüberschuss beim Export von Strom erzielt. Dafür hätten neben den seit eineinhalb Jahren stillstehenden Atomkraftwerken in Krümmel und Brunsbüttel drei weitere Atommeiler sofort stillgelegt werden können: Neckarwestheim I, Biblis A und Isar 1. Daher fordert Greenpeace, so schnell wie möglich alle Atomkraftwerke abzuschalten und die Laufzeiten nicht zu verlängern.

Das Deutsche Atomforum bemüht sich als Lobbyorganisation der Stromkonzerne zusammen mit den Unionsparteien seit dem Jahr 2006 darum, die öffentliche Meinung zugunsten der Atomenergie zu drehen. Sie bemüht immer neue Scheinargumente, um den Atomausstieg nach der Bundestagswahl rückgängig zu machen.

“Die wollen lediglich mit verlängerten Laufzeiten ihrer Atomkraftwerke den Stromkunden noch mehr Geld aus der Tasche ziehen”, erklärt Münchmeyer. Eine Verlängerung der Laufzeiten für die alten, steuerlich abgeschriebenen Atomkraftwerke würde den Energiekonzernen Zusatzgewinne von etwa einer Million Euro pro Tag und Atommeiler bescheren.

Das Meinungsforschungsinstitut Consultic hat in der repräsentativen Umfrage 1009 Bundesbuergern folgende Frage gestellt: ” Glauben Sie, dass durch die Beibehaltung des gesetzlich verankerten Atomausstieges in Deutschland die Stromversorgung gefährdet ist”" Die Auswertung der Antworten nach Wahl-Präferenz ergibt folgendes Ergebnis: CDU/CSU: 41 Pozent “Ja”, 49 Prozent “Nein”; SPD: 30 Prozent “Ja”, 62 Prozent “Nein”; FDP: 38 Prozent “Ja”, 58 Prozent “Nein”; Gruene: 8 Prozent “Ja”, 89 Prozent “Nein”; Die Linke: 33 Prozent “Ja”, 62 Prozent “Nein”.

 

 

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* Bertelsmann

Erstellt von DL-Redaktion am 5. Februar 2009

Ist die Bertelsmann

Stiftung “gemeinnützig”

im Sinne von §§ 52 ff. AO?

Eine Expertise unabhängiger Juristen
Von Klaus Lindner, Michael Krämer, Wiebke Priehn (1)
Jeder Vereinsvorstand muß sich an das geltende Gemeinnützigkeitsrecht halten. Tut er dies nicht, wird sein Laden steuerpflichtig. Wieso für die raffiniert verflochtenen Bertelsmänner eine Sonderstellung gelten und der Steuerzahler deren teilweise abstruse neoliberale Politikvorstellungen und das vorgespielte Gutmenschentum finanzieren soll, fragen sich nicht nur NRhZ-LeserInnen (siehe NRhZ 68, 119, 149 u.a.). Lesen Sie dazu die folgende Expertise. – Die Redaktion
I. Sachverhalt/Problemstellung:

1. Bertelsmann-Stiftung
 
„Ob Privatisierung öffentlicher Dienste oder Einführung von Studiengebühren, ob Hartz IV und Sozialkürzungen oder globale Militärinterventionen und Vorgaben zur Aufrüstung, Schaffung neuer Hochschulgesetze oder eines einheitlichen Arbeitsgesetzbuches: Die gesellschaftspolitische Agenda der Bundesrepublik wird von der Bertelsmann-Stif­tung entworfen. Diese “gemeinnützige” und steuerbegünstigte “Reformwerkstatt”, die zugleich das größte Aktienpaket am Bertelsmann-Konzern als weltweit viertgrößten Medienunternehmen hält, stellt die erfolgreichste Public-Private-Partnership dar – nicht allein auf Firmenprofit, sondern zugleich auch auf gesellschaftliche Steuerung ausge­richtet.” (2)
 

Weiterlesen:
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13431

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* Mensch Meyer

Erstellt von DL-Redaktion am 4. Februar 2009

 Laurenz Meyer (CDU) 

 verkündet

 Hartz IV Unwahrheit

Der wirtschaftspolitische Sprecher Laurenz Meyer (CDU) lobt die Hartz IV Arbeitsmarktreform und verbreitet Rechts-Unwahrheiten.

In der zuletzt ausgestrahlten ARD Talkshow “Anne Will: Tatort Arbeitsplatz – lieber ausgenutzt als arbeitslos?” sagte der Wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Laurenz Meyer sinngemäß, dass Hartz IV Bezieher bei einem 400 Euro Job neben den ALG II Regelleistungen und Wohnkosten alles von dem Lohn behalten können. So sagte Laurenz Meyer: “Wir haben die Minijobs deshalb eingeführt, weil viele Hartz IV Empfänger zustätzlich einen Minijob (400 Euro Job) annnehmen können, ohne dafür Abzüge zu bekommen.” Roland Tremper, Geschäftsführer ver.di Berlin wollte den CDU Wirtschaftssprecher noch verbessern und fragte, ob Herr Meyer nicht die Ein-Euro Jobs meint. “Nein!”, sagte der CDU Politiker Laurenz Meyer, “ich meine die Minijobs, also 400 Euro Jobs, das wissen Sie doch auch”.

Doch der Rang-hohe CDU Politiker und Verfechter der Zeitarbeit hat Unrecht, denn ein Grundfreibetrag von 100 Euro gilt lediglich für alle Einkommen aus Erwerbstätigkeit. Das heißt: Jeder ALG II Empfänger kann maximal 100 Euro verdienen, ohne dass seine Hartz IV-Leistungen gekürzt werden. Aber vom Bruttoeinkommen, das zwischen zwischen 100 Euro und 800 Euro liegt, bleiben dem Betroffenen nur 20 Prozent (also maximal 140 Euro). Liegt das Einkommen darüber, sind 10 Prozent anrechnungsfrei.

Peinlich, wenn der wirtschaftspolitische Sprecher der Union gerade bei sozial brisanten Themen wie der Hartz IV Reform seine Unkenntnis zum Besten gibt. So kann der CDU Politiker dann auch während der Sendung freimütig bilanzieren: “Der Verfall des Sozialstaates konnte ich nicht fest stellen”. Kann Herr Meyer auch nicht, weil er sich zumindestens bei diesem Thema keine Ahnung hat. Stichworte: Anne Will, Laurenz Meyer, Minijobs, 400 Euro Job, CDU, Hartz IV (02.02.2009)

Mehr lesen über Harz:
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/minijobshartziv72633.php

 

 

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